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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain

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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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IDieOberhess'sche Zeitung" erscheint sechsmal »Schentlich Derj I Der Nnzeigennrei« beträgt für di» Szel, Zeile 20 J.n 56*1. «wtl I r i '

Bezugspreis betrügt monatlich 1.16 *. frei in« Saul (d»rch die Poft! <VttH vell8| I auswirt. u. Eammel-An» »0 » S3'/.'/. Kri-gszuitbl Reklomezett» > '

ohne Bestellgeld). «erlag »en Dr. C. Hitzerettz. Markt 21/28. I.Tbiftmn* 19 Rabatt gilt al» Barrabatt. »et »uskunft d die «eichüttsst. x. vermittlxxal <nm

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unter feindlichem Feuer liegt. Die verschiedenen richten scheinen sich somit zu bestütigen, wonach die Po­len den Waffensti"stand nicht mehr anerkennen und ihn für beendet erklären wollen.

Im Baltikum machten unsere Truppen weitere Fort­schritte in der Richtung Schaulen und nahmen verschie-

ErAes Blatt.

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Die FrlrimtediWnm.

p Die Entwaffnung Deutschland».

11. März. (Havas.) Der Oberste triW»«t fetzte, wie in einem Bericht über die MptamtlMK Lage ausgeführt wird, am Montag Nis endgSktige Statut über die Entwaffnung -netfchlnnds nach dem von Fach ein<gereichten Be­richt fep. Deutschland darf nur etwa 100000 Nann, die für einen Zeitraum von 12 Jahren tuf Ernnd des Freiwilligensystems irfrwtieti werden, mit den entsprechenden Kadres, keschStz«, Maschinengewehren und ksiewehren, »ercn ZaPl angegeben wird, behalten. Das Führen «in« Kriegsflotte ist ihm untersagt, und es da s tut w-ch 5000 Seesoldaten behalten. Es wird ihm «Icatt, einige Flugzauge zu behalten: die «r »»rgesehene Matz übersteigenden Vorräte- an Kxteriwl «nd Munition find zu zerstören und iirfes wn den Kriegsbetrieben nicht ersetzt »erden.

Sota« beschlotz der Rat, daß die kleinen Nächte die Finantt^mmissiou mit 7 Vertretern be­schicken f»Ren. A:n Mittwoch und Donnerstag wird ste Fesg« der Ost- und Westgrenzen Deutschlands chiirtert »erden. Am Samstag glaubt der Rat Nit der Regelung der Entschädigungsfrage begin- ttn jo Annen.

Berlin, 11. März. Ein Pariser Funkspruch iefagt: Der Oberste Kriegsrat hat einen Antrag Lloyd Georges angenommen, nach dem in ganz k n r s p » die Wehrpflicht aufgehoben werden soll, lleberall soll en ihre Stelle das Freiwilligen- N*».......... .....

Rotterdam, 12. März. Wie der9t. Rett. 4wi/* wb London berichtet, begrüßt die englische Presse die zwangsweise Einführung des freiwilligen Militärd4enstes in Deutschland mit Beifall, da Mn tarnt die Abschaffung der Dienstpflicht für fftiid Eirropa erwartet. Der militärische Mitarbei­ter do»Morning Post", Rcpington, ist enttäuscht, daß cs Äoyd George nicht gelungen ist, schon jetzt die uÄgsmekne Abschaffung der Dienstpflicht durch- zuseticn. Wenn Deutschland später dem Völkerbund beitreten werde, dann würde man diesen Stan.d- puukr ja doch nicht beibehalten können, da die Rechie und Pflichten für alle Mitglieder des V/- terbundes dieselben sein müfien.

Die Brüfieler Berhandlunge».

Paris, 11. März. (Havas.) Admiral Wemytz ist noch Brüssel abgereist, wo er mit der deutschen KommiMo« zur Fortsetzung der in Spaa unter­brochenen Verhandlungen zusammentreffen wird. Der Admiral begibt sich allein nach Brüssel und ist ndt den nötigen Vollmachten ausgerüstet.

Ha«g, 12. März. Aus Londonivlrd gemeldet, daß einer Meldung desDaily Telegraph" aus Parrs zxfokge die vorgeschlagene Lebensmittelver­sorgung Deutschlands folgendermaßen bezahlt wer­den sol: 1. mit Frachtschiffen, deren Wert den Deutschen angegeben werden wird, 2. in Form von Wechseln auf neutrale Länder für bestimmte Güter, die nicht auf der schwarzen Liste stehen und die die Deutschen ausführen dürfen, 3. mit deutschem Stilb.

Stockholm, 11. März. LautStockh. Ttdn." ecllärte der amerikanische Gesandte Morris auf ritrem Essen, er habe im Auftrage Hörers mit dem schwedischen Roten Kreuz über defie» Mitwirkung bei Verteilung von Lebensmitteln in Deutschland verhandelt, wo vor allem an Leidende und Bedürf­tige Lebensmittel verteilt werden sollen. Der ganze Pttm sei bis auf einige technische Einzelhei- teir serttg. Daraufhin würden die Lebensmittel» fendungen hauptsächlich aus den Vereinigten Staa­ten beginnen können.

Keine übertriebenen Hoffxnng«.

B e r Ti n, 11. März. In einem AufsatzDie Dringlichst der Nahrungsmittelzufuhr" in der Deutschen All-. Ztg." heißt es u. a.:Der äugen« blickliche Stand der Verhandlungen bietet noch reine Hoffnung, daß es gelingen wird, den Hun­ger und damit das Anwachsen der spartakistischen Macht zu verhindern. Alle durch die Zeitungen ge­gangenen Nachrichten, nach denen die Entente die Lebensmittelversorgung Deutschlands bis zur näch­sten Ernte ficherftellon will, find Kombinationen, die bef tatsächlichen Unterlagen entbehren. In kei­nem Medium der Waffenftillstandsverhandlungen war die Lösung des Ernährungsproblems so schwer wie jetzt. Die unmittelbar bevorstehende Abreise von dentßchen Sachverständigen zu den Verhandlun­gen mit den englischen Sachverständigen in Rotter- über die Ausfuhr von Kohlen und Kali ist

zwar zu begrüßen, weil fie den beiderseitigen Ver­such kennzeichnet, das Finanz- und Lebensmittelab­kommen dem Abschluß näher zu bringen, indefien soll man übertriebene Hoffnungen an diese Ver­handlungen nicht knüpfen. Ebenso große Vorsicht in der Beurteilung ist der Aufforderung Fachs an die deutsche WafsenstiNstandskommisfion gegenüber geboten, Vertreter nach Brüfiel zu entsenden, wo die Ententeihre Entscheidung" über die Handels­flotte. die Lebensmittelversorgung Deutschlands und die Finanzfragen mitteilen will. Wir halten es nach den Stimmen der französischen und eng­lischen Prefie für wahrscheinlich, daß die Vertreter des Verbandes in Brüssel die grundsätzliche Bereit­schaft erklären werden, Deutschland bis zur nächsten Ernte mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Diese Bereitschaft würde indefien den für unsere innere Lage sehnlichst erwünschten Fortschritt nur bedeu- >en, falls die Begriffe des Verbandes über die uns notwendigen Mengen sich unseren tatsächlichen Be- diirfnifien an Nahrungsmitteln' anpafien und falls die finanziellen Bedingungen so gestellt sind, daß wir in der Lage find, ihnen zu genügen.

Bern, 11. März. Das PariserJournal" vom 10. März schreibt:Die Deutschen wifien. daß, wenn fie ihre Handelsflotte auskiefern, fie diese nicht mehr Wiedersehen werden."

DerStatin schreibt, daß die verbündeten Mächte Lbereingekommen seien, von Deutschland unbedingt die Auslieferung der ganzen Handels­flotte zu verlangen.

Die Blockade.

London, 11. März. (Reuter.) Auf eine An­frage des Liberalen Donald Maclean antwottetc Minister Geddes im Unterhaus, England müsse noch immer die Blockade gegen die feindlichen Länder aufrechterhalten. In dieses Blockadegebie« fiele» auch neutrale Länder, et hoffe indefien, daß es in wenigen Wochen möglich sein werde, die Schranke gegen die Neutralen fallen zu lassen.

Der Borfriede».

Rotterdam, 12. März. Der9t. Rotterd Cour." meldet aus Paris: Man darf hoffen, daß der Abschluß des allgemeinen Waffenstillstandes in vierzehn Tagen erfolgt und der vorläufige Friede wahrscheinlich Ende April unterzeichnet wird.

Was die Wallonen fordern.

Brüssel. 11. März. (Havas.) Eine Ver­sammlung von Wallvniern nahm eine Tagesoid nung an, die die Wiedereinverleibung der wal­lonischen Gebiete Rheinpreußen» in Belgien und die Angliederung Luxemburg» an Belgien sowie volle Freiheit für die Schelde ver­langt.

Die axrerikanischen Widerstände gegen den Völker» dundsplan.

Rotterdam, 11. März. Nach dem9t. Rott. Cour." wird derTimer" au» Washington gemeldet: Der Vorsitzende de» nationalen Ausschusses der republi­kanischen Partei Hayes sagte in einer Rede, daß die Partei sich mit den Auffassungen de« Senator» Lodge solidarisch erkläre. Di« Rede Haye» läuft darauf hin­aus, daß die Amerikaner zwar allen Ernstes nach Mit­teln suchen wollen, um Kriege in der Zukunst zu verhin­dern, daß fie aber keine bestimmte Form von Inter­nationalisierung al» Ersatz für den amerikanischen Ra- tionalirrnu» annehmen wollen. Auch Tast hat sich für eine Revision de» Völkerbundentwurf« ausgesprochen.

Pari«, 1L März. (Reuter.) Wie »trautet, kommt die Kommission zur Untersuchung der verantwort! ch kett in ihrem Bericht zu dem Schluß, daß unter dem heutig« internattonalen Gesetz der frühere Deutsche Kaiser und seine Ratgeber nicht vor ein Gericht ge­stellt werd« können.

Bit fltoirt

Danzig und ei» Laudstreifeu ax der Weichsel den Pole».

Pari», 11. März. (Reutet.) Der Friedens­rat behandelte die Frage der deutschen Grenzen. E» besteht Grund anzunehme», daß der Rat der Forderung Polen» »ach Aushändigung von Danzig- Neufahrwafier «nd de» Landstreife», läng, der Weichsel, der die neuen polnische» Häse, mit Polen verhinta, stattgebe» »ird.

«eite« Angriffe der Pole».

Berlin, 1L Mörz. In der Gegend von Lisstr so­wie im Raume von Bentschen und Birnbaum wurden feindliche Patrouillenvorstöße abgewiesen. An der Netze­front herrscht« ebenfalls rege polnische GefechtstLttgkeit. Angriffe der Polen auf Miroslaw. Podanin und südlich Kalmar wurden mit Unterstützung von Ar­tillerie im Rahkampf abgewiesen. Im Abschnitt süd­westlich und südlich Bromberg gleichfall» feindliche Pa­trouillen- und wiederholte Lrttllerietättgkeit, die wir schließlich erwidert«. Der Ostbahnverkehr Schneide. mühl-Bvnnberg ist «ttetkaochen, da die Bah« bot Rakel

bene Ortschaft«.

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Helsingfors. 8. März. Ein Moskauer Funk- sprach meldet aus Iekai rinoslaw. daß sich die Truppen der Sowjetregterung Cberfon nähern und die Stadt berlts mit schweren Geschützen beschofien haben.

Die russische Presse meldet: In Cherson fanden Straßenkämpfe zwilchen den Rotgardisten und Truppen der Westmächte statt. Der Abzim der Trup- nen aus Odessa dauert fort. Unter den Truppen, mit Ausnahme der polnischen Legionär«, herrscht große Disziplinlosigkeit. Infolge des Anmarsches der roten Arme, sti-hen die Einwohner Odessas nach bet Srim. Dort herrscht aber Hungersnot.

Amsterdam, 11. März. Nach einer Meldung de» .Rewvork Herold" aus London griffen die Bolfchemiki em 1. März an der Archangelsk-Front di« zurückze- dröngt«n Engländer im Siagas-ezitk an. An der M'ir- manfront besttften die Engländer Sogesg. In dem Kampf fielen drei bolschewistische Kommandeure.

Amsterdam, 11 März. DieTime?" meldet au? H-lstnasor?, daß die Spaltung zwilchen der erste- mistikchen Grnnve unter Trotzki und der gemäßigteren Partei Lenin? offiziell bestättgt werde.

Ein englischer Msrineosstrier, der kürzlich aus Mos­kau entkommen und in Warschau eingetrolfen ist, erzählst dem bertioen Vertreter derTimes" einige Einzelheiten von dem Leben in Rußland. Dabei sprach er besonder? von Trotzki, der sich ganz und gar den militärischen Auge' Teoenbeiten gewidmet hat. Darnach ahmt Trotzki neuer* ding? den Zaren nach: er hält Truppenlclmuen ab, ber denen er bi« Front obrettet und die aufgestellten Leute ganz in ber Art, wie es früher ber Zar auch tat. grüßt, woraus ibm aus ihren Reihen einGuten Morgen, Kamerad Trotzkis entgegenschallt.

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Der 6. Kongreß der Sozialdemokraten Lettland» be­schloß. die sozlaldemottattsche Partei ht kommunistische Partei umzubenennen.

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Berlin, 11. März. Ein aus Paris znrück- gckehrter Holländer brachte von der Reise folgende Eindrücke mit: Bei der Durchreise durch das vom Krieg verwüstete Gebiet wurden Gruppen von Kttegsgefangenen gesehen, die unter der Aufsicht von mit der Peitsche bewaffneten Franzosen arbeiteten. Es wurde beobachtet, wie diese mit der Peitsche link» und recht» «ms die Gefangenen einschlugen.

Berlin, 11. März. Den deutschen Behörden geben folgende erschütternde RochricÄen über die Lage ber deutschen Kriegsgefangenen in Belgien zu: In Xanthen befindet sich ent Sammellager. Die Kriegsgefangenen müssen sich auf dem »um größten Teil mit tiefem Schlamm bedeckten Hose stehend auf falten. Hinlegen ist verboten, und Mißhandlungen durch die Wachmann­schaften mit Gewehrkolben und Knüppeln find überaus häufig. Me Wachtmannschaften rauben die Kriegsge­fangenen vollständig aus. In Dixmuiden und Nieu- pott befinden sich die Arbettskommandos in den R u i n e n der Ottschaften. Die Kttegsgefangenen hausen in Löchern zwischen Schutt und Wasser. Die Verpflegung bleibt oft tagelang aus und besteht aus 150 Gramm Brot, zwei Tttnkbechern Kaffee und dünnen Suppen. Das Tttnk- wasser muß au» den Granatlöchern geschöpft werden. Biele Kriegsgefangene haben keine Stiefel, Män­tel oder Mützen: Decken, Handtücher und Seife werden nicht geliefert. Infolge ber erzwungenen Unrttnlichkeü such alle verlaust, und «i herrscht Krätze. Arrest wird in den ttefkx Unterständen verbüßt. Die AuSrttßer wer- bei während ber ArveMrafen täglich an ein« Baum gebunden. Aerztliche Fürsorge fehlt. Postverbinbung mit ber Heimat besteht fast garnicht. In 31/» Monaten durften die Kriegsgefangenen drttmal schreiben. In Cox- heyde herrsch« ähnlich« Verhältnisse, jedoch wird dort fast täglich geprügelt. Entflohene KttegSgefan- gene müfien bk ersten Rächt« nackt im Arvestlokal der- bttngen. Bezttchnenb für die Gesinnung der belgische« Wacktmannschaft ist ihre offen ausgesprochene Erklärung, HSchstenS bie Sälfte der-Kttegsgefangenen bürsten die Heimat vieberschen. Rach dem Vekanntwerbe« dieser Tatsachen, bie ben Anforderungen von Menschlichkeit und Zivilisation geradezu Hohn sprechen, ist von der deutsche« Regierung bei der königlich belgisch« Regie­rung schärfster Protest erhob« und durchgrttfexde Ab­hilfe geforbert worden.

Son beftoiD-Vorbecfe umtonft gekämpft haben?

Oiiafrika muh deuiich bleiben!

Der Muhr in Berlin

Berlin, 11. März. Die heuttge Nacht ve» lief im allgemeinen ruhig. Die Truppen find ta mit beschäftigt, das gestern besetzte Gelände t» sichern, von Spartakistenbanden zu fäuberx nutz nach Waffen abzusuchen. Die Durchsuchung« führen immer »>er zur Feststellung und Ford- nähme kleinerer »nd größerer Waff«lager. A» einzeln« Stell«, wie der Beufieü und tem» straße und in der Gegen de» Eörlitzer Bahnhof» wurden von den Freiwilligen Diebe und Plün, derer festgenommen und der Kriminalpolizei zu­geführt. Hierbei kam es zu kleinen Schießerei«, Auch in dem seither besetzten Gebiet in der Gegend des Alexanderplatzes wurde mehrfach aus Hause« und von Dächern geschoßen. Diese hinterlistig« Uebecsälle auf einzelne Miliiärpersonen sind ei» Zeichen dafür, wie nötig rücksichtslose Durch» suchungen nach Waffen sind. Gegen 3 llhr nacht« entstand eine kurze Schießerei an der Ecke der Har» denbersstraße und dem Kurfürstendamm, wo von einem nicht ermittelten Dach auf Straßenpafiant« geschossen wurde. Eine sofort vorgenommen« Durchsuchung de» Häuserblocks blieb ergebnislo». Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß einzelne Spartakisten versuchen werden, der immer enger werdenden Umklammerung der Regierungstrupp« nach Westen auszuweichen und dort durch planlos« Schießereien Unruhe zu stiften. Grund zur Be­sorgnis besteht aber für die Bewohner des Westen» in keiner Weife. Die Kavallerie-Schützendivision hat so umfafierrde Sicherheitsmaßnahm« getrofs«, daß größere Ausschreitungen nicht entstehen können.

Nach den bis jetzt vorliegenden Meldung« wurden bei der Erstürmung des Volksmartn«- Hauses erbeutet 2 Feldgeschütze, 126 Maschinen­gewehre, über 4000 Gewehre, mehrere hundert Re» volver, außerdem gewaltige Vorräte ex Lebensrnitteln, Wolldecken und sonstig«» unterschlagenem Militärgut. Es verdient hervor­gehoben zu werden, daß sich bei diesen Kämpfe» die der Gardekavallerie-Schützendivision unterstell­ten Teile der Eardetruppen als zuverlässig erwie­sen und soweit sie ins Feuer kamen, gut geschlagen haben. Es handelt sich hierdei besonders um da» Alexander-Ersatz-Regiment, das Augusta- und das Gardefüfilier-Regiment, das Carde-Kürassier-Re- giment, das Earde-Pionier-Regiment und die Nachrichten-Abteilung des 3. Garde-Regiments zu Fuß.

Heute mittag wurde von den Truppen der Earde-Kavallerie-Division am Frankfutter Tor ein bewaffneter Spartakist festgenommen, in dessen Besitz Juwelen im Wette von 800 000 <M, gefunden wurden. Er wurde sofort standrechtlich erschofien.

Berlin, 11. März. Die Nachricht« ver­schiedener Blätter über widerrechtliche Erschie­ßungen Gefangener im Polizeipräsidium bestätigen sich nicht. Die Gefangenen werden, falls sie nicht der Anordnung des Oberbefehlshabers Nosktz zu­wider mit den Waffen in der Hand gegen die Re­gierungstruppen kämpfend betroffen werden, dem ordentlichen Richter zugeführt. Im übrigen ist im Polizeipräsidium nur eine geringe Anzahl stand­rechtlicher Erschießungen oo^efommen.

LautAchtuhrabendblatt" sind bis jetzt gegen 1200 Spartakisten verhaftet und in die Gefängnisse eingeliefert ward«, meist Jugendliche und unreife Burschen, bie sich als harmlose Passanten hinstell« und unabsichtlich in die ganze Geschichte hineinge» raten sein wollen.

Berlin, 11. März. Der Oberbürgermeister vo« Lichtenberg unterbrtttete dem Rttchswehrmimster bat Er­suchen, bk Aktion bet Regierungstruvven gegen Lichten­berg eix»ustell«n. Z« bett angebotrnen Bedingun­gen gehört auch bk Aufstellung einer Bolkswehr, in bk auch geeignete Spartakisten ttntreten sollten. Ferner wurde ber Austausch brr Gefangenen, volle Straffreiheit für alle während ber Kämpfe in die Hände der Regk- rungstruppen gekommenen und auch sonst an den Kämpfen beteiligt gewesenen Spartakisten gefordert. Der Reichs« webrminister hat bk größte Schonung ber Stabt zugv- sichert. Eine Einstttlung bet Operationen kann jedoch, gerade um der Bevölkerung teilten, nicht erfolgen. Vielmehr müsse enbgilttg auch dieser Stützpunft der Spav» tafiftex gereinigt werden, damit dauernd die Bevölkerung der Stadt Lichtenberg ihrer fttedlichen Beschäftigung nachgeh« kann.

Kleinere Kämpfe »wisch« Regienurgstrnvvr» und Spartakist« spielten sich «x verschiedenen Stellen ber Stadt ab. Eine Abtttlung des Frttkorp» Hüls« besetzt« nach kurzem Widerstand die Warschauer Brücke« die Spartakus hatte sprengen wollen, um den Vor­marsch der Regkrungstrupp« gegen Lichtenberg twx dort auS zu verhindern.

Der ,Lok.»Anz." schätzt bk Zahl ber Ausständigen auf über 10 000. Mit Lebensmitteln finb sie aus­reichend versehen, da ihnen bei bet Erstürmung de» Lich­tenberger BahnhofeS große Mengen Lebensmittel ix bk Hand gefallen finb. Die Bewohner ber Frankfurt« Äke jtafc durch Me viertägigen Stapfe dem Bct^w