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ner dem Ministerpräsidenten den Wunsch aus, daß Trophäen und Artilleriematerial, die von Deutsch­land und Oesterreich in den Jahren 1814 und 1815 und von Deutschland in den Jahren 1870/71 sowie 1914 bis 1918 erbeutet wurden, Frankreich restlos zurückgestellt würden.

Amerika und der Völkerbund.

Bern, 10. März. Wie ein Newyorker Bericht des ..Petit Parisien" meldet, spricht sich trotz d t Angriffe im Senat die Mebrheit der amerikanischen Oeffentlich keit immer entschiedener für den Völkerbund aus: an­dererseits wünscht man in Amerika, daß der Friedens- nertrag. abgesehen von allen anderen Rücksichtnahmen möglichst schnell unterzeichnet werde, gleichgültig ob der Völkerbund, zustande komme oder nicht.

Mannheim, 10. März. Die Rbeinbrücke zwischen Mannheim und Lndsvi<rsbaftn iss heute morgen wieder geöffnet worden. Die Rbeinbrücke wird sofort gesperrt, wenn in Mannheim wieder Unruhen ausbrechen.

Wort.

Das Ergebnis der Räteberrfchaft.

Paris, 10. März. (Havas.) DasEcho de Paris" veröffentlicht eine Unterredung des schm'nörsschen G- hgndten in Petersburg Odier, der in Stockholm einge- "roffen ist. Er entwarf ein Sckr-ockensbild von der singe in Petersburg und in Moskau. Die Bevölkerung non Petersburg habe sich um zwei Drittel ver­ringert. Nach Odier ist die Sowfetr'-gie'ung zu allen Zuff-ständnisten bereit wenn die Blockade auf­gehoben und die diplomatischen Beztebungen erneuert werden. Das gegenwärtig« Rußland scheine unfähig zu sein, eine uubbrin-z->nde Arbeit zu leisten.

Bolfchemiti and Menschewiki.

Helsingfors, 10. März Von Moskau wird ein Funklpruch an die Sozialisten und Arbeiter der ranzen Welt verb eitet, in dem die russischen Mensche­wiki heftigen Protest gegen die bewaffnete Einnnschung der Westmachte in die inneren russischen Anqeleaenbei- ten und ihre llnterstübung der russischen Gegenrevolu­tion erbeben, dabei allerdings glelchzeitig betonen, dob sie die Prinzipien des Bolschewismus und die bolsch'- wistische Methode der gegenwäriigen russischen Regie- rungsfübrung für u t o p i st i s ch und verhängnis­voll halten. Trotz dieses siulobes dürften Zweifel berechtigt fein, ob der Aufruf wirklich von den Mensche­wiki ausgebt. denn die vor einigen Tagen in Moskau ?rtntgfe Schließung de' Parteileitung der Menschewiki läßt nicht darauf schließen, dasi sich das durchaus feindliche Verhältnis zwischen ibn«n und der bol- ichewistischen Regierung gebessert hat.

Die Konferenz auf den Prinzeninseln.

Libau, 10. März. Rach einem Funklnruch sandte das Volkskommissariat für auswärtige Angelegenhei­ten Litauens und Weißrußlands an die Regierungen der Vereinigten Staten, Erohbritaniens, Frankreichs. Italiens und Japans ein« Rote, in der das Volkskom wisiariat anfragt, zu welchem Zeitpunkt und auf wel­chem Wege di« Bevollmächtigten der Arbeiter- und Banernregierung Litauens und Weißrußlands auf den Prinzeninseln einzutresfen haben. Sie haben sich be­reit erklärt, auf friedlichem Wege alle etwa mit ande­ren Staaten bestehenden Streitfragen zu schlichten.

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Mn.

London, 10. März. Reuter läßt sich aus Posen melden, daß Padercwski in Posen angekommen ist, um mit der interalliierten Mission und dem Nationalrat in Posen bezüglich Lemberg» zu beraten, dessen Einnahme durch die Ukrainer drohe. Die einzige Möglichkeit, die Stadt zu retten, besteh« in der Entsendung von Trup- ven aus Posen und von der deutschen Front. Diese Maßnahme sei indes gefährlich, da die Deutschen ihre Agriffe täglich fortsehen. Diese Verleumdung muß energisch zurückgewiesen werden.

Paris, 10. März. sHavas.) Das Kaiserliche Schloß in Posen ist als Ort der Verhandlung mit den deutschen Delegi«rten bestimmt worden.

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Sie Mei.

Die Aufteilung der Türket.

Bern, 7. März. DasJournal be E^n^-ve" veröffentlicht einige Informationen über die wahr­scheinliche Aufteilung der Türkei. Das türkische Gebiet wird demnach auf das Hochplateau von Anatolien beschränkt bleiben. Die Westküste von Kleinasien zwischen Aivala und dem Golf von Ko» erhält Griechenland einschließ­lich des Hinterlandes bis zum Wilajet Aidin. Smyrna, Pergamon und Ephesus fallen ebenfalls an Griechenland. Italien erhält zusammen mit der Provinz Adalia das internationale Mandat über den ganzen Teil von Kleinasien, der der Tür­kei verbleibt. Das Wilajet von Adana, das von den Armeniern aus wirtschaftlichen Gründen bean­sprucht wird, aber eine zweifellos reintüttische Be­völkerung hat, wird zum türkischen Reich geschla­gen werden, da, demnach zwei Ausgänge zum Mit» telmeer in Gestalt der Häfen von Adalia und Mer-

sina haben würde. Das östliche Kleinasien erhält Armenien unter der wahrscheinlichen Kontrolle der Bereinigten Staaten. Die armenischen Wila« iets von Erzerum, Wan und Tiflis werden wahr» scheinlich mit dem Wilajet Trapezunt vereinigt werden, das zwar von einer griechischen Bevölke­rung, die ihre Unabhängigkeit verlangt, bewohnt wird, aber nicht genügende Bedingungen für sein« Lebensfähigkeit gibt. Außerdem ist Trapezunt für Armenien wichtig, weil das Land einen Zugang um Meer erhält. Konstantinopel und di« Dardanellen werden internationalisiert werden. Die einzige schwierige Frage, die zu lösen bleibt, ist die Frage von Smyrna. Smyrna wird von einer türkischen Bevölkerung bewohnt, und diese türkische Jrredenta könnte umso gefährlicher werden, wenn ste von eine: europäischen Macht unterstützt würde, wobei das Blatt auf die von Sonnino angemeldeten Ansprüche Italiens auf Snyrna hinweist.

General Liman v. Sander».

London, 10. März. (Revier.) Wi« dieMorn. Post" ans Konstantinopel meldet, wurde Liman v. Sanders auf dem Wege nach Deutschland ver­kästet und nach^Malta geb'acht. Er wird nach Kon- sianiinopel zu rückgeführt unb* botP vorhin Gericht gestellt werden.

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Ser Mrtr in Mn.

Berlin, 10. März. Bon zuständiger mitt» tärischer Stelle wurde über den Aufruhr in Berlin erklä't: Verbrecherische Elemente benutzten den Aasstaud, um einen Aufruhr zu entfesseln. Die Unabhängigen, sogar die kommunistischen Führer hielten die Lage noch nicht reif zur Anwendung von Gewalt. Der bewaffnete Aufruhr brach in Berlin gegen ihren Willen los. Bewaffnete Ar­beitslose und Mitglieder des Roten Soldatenbna» des, der aus Deserteuren und Strafgefangenen be­steht, die Volksmarinedivision und Teile der repu« blikanischen Soldatenwehr stehen im Aufruhr. Da, Zentrum ist gesäubert, wobei die Marine-Brigade, eine vorzügliche Truppe, wesentliche Hilfe leistete. Wir haben die Sicherheit, mit den Aufrührern restlos fertig zu werden. Die aufrührerischen Ban­den sind zusammengeschrumpft und haben Hch in kleine Trupps aufgelöst. Eie sind ohne einheit­liche Leitung. Spandau ist fest in unserer Hand. Die Regierungstruppen sind absolut zuverlässig, Ueberall wurde geplündert. Es scheint wahr zu sein, daß ein oder mehrere spartaktstifch«, Flieger über Berlin arbeiten. Näheres steht nicht fest. Die militärische Führung der Aufrührei lag in b^t Händen des Roten Soldatenbund«», der der kommunistischen Partei nahe steht. Er bestand zum Teil zweifellos aus Mitgliedern der Intelli­genz. Neutralität von bewaffneten Truppen in Berlin wird nicht geduldet. Die Garde erklärt« sich ausnahmslos bereit, die Befehle Noskes anzw erkennen und auszuführen.

An verschiedenen Stellen wurde das Standrecht ausgeübt. Truppen der Gardekavalleriedivifion haben in der Gegend M-chael-Kirchstraße und Markusstratze ein Spartakistennest von über 100 Mann ausgehoben. Gemäß der neuerlassenen Ver­fügung wurden 30 Mann sofort stand­rechtlich erschossen, die übrigen verhaftet.

Im Berliner Polizeipräsidium wurden 6 Ma« . trosen, die im Kampf gegen die Regierungstruppen gefangen genommen waren, nach ihrem Verh-r standrechtlich erschossen.

Berlin, 10. Mär». Im allgemeinen verlies die . Nacht »um Montag ruhig. Die Garde-Kavallerie» 7 Schützen-Division und die ihr unterstellten Formationen lösten die ihnen gegebene Aufgabe, den tags vorher er­oberten Raum planmäßig nach versteckten Waffen zu durchsuchen und vom Gesindel »u säubern. In Neukölln versuchten die Spartakisten unter Einsetzung starker Kräfte die Baumschule von Späth anzugreifen. D«r An­griff wurde von der Besatzung erfolgreich abgewehrt, so­daß die Spartakisten mit schweren Verlusten abziehen muh­ten. Es wurde bemerkt, daß ein Tell der Spartaststen ansängt, nach Rummelsburg, Johannistal, Oberschöno- weide und Friedrichshagen abzuziehen. Jedoch sind wieder andere Banden dabei, sich in Neukölln auf hart­näckigen Widerstand einzurichten. Die ganze Art bei Kampfes läßt erkennen, daß überall im Osten sich ört­liche Banden bildeten, die keine andere Absicht treibt, als eine günstige Gelegenheit zum Plündern ansuznutzen. Die viehssche Art, wie gefanyengenommene Angehörige der Regierungstruppen mißhandelt und hin» gemordet wurden, läßt deutlich erkennen, daß die Bewe­gung größtenteils von verbrecherischem Gesindel ausgrht.

Um 6Uhr abends wird mitgeteilt: Neukölln zur Ringbahn ist von den Regierungstruppen besetzt. Nach Norden verläuft di« erreichte Linie über den Schlo- sischen Bahnhof, Friedrichshain, Güterbahnhof-Noch und 'Nocdgrenze von Woabft. Die Durchführung der Ent-, waffnung macht gute Fortschritte.

Die Bolksmarine-Division rsurde aufgelöst. Ick« frühe« Angehörige der BolkSmarine-Division, der noch

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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ihnen gefürchteten Matrosen in Verhandlungen zu treten.

Marburg

Dienstag, 11. Mär;

Fischübersluß in Norwegen.

r* Berlin, 10. März. In Norwegen lagern an 1 00000 Tonnen Heringe vorjährigen Fang-s die für Deutschland bestimmt sind. Die WestmSchie verhindern jedoch die Einfuhr, obwohl auch der neue Fang so ungeheuer ist, daß es an Fässern zum Versand mangelt. Die Engländer und Franzosen ver langen, daß die 100 000 Tonnen Heringe auf di. 270 000 Tonnen Lebensmittel. die wir bekommen sollen angerechnet werde», sodaß wir außer den 100000 Tonnen, vielleicht schon halb verfaulter Heringe nut 170 000 Tonnen andere Lebensmittel erhalten würden.

Sie ghrtenrtrtinenrtet.

As« Verpflegung Deutschland«. Gegen die An­gliederung Deutsch-Oesterreich». Ein rheinisch­westfälischer Pusferstaat.

Pa r t s, 10. März. (Havas.) Plchon erklärte -eim Empfang fremder Journalisten, daß die Ver- PfleMng-Deutschlands an die Ausführung des Ar­tikels 8 des Waffenstillstandsvertrages vom 16. Januar 1919 geknüpft wäre. In diesem Artikel verpflichtete sich Deutschland, seine Handelsflotte zur Verfügung zu stellen. Alle Verbünde!en sind

IDi«Oderhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der Bezugspreis beträgt monatlich 1.25 X. frei in« HanS (durch die Post ohne Bestellgeld). Verlag »an Dr. T. Hitzeroth. Markt 21/28. Fernsprecher 56.

einig, Deutschland nicht vor Hunger umfomnun zu lasse«- das ist eine Menschlichkeitsfrage. Die Friedenspräliminarien werden schneller unter- tinterzeichnet werden, als man dachte. Was die Frage der italienischen Grenzen betrifft, so find die Ansprüche Italiens berechtigt und be-

die schon in etwa Wochenfrist aufgebraucht wären.

Die Wirkung der Hungerblockade.

r* Berlin, 10. März. Infolge der Hunger l'lrckade starben im Jahre 1917 gegenüber 1913 703 000 Zivilpersonen mehr. Die Todesfälle infolge Seuchen, vor allem der Grippe, sind dabei nicht berücksichtigt.

scheiden und haben keinen annektionistischen Eha» Ivkter. Alle Einzelheiten des Antrages von Lloyd George über die Entwaffnung wurden »angenom- «en. Die Regierung Ebert-Scheidemann scheint Über die Spartakisten gesiegt zu haben, aber nur mittels großer Zugeständisse. Die An­gliederung Deutsch-Oesterreichs an Deutschland kann nicht allein durch den Willen der Deussch- Öesterreicher und der Deutschen geschehen. Die Friedenskonferenz ist zur Entscheidung dieser Frage berechtigt. Es ist sicher, daß sie gegen die Entscheidung der Deutschen beschließen wird. Es ist nicht möglich, Auskunft über die Schaffung eines rheinisch-westfälischen König­reich», das als Pufferstaat dienen soll, zu geben.

Die eagkische Rheinarmee für schnelle Hilfe.

Berkin, 10. März. Eine Funkspruchmelduiw des Pariser amerikanischen Pressedienstes für die Newy»rk World" teilt mit: Als sich gestern bei der Beratung des Zehnmännerrats über die Lebensmittellieferungen an Deutschland Schwierig­ketten ergaben, verlas Lloyd George ein Tele­gramm, das General Plumer, der Befehlshaber der englischen Besatzungsarmee in Deutschland, ge­sandt hatte. Das Telegramm besagt, daß die eng­lischen Soldaten lieber revoltieren, als Weiter gezwungen sei» wollten, Kinder und Frauen auf den Straßen der deutschen Städte umkommen zu sehen. Die Wirkung des Telegramms war elektrisierend. Es wurde eine allgemeine Verständigung erzielt, sowohl im Zehn- Nannerrat wie im obersten wirtschaftlichen Aus- Muß Deutschland soll danach für die Lebensmittel diretr bezahlen. Die Leben-Mittellieferungen sollen unverzüglich beginnen. Clemen- rean kündigte die volle Beteiligung der Franzosen ttt. Al» Vorbedingung wird angesehen, daß Deutsü)<l»nd seine Handelsflotte auslie­ft rt, die amerikanische und andere Truppen, und zwar 70 000 Mann monatlich, heimbefördert und Nahrungsmittel nach Europa bringen soll.

Ein wr der Hamburger Seewarte aufgenom- «euer amerikanischer Fnnkspruch aus Paris be­sagt. daß Deutschland, falls es die Handelsflotte «usliefere, fofott 250 000 Tonnen Lebensmittel monatlich erhalten solle.

Paris, 10. März. Einer Reutermeldung zu­folge stad bereits Verträge mit verschiedenen Rinnen abgeschlossen worden, um Deutschland die benötigten Lebensmitteln zu liefern.

Keiue Hikfe für ein bolschewistisches Deutschland.

Rotterdam, 10. März. DieDaily Mail" sagt zu de» Berliner Kämpfen: Wenn die Verbün­deten nicht die sichere Aeberzeugung haben, daß die XtffivTuae Ebert der Unruhen endgülttg Herr wird, jw müssen 'sie natürlich weitgehende E a - r s n t i e n zur Sicherstellung ihrer Forderungen zrr erlangen suchen. Konzessionen, die einer festen Regierung gemacht werden können, sind natürlich undenkbar, wenn in Deutschland andauernd zwei .Parteien um die Macht ringen. Ein bolsche- wische^ Deutschland werden die Verbündeten nie mit Nahrungsmitteln versorgen. Man kann daher der deutschen Regierung nur raten, dem anarchistischen Treiben im Jnlande und der anarchistischen Propaganda im Auslande endgültig einen Riegel vorzuschieben.

Die Auslieferung der Handelsflotte.

W a f h i« g t o n, 10. März. (Havas.) Der Präsident des Schiffahrtsamtes, Hurley, erklärte, daß die Weigerung der deutschen Delegierten, die Handelsflotte zu übergeben, möglicherweise ihren .Grund in der Revolte der Matrosen von Hamburg und Bremen habe, die sich nicht einschiffen wollten, um nicht unter die Kontrolle der Verbündeten ge­sielt: werden zu können. Aber nichts werde die Verbündeten an der Anwendung von Ge­walt hindern. Die deutschen Delegierten würden lieber diesen Ausweg annehmen, al» mit den von

Die Kriegsentschädigung.

London, 10. März. (Reuter.) Der Korre spondent derPall Mall Gazette" in Paris be richtet, er habe von gut unterrichteter Seite er fahren, die Kommission für Entschädigungen habe entschieden, daß von Deutschland 8 Milliarden Pfund Sterling Kriegsentschädigung verlangt werden.

Die belgischen Forderungen.

Paris, 10. März. (Reuter.) Die belgischen Forderungen an Deutschland, die der Kommission zur Wiedergutmachung vorgelegt sind, betragen 1400 bis 1600 Millionen Pfund Sterling.

Die kranzöfischen Kolonialmvnsche.

Amsterdam, 10. März. DerTelegraas" meldet aus Paris: Der französische National- kongreß hat einstimmig erklärt, daß der Kongreß gegen die Rückgabe der deutschen Kolonien sei, von denen Frankreich Togo und Kamerun verlangt. Die Internationalisierung des Kolonialbesitzes sei unzulässig. Tanger müsse Frankreichs Souveräni­tät unterstellt werden, ebenso die Neuen Hebriden.

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Der Wiederaufbau Nordfrankreichs.

Berlin, 10. März. Die Frage des Wieder­aufbaues Nordfrankreichs durch freiwillige veutsche Arbeitskräfte beschäftigt die deutsche Waffenstivstandskommisfion seit Novem­ber 1918. Alle zuständigen Ressorts haben sich feit jener Zett mit der Frage befaßt, und eine Reihe Sachverständiger ist dauernd an den vorbereiten­den Arbeiten beteiligt.

Paris, 10. März. (Havas.) Am Sonnabend fand unter dem Vorsitz von Deschanel eine große Versammlung der Vereinigung zu Gunsten der be­freiten Gegenden statt. Eine von 3 744 327 Be­wohnern dieser Gebiete unterschriebene Adresse wurde Deschanel überreicht. Darin wird verlangt, daß alle durch den Feind verursachten Schäden vollständig von ihm ersetzt werden. Deschanel zählte die wichtigsten Schäden auf: 265 000 Hektar verwüstetes Kulturland, davon 100 000 unrettbar verloren und 80 000 sehr schwer wieder kultivier­bar, 600 000 Hektar Wald wurde zerstört; von 213 Zuckerfabriken wurden 145 zerstört. Die Zucker­produktion wurde um zwei Drittel vermindert. Andere Redner betonten die Notwendigkeit einer vollständigen Entschädigung und den Schutz gegen eine neue industrielle und kommerzielle Invasion Deutschlands.

Da» arme Frankreich, da» reiche Deutschland.

Paris, 8. März. (Havas.) Bezüglich der geplanten Vermögenssteuer sagte P6ret unter dem Beifall der Kammer, daß man zunächst an das deutsche Vermögen gelangen müsse. Deutsch­land müsse Vergütungen zahlen, da es in wirt­schaftlicher Hinsicht unverkennbar besser dastehe als Frankreich. Zn Deutschland sei nichts zerstört wor­den. Das deutsche Nationalvermögen betrage nach den Angaben deutscher Finanzleute 400 Milliar­den, das Privateinkommen belaufe sich auf 52 Mil­liarden Mark. Päret vergleicht den Reichtum Deutschlands mit dem Elend in den einst von Deutschen besetzten Gebieten und bemerkt, er ver­stehe nicht, wie man da noch von einer Bereicherung Frankreichs sprechen könne. Frankreich gehe mit unvergleichlichem moralischem Kredit, aber mit starken Wunden und verarmt aus dem Kampf her­vor. Deutschland hat alle seine Produktionsmittel gewahtt. Es muß als grotesk bezeichnet werden, Frankreich als arm und Deutschland als reich zu bezeichnen. Die Erklärung für Pärets Behaup­tung ist in der Abneigung gegen die vom Finanz­minister Klotz geplante Vermögenssteuer zu suchen. Klotz rechtfettigt sie gerade mtt dem Hinweis auf die Zunahme des französischen Reichtumes wäh­rend de» Krieges.

Wien, 8. März. Nach einem Funkspruch aus Pari» drückte die unabhängige Gruppe der Kam-

Der Anzeigenpreis beträgt fit bi« 8 neig. Zeil« 20 4 u 5°efo fltqtgufcfcL, ernt! auewärt. u. Sammel-Anz. 80 4- * 83 */»/, Äticg»}ujdil. Reklamezeile 1 X. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Auakunft d Die Se|d)ätt»ft. u. Vermittlung der Ingebete 26 ^.Sanbergebühr. Pastjcheckkanta: Mr. 5015 Amt Franks, e. M.

54 Iahrg.

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