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Zweites Blatt
Eonnabknd, 8. Mörz 1919
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der Arbeiter in den Selbstverwaltungskörpern erwarten (vir sehr Gutes.
Weiterberatung Sonnabend vormittag 10 Uhr.
der Nationalversammlung vom 7. März.
Die Sitzung wurde nm 3 Uhr 25 Minuten eröffnet. Htz Interpellationen über die Sicherstellung der Er - tzöhrnng Deutschlands wird die Regierung am Aontag beantworten.
Erste Beratung des Sozialisieningsgesetzes.
Reichsminister Wisfelk: Die Siegienmg must unerfüllbaren Wünschen gegenüber hart sein. ArE werktätige Volk will letzt Taten sehen und ?reite! überall selbst zu Taten. Schon droht die narchie, die zu Tod und Untergang führt, z« dieser Wirrnis hält es die Reichsregierung ein- für ihre Pflicht, durch die Gesetzgebung dem ^imistischen Streben ein legales Feld der Betäti- Anrg zu eröffnen. Aber die nene Zeit kann nicht Mk Freiheit bringen, sie muß auch Pflichten Mksertegen. Dein entspricht das Recht auf Arbeit X» die Pflicht der Gesamtheit, arbeitSwilliaen Arü-its« |^m den notwendigen Unterhalt zu gewähren. Dem Wese«! über die K o h l e n w i r t sch a f t wird unmitlel- Har eines über die Kali wirt schäft folgen. Zur Msetzlichen Regelung reif ist die Kohlenwirtschast. WlS Sachverwalter jyr Allgemeinheit werden die un- Uittelbar beteiligten Kreise zur Verwaltung heran- fzogen. Finanzpolitisch must man möglichst hohe inn ahmen des Reiches aus der Kohlenwirtschast «proben. Das Reich wird sich nicht scheuen, in die ßdg-nannien wohlerworbenen Rechte oder in die pri- Xit« Bergregals einzugreife». In der Kokerei und ter kisen- und Stahlindustrie, die mit den Zechen M verbunden sind, sind überstürzte staatliche Ein- Erst zu vermeiden, da sie zu Mißerfolgen führen rrten. Die Voraussetzung für die Weiwewerbs- auf dem Weltmarkt ist die möglichste Stei- «rung der Wirtschaftlichkeit. Die neue Organisa-- §en wird den Aufstieg der Tüchtigsten fördern. Sie »erde« Wunder erleben, welche Energien Sie zum Kohle unserer wirtschaftlichen Zukunft frei machen. WShafter Befiall.)
Abg, Hu e (Soz.): Von einer sogenannten Ver- L«l!ichung der Kohlenwirtschast ist a b z u s e h e n, um W» Schäden der Bürokratisierung zu vermeiden. Die »üde Sozialisierung in einzelnen Betrieben ist das Weg en teil vom Sozialismus. Betriebs- oder AechenrKe zur Kontrolle des ganzen Produktionsprozesses halten wir für durchaus notwendig. Eine Kom- «sswüsberatung halten wir nicht für erforderlich. Das Privatinteressc muß sich dem Gemeinintrresse
Dr. BraunS (Zentr.): Die private Ge- ivirrr-sucht hat im Kriege wahre Orgien gefeiert. Als piegenstÄmung gegen diesen Geist des Mamma- »ismuS ist eine gewisse Sozialisierung durchaus tzernhtegt. Die Sozialisierung bedeutet für die Arbeiter nicht bloß eine Geldfrage, sondern der Mensch teäl solcher geachtet werden im Produktionspro- M Sofern die Gesetzentlvlirfe diese Gedanken zur SektnAg bringen, stimmen wir ihnen zu. Dem an »eiter Stelle stehenden Gesetz fehlt der praktische Nachdruck. Die Ersahrungen der Kriegswirtschaft er- Lulige» nicht dazu, alles in den großen Tops der XrichZMnft zu werfen. Die Annahme des Soziali- ^ruuWg^rtzes wird als eine Tat in der Kulturge- stbickitr der Menschheit verzeichnet werde».
Mg. Kemples (Deutschuat.): Wir können uns tak: der Sozialisierung für die Produktion wie für die Arbeiter wesentliche Vorteile nicht versprechen. Unsere Büienken erhöhen sich dadurch, daß die Sozia- HterLnq gerade tu der jetzigen Zeft gemacht wird, Lit dem Mantelgesetz wird der erste Schritt ans met 3ah» getan, von der wir nicht wissen, wohin |k führt. Die Regierung scheint gewisse Rücksichten Lihäwn pl müssen vor de« anstürmenden Massen hraußen. Das Gesetz ist eine Kapitulation der Wgiernrtg.
Wirtschastsminister Wisfell: Die Regierung hat Rests Gesetz aus eigenem Antrieb eingebracht. Unbegründeten und unersüllbaren Forderungen wird mit tih-t Entschiedenheit entgegengetreten werden.
Mg. Dr. D e r n b u r g (Demokrat): Das Rückgrat «ifefi Wirtschaft hat die Privatinitiative und bie Privatwirtschaft zu bilden. Sozialisiert können eu;1 dir hierzu geeigneten Unternehmungen werden. Ntzn diesem Gesichtspunkt aus haben wir gegen den Niui. .itf schwrre Bedenken. Bon der Mitarbeit
Berlin, 6. Ltärz. Im Verfassungsausschutz wurde beute in der Abstimmung über Art. 1 in der Ueber- schrift: „Das Reich und seine Gliedstaaten" auf Antrag Koch-Taste! mit 13 Stimmung der Demokraten und der Sozialisten die Fällung beschlossen „Das Reich und eine Land r". Ter Antrag Cohn, trn Art. 1 zu beginnen' „Das Deutsche Reich ist eine Republik" wurde du ch die Mehrbeit der Demokraten und der Sozialisten angenommen. Im weitern erhielt Art 1 folgende Fassung: „Das Reichsgebiet besteht aus d-m Gebiet der bisherigen deutschen Länder. Andere Gebiete können in das Reich ausgenommen werden, wenn es ibre Be- pötkeruna kraft ihres Selbstbestimmungsrechts begeh'ck." Zu der Bestimmung der Reichsfarben lag. wie bereits gemeldet. ein Antrag Delbrück und Kahl auf .fchwarz-weih-rot" und ein Antrag Cobn auf „tot" vor. Ein sozialdemokratischer Redner sprach stich für „Rot mit einem weihen Stern" aus. Di« Abstimmung wurde verschoben.
Di« „Rationallib. Kor-«sp." schreibt Lb-r die ersten Verhandlungen u. a.: Leider waltet in ihnen nicht der Geist nationaler Würde und Selbstachtung, ohne den die Verfastung immer elendes Stückwerk bleiben wird. So stellte b-r Abgeordnete Naumann den Antrag, dem neuen Deutschland nicht den Namen ..Deutsches Reich" zu g-ben. Deutsches Reich beiße in der französischen klebersetzung „emp're allemand". und da sich bei den Franzos n mH diesem W-rt die Erinnerung an alle Sünden und Verfehlungen des deutschen Imperialismus verbinde, so sei der Name tnr allzu geeignet, bei der Entente Anstob zu erregen. Der Abge- odnete Naumann schlug statt be"-n den Namen „Deutscher Bund" vor. Es kckteb nickst bet dreiem einen V-i- foiel nationaler Würdelosigkeit. Ter Abgeordnete Dr. E o h n von der Unabhängigen Sozial- demokrat'e machte den Vorschlag, den Artikel 1 etwa wte folgt zu fasten: „Das Reichsgebiet best-cht aus den Gebieten, die Deutschland durch die Frtebnskonfe—nz zu- aefprochen werden." Man kann darüber im Zweifel sein, welcher der Heid'n Dorlchl-re den anderen in der Preisgabe nationaler Selbstachtung überbieten, die Deutschland durch die Frtedcnskonfer-nz z u - kunft selbst das Grab schaufeln, wenn wir in dies m Geiste an den Aufbau unseres neuen Deutschen Reiches gehen.
Protest gegen die Richteinberufunq der preutzischen Landesversammlung.
Berlin, 7. März. Der Vorstand der Deutschnationalen Valkspartei drückt in einer Kundgebung an das vreutzische Staatsministerium lein Befremden über die Nichteinberufung der preutzischen Landesv.rsamm- lung aus und erbebt schärfsten Protest „gegen die anscheinend best'hende Absicht, die rechtlich allein matz- gekmde Landesversammlung auszuschalten und an ihrer Stelle Entscheidungen durch revolutionäre Organe treffen zu lassen, di« der Ausflutz der Klasfendiktatur einer Minderheit sind."
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Mmka.
Amerika und die Forderung«« Irlands.
Rotterdam, 7. März. Wie das Pretzbiiro Radio meldet, hat das amerikanische Repräsentantenhaus noch vor der Vertagung mit 216 gegn 41 Stimmen eine Entschließung angenommen, in dem es sich für das Selbst- b stimmungsrecht für Irland erklärt. Demselben Biteo zufolge erklärt« Wilson in einer Konferenz mit dem irischen Komitee, das durch den Konvent in Phila- delphia ernannt war, daß er die irischen Forderungen der Friedenskonferenz nicht vorlegen könne.
Amerikanisch« Drohung an Italien.
Washington, 7. März. (Reuter) Tie Bereinigten Staaten haben Italien mitgeteilt. datz, wenn es weiterhin Lebensmitteltransporte für den neugs- g'ündeten jugoslawischen und tsche cho-slowakischen Staat auMlt, Schritte unternommen werd-n, um Italien von der B-rsorgung mit amerikanischen Lebensmitteln auszuschlietzen.
Wilson» Abreise.
Newyork, 6. März, (Hovas.) Der Abreise Wilsons wohnten nur einige Journalisten und Photo-
Nachdruck verboten.
Entweihte Kunst.
Roman von Reinhold Ortmann.
sk, (Fortsetzung.)
..Du ibertrefbft, Burton! Mein Mann hat mich in seinem Testament schmählich behandelt — das ist leider nur zu wahr. Eine Bettlerin aber bin ich barum doch noch nicht. Und wenn Guido mit jetzt ine beider, Gemälde für eine so große Summe ab- kauft — —“
.Laß dir die Hoffnung darauf vergehen!" fiel er titi .Man einem Berkaus der Bilder ist vorläufig »ich! mehr die Rede. Die Erkrankung des Professors fctt alle meine Pläne und Berechnungen über den Hausen geworfen. Aber wir wolle« nicht noch entlud aus das unerquickliche Thema zurückkommen. DarAxr zu reden, ist auch später Zeit genug. Jetzt Handelt eS sich um Rora — ganz allein um sie."
„Du hast also die Hofsttung «och nicht anfgeaeben, fie zu gewinnen, auch wenn du nun wirklich genötigt fein solltest Erlau zu verlassen?"
,Lch werde es nicht verlassen. Wen« einer von ins beiden gehen soll — so würde er es sein, der fort Suß, nicht ich."
„@t? — Guido? — Aber wie willst du daS Anfängen? Du kannst ibn doch nicht aus seinem eigenen Haus-, von seinem eigenen Grund und Boden ver- wrisen."
„Laß das meine Sorge sein", sagte er kurz. „Nur eine Frage noch. Hast du jemals etwas davon bemerkt, daß zwischen Nora und diesem Doktor Rüdiger heimliche Beziehungen bestanden?"
Eorth schüttelte den Kops.
„Nein, nicht das mindeste. Er hat sich ja fast alljährlich auf kurze Zeit hier in Partenhosen aufgehalten, »rtd an Gelegenheit, ihm ohne Borwissen ihrer zu begegnen, würde es Nora nicht ge
fehlt haben. Aber ich bin sicher, daß du dich nach dieser Richtung hin nicht zu beunruhigen brauchst. Nora teilt ihres Bruders schwärmerische Freundschaft für diesen Doktor jchenfallS nicht."
,Hast du dafür Beweise? Oder ist eS lediglich eine Vermutung?"
„O, sie würde sich jedenfalls bei irgend einer Gelegenheit verraten haben, wenn sie tiefere» Interesse für ihn empfände. Und als sie neulich auf einem unserer Seinen Ausflüge — sicherlich rein zufällig — mit ihm zusammentraf, behandelten sie einander mit geradezu auffallender Kälte."
„Das beweist garnichtS; den« eS könnte sehr wohl Verstellung gewesen sein. Und eS gibt da gewisse Anzeichen, die mit nicht gefallen. Aber da du nichts bestimmtes weißt, ist eS müßig, weiter darüber zu reden. Und eS ist spät geworden. Gehen wir also zur Ruhe!"
Er hatte sich erhoben, nachdem er einen Blick auf seine Taschenuhr geworfen.
„Gute Nacht", sagte er kurz und ging zur Tür. In einer plötzlichen Aufwallung schwesterlicher Zärtlichkeit, wie sie sie ihm selten genug zeigte, eilte Edich ihm nach und legte ihre Hände auf seine Schultern.
„Mein armer Burton! Wieviel Widerwärtigkeiten mußt du um meinetwillen über dich ergehen lassen! Möchtest du nicht, daß ich morgen mit Guido spreche, um wieder einen erträglichen Zustand zwischen euch herzustellen?"
„Morgen?!" — Sein Gesicht verzerrte sich fast zur Grimasse. — „Ich hoffe, eS wird morgen keiner Vermittlung mehr bedürfen zwischen ihm und mir."
„Aber, mein Goft, was könnte sich denn bis morgen ereignen! Es ist etwas in keinen Worten und in deinem Aussehen, Burton, daS mich ängstigt. Kannst du dich denn nicht rückhallU-»- gegen mich aussprechen? Wenn du so von mir gehst werde ich gewiß leb Auge schließe« i« dieser Nacht." . ......___, _
graphen bei. Als das Schiff vom Cuai abstietz, wurde die Nationalhymne gespielt und Salut geschossen.
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BiW.
Das englische MilitSrdlenstgesetz.
London, 7. März. (Reuter.) Der Staaistekretär iir Irland erklärte im Unterbaute, datz man beschlossen hab’, die in England internierten Sinnfeingefangenn 'N Freibeit zu setzen. Fü- das Kriegsministerium brachte Erest in zweiter Lesung eine Militärgesetzvor- laoe ein. Churchill erklärte, die b itische Militärbe- r-be kömvte in Paris für die Abschafffung ner Di nstvflicht in gant Europa. Sie hätte zuerst die Abschaltung der Dtenstvflicht in Deutschland verlangt unv "usfüb-Iicbe Vorschläge kür bas deutsche Freiwilligen- be-r vorgetegt. Augenbiickl'ch seien bte Militärs in Paris in dieser Frag« stark in der Minderheit. Die Militärdienstqeteüvorlage ward- in zweiter Lesung mit 304 gegen 71 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Arbeiterparteiler und die unabhängigen Liberalen.
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fSeute am 8. März schaut der O. $>. G V. auf sein Süsäbriges Bestehen zurück. Am 8. März 1894 traten 43 Marbiiraer Herren im Cafe Klientin zu einem 'erriftennerem zusammen. In Wetter, B'edenkopt und '•fnmett anderen Orten Ob-rh«stens entstanden übnliche Vereine, aus denen bald der Oberbesstickm ^auristenverein bervorging. Er schloß sich safo"t dem verbände deutscher Touristenvereine an. bet 1898 in
borg tagte. Gegenwärtig sebi sich der Verein zusammen nrs den 11 Iweigvereinen Marburg W'tter. Reddighausen, 5fittf’lb. Biedenkopf. Steinperf, Holzbauten a. 5>öüitein, Kirchboin, Gomberg a. Obm. Lu^datal und Gemünden. Sie zähsten zusammen vor d-m Kr-ege ROO Mitglieder, davon altem in Marburg über 400. Den ersten Vo stand bildeten die Herren Oberlehrer Dr. A. Lange als Vorsii-ender, Geh. Rat. Bros. Dr. Melde als b-iteu Steilvortr ter, Hauptlebre' E. Schneider a?s Schrisifiibrer. Kmismann H. Runkel als deNen Stellvertreter und Buchbändler Ka-( Kraab als Schobweister. Als Dr. Lange noch VZz Jahren zu- rücktrat, üb'tnahm Hauvilebrer Schn-'d^r den Borntz '-tellve-treter waren seitdem Rentmeister Vial und Lehrer Walter. SchrlftsüRrw : uirde Runkel, de'sm Stellvertreter Kaufmann SU her, Schatzmeister waren nach Kraatz Kaufmann Franz Frey und Kaufmann P. Tramm.
Nachdem schon unter Lange der Weg van Cälde iiber die Stirnb-lle und den Sattelknvs nach d-'m Sbriften^ berg gezeichnet mar, stellte Hauv'ledrer Schneider ein weitmaschiges M-gensb auf, verfaß die meisten Wege eigenbändig mit farbigen Wegzeichen auf weißem Grunde und trug sie auf einer Kg-te ein, aus der di- in 3. Auflage bei Elwert hier erschienene Tanristen- farie von Olerbesi-n entstand. Hauptlebrer Sbne'der "erkaßte auch den ersten Füh-er ven Oberhosieu. der das weite Gebiet van Marburg bis Hilchenbach. Altenberg, Korbach. Waldeck. Wildunaen. Homberg in Nie- derb-sien. Rotenburg a. F., Hrsleld. Lauterbach. Büdingen, Naubeiw. Weilburg, TiNenburg und Lahnbef behandelt und in den lieilsgen Wandernbäche-n bei Elwert hier erschienen ist. Er verfaßte auch die kleinen Schriften: „Die Weazeichm tu der Umgebung von Marburg". „Der Rimberg bei Marburg als Aussichts- vunkt", „Dee Frauenberg bei Marburg", „Die Sam me-srischen im Gebiete des O. 5>. T. V." f9. Auflage). „Marburg als Ausklugsart. Wohnort und Sommerfrische" und ein Taschenliederbuch.
Im Jahre 1900 baute der ö-rein auf dem Rimb rg bei Caldern einen bölz-"nen Anssichtsturm durch den Architekten A. Sauber und richtete dort auch durch den Turmwart eine Wirtschakt für den Sonntag ein: auf der Stirnhelle entstand 1912 zu Ebnen des verdienten Fo stmeifters Wolf d»e „Wolfshütte": Zweigverein Wetter fetzte auf den Wollenberg einen Anssichtsturm, der Zweigverein Hamberg eine Aussichtswarte auf den Hochb rg, und der Zweigv'rein $teb-:ntopf führte 1912 auf der Sackvteife den steinernen Kaiser Wilhelm II.= Tu'M auf. Alle Zweigvereine zeichneten auch in ihren Gebieten die vornehmsten Wanderstrecken und sargten für Instandsetzung der Wege, schufen in der Umgebung
Er sah sie an, und es war, als kämpfe er mit einem Entschluß. Aber nach Verlaus einiger Sekunden schüttelte er abweisend den Kopf und entzog sich fast brutal ihrer zärtlichen Umarmung.
„So bleib' in Gottes Namen wach. Vielleicht würdest du sogar sehr gut daran tun; denn ich habe eine Empfindung, als könnten Dinge geschehen, die dich ohnehin nicht ruhig schlafen lassen werden."
„Du hast etwas vor, Burton — etwas Schreckliches vielleicht! O, ich beschwöre dich, laß mich's erfahren! Und ich verspreche dir, daß ich schweigen will wie das Grab."
„Unsinn!" unterbrach er sie brüsk. „Was sollte ich denn Schreckliches vorhaben? Glaubst du etwa, daß ich mich mit der Absicht trage, Jemanden zu ermorden?"
Sie siihr zusammen, als ob er ihr einen Schlag versetzt Hütte, nnb ganz entgeistert starrte sie chn an. Denn es war garnidjt Burton Harrisons Stimme gewesen, die sie da gehört hatte, sondern eine fremde hohle Stimme gleich der eines Geistes auf dem Theater. Er las die Wirkung seiner Worte auf ihrem entsetzten Gesicht, und er bemühte sich, durch ein spöttisches Auflachen den peinlichen Eindmck zu verwischen.
„Fast scheint es, daß du im Ernst an etwas derartiges gedacht hast. Aber sei unbesorgt. Gift und Dolch gehören nicht zu den Requisiten, mit denen ich meine Absichten durchzusetzen licbe. Ich dachte nur an den Professor, dessen Zustand sich verschlimmern oder der möglicherweise im Laufe der Nacht sterben könnnte. Und nun genug für heute! Sonst kommen wir vielleicht noch zuguterletzt 6eM dahin, Gespenster zu sehen."
Er reichte chr die Hand und verließ das Zimmer. Edich aber starrte noch lange mit großen, angstvollen Augen auf 'die Tür, die sich hinter ihm geschlossen hatte, und wieder, doch diesmal mit ganz anderen Empfindungen als vorhin, regte sich bl ihrem Herzen bet fchnfümtiät fiäe»<b: i
ihres Orte, gefchmackvolle Anlagen und waren für do» Jnteresie des Beretn, erfolgreich tätig.
Fast alle Zweigvcretne unternahmen von Mörz bte November monatlich einen eintägigen Ausflug, der Zweigvevein Marburg auch alljährlich eine 3—4tägige Wanderung fn fernere Gebiete. So besuchte er z. T. wiederholt den Meißner. Vogelsberg, die Rhön, d-rn Speftert, den Schwarzwald, den Odenwald, den Rbetn und die Mosel, die Eitel, die Vogesen, den Tatinu«, Westerwald, Sauerland, Thüringerwald und Har^ Dadurch gab der Verein seinen Mitgliedern die erwünschte Gelegenheit, sich von den Anstrengungen tbre, B rüses zu erholen, einbeimifche und fremde Gegenden nebst den Vewohnern kennen zu lernen und edle Ra» turteeuben zu genießen. Auf allen bieten Wanberunge« erwies sich Herr H. Runkel als zuverlässiger Reifemarschall.
Während des großen Krieges hat die Vereinstätigkeit geruht, und nur wenige Ausflüge wurden mm einigen Mitgliedern unternommen. Ds Wegenetz bat groß- Lücken erhalten, da es an Del zur Aiisbeite-ung mangelte. Der Verein sandte seinen im Felde stehen» den Mitgliedern fcbe Weihnachten ein Liebesväckche« und stiftete dem Roten Kreuz den Betrog von 57S X. Der gefallenen Mitglieder foll noch besonders gedacht merben. Demnächst, wenn erst bessere Vo-häitnisie ein- treten, soll die segensreiche Vereinstätigkeit rotebet ausgenommen werden. Es'wird erwartet, daß die alte« Mitglieder treu bl-iben. Nene mögen sich bet den derzeitigen Vo-standsmitgliedern anmelden. Frisch auf!
Kirchliche Rachrich'rn.
Sonntag, den 9. März.
Pfarrkirche. 1410 Uh-: Beichte. 10 Uhr: Superintendent Sanbau. Ab nbmah!. 11% Ubt: Kindergotte» di nft. 2 Uhr: Pfarrer Heermann. Die Kirche tst gebeizt.
Ekikabetbkirche. 10 Uhr: Pfarrer Metz. Beichte un> ARendmahl. 5 Uhr: Plärrer Waltemath.
In triben Kirchen Kollekte für G«"-einbczwecke.
Ocker-banlen. 3 Uhr: Kindergottesdienst.
-zm und Iuljenstift von 4—7 Uhr Jung-
frauen-Ve-ein.
Katb. Kirche. %8 Uhr- Hl. Messe mit FrÜblebre und Kommnnlon der Jungfrauen, Ge'stl Rat Dr. Slteber. %10 Uhr: Hochamt mit P-ediat. Kaplan Cetfert 11 Uhr: Hl. Melle mit Predigt, Kaplan Ma«. 2 Uhr- Cbriktenlebte und Andacht.
Stadtmiskivn, Rot-rarabon 5. Sonn+ag 8% Uhr: Mo» genonbachk, 11 Ubrl Sonntagsschule, 2Uhr: Frauei» M'ssionso-b-tstunbe, 4% Uhr: Inngrauenverein, 8Mi Uhr: Versammlung. Montag 8'4 Ubr: Gesang, stunde. Dtensteg 8% Uhr: Eebetstunde. Freitag 8% Uhr: Bibelstunde.
Selbst, ev-rng^-luth. Gemeinde. 10 Uhr: Predigtgotte» dienst.
Thti'tl. Verein iunger Männer, Phillpvshaus. Sonntag 2 Uhr: Freie Unterhaltung. 5 Uhr- Bibelftund« kSonneufchekn). Mittwoch 7% Ubt: Posaunrustbe.
Mef-ndillen-^emeinde, Wöribstr 1b a Sonntag, 9% Uhr- Vred'gt. 11 Uhr Sonntaasschnle. %Vi Ubt: Gebeteftunb- Mittwoch, 8% Uhr- Bibel-, Gebet» und Sinoktunbe- Prediger Koukmann.
Stenavoktokifche Gemeinde. Labnstraße 5. Sonntag nachmittag 3 Ubr. Mittwoch abend 8 Ubr.
Sonnta^te-ckt :■ Wochennachtdienst vom 9.—15. März: Tra-ch-n-Npokheke.
Brieflasten d-r Bchriktteitunq.
Anfrage: Welche Hausfrau kann mir sagen, ob man zum Aussülleu einer Kochkiste auch Sägtmehl nehmen fann9 Eine Hausfrau.
Nach S. Wie schon gesagt, kosten solche Einsendungen (Neuigkeiten) nichts. Die kürzlich gesandte Mark steht Ihnen zur Verfügung.
muuiw««aic
aD a | 1 a \i a n a UillU. Cifci r a 1 I d D U II a krochen»« fiaarrntfef lvng«mi>tel, ent'ett-t die ©aare r t onell auf trochcnem Wege, macht sie locker und leibt zu frisieren, vet indert Auflösen der Ftllur, vetlecht seinen Duft, rein-gt d. Kopfhrut. (Sef. gesch Aerztl. einvf. Dosen M. 1.50 und 2.50 be: Dc neu» f«teuren, in Parfümerieir. Nachabm weise man zurück.
„Wäre nur diese Nacht erst vorüber!"
15. Kapitel.
Und noch eine andere gab eS unter dem Dachl des Erlauer Schlosses, die inbrünstig das End« biefet Nacht herbeisehnte.
Obwohl zum Tode ermatet nach den Aufrequnge» der letzten vierundzwanzig Stunden und der Schlun» merlosigkeit der voraufgrqangenen Nächte, hatte Margarete Corbach doch nicht geduldet, daß eine Fremd« den Platz an der Lagerstätte ihres kranken BaterS einnahm. Sie hatte nach Einbruch der Tunkelheii Fräulein Therese fortgeschickt und hatte auch No«Ä Anerbieten, ihr wenigstens noch für einige Stunde« Gesellschaft zu leiste«, mit freundlicher Entschiedenheit zurückgewiesen. Sie war der jungen Baronesse gewiß von Herzen dankbar sür die aufopfernbe Liebenswürdigkeit, mit der sie während des ganzen Tages bemüht gewesen war, sie ihrem Kummer zu entreißen. Abe, sie empfand es doch beinahe als eine ErieichterunL als sie fort war; denn der Zwang, eine ruhige und gefaßte Miene zu zeigen, während die Verzweiflung wie mit Tigerkrallen chr Herz zerfleischte, ging nachgerade fast über chre Kraft.
Um ihres Vaters Leben freilich brauchte sie sür bett Augenblick nicht mehr zu bangen. So wenigstens hatte ihr der Arzt bete seinem zweiten Besuche mit aller Bestimmtheit versichert. Und das Aussehen des noch immer ruhig schlummernden Professors, seine tiefe« gleichmäßigen Atemzüge, schienen die hosjnungsvoll« Auffassung des Doktors vollauf zu bestätigen. Aber 6e’ all' ihrer zärtlichen Liebe für den unglücklichen alter Mann vermochte sie der günstigen Wandlung nicht froh zu werden. Es war in ihrer Seele kein Rannt mehr für eine sieudigr Empfindung. Alles in ihr war geknickt und zerbrochen. Und nicht einmal s» viel Kraft war chr geblieben, fich an irgend eine letzt« £)nHniinn w fianuntQL »’M------U -------------- --- _ - _
„j (Fortsetzung folgt)