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Cassel, 5. März. Bon den in Hanau derbas- !ytn Spartakisten wurden am Dienstag 30 in das Htftge Landgerichtsgefängnis ein geliefert.

Frankfurt a. M., 5. März. Der heutige Ar- ßeitspferdemarkt war nicht so stark besucht wie der setzte, dennoch mögen annähernd 1100 Tiere vorhan­den gewesen sein. Starker Nachfrage entsprachen die H|en Preise. Namentlich in guten und besten Pser- En war das Geschäft sehr stark, auch Schlachtpserde «gen gehörig im Preise an (290400 Mark). Militär- Jerte wechselten geschlossen ihren Besitzer. Preise ge- jefidt von 500 Mark aufwärts. Das Wohnungs- emt beabsichtigt mit Zustimmung der zuständigenmili- ^rifchen Stellen die augenblicklich leerstehenden So- toten in der Gutleutstraße, in Bockenheim und Bona- in Kleinwohnungen umzubauen, wodurch Matz ftlr mindesten? 4000 Personen geschaffen würde.

den Küchen soll ein gemeinschaftlicher Mittag- fli Abendessen berqefiellt werden.

Mainz, ' Das französische Oberkom- Wmdo hat hier Agentur derAgence Havas" errichtet.

Limburg, LMärz. Bon den amerikanischen -esatzungsbehörden wurden den größeren Gütern Mo- snpflüge oder Betriebsstosf zur Verfügung gestellt, gn die Frühjahrsbestellungen rechtzeitig durchführen p können.

Niedernhausen, 5. März. In der Umgebung Idten die Franzosen sich zu Fastnacht Zeitungen »erstellen lassen mit dem TitelBoche", die von Un- Migkeiten gegen die deutsche Bevölkerung und den Deutschen Kaiser angefüllt sind.

Aus Rheinhessen, 6. März. Hier wurden hr den letzten Tagen mehrere ftanzösische Regimenter Agelöst, da sich in ihnen revolutionäre B e- ßrcbungeu bemerkbar machten. Sie hatten u. a. Hre Offiziere teilweise abgesetzt, Soldatenräte rfciihet, Regimcntsaktcn vernichtet, Waffen verschenkt, 8k bann mit Mühe und Not bei der einheimischen Bevölkerung wieder zusammeugesucht wurden.

UnxsNtische

Eijenbahuunfäll«. Mannheim, 6. März. Heute Mchmittag stieß in dem Vorort Käfertal ein Zug Der Rebenbahn Mannheim-Weinheim mit einem Militär- iMsLftroagen zusammen. Dabei wurden zwei Leut« ta Militärlaftkraftwagens getötet und einer schwer «rletzt. Recklinghausen, 6. März. Heute sorgen entgleiste auf dem Bahnhof Sinsen-Köln Her Hamburger V-Zug. (Eine schadhafte Weiche legte » während der Fahrt nm und trennte den Zug in P»ei Teile. Ein auf d:m Nebengleis fahrender Düter- M fuhr auf den mittleren V-Zugwagen. 10 Personen ßed schauer verletzt. Auch der Eüterzug wurde schwer beschädigt. Acht bis zehn Wagen lieg» zertrümmert aus bau Bahndamm.

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Kirchliche Nachrichten.

!«»«inschastskouferenz 6.-9. März im Diakonissin- Mutterhaus Hebron in Wehrda. Et^e Anzeigenteil.

ifir das

MMM für Harburg

Ganze Seite 30 M.

Halbe 18

Drittel Y>- VorzugsseKen werden höher berechnet,

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werden jetzt schon angenommen.

Das Stadthandbucfc wird nach dem Ein wohne r- ilaad am 1. April bearbeitet und dBrite am 1. JnD d. Ja, ersclieinen

Verlag des Marburger Stadthandbachs WMMSMk! 3t U M (Inh : Dr. C. Hitzeroth.)

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Köln, 8. Marz. Das aas Zentrumskreifen sehr gut unterrichteteDüsieldorfer Tageblatt" meldet au» Weimar, daß die bürgerlicheu Regie» rungsmitglieder de« Ministerpräsidenten Scheide» mann.ihre Entlassung angeboten habe«. Ein« Bestätigung dieser Nachricht war «icht zu erhalten. E» ist möglich, daß Scheidcmann heute »der mor­gen dem Reichspräsidenten den Rücktritt de» Ka­binetts unterbreiten wird. Vräfident Ebert soll diesen Ausweg für richtig hatten, da nur so die Möglichkeit bestehe, weitere gewalttätige Ereig­nisse zu verhüten. Sämtliche Mehrheitsparteien sollen den unabhängigen Sozialdemokraten und den Mehrheitssozialdemokrate« die Bildung einer neuen Regierung angeboten haben, »eil sie die» gegenüber der in Berlin drohenden Entwicklung al» einzigen Ausweg zur Rettung des demokrati­schen Prinzips halten. Die Unabhängige« lehnen indesien a b. Eie erklären, daß die Grundlage der künftigen Politik die Bewilligung der Forderungen de» Aügemriuausstaudes sein müßte.

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Letzte Stachnchten.

Münster, 7. März. Eine Versammlung der Garnison Münster, an der weit über 1000 Soldeten fremder Nationen teilnahmen, protestierten gegen die Verhaftung von Coldatenratsmitgliedern und sprachen dem kommandierenden General des 7. Armeekorps, Freiherrn v. Watt er, ihr Miß­trauen aus und beantragten die ander­weitige Verwendung des Generals. Die Vc' sammlung stellte sich auf den Standpunkt des Rätc- systems, forderte die sofortige Ai'flösun-g der Frei­willigen Formationen und machte sich im übrigen das Programm der Kommunisten zu eigen.

M ü n ch e n , 6. März. Der RLtekongreß nahm einen Antrag an, wonach die Geiseln zu ent­lassen sind, gegen die keine bestimmten Vcrdachl- momente vorliegcn. Es wurde mitgcreili, daß 15 Geiseln bereits entlasten, sieben entsprungen find und fünf überhaupt nicht haben verhaftet werden können.

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Mitteilunqen aus dem Leserkreise. Unter dieser Rubrik veröffentlicht die $<f)rii!Iritu:ii) Stimmen au» ihrem Leserkreis. Für die hierin au» gesprochenen Ansichten und Tendenzen übernimmt di- Schriftlettung (außer der preßgesetzlichens kein- Verantwortung, diese bleibt vielmehr dem Ein sender überlagen.

Man spricht von Kartosselabgabe, aber nicht dar­über, wovon die Haushaltungen dann leben sollen, wenn sie den letzten Rest ihrer Kartoffeln abgegeben haben?! Da eS an anderen Nahrungsmitteln fehlte, so mußten mehr Kartoffeln gegessen werden, als cheoretisch iür den Kops und den Tag berechnet waren. Da also

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Msnaisvkrsammlnuq in SkreinSlofal, Achloß- aarteu. Erschein«!» aller Mitglieder brngenb erfor­derlich. De» AorS.rnb»

Son^edend, 8. Merz 1919, obendS 8 *jt Ilhc

Hllttvlsttrsqmmlnng.

Tagesordnuiig:

1. 2))np?fwge. '

2 Verschiedenes.

19tS Der Vorstand.

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Sonntag, den 9. März. 1 llhr mittags

Außkrotdeutsiche HsnMttsarnmlring. 1980 3er Vorstand.

lieber den Nachlaß der hier 5» verstorbenen Antonie Lchedtler ist die Nachlaß. Pflegschaft eingerichtet geb der Unterzeichnete zum Nach» laßpflezer befteBt worden.

feS ergeht hierdurch an alle diejenigen, weche eine zur Nachlaßin-isse gehörige Sache in Besitz haben, die Aut» sorderung, von dieseat Besitz b'S zum 23. M. Mts. dem Unterzeichneten Anzeige zu machen, auch alle klosprüche an den Nachlaß bnk zur »orte» stimmten Fr«st bei dem Unter­zeichneten anzmnelden. (1984

Marburg, d. 6. März 1919.

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wohl 6t bet Meisten Haushaltungen nur voH Brust)' teile der Menge vorhanden sind, die cheoretisch vor­handen sein sollten, so würde eine so späte Maßregel vielen Familien den letzten Rest ihrer Kartoffeln ent­ziehen und damft ihren ferneren Lebensunterhalt in Frage stellen.

Die bisher unpolitisch« Stadtvcrordneten-Versamm- luug hat in ihrer letzten Sitzung sich mit Politik und mit der Frage eines Großhefstfchen Staates beschäftigen zu müssen geglaubt. Ob der Magistrat hierbei auf Antrag oder aus eigener Initiative vor­gegangen ist, wäre für die Oefsentlichkeit wohl inter­essant zu erfahren. Soweit aus den Zeitungsberichten ersichtlich, scheint die Bechandlung reichlich durch Kirch­turmspolitik getrübt gewesen zu fein. Wer heute die ZielerteS Hessischen Bolksbundes noch mit Partikularis- mus oder der Sehnsucht nach der alten Kleinstaaterei verwechselt, beweist nur, daß er sich mit dieser Frage noch herzlich wenig beschäftigt hat. Der Hesiische Bolksbund stellt nämlich als e r st e s Ziel die Schaffung eines einigen Groß-Deutschland auf, und als zweite Frage kommt für ihn in Betracht, wie dieses, hoffentlich bald geeinigte Deutsche Reich in sich geglie­dert werten soll. Vielleicht ist die Frage, ob Preußen besser in Deutschland, anstatt Deutschland in Preußen anfgehen soll, doch nicht so einfach, daß sie von unpoli­tischen Stadtverordneten in 2630 Minuten erledigt werten kann. Es sollte doch grade uns Marburgern zu denken geben, daß voraussichtlich unsere Provinz durch die sicher zu Stande kommende Bildung. eines thüringischen Staates, durch die Selbständigkeit der Rhcinprovinz sowie die voraussichtliche Wsonderung von Hannover von dem übrigen Preußen abgeschnürt würde; und haben wir wirllich Ursache, preußischer zu sein als die Preußen, von denen (durch Batocki!) doch grade die Anregung zu der Schasfimg von Selbstner- waltungsbezirken ansgegangen ist?! Wer wird heute, wie di, Verbälinisse einmal liefen, sich in den Gedriken eiululleu können, daß die Wiederherstetlung c' i*r Vormacht Preußen die Einigkeit Deutfchianos in Zukunft mehr als seither fördern würde? Tie Univer­sität Marburg wirt sich g'wiß r.irfi* das Armutszeugnis ausstelleu, das, sie in ihrer Leistungsfähigkeit von Preußen abhängig ist. Wenn man einen Blick in die hessische Gelehrtengeschichte wirst, so braucht sich Marburg feiner wissenschaftlichen Leistungen in frühe reu. Zeiten nicht zu schämen, und gerade die hes­sischen Landgrafen waren es, die sehr oft dem freien Schassen der bedeutendsten Männer, die anderswo verfolgt wurden, an der hiesigen Universität eine sichere Forschungsstätte gewährten. Nach wie vor werten außer der wissenschaftlichen Leistung seiner Dozenten die Lage und die sonstigen Botteile für den Besuch der Universität entscheidend fein, wie ja auch Heidelberg und Freibirrg aus ganz Deutsch­land besucht werden. Mch die finanzielle Frage braucht durchm^ nicht als Schreckgespenst vorgesührl zu werden. Es steht fest, daß die westlichen preu- ß-ischen Provinzen, zu denen auch wir zählen, ge­zwungen toareu, ganz erhebliche Zuschüsse zur Er­haltung des trotz Großgrundbesitz ärmeren Ostens' zu leisten, wofür die Reichsregierung schon einen Ersatz bei der geplanten Reueinteilung Deutsch­lands in einem sogen. Reichsausgleichfond zu schäften beabsichtigt. Im übrigen wird aber die nächste Zeit noch mehr Gelegenheit zur Eröet'enng dieser Frage

Hefen, beim biefe Frage bitte! fa einen wesentliches Bestandteil btt augenblicklich in Weimar zur ®e* ratung stehenden Reichsverfassung. Mag man sonst zu dem Entwurf stehen, wie man will, so muß do« das anerkannt werten, daß die Reichsregierung dabek von dem Bestreben geleitet ist, eine Reichseinhei! zu schäften, da wir uns aber leider GotteS ttotz des Krieges zu einer wirklichen Einheit noch immer nickt aufschwingen können, so dürfte die angestrebte Einheit auf Grund deS Föderalismus immerhin ein sehr erheblicher Fortschritt fein. Freilich stellt auch' diesem ReichSgedanken der Reichsregierung dell preußische PartikulariSmuS sich toteb'er Hine demd in den Weg. Angesichts dieser Tatfachen follts man doch besser mit den Schlagworten Partikularismn- nnd Kleinstaaterei zum mindesten vorsichtiger sei»

Der Hessische volkbund, Ortsgruppe Marburg.

Lilerar.fche».

** Die Trennung von Kirche und GtaaL Rechts gutachten für das Konsistorium der französische reformierten Gemeinde zu Berlin. Bon Joh. Bictoll Bredt, Dr.sirr.etphil., o.ö.Proseftor der Rechte ht Marburg, «erlag von GsellsiiS, Berlin $3.8. Preis 1,75 Mark. Der Eharakter des Buches ist reht wissenschaftlich. Der Verfasser läßt aber denllich W kennen, daß er selbst aus positivem Boden steht. Gegenüber der katholiscken Kirche ist die Notwendigkeit enger Bundesgenossenschaft unter Hintansetzung alles, was uns bisher entzweien konnte, betont.

* Exerzier-Reglement der Rechtes pflege von Londgerichtsrat Dr. Moritz Meyer,6e* chingen. Geheftet Ladensgrundspreis 2,20 Mark. Bev lag der Buchhandlung KloereS in Tübingen. Der Verfasser bietet als Frucht praktischer Erfahrung und' rechtsphilosopbischer Erwägung eine Einführung in das gesamte Rechtsleben und einen Leitfaden der Ge­rechtigkeit für ben politischen und Rechtskamps. In Kürze und Klarheit legt der Verfasser ohne ermüdendest Eingehen auf Einzelheiten ein Fundament aller recht» lichen "Ordnung.

Briefkaften der Schriftleitung.

Eingesandts gehen uns in so Überwältigender Zahl und in einem derartigen Umfang zu, daß eS ein» fach eine Unmöglichkeit ist, sie auch nur annähernd ui veröffentlichen, wenn wir darauf Wert legen, dost Publikum auch noch über andere Dinge zu unterrichten. Notgedrungen müssen wir also auf die Wiedergabe ver» zichten und bitten daher, nicht unnötige Zeit aus di« Abfassung der meistens sehr ausgedehnten ®d>rift* stücke zu verwenden. Es ist uns leider nicht möglich^ alle politischen und sonstigen allgemeinen Fragen in ^orm von Eingesandts in der jetzigen Zeit der Papier- knavpheii verhandeln zu lassen. Der Eingelandt-Tell kann nur für kurze Anregungen usw. im öffentlichen Interesse zur Verfügung stehen.

«neugieriger. gs ist nicht gestattet.

Herausgeber: Dr. Phil. Carl Hitzeroth. Verantwortlich für den politischen Teil: Kurt H ai n ktzf für den örtlichen und provinziellen leit: Wilhelnt Wißner, für den Anzeigenteil: Andreas ®afH mann, sämtlich in Marburg. _______

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