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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

Tageszeitung für (das früher kurhefsifche) Oberhessen

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M der MH-iMiiWn in SW

am 5. März verlautet u.

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| zurückgefchickt hat: Es bestanden Im Rat keine

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freiwilligen Formationen gestürmt und vollständig

der «e=

Strassen wurd.-n von Niardekavallcrie-Divifion säubert.

lieber die Ereignisse

Marburg

Freitag 7. Alörz

meint schließlich, die Brückenköpfe von Mainz, Köln und Straßburg müßten auch nach dem Frieden militärisch besetzt gehalten werden.

Amerikas süße Rache.

Amsterdam, f>. März. Wilson sagte in einer Rede Welch' süße Rache, die wir an der Welt ge­nommen. Sie lachten über uns, imb sie dackr-n, daß wir er mit unserem Bekenntnis von Grundsätzen nickt ernst meinten, und fie dachten so bis Ende April 1917. Es erschien ihnen kaum glaublich, daß wir mebr tnn würden, als ein paar Leute über See zu schicken, und nur so tun, als ob wir helfen wollten. Die süße Rache besteht also darin, daß wir an die Gerechtigkeit glaubten, und daß wir wissen, daß wir bereit sind, ihr auch die größten Opfer zu bringen. So kehre ich m t neuer Kraft zu mciuer Aufgabe auf der aaoereu Seile des MeercS zunick. Die Menschen sahen endlich ein, daß da8 einzige dauernde Gut der Welt die Gerech­tigkeit ist, und daß etue schlechte Regelung nur zeit­weilig sei« kann, weil sie auch nur zeitweilig sein darf.

für den endgiltigen Frieden vollständig Uebereiv- stimmung herrscyen werde. Daneben werden die wirtschaftlichen und finanziellen Fragen, die mit dem Frieden Zusammenhängen, von dem Oberste' wirtschaftlichen Rat, der jetzt gebildet wird, ge­regelt werden.

Die Dents<bla«d erlegen de

<p«tftbadrqu«q.

London, 5. März. Einer Reutermeldunq zufolge erklärte Ponor Law, daß über de» Betrag, den Deuffck- land als Entschädigung zu zahlen habe, MemungSver- schiedcnheiten bestehen könnten. Lord Milner saare selbst, daß man einige von verschiedenen Seiten ge­nannte Beträge unmöglich fordern könne. Dar wolle aber nickt sagen, daß die Regierung nickt au' dm Standpunkt stehe, daß Deutschland KriegSkosten bis zur vollen Grenze seiner Leistungs­fähigkeit bezahlen muffe.

London, 5. März. (Reuter. ) In einer in der Gesellschaft der Bankiers gehaltenen Rede führte der "Direktor der Bank von England zur Frage der Kriegs­entschädigung aus, daß eine Strafentschädigung ein schlechtes Geschäft sei. Er sei ganz Har, daß ein wirt­schaftlich zum Krüppel gemachtes Deutschland kein e Entschädigung zahlen tonne. Die gegenseitige Ab­hängigkeit der Nationen mache es unmöglich, Deutschland verkrüppeln zu lassen, ohne auch bis zu einem gewissen Grade Englands Handel lahm­zulegen. Um den Höchstbetrag an EntschDigung zu erlangen, dürfe diese nicht über Deutschlands Steuer­kraft hinausgehen. Man müsse Bedingungen stellen, die beim Schuldner die Hoffnung, daß er den Betrag in absehbarer Zeit einlösen kann, lebendig erhalten würde.

Die amerikanischen Schadenersatzansprüche.

Newyork, 6. März.Stern Pork World" meldet: Amerika ist die erste Nation, die die Schttdeirrrfrtzreehntnkg ar Deutschland fertig-'-lsM- hat. Sie beträgt ungefähr dreiviertel Millionen Dollars. Die Ansprüche sind geltend gemacht teil­weise durch Verluste oder durch Zerstörung von Schiffen infolge des Unterseebootkrieges, teils durch Berluste von Schiffsladungen, Besitznahme amerikanischen Eigentums in Deutschland und schließlich durch Verluste an Menschenleben durch die Serfenfung amerikanischer Schiffe. Für den letzteren Verlust wird man ungefähr io OOO Doll- für jedes Menschenleben vorsehen. Dies ist die Summe, die ungefähr das Hastpflichtgesetz der ver­schiedenen amerikanischen Staaten in Schadenfällen festsetzt.

^tiuungsverschiedenheiten über die Bedingungen wohl aber über die Frage ihrer A n w e n - kvstg. Es machen sich zwei Strömungen bemerk­et. Dir eine Partei verlangt sofortige Ga-

ESüiien für den Sieg und die andere, daß die ^rutschkxnd cufzuerlegenden Bedingungen einen dauernden Charakter haben. Vor allem huscht man die Entwaffnung Deutschlands al- Bhcrfte Garantie für den Frieden. Aber eng da- *>t verbunden ist die Notwendigkeit, die Bevöl- mit Lebensmittel zu versorgen. Was den Punkt betrifft, so sind einige Bevollmächigte

Airstcht, daß das Tempo der Lebensmittel- *riorgu«ß von der sofortigen Annahme der Be­rgungen der Verbündeten abhangen werde, wäh- rd die andere Partei der Ansicht ist, daß sofort Dritte getan werden muffen, um zu verhindern, M die Menschen in Deutschland verhungern. Es $ unnötig, Nachdruck darauf zu legen, daß die Be­rgungen für den vorläufigen Frieden

Deutschland, der, wie man hört, in drei Wochen **Se>chlosten werden wird, von den Entscheidungen Düngen werde, die der Oberste Kriegsrat trifft, wt den Kreisen der Konferenz ist man der Ansicht, Z gegen Ende dieser Woche die verschiedenen Auf- miteinander in Uebereinstimmung ge- ein werden, und daß über den Zeitpunkt

Sie IMei in Berlin.

Der Kampf um de« Polizeipräsidium.

Berlin, 6. März. Ein Berichterstatter mreldet: Der Austuhr in.Berlin konzentriert sich bisher auf das Gebiet um den Aleranderplatz und das Polizeipräsi­dium herum. Die An-reifer auf das Polizeipräsidium bestanden aus bewaffneten Arbeitern der Berliner Großbetriebe, bewaffneten Arbeitslosen, Mitgliedern des Noten Soldatenbundes, das sind Deserteure ober freiaekommene militärische Strafgefangene, sowte aus Teilen der Volksmarine-Divifion. Heute im Laufe der ersten Morgenstunden scheiterte ein Angriff auf das Polizeipräsidium. Lediglich einer kleinen Abteilung von etwa 50 Mann gelang es, in den Südffiigel des Polizeipräsiiums vorübergehend einzudringen. Diese Abteilung wurde nach kurzer Zett binausgeworsen. Das Polizeipräsidium wurde im Laufe des Vormittags weiter beschossen und nach allen Seiten abgeschlossen. Daraufhin wurde der Gard kavallerie-Schützendivisio« die Säuberung des Aleranderplatzes und di« Entsetzung des Polizei­präsidiums Übertragen. Der Angriff der Garve- kavallerie-Schützendiviston begann um 2 Uhr na<p- mittags und kann bei Einbruch der Dunkelheit als ge­lungen bezeichnet werden. Es sind noch Einzelkämple im Gange, fedoch kann di« Gesamtlage dahin gekenn­zeichnet werden, daß die Regierungstrnppen Herren der Lage sind. Die Bolksmarinedioision hißte auf dem Marinehaus die weiß« Flagge und räumte das Marinehaus. Zur Zeit ist das Marinehaus von plün­dernden Zivilisten angefiht. Die Wache der republikanischen Soldatenwehr im Mafftall feuerte gcgefi Mt Regierunqstruppen. Der Mar stall wurde baraiifbin im Sturm genommen und die Wache der «wubliisntsckn» S-lldatenwebr ausg-hoben.

Der heutige Tag hat nach Meldung eines anderen Berichterstatters den Regierungstruppen in schweren Straßenkämpfen einen restlosen Erfolg gebracht. Die Bolksmarine-Division mit Teilen der republi­kanischen Soldatenwehr hatte sich im Marin«-Haus verschanzt und das Haus mit Geschützen. Maschinenge­wehren und allen modernen Kampfmitteln in eine Festung verwandelt. Gleichzeitig versuchten die Sparta» kisten heute Nacht das Polizeipräsidium, das von der Berliner Schntzmannfchaft und Teilen der Regierungs­truppen gehalten wurde, zu stürmen. Die wackeren Verteidigen schlugen stundenlang alle erbitterten An­griffe zurück, trotzdem die Gegner mich Artilleri« «n- wendeten. «. a. auch leichte Feldhaubitzen. In ven Mittagsstunden setzte der hervorragend geleitete An­griff der Regierungstruppen an allen Stellen gleich­zeitig ein und brachte ihnen vollen Erfolg. Das Marinehaus erhielt drei Volttreffer von schweren Feld- haubitzen. Die Vetteidiger verließen fluchtarttg ihn Festung. Der Alexanderplatz und die umliegenven

Die Ansammlungen an dem Alexanderplatz nahmen im Laufe de, Vormittags immer mehr zu, sodaß der Platz zweimal von den Regierungsttuppen geräumt werden mußte. Die Meng« wurde trotzdem immer zudring­licher und eröffnete gegen Mittag aus den anliegenden Häusern immer stärker werdendes Feuer auf die im Polizeipräsidium befindlichen Regierungstruppen. Die Erschießung eines Spartakisten, der mit einer Hand­granate ein Tor des Präsidiums zu sprengen versucht«, war das Zeichen zu fortgesetztem Feuern auf das Ge­bäude. Tie Regierungsiruppen erwiderten das Feuer, das gegen 3 Uhr verstummte. Eine Viertelstunde fpä- tMMMfuchien etwa 80 Zivilisten und Mattofen das DiDMebäude in der Magazinstraße zu stürmen, wo die zur Besatzung des Polizeipräsidiums gehörige Artillerie untergebracht war. Der Angriff wurde nach einstün­digem Kampf durch Regierungstruppen und Schutz­leute abgeschlagen. Die Angreifer hatten einen Toten, di« $ertetbiger keine Verlust«. In der Neu«n Fried­richstraße wurden abends von den Matrosen Barri­kaden errichtet.

Berlin, 6. März, 9Uhr abends. Wie von zu­ständiger Stelle mitgeteilt toirb, befindet sich das Poli­zeipräsidium restlos in den Händen der Regierungs- truppen. Der Meranderplah und dessen gesamte Um­gebung ist von den Aufständischen vollständig gesäubert.

r* Weimar, 7. März. Die Lage in Berlin ist anßerodenilich ernst. Me Spartakisten treten unter Aufwand einer außerordentlichen Waffengewalt auf. Sie haben leichte und schwere Artillerie zur Verfüg- gung. Das Polizeipräsidium gleicht zur Stunde scholl einer Ruine. Im Zentrum der Stadt sind schwere Kämpfe im Gange. Die Spartakisten haben fast alle ihre hcüheren Stellungen mit Waffengewalt wieder in ihren Besitz gebracht. Um 6 Uhr abends haben die Spartakisten die Sttomzufnhr der Elektrizität abge­schnitten. Der Verkehr ruht. Das Stadtinnere ist verödet. Die Spartakisten haben ihre Hauxtnester aus den Dächern. Es wird für die nächsten Tagen mit sehr schweren Kämpfen gerechnet. Die Regierung beurteilt dir Lage in Berlin optimistisch. Viel ernster werden die Verhältnisse in Gera und Halle angesehen.

Berlin, 6. März. Der Generalaus stand hat sich auf dir Elektrizitätswerke ausgedehnt. Seit 7 Uhr ssrndz ist Berlin phne elektrisches Licht.

Berlin, 5. März. Rach einer Mitteilung Itt Naffenstillstandskommifsion hat die Reichs- ngienmg die Unterhändler in Spaa angewiesen, tzje deutsche Handelsflotte nur zur Verfügung zu |eUew, sobald durch bindende Verträge die Lebens- «rtte(wrforgunfl Deutschlands bis zur neuen Ernte stchergestellt sei. In der letzten Sitzung führte der deutsche Vertreter aus, dte Belieferung Deutschlands sei einer der Gründe für die An­nahme der harten Waffenstillstandsbedingungen jtroefen. Deutschland könne aber nicht seine Han­delsflotte abliefern, ohne daß eine Zusicherung her Verbündeten vorliege, daß die Lebensmittel- «j»fnhr auch tatsächlich erfolge. Bisher er­hält Deutschland noch keine einzige Tonne Lebens- «ttel von den Verbündeten. Deshalb sei der i deutsche Standpunkt der, die Handelsflotte zur Beifügung zu stellen, sobald durch bindende Er­klärungen die Lebensmit'elverforgung Deutsch laubs Ms zur nächsten Ernte sichergeftellt sei. Deutschland schlage aber vor, um weitere Vorhand lange« zu ermöglichen, eine teilweise Zur­verfügungstellung der Handelsflotte vorzunehmen unb bet dem Vorhandensein des endgültigen Ver- forgungplanes den Rest der Flotte auszuliefern. Der englische Vertreter erklärte, die Verbündeter' hätte« die Absicht, die Versorgung Deutschlands von Monat zu Monat zu erleichtern, vorbehaltlich her Entscheid'" - Obersten Kriegsrates, wenn

Berlin, 6. März. Heute nachmittag Begowa die Gesckäfte zu schließ«. Es «acht sich eine große Unruhe deS Publikums bemerkbar. An verfchiedena Stellen der Stadt fiela vereinzel« Schüffe.

Berlin, 5.März. Heu« ist in Berlin keine Morgenzeitung erschienen, da gestern abend alle Setzer und Drucker in den Ausstand traten. Die Setzer und Drucker deS Wolsfschen Telegraphenbüros sind abends in den Ausstand getreten. Infolgedessen muß HM Büro TTon der Versendung seiner gedruckten Ausgabe absehen. Wie verlautet, ist die Arbeitseinstellung in den Druckereibetrieben durch die Drohung erzwungen worden, die Betriebe der Gas-, Wasser- und Elektri- zitStswerke still zu legen, falls heute morgen eine Zeitung herauskäme.

Die Wachmannschaften des W. T. B. sind bereits zu den Spartaststen übergegangen.

Ein Teil der Eisenbahnarbeiter hat sich dem Ausstand angeschlossen. Eine ganze Reihe von Zügen ist dadurch ausgefallen: der Fernverkehr kann nur noch unregelmäßig aufrecht erhalten werden. Die Post arbeitet weiter, dagegen ist der gesamte Fern­sprechverkehr nach wie vor völlig v .Kunden.

Die Mehrheitssozialiste« für Abbruch be« Ausstandes.

Berlin, 5. März. Die mehrhcilsfozialistische» Betricksräte Groß-Berlins haben heute folgende Ent­schließung einstimmig angenommen: Die am 5. Mäitz tagende Konferenz der Parteifunktionäre, BetrickS- vertrauensleute und Arbeitcrräte der sozialdemokrati- schen Partei Groß-Berlins stellt fest, daß der Streik gegen den Willen der sozialdemokratischen Partei und ihrer Vertreter im Groß-Berliner Arbeiterrat von einer durch Kommunisten und Unabhängige beherrsch­ten Versammlung der Arbeiterräte eingeleitet wor­den ist. Nach dem Ergebnis der Verhandlungen mit der Regierung kann die Konferenz eine wettere Ford- fetzung des Streiks nicht unterstützen, wenn auch di« Kommission des Vollzugsrats mindestens dieselben Zu- geständnisse der Regierung cinbringt. In dieser Vov- ausfetzuug werden die sozialdemokratischen Arbeitev- räte beauftragt, den Abbruch des Streiks zu bean­tragen und im Falle der Ablehnung dieses Antrag«» den Streik selbständig aufzuheben.

Berlin, 7. März. DerTelegraphen-Union* i wird von der Berliner Getoerkschaftskommisfion mitge­keilt, daß die Mtglicker der mehrheitsfozialdemokrati- schen Partei aus der Ausstandsleitung ausgetre­ten sind.

Deutschland fr ;i die gesamte Flotte abliefere. Zrr erster Linie werde die Einfuhr rc;i genehmigt, und die Frage weiterer - stränge« werbe dem Obersten Kriegsrat zur Eni- - W*'.iwg rnrnelegt. 1snterstaatsfekretLr.^-Brür'.. emgegeete auf diese Erklärung, daß dadurch die »eitere Versorgung Deutschlands von drei u n - sicheren Faktoren abhängig gemacht und die Entscheidung dem Obersten Kriegsrat Vorbehalten sei. uiU dem Deutschland keine Verhandlungsrnög- luhkelt Hobe. Er betonte nochmals, daß die <>»> ki Lebensmittelversorgung eine Frage auf Lebe » und Tod für Deutschland--'

sei, p«e der schon jetzt täglich 80 0 Menschen Hungers stürben. Keine Negierung könne es vsrxntworten, sich ohne Sicherheit, daß die Verbündeten helfen, des letzten Mittels zu berauben, sich selbst zu Helsen. Hierauf erklärte Admiral Hope, daß die Vertreter der Verbünt"tcn fe'- Volliuachte« hätten, weiterzugehcu. Wenn die kutsch«, Vertreter keine weiteren Instruktionen hätten, schlage er vor, die Verhandlungen ab'."- keche». Unterstaatssekretär v. Braun bemerkte, n hatte es für wenig wahrscheinlich, daß die kutsche Regierung in dieser Lebensfrage nach- kkn könne. Da ein rveiteres Verhandeln zweck-

« erschien, wurden die Berhandungen aSge- kechen. Die beiderseitigen Kommifsroncu rc-stc:-

Spaa ab.

Zm Anschluß an den Abbruch der Verhand- wurde von Deutschland eine Note Lber- in der der Gesamtstandpunkt der deutschen Regtetirnft dargelegt wird.

hie Meiuungsverschiedenheiteu über dir Aune-- dung der FriedensSedingungeu.

Rotterdam, 6. März. Nach demNieuws | ^ottcrdamfchen Courant" meldet die ,Daily k aus Paris über die Bedingungen für den [ EKsjfcnstillftand, die Fach an den Obersten Kriegs-

Haag, 6. März. DemBieuwe Courant77 wird aus Paris gemeldet, daß dort jetzt die Vorbereitungen für die Unterbringung der deutschen Bevollmächtigten getroffen werden. (R&nenccau, Lloyd George und Präsident Wilson sollen auscrsehen werden, den Deut­schen die Friedensbcdingullgeli vorzulesen. Die deut­schen Bevollmächtigten wecken bann nach Weimar zurückkehren, um der Nattonalversammlung Bericht zu erstatten.

Haag, 6. März. Aus Washington toirb gemeldet: Man erwartet, daß der PräliminarfrickenSvertrag am 18. März vom Präsidenten Wilson dnrchgrsehen sein toirb und daß nicht später als am 20. März der Ver­trag den Deutschen in Versailles unterbreitet wer­den könne.

Bern, 5. März. Me derProgrös be Lyon77 mit- teilt, werden die eigentlichen Beratungen über den Waffenstillstand erst am nächsten Montag beginnen. Die provisorischen Maßnahmen, so meint dasEcho bt Paris", die man am Rhein Deutschland gegenüber ergreifen würde, würde» sich nicht besonders von den endgültigen Maßnahmen unterscheiden. DerTemps77 ist der gleichen Ansicht und HM die deutsche Fraß« solange für ungelöst, als Preußen ein Staat am Rhein und an der holländischen Grenze bleibe. Dieses Prob­lem tonnte durch Schaffung von einigen Hansa- ftaaten und eines westdeutschen Staates vereinfacht werden.Petit Puristen" erklärt, der Rhein fei als militärisch« Grenze notwendig.Wir haben fie itnb wollen sie behalten. Vor allem muß vermicken werden, daß in Deutschland Staaten weiter bestehen, die auf beiden Ufern des Rheins Gebiete besitzet:. wie z. B ein iheinrsck- nefcfäf' scher fytaat71 Das Matt

Leipzig, 6. Mürz. Der Ausstand dauert fort, doch sollen heute, wie verlautet, zu feiner Beilegung Verhandlungen zwischen dem VolkSbeaustragten Schwarz und dem Arbeiter- und Soldatenrat in Leipzig beginnen. Ein Verlassen der Stadt ist unmöglich^ da keine Aus weise nach auswärts ausgestellt werdaz, P-uch Automodilr und andere BckSrdrnmgsnrtttrt dÄB

IDirOb erb es s's ck« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich Der Bezugspreis beträgt monatlich 1.25 X. frei inS Haus (durch die Post ohne Bestellgeld). Verlag een Dr. C. Sitzereth. Markt 21/83. Fernsprecher 55.

Di« inner« Stabt d«n Spartakisten eutrisien.

Set(tn,#6. März. Durch einen umfassenden A» griff der Regierungstruppen wurde die innere Stadt, btt von beit Spartakisten besetzt war, genommex. Di« verschiebeneu Gebäude, rote das SchulgebStck«, ta dem sich die Spartakisten niedergelassen hatte«, fkck jetzt von den Stäben der Gardekavallerieschützendiotsto« besetzt. Natürlich müffen ' einzelne Sparteftftenneftee noch gesäubert werden.

Berlin, 6. März, abends. Die Teilkämpfe h» Stabtinnem sind abgeschlossen. Aus Seiten bet Re­gt .-ungstruppen tarnen verhältnismäßig geringe See­lüfte vor, besonders aus dem Grunde, weil von der Z» fanterie wenig Gebrauch gemocht wurde und neben Artillerie und Miwenwerser hauptsächlich Maschinen» geroehr« zur Verroeidung kamen. Es wurden zahl­reiche Gefangene gezählt.

Um die Reichsdruckerei in der Oranienstraße entspann sich nachmittags ein Kamps zwischen Regie­rungstruppen und der republikanischen Soldatenwehr. Die als Wache dienenden Soldaten der republikanische« Soldatenwehr sollten durch Regierungs truppen abgelöff werden. Weigerten sich aber, das Gebäude aufzugeben. Es entspann sich ein zientlich lebhaftes Feuergefecht das um 4 Uhr abgebrochen wurde, da die Leitung bet Reichsdruckerei bemüht ist, die Besatzung auf frick- lichem Wege zum Verlassen des GckSudes zu bewegen. In Moabit lebte der Dachkrieg wieder auf. Bo» zahlreichen Häusern, aus den Balkonen und auS be» Fenstern wurde auf ein dort liegendes OssizierS- Regiment geschossen. Haussuchungen nach Waffen haben in großem Umfange begonnen.

Auf oem Görlitzer Bahnhof ging die Schutztoache, bestehend auS republikanischer Soldatenwehr und An­gehörigen der Dolksmarinedivision, zu den Spar­takisten über und beschlagnahmte einen Poste» M« Flugblättern.

Berit«, 6. März. Da« Kommando der repubÜ- konischen Schntztrnppe triff der Blätter Meldung entgegen, die republikanische Sckutzrruppe sei mit der BotkS- marinedivistou gegen dte Regierung aufgetreten und er­klärt, die repub ikanische Sckutzttuppr stehe »ach wie Wt hinter der Regierung hx Verein mit de» anderen Re­gierung« truppen.

Der Anzeigenpreis beträgt fit dir Sgele Zetle 20 u 5oele fftu«$uf<6L, emtl- T A 4«hM aueroirt. n. Sammel-Anz. 30 4- * 33V./, Kriegszuickl. Reklamezrile 1 X. Feder Itebett gilt al, Battabatt. Bei Auskunft b die Ge,chStt«st. u. CtrmtttUng 1Q|Q der Angebote 2S Sondergebihr - Postjcheckk.nte: Ar. «,15 Amt Frantf. a. M.