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Tageszeitung für (das früher kurhesfische) Oberhessen

IDieOberhesfische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der Bezugspreis beträgt a>onatli<6 1.25 X. frei in« Hau« (durch di« Poft ohne Bestellgeld). Beileg in Dr. C. Hitzerettz. Merkt 21/28. Fernsprecher 65.

Marburg

Mittwoch, 5. N'arz

Der Inreigenerei» beträgt fit die 8geb. Zeile 20 4-u 5O,|eRry«3uf<f'L1 amtl. auewett. u. Cammel-Anz. 30 4-'n Krieg,,uichl. 5teflawte$eile 1 X. Jeder Sieben gilt als Senebett Bei Muefunft d die Geschättsst. n. Vermittlung der Rngebste 35 V-SandergetzAht. Pestscheckkant,: Nr. 5015 Amt Frenkf. e. St.

54. Iahrg.

1919

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1 Die endgültigen Bedingungen.

[ Paris, 4. März. (Havas.) Der Rat der stuf Großmächte versammelte sich am Montag gnter de» Vorsitz von Cl^menceau als Oberster iutezalihertei Rat. Marschall Fach wohnte der Sitzung bet. Ans der Tagesordnung stand die Lns?-r«che über den Bericht des Marschalls Foch Ader die in das endgültige Waffenstillstands- gbkommen hineinzulegenden militärischen und maritimen Bedingungen, wie auch die Klausel übet die Luftschiffahrt. Der Rat wird die eigent­liche Erörterung des Waffenstillstands erst am Donnerstag beginnen.

Bern, 14. März.Sentinelle" will aus offi­zielle« amerikanischen Berner Kreisen erfahren Habe«: Die Rückkehr Wilsons zur Friedens­konferenz hänge von der Antwort auf eine Note ab, LHe der Präsident an die Friedenskonferenz gerichtet habe.

Landen, 3. Bkärz. Im Unterhaus erklärte EhurchM iit seiner Rede weiter: Deutschland sei her* Verhungern nahe und drohe zusam- menznbrechen. Jetzt sei der Augenblick zur Tat gekommen. Wenn Deutschland die ihm auferlegten Bedingungen angenommen habe, könne die Verproviantierung und die Versorgung mit Roh­materialien beginnen.

Washington, 3. März. (Reuter.) Wilson hielt ans der Konferenz der Gouverneure und Bürgermeister eine Rede, in der er sagte, sie wühlen in Baris ganz wnan, daß sic nicht als Herren zusammenkämen, son­dern als Diener von 700 Millionen Menschen. Wenn sie aber zeigen würden, das; sie irgend welchen dickeren Interessen dienen wollten als denen jener 78G Million n Menschen, würden sie Kandidaten der bauer:tönt Schande in der Geschichte der Menschen.

Washington, 3. März. (Reuter.) Wilson er­nannte Hoover zum Generaldirektor des amerika- «ifch-curvpäischen Hilfswerkes zur Linderung der Hungersnot. Hoover wird mit Bollmacht für die brhigenbe Versorgung mit Lebensmitteln, ihre Trans­porte, Berteklung und Verwaltung regeln.

Vern, 4.März. Das*Journal de Genöve" eichtet einen leidenschaftlichen Appell an Frankreich, bei der Festsetzung der neuen französisch-deutschen Grenze Mes zu verm.eiden, was die Sicherheit Europas gefährden Lunte. Frankreich könne sich gewiß auf ernsthafte Gründe stützen, gebe es aber diesen Bersuch- nngen noch, mit welchem moralischen Recht würde man daun de» Italienern Dalmatien, den Rumänen das Bauat, den Tschechen Teschen und den Polen Galizien Verweigern? Das hieße den Krieg in Europa in Permanenz erklären.

Berkin, 3. März. In der Sitzung der Waffen- stiüstand»k»m m i ssi o n in Spaa von gestern teilte General Nudant eaf die frühere deutsche Anfrage, ob die Nach­richt, ba| General Liman v. Sanders in Konstan- thtopei Btt ein Kriegsgericht gestellt worden sei, den Tatsachen entspreche, mit. et habe eine Bestätigung bis­ch« nicht «hatten. Es sei ihm in dieser Angel'genysit aut bekannt, daß Liman v. Sanders sich zurzeit in Matts befinde.

*te Aufhebung der Blockade. Warum Deutschland wb Völkerbund ausgeschlossen bleibt.

Senf, S. März. LautJournal des Debets teilte Prcho» N» Kammerausschuf; mit. die Aufhebung der Blockade erfole am Tage der Unterzeichnung des Bsrfriedensvertrages, die Räumung d.s besetzten 6cbk'«n erst zu einem späteren Termine.

Dee meldet aus Newyork: Lauste sagte

bei einem Festmahl zu Ehren Wilsons: Deutscher Bolschewismus und Anarchie bedrohen die ganze WeQ. Änr aus diesem Grunde bleibt Deutschland snuöchst wet Völkerbund ausgeschlossen.

_ Französische Pressräuberungen.

P Gern, 4 Mörz.Petit Parisien" fordert, daß dir neuen Wefierst^llstandsbediugungen aufs schärfste pcästsiert Werben. Rian müsse den Germanen einen E2an ff r rb vorbinden, damit sie nicht mehr beißen. Garantie» ia Form bon Ligen oder einer Summe von Allianzen feien absolut unzuverlässig. Frankreich und Belgien brauchten dauerhafte und endgültige Garan­tien.kcho de Paris" meint, vor allem müsse von Deutschland verlangt wecken, daß es seinen Parade­marsch An Heere aüschafse. DieBirtoire" verlangt Auslieferung des Saarbeckens, dessen Wert obgeschätzt »nd auf die von Frankreich geforderten 120 Milliarden «»gerechnet wecken müßte. Die innere Lage in Deutschland veranlaßt die Pariser Blätter über die Bersorgungsfrage zu sprechen. So schreibt betTernps", daß Deutschland sich immer mehr zu einer Sowjetrepublik entwickle und daß in dem Chaos das einzige Pfand, das Deutschland zu bieten habe, fein Reichtum, zu Grunde zu gehen drohe. DerTernp^ ist daher der Meinung, daß Deutschland itrbeiten müsse, um zahlen zu können. Unmutig föreibtEcho de Paris", Amerika und England sahen letber in Deutschland nicht einen Bankrotteur, desien ike'ch zu Gunsten aller Gläubiger sorgfältig verwaltet tot eben müsse, sondern einen guten Lunden, dem man bt? Konto möglichst schnell toieber eröffnen wolle. Lk.er haLe sich bisher dieser a.lgelsächsische Stand Ai ir behsupteu können.

Appell der holländischen Sozialdemokraten an die Eenosien der WestmLchte.

Amsterdam, 4. März. Die Leitung der holländischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei richtete an die sozialdemokratischen Parteien in England, Frankreich, Italien und Belgien ein Telegramm, in dem sie auf die unhaltbaren wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands, vor allem in der Arbeiterklasse verweist, die Deutsch­land zur Verzweiflung treiben und bedauerliche Ausschreitungen verursachen. In Deutschland herrsche fast absoluter Mangel an unentbehrlichen Lebensmitteln und eine entsetzliche Sterb­lichkeit besonders unter Kindern, alten Leuten und schwangeren Frauen. Es drohe ein moralischer Zusammenbruch, der ein anarchistisches Chaos zur Folge haben würde, und das nicht nur für das deutsche Volk. Wenn die verbündeten Regierungen sofort Lebensmittel nach Deutschland schickten, so sei dies nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, deren Stimme durch den Kr-egslärm allzulange erstickt worden sei, sondern auch ein Gebot verstän­diger Politik. Das Telegramm schließt mit den Worten:Wir appellieren vertrauensvoll an die sozialistischen Parteien aller Länder, daß sie alle Kräfte anspannen, damit ihre Regierungen Maß- rcgeln zur Verhinderung des vollständigen Zu- sa'NMtnbruches des deutschen Volkes treffen, was ritt ganz Europa verhängnisvolle Folgen havru würde."

Die deutsche» U-Boote.

London, 4. März. Reuter erfährt, daß eine Anzahl der in britischen Häfen liegenden deutschen Unterseeboote den verbündeten Regierungen über­geben werden soll. Einig» sind nach Italien, Ja­pan und anderen Lände.» unterwegs. 47 Unter­seeboote aller Größen bis zu den großen Hochsee­typen sind unter der Bedingung ve .kauft worden, daß sie abgebrochen werden. Die Admirali­tät lägt vorher die Maschinen entfernen.

Die geplante Lösung der schleswigschen Frage.

Paris, 4. Marz. DerTemps" meldet, daß eine Formel für die Lösung der dänischen Frage nach folgenden Gesichtspunkten gefunden ist: Schleswig wird in vier Zonen eingeteilt. In der ersten Zone, die längs der dänischen Grenze ver­läuft und ganz Nordschleswig umfaßt, wird die Bevölkerung in sehr kurzer Zeit zu einer Abstim­mung aufgerufen werden, ob sie zu-Dänemark zu­rückkehren oder im deutschen Staatsverbande ver- hleiben will. In der südlich anschließenden Zone von Mittelschleswig einschließlich Flensburg wird die Absii'.nmung voraussichtlich erst nach sechs Monaten stattsinden und in diesem Bezirk ge- meindeweise vorgenommen werden. Zn der drit­ten weiter südlicheren Zone werden die Verbün­deten zu einer militärischen Besetzung schreiten. Eine vierte Zone, deren genaue Ab­grenzung noch nicht frststeht, und die sich bis zum' Kieler Kanal erstrecken wird, soll deutsches Gebiet bleiben und wird nicht besetzt werden.

Verzögerung in der Ablieferung landwirtschaft­licher Maschinen.

Berlin, 4.Mäyp Infolge der dauernden Aus­stände und der inneren Unruhen in Deutschland trat trotz aller gegenteiligen Bemühungen eine erhebliche Verzögerung in der Abgabe der landwirtschaftlichen Maschinen ein. Dazu kommt die Transportnot, ent- nandeu durch die Wlie'ernng ungeheuren Eisenbahn­materials und vergrößert durch das Berhalten bol­schewistischer Unruhestifter. Von der Tragweite bieder wahnsinnigen Tat kann man sich ungefähr ein Bild machen, wenn man hört, daß sich hierdurch Züge mit aus Schlesien kommenden landwirtschaftlichen Ma­schinen bereits von Erfurt bis BreSlau au gestaut haben, die auf der Fahrt nach.der lieber- gangsstelle in Mainz begriffen waren. Ein ungeheures Durcheinander auf den Strecken, das die gut durch, dachte Organisation zur Ablieferung der landwirt­schaftlichen Maschinen zerstört, ist die Folge. Ange­sichts dieser Tatsachen und des Umstandes, daß die Uebergabekommissionen bei der Abnahme der landwirt­schaftlichen Maschinen ähnliche Schwierigkeiten wie bei der Ablieferung des Eisenbahnmaterials bereiten, ist es nicht überraschend, daß, wie General Nudant der deutschen Kommission in Spaa in einer Note mit- teilte, statt der bis 1. März im Prinzip abzuliefernden 31204 Maschinen nur 57 7 landwirtschaftliche Ma­schinen übergeben sein sollen. General Nudant will sich infolgedessen, wie er in der Note er Härt, bereits jetzt alles vockehalten, wa» als Strafe für die ver­zögerte Abgabe des landwirtschafllichrn Materials der deutschen Regierung auferlegt wecken könne. Dem­gegenüber wie? der Vorsitzende der deutschen Kom­mission darauf hin, daß die deutsche Regierung alles tut um die Lieferungen durchzuführen. Trotz bet deutschen Erklärung htelt General Nudant den Text seiner Note aufrecht. Er stellte in einer weiteten Note fest, daß seit mehreren Tagen keine Kohlen aus dem unbesetzten Deutschland in dem besetzten Ge­biet erntresfen. Der Bertreier der deutschen Regierung erwidert^ wie General Nudant » bekannt jp.

herrschten in den letzten Wochen im rheinisch-west­fälischen Kohlenbezirk schwere Unruhen, die dazu führ­ten, daß die bolschewistischen Elemente die Herrschaft vollständig an sich rissen. Die Folge war» daß aus allen Kohlenzechen mit wenigen Ausnahmen die För­derung und der Kohlenversand eingestellt wurde. Erst in den letzten Tagen gelang es der deutschen Negierung, mit Waffengewalt einigermaßen Ordnung zu schaffe», sodaß man hoffen könne, die Kohlenzufuhr wieder in Fluß zu bringen.

Lloyd George warnt die Tschechen.

L o n d o n, 3. März. (Reuter.) Lloyd George sagte auf dem Wales-Festessen in einer Rede zu­gunsten der Tschecho-Slowaken, er wiße nicht, ob» dieses eine Gelegenheit sei, den kleinen Nationen ein warnendes Wort zuzurufen, er tue es aber als ihr wahrer Freund. Jetzt, wo sie einen großen, verwirrenden und fast verblendenden Erfolg er­rungen hätten, zeige sich dis Neigung, sich über die Grenzen ihrer Raffe hinaus aus­zudehnen und Gebiete zu annektieren, die ihnen nicht gehörten. Der Geist der Expansion beginne sie zu beherrschen. Dies sei ein verhängnisvoller Irrtum, den ein großes oder kleines Volk begehen könne.

England als Retter der Zivilisation.

London, 4. März. (Reuter.) Vor dem ver­einigten Jndustrierat sagte Lloyd George: Ruß­land ist in Trümmern, und es sind Anzeichen, daß es mit Deutschland auchso gehen wird. Es sollte mich nicht wundern, wenn England wieder die Aufgabe zufallen würde, die Zivilisation in mehr als einer Hinsicht zu retten. Lloyd George redete einer weisen Behandlung der Arbeiterfragen das Wort und trat für eine Verkürzung der Arbeits­stunden ein, soweit das der ausländische Wett­bewerb zulasse. Die Wohlfahrt Englands hänge von der Steigerung der Erzeugung ab. ' Seine Schulden betragen 8 Milliarden Pfund Sterling

Die amerikanischen Widerstände gegen den Völkerbund.

Washington, 4. März. (Reuter.) Senats Lodge hat einen Entschluß-Ertrag ausgearbeitet, wonach der Senat erklären soll, daß er den Völke-- bundplrm nicht billige und daß die amerikani­schen Unterhändler beauftragt werden sollen, sich sogleich mit dem Abschluß des Friedens mit Deutschland zu beschäftigen. Infolge erhobenen Widerspruches kann der Antrag nicht mehr in der gegenwärtigen Session des Senates erörtert wer­den, die heute nacht endet. Lodge verlas die Na­men non 37 Senatoren des neuen Senates, die bb. Entschließung unterstützen. Da diese Zahl ein Drittel der gesamten Mitgliederzahl des Senats überschreitet, reicht sie aus, um die Ratifikation des Friedensvertrages zu verhindern, für desien Annahme eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist.

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Die S>« in Mn.

Berlin, 4. März. Die schweren Ausschrei­tungen des Pöbels nahmen auch in der vergan­genen Nacht ihren Fortgang. Bis zur Frühe liefen Meldungen von 32 Polizeibüros über An­griffe auf Kommandos der Schutzmannschaft ein, die von der Menge g e st ü r m t waren. Auf jedem befanden sich nur zwei bis vier Beamte. Drei Polizeioffiziere, die beruhigend auf die Menge einzuwirken versuchten, wurden arg mißhandelt. Zn einem Hause der Münzstraße plünderte man einen Waffenladen, besonders hatte man es aber auf Eoldwarengefchäste in der Münz-, Alexander-, Schönhauser- und Brunnenstraße abgesehen, wo man große Mengen von Schmucksachen raubte. Das Polizeipräsidium sollte wiederholt gestürmt werden. Starke Wachtmeisterabteilungen und militärische Verstärkungen sicherten aber das Ge­bäude gegen jeden Angriff. Sie find mit allen modernen Kampfmitteln augesrüsiet, so daß ein Erfolg des Pöbels ausgeschlosien scheint. Die Be­satzung ist entschlosien, das Gebäude bis auf den letzten Mann zu halten. Das 14. Polizeibüro in der Kaiser Wilhelmftraße wurde wiederholt an­gegriffen. Man versuchte hier sogar auf Leitern in die im ersten Stock befindlichen Räume einzu- dringen. Sehr schwere Ausschreitungen werden aus Lichtenberg gemeldet. Gegen 11% Uhr nachts wurde das Büro 1 in der Müggelstratze von der tobenden Menge zu erstürmen versucht. Die anwesenden Beamten hielten aber stand. Bei dem sich entspinnenden Feuergefecht wurde ein Wacht­meister getötet und zwei andere so schwer verletzt, daß sie bereits ihren Wunden erlegen find. Ein Oberwachtmeister kam mit leichten Verletzungen davon. Von den Angreifern sollen 78 getötet bezw. verletzt fein. In Charlottenburg. Neukölln und Schöneberg ist bisher alles nchig. Am gestrigen späten Abend drangen drei Soldaten in die Räume bei Reichsvechrurde, gegen tüt Sozial­

demokratie, Dessauerstrabe, ein, bedrohten de» Kasienrendanten mit dem Revolver, banden ihn zwischen einem Stuhl und einem Tisch fest und raubten 39 893,50 JL

Das äußere Ansehen Berlins läßt, abgesehen von der vollständigen Einstellung des Verkehrs der Straßenbahn und der Untergrundbahn, vom Aus­stand im größten Teil der Stadt überhaupt nichts erkennen. Zn der Leipziger Straße sind fast alle Geschäfte geöffnet. Zn den großen Betrieben der A. E. E., Siemens, Schwartzkopfs, Knorrbremse und 'Borstg ist die Arbeit fast vollständig ein» gestellt worden.

In Spandau ruhte in sämtlichen Militärwerkstätte» die Arbeit, in der Gewehrfabrik und in der Artillerie» Werkstatt kam es zu großen Kundgebungen gegen de» Ausstand.

Die ganze Gegend am Aleranderplatz herum wird von bewaffneten Banden unsicher gemacht, die ihrs Haupttätigkeit im Rauben und Plündern sehen: insbe­sondere richten sich die Ausschreitungen gegen Militär» -erson-'u, die zum Teil entwaffnet und ihrer Abzeichen betäubt wurden. Gegen dies« Plünderbanden ist auf Anordnung der Kommandantur bereit» eine SLnh^- rungsaktion im Gange.

LautVorwärts" hatten die Beamten der ftach-Wch Untergrundbahn gehofft, den Dienst wenigsten, bis Mitternacht weiterftlhren zu können, um den stockende» Sttaßenbahnverkehr möglichst zu entlasten. Gegen 7 Uhr abends drang indessen plötzlich eine Anzahl Per­sonen in den Bahnhof Nordring ein und verhinderte das Auslaufen der Züge. Die Direktion wandte sich «X die Kommandantur mit der Bitte, um militärische Hilke, 3br wurde erwidert, daß dos Militär nicht einzelne öffentliche Gebäude schützen könne. Der Vettebr wurde infolgedeffen eingestellt. Der Vorort- und Ringbahn­verkehr war heute voll aufrrchterhalten. Wegen des -t'-aßenbahnerausstandes waren die Personenzüge ans den Vororten überfüllt. Die Reifenden kletterten viel« fach auf die Dächer der Wagen, um nur mitzufahren.

Im Laufe des Abends wurde der Stadt-Telrpho» verkehr eingestellt.

Von der Generalkommission der Gewerkschaften wurde derDeutschen Allg. Ztg." auf eine Anfrage die Mitteilung, daß diese mtt dem Ausstand nicht» zu tu« habe und sich neutral verhalte.

Der Vorstand der Aerztekammer für die Provinz Brandenburg und den Stadtkreis Berlin erläßt eine Erklärung, in der er den Allgemeinausstand verurteilt, aber die Kollegen ersucht, jedem ärztlicher tziffebedürß, tigen diese nach Möglichkeit zu gewähren.

Die Mitglieder der Neunerausschüfse der Angestell­ten und Geschäftsleiter der Kriegsorganifattone» lReichsstellen und Kriegsgesevsckasten) erklären ein­stimmig, daß fiir die Leiter und Angestellten dieser Ov> qanisationen weder ein (Eintritt in den Ausstand noch in einen Gegenausstand in Frage kommen könne.

Berlin, 4. März. TieFreiheit" und dieÄ* Fahne" find militärisch besetzt und infolgckessen nicht erschienen. Heute früh wurde der Redakteur derRote» Fahne" Dr. Meyer durch die Regierungstruppen i» Haft genommen.

Der Eisenbahnetverbaud gegen den Ausstand.

Berlin, 4. März. Lautlägt. Rundschau" verbreitet der Vorstand des Allgemeinen Eisen­bahnerverbandes ein Flugblatt, in dem e» u. e. heißt:Wer hat heute die geistige Leitung bet de» Putschversuchen in bet Hand? Sind es die Ar­beiter? Nein, kein einziger von denen ist Ar­beiter. Doktoren find es, meist r u s f i f ch e r Her­kunft, welche die deutsche Arbeiterschaft für ihren Fanatismus mißbrauchen wollen. Wer läßt sich andererseits von diesen Leuten mißbrauchen, um in den Betrieben die Kollegen aufzuputschen? Meist find das doch junge, unerfahrene Leute, denen jedes Verantwortlichkeitsgefühl abgeht. Die wirtschaftliche Freihett, das soziale Arbeits­recht und das paritätische Mitbestimmungsrecht in allen Fragen eures Arbeits- und Anstellungs- verhältnisies gilt es jetzt zu erringen, zu festige» und auszubauen. Aber wir wollen das Recht, nicht die Gewalt! Darum bleibt bei bet Ar­beit, macht euch nicht zu Mitschuldigen am völ­ligen Zusammenbruch." ,

Einmarsch der rmppen.

Berlin, 4. März. Zum militärischen Oberbefehl». Haber in Berlin ist Oberst Reinhardt ernannt war- den. Das Korps Lüttwitz ist heute mittag in Berlin eingrückt. Es lagert augenblicklich in den westliche» Stadtteilen und Vororten.

Zn der Gegend de» Schlesischen Bahnhofs kam es heute vormittag nach einer Meldung derDeutsche» Tagesztg." zu schweren Ausschreitungen. Angeblich sick- len Soldaten des Regiments Reinhardt von Spart», kisten entwaffnet, einzelne auch in die Spree gcwocfe» worden sein.

Auch in Moabit sind mehrfach Ausschreitungen w» gekommen, die zur Folge hatten, daß die BrückenLbev, gänge nach dem Berliner Westen von Truppe» gespentz und zum Teil gcfSubert wurde»,

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Madrid, 3. März. (Dieat«.) Dkt Selafietasfifr .LUÜLtid iA aujüch-sbe» Word«. 7-" y. .J