♦
V
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen
1919
VEs Blatt
en
Wien, 3. März. Eine gestern abgehaltene Versammlung der Kommunisten sprach sich gegen den Zusammentritt der Nationalversammlung aus, da sie keine rechtmäßige Vertretung des Proletariat» darstelle.
Nach Blättermeldungen wurden gestern in Prag deutschsprechende Personen angehalten und beleidigt. In einem Kaffeehaus verlangte eine Patrouille Ausweise von den Gästen, die Juden und Deutschen, die darunter waren, wurden von der vor dem Kaffeehaus angesammelten Menge mit Schmährufen empfangen. 60 bis 80 Legionäre durchsuchten im deutschen Kasino die dort Anwesenden nach Waffen und verlangte die sofort'ge Räumung des Kasinos, andernfalls würven sie von ihren Handgranaten Gebrauch machen; auf der Straße wurden die Gäste belästigt.
Marburg
Dienstag, 4 Mär;
treue Brüderlichkeit auch in den schwierigsten Sagt zu leisten vermag. Sie haben sich zu Ehren der Ostafrikaner von ihren Sitzen erhoben. Ich stelle dieses fest. (Wiederholter, allseitiger großer Beifall.)
gestattet Diese Gesinnung muß, wenn unser Glaub« an die Menschheit nicht verloren gehen soll, sie aber auch beherrschen bei der Lösung der Frage des Friedensschlusses. Unserem schwer leidenden Volke möge das leuchtende Beispiel dieser tapferen Hel- denschar beweisen, was festes Zusammenhängen und
den franiösischen Mil-tärbehörden künftig der Posi- kartenverkehr zwischen Familienmitglieder im besetze ten und im unbelebten Gebiet in deutscher und französischer Sprache wieder zugelassen ist. Das Versamm- lungsverbot und die Auflösung von Turn- und Mili- tärvereinen bleiben bestcben; Tanzluftbarkeiten und ähnliche gesellschaftliche Vergnügungen werden wieder gestattet.
reM-SkilMkich.
Der Zusammenschluß mit dem Reich.
Berlin, 3. März. Die „Deutsche Allg. Ztg." schreibt: Mit Ermächtigung der beiderseitigen Kabinette fanden in Weimar Besprechungen des deutsch-österreichischen Staatssekretärs für das
Sie Marl.
Polnisch« Zwangsmaßnahmen.
Berlin, 3. März. Nach einer Meldung der „Tägl. Rundschau" wurden in Posen dieser Tage über tausend Ansiedler aus den deutschen Sicdlungsdörfern fest genommen und zur Verrichtung von Zwangsarbeit verschleppt. Ferner sollen sämtliche Bewohner der Provinz Posen gezwungen werden, 50 M von jedem Hundert ihres Einkommens als Sondersteuer an polnische Kasten abzuführen.
Stellte Msna'!m!am!m.
19. Sitzung vom 3. März.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung kurz nach */4ll Uhr mit folgender Ansprache, welche die Mitglieder des Hauses, mit Ausnahme der unabhängigen Sozialdemokraten, stehend anhören:
Gestern sind unsere Ostafrikaner feierlich in die Reichsbauvtstadt eingezogen. Es ist der parlamentarischen Vertretung des deutschen Volkes nicht vergönnt gewesen, sie am Brandenburger Tor zu begrüßen.
Ätöt FskdkkWtn Ws?
Die „Deutsche Allg. Ztg." meldet aus Weimar, daß em Montag sämtliche in Weimar anwesenden Reicheminister, preußischen Minister, die Waffenstillstandskommission und 12 bis 15 Vertreter der deskschen Schiffahrt zu einer dringlichen Beratung zusammewgerufen wurden. Die Beratungen halten tfa von Marschall Fach eingegangenes Telegramm zum Gegenstand. Es wird darin die sofortige Auslieferung des gesamten Restes der deutschen Handelsflotte ohne Rücksicht auf die Lebensmittelversorgung Deutschlands g.'for- deri. Di« Cache war um so dringlicher,» da die deutschen Vertreter genötigt waren, am Montag nachmittag nach Spaa zurückzureisen, um dort die tzetttfche Antwort zu überreichen.
Cs ergab sich weitgehende llebereinjnmmung in der Richtung, daß Deutschland unmöglich jedes Diktat annehmen könne, sondern daß es für das schwer leidende deutsche Volk eine Grenze gebe. Es wurde erklärt, daß die Fo-derung auf Beschlagnahme d«r noch im Bau befindlichen Schiffe und Festsetzung des 15. Januar als Stichtages dafür nicht unbenommen werden könne, weil dies unsere Wirtschaftliche Zukunft völlig lähmen würde, schließlich wurde betont, daß es ein unbilliges Verlangen fei, daß die deutschen Besatzungen von den Schiffen entfernt werden sollten, denn dadurch würden 42'000 deutsche Seeleute brotlos werden.
3*i Gegensatz zu dieser Meldung steht eine solche des „Corriere della Sera" aus Pckris, daß die deAkfche Handelsflotte Deutschland zu seiner eigenen Versorgung verbleiben soll.
Auswärtige Amt Dr. Bauer mit dem Reichspräsidenten und den Mitgliedern der deutschen Reichsregierung über den beiderseits angestrebten Zusammenschluß Deutsch-Oesterreichs mit dem Deutschen Reiche statt. Die politische Aussprache wurde in Berlin mit dem Reichsminister Grafen v. Brockdorff-Rantzau fottgesctzt und ab- qeschlosten. Sodann trat man unter seinem Vorsitz in kommissarische Verhandlungen über die Einzel- fragen ein. Der Zusammenschluß soll sich nach Abschluß der Verhandlungen über die Einzelfragen durch einen Staatsvertrag vollziehen, der den beiden Nationalversammlungen zur Genehmigung vorzulegen ist. Nach der Ratifikation des Vertrages soll die Durchführung des Zusammen- schlustes durch Reichsgesetze erfolgen, bei deren Beratung und Verabschiedung deutsch-österreichische Vertreter in den gesetzlichen Körperschaften des Deutschen Reiches bereits mitwirken würden. In handelspolitischer Beziehung wurden in erster Linie die Uebergangsbestimmungen beim Eintritt Deutsch-Oesterreich-! in das deutsche Zollgebiet erörtert und dabei ein besonderes Gewicht auf eine Ausgleichung der Produktigusbeding'M- gen gelegt. Eingehende Weiterung fanden auch verschiedene Fragen des Eisenbahnwesens unj^ber Binnenschiffahrt, insbesondere die Donau- und Nheinverbindung. Die Bedingungen über den Uebergang Deutsch-Oesterreichs zur M a r k w ä h - r u n g wurden sorgfältig geprüft und die unmittelbaren Vorsorgen. für die nächste Zukunft vereinbart. Bei der Erörterung der staalssinanziellen Fragen wurde der Grundsatz festgelegt, daß jeder der beiden Teile seine Vergütung von Kriegsschäden an die Kriegsgegner gesondert zu tragen hätte. Weiter beschäftigten sich die Verhandlungen mit der Ausgleichung verschiedener Rechtsgebiete, der sozialen Eesebgebnng und des Unter- richtswessns. Endlich wurde die künftige Stellung her Stadt Wien, die den Rang einer zweiten Reichshaupt st adt erhalten soll, besp ochen und hierbei von den Vertretern des Reichs weitgehendes Entgegenkommen zugesagt. Die Aussprache führte zur Einigung in den grundsätzlichen Fragen.
ftteM null hus Mdemm'M.
D Das Wolfs-Büro veröffentlicht folgende von der Regierung ausgehende Erklärung:
In einer in den Blättern veröffentlichten Unterredung hat General Ludendorfs sich auch über die Ent- stebung des deutschen Waffenstillsiandsangebots vom Oktober 1918 geäußert. An diesen Aeußerungen ist zunächst von allergrößtem Wette das Geständnis de? Generals, daß er selber vom Spätsommer 1918 ab mit aller Kraft für einen Friedensschluß eintrat. Damit wird von berufener Seite sestgestellt, daß die Oberste Heeresleitung selbst es gewesen ist, die die Initiative S unferm Kten Friedensschritt e™ri"f. Was die Beichte des Wasfeiistrü'stands im einzelnen betrifft, so sind aufgrund einer demnächst erscheinenden amtlichen Denkschrift drei Stadien in ihr zu unterscheiden:
1. Ende September und in den ersten Tagen des Oktober drängte General Ludendorff auf sofortige Herausgabe eines Fttedensangebots. Man möge nicht erst bis zur Bildung einer neuen Regierung warten, die sich verzögern könne, „heute hielte die Truppe noch, wir seien noch in einer würdigen Lage, eS könne aber jeden Augenblick der Durchbruch erfolgen." General Ludenoorff erklärte, daß unser Angebot sofort von Berlin aus nach Washington weitergehen müsse. 48 Stunden könne die Armee nicht noch warten, er bäte, alles zu tun, damit das Angebot auch auf die allerschwerste Weife durchkäme. Daraufhin wurde unter dem inneren Widerstreben des Prinzen Max das Friedensangebot in Verbindung mit dem Waffenstillstandsangebot erlassen.
2. Am 17. Oktober kam General Ludendorff in einer Kabinettssitzung zu Berlin zu folgendem Votum: Die deutsch« Front habe besser gehalten, als er vor zwei Wochen gedacht habe. Wenn man ihm mehr Menschenersatz in Aussicht stelle, so glaube er den Krieg fortführen zu können. Er vertraue dabei freilich mehr auf fein Soldatenglück, eine Garantie dafür, daß wir bei Forrichung des Krieges militättfch nnd politisch besser vastooen würden, könne er nicht geben. Die politische Reichsleitung sah nach eingehenden Beratungen in einer solchen Fortsetzung des Kriege- ein Hasardspiel. Der Menschenersatz, der in Aussicht gestellt werden konnte, war quantitativ und qualitativ unzureichend. Trotz einzelner heroischen Leistungen war mit einer Festigung der deutschen Westfront bei der täglich steigenden technischen und numerischen Ueberlegenheit des Feindes nicht zu rechnen. Sicher war nur, daß Tod, Elend und Zerstörung nicht nut über weitere Teile Belgiens und Nordfrankreichs, sondern später auch in das eigene Land hineingetragen werden würden. Daher brach die politische Reichsleitung die Gespräche mit Washington nicht ab, sondern verhandelte weiter auf der Grundlage der Wilson scheu Bedingungen. Auch in diesem Stadium der Entwicklung hat übrigen? General Ludendorfs niemals vipp und klar den Abbruch der Verhandlungen verlangt.
3. Das dritte Stadium trat ein, als Marschall Fach seine Bedingungen für den Waffenstillstand überreichte. Diese überschritten das erwartete Maß um ein Vielfaches', trotzdem gab im Einverständnis mit der politischen Reichsleitung Generalfeldmarschall v. Hindenburg seine Weisungen dahin, daß zu unterzeichnen sei, auch wenn Abänderungen nicht erreicht würden. Die Erkenntnis der Niederlage hatte inzwischen die Zerrüttung des Heeres seit 17. Oktober beendet.
Zusammengefaßt: Die Anforderung des Waffenstillstandes war schwer, noch schwerer war seine Unterzeichnung. Beides wurde durch die Oberste Heeresleitung selber gefordert und gebilligt, beides war die politisch notwendig gewordene Konsequenz unserer milil arischen Lage.
Dafür soll von hier aus der herzlichste Gruß sie in der deutschen Heimat willkommen heißen. (Allseitige Zu- stimmungfa Unerhört waren die Mühsal und Strapazen, mit denen sie lange Jahre zu kämpfen gehabt haben. Im größten Glanz erscheinen die kriegerischen Taten, die sie gegen eine Uebermadjt von Feinden vollbrachten. Ihre Rückkehr in die Heimat : schildert die Kultur- und Misiionstättgkeit, welche . deutsche Bürger in immer sich erneuernder Energie in fieberheißen Gestaden und waldiger Wildnis verrich- , tet haben. Sie schildert auch den reichen Segen, den die ziPilisatorische Tätigkeit zum Besten eines hoff- 1 nungleichen Landes vollbracht hat. Sie wird aber : auch erzählen von der Dankbarkeit, welche die einhei
mische Bevölkerung der opferbereiten Wirksamkeit entgegenbrachte, und von der Treue, mit der die einheimischen waffenfähigen Mannschaften zu unseren Leuten standen. (Lebhafter Beifall.) Ehr und Dank) unsterblicher Ruhm dem Führer dieser tapferen Schar, dem General v. Lettow-Vorbeck und jedem einzelnen seiner Offizier: und Mannschaften, dem Gouverneur und seinen Beamten und der gesamten deutschen Ansiedlerschaft von Ostafrika. In diesen 3eiten der Grausamkeit habest auch unsere Feinde die Heldentaten unserer Ostafrikaner gewürdigt und haben in anzuerkennender Ritterlichkeit ihnen den ehrenvollen Abzug und die Rückkehr in die Heimat
SVe r 11, 3. März. Wie der „Nouvelliste de Lyon" 1 cnß Paris meldet, teilte Genera! Gerard, der Komman- bam 8. Armee, mit, daß infolge der korrekten und F loyalen Haltung der Bewohner der Pfalz gegenüber
Ans der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Beratung des . Berf assun g s en tw u r f e s.
Reichsminister des Innern Dr. P r e u ß : Ter Abg. Delbrück möchte eine Erste Kammer mit beruss- ftänbiger Vertretung haben. Wenn man auch die Arbeiterräte in die Verfassung aufnehmen würde, so würde sich vielleicht auch die Linke damit befreunden. Wer dem ganzen Gedanken der berufsständigen Vertretung stehen so überwiegende Bedenken gegenüber, daß ich es nicht für wahrscheinlich halte, daß er Ausnahme in dieser Verfassung finden kann. Was die Gliedstaaten anbetrifft, so ist es im wefentljchsten nur die A'isrechterbattuna ser Sonderrechte, nie unbefriedigend geb'ieben ist. Da der nahezu geschloffen« Wille der Nationalversammlung gegen sie steht, hoffe ich, daß nunmehr eine friedliche und freundschaftliche Vereinbarung zu erzielen sein wird. Nur ein einheitliches Reich, geführt von einer ftarken Regierung und getragen von einem einheitlichen deutschnationalen Parlament wird die Möglichkeit haben; die Gefahren zu überwinden, die nicht nur jeden Einzelstaat, sondern das Reich insgesamt bedrohen. Aber große Eile tut nötig.
9Tb g. Alpers (Welfe) spricht gegen die Gefahren der preußischen Zentralisierung. Im neuen Deutschland müsse es auch ein freies Hannover geben. Wir haben bei der Reichsregierung eine Volksabstimmung in Hannover beantragt
Preußischer Justizminister Heine: Die vorläufige preußische Regierung handelt sicher mit der Aistirn- mung des überwiegenden Teils des deutschen Volke-, wenn sie hier ein freudiges Bekenntnis für den Reichsgedanken und den Ausbau des Reiches ablegt Deutschland muß nach innen und außen einen festen Boden unter die Füße bekommen. Diesen gewinnt man aber nicht dadurch, daß man das, was im deutschen Volke noch kräftig und lebensfähig ist, zerstört, daß man bi« größte Einheit, die es in Deutschland gibt Kerreißt »Was der Vorredner fordert, kommt einer Zerstörung Preußen- gleich. Das aber ist unvereinbar mit der Besesti- Sung eines einheitlichen und starken Reiches. Wir aben stets den Einheitsgedanken vertreten und vor einer Ueberfpannung der Sonderwünsche gewarnt Wir haben die größten Zugeständnisse gemacht können ei aber nicht verantworten, Preußen zu zerstückeln, weil dieser oder jener Teil des Volkes es bequemer findet, seine eigenen Wege zu gehen. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit)
Abg. Vogel (Soz.): Es ist unmöglich, mit einem Schlag bie ganze bestehende Gesellschaftsordnung umzukrempeln. Es gilt bie Schranken zu brechen, die der organischen Entwicklung entgegenstehen. Di» Sozialisierung kann nur schrittweise erfolgen. Die gesamten Bodenschätze müssen umgehend Staatsbesitz werden, und zwar kann da- ohne jede Entschädigung geschehen. Der Redner sprüht sich für eine straffe einheitliche Gesetzgebung auf dem Gebiete de- Bergbaues, des GesundheitS- und Schulwesen- an-. Auch auf dem Gebiete des Verkehrswesens, der Wehrmacht und der Finanzen müsse dem Reich die Souveränität zustehen. Von der endgültigen Lösung der Frage des Verkehrswesens, der Wehrmacht und bei Finanzwesens wird es abhängen, ob unb inwieweit zur Ausschaltung ber Hegemonie Preußens eine Zerschlagung Preußens notwendig sein wich.
Gegen l Uhr wich die Weiterberatung auf 4 Uhr nachmittags vertagt.
Nachmittagssitzung.
Um 4.20 Uhr werden bie Verhandlungen wieder aufgenommen.
Abg. Dr. Beyerle (Zentt.): Wir wollen in bet Bayerischen Volks Partei gegenüber den unitarische» Bestrebungen die Aufrechterhaltung der gliedstaatlicheu Interessen gewahtt wissen. Der Parttkularismu» wurzelt nich t in Reichsgegnerschaft, sondern in beut Festhalten an der Eigenart des eigenen Landes. In dem vorliegenden Entwurf erscheinen uns zu weitgehende Zugeständnisse an den Unitarismus. Tas bayerische Volk ist für den Unitarismus nicht zu haben, weil es darin immer die Gefahr einer Bet« preußung wittert. Die Aufrechterhaltung des bi-« heriaen preußischen Besitzstandes läßt sich nicht mehr rechfertiaen. 1
Minister Dr. Preuß widerspricht ber Grundtendenz dieser Rede.
' Abg. Düringer (Teutschnat.): Gegen etwaig« Zerstückelungsversuch« Preußens erheben wir s ch L r f- sten Einspruch. Wir stehen für Erste Kammern in den Einzelstaaten ein. Wir verlangen eine Sicherstellung der christlichen Kirche durch Aufnahme von Normatipbestimmungen in die Verfassung. Möchten unserem armen schwergeprüften -Volke nach diesen unglücklichen Jahren bald Männer beschieden sein, die Deutschland einer glücklichen Zukunft entgegenführen.
Abg. Dr. Sch ücking (Demokrat): Für das Volk bebeutet bas Verfassungswerk eine Wiedergeburt an wahrhaft deutschem Geist. Die dreijährige LegiSlatuv- pecrode für die Reichstagswahlen möchten wir «4 ftfaj.
IDte „Ob erb ess'Icke Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Der Bezugspreis beträgt monatlich 1.?5 X. frei ins Haus (durch die Post ohne Bestellgeld), — Verlag »an Dr. C. Hitzerath. Markt 21/21. — Fernsurecher 55.
Der Anzeigenpreis betragt fit die 8,ei, Zeile 20 4. u 50»l. Kr ^rufck-l., omtL ea <*„<,-« auamärt. u. 6ammel-Anz. 80 4. u. 83’/,% Kri-gozuickl. Reklame,eile 1 X. Feder -eUUiy. Rabatt gilt als Barrabatt. — Bet Auskunft d die «e>chSttskt. u. Vermittlung der Ingebote 21 ^.Conbergebibr. — Postscheckkonto: Str. 6016 Imt Franks, a. M.
Hchchg, 3. März. Die „New Park World" will aus znVerkässiger Quelle erfahren haben, daß der Bericht über die Kriegsentschädigungen bie Bestimmung enthalte, daß Deutschland seine gesamten U inneren Staatsschulden vorläufig «nnullie- I re» mLste. Weiter sollten alle Guthaben, bie | Deutschland im Ausland besitze und deren Wert - aus 6 Milliarden Dollars geschätzt werde, zugunsten i der Forderungen der Verbündeten mit Beschlag
k belegt werden.
j Kundgebungen gegen Erzberger.
| Berlin, 3. März. In einer vom National- »erband deutscher Offiziere in Verbindung mit «nderen Verbänden cinberufenen Versammlung, . die von mehr als 2000 Personen besucht war, würbe eine Entschließung angenommen, in der gegen die Nachgiebigkeit der Negierung und der Mehrheitsparteien angesichts der Forderungen bet Feinde protestiert wirb. Weiter wirb verlangt, bost der Vorsitzende des Waffenftillstandsausschusies, Erzberger, abgesetzt wirb, weil er das „unbeugsame Nein" zu sprechen unfähig sei, was die Feinde bestimmen würde, nicht weiter in ihren Forderungen zu gehen.
Die belgischen Wünsche.
Amsterdam, 8. März. Der „Independance Bel- Sfaae" wird dem „Telegraai“ zufolge aus Paris berichtet, daß die Kommission, die sich mit den belgischen Forderungen besaßt, voraussichtlich die Revision des Vertrages von Idgg beschließen würde, und daß Belgien die größte Aussicht bube, seine Wünsche durchzusetzen.
Französische Pressestimmen.
Paris, 3. Mär; Der ,,Tempo" äußert, ein dauer- bsft-r Friede würde nickst möglich sein, so lange Preußen im Besitz des Unten Rheinufers und der großen IuduftrieLezirke in Westfalen sei. Wenn man Preußen bas litrte Rheinufer wegnehme und ihm das rechte Rhetuofe» lasse, so mache man Preußen zum Führer des deutsche, Jrredentismus. Das Rheinuser-Problem habe zwei Gesichter, ein militärisches, das Frankreich zwinge, den Rhein zu einer strategischen Grenze zu machen, und ein politisches, das die Entente zwinge, dem rheinisch - w e st f ä l i s ch c n Staat zum Leben zu ver- hetfeu. Die „Victoire" verlangt nochmals ausdrücklich die Schasfang eines neutralen Pufferstaates .xuif dem linken Rbstnufer, die um so zwingender notwendig sei. als man Deutschland nicht hindern könne, -die acht Millionen Deutsch-Ocsrerreic^r in sich aufzunehmen. Zu dem von einigen Blättern gebrachten Geruch: über den bevorstehenden Rücktritt Scheide- eiim bemerkt das „Echo de Paris", es handele sich wahrscheinlich wieder um ein neues Manöver, die West- ,msichk« mit dem Hinweis auf die inneren Schwierigkeiten Deutschlands und den drohenden Bolschewismus nachgiebiger zu machen Demgegenüber hält der „Ean- iet5“ die innere Loge in Deutschland für tatsächlich ojeh r ernst.