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mit dem Kreiöblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das

DieDberbeifilihe Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Tf

MZ Ci) Bezugsorei» beträgt monatlich 1.25 X. frei in« Hau« (durch die Poft JIS. DZ »hne Bestellgeld). »erleg »en Dr. L. Hitzrreth. Merkt 21/23.

stems»recher 55.

früher kurheffifche) Oberhessen

Der Anzeigenpreis beträgt für die llgei» Zeile 20 4 u 50*!, Kr«»zusckl^ emtl. r t Qflhrrt auewert. u. Sammel-Anz. 30 4-< SSV»*/, ftriegszuschl. Reklamezeile 1 X. HetzervWi/HJ,

Rabatt gilt «I» Perrebett. Bet lusfunft d die Geichättsft. u. Vermittlung 1Q1Q der »ngebete 25 ^.Lendergebühr. Peftscherkkente: Rr. 5015 Ami Franks. a. M.

Marburg

Montaq, 3. März

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| 3flt Herren der Zivildevölketung, welche bei 3#m tlfofm em Freitag den 28. Februar Waffen Munftion durch da« Iögerbataillon 11 bezm. ftnrch die Polizeibehörde erhalten haben, geben sie chts spätestens Dienstag den 4. März, 5 Uhr nach- littnge, mieder ab. Die Zurückgabe hat bei der Demachungskampagnie, Alte Kasern« Stube 54, zu «Ms«*.

Der Garnisonältest«:

Skaf»r Frhr. Schenck zu Schmeinsberg. FS» den Earnisou-Soldatenrat: Meter.

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Bit Stimltir 6tr DWottr.

Osnabrück, 2. März. Der Sonderzug mit (fiene- ; rml ». Lettow-Vorbeck und seiner Heldenschot fo- uck« »telrn Frauen mit Kindern, zusammen etwa 400 Person«», lief gest-n um 10.35 Ubr abends bter ein, van . dc« zahlreich erschienenen Publikum jubelnd begrüßt . Die Begriißunasgnsproche hielt General v. Schöler vom i. ß. Armeekorps. General v. L-ttom-Vorbck dankte für de« tlbe 's herzlichen Empfang und forderte die mit ihm Zorückgekehrten auf, iefet nicht die Hände in den 6dss» J» legen, sondern mitzubelien. Ordnung im Latinktände zu lckasfn. S'ine Rede klang in ein drei­faches Hurra auf das Vaterland ans. Sämtltwe striegs»eilnebmer hatten inzwischen das Elsern« Kreuz 1 Klaff« «'halten, das ibnen fnfnrt von den anwesenden 7^b«rmeu. di« die B'dien'mg während des Essens über- ! uommeu hotten, anaeheftet wurde. General v. Lettaw- i Bsroeck wurden zwei prachtvolle Lorbeerkränze über- V\ reicht. Um 1.10 Uhr seht« dann de' Zua unter lebbaften Kuudqebnngen der Menge dis R'iie nach Berlin fort.

Berlin, 2. März. 114 Mitglieder unserer hel­denmütigen ostafrikanilchen Vf ertrage, unter Füb- rmrq de« allverehrlen Kommandeurs General v. Lrt t 4»w-Vorb-ck, trafen heute nachmittag auf dem mb Lorbeerbäumen und Blumen geschminkten Lebrier Lahnhof «kn, mit ihnen der Gouverneur von De'ttfch Ofiakrika. 'r. Schnee, der sieben Jahre an der Spitze der Kolonien stand. Der Empfang war überaus Herz- Ach. Hafflreiche 9J?t Weber des Reichs'o^onialamt? ** bt9 Deutschen Offizierbundes hatten sich aus dem Mahnstekg ersammelt, wo auch eine Ebtenkom- Iagnie des Regiments Reinhard Aufstellung nahm, ls der Krq n die löalle einlies. erfüllte« brausende SetreseN den Raum. Die Musik intonierte den KrSfentiermarsch. Nachdem v. Lettow-Vorbeck die Lhrrnkomvagnie abgeschritten hatte, wollte das Be- totn Ende nehmen. General v. Winterselbt McÄH toi Auftrage des Generalstaüs warme Dankes- -- tonte. Mancher alte Afrikaner wir Dr. Zintgraff, der einst am abessinischen Hofe Minister gewesen ist, drückt« unseren Helden kräftig die Hände. Man über- kchüttete sie mit Blumen und stärkte die Heimqe- Dchrte» durch ein festliches Mahl. Bor dem Bahn­hof freHe sich inzwischen eine tausendkövftge Menge augefammelt. Als die Helden den Bahnhof verließen, spielte Ne Kapelle des Garde-Füsilier-Reannents. Sttir- Lischer Jubel der großen Menge erfüllte die Luft. ttoloni«lncknist-r Dr. Bell stattete General v.Let- li'u- Uorbeck nd seinen Getreuen den Dank des Vater- hubeS oft. Tie Menge stimmte nach seinen Worten M deck LiedDeutschland, Deutschland über Alles!" |il Weitere Ansprachen hielten der Kriegsminister ltie|erb, Vizeadmiral Rogge und Oberbürger- i beiges Dr. Reick«. Dann sprach v. Lettow-

«frei von seinem mit Blumen geschmückten Roß toit »etthsnhallender (Stimme und gab im Namen Maer Kameraden die Bersicheruna ab:Sie werden M c»f «ms verlassen können!" Seine Worte klangen M do» Rufe aus:Das deutsche Volk Hurra!" ftuter Hochrufen auf Hindenburg tmb Lettow-Vorbeck t stchz Ne Menge auseinander.

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Dit gtirt to8. » irt AM.

Sttfieet Blätter veröffentlichen jetzt Näheres s über die Fahrt de, MarinelustschtffsL. 59, das Wt Schützt tu ppe in Ostafrika im November 1917 Munition, Arzneimittel sowie einige Personalver- i Warfen» bringen sollte, wegen der nach gerade ein- - -.»en Nachrichten scheinbar hoffnungslosen - T.Urärijchen Lag« im Schutzgebiet jedoch zurück- tkrufen wurde, als es auf der Höhe von Char- dim in Oterägypten stand. Unter Führung des ^apitLnlentnants B o ck h o l d stiegL. 59 am El. November morgen» in Jambul bei Burgas Duigartzen) mit einer Besatzuttg von 22 Köpfen U DN Fahrt ging über ALriauopel und r '»llnzma nach der Ostspitze Kretas. Ain 22. No- ; Minbet, 6 Ahr morgens, überfuhr, das Schiff die Arikanifche Küste östlich von Solum und nahm Evr, eaf die Oase Farapha. Dabei herrschten in s tiUü Meter Höhe derartige Bertikalböen, daß bei

Mehreren Leuten Seekrankheitserscheinungen aus- | Cs wurde dann bis 9% Uhr abends der

augesteuert. Die Navigierung durch die Wüste k M lgte frei Tag und Nacht nach den Gestirnen, so wie bei Schiffen auf hoher See. Nachmit- ^5- uxut infolge Bruchs eines Maschinenteils der f Dtodero Motor vollkommen ausgefallen. Der

MhodeN mmrde jedoch mit den Hilfsmitteln des

Luftschiffes wieder beseitigt. Wohl infolge der Hitze über dem Niltal sackte da, in 950 Meter Höhe fahrende Schiff plöblich stark durch und konnte nur durch Abwurf von Wasier und Transportmunition zum Stehen gebracht werden, so daß noch eben die Gefahr eines Aufstoßens auf eine Vergspitze ver­mieden wurde. Etwa in diesem Augenblick er- "eichte das Schiff der Befehl zur Rückkehr. Benzin- und Wasiervorräte waren noch reichlich vorhanden. Das Personal hätte trotz "großer An­strengungen ohne Bedenken noch zwei Tage weiter bnrchhalten können. Die Verpflegung bestand aus Kaloritkonserven, Dauerschinken und Dauerwurst mit Frischbrot und Butter. Als Schlafgelegenheit dienten Netzhängematten. Eine wirkliche Ruhe war indesien nicht möglich, da die Spanndrähte und die klappernde Außenhüve dauernd störten. Auf der Rückfahrt, bei der am 24. um 3 Uhr nack>- mittags die afrikanische Küste bei Solum über­zogen wurde, herrschte in dem Luftschiff eine dauernde Treibbaustemperatur von -f- 28 Grad Telsius, die in der Nacht auf 10 Grad fiel, so daß viele Leute bei der Landung stark erkältet waren und Fiebe-erscheinungen batten. Der Rück­weg über Kleinasten brachte noch heftige Kämvfe mit heftigen Be-gwinden, bis am 25. November um 71/2 Uhr morgens die Landung in Jambul er« 'olgen konnte.L. 59 hatte im ganzen 6 7 5 5 Kilometer, d. h. mehr als die bis zum beab­sichtigten Landeplatz in Ostafrika in Rechnung ge­stellte Strecke in 95 Stunden zurückgelegt und ver­fügte bei der Landung noch über einen Betriebs­vorrat für 21/2 Tage. Aller Wahrscheinlichkeit nach oäre es nah vier Fahrttagen in der Kolonie an- zelangt. Wurde das Ziel auch nicht erreicht, so "gte die Fahrt doch erneut Zeugnis ab von dem Wagemut und der Tüchtigkeit unserer Lustlchiff- besatzungen und den glänzenden, von feinem anderen Volk erreichten Leistungen unserer Lust- schiffe.

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MssenMmd eil Mtzm.

Berlin, 28. Febr. In der Sitzung der SB aff en- stillstandskommisston in Spaa am 27. richtete der deutsche Vorsitzende in einer Note an die Verbündeten das Ersuchen, zum Zwecke der Lebensmittelzufubr nach Deutschland die Küsten f chi fsah rt von Rotter- dam nach Hamburg und Stettin zu gestatten. Er bat in Anbetracht der schwierigen Enrährungsfrage Deutschlands um rasche und zustimmende Antwort gebeten. General v. Hammerstein überreichte eine weitere Note über die Zustände in Posen. Der Ver­treter der deutschen Regierung machte die Verbündeten unter Bezug auf Pressemeldungen, die von einem bevor­stehenden Transvort polnischer Truppen aus Frank­reich nach Danzig berichten, auf die Gefahren eines solchen Unternehmens aufmerksam. Es würde wahr­scheinlich in Westpreußen zu Feindseligkeiten gegen die polnischen Truppen kommen, und sie würden dort fest- gehalten werden. Dadurch mürbe eine Verstärkung der deutschen Front gegen den Bolschewismus nicht er­reicht und die ihrer Verbindung mit Deutschland be­raubte deutsch^h-lltisch-litauische Front mit dem Zu­sammenbruch bedroht. Deutscherseits wurde ange­fragt, ob die Nachricht zutrefse, daß General Liman v. Sanders in Konstanttnopel vor ein Kriegsge­richt gestellt worden sei. Da die in der neutralen Zone Deutschlands stetige deutsche Polizeitruvpe für die Aufrechterhaltung der Ordnung nickt mehr genüge, beauftragte General v. Hammerstein ihre Vetttärsting. Sodann protestierte er gegen verschiedene U&ergriffe der Besetzungsbehörden, u. a. gegen die Absetzung des Oberbürgermeisters GSttelmann in Mainz.

Berlin, 2. März. Die deutsche WastenM- standskommission teilt mit: Die französischen Behörden haben die Minette-GrubenfelderKarl Lueg", Karl Lueg 2" undAugust Servaes" und mehrere benach­barte Minettefelder, die derGutehoffnungs-Hütt?' undPhönix gehören, unter Zwangsverwaltung ge­stellt. Ferner haben sie das in Wollmeringen gelegene Mnetten-Bergwerk Sterkrade-Anschluß, das ebenfalls der Gutehofftu:ngs-Hütte gehört, und den Grundbesitz der Gutchoffnungs-Hütte in der Gemeinde Nonnofen beschlagnahmt. Der deutsche Regierungsvertte- ter in Spaa erhob gegen diese Maßnahmen Einspruch.

Hamburg, 1.März. Die Besatzungen der von der französischen Regierung zurückgehaltenen deutschen Schiffe trafen mit einem französischen Transport- damvser ein.

Amsterdam, 1. Mär». Au» Brüssel wird ge­meldet, daß nach vom Kabinett erhaltenen Mitteilun­gen die brttische Regierung beschlossen hat, den eng­lischen Industriellen und Kaufleuten zu erlauben, mit den Bewohnern des linken Rheinufers Handelsfre- Ziehungen anzuknüpfen.

Sofortiger Frieden oder Aufhebung der Blockade.

London, 1. März. Der Ausschuß für wirtschaft, liche Angelegenheiten hat in seinem Bericht an bin Obersten Rat die Ansicht Ausgesprochen, daß die Verbün. beten entweder sogleich Frieden schließen oder die Blockade aufheben muffen. Der Korrespon­dent derDaily New," in Pari» hat erfahren, daß allein in Budapest täglich 250 Personen infolge Hn». geie sterben. £» verbotet, daß Ne Kcmnniw-m für

Wiederherstellung empfiehlt, daß Deutschland genötigt wird, auf drei ve-schieden« Weise zu zahlen: Mtt Gold­reserven. mit Guthaben und mit Kohlen, Kali und Holz. Die deutsch« Flott« «acht auch jetzt noch Kopfzerbrechen.

London, 1. März. Einer Reutermeldung zufolge würde es drei Jahre dauern, die ausgelieferten deut­schen Kriegsschiffe auseinanderzunehmen. Die aus dem Verkauf sich ergebende Gttamtsumme würde höchstens 500 000 Pfund Sterling ertragen. Wegen des gewal­tigen Koblenverbrauch» und der Schwierigkeit de» in­neren Umbaue» fei es unmöglich, sie als Transport­schiffe zu gebrauchen. Wenn die Schiffe unter die Ver­bündeten verteilt werden sollten, so würde dies nach Maßgabe der von feder Macht während des Krieges er­littenen Verluste oder auf Grundlage der augenblick­lichen Flottenstärke zu geschehen haben.

Scharf« Bedingungen für die Luftfahrt.

Bern, 1. März. Wie die Pariser Blätter melden, werden In die neuen Waffenstillstands- bebingungen zum ersten Male Bestimmungen über die Luftfahrt ausgenommen werden. Man will Deutschland irgendwelche Möglichkeiten nehmen, in der Lust einen überraschenden Angriff auszu­führen. Die Perbündeten ihrerseits wollen nach Möglichkeit abrüsten können. Dies ist aber erst don" möglich, wenn Deutschland die Flügel gestutzt werden. Die neuen Lufttahrtbedingungen würden radikal und scharf fetn.

Beginn der Lebensmittelverhandlnngen.

Berlin, 2. Marz. Marschall Foch läßt der deutschen Waffenstillstandskommisston durch eine Note mitteilen, daß die Vertreter der Verbündeten für die Verhandlungen über die Lebens­mittelversorgung Deutschlands und die damit zusammenhängenden Finanzfragen und Schiffahrtsfragen am 4. März in Spaa eintreffen würden. Ihre erste Zufammenkunst mit den deut­schen Delegierten sei für Dienstag den 4. März, nachmittags 6 Uhr, vorgesehen.

General Nudant teilte der deutschen Kommis­sion mit, die französische Regierung habe beschlos­sen, zum Studium der Lebensmittelversorgung Deutschlands eine aus vier bis fünf Personen be­stehende französische Mission nach Berlin zu ent­senden. General v. Hammerstein begrüßte diesen Schritt der französischen Regierung, erhob jedoch Einspruch gegen den Ausdruckdie französische Re­gierung hat beschlossen". Eine Anfrage stanzö- sischerseiis, ob die Entsendung der Mission genehm wär«, hätte der üblichen Form mehr entsprochen.

Wien, 1. März. Da» Wiener Korr.-Büro ver­öffentlicht folgenden Funkspruch ans Washington: Ge­stern setzt« Wilson seine Unterschrift unter eine Ur­kunde, durch die die Bereinigten Staaten einen Kredit von einer halben Milliarde Franken für die Berpro- viantterung der hungernden Bevölkerung Mitteleuropa» «'öffnen. Diese Summe, die be­reits in den ersten Februartagen von dem Lehensmtt- telkontrolleur Hoover zu dem erwähnten Z-- eck dringend angefordert wurde, wird ihm nun zur Verfügung ge­stellt.

Historisch« Grenzen für bte Tschechen!

Pari», 1. März. E» erscheint jetzt als sicher, daß di« Kommission für die Grenzen der Tschecho-Slowaken die Aufrechterhaltung der historischen Grenzen beschließm wird, d. h. die Einverleibung der Deutschen in den tschecko-slowakischen Staat Auf das sonst immer »»erfochtene Selbstbestimmungsrecht wird gepfiffen.

Eine sranMsche Stimme zur Lage in Deutschland.

Bern. 1. März. DerTemps schreibt mtt der bisherigen negativen Polittk habe man d n Ausdruck von Unruhen aller Art in Deutschland erleichtert Heute sei man gezwungen, auf die innere Lage Deutsch­land» aufmerksam zu werden, weil vielleicht morgen schon dott ein Eingreifen notwendig werde, denn es sei sehr wohl möglich, daß di« Eberk-Scheide- mann-Brockdorst-Regierung. die sich machtlos fühle, sich an die Westmöchte um Hilf«, vielleicht sogar um mi­litärisch« Hilfe, wenden werde. Wolle man diesem Er­suchen nachgeben, so würde man sicherlich neue Enttäusch­ungen erleben. Wenn sich die Verbündeten genötigt seben, in Deutschland Partei zu ergreifen, so dürften sie sich nut auf real« Kräfte und auf ehrliche Leute stützen.

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Sie Mark.

Warschau, £ März. sHavas.) Die Kommission der Verbündeten in Warschau ist in da» Posener Gebiet abgereist. Sie wird in Bromberg mit der deutschen Ab­ordnung zusammentteffen, um mit ihr über die Anwen­dung der Bedingungen des Waffenstillstandes bettesfend den deutsch-polnischen Konflikt zu verhandeln.

Da n z i g, 1. März.. Der Deutsche Volksrat in Dan­zig erhob bei der Rattonalversammlung und der Reichs- regierung sowie bei der Wastenstillstandskommisston wegen einet etwa beabsichtigten Landung polnischer Truppen in Danzig Einspruch

Thorn, 1. März. Infolge bet gestrigen Aus­schreitungen wurve für den Zivilbereich der Festttng Thorn der Bela gernngszu ft and verhängt

Oppeln, 2. März. Die grotzpolnische Verhetzunß und Aufteizung nimmt immer grötzeren Umfang an. Agitatoren überreden die Landwirte, nicht mehr an die Sammelstellen und bte Aufkäufer abzuliefern So ist die Stadt Oppeln abermals nicht in der Lage. Fletsch an die Bewohner austeilen zu taffen, obwohl in letzte» Zeit ohnehin nut 75 Er. auf den Kopf gegeben roerneu konnten. Die Stadt hat kein Schlachtvieh erhalten, da den Aufkäufern von den Viebbesitzern nichts verkauft wird, sondern diese alles im Schleichhandel zu Wucher» preisen absetzen. Auch die Milchbeliefetung der Stadt d-oht zu einer Katastrophe zu werden, da die zur Lief«, rung verpflichteten Ortschaften infolge der polnischen Aufhetzung nicht liefern. Selbst der Landrat und bet Volks- sowie Soldatenrat waren bisher ohnmächtig. Aehnliches wird auch aus anderen Orten Oberschle­siens berichtet. In Retnsckdorf bet Kosel wurde Stur» geläutet, als der Viebaufkäuser mit dem erbetenen ei» litärischen Schutz erschien. DI« Bauern, bereits darauf vorbereitet, rotteten sich zusammen, und es kam zu eine» regelrechten Kampf, wobei ein Bauer von einem 60fr baten etschoffen wurde. Die Soldaten, wie auch bet Genda"m und bet Aufkäufer mußten vor der Uebernmcht flüchten.

Angriff de« «olschewiki in Kurland.

L t b a u, 1. Mär». Der Feind greift seit R Uhr früh Goldingen mit 5 bis 600 Mann und vier Geschüten an. Der noch im Gang befindliche Kampf ist eigene Verstärkungen sind im Anmarsch. In Liba^^^^ fen am 28. 2. ein englischer Kreuzer, Admiralschh zwei Torpedoboote ein; sie ankern hn Vorhafen.

Ltbau, 1. Mär». Dte Pressestelle Libau Tie fta'feit Angriffe aus Goldingen sind chettert 60 Schuß leichten und schweren ft..

wurden auf die Stadt abgegeben. Sie verursachter»^ Schaden an Gebäuden. Weitere Angriffe werden märtet. Unsere Truppen hatten bisher keine Verlust», lieber Schaulen über Lukniki hinaus notgedrungene beb lchewistische Trupven (zwei Bataillon« vorn 8. Litaui­schen Infanterie-Regiment) wurden angegriffen an» geworfen. Lukniki ist im Ortskompf genommen wor­den. Der Gegner flutete unter schweren Verlusten auf Kurschanp zurück. Die eigenen Verluste betragen- Tret Tote, acht Verwundete. Die Beute- 23 Gefangen«, vier Granatwerfer, zwei leichte und zwei schwer« Maschinen­gewehre, 90 Gewehre, viel Munition unb ein» Feldküche.

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M'M.

Die SinigRng bet valschewift Mit den Sozial, revolutionären.

Stockholm, 28. Febt. Ein Funksptuch aus Po. ftrsbutg meldet. Kamenew faßte in einet Sitzung des Erekutivkomitee» in Moskau die auf der letten Kon­ferenz der Eozialtevoluiionäte gefaßten Beschlüsie wi» folgt zusammen: Die Pattei der Sozialrevoluttonä» legt gegen jeden Eingriff bet Regierungen bet Verbün­deten in russische Angelegenheiten Protest ein, verdammt jede» Bündnis mit den Regierungen bet Bourgeoisie und scklägtvor, jeden Kampf gegen die Sowjetgewalt einzustellen. Sie forbert ferner das Recht bet freien Kritik an den Sowjetregierungen. Die letzte Forderung wurde bet Partei der Sozialrevolutionäre zugestanden. Somit verlangt kein« Partei ht Rußland mehr ein Bündnis mit bet Bourgeoisie oder bet Rationalvev» sammlung. Keine Partei besteht wettet auf dem Ei» qteffen bet Verbände. Die Eowjettegietung beschloß, die rechtsstehende sozialrevolutionäre Partei an-ue» keimen.

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91t Mt.

London, 3. März, (deutet.) Au« Watsch« wird gemeldet: Die Bolschewisten beherrschen zwei Drittel bet Ukraine. Der ukrainische Oberbefehl«- Haber Petliura siebt in Verhandlungen mit dem frone zösiscken Oberbefehlshaber in Odessa wegen Hilfe gegen die Bolschewisten. Der interafliierte Ausschuß hän­digte Petljura die Wassenstillstandsbedingungen etn, die Lemberg unb die Oelfelder tu den Händen bet Polen belassen.

Sie Utilraltii

Madrid, l.März. (HavaS.) Infolge gels an Brot kam es zu Zusammenstößen zwtsch«n bet Polizei und den Einwohnern. Das Publtkunl steht in Reihen vor den Bäckereien.

Amsterdam, l.März. Reuter meldtt m» Madrid, daß eS wegen Lebensmitteimangel zu ernsten Unruhen kam. Schlächter- und BäckerlLen wurde, erstürmt. Nach Verhängung des Belagerungen« standes wurde die Ctbnung wieder hergestellt. Trup­pen patrouillieren durch die Stadt. Reuter meldtt weitet ans Madrid, daß die Regierung sämtliche Bäcke­reien übernommen hat. Romanones er Härte, die Pro­teste der Bevölkerung gegen die Lebensmittelh ändlei haben einen derartigen Umfang angenommen, daß notwendig fei, ernste Vorsichtsmaßregeln zu treffen.

Rücktritt des dänischen Ministerium».

Kopenhagen, L, März. sRitzau.) Dn das Landsthing den vom Folkething bereits angenommen«» Gesetzentwurf bett, sofortig« Aufnahme einet an leihe abgelehnt Hai, ist do» Ministerium Zahle 1*4. rkckgetiEt«^ Siet LSrrig sich d» KlUjchsjhWG , ftwrrehalten, - -