mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Der Anzeigenpreis beträgt fit Die 8 iele Zeile 20 4 u 50*le RtutrufifL, tmtl. p A ausroärt. u. GammeUXni. 3D 4-* 33V,*/, Ärirgejuuhl. Stefleinexetle ' X. 3eBer ,,T- x
Die „OberbeffH*e Zeitung- tridirint sechsmal »ächentlich. — Der
Die „DberbeffHebe Zeitung- er-metnr |ea)sm«i wemtnuiai. — ; "W* a Q SeAuasrrei» beträgt Monatlich 1.25 X. frei ins Haus (durch die Poft eJtS. 4ö ohne Bestellgeld) — «erleg «an Dr €. Hitzeruth. Murkt 21/23. —
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unwahr find. Vielleicht findet Wilson bis zur endgültig n Regelung der Völkerbund- und Kolonialfragen Anlaß, von dem Inhalt des deuifchen Weihbuyes Kenntnis zu nehmen. Ein gerechtes Urteil setzt voraus, daß beide Parteien gehört find.
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betrachten ist.
Wilson über de« Friede« der Gerechtigkeit.
Boston, 24. Febr. sRcuter.) In einer Rede seiner Ankunft in Amerika sagte Wilson, er habe
Rabatt gilt «I» Serrebatt. — Bei Auskunft d die 6e|d;$Hi1L u. l<er*tttl«ng der Ingebete 28 j.Genbergebibr. — Pattscheckksnt»: Nr. 5C16 Amt Franks. a. Ni.
Der geplant« Anschlag gegen Wilso«.
New York, 24. Febr. (LavaS.) Die Polizei Hai im Klub der 14 Spanier, die wegen Verschwörung gegen Wilson verhaftet wurden, eine ausgedehnte anarchistische Propagarcha, zahlreiche Flugschriften sowie eine demontierte Maschine von besonderer Konstruktion entdeckt. Nach der Erklärung der Polizei wurden Bolschewisten verhaftet, die in de« Anschlag verwickelt waren, der bei der Ankunft WilsonS erfolgen sollte.
London, 25. Febr. sHavas.) Ein vom „George Washington" erhaltene» Radio-Telegramm meldet, daß esdem Schiff gelang, etwa 1000 Meter von der Kaste entfernt vor Anker zu gehen und so da, Scheitern infolge de, herrschenden dicht« Nebel» $« vermeide n.
Sie LerMnW der MNd'NW 68er Im SWohrtr- nni Se&emitteWoM» Wie gestern bereits gemeldet, hat General «udnnt mitgeteilt, daß die für den 24. d. Mts. »ngrsetzten Verhandlungen über die mit der Versorgung Deutschlands zusammenhängenden Fragen Nicht vor dem 4. März ausgenommen werden könnte». Dazu wird weiter gemeldet: Tie verbündete» Regierungen liehen erklären, datz sie be- teii seien, die F r a ch t ü b e r sch ü ss e, die aus bei Verwendung der deutschen Schisse im Dienst >et Verbündeten entstehen, als Bezahlung für Ht Lebensrnittel anzuerkennen. Damit sei die wichtigste der ungelöst gebliebenen Fragen erledigt. Deutscherseits muffe man sich darüber klar fein, datz keine Lebensmitteleinfuhr nach Deutschland mißlich sei, ehe nicht entscheidende Fortschritte hinsichtlich der Zurverfügungstellung sowohl der deuifchen Frachtschiffe als auch der Paffagier- dampfer gemacht worden seien. Deutschland müsse ferner einsehen, datz die baldige Lieferung der Lehensmittel namentlich von dem Zeitpunkt abhängt, |U dem der deutsche Schiffsraum für den Lebens- vritteltransport verfügbar würde. Im deutschen Interesse liege es also, wenn die Schiffe sobald und tn so großem Ilmsange wie möglich den Verbündeten zur Verfügung gestellt würden. Eeneral v. 5)« mm er stein erwiderte auf Nudants Aus- flihrnngen, es sei höchst unangenehm, jetzt die plötzliche Verschiebung der Zusammenkunft auf den 1. März zu erfahren. N u d a n t erklärte, er bedauere die Verzögerung der Zusammenkunft, er kenne aber die Ursache nicht, abgesehen von dem erwähnten Punkte bezüglich der finanziellen Frage.
Der Vertreter der deutschen Negierung teilte im Anschluß hieran mit, datz ihm von städtischen And Kreisbehörden des niederrheinischen Kohlen- bezirks mehrere Telegramme zugegangen feien, die bn engen Zusammenhang mit den leider verschobenen Verhandlungen ständen. Er verlas dann Ku.zß^ aus Telegrammen. Es wird in ihnen Lbereinstimmend erklärt, datz die Lebens - «i leinet aufs höchste gestiegen, und datz der größte Teil der unterernährten Arbeiter am Ende feiner körperlichen Leistungsfähigkeit an- gciommcn ist. Dauerstreiks und Hunger- kra walle feien überall zu befürchten, wenn Nicht rasch und ausreichend Lebensmittel beschafft würden. Der Vertreter der deutschen Negierung bemerkte hierzu, er habe diese Telegramme lediglich zu dem Zweck verlesen, damit die interalliierten Kommissionen sähen, wie hoch die Lebensmittel- «st in Deutschland gestiegen sei und zu welchen 'Zuständen sie führe. Die innerpolitische Lage sei niemals so drohend gewesen wie jetzt. Nicht iniu im Ruhrgebiet, aus dem diese Telegramme stammen, sondern auch in den Hauptstädten Süd- deuischlands hätten die Extremen die Oberhand gewonnen oder ständen im Begriffe, sie zu gewinn««. Die bolschewistische Gefahr fei |r öfter denn je. Die deutsche Regierung tue nm diese Gefahr zu bekämpfen. Aber die rft zrgen dauernd wirksamen Waffen seien Brot Arbeit. Die Lieferung dieser Waffen hänge •Uiin Bun den verbündeten Regierungen ab. Er hege bie feste lleberzeugung, datz die bevorstehenden, jetzt verzögerten Verhandlungen nicht mit Bedingungen verknüpft würden, die Deutschland die Annahme unmöglich machen oder autzer- Srdentlich erschweren müßte.
Die deutsche Kommission ist von Spaa wieder ab-
Die deutsche« „Kolo«ialgre«el-.
Berlin, 24. Febr. Kolonialmtnist« De. Bell erklärte einem Vertreter der „Berl. Pol. Rachr." «. «.: Wilson soll von beträchtliche« Enthüllinrge« über tnrer. trägliche Lasten und Ungercchtigteite« gesprochen ha. den, die mir den Eingeborenen auferlegt hätte« und daff wir bet Ausrottung der Eingeborene« «ehr Znterefle entgegen geb rächt Hütte« al» ihrer Entwickelung. Sollte et unter de« „Enthüllungen" da» englische Blaudvch vom August 1918 gemeint haben, so führt et« deutsche» Weißbuch über die „Behandlung" der einheimischen Bevölkerung in den kolonialen Besitzungen Deutschlanvs und Englands vornehmlich durch englische» Material den Beweis, datz die der deutschen Koonialpolitik gemachten Vorwürfe maßlos übertriebe«^ entstellt over
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bet Friedenskonferenz sehr glückliche Eindrücke bekommen. Die Konfernz scheine langsam voranzuschreiten. aber dies scheine nur so. Alle Völker Europas ve-eintg- ten sich vertrauensvoll in der Hoffnung, weil sie daran glauben, datz wir an bet Schwelle eines neuen Zett- alters stehen, in dem bte Nationen ihre ganze moralische itnb phvsische Kraft zusammensaffen miisi n, nm bcm Recht Geltung zu verschaffen. Wenn Amerika tn diesem kritischen Augenblick versagte, würde« die Welt und bte Menschm bet Bitterkeit bet Verzweiflung üverlassen roerben. Jedermann, bet glaube, datz Ame-tka an einem solchen Rückstotz und einer solchen Enttäuschung der Welt mithelfen würde, kenne Amerika nicht. Der Präfibent fuhr fort: „Glaubt ihr an bie Sache ber Polen, wie ich ba^an glaube? Werbet ihr ein Poren errichten und um e» herum einen Kreis von Heeren lasten? Glaubt ihr an die Bestrebungen der Tschecho- Slowaken und bet Jugoslawen, wie ich batan glaube? Witzt ihr, wieviel Machte schleunigst übet ste brr fallen würden, wenn hinter ihrer Freiheit nicht ete Garantien bet Welt stünden? Die Regelungen des jetzige« Friedens könnten nicht Generationen vtn- durch währen, wenn ste nicht von den vereinigten Kräften der zivilifierten Welt garanttert rott-ben.“ Wiklon sagte schlietzlich baff et ht fernem Versuche, bie Dmge nach ihrer Gerechtigkeit zu beurteilen, da» siel und den Gedanken Amerika» «»drückt.
Marburg
Bnltwoch, 2G Februar
Ne IoWm' d« MO hur '1 h!t$o!ei.
Umkehrung der Wahrheit durch die Polen.
Berlin, 25. Febr. (Durch Funkspruch.) Von der Reichsregierung wird mitgeteilt: Wie zu erwarten war, haben die Polen trotz der Bestimmungen des letzten Waffenstillstandsvertrags die Feindseligkeiten nicht eingestellt, sondern fahren fort mit Angriffen gegen deutsche Ortschaften. Wie ferner zu erwarten war, suchen sie vor aller Welt uns als die Schuldigen bei der Fortdauer der Feindseligkeiten hinzustellen, indem sie durch Funkspruch an das Nationalkomitee in Paris verkünden, datz wir die Bestimmungen des Waffen, stillstandsvertrages nicht einhieltcn. Sie wenden hierbei die altbewährte polnische Methode an, den Gegner derart mit erdichteten Beschuldigungen zu überschütten, datz es nicht leicht i’t, alle Unwahrheiten alsbald zu widerlegen. Wir beschränken uns aber vorläufig darauf, die polnische Behauptung, datz wir die Angriffe nicht eingestellt, sondern sogar verdoppelt haben, zurückzuweifen und stellen folgendes fest: Die Verhandlungen mit den Westmächten sind am 16. 2. 1919 abends zum Abschluß gekommen, so datz am 17. 2. Befehle zur Einstellung der Feindseligkeiten gegeben werden konnten und die Kämpfe am 18. 2. aufbören mutzten. Deutscherseits ist dies eingehalten worden, die Polen hingegen haben die Feindseligkeiten fortgesetzt.
Bromberg, 25. Febr. Tie Polen beschossen Gestern von Rüden aus unsere Poflierungen bei Deutsch-Kruschin mit Maschinengewehr« und Jnfan teriefeuer. Zn der Gegend von Groß-Nendorf und Minutzdorf Patrouillen'ämvfe. In der Nacht versuchten in der Gegend von Slesin und J-sephine« mehrfach seindliche Patrouillen gegen unsere Linien vorzugehen; sie wurden mit Gewehrfeuer abgewiesen.
Bolschewistische Angriffe abgeschlagen.
Berlin, 25. Febr. Das Oberkommando Rorv meldet: Bei Argenau und Lipike« südlich von Johan- nisburg b r a ch e n die Polen am 20. bei®. 21. Februar durch Patrouillenangriffe ben Waffenstillstand.
Die Räumung südlich Prostken und de« Raumes Bialystok durch unsere truppen wurde planmässig ee. endet. Die Polen übernahmen die Front bis etwa zum Rjemen. In der Gegend von Olita wurden Butrv- niance und Stocklischki, letztere» nach einem Kampf, am 19. Februar von unseren Truppen wieder genommen Seitdem herrscht in dem dortigen Abschnitt im allgemeine« Ruhe.— Am 21. Februar wurde Goldin» gen erneut von starken Banden, die von Maschinengewehren und Geschützen unterstützt wurb-n. angegriffen Der Kampf bauerte den ganzen Vormittag. Gegen 1 Uhr war der Angriff abgeschlagen. Die Bolschewisten zogen sich in ben Raum östlich und nordöstlich von Eolbingen zurück.
ftriegeernimmg bet Eowfetregsemng?
Rotterdam, 24. Febr. Die .Times” meldet aus Moskau: Die Sowsettegierung erörteft in öffentlichen Aufrufen die bevorstehende Kriegserklärung an Deutschland zur Herbeiführung den Siege» de» Kommunismus in Deutschland.
Wölbe.
Der Terror der Radikale«.
Düsseldorf, 25. Febr. Hier hat sich letzte Nacht eine große Umwälzung vollzogen. Der au« Unabhängigen und Spartakisten bestehende Ar» beite trat beschloß mit überwältigender Mehrheit die Ablehnung der Wiederaufnahme des Ee» neralausstandes. Daraufhin wurde dieser Ar» beiterrat von radikalen Elementen der Sparta» kisten und Arbeitslosen gestürmt. Die unabhängigen Mitglieder des bisherigen Vollzugsrates sind in Sicherheitshaft genommen. Der neue Doll- zugsrat soll den Generalstreik mit aller Entschiedenheit durchführen. Die Empörung der Arbeiter» schäft, die weiter zu unfreiwilligem Feiern gezwungen werden soll, ist ungeheuer.
Berlin, 25. Febr. Zm Braunkohlenrevier Hei Halle wird gestreikt, um den Sturz der Regierung und die Beseitigung der Nationalversammlung zu erzielen. L» ist tief betrübend, datz eine Anzahl irregeleitete Leute ein wirtschaft» üches Mittel des Wirtfchaftskampfes für politische Verbrechen mitzbraucht. Der Ausstand wird kein anderes Ergebnis haben als das, gerade die ärmsten Bevölkerungskreise dieser Gegend den schwersten Folgen einer Kohlennot auszusetzen und tn einigen Tagen auch der Hungersnot aus;«- liefern. Das Gleiche gilt für den Ausstand der Eisenbahnarbeiter. Der Eisenbahnbetrieb bei Halle ist bereits gestört. ' Zn unverantwortlicher Weise ■ vergrößern diese Ausständigen die Ber« kehrs- und Wirtschaftsiwt in Deutschland. Diesem Treiben wird mit rücksichtsloser Strenge entgegen» getreten werden. Auch bei diesem Ausstand wird eine große Anzahl Arbeiter gegen ihren Wille« zur Arbeitseinstellung gezwungen. Von der Ne» gierung find unverzüglich Matzregeln tn die Wege geleitet worden, die bezwecke», unter allen Umständen solchem Terrorismus zu begegnen. $» wird gezeigt werden, datz wahnwitzige und verbrecherische Elemente nicht ungestraft das Land zum Zusammenbruch b' re,en dürfen.
Halle a. S., 25. Febr. Der Allgemein, a u s st a n d der mittel- rutschen Bergleute, der Belegschaften der groften chemischen Fabriken «nd Stickstoffwerke, der Eisenbahner und Metall- arbeiter gewinnt stündlich an Ausdehnung. Da» gegen sollen alle Rahrungsmittelbetriebe (Wasserwerke, Bäckereien, Schlachthöfe), wie durch Anschlag angekündigt wird, bis Samstag weiter» arbeiten. Vs handelt sich nach Mitteilung de« Bezirksbergarbeiterrats beim Oberbergrat Halle um Anerkennung der Betriebsräte durch bte Reichsregierung.
Zeitz, 25. Febr. Hier ruht dte Arbeit vollständig. Da das Elektrizitätswerk die »Stromlieferung eingestellt hat, wird der hier auf elektrisch betriebene Weichen angewiesene Eisenbahn- verkehr mit groften Schmierigkeiten vorläufig aufrecht erhalten. Die Wasserversorgung der Stadt ist ebenfalls verhindert. Die Bürgerschaft de» Stadt- und Landkreises Zeitz will ihrerseits den Bllgemeinausstand verkünden, um die Wieder» aufnahme der ArbM durch die ausständigen Arbeiter zu erzwinge».
Aachen, 24. Febr. Auf den dem Eschweiler Bergwerksverein gehörenden Gruben Eouley, Veccatt, Eschweiler und Reserve traten dir Arbeiter in den Ausstand. Sie stellten eine Reihe von Forderungen auf, wovon die bedeutsamste dir sofortige Einführung de» Achtstundentage» ist. Dieser Forderung steht die vor einigen Woche« zwischen den Vertretern der beiden Gewerkschaften und dem Vorskkknd des Eschweiler Bergwerks« Vereins getroffene Abmachung gegenüber, datz der Achtstundentag erst vom 1. April ab eingeführt werden soll. Die Forderung nach dreimaliger Lohnzahlung im Monat wurde vom Vorstand de» Eschweiler Bergwerksvereins bereits zugestanden.
Freiburg i. B., 25. Febr. Der Arbeiter- unb SoldaLearat, die sozialdemokratische Partei,
Weise wurde die Leibesunterfuchung vorgenommen. Nachdem die Unglücklichen in ein bereit siebendes Lastauto verladen ioaren, wurden sie zur Grenze befördert, wo ein Lldwiegen der Gepäckstücke stattsand; toai übet 30 Kilogr. war, wurde weggeworfen, Kleider, Wäsche, Eßwaren usw. Am Freiburger Bahnhof (Baden) hattt man nach den so herb verlebten Stunden einen rührend empfundenen Empfang, eine fremde Dame bemühte sich um Fahrkarten, während Schüler höherer Schulen zu den Gepäckstücken griffen sowie Sitzplätze zur Weiterfahrt im guge bereit hielten. Da» bedauernswerte Elsässer Volk ist durchaus nicht, rote ei von unfern Gegnern gerühmt wird, so gut französisch gesinnt, aber um sich keiner Bestrafung auszusetzen, gezwungen zu schweigen. Gar mancher unter ihnen sagt: Unsere beste Zeit ist gewesen; so wie wir e§ bei den Deutschen gehabt haben, bek"w men wir es nimmer.
Berlin, 24. Febr. Der Borsitzende bet deutschen Waffenstillstandskommission in Spaa hat den mrrbfinbeten eine Note überreicht, in der darauf hingewiesen wird, daß seit über drei Monaten die Frei« karsung der deutschen Kriegs- und Zivil« gefangenen vergeblich erbeten wird. Im Segen« i katz 5« der Haltung der deutschen Regierung, die sofort nach Abschluß des Waffenstillstandes aus freien Stücken große Erleichterungen für die Kriegsgefangenen veranlaßt hat, haben die französischen Behött>en die Bchandlnng der deutschen Kriegs« und Zivilgefauge- k 'nen verschärft. Gegen diese offenkundige Verletzung des WaffenstillstaudSvettrageS erhebt General Frhr. v. Hammerstein Einspruch und bittet Nudant, Marschall Foch zu veranlasfen, daß et schnell Abhilfe schasse.
Aus dem Bericht ber Waffenstillstandskommission in Spaa: DaS in amerikanischen Händen besindlickw deutsche Sanitätspersonal, das nicht mehr zur Pflege der verwundeten deutschen Kriegsgefangenen benötigt p ivird, soll entlassen werden. Tre Uebergabe wird k wahrscheinlich in Limburg erfolgen. — General v. Ham- i iterfyin rattjrblfitete ben Verbündeten weitere Wit-
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Die -Befreiet*.
Bafel, 24. Febr. Et« zuverlässiger EllSfier, der aus Mülhausen et «getroffen ift, berichtet: Die Unruhen in den Städten de» Elsaß, die «»egen der Willkür- Herrschaft der Franzose« ausgebrochen waren, bestätige« sich. In Mülhausen wurde vom Rathause die Iritolore heruntergchott und der deutsche Adler wieder befestigt.
Die Auameifung der Alldeutsche« au» dem Elsaß.
Aus unserem Leserkreis erhalten wir folgende Schilderung der Erlebnisse einer 76sährige« Altdeutschen bei ihrer Ausweisung aus dem Elsaß:
Bei Ausweisung aus dem Elsaß erging eS traurig einer 76jährigen Altdeutschen, die fett April 1871 mit ihrem 1913 verstorbenen Gatten im Elsaß wohnt. Die plötzliche Ausweisung verursachte der an Herz- schwäche leidenden Kranke« vollständige Hinfälligkeit, zumal erst einige Tage zuvor der französische Kommandant, dem die Kranke b Wochen Cuartier gegeben hatte, des öfteren versichern liefe, daß sie niemals fnrt müsse. Die Bitte bei der Kommandantur um einige Tage längeren Blechens, bis der Zustand vielleicht etwas besser fei, blieb unbeachtet. Die alte Frau wurde mit ihr« sie schon feit -Jahre« pflegenden Schwester, die ihr vermögen auch dem sie ernährenden Besitztum dargSracht hatte, hinausgestoßen in die weite Welt, Unterkunft und Hilfe suchend. Die Kranke, deren Kraft vollständig versagte, mußte bis zur Grenze von ftanzösischen Militärs, von da biS zum Zuge von zwei au5gtroiefenen Bürgerssöhnen getragen werden. In peulluh empfundener rückjicht-?loser, nichtachlender
teilung-m über forigese-te Wafienstillstandsverletzungen durch die Polen. — Die deutsche Kommission erhob Einspruch gegen das Auftreten eines nach Darmstadt entsandten französischen Offiziers, der vom Oberbür- oermeister Aufstellung von Listen über verschiedene Änaeleoenheiten verlangte. — General Nudant übermittelte dem deutschen Vorsitzende eine Mitteilung des Kommandanten der französische?. Seestreitttäf e in der Ostsee, nach der neuerdings das srauzö'ische Tor- vcdopoot „Obusier" zwei: deutsche Schiffe gerappert Hai. Der französische Kommandant will die deutschen Schiffe durch den Kaiser Wilhelm-Kanal nach Frankreich bringen lassen. Er bittet zu veranlassen, daß deutscherseits Befehl gegeben werde, damit der Durchfahrt durch den Kanal keinerlei Schwierigkeiten bereitet werden.
Die geplante Entwaffnung Deutschlands.
Paris, 25. Febr. (Hamas.) Das Komitee der Großmächte unter dem Vorsitz von Pichon besprach am Montag die albanischen Forderungen bezüglich der Montenegro, Griechenland und Serbien einverleibten albanischen Gebietsteile. Es wurde betont, datz die von Albanien geforderten Gebiete eine überwiegend albanische Bevölkerung haben. Albanien verlangt ferner E-ifsä- digung für die durch die Mittelmächte im Kriege verstörten Dörfer. Die Prüfung der alba"ischen Forderungen wurde der Kommission für griechis > Angelegenheiten übergeben. — Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die Vorschläge der nach Warschau entsandten Kommission geprüft. Es wurde dabei die Frage erörtert, in welcher Weise der Abtransport bet beiden noch in Frankreich befindlichen polnischen Divisionen nach Danzig erfolgen soll. — lieber die Frage der neuen Waffenstillstandsbedingungen kann gesagt werden, daß die Entwaffnung Deutschlands zu Lande und zu Wasser vorgesehen ist. Zweifellos haben die Verbündeten die Absicht, nicht nur ein rein militärisches und maritimes Abkommen zu schließen, sondern auch ein finanzielles Abkommen zu treffen, was gewissermaßen als eine Art Präliminarfrieden zu