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mit dem KreisLlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Der Anzeigenpreis beträgt fl* Ne Sgef» Zeile 2V 4 u 50eleffri<<äuf<f>L, amtl- r 4 Qrtfirrt aurwirt. u. 6«mmel«Xn}. 30 4-* 33V,/, Xrikgszustl. Ref!eme$etle 1 A. Jeder r- *

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Rabatt gilt al» Barrabatt. Bet lu»fxnft d. die Ge>chäit»>t. u. Vermittlung der lngeb,te 26 4. LanbergebUhr. P»Mche«kk»nt»: Mr. 6016 Amt Franks, a. 311.

Ausstand im mitteldeutschen Braunkohlengebiet.

Halle, 24. Febr. In einer Versammlung der Bergleute des Mitteldeutschen Braunkohlenberg­baues wurde gestern trotz des Einspruchs der Ver­treter des Zeitzer und Meuselwitzer Bezirks der allgemeine Ausstand beschlossen. Er soll, wie ver­lautet, heute schon beginnen.

Halle, 24. Febr. Die Eisenbahner des Eisen­bahndirektionsbezirk Halle, sowie die Metallarbeiter der Halleschcn Maschinenfabriken haben für Dienstag den Mlgemeinausstand beschlossen.

Wissel i« Gotha.

Weimar, 24. Febr. Wie verlautet, begab sich Wissel am Sonntag von Weimar nach Eotha, um sich über den Stand der Dinge zu unter­richten und die Möglichkeit für die Beendigung des Ausstandes der Arbeiter und des Eegenaus- standes der Beamten zu prüfen. Die Verhand­lungen mit den Vertretern der gothaischen Volks- beaustragten, den städtischen Behörden und der Arbeiterschaft, an denen auch Eeneralmajor M a e r ck e r teilnahm, zeigten, daß die über die Verhältnisse in Eotha verbreiteten Nachrichten stark übertrieben sind, und daß man zu einer bal­digen friedlichen Beendigung des Ausstandes durchaus geneigt ist. Wistel wies mit Nachdruck darauf hin, daß die Brigade Maercker die Stadt erst nach Erfüllung ihrer militärischen Aufgaben, insbesondere erst nach Ablieferung der noch in den Händen der Bevölkerung befindlichen Waffen, verkästen werde. Die Volksbeauftragten des Landes werden deshalb erneut zur Waffenabliefe­rung auffordern. Dann werden die Negierungs- truppsn mit Ausnahme kleinerer, für die Be­wachung von Heeresgut erforderlichen Kommandos der Stadt gleichzeitig mit der allgemeinen Wieder­aufnahme der Arbeit verlosten.

Die Landeswahlen in Oldenburg.

Oldenburg, 24. Febr. In Oldenburg wur­den zur Landesversammlung (ohne Lübeck und Birkenfeld) gestern 12 Sozialdemokraten, 12 De­mokraten, 10 Vertreter des Zentrums und 5 der Volksxartei gewählt.

Die Unruhen in Mannheim.

Mannheim, 24. Febr. Der Brand des ehe­maligen jetzt als Militärgefängnis verwendeten Kreisgefängnistes äscherte den Dachstuhl des nörd­lichen Flügels ein. Die Demonstranten hatten die dort lagernden Matratzen in Brand gesteckt. Sonn­tag früh verteilten die Spartakisten Waffen, die fi< in den Kasernen den Truppen avgenommen hatten. Wie festgestellt wurde, sind aus dem Land­gefängnis 150 Häftlinge, darunter schwere Ver­brecher, befreit worden.

Marburg

Dienstag, 25. Februar

et, osndern ein bisher noch unbekannter junger Mann. Diese Annahme wird dadurch bestätigt, daß der Täter eine verkrüppelte Hanv aufroeijt, die bei dem Trafen Arco nicht vorlag. _ Eine genaue Feststellung werde sich erst ermöglrchen lasten, wenn die Angehörigen des Trafen Arco, die München nach dem Morde verlosten haben, zu­rückgekehrt sein werden.

Augsburg in der Gewalt des A.» und S.-Rates.

Augsburg, 24. Febr. Tanz Augsburg steht unter der Gewalt des Arbeiter« und Soldatenrats. Die wichtigsten Gebäude, Bahnhof, Post und Rat­haus, sind stark von Truppen besetzt. Der Sonntag ist in ziemlicher Ruhe verlaufen. Teilweise wur­den Absperrungen vorgenommen. Die bürgerlichen Zeitungen dürfen zunächst für die Dauer von vier Tagen nicht erscheinen. Nur die sozialdemokratische Augsburger Volkszeitung" kann ungehindert wei­ter arbeiten. Anstelle der bürgerlichen Zeitungen erscheint unter der Aufsicht des Augsburger Ar­beiter- unb Soldatenrates ein Nachrtchtenblatt, das'den Beziehern der bürgerlichen Zeitungen zu- gestellt wird. In der gestrigen außerordentlichen Vollsitzung des Arbeiter- und Soldatenrats wurde zum Ausdruck gebracht, daß das System der Räte weiter ausgebaut werden müsse. Zu diesem Zweck wurde eine zehngliedrige Kommission aus den bei­den sozialistischen Parteien zusammengesetzt und beauftragt, die Frage der Ueberwachung der Be­hörden zu beraten und baldmöglichst Vorschläge einer außerordentlichen Vollsitzung zur Beschluß- fastung vorzulegen. Eine sofortige Regelung soll ebenfalls die Entlastung bezw. Beurlaubung aller Offiziere und derreaktionären" Faktoren in höheren Dienststellen finden. Mit Entschiedenhrit werden die Dorkommniste am Freitag, von unver­antwortlichen Elementen angezettelt, verurteilt. Auf Grund des Belagerungszustandes sind sämt­liche Vergnügungsstätten, Theater, Kinos usw., ge- ichlossen zu halten. Nach den Mitteilungen des A.» und S.-Rates haben die Ruhestörungen vier Opfer an Toten gefordert. Sechs bis acht Verletzte liegen in den Krankenhäusern.

Auf dem Bahnhof Mülheim-Speldorf erstiegen vier bis fünf Spartakisten den von Mülheim nach Essen fahrenden Zug und befahlen bem Zugführer, den Zug nicht weitergehen zu lassen. Als der Beamte erllärte, daß er seinem Dienstbefehl folgen werde, wurde er von den Spartakisten erschossen, worauf diese flüch­teten.

Bottrop, 83. Febr. Der Führer der Sparta­kisten Fuldzennek wurde festgenommen, als er in ent­gegengesetztem Sinne der von ihm bereits anerkann­ten Waffenstillstandsbedingungen auf die Menge ein­zuwirken suchte. Trotz der ausbedungenen Waffenab- gabe fand man bei ihm noch einen Revolver vor. Als er zur Untersuchung ins Gefängnis gebracht werden sollte, widersetzte er sich dem Posten. Es kam zu einer Schießerei, bet der Fuldzennek sein Leben einbüßte.

Düsseldorf, 24. Febr. Entgegen der Abmach­ung zwischen dem Kommandierenden General des 7. A.-K. in Münster und dem Streikkomitee in Essen wurde heute die Arbeit nur in einigen kleinen Be­trieben wieder aufgenommen. Vor den großen Be­trieben wurden die Arbeiter durch bewaffnete Spartakisten gehindert, die Betriebsstätten zu betreten. Heute vormittag fanden verschiedene Svartakistenversammlungen statt. Verschiedene Redner erklärten, daß sie auf keinen Fall die Waffen abgeben würden. Ein Antrag, den Ausstand fortzufetzen, fand eine überwältigende Mehrheit. Von der Be­schlagnahme der Bankguthaben der Jndustriellen-Fir- men soll noch abgesehen werden, dagegen wurde vielfach die Verhaftung der Fabrikleiter gefordert, bis Streikgelder gezahlt sind.

E ff e n, 24. Febr. In den hiesigen Zechen fehlte heute insgesamt ein Fünftel der gesamten Belegschaft.

Die Zahl der bet der gestrigen Morgenschicht noch nicht wieder eingefahrenen Bergarbeiter betrug auf sämtlichen Zechen des Ruhrbezirks rund 35 000, also noch stark ein Zehntel der Gesamtbelegschaft.

Rauxel, 24. Febr. Auf der ZecheViktor" be­läuft sich der von einem Teil der Ausständigen äuge richtete Schaden auf schätzungsweise 200 000250 000 Mark.- Lebensmittellager wurden erbrochen und voll­ständig geplündert. Mehrere Beamte wurden verletzt und ein Beamter halb zu Tode geprügelt.

Die Regieruugstruppen am Orbnuugswerk.

Stertrabe, 24. Febr. Nach einer Meldung derSterkrader Volkszeitung" gelang es heute morgen den Regierungstruppen, die hiesigen Spar­takisten durch einen kühnen Handstreich zu über­rumpeln. Ein Spartakist wurde getötet und einer verwundet. Der Hauptführer Thiele wurde fest­genommen und dabei von der Volksmenge übel zugerichtet. Zahlreiche Gewehre sowie eine Menge Munition wurden erbeutet.

Neben dem Freiwilligenkorps Lichtschlag ist heute morgen die Division Gerstenberg vor Bottrop einge- troffen und hat das Gebiet nördlich Bottrop sowie Dorsten besetzt. Der Division Gerstenberg folgt noch das Korps Roeder aus Wilhelmshaven.

Sie BelnieSt 6es Bailes.

Das Fieber, das als Folge der Revolution weite Schichten des Volkes erfaßt hat, beginnt einer Höhe zuzustreben. Noch werden uns schwere Prüfungen nicht erspart bleiben, noch werden wir manche harte Krise durchzumachen haben, aber trotz allem bricht sich jetzt schon in steigendem Maße die Erkenntnis Bahn, daß es bitterstes Erfordernis der Stunde ist, dem Lande und dem Volke so bald al« möglich und unter Anspannung aller Kräfte Ruhe und Ordnung wiederzugeben, kurz jetzt Festigung der Verhältnisie, in denen wir leben und arbeit« müssen. i

Um die Sehnsucht des Volkes zu erfüllen, be» darf es einer starken Regierung. Fehlt diese, dann l'ann unmöglich das ernsteste Erfordernis d« Stunde: Der Aufbau einer neuen Ordnung, voll­zogen werden. Das Zerstörungswerk ist rasch und gründlich besorgt worden. Es besteht aber die (8e- ahr, daß die Verzögerung, welche das Werk bet Wiedererrichtung erfährt, die ganze Revolution bet Versumpfung unb ihrem Fluche zuführt. Kein ver­nünftiger Politiker gibt sich bes Glaubens hin, daß die alten Machtverhältnisse in absehbarer Zeit wieder aufgerichtet werden könnten. Aber gerade weil alle, mögen sie innerlich zur Revolution stehen wie sie wollen, bereit sind, auch an dem Neuen mit­zuarbeiten in dem Bewußtsein, damit am besten den allein maßgebenden vaterländischen Interessen zu dienen, gerade deshalb wünschen und ersehnen alle eine Führung, die ihre Versprechungen zu er­füllen und ein neues Deutschland wirklich zu schaf­fen vermag.

Wenn wir diese Hoffnung auf die Regierung zu setzen aufgefordert werden, so müssen wir auch von der Regierung verlangen, daß sie allen entsagt, wa« die Klassengegensätze zu schüren geeignet ist. Eine Klassenherr­schaft, woher sie auch komme, ist vom Uebel. Die Regierung muß ferner den Geist der Zwietracht und Zwiespältigkeit bannen. Das ist aber nicht möglich, wenn von der einen oder anderen Seite das Mißtrauen immer wieder von neuem auf­gepeitscht wird und wenn, wie das von bestimmten Kreisen immerfort noch geschieht, gegen alle die- fenigen, die nun nicht gerade den handarbeitenden Klassen angehören, eine zügellose, einseit'ge Agi­tation entfaltet wird. Es muß auch aufhören mit dem Ausspielen der Gegensätze zwischen Unter­nehmern und Arbeitern. Beide Teile können nut bei gegenseitigem Verständnis für Aufgaben und Pflichten für das Dolksgaiyze ersprießlich zusamme» wirken. Die Regierung muß auch dafür sorgen, daß das volkswirtschaftliche Verständ­nis in der Arbeiterschaft Platz greift. Es ist ein ganz gefährlicher Zustand, gefährlich, weil er unser« gesamte Volkswirtschaft lahmzulegen und J» ruinieren geeignet ist, wenn man den Unternehmer als einen Feind des Arbeiters hinstellt. Wo soll da noch die Schaffensfreude, insbesondere die un­entbehrliche Initiative und Entschlußkraft des pri­vaten Unternehmers Herkommen, ohne die die Grundlagen für die Existenz der Arbeiterschaft mangeln? Die Regierung muß auch dafür Sorge tragen, daß nicht nur durch eine Verewigung der kriegswirtschaftlichen Zwangsbewirtschaftung das freischaffende Privatunternehmertum proletarisiert wird. Alle diese Aufgaben durchzuführen, wird der Regierung aber erst bann möglich fein, wenn fie mit starker Hand. Ordnung tm Innern geschaffen hat. Das Wichtigste im Augenblick ist die Ueberwindung und Bekämpfung der Arbeitescheu. Die verhängnisvollen Folgen, die aus diesem Uebel bis jetzt schon entstanden find, zeigen sich in den furchtbarsten Formen im ganzen Gütererzeugungsprozesse der Landwirtschaft unb Inbustrie. Die Zersetzungserscheinungen sinb so furchtbarer unb gefahrdrohender Art, daß die Regierung alle ihre Machtmittel daran- setzen muß, um die volkswirtschaftliche Produktion, die bitterste Notwendigkeit der Stunde, wieder auf feste Füße zu bringen unb sie auch kraftvoll zu sichern. Würde das nicht gelingen, so würden wir unrettbar dem aus allen Ecken lauernden Bolsche­wismus anheimfallen. Dann aber gäbe es für uns alle, wer wir auch seien, keine Rettung mehr, unb gerade die Arbeiterschaft würde sich selbst zum Sklaven wahnwitziger, nie zu verwirklichender, phantastischer Ideen machen.

Erst bann wird die.Schaffensfreude unb bet förbernbe Arbeitswille sich ganz auswirken können, wenn Volk unb Land sehen unb spuren, daß eine feste Hanb zum Ziele führt, baß seine politischen und wirtschaftlichen Geschicke von einem einheit­lichen Willen geleitet werben, baß hinter diesen Willen aber auch bie nötigen Machtmittel zur bet Staatsautorität stehen.

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Mülheim (Ruhr), 24. Febr. Die Arbeit nurbe heute morgen in allen hiesigen Betrieben wr»dxr ausgenommen, nur einzelne Arbeiter sehl- ten. Die Sicherheitswehr sorgt für Anfrechterhal- ung der Srbnung unb hält nachts alle Fuhrwerke an. Bei einer -schiehreei, die zwischen der Sicher- heitswehr und den Insassen eines Automobils in der Sonntagnacht stattfand, wurde bet Anzeigen- fammler Klutz von derFreiheit" burch einen Schuß ins Herz getötet. Klutz saß in einem Auto­mobil, das auf Anruf nicht hielt: er harte Lebens­mittel aus Düsseldorf geholt. Die Waffe,rabgabe ist im Gange.

Mülheim a. b. Ruhr, 23. Febr. Die Solbaten- wehr, die sich toeigerte gegen bie Regierungstruppen zu kämpfen, setzte den bisherigen Soldatenrat ab and wählte einen neuen. Dieser und die Wehr haben sich entschieden aus den Standpunkt der Reichsregiernng gestellt unb nach Münster unb Weimar Abordnungen gesandt, um dort Verhandlungen zu pflegen. Sie sind entschlossen, Ruhe unb Ordnung in Mühlheim zu schaffen und die Entwaffnung der Sparta­kisten sowie der Matrosen durchzufübren, die nach dem Zusammenbruch der Spartakisten-Äktion die Ge­walt an sich zu reißen versuchten. Die Ablieferung der Waffen hat bereits begonnen. Wie es heißt, sind ein­zelne Mitglieder deS früheren A.- unb S.-Rates ge- flüchtet.

lieber ben Raub von 170 000 Mark au8 der hiesigen Reichsbankstelle in der Nacht vom Sonnabenb auf Sonntag wird von »uständiger Seite berichtet: Zivili- sten unb Soldaten, bie als Sicherheitswehr fungierten, überwältigten den Direktor und drei Herren, bie sich in der Bank befanden, bedrohten sie mit Erschießen und erzwangen bie Herausgabe bet Tressorschlüssel. Es ist gelungen, fünf bet Beteiligten festzunehmen.

Mülheim a.d. Ruhr, 24. Febr. Die hiesige Garnison, bie Kus ber Sicherheitswehr entftrvvn ist, stellte sich jetzt auf ben Standpunkt, überhaupt keinen Soldatenrat mehr anzuerkennen. Sie hat sich der nun wieder bewaffneten Polizei angeschloffen unb nimmt

vm dieser Befehle entgege». M . ..

DieOberbessiscke Zeitung' erscheint sechsmal «SchentUch Der M/d a StAUCtfPTtis bcttäflt wwnntlid) 1.25 JH. frei inS Haul (but^ btt Pl)fl

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Bit Lw in Wern.

Ministerium unb Räteorganisation. Die nord- ' bayerischen Garnisonen gegen bie Münchener

Radikalen.

Berlin, 24. Febr. Leber das Programm der Kayerischen Regierung verlautet, daß das Mini­sterium bereit ist, den Landtag wieder einzu- - T'-fen, daneben aber .die Räteorgant- o n dauernd als beratenden Faktor bel- .ll-ehalten und auch verfassungsmäßig zu ver­ankern.

Die Spartakisten in München, die aus der Re­gierung hinausgedrängt sind, lagern nach wie vor ta ber Brauerei am Karlsplatz, also im Verkehrs­zentrum Münchens, scheinen aber völlig isoliert zu L Jein; sie find bewaffnet. Die Garnisonen der nord­bayerischen Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie der Soldatenrat des 3. ayerischen Armee­korps kündigen an, daß sie alle Putsche fortan im Keime ersticken werden.

In Passau und Landshut haben die Garnisonen k die Befolgung der Anordnungen und Verfügungen der Münchener Diktaturregierung abgelehnt. Arich der Regierungspräsident der Oberpfalz hat sich dahin ausgesprochen, daß die Befolgung jeder Beiordnung der Münchener Nätercgierung ver­weigert werde.

Mit der vorläufigen Wahrnehmung der Ge-* Mschaste des Ministeriums für militärische An­gelegenheiten wurde vom Zentralrat der A.-, S.- »nd £< c'"'- der bisherige Negierungsvertreter tm har 1. Urmeekorp-! S-beid beanf- k tragt

München, 24. Febr. Der Zentralrat hat für btn f-'iattungstag Eisners am 26. Februar voll- r t»1"'*<?. A^beitsruhe, Beflaggung der Häuser und feierliches Geläut aller Kirchenglocken angeordnet.

An ber Spitze derzur Sicherung bet Revolution" fts:genommenen Geiseln aus aristokratischen Kreisen TOI der frühere Ministerpräsident v. Dan bl, ferner |f Iren dazu etwa 25 Aristokraten, barunler zwei Gra- ra^Arco, ein Freiherr V.Aretin, ein Graf i ÄV"t i o?r";XPutnn:it Freiherr v. Kreß.

SR-M^n, 24. Fed,», Die Stadt bietet im «gemeinen ein ruhiges -Md. Die Arbeit wurde heute wieder aufgenom,ne... Die Straßenbahnen »och ^fort 10 'ielagerm.^ustand besteht

Der revolutionäre Arbeiterrat der llrhebe- des

Puifches.

Berlin, 24. Febr. Ein aus München nt. . kommener Vertrauensmann gibt demVorwärts« über den Mordanschlag auf Auer und die anbe'Cp AiEMschen Minister folgende Aufklärung:Tav. Sitentat auf Auer ist von dem ganz unter unab- haiigigen und spartakistischen Einfluß stehenden - foßcnonnten revolutionären 5( rbetterrnt ver- fibt worden. Der Täter ist dessen Mitglied, der Metzger Aloys Lindner. Er brüstet sich allent­halben mit seiner Tat. Trotzdem ist er in Frei­heit. Niemand.de nkt daran, ihn fest- 5» nehmen. Er betrat den Sitzungssaal durch den Eingang der Abgeordneten. Die Wache im * ^uidtag ließ ihn also durch. Diese, von der repu- vlikanischcn Schutzwache gestellt, war mit dem Ta.et in Fühlung. Sie erklärte den Abgeord- Mren sofort:Außer Auer müssen noch Timm und Sioßhaupter daran glauben." Als Lindner, nach- . er Auer niedergeschossen Haitz:, Roßhauprer Mlyt fand, knallte er blindlings in den Saal und traf ben Zentrumsabgeordneten Ofel. Während der Tat waren die Tribünen von Mitgliedern und Anhängern des revolutionären Arbeiterrats be­setzt, die mit Handgranaten und Revol- v e r n b e w a f f n e t waren. Der Vorsitzende des Arbeiterrats Hagemeister, rief nach den Schüssen von der Tribüne:Das ist die R a ch e d e s P r o - etariats!" Er und seine Genossen waren o° im voraus unterrichtet. Der Sanitäter bez ^publikanischen Schutzwache erklärte dem-in seinem «irrte liegenden Auer:Verdient hast du das nicht, vast ich dir Helse. Ich tue es nur als Mensch!" «i9 Auer um Kognak bat, lehnte der Sanitäter das mit den Worten ab:Du gehst ja ddch gleich brauf!" Der revolutionäre Arbeiterrat, die Hauptstütze Eisners, war durch den Einfluß der . Anarchisten Landauer, Lewien und Mühsam noch bedeutend radikalisiert worden.

«ras Arco nicht ber Mörder?

W e i m a r, 25. Febr. Der Vertreter Bayerns Staaisausschuß, Professor Quibbe, erklärte, nach Informationen, die ihm geworden sind, der Mörder der Ministerpräsidenten Elsner nicht, f 2'ie bisher tngenommen worden fei, ein Graf Arco

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