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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhefsischej Oberhessen

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MiiblheE 22. Febr. Die Ansstandsleiter Mühlheim.^'bcrhausen. Gtctfrabe. Düsseldorf

Arbeiter» unb Soldakenrat bereit erklärt Leute aus dem Fernsprechamt« zutückzu- nur unter der Bedingung, daß ibm ge­ben sdernsvrechnerkehr von Beauftragten zu lassen, insbesondere die Gespräche mit

Berlin, 22. gebt. Nach privaten Meldungen tu Mbuchen ist dort die Diktatur der Rate er.

Rabatt gilt als «artebett. Bei «uehinft d Die ®e|<t)8tt«ft. u. Vermtttleng Der Angebote 25 4.enbetgeblbt. Pestlcheckksnt»: Ar. 5615 Amt Franks, e. M.

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Montag, 24 Februar

und ein Kommunist erklärten ihr Einverständnis mit der Ausrufung der neuen Regierung und forderten Die Menge zur Zustimmung auf. Nach dieser Kundgebung formierten die Teilnebmer sich zu einem Zug durch die Stobt. Zunächst marschierte der Zug, in der eine An­zahl roter Frll'nen mit Trauerflor m ihr tragen wurde, -um Militärgefängnis, wo nach Zertrümme-ung des Eingangstors die verfchi.denen Militärgefange­nen befreit wurden. Dann bewegte sich der Zug durch die untere Stobt zum Schloß. Hier brang man tu die Abteilung ein. in der die politischen Gefangenen in Untersuchungshaft sahen, die ebenfalls befreit wur­den. Aus den Gerichtssälen und -Zimmern wurden große Mmgen Akten au? die Strafte geschleudert und verbrannt. Ein Teil des Zuges zog dann roener andern Geschäftshaus- desMannh-rim.-r Gene alanzet- aer vorbei. Es war zunächst beabsichtigt, die Zeitung zu besehen. Es wurde fedoch davon Abstand genommen, weil verschiedene Leute vom Personal sich mit den T)e= monsiranten solidarisch erklärten. Der Zug marschiere mfiter zum Landesaelänanis. Verschiedene Kinos und Kaffees in der Heid'lberger Strafte wurden gezwungen zu Wieften. Das Tb-ato- konnte ebenfalls nicht fpr-- len und soll von Spartakisten beicht worden sein.

Karlsruhe, 23. Febr. Da her heutige Dag in Baden mit Aufnahme von Mannheim ruhig verlaufen ist, hat sich die Regierung entschlossen, den Belage­rungszustand ans zuheben, der nur noch für Mannheim gilt.

Bottrop von Regierungstruppe« besetzt.

Bottrop, 23. gebt. Heute vormittag ist bas. westfälische Freiwilligenkorps Lichtschlag hier et» gezogen. Die Stadt ist vollständig in der Hand bet Regierungstruppen. Bis nachmittags 5 Uhr find von der Bürgerschaft sämtliche Waffen abzuliefet«.

d»m Generalkommando in Münster und anderen mili tärischen Stellen. Die Beamtenschaft verharrt dagegen auf dem Standpunkte, daß fremde, nicht zur Amts­verschwiegenheit verpflichtete Personen zur lieberwach- unb und Vermittlung von Gesprächen nicht geduldet werden kännen. weil dadurch der ordnungsmäßige Be­trieb nnmJglich gemacht wird. Der Vollzugsrat des Düsseldorfer Arbeiterrats gestattete das Wiedererschei­nen der bürgerlichen Zeitungen in Düsseldorf.

Eine Vollversammlung der Arbeitgeber der gesam­ten Eisen- und Stahlindustrie Pou Düsseldorf und Um­gebung beschloß einstimmig, die Streiktage nicht zu bezahlen.

B o ch u m, 22. gebt. Auf der ZecheEngelsburg" wurde die Belegschaft von einer bewaffneten Bande an der Arbeit verhindert. Dabei wurden zwei Mann der Belegschaft erschossen. Die Verwaltung und der Ar­beiterausschuß der Zeche ersuchten den Reichspräsiden­ten telegraphisch um Schutz, worauf folgende Antwort einging: Reichswehrminister ist ersucht, sofort Maß­nahmen zum Schutze der Ordnung auf der dortigen Zeche zu treffen.

Die Regierung zur Wiederherstellung der O Luung entschlossen.

Münster, 22. Febr. Das Generalkommando teilte mit: Die gestrige Sitzung d-r Arbeiert- und Soldatenräte dos Industriegebiets nahm dis Waf­fenstillstandsbedingungen des Generalkommandos an. Dessen wesentliche Punkte sind: Sofortige Einstellung des Allgemeinausslandes, Abgabe der Waffen, ungehinderte Arbeit der Militär- und Zioilbehörden sowie Pressefreiheit. Es bleibt ab­zuwarten, inwieweit Spartakus, besonders auch in Düsseldorf, diese Bedingungen erfüllt. Die Regie­rungstruppen stehen jedenfalls bereit, im In­dustriegebiet einzumarschieren, falls die Bedingungen nicht restlos durchgeführt werden. Die Regierung ist fest entschlossen, nicht auf dem halben Wege stehen zu bleiben, sondern unter allen Umständen im Industriegebiet auch für die Zukunft Ordnung zu schaffen. Das hätte man alles billiger haben können, wenn bei­zeiten mit Energie eingeschritten worden wäre. Aber da hatte man alle Hände voll mit der Ent­waffnung und Auflösung der alten disziplinierten Truppen zu tun.

Das Wimm Wen

Der nach Ausbruch der Revolution überall laut werdende Ruf nach einer Nationalversammlung und später das lebhafte Verlangen nach ihrem dal« digen Zusammentritt gründeten sich auf die lieber» zeugung, dass dem Zusammenbruch und Wirrwarr chnellstens Einhalt geboten werden müsse und daß die Wiederkehr von Ordnung und Gesetzmässigkeit nur durch eine vom Volke neu gewählte parlamen­tarische Körperschaft verbürgt werde. Nur die Nationalversammlung könne den Grund legen zum Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftslebens. Nun tagt die mit so grossen Hoffnungen erwartet« Nationalversammlung schon über zwei Wochen. Sie hat eine Notverfassung angenommen und dir geforderten Kredite bewilligt. Sicher gewiss not» wendige Dinge. Aber, wie der Abgeordnete Dr. Kahl der Deutschen Volkspartei am Donnerstag mit Recht bemerkte, man ist im Lande doch äusser» ordentlich enttäuscht über die geringe tatsäch» liche Wirkung, die von der Nationalversammlung und auch von der Regierung ausgeht. Zit Weimar werden viele und lange Reden gehalten; im Ruhrgebiet, einer der Lebensadern des Reiches, hindert während dessen eine spartakistische Minder­heit die arbeitswillige Mehrheit durch eine C5* waltherrschast schärfster Art an der Förderung bet so blutnotwendigen Kohlen unb terrorisiert Met wie in anderen Gegenden des Reiches Bürgertum und einsichtige Arbeiterkreise. In Braunschweig, Gotha, Coburg, Hof, Hanau und anderen Städte» bestehen nichts weniger als geordnete Zustände, ganz zu schweigen von her Lage in Bayern. Dit parlamentarische Souveränität unb die von ihr ab­hängende Regierungsgewalt müssen aufs stärkstt um ihr Dasein gegen revolutionäre Gewalten 'ämpfen. Unter diesen Umständen wäre es et» dringendes Gebot, in bet Nationalversammlung ben geschlossenen und einheitlichen Willen bes deut­schen Volkes zur Geltung zu bringen. Tatsächlich nehmen die Verhandlungen aber mehr und mehr eine Gestalt an, die man früher im Reichstag gerade in den Reihen der Linken heftig bekärmM hat. Es fehlt nicht mehr viel an einer völligen Ausschaltung der Minderheitsparteien. Die Re­gierungsmehrheit (Sozialdemokraten. Demokrat. Partei und Zentrum) entscheidet alle wichtigen Fragen innerhalb ihres Kreises und macht dadurch für die anderen Parteien das Recht der Mit» beratung zu einem wesenlosen Schein, ein Ver» fahren, das alle Grundsätze der Demokratie ver­leugnet. Es ist verständlich, dass die Regierung unb die Linksparteien die Reden der Abgeordneten bei Rechten, die die Revolution und di« aus ihr sich ergebenden Zustände pflichtgemäss kritisch beleuchten, peinlich berühren. Die Rolle der Opposition ist jetzt eben in noch stärkerem Matz« als es seit der Aera Bethmann schon der Fall war, auf die Rechte übergegangen. Die Regierung und ihre im übrigen keineswegs geschlossene Mehrheit sollten für diese Rolle doch im Hinblick auf frühere Zeiten Verständnis besitzen. Sie suchen aber auf bisher noch nicht übliche Weise den Ein­druck der Reden der Rechtsparteien nach aussen hin abzuschwüchen und zu verwischen, indem sie das Schema des parlamentarischen Systems bis zur letzten Konsequenz durchführen. Die Ministeibank befindet sich im Zustand dauernder Mobilmachung gegen die Minderheitsparteien. Auf die Red« eines Abgeordneten der Rechten folgt beinahe immer sofort eine Ministerrede, manchmal auch gleich zwei, so datz an vielen Tagen mehr Minister sprechen als Abgeordnete. Die Minister können jederzeit das Wort ergreifen. Dieser Vorzug ist jedoch nur gerechtfertigt, wenn sie auch wirklich als Vertreter der Regierung sprechen. Das aber ist febr oft nicht der Fall gewesen, sondern die Mi» irisier missbrauchen die Redefreiheit, die ihnen als Regierungsvertreter zusteht, nicht selten zu

Parteizwecken. Selbst die demokratisch«

Vosstsche Zeitung" stellt fest, dass z. B. die lange Rede des Ministers E o t h e i n am Donnerstag nach der des Abg. Traubmehr einer Partei­polemik als einer Ministerrede glich", ferner datzüberhaupt neuerdings in der Nationalver­sammlung die Minister mehr das Wort ergreifen, als in den besonderen Notwendigkeiten begründet erscheint".

Es ist klar, datz diese Hebung die Gegensätze ver» schärfen und den Ton verbittern mutz, vielleicht in höherem Grade als die Tatsache, dass die ReiMKG

Kurolffl in W«.

Karlsruhe, 22. Febr. Die badische vor­läufige Volksregierung hat infolge von Unruhen, die in Mannheim auf Betreiben spartakistischer und bolschewistischer Elemente ausaeb'wchen sind, und an denen sich auch unabhängige Sozlaldemo- kraten beteiligt haben, über die Republik Baden den Belagerungszustand verhängt. Der Ztrassenverkehr in den Städten ist von abends 8 Uhr ab verboten. Die Erklärung, in der die vor­läufige badische Volksregierung den Belagerungs­zustand veröffentlicht, schliesst mit folgenden Wor­ten:Mitbürger! Wir wissen, dass hinter diesen Anordnungen auch der Wille der Reichsregierung Ebert und des Reichsministeriums Scheidemann steht. Wir wollen nicht Vorgänge wie im Ruhr, gebiet und wie in München und Berlin erlauben." Die Zentrumspartei, die Sozialdemokratische Partei und die Deutsche Demokratische Partei der badischen Nationalversammlung sowie die Ar­beiter-, Bauern- und Soldatenräte sagen in einer Erklärung an das badisch« Volk, datz sie diese Maß­nahmen der badischen vorläufigen Regierung billigen.

Karlsruhe, 23. Febr. Das .Karlsruher Tage­blatt" meldet aus Mannheim: Gestern nachmittag ver- iammelte sich unter freiem Himmel eine grosse Anzahl Personen zu einer Kundgebung zu Ehren Eisners. Dom Balkon der Festhalle wurden verschiedene Reden ge» hatten, in denen die Ausrufung der badischen Räterepublik nach bayerischem Muster verlangt wurde. Je ein Mehrhettssottolist, ein Unabhängiger

und Kettwig haben beschlossen, den gestern in Essen vereinbarten Bedingungen nicht zuzustimmen, tonbern den verstärkten Ällgemeinausstand zu ver­künden.

Die Nachricht, der Nllgerneinansstand sei be­endet, wurde von der hiesigen Kommunistenpartei in einer grossen Versammlung für unzutref­fend tze-w. verfrüht bezeichnet. Es sei lediglich ein Waffenstillstand vereinbart worden Ein Vertreter der Sfnmmuniftcnpartei fahre nach Münster, um mit dem Generalkommando zu ver­bandeln. Wahrscheinlich werde dieses bereit sein, die Truppen ans dem Ruhrrevier herauszuziehen. An die A'beiter wurde die Aufforderung gerichtet, ruhig zu bleiben und alles weitere abzuwarten.

Düsseldorf, 23. Febr. Rach einer Bekannt­machung des Volsruqsrats wird der Alloemeinaus­stand auch für Düsseldorf für aufgehoben erklärt. Der Betrieb des Fernsprechamtes ruht immer noch. Zwar

Festsetzung von Geiseln.

München, 23. Febr. Der Zentralrat der Repu-, blik Sflhern hat nachstehende Bekanntmachung erlassen: Saut Beschluß des Zentralrates find zum Schube der Revolution bestimmte Persönlichkeiten als Ger- ein in Schutzhaft gesetzt worden. Die Sicherbeit der Verb asteten wird verbürgt, solange keine Attentat aus kon!»rrenolutionären Bestrebungen unternommen wer- ben.** Der Zentralrat ließ ferner einen Aufruf o.n die Arbeiter in der Stadt anschlagen, in dem die Ar­beiter ersucht werben, sich Montag früh wieder an ihre Arbeitsstätten zu begeben. Auer ist noch am Leben, doch ist fein Anstand nach wie vor ernst.

Die Haltung der Reichsregierang.

W e i m a r, 23. Febr. Die Reichsregisrv.ng bs- absichtigt, keine Truppen nach Bayern zu ent­senden, da sie die froffnung bet, dass die vernünf- 'iacn Elemente bald wieder die Oberhand bekom­men werden und dass die Mch-heitssoricrlisten auch ohne frilfe von atmen bald Herr der Sage werden. Nach anderen Meld-rngen hat die Reichsregie- ung beschlossen, die Räterepublik nicht anzn-

Nach einer von hingen Burschen getroffenen -inbarung zogen Trupps von Demonstranten narb den btirrerlichen Zeitungen, wo sie in die Ervedittons- rmtme tinbrattgen, alles kurz unb klein sch > u - iren, sowie das gante Inventar und alles anfzu-

Der Anreigensrei» beträgt für die Sgeis Zeile 20 4 u 50*!« fttuSjufdiL, cmtl. N ouemärt. u. Sammtl-Mn*. 30 ^.n. 33'/.*/. KrtegszuiLl Reklame.rile 1 X. ?e6er '^O*

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tteibende Papier und Material auf die Spässe Wen» r»tt?n unb verbrannten. Aus einer Re^ektions ftu&e »n derVolkszeitung" wurde ol'es geraubt. Von den Zeitungen ans zog die foblende Menge zum frote? ..Drei Mob reu" unb »um Kaufhaus Landauer, um dott die afften Schausensters'-briktzz.ein'uschlatzen unb nach Möglichkeit zn n T ü n b e ' w Außerdem wurden namentlich in der 9üt*»er«»riftft Ftt-Herstrasse it ft" fri«W der Stadt in zabttekchen bie Fenster

eina»fchlaqen und die Süden zum Tril ansaer au bk. Roch dieser Tat zog der Truv» zum Vollstreckungs- aefängnis, befreite die Strafgelauaenen und vernichtete die erreichbaren Akten. Abteilnuaen der Cbevanrleaers sicherten zu Pferde und mit ein» nel-g'en Lanzen d'e Straßen. Trobdem kam es nach stitbr zu erneuten Aniomwbinnen. Als einer der A'ff- nchrssibrer in der Bürgermeister Filchersiro.sse den Re- '»oher zog und schoß, säuberten Matrosen'rnvvs, bie Me Aufrechterhaltung bet Ordnung übernm» en lnff- >n, mit gewaenem Sei'e-newehr die Straßen, die sich bald teerten. freute M^raen wurde ilb-r Augs- 5ura her Bela yLrungstn stand verhängt.

Die orgau-sierte Ar^etterkchast hatte dem Rui nach einer M a s! e u ve r sa m m lnu g ans dem kleinen ^rziervlab in Hellen Scharen Foloe gririttet. Die Zahl der Teilnebmer wird ans 20000 gefchützt. Es nn'.rde von sechs Tribünen aus gebrochen. Die Redner teilten mit, dass in München die Räterepublik ansgemsen worben sei. Die Revolution sei durchaus noch nicht gesichert. wie dir Ereignisse bewiesen hätten. Tie arbeitenden Maffen sollten aber keine Ge­walt anwenden, anßer'znr Abwehr. Unter Voran- tritt einer Militärkapelle und einer Eskorte von Ka- nallerie zogen dann die Demonstranten im geordneten Z-ge durch die Stadt. Aus dem Artilleriedevot wurde eure Anzahl Vkaschinennewehre aus Lastautos weg- geführt. Die aus dem Vulvermagann fortgenomme­nen Munitionsbestände sind nicht erheblich. In der Nacht wurden etwa 30 Verhaftungen vorgenommen.

IDie DberbeffiiAe Zeitung" ericheint iechsmal wäckentlich. Der Re»u"asvrei« beträgt monatlich 1.25 X. frei mS Hous (durch die Poft ohne Bestellg'ld). - Verlag r.n Dr C. Hitzer.th. M.rtt 2V3X.- Fern'urecher 55.

erkennen. Sie hat diesen Beschluss bereits dayerffchen Gesandten, witgeteilt.

Hebet die Ausschreitungen in Augsburg vl"d weiter gemeldet:

Miet worden.

Das Kollegium besteht aus 11 Mitgliedern der ttti sozialistischen Gruppen. An der Spitze der Unabhängigen steht Säubert, au der Spitze der Kommunisten Levien, an der Spitze der Mehr- ! hritsjozialisten Nockisch. Dieses Kollegium soll, vie es weisst, auf 50 Mann erweitott ir-e-ben. Diese 50 Mann sollen die eigentlichen Inhaber der filegiernngsgewalt fein; außerdem soll noch ein Ministerium gebildet werden. Minister Timm ist abgesetzt worden.

München, 22. Febr. Die Versammlung der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte beschäftigte sich heute im Deutschen Theater mit der durch ine fetzten Ereignisse geschaffenen volittschen Lage.. Die Beratungen nehmen zum Teil einen stür­mischen Verlauf. Die eingelaufenen Anttäge forderten u. a. die Erklärung der bayerischen Räte- j republik und die sofortige Abberufung der Mit­glieder der Deutschen Nationilve^fammttmg. wobei der Vorsitzende mitteilte, daß Ebert und Scheide- i mann bereits die Beziehungen zu Bayern gelöst haben sollen. Ein weiterer Antrag vcr- j i langt die sofortige Schaffung einer Roten Garde. An die einzelnen. Avt'-äge knüvften sich erregte Aussprachen. Die Vo'ch""vds des Mün­chener Arbeiterrats gab die Grundlagen bekannt. o»s denen die Einigung des Proletariats geschehen | i solle. Der Antrag auf Bewaffnung des | Proletariats fand einstimmig Annahme, ebenso der Antrag auf Verkündung der lmneris'be!' ÄatetepHblif. Der Vorsitzende begrüßte * zum Schluß die neue Räterepublik Banern, die auf demokratischer Grundlage von den Arbeitern aller sozialistischen Richtungen errichtet werden solle.

Die Beisetzung Kurt Eisners findet am t Mittwoch vormittag 10 Uhr statt.

München, 22. Febr. frento fi"d in München Außer der unabhängigenNeuen Zeitung" und her bauernbündlerifchcnVolkszeitting" nur dieMün­chener Neuesten Nachrichten" unter dem Titel «Nachrichtenblatt des Zentral^ates", hera"sgea»b"n vom A'beite>- Soldaton- u"d fNa,ir----at e^fbj»- Aen. Es trägt am Kopf die Bemerkung:Diese j I Zeitung erscheint an Stelle derMünchener Neuesten Nachrichten",Münchener Zeitung", Llüuchen-Angsburger Abendzeitung",Bayerischer Kurier" und ist den Beziehern bieier Zeitungen ttuszuhandigen. 1. Jahrgang. Nr. 1.

Die Gegenregierung.

Berlin, 23. Febr. Gegenüber der von den ; j Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräten erklärten kommunistischen Regierung haben die beiden sozia­listischen Parteien eine zweite Regierung auf- gestellt. Einer Meldung derFreiheit" aus Mün­chen zufolge hat die Kommission zur Wiederher­stellung der Einheit unter den sozialistischen Par­teien unter Verurteilrrng des politischen Mordes «tnstimmig beschlossen, daß die Parteien sich zu rinet Gemeinschaft zusammenschließen auf Grund folgenden Programms: Die Arbeiter-, Soldaten- Htib Bauernrate werben burch bie Verfassung an- trkaimt. Ihre Mitglieder genießen Immunität. Dem Mintsterrat wird je ein Abgeordneter bei Ar- F beiter-, Solbaten- unb Vauernrale mit beratender Stimme beigegcben. Unter Beibehaltung der im Ami verbliebenen Minister soll ein sozialistisches Ministerium gebildet werden, dem das Landwirt- schaftsmtnisterium aus den Kreisen des Bauern­bundes Ungegliedert wird. Dieses Ministerium wird bis zur Verabschiedung der Verfassung durch bie Volksvertretung die Regierungsgeschäfte aus- toen. Der Landtag wird, sobald es die Ver­hältnisse gestatten, wieder einberufen. Das jetzt JI Hoch bestehende Militär wird unverzüglich ent- f tasssu und an dessen Stelle die republikanische Schutzwehr ausgebaut yerden.

Wie verlautet, soll der Mehrheitssozialist kosfmann die Ministerpräsibentschaft über- 'tthmen und zugleich bas Kultusministerium beb ; [ behalten. -Der linksbemokratische Verkehrsminister i f d Frauendorffer, der Mehrheitssozialist ; Zustizminister Timm sowie bie beiben Unabhän- l Rigen, Finanzminister JaffS unb Minister für käidle Fürsorge Unterleitner werben sämt­lich tm Amte bleiben, ebenso bet an seinen Wun- Wn schwer batniebertiegenbe Mehrheitssozialist Minister des Innern Auer, dessen Anrt jedoch bis duf weiteres von dem mehrheitssozialistischen Ab- teorbueten, bisherigen Staatskommissar für De- ^bilmachung, Eegitz, verwaltet werden soll. vÜr das Ministerium des Aenßern kommt der bayerische Gesandte in Bern, Professor Förster, * Frage.