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6.4

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhefsifche) Oberhessen

Der

,Oberhess's<de Zeitung- erscheint sechsmal wochen,nch.

Die

^9 JE Beüuosvrel» beträgt monatlich 1.25 A. frei inS Hau- cdurch die Post JE 45 kh« Bestellgeld). - «erlog >en Dr. C. H-tzeroth. Markt 21/23. -

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Erttes Blatt

1919

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!"-i gilt ais lebensarführlich. Der Fi-aer breit unter <Vnen in

Am Donnerstag den 20. Februar 1919 gab Eisner im Ministerrat dir Erklärung ab. er werde am Freitag 10 Uhr im Auftrag« des Gesamt« Ministeriums die Erklärung im Landtag abgeben, daß das Eefamtministerium von seinen Aemlern zurücktritt und sich dem Landtag,zur Ver« ügung stellt. Ferner sei das gesamte Ministerium b».eit, die Eeschäfte weiterzusühren, bis ein« neue Regierung gebildet sei. ... .

München, 21. Februar 1919.

Frauendorfer. ZafsL

gefaßt werden soll. Die sozialistischen Parteien, einschließlich der kommunistischen, sowie die Ar­beiter-, Soldaten- und Bauernräte haben sich zu einem nationalen Ausschuß vereinigt.

SMßMmU lit tM-Wsw!

Mir verlangen feierlich, daß den Elsaß-Loth- fiitgz'B das von der gesamten Mett als Grund- gch«tz »er künftige» Bölkergemsinschaft anerkannte 8elbstbesriMM«ngsre»ht nicht versagt werde. Mit »er ganzen deutschen Presse treten wir dafür ein, »atz die Bevölkerung Elsaß-Lothringens in voll­kommen freier Abstimmung einen endgiltigen Ent­schlich ifrcr ihr« staatliche Zukunft fassen kann. Wir «chete» entere Stimme dafür, daß die freie Ent- scherdang des elsaß-lothringische« Volkes für alle Kationen maßgebend sei« muß.

besetzt worden. Den Beamten der Zeche wurde; bewaffnete Posten vor die Türen gestellt, so da, di« Samten ihre Diensträume nicht verlassen tonn ten. Die Förderwagen wurden in die Schächte g* kürzt, so daß die Ausfahrt der in der Grube be. südlichen Bergleute nicht möglich war. Sie mußte« auf einer anderen Schachtanlage an das Tageslichl gebracht werden.

Mülheim (Ruhr), 21. Febr. Die Spartakisten besch'agnahmten bei den hiesigen Banken sämtliche Be« künde, u. a. auch 80 000 Mark Silberqeld bei bet Neichsbanh ferner bedeutende Lebensmittelmengen bei der Stadtverwaltung und den Werken. Wie es heißh hat die Streikleitung zur restlosen Durchführung bei Generalstreiks'das Ausblasen aller Hochöfen angeorb« net, wodurch den Werken ein ungeheurer Schade» entstehen würde.

Gelsenkirchen, 21. Febr. Auf bet Zech« Consolidation" bestimmte bie spartakistische Streik­leitung, baß der Betrieb vorläufig 8 Tage ruhen solle. Sie hoffe, baß bis dahin die Regierung Ebert-Scheide- mann-Noske gestürzt und eine neue Negierung nach ihren Wünschen ans Ruder gekomme« sei.

Wattenscheid, 21. Febr. Tie Belegschaft der ZecheZentrum" beschloß, den hiesigen A.- und S.-Rat abzusetzen. Die Arbeiter zogen vor das Gebäude des A.- und S.-Rates und verhafteten den größ­ten Teil der Mitglieder, die übrigen flüchteten; als btt Arbeiter daran gingen, die Bürgerwehr zu entwaffnen, entspann sich ein Kamps, bei dem ein Toter und drei Verwundete zu verzeichnen sind.

Marbura

Sonnabend, 22. Februar

Berlin, 21. Febr. Die Abendausgabe des Lok.-Anz." meldet aus München: Die Bewegung in der Stadt wuchs über Mittag stetig. Aisi"« m't roten Fahnen und Plakaten, auf denen zur Rache für Eisner aufgeforde-t roib, durchrasen die Straßen. Um 2 Uhr ertönte Sturmgeläut. Auf 9er Theresten-Wiese ist eine riestge Ansammlung bewaffneter Demonstranten sichtbar. An verschie­denen Stellen der Stadt kam es zu Schiebereien.

Graf Arco- Valley, der Eisner ermordete, soll nach neueren Nachrichten drei nicht lebensgefähr­liche Wunden erhalten haben.

Sturm auf die bürgerliche» Zeitungen iu Augsburg.

Augsburg, 22. Febr. Wege« der Ermor­dung Eisners kam es hier zu großen Ausschreitun­gen. Die Geschäftshäuser der Zentrumsülätter wurden gestürmt Da» gleiche geschah mit den demokratischen Zeitungen. Ungeheurer Schaden ist entstanden.

Das altbcrühmtc HotelDrei Mohren", dessen Einrichtung «inen hohen Wert hat, sowie das Ge­schäftshaus Landauer wurden ebenfalls erstürmt und ausgeplündert.

Rürktrittsbeschluß Eisner«.

M ü n ch«n, 21. Febr. Die Korrefp. Hoffmann veröffentlicht jolgende Erklärung; ____

Die Mml.

Fortsetzung der Feindseligkeiten durch die Polen.

Echneidemühl, 21. Febr. sAmtlich.s Wie au, einem durch Parlamentäre überbrachten Schreibe« de, polnischen Stabe» bet polnischen Hauptsront bervor- aeht, erhielten die polnischen Truppen am 20. Februar noch keine Anweisung zur Einstellung der Feindselig­keiten. Während wir seit der Bekanntgabe des Wallen, killstandes streng uns jeder Angriffshandlung enthlel- ten und nun zur Abwehr von den Waffen Gebrauch machten, setzten die Polen an der ganzen Front bi« Feindseligkeiten fort. Angriffe bei Paul». Kolonie südlich Kokmat wurden am 20. vormittag» ab» gewiesen. Gleichzeitig wurde da» nur schwach besetzt« Radwonke südwestlich von Margonin von Lberleaenen polnischen Kräften angegriffen und von uns geräumt. Christianchen, Podanin, Dentschmdo-f und Podstolitz, südwestlich Kolmar, sowie Neuhof und Ltepe, östlich Samotschin wurden von den Polen besetzt. Bei Neu« smolno 5 Kilometer südwestlich von Hopfenaarten. wurde ein« unserer Patrouillen innerhalb der Posten» ketten vom Westufer des Netzekanals bet beschossen. Polnische Truppen, die am 20. Februar Werdershamea, 7 Kilometer südwestlich Groß-Neudorf angriffen. wur« den abgewtesen. An der Front bei Rakel, sowie bei Fezewo, Dombrowken, Friedrichskron und Tannenbofe« wurden unsere Sicherungen beschossen. In der Rächt vom 20. zu« 21. gelang es den Polen, nach Artillerie« Vorbereitung in Margoninsdorf und MÜNerfelde. nörd­lich Margoni«, einzudringen. Durch sofortigen Gegen« stoß wurden sie wieder hinausgeworfen. Bei Miroslaw, südwestlich Usch, wurde am 21. Februar vormittag« em polnischer Angriff abgewiestn. Ein gleichzeitig mit stärkeren Kräften geführter Angriff bei Kalmar wurv« bei Ober-Leßnttzer-Front und bei Niederleßnitz blutig abgeschlagen.

Bromberg. 21. Febr. Gestern abend wurde Kleinwerdersbaus«« von einer polnischen Abteilung, die drei Maschinengewehre mit fich führte, angegriffen. Der Angriff wurde abgewiesen. Kleinwerdersbauie« wurdevon Artillerie b schossen. An der polnischen Front bei Tannhofen. Friedrichskron. Dombrowken und Fezewo lebbastes Infanteriefeuer, da» von unseren Truppen nicht erwidert'wurde.

Wilhelmshaven ohne Kampf besetzt.

Berlin, 21. Febr. Wie von amtlicher Seil, mitgeteilt wird, ist Wilhelmshaven von de» Regierungstruppen ohne Kampf besetzt wor­den. Auch die Torpedowerst befindet sich jetzt jpieber in der Hand der Regierung.

Der Kommandeur der Regierungstruppen hat den 21er-Rat aufgelöst und desien Geschäfte dem Abg. Paul Huq übertragen. Auf den Ka« fernen und den anderen öffentlichen Gebäuden weht bie schw atz-weiß-rote Fahne

Die Lm W MMgrbiet.

Abbruch de» Allgemeinausstande«.

Essen, 22. Febr. Das Ausstandskomitee stimmte nach langer Beratung dem in Münster von dem A.- und S.-Rat vorgetragenen Angebot und den Bedingungen des Generalkommando» mit allen gegen 9 Stimmen zu und beschloß damit den sofortigen Abbruch des allgemeinen Ausstandes.

Essen, 22. Febr. DieRhein-Wests. Zeitg" meldet: Die Vertreter be? A.- unb S.-Rates, bie zu Verhandlungen über bie Vorgänge im Industriebezirk zum Generalkommanbo nach Münster gefahren waren, legten dort folaentw Wünsch« bes A.- und S.-Rates vor:

1. Zurückziehung bet Regierungstruppen bis nörd­lich der Lippe und zwar bis zum 25. Februar.

2. Tas Generalkommando verpflichtet sich, bei bet Re­gierung basür einzutreten, baß für alle an den Kämpfen beteiligten eine möglichst weitgehenbe Amnestie ge­währt wirb. Die Gefangenen werben gegenseitig aus- getauscht.

Darauf stellte baS Generalkommonbo seinerseits solgenbe Bedingungen: Sofortig« R äumung von Bottrop durch die Truppen der Arbeiter unb Be­setzung Bottrops burch bie Regierungstruppen, Hinter­lassung ber Geschütze in brauchbarem Zustanb, Heraus­gabe sämtlichen beschlagnahmten Geldes unb bei Le ben-mittel, Herausgabe sämtlicher Gefangener bis zum 22. Februar abends. Alle Gewalttätigkeiten unb alle Sabotage wirb eingestellt; sofortige Aufhebung ber Bahnkontrolle unb Unterlassung jeder Einmischung in den Bahnbetrieb, Wiederherstellung ber Pressefreiheit: sofortiger Abbruch bes Ausstanbes; bie Abgabe aller Waffen ist sofort in die Wege zu leiten. Die beiderseiti­gen Bedingungen wurden bann in einer gemeinsamen Beratung angenommen.

Sisntr.

Wenig mehr als ein Vierteljahr hat Kurt Eisner nachBefreiung" bes bayerischen Volkes im November v. Js. seine diktatorische Willkürherrschaft au.seeübt, gestützt ans die A.- unb S.-Räte, die anarchistischen unb bolschewistischen Gruppen der Landauer, Mühsam und des Russen Levien sowie die immer mehr anwach- sendr S-char der Erwerbslosen. Sein gewaltsamer Tod, der bei allen gewiß idealistischen Beweggründen des Taters mißbilligt werden muß wie jeder Gewaltakt, ^etzt der Regierungskrise in Bayern ein plötzliches Ende oder erleichtert sie zum mindesten. Eisner, aus Gali­zien stammend, hat es sich als Redakteur in Marburg oder später als Literat in Berlin kaum je träumen las­sen, einmal übet bie Geschicke Bayerns verfügen zu können, eines Lanbes, das sich norddeutschen und fremden Einflüssen so- lebhaft widersetzt, und es ist wohl nur der Plötzlichkeit der Umwälzung zu?uschreil>en, daß sich das bayerische Bauernvolk so lange und in die- »er Weise von einem Landes fremden hat im Zügel hallen lassen. Mit dem Zusammentritt des Landtages wußte sich die Lage kritisch zuspitzen. Seine Mehrheil ist nicht sozialistisch, bie Unabhängigen, zu denen sich Eisner zählte, besitzen in ihm von 180 nur 3 Sitze. Es ist ihm also durch die Wahlen, auch bie ntr deutschen Ratiou.alversammluu.g, ein vollendetes Mißtrauensvo­tum ausgestellt worben, zu dem noch die ausdrückliche Forderung seines Rücktritte? von mehrheitssozialistischer Seite unb durch bie Garnison München gekommen ist. Trotzdem gedachte Eisner bisher bie Macht nicht au? den Händen zu geben, sondern hoffte, sie aus Grund der von ihm dem Lande vorher aufgezwungenenRot- Verfassung" in einer rein sozialistischen Regierung be- halten zu können. Noch kurz vor seinem Tode lehnte et in dem Rätekongreß jedes Zusammenarbeiten mit dem Zentrum ab. Eine amtliche Veröffentlichung er- klärt demgegenüber, daß Eisner bereit gewesen sei, zu­rückzutreten und der Landesversammlung die weitere Entscheidung zu überlassen. Dieser Umschwung bat sich offenbar vollzogen angesichts ber Tatsache, daß, wie auch bas zukünftige bayerische Ministerium zusammen- gesetzt fein mag, eine Fortsetzung ber Aeta Eisner unmöglich gewesen wäre. Ein burch Bloßstellung Deutschlanbs auf der Berner intern (Vionalen sozicllisti scheu Konferenz leicht errungener Erfolg und einige der üblichen Demonstrationszüge, die neben schwachen Huldigungen für Eisner weit stärkere für den von Eisner angeblich bekämpften Bolschewismus brachten, sind nicht die Grundlage, auf ber entgegen bett Wün­schen der Mehrheit des bayerischen Volkes ein Lan­desregiment gegründet werden könnte. Auch die außen­politischen Experimente Eisner, durch die er den Frie­den schnell herbei,m führen gedachte lVerössenllichiing der Aktenstücke, Werben um die Gunstfeine?. Freun­des" Clemenceau), sind völlig gescheitert. Er fand weder das Vertrauen des Auslandes noch die ersehnte Gegenliebe Clemenceau?. sondern eine glatte Abfuhr, wie es tticht anders zu erwarten war.

Das Geschoß des Grafen Arco hat nun dem Problem Eisner unb allem, was damit zufammenhcmgl, ein plötzliches Ende bereitet Leider ist bie Lage durch bie neuen Anschläge, beten Beweggründe noch nicht klar zu Tage liegen, erneut verwirrt worden, so daß bet Weg zu gesetzmäßigen Verhältnissen noch nicht frei von Hindernissen ist. Daß er übet neue» Blutvergießen führen mußte, mag bedauert werden, aber erst die Revolution mit ihrer Atmosphäre ber Ge­walttätigkeiten bereitete den Boden, auf dem bie Tat Graf Arcos unb bet anderen Urheber ber Anschläge geschehen konnte.

Gladbeck, 21. Febr. Der Kommandeur der hier eingetroffenen Regierungstruppen erließ einen Aufruf an die Bevölkerung, daß die Trup­pen zum Schutze vou Leben und Eigentum der Bürger ei: getroffen sind, daß ein Vorgehen gegen die Ausständigen nicht beabsichtigt sei. Der Ar­beiter- und Coldatenrat wandte sich in einem gleichen Ausruf an die Einwohner, daß das Ver- sümmlungs- und Vereinsrecht nicht beschränkt fei. aber Ansammlungen vermieden werden sollen. Die Ausstandsbewegung g r e i f t u m s i ch . da die Ar­beitswilligen nach wie vor von den Ausständigen arg belästigt werden. Der Straßenbahnverkehr ist unterbrochen.

Hebet die Vorgänge in Bottrop sind zuverlässige Nachrichten sehr schwer zu erlangen, da jeder Telephon- und Straßenbahnverkehr unterbrochen ist. Bei den Unruhen find' 21 Mann von der Bürgetwehr getötet worden. 40 Mann der Bür­gerweht, die sich den Spartakisten ergeben haben, mußten am Mittwoch abend den Weg von Vott-^p nach Sterkrade mit hochgehobcnen Händen zu Fuß zuriicklegen. Die Gefangenen wurden dann in Sterkrad« interniert ,

Ster ade, 21. Febr. Au den Oberbürger­meister Dr.' Most wurde gestern von den Sparta­kisten das Ersuchen gestellt, aus der Stadtkasfe Zahlungen an die Spartakisten zu leisten. Schließlich sah sich der Oberbürgermeister veranlaßt, aus eigenen Mitteln 18 000 cM. an die Spartakisten zu zahlen. In bet Stadtverordneten­versammlung erklärte der Oberbürgermeister, daß er unter den gegenwärtigen Verhältnissen sein Amt niederlege.

M L n st e t, 21. Febr. Der A"beitetrat in Ra­lingen und Eckamp bei Düsseldorf sowie der Voll- zugsrat haben, wie das Generalkommando mit­teilt, das Privateigentum bes Grafen S p e e in den Gemeinden Eckamp und Ratingen beschlag, nahmt und beginnen, den Hochwald abzu­holzen, um Brennholz daraus zu machen, trotz­dem reichlich Brennmaterial vorhanden ist

Der Arbeiter- und Soldatenrat in Sterkrade bat mit Rücksicht auf die stattfindenden Kämpfe über die Stadt Sterkrade auf drei Tage den Belage- rungszustand verhängt. Die Bekanntmachung trägt auch den Sichtvermerk des Oberbürger­meisters, der anscheinend durch die Lage hierzu ge­zwungen worden war.

Essen, 22. Febr. Die Schachtanlagen Karl, Heinrich und Fritz d:s Köln-Neußer Bergwerks- Dtteins» in Alteuefftu find heute von Spartakisten

Km WWW in MM.

Aner schwer verletzt, «shg. Oftl tot.

München. 21. Febr. Im Landtag wurde heute vormittag auf den Minister Auer «in An- M-S verübt, als er eben in einer Erklärung bm Abscheu Über bie Ermordung des Ministerpräsi­dent« Eisner Ausdruck gegeben hatte. Es fielen plötzlich Schüsse ans der Richtung der durch einen geohe« Plüschvorhang verhängten linken Ein- Wugstlr zum Sitzungssaal. Darauf stürmte ein Mcum im Militärmantel und Zivilhut in den Silpatgsfaal und feuerte mehrere Revolucrfchüfie <« der Richtung auf Auer ab. Auch von den Tri- iäa«e fiele« Schüsse. Der Abgeordneten bemäch- L > tigle fich eine große Panik; sie flüchtete» durch alle zAusgävg« aus dem Sitzungssaal. Auer sank, in die sinke Brustseite getroffen, fchwer verletzt z«- r ,4 jamme». Bo» einem der Schuf würbe der Ab­geordnete Osel von der bayerischen Bolkspartei gettofft«. Er ist tot. Zwei Ministerialbeamt« erlitte« schwere Schußverletzungen. Die Minister Hoffman« und Frauendorffer sowie inzwischen zn- rückMkehrte Abgeordnete der sozialdemokratischen Frutti»« leistete« den Schwerverlebte« die erste - Hilfe. Die Sitzung mußte aufgehoben werden. Das Laudtagsgebäude ist militLrifch gesperrt.

Verhaftung Roßhaupter«.

« G « chen. 21. Febr. Der Minister für mfti- tär sche Angelegenheiten Roßhaupter befindet fich fe Safi. Auer wurde sofort in ein Lazarett gebracht, tso er von dem Militärarzt sofort unter­sucht mcd operiert wurde. Sein Zustand ist lebcns- ges-yrNch.

München, 21. Febr. Die Kunde vsn den blusigen Ereignissen im Landtage verbreitete fich mit Windeseile durch die Stadt. Dj« Erregung ist LberaA febr groß. Alle Geschäfte wurden g«- kchlvffe«. Der Straßenbahnverkehr wurde mittags eingestelk. Aeberall wurden die roten Flaggen auf Ha;vm«st gesetzt. Ruf der Theresien-Wiese vcr- sammrNen sich die Massen zu einer großen Proiest- l ! kundgebnng. Der Allgemeinausstand wird prokla- rnkrt werden.

Berlin, 22. Febr. DerLok.-Anz." meldet aus München: Der Vollzugsrat der Gewerkschaften ha' einen dreitägigen Allgemeinausstand beschloß feu mit Ausnahme der Wasser-, Licht- und Ncih- » - rungMittelversorgung. Der verhaftete Milttä"- mittister Roßhaupter sitzt im Landtag in Schuhhaft Di,: Zeitungen sind von bett Truppen besetzt.

5 die Brust und hat das Zwerchfell unb die Lunge btr.chKaknj. Mirristerialdirektar Gareis hat «tue« Rückeumarksfchuß erlitten.

6 Der Belagerungszustand über München verhängt.

München, 21. Febr. Ueber München ist der V Belagerungszustand verhängt worden.

Der Landes-Soldatenrat, das Ministerium für militärische Angelegenheiten, der Stadtkomman­dant «n> der Polizeipräsident erlassen folgende Be­kanntmachung an die Soldaten. Arbeiter und Bürger:

Durch ruchlos« Mörderhaud wurde Minister­präsident Eisner ermordet, Minister Auer schwer verwendet. Diese tiefbedauerlichen Vorfälle, die \ jeder rechtlich denkende Mensch verurteilen miß, müsse» alle Gemüter aufs höchste beunruhigen. V Sofort muß das Volksgericht die Untersuchung und strcngKe Bestrafung vornehmen. An das Volk im Bürger- und Soldatenrock ergeht die Bitte, die Ruh« jetzt zu bewahren. Geht in Eure Wohnun- f ! teut Di« Straße ist gefährlich! Ab 7 Uhr abends , darf kein« Zivilperson mehr auf der Straße fein. Die öffentlichen Lokalitäten haben ebensalle um f Uhr yi schließen.

Heerte erbend findet ein Ministerrat statt, in dem 1 *6«« dir Seebtlbung be» Ministerium» Beschluß

MnWoni Mi Mtzm.

Berlin, 20. Febr. In der gestrigen Sitzung der Waffenstillstandskommission in Spaa gab General v. Hammerstein eine Zusammenstellung der Greueltaten, die in der Provinz Posen von pol­nischer Seite an deutschen Bürgern verübt wurden. Er betonte die Notwendigkeit, dem ungesetzlichen Verhalte« Polens endgilttg ein Ziel zu setzen. Der deutsch« Vor­sitzende legte bann Protest ein gegen die Ausbringung des SchleppersBerger R. M. I." in der Ostsee durch einen französischen Zerstörer unb gegen bie Absicht, de« Zerstörer burch be» Kaiser Wilhelm-Kanal nach reich zu bringen. Die Benutzung dieses Kanal» »««« nicht mit dem WafsenMstaudsvertrag begründet R*$*;

Der Unzeigenprel» beträgt fit die Sjeii Zeile 20 J. u 50*1. amtb y i

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