mit dem KreiLblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhelfen
Marburg
firttes Blatt
Amsterdam, 19. Febr. Di« „Times" meldet aus HelfinqforS: Einem amtlichen bolschewistischen Bericht zufolge wurden im Januar 11 Erzbischöfe der orthodoxen Kirche erschossen.
Odessa, 13. Febr. (Reuter.) Die im Kaukasus operierenden Streitkräfte des General Denikin haben das Kaspische Meer erreicht. Zn 12 Tagen ist Denikin 350 Werst vorgerückt. Er hat 31 000 E fangen« gemacht 95 Geschütze, 8 Panzerzüge und ein« ungeheure Menge sonstiges Kriegsmaterial erbeutet.
Neuordnung in Braunschweig.
Braunschweig, 19. Febr. Ter LaudeS-ArbK- ter- und Soldatenrat hat der Bereinigung der beide» sozialistischen Landtagssraktionen im Prinzip zugestimmt und eine Verfügung beschlossen, wonach btt Reichsgesetze in erster Linie geachtet werden. Sämtliche Volkskommissare und der Präsident Werges legte» daraus ihre Mandate in die Hand des Landes-Arbeiter- unb Soldatenrates zurück. Es wird eine sozialistisch« Regierung aus paritätischer Grundlage gebildet, di« jedoch nur als ein Not-Produkt von kurzer Lebensdauer zu betrachten ist. Vom 1. April ab wird es in Braunschweig keine Soldatenräte mehtz geben. Dagegen bestehen die Arbeiterräte vortäusrz weiter, deren Neuwahl aus breiterer Grundlage, ie< doch ohne Berücksichtigung der bürgerlichen Landes bewohn« erfolgen soll. (Voss. Ztg.) j
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TlSmenceau leicht verletzt.
Parts, 19. Febr. (FunkspruchUsingen.) Durch einen Fiznkspruch des Eiffelturms wird mitgeteilt: Heute morgen gegen 9 Uhr ist in dem Augenblick, als Cl^menceau, der in einem Automobil die Ecke der Franklinstrahe passierte, ein Anschlag verübt worden. Es wurden auf den Ministerpräsidenten mehrere Revolverschüste abgegeben, die ihn jedoch nur leicht verletzten. Er kehrte nach Hause zurück und sagte zu den ihn Umgebenden: „Es ist nichts!" Die Polizisten bemächtigten sich des Unbekannten, der versuchte, zu entkommen, aber von Vorübergehenden sestgebalten wurde. Der Festgenommene erklärte, Pottin zu heißen. Cltlmenceau konnte zu Fuß nach Hause zurückkehren.
P a r i s, 18. Febr. (Reuter.) Ettmenceau ist an der Schulter verwundet. Sein Zustand ist anscheinend nicht als gefährlich anzusehen.
P a r t s, 19. Febr. (Havas.) Die Profesioren Lanbry, Coffet und Eussier untersuchten ClSrnen- ceau, der von der Kugel in das Oberteil des rechten Schulterblattes getroffen worden ist. Die Wunde ist ziemlich tief. Es wurden keine inneren Organes verletzt, das Allgemeinbefinden des Patienten ist ausgezeichnet.
Freiburg, 19. Febr. Aus zuverlässiger Cmefe wird mitaeteilt: Beim Einzüge der Franzosen in Kelil war das Gebäude des Gaswerkdirektors, eines Elsässers mit der Trikolore geschmückt worden, was unter der Bürgerschaft großes Aergernis erregt hatte. Voreini- aen Tagen wurden nun zu nächtlicher Stunde einige Fenster des Gebäudes eingeworfen. Znr Strafe für dieses angeblich; Verbrechen wurde der Stadt Kehl die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 5000 Mark binnen einer Frist von 24 Stunden auferlegt. Die Franzosen fühlen sich in Kehl schon ganz als die Herren. Die Soldaten sagen ganz offen, daß das ganze Kehler Gebiet nicht mehr an Deutschland zurückgegeben werde, und Straßburger Blätter haben bereits di« Kühnheit, Nachrichten auS dem Gebiet des Kehler Brückenkopfes mit „Nachrichten aus dem badischen Elsaß" zu überschreiben.
Dresden, 19. Febr. Französische und englische Offiziere bestellten bei sächsischen Baumschulbe- sitzern Ob st bäume für das Sommegebirt au deutsche Rechnung, damit die Deutschen die dort zerstörten Obstanlagen wieder ersetzen. So hat ein Baumschulenbesitzer 1500 Obstbäume zu liefern. _ Sachsen und Thüringen solle» zusammen 35000 Bäume ab- gebem
Rücktritt Pilfudfki».
Warschau, 19. F«br. (Havas.) General Pll- sudski empfing da» Büro des Landtage» und teilte ihm eine Absichten mit, seine Befugnisse als Staatsobcr. Raupt in die Hände des Präsidenten des Landtages in der tfdtfjftcn Sitzung niederzulegen.
gebände besetzt.
Essen, 19. Febr. Die Streiklage hat sich wenig verändert. Die Zahl der Streikenden, die gestern rund 50 000 betrug, stellt sich heute auf etwa 56000. Die Zahl der vom Streik betroffenen Schachtanlagen betrug etwa 50 gegen etwa 60 gestern. Insgesamt sind im Ruhrkohlengebiet 350 Schachtanlagen vor^ Händen.
E s I e n, 18. Febr. Eine Konferenz der A.- und S.-Räte des 7. Armeekorps, an der auch Vertreter der politischen Parteien und der Gewerkschaften teilnahmen, sollte sich heute mit der Frage des Generaistreiks und der Zurückziehung der Regierungstruppen aus dem Industriebezirk beschäftigen. Tie mehrheitssozialistischen Mitglieder der Konferenz gaben vor Eintritt in die Tagesordnung eine Erklärung ab, die als Grund- lage der Verhandlungen angenommen werden könne. In der Erklärung heißt es u. a.: Die Konferenz verurteilt aufs schärfste die hinterlistige Einberufung der Mülheimer Konferenz unter Ausschaltung des größten Teiles der berechtigten Vertreter der A.- und S.-Näte und der Parteien und Gewerkschaften. Sie spricht den in Mülheim versammelt gewesenen Leuten das Recht ab, im Namen weiterer Kreise der Arbeiterschaft zu reden. Bewaffnete Truppen suchten unter Vorhalten von Gewehren und Revolvern die Mehrheitssozialisten am Verlassen des Raumes zu Verbindern. Diese verließen ihn trotzdem und hielten eine neue Konferenz ab. Zn einer Einigung ist es bisher nicht gekommen.
Berlin, 19. Febr. Ter .Lokalauz." meldet miß Bochum: Auf der Zeche Gras Bismarck kam es zwischen Spartakisten und Sicherheitswehr zu einem Feuerge- secht. Bisher wurden drei Arbeiter getötet.
Die Morgenblätter melden aus Barmen: Hier haben di- Spartakisten die Bahnhöfe und öffentlichen Gebäude besetzt und die Polizeiwachen entwaffnet. Viele Betriebe wurden zwangsweise stillgelegt, ebenso in Elberfeld. Sämtliche Beamte wollen streiken.
Die Umtriebe le Ruhrgebiet und die Westmächte.
Berlin, 18. Febr. Wie der „Tempo" meldet, findet die kritische Lag« im Ruh kohlcnrevier die ernst« Beachtung de» Pariser Kriegsrats. Sollten durch bte ipartakistifchen Umtriebe di« linksrheinischen Industrie» werke ohne Kohl« bleiben, so würden die Verbündeten den Waffenstillstand mit dreitägiger Frist kündigen und da» Kohlengebiet besetzen.
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' 1919 -
zahlen. Der Dorsitzende der deutschen Kommis, sion für Lebensmitteleinfuhr und für dir Finanzierung. Unterstaatssckretär v. Braun, gab darauf eine genaue Aufstellung übet Deutschlands finanzielle Lage, um die Kreditnatwendigkett zu beweisen. Käme die Lebensmitteleinfuhr wegen der Kreditverweigeruvg nicht zustande, so müßten uns unsere Schiffe bleiben, damit wir uns aus den an. deren Ländern versorgen könnten. Die Ausführungen v. Brauns machten auf die Kommission, die keine Vollmacht zur Kreditgewährung hatte, g-o- tzen Eindruck. Es wurden neue Abmachungen über weitere Lebensmittellieferunaen von 235 000 Tonnen zum Preise von unaesäbr W<> Millionen Pund Sterling, nach dem heubtigen Kurs fast 4‘M) Millionen Mark, getroffen. Die Finanzierung di-ses Kaufes beschäftigt zur Zeit die beteiligten Stellen. Die Zahlungsmittel sollen durch Nutzbarmachung der noch im Znlande befindlichen ausländischen Werte und durch gesteigerte Ausfuhr von Rohstoffen und Maren beschafft werden; die Verhandlungen darüber laufen weiter.
Frankreich« sriedensfeindliche Politik.
N e w v o r k. 18. Febr. Die ..Times" berichtet, daß die amerikanische Delegation entrüstet sei wegen der intensiven Provaaanda der Franzosen, die zum Ziele habe, den FriedenS schlu tz zu verzögern. Ti« amerikanische Delegation wolle deshalb Vorschlägen, die Friedenskonferenz nach einem Ort außerhalb Frankreichs zu verlegen.
Kapitän Banselow.
Berlin, 19. Febr. Die widersvrechenden Meldun- gsn über das Ausscheiden des Kapitäns Banselow aus der Waffenstillstandskommtlstou sind dadurch ent- stauen, daß Panselow zweierlet Funktionen ausübt. Er ist erstens stellvertretender Vorsitzender der livaskenstill- standskommlssion, als solcher verbleibt er in seiner Stellung. Zweitens Ist er Schverständirwr in Marine- fragen. und als folch-r wird er durch Korvettenkapitän H i n tz m a n n ersetzt.
7 Jahre Zwangsarbeit für Röchling.
Parts, 19. Febr. Der Temvs meldet aus Metz: Das Kriegsgericht von Pionville verurteile den bekannten Großindustriellen Röchling wegen Ankaufs von Maschinen aus Belgien und Frankreich zu siebenjähriger Zwangsarbeit.
, । aiit ab Barrabatt. — Sei lustunft burt Vie »e,chätt,ftell« u. Vermittlung der
Tonncrstllsi, 20. ^cvrnar «ngebete 25 4 eanbergeblihr. - Postfcheckbnb: 3tt. 6C1S »mt Frankfurt -. M.
Sie neuen Forderungen der Gegner.
rl o nden, 19. Febr. (Reuter.) Ein Sonder- torrefpondenl meldet aus Paris: Der Hauptvorschlag, welcher der mit Fochs Militärbiiro tagenden WaffenstiMandskommllsion verlegt wurde, hat die Herabsetzung der militärischen Stärke Deutschlands auf den Friedensstand, der ihm belasten werde, zum Ziele. Man verflicht, für die dauernde Stärke ganz Europas «ine daueende Norm festznsetzen, auf tzie die verbündeten Mächte nach der Unterzeichnung des Friedens ihre milftärifche Stärke allmählich herabsetze« würden. Augenblicklich würde man. die Zahl der Truppen festsetzen, die Deutschland behalten dürfe und auf die es seinen Bestand herabsetzen wtifie. Zugleich mit der Herabsetzung im MNNl!j.l,.iftsbestand und Kriegsmaterial müsie auch eine entsprechende Verminderung in der - LeistutigssSHigkeit Deutsch'auds. Eeichiitze und Munition z» erzeugen, stattsinden. Dies müßte die Zerstörung nnb die Umwandlung eines gewissen Teile« feiner Festungswerke zur Folge haben. Die Verbündeten- hätten außerdem die Absicht, traf der Entmilitarisierung gewisser Prsvinzen zu bestehen. Die bedeute, daß es Deatschkand verboten werde, in diesem Gebiete Truppen zu haben. Auf diese Weise könnte den französischen Forderungen berügllch des linken Rheinufers und der Sicherheit der Ostgrenze entsprochen »erden, ks wird erwartet, daß die Vorschläge der Mitglieder der Waffenstillstandskommission pi Beginn der nächsten Woche für hie Ueberreichang an die Deutschen bereit sein werden.
Bern, Ü0. Febr. Der „Temps" will wisien. daß vou einer Zerstörung der deutschen Flotte keine Rede sei. Die Konser-nz habe diese Frag« auch nicht besprachen. Das Blatt erklärt, Frankreich sei besonder» an bet deutschen Kriegsflotte interessiert, j und es Haffe feine Lücken durch Zuteilung »deutscher Kriegs,chiffe ausstopfen zu könne».
$!t Mikk.
Die Pole« beachte« de« Wasfrnstivstand nicht.
Bromberg ,18. Febr. Heeresbericht: Trotz der völligen Einstellung der Feindseligkeiten unsererseits belegten die Polen im Laufe des gestrigen Tages an verschiedenen Stellen des Abschnittes in hinterhältigster Weise unsere Linien mit Zn- anterie- und Attilleriefeuer. Auch die Stadt Rakel wurde von der gegnerischen Artillerie bc« chosten.
Berlin, 19. Febr. Nach dienstlichen Meldungen der militärischen Kommandostellen hat eine polnische Abteilung von etwa Kompagnie- stärke am 18. d. M. trotz des Waffenstillsti'.des, der bereits am 17. 2. in Kraft trat, einer bei Kottowski auf schlesiichem Gebiet stehenden Posten angegriffen. Die Polen wurden zurückgeworfen. — Auch an der Netzefront wurde der Waffeunill- stand durch die Polen heute gebrochen, Unsere Posten haben südlich von Rakel und bei Deutich- Kruschin (westlich Netzwalde) Maschinrngewehr- feuer erhalten. Die Gegend der Nakeler Zuckerfabrik wurde mit Artilleriefeuer durch die Polen betegt.
M'mid.
R«»« bolschewistische Offensiv«.
Amsterdam, 18. Febr. Einem hiesigen Blatt« zufolge wird der „Times" aus !öe!fingfor8 gemeldet daß Trotzki den Befehl gab, daß das bolschewistische Heer in Estland und Livland auf der ganzen Linie Narwa—Pskow—Volmar zum Angriff übergebt Tiefes Heer verfügt über 40000 Mannschaften, mehr als 100 Geschütze, mehrere Panzerwagen und Flugzeuge. Der Angriffsbefehl war das Ergebnis eine? Antrages, der vorigen Mittwoch in einer geheimen Versammlung des Sowie» in Petersburg angenommen worden war. Trotzki hatte erklärt, daß die Besetzung Vetersburos durch die Weiße Garde das Ende der bolschewistischen Revolution bedeuten würde. Der Kamvf, der am Sonnabend auf der ganzen Front Mjr hartnäckig geführt wurde, dauert an. Aus beiden Seiten waren die Verluste schwer.
Bern, 18. Febr. Die „Daily News" meldet, daß die sibirischen Truvven zu einer Offensive gegen die Bolschewist nicht fähig seien. Die Tschechen wollen nicht an die Front und mußten zurückgezogen werden. Zn der Ufraine sind die Bolschewist bis südwestlich Iekaterinodar vorgedrunqen und befinden sich 120 englische Meilen vom Schwarzen Meer. Eine große Menge Truppen Petluras ging zu den Bolschewist über, die jetzt den ganzen Norden und Nordosten der Ukraine besetzt halten.
Bit Lm in mW» WuWtM.
Münster, 19. Febr. In Flugblättern, die das Generalkommando des 7. A.-K. im Industriegebiet anschlagen ließ, heißt es: Gewalttaten und Angriffe der Spartakisten in fast allen Städten des Iudustriege- bietes! Regierungstreue Arbciterräte werden gesprengt, die Mitglieder zum Teil festgesetzt und Spartakusleute eingesetzt. Regierungstreue Vollzugsbeamte werden gewaltsam «ntwaisnet, die Banken gestürmt und die Sparkassen bedroht. In Düsseldorf ist jede persönliche Freiheit unterbunden, in Torsten sind beim Kampfe gegen Negierungitruppen Erploiivge'chosse anoewendet worden, in einer für die Unterbringung der Truppen vorgesehenen Schule wurden M i n e n mit Zeitzündvng gelegt, in Essen und mehreren anbrten Städten wurden von den Spattakuswehren die Wasienlager der Regierung gestürmt. Da die städtischen Sicherheitswehren zum Teil versagten, und mit den Spartakisten gemeinsame Sache machten, mußte die Reichsrcgierung ihre Truppen einschreiten lassen. Tie Behauptung, die Regierungstruppen würden zu gegenrevolutlonären Bewegungen ausgenutzt, ist frei erfunden. Das Erscheinen der Truppen erfolgt nur zum Schutze der vergewaltigten Arbeitswilligen. Sobald die Ruhe wieder hergestellt ish werden sie zurückgezogen.
Gelsenkirchen, 18. Febr. Durch die städtisch« Sicherheitswehr und die Polizei wurden die Spartakisten von bra öffentlichen Gebäude« vertrieben.
Mbiütt Mri’ta?
«• ®«i«t«t, 19. Febr. In der Refchslettung zu Weimar unb I« dem zuständigen Regierungs-Resiotts m Berlin werbe« gegenwärtig außerordentlich wichtige Beratung«« gepflogen. In Weimar sind Nachrichten «tngctioffe«. welche bte Reichsleitung zu der Annahme berechtige«, bah schon in den allernächsten Tagen über tzi« Fried-nrsrage eine wichtige Entscheidung fallen ,ird. Man «chnet in Regierungskreisen damit, daß chon in ehe« • Tagen eine Antwort der Wesimächte auf da« mebmalige deutsch« Ersuchen bezüglich eines Bcrfrltbee« et «gehen wird.
Serif. 18. Febr. Der „Temps“ meldet: Im Kam- verausschuh fit auswärtig« Angelegenheiten erklärte Clemente««, bei am 15. März die Präliminarfriedens- perbe«Mu*te« beginnen werden.
Basel. 17. Febr. Die „Nattonal.ztg." meldet aus pndon: Llovb George teilte im Unterhaus mit, daß der Prvliminarfriebe« bis spätestens End« April vollzogen s«!
Die Spartaftsten wurden größtenteils entwaffnet und aus den Arbeiter- und Soldatenräten entfernt Die städtische Polizei wurde wieder mit Massen v«- . ehen. Der durch die Spartakisten angerichtete Sach- chaden ist gering.
Münster, 19. Febr. Das Eeneralkommand« gibt bekannt: In Elberfeld führten am 18. Fe- bruar die Angriffe der Spartakisten auf die Eisen. , bahndirektion und den Bahnhof zum Erfolg, Der , 'lbschnittskommandeur II schickte eine Kompagnie mit Maschinengewehren vom Füsilier-Regtment 39 zu Hilfe, die auch den Bahnhof und die Eisenbahn» direktion wieder nahmen und zur Zeit noch besetzt halten. Marschall Fach genehmigte, daß Regierungstruppen im Abschnitt II zur Unterdrückung der ausgebrochenen Unruhe verwandt werden. !
Elberfeld, 19. Febr. Als ein Teil der von der Stadtverwaltung beorderten Regierungstruvve» (150 Mann) nachts ausgeladen werden sollte, wurde er von den Spartakisten, die inzwischen das Ellenbahndirektionsgebäude besetzt hatten, mit Gewehrfeuer empfangen. Die Regierungstruppen machten darauf ebenfalls von den Massen Gebrauch und nahmen mit stürmender Hand den Hauptbahnhof und das Tirefr tiousgebäiide wieder. Tie Spattakisten sollen 17 Tote und 38 Verwundete verloren haben, während auf feiten der Regierungstruppen nur ein Mann fein Lebe« einbüßte. Der Kampf zog sich bis in die späten Morgenstunden hin und dehnte sich auch zum Teil das Stadtinnere auS. Die Spartakisten halten noch das Rathaus besetzt. Heute morgen um 11 Uhr sand , zwischen den Spattakisten und Regierungsvenretee» eine Besprechung statt. Es wurde «. a. die sofortig« : Einstellung des Schießens, sofortige Bildung einer • freiwilligen Sicherheitswehr zur Säuberung der Stadt ] von solchen Elementen, die' unberechtigter Weise int < Besitz von Waffen sind, und die Rücksendung der Bo« auswärts kierbeigeholten Sicherheftswehren vereinbart. Nach Erledigung der Vereinbarungen, die bis zum 20. Februar erfolgen soll, rückt die Reaierungstrupve ab. Bis zu diesem Zeitpunkt haften die Regierung« ruvpe» allein den Hauptbahnhof und das EisenbahndirektionS-
iDi« Oberbeskilck« Zeitung“ etf*«tnt sechsmal »MientU*. — Ter 19 lBezu"g«prei, betritt »tertelf. b.td> bte Soft (ohne Seftennetbl, «.75 X. M 43 Im het etaöt Tlarbura frei in« freut 3.75. bet «ni-r«n Zeitun-.sieflenonf dem |Vanbe 8 75 X. - Verlag »•« Dr C. b'tzerottz. A!«tl 21/21§ernn«.ä5
8er«, 18. Febr. Die in den neuen Waffenstitt- stü!'.dsbedinW»«ße» enthaltene Klausel der Reduziening ' des deutsche« Heeres, wie auch von HavaS berichtet tourbe, frf wnh der französischen Presse nicht aus 25000, sondern auf 250000 Mann vorgesehen fein. 4 Pie Lebensmittel-, Schiffahrt» und Finanzfragen.
Berit», 19. Febr. Die drei Unterkommif- sioire» für Echiffahrts-, Lebensmittel» und Finanz- i fragen »»erben, »te die Gegner, in <spaa mit- | teilte«, wahrscheinlich am 21. Februar dort eintreffen. Die Zahl der deutschen Delegierten, unter denen stch Vertreter fast aller Interessenkreise befinden, wirb mehr al« 60 betragen, ftnzu kommen noch die Eachverstsindigen für die Ausfuhrartikel, ( die Deutfchland zu» Verkauf anbietet. Da es außerordentlich schwierig fein wird, diese große s Zahl von Delegierten in Spaa unterzubringen, ; schlug die brutsche Waffenstillstandskommission vor, ; Kommissionen für das Schisfahrtsabkommen, für das Ernährnngsabkommen und das Finanzabkom- vren an einem eroberen, auch für die gegnerischen Vertreter geeignet liegenden Orte, event. im n e u - ttftlen Saslanb tagen zu lasten. Um die Ein» rheitlichkeit in den Arbeiten der Kommissionen sicher zu 'stellen, stehen die drei deutschen Kommisswnen unter einem Vorsitzenden, und zwar unter Dr. Melchisr, Prokurist der Firma Warburg in Hamburg. Die Antwort auf die deutschen Vorschläge steht «och aus.
Rach einer Meldung der „B. Z. am Mittg" er- j klärten in den letzten Verhandlungen in Spaa und 1 Trier über die Versorgung Deutschlands mit Le- | bengmitteln die Vettreter der Verbündeten, daß »ine Kreditgewährung an Deutschland ausge - fchlossen fei; Deutschland sei in der Lage zu