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Die „OberdessNÄe Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich.
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Lande 1,75 A.
Crftes Blatt
große Mas- Nach ihrem
ter, fand heute unter freiem Himmel eine senversammluug von Soldaten statt.
Marburg
Monlaz, 17. sikbriar
Berlin, 15. Febr. Ein Aufsatz Dr. Gold- fchmibts in der „Weltbühne" bringt bemerkenswerte Aufklärungen über die Gehälter der bolschewistischen Redakteure. Wilhelm Herzog, der Herausgeber der ..Nebnblik" hat mit seine« Geldgebern Verträge abae- Woben, die ihm die Summe von 42000 Mark w ersten Jahre, 54 000 Mark im zweiten und dritten außerdem befonbere Zuwendunoen von 60000 Mark und Anteile jeher Art sichern. Aus besonderen Spesen- rechnunaen gebt hervor, daß Herzog in kurzer Zri' allein für Äutofahrien und andere unkontrollierbare Ausgaben 25000 Mark forderte und erhalten hat.
Trier, 14. Febr. Marschall Fach übergab dem Reichsminister Erzberger heule nachmittag 8 Uhr olgende Vorschläge zu dem Zusatzabkommen über die Verlängerung des Waffenstillstandes:
1. Die Deutschen müssen alle Ofsensiv- bewegungen gegen die Polen anf- gebe« und dürfen folgende Linie nicht über- chreiten: Lei bet russischen Grenze westlich Luisen, clbe. westlich Groß-Neudorf, südlich «rzosa, nördlich Schubin, nördlich Estin und südlich Samotschin, üblich Chodzcisseu (Kalmar), nördlich Ezarnikau. westlich Bialla, westlich Birnbaum, westlich Bentsche», westlich Wöllstein, nördlich Lissa, nördlich Rawitsch, nördlich Siernchow bis zur schlesisch- rusfischen Grenze.
2. Der Waffenstillstand wird für unbefristete Zeitdauer mit dreitägiger Kündigungsfrist ver, längen.
8. Die Ausführung der frühere« Wasfenstill- ttandsbedingunge» wird fortgesetzt und zum Abschluß gebracht.
Seltne WsWMeckMlmi.
Au der Sonnabendsitzung, über die wir an anderer Stolle n8her«.berichten, gab Relchssinanz- «iutster Dr. Schiffer mit rückhaltloser Ofsen- heit Aufschluß über unsere finanzielle Lage, die durch bk M i ß- u n d Schleuderwirtschaft tfekr A.- und S.-Räte seit Beendigung des Kriegs noch erheblich verschlechte'! werdet ist. was Dr Schiffer durch einzelne Beispiele belegte. Durch Verschleuderung, Diebstahl und Raub von Heeres- yit sind so allein 5 Milliarden verloren gegangen. Dr. Schiffer trat auch den Gerüchten über Streichung bet Kriegsanleihen und Beschlagnahme der Sparkassen- und Bankguthaben entgegen. Reichs- Vehrminister Roske rechnete energisch mit den Lnabhängigen und Spartakisten ab, durch deren Schuld allein ein militärisches Vorgehen und Blut- pergietzen nötig geworden ist. Vor ihm sprach Abg. Haase für die Unabhängigen, nach ihm Abg Dr R i etz e r für die Deutsche Volkspartei
Ein Demonstrant wurde durch einen Sdjufj tödlich zwei andere Personen leichte- verletzt.
Der Fall Radek.
Berlin, 15. Febr. Zn den letzten Tagen hat bk Vernehmung von Berliner A.- und S.-Räten stattgefunden. die mit der Berufung Radeks nach Berlin anläßlich des Spartakusaufstandes im Zusammenhang stehen. Gegen die Urheber dieser Berufung Radeks im Berliner Vollzugsrat ist das Strafverfahren be- ontragi worden. Die bisherigen Ermittelungen haben ergeben, daß Radek während feines Aufenthaltes in Deutschland mehr als 3 Millionen Mark verausgabt hat. die ihm von der Sowfetregiermm zur Verfügung gestellt worden waren. Es ist gestern Abend gelungen, 5 weitere rufstfche Bolschewistenvertreter festzunebm«n. Auch wurde ermittelt, daß über 50 amtliche russische Sowseiv-rtreter zur Unterstützung der deutschen Spartakusrevolution auf deutschem Boden weilen.
Die Berliner Solbatenröte.
Berlin. 15. Febr. Zu stürmisch-n Austritten kam es in der gestrigen Sitzung der Groß-Berliner Soldaten- täte, in der der bisherige Vorstand seinen Rücktritt mit der Begründung e klärte, daß durch Bestellung der neuen deutschen Volksregierung und die Neuordnung der Befugnisse der Soldatenräte die Groß-Berliner Soldatenräte keine Arbeitsberechtigung mehr besäßen. An ihre Stelle hätten die Korns-Soldatenräte zu traten. Diese Erklärung rief schärfsten Widerspruch hervor, es wurde ein Mißtrauensvotum gegen den bisherigen Vorstand angenommen. Den Un- -rd hängigen gelang es. wahrend bet größte Teil der Mehrheitssozialisten nicht anwesend war, ht den neuen Vorstand die militärischen Mitglieder des Vollzugsrats der Grosz-Berliner 9L» und S.-Räte zu wählen.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
M Lm in Amni.
München, 15. Febr. Ministerpräsident Eisner hat in der Sitzung be4 Kongresses der Arbeiter-. Soldaten- und Bauernräte die Beweggründe dargelegt, die das geforderte Ausscheiden des Ministers für militärische Angelegenheiten Roß Häupter aus dem Ministerrat als untunlich erscheinen lasten. Rach lebhafter Aussprache, in die der Ministerpräsident wiederholt eingriff, wurde einem Antrag de« Landes- foldatenrats einstimmig zugestimmt, in dem in sechs Punkten die Bedingungen enthalten waren, unter denen der Landessoldatenrat dem Minister Roßhanp- ter wieder das Vertrauen schenken könne. ES wurde eine Einigung darüber erzielt, daß der Ministerrat bis zum Montag abend zu den Forderungen des Lan- dessoldatenratS Stellung nimmt
Nürnberg, 15. Febr. $>eute r—mittag zogen etwa 1500 bi» 2000 Mottos«, und Soldaten durch bte Stadt in geschloffenem Zuge, mtt einer Musikabteiliing an der Spitze. Im Zuge würben Plakate mit der Antichrist: „Nieder mtt ber Weißen Garbe, wir halten sei- her Ordnung!" getragen. Nachmittag, wiederholten sich die Kundgebungen. Bon den Demonstranten mürben die Polizeiwachen besetzt und die Schutzleute ent. wasfnet. Die Veranstaltung richtet stch gegen die Bildung einer Heimatschutzarmee Bauern» und gegen den Minister für militärische Angelegenheiten. Roßhaupter
Das Eeneralkommanbo iu Nürnberg gestürmt
Nürnberg, 16. Febr. Zum Protest gegen die militärischen Anordnungen de« Minister» Roßhanp-
liinelmt Herrn WWnsliWnWinWM.
Stint »iMMtn Unltrnthnutn gegen Ult Mn.
Die unbeftistete Verlängerung bes Waffenstillstandes soll nach französischen Meldungen etwa 2 Wochen dauern. Bis dahin soll bte endgültige Regelung getroffen sein, die bis zum Abschluß eines Vorfriebens gelten wirb. Durch bie Festsetzung einer breitägigen Kündigungsfrist soll ein Druck auf Deutschland ausgeübt werden, um die Ausführung der früheren Bedingungen, wozu auch die Ueberkastung bet deutschen Handelsflotte gehört, und bie Einstellung der Unternehmungen in Posen zu erzwingen. Die angegebene Linie verläuft so, daß nur ein schmaler Streifen der Provinz Posen im Norden, Westen und Süden in deutscher Hand bleibt. Diese Forderung widerspricht dem ursprünglichen Waffenstillstandsvertrag, bet die Grenzen von 1914 anerkannte, innerhalb deren bie Souveränität be« Reiche« unangetastet bleiben müßte. Jetzt wirb ein Vorgehen gegen bie polnischen Eindringlinge einfach verboten unb ihre Eroberungen bemit inbirekt al» zu recht destehenb anerkannt. Denn e« ist nichts bekannt, baß die Polen ihrerseii« angewiesen wären, die Provinz Posen zu räumen. Eibergers Protest in der Sitzung in Trier vom 14. b. M„ in ber erklärte, bas beutsche Volk könne unb werbe sich nicht bas Recht nehmen lasten, stch gegen bie frechen Angriffe der Polen auf fein eigene« Gebiet mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu schützen, Wilsons elfter Punkt geb« den Verbündeten nicht das Recht, dem deuffchen Volk bte Abwehr solcher Angriffe zu verbieten, ist »lfo wirkungslos geblieben. e
Berlin, 18. Febr. Der Stand der Verhandlungen zur Verlängerung des Woffensiillstands- abkonnnens in Trier bietet am 15. abend» folgend« Bild: Freitag, den 14. 2., nachmittags 3 Uhr waren die Verhandlungen im Salonwagen des Marschall» Fach eröffnet worden durch lleber- reichung einer eitle über die neuen Bedingungen, die die Westmächt^lk die Verlängerung Vorschlägen. Erzberger e? jfberit In längerer Red«, die den deutschen Standpunkt über den gesamten Komplex der bisher vor den Trierer Verhandlungen zur Aussprache stehenden Wqffenstillstandsfragen eingehend darlegte. Die' neuen Bedingungen Fachs wurden noch in der Nacht, zum Sonnabend nach Weimar und Berlin übermittelt. Auf bisher nicht aufgeklärte Weife find dies« Depeschen in Berlin erst Sonnabend mittag, in Weimar erst Sonnabend nachmittag anßelangt, Fach hatte bie Antwort bi» spätesten» Sonntag mittag 12 Uhr erbeten unter dem Hinweis, baß er rechtzeitig ben Truppen seine Befehl« geben müsse. Da bte Regierungsstellen in Berlin unb Weimar bie Vorschläge mit großer Verspätung erhalten hatten, ersuchte Reichsminister Erzberger Marschall Fach am Sonnabend mittag um Verlängerung bet Antwortsrifl his Montag ben 17. Februar, mittags 12 Uhr. Am Sonnabend nachmittag um 8 Uhr l,eß Marschall Foch antworten:
„Der Waffenstillstand läuft am 17. Februar, morgen» 5 Uhr ab. Die letzte Stund« also, um eine Verlängerung zu unterzeichnen, ist 6 Uhr nach, mittag« am 16. Februar, damit Zeit bleibt, den Truppen die Befehle zu übermitteln. Wenn zu dieser letzten Stunde be« Abkommen nicht unter« zeichnet ist, bin ich genötigt. Trier zu verlassen, und der Waffenstillstand wird am 17. Februar morgen» 5 Uhr nicht mehr tn Kraft kein,"
Der Anzetgenprei» beträgt fit bte 8geb. 3«Ue 10 4 ; amtliche, auswärtige! ue QflfiFft. u. Eammet-Anz 40 4. u. 10'/. Kriegszuitlag. Reklame,eil» 1 A. Z'd-r Rabatt I *5U9IB» gilt al« Battabatt. — Bei leefenft durch die v«chätt»ftell« u. PetmUUxeg der Ingebete » 4 SandergedRht. — Pastscheckkanta: Ar. »C16 Amt Frank,utt «. vk.
Schluß bewegte sich ein DemonstrattonSzug durch da« Stadtinnere. Als die Demonstranten die Deutschhauskaserne (jetziges Generalkommando) passierten, fielen einige Schüsse in die Menge, wodurch, wie verlautet, zwei Soldaten getötet und vier schwer verletzt wurden. Nach einer anderen Lesatt sollen acht Soldaten getötet Wochen sein. Die Menge stürmte darauf da« Generalkommando, lieber dem Einfahrtstor häng, seitdem ein Plakat mit der Ausschrist: „Bon den Unabhängigen und Spartakisten besetzt." Die Fenster de« Generalkommandos find mit Maschinengewehren de- setzt. Der die Straße und den Platz vor dem Genera,, kommando beherrschende Weiße Turm erhielt gleich- salls Besatzungen mit Maschinengewehren. Die zum Generalkommando führenden Sttaßen sind mit Wachr- posten versehen, bie den Verkehr aufrecht erhalten. Hie und da rattern Lastauto mtt aufgebauten Maschinengewehren durch die Sttaßen. Auch der „Fränkische Kurier", das Organ der Demokrattschen Partei, sowie die „Fränkische Tagespost" (Organ der Mebt- hettssozialisten) sind besetzt worben. Der gesamte brabt- i’ofe Verkehr war bi» heute Nachmittag »Uhr Killgelegt.
MIM Im AM.
Seelben, 15. Febr. Spartakusleute versuch len, tu He katholische Hofkirche während der Meile «inzndriugen, doch wurden sie daran verhindert. In einer evangelischen Kirche wollten die Svariakusleute Während h' Gottesdienste« ein« Arbeit«- laseuveriamwlu.. abhalten, was ebensalls verhindert werben konnte.
Eisenach, 15. Febr. In einer Versammlung ber Eisenacher Garmsontruppen wurde der bisherige Eolbarenr^t abgesetzi. Gegen einzelne Mitglieder de? bisherigen SoGatenrates soll strafrechtlikb vorgegangen werden. Der neugewählte Soldatenrai wird sich nur mit militärischen Fragen im Sinne der Berttauensräte befassen und gegebenenfalls aus Befchl der Regierung zurücktreten.
Münster, 15. Febr. Die ReichSregierung beauftragte bte Zivilbehörden, dort, wo die Polizeikräfte tot Aufrechterhaltung ber Rübe und Ordnung zum Schutze ber Arbeitswilligen nicht ausreichen, die er- foibetlichen militärischen Schutzmaßnahmen bei den ßrtlichen Garnison kommandoö ober für den westfüli- ßheu Jndnstriebezirk beim Generalkommando des 7. Armeekorps unmittelbar zu beantragen.
i Münster, 15. Febr. In Harwest-Dorsten machten sich in letzter Zeit spartakistische Umtriebe bemerkbar. Truppen, die auf Ersuchen der Regierung zum Schutze der Bevölkerung nach Harwest-Dorsien rückten, wurden mit Feuer empfangen. Sie machten ebenfalls von ber Dhnßwaffe Gebrauch. Die Entwaffnung der Nnrrchestifter wurde energisch durchgeführt.
Düsseldorf, 16. Febr. Wie bie „Düsselborser Nacht." berichten, teilte in einer Versammlung ber kormuumstischen Partei ein zu einer (anläßlich ber Vorgänge in Münster) in Essen abgehaltenen Be zirk-loutzerenz Delegierter mit, das; beschlossen worden fei, ein Ultimatum zu stellen, bis Montag Abend die Regierungslrupven zurückzuriehen. Falls dies nick, geschehen sollte, sollte zum Allgemeinausstand und tarn' bewaffneten Widerstände des Proletariats avfgefordert werden.
Essen, 16. Febr. Aus Recklinghausen totrb be- richtet, daß gestern Regieruugstruppen aus Münster dort eingetroffen sind.
Gelsenkirchen, 17. Febr. Die Spartakus- kule haben hier völlig die Gewalt an sich gerissen. Sie HÄeu den Bahnhof und andere öffentlichen Ge bäuoe beseht, die Slcherheitsmänner der Mehrheils- soziuliPe» entwaffnet. Gleichzeitig beginnen nachts eiuubenmgen durch bewaffnete Spartaknsleute.
Die vorläufig« Antwort bet deutschen Waffen» tillsiandskommission war bereit, in der Nacht vm» Freitag auf Sonnabend erfolgt. Sonnabend vormittag richtete Retchsminister Erzberger zwei weitere Schreiben an Foch- (Das erste — über bie Hanbelsflotte unb bie Lebensmittelfrage — wirb weiter unten erwähnt. Die Schristl.) Hebet diese letzten Fragen wurde im Laufe be» Freitag unb Sonnabend im Nathan» in Trier eingehend verhandelt. Diese Sonberverhanblungen werben Sonntag ihren vorläufigen Abschluß finben. Ein« Versorgung Deutschlanbs bi« zur neuen (Ernte ist durch diese Verhandlungen noch nicht sicher« gestellt. Zn dem zweiten Schreiben Erzbergers ui Foch wurde die endgiltige Zustimmung oder Ast ehnung vorbehalten, und e« wurde eine Reih' deutscher Gegenforderungen aufg stellt darunter die Freigabe unserer • gefangenen, die Aufrechterhaltuw: -r
kehrsfreiheit, insbesondere der wirtschaftu.., so
wohl im besetzten Gebiet als auch im Osten in den von den Polen besetzten Gebieten, Wahrung bet deutschen Hohei t«r echt« in Ost unb West, Wiederholung der Forderung, daß niemand wegen Kaufs oder Verkauf« von au» Belgien und Franst reich weggeführten Maschinen in Untersuchung g* zogen oder bestraft werden darf, Freigabe bt| Küstenschiffahrt, bessere Behandlung der deutt> gesinnten Bevölkerung Elaß-Lothringens. 3Ra* schall Foch erwiderte Sonnabend abend in beW oben bereits erwähnten Brief auf bie deutsche» Gegenforderungen: „Der Text des Abkommens, bet Ihnen gestern übermittelt mürbe, ist von ben verbündeten und assoziierten Regierungschefs fest« gelegt worden. Ich kann ihn weder ändern noch erweitern. Es muß betont werden, daß an ben Verhandlungen in Paris über diese Festsetzung bet Waffenstillstandsbedingungen auch Präsident Wil son teilgenommen hat."
UeBet He Ueberlassung bet Ha- d --»Gtte ließ Erzberger am 15. d. M. Foch ein Schreist«» überreichen, in bem et nochmals den deutsch« Standpunkt barlegt. Erst wenn das Abkomm«» übet Lieferung von Lebensmitteln mtt Festsetzung bet Menge, Preise und Bezahlung getroffen nutz die Lieferung sichergestellt sei, könne die deutsch« Regierung sich damit einverstanden erklären, daß die deutsche Handelsflotte zur Ausführung dies« Zweckes zur Verfügung gestellt wird. Die einseitigen neuen Forderungen bezüglich der Heber« lassung der Handelsflotte (Auslieferung der um fertigen Schiffe, Ersetzung der deutschen Besatzungen usw.) könne die deutsche Regierung nicht an- nehmen. Eie verpflichtet sich jedoch, alle geforderten Bedingungen zur Verhinderung der Verbreitung bolschewistischer Agitation durch deutsche Seeleute nach näherer Vereinbarung pl übernehmen unb burchzuführen. Um alle Frage» beschleunigt zu lösen, schlägt Erzberger vor, baß bi« Schiffahrt»-, Finanz- unb Lebensmitteldelegierte« der Verbündeten und Deutschlands sich bereits Anfang dieser Woche, mit genügenden Vollmachten ausgestattet, in Spaa treffen möchten, um die Verhandlungen abzuschließen.
nut»? KM.
Die Reichsregrerung ließ an RelchEinister Er», berger, Waffenstillstandskommissron, Trier, fol. geitbe Mitteilung zugehen: Bitte Abkommen Meten zeichnen, aber vorher Foch schriftliche ErklärunG übergeben:
Die beutsche Regierung ist sich der schweren Fol. ben bewußt, bie sowohl die Annahme wie die Ablehnung be« Abkommens nach sich ziehen müßt«. Wenn sie ihre Delegierten anroiee, zu unter- zeichnen, so geschah bies in bet Ueberzeugung, daß bi« alliierten unb assoziierten Regierungen jetzt ernstlich bestrebt finb, innerhalb einer kurzen Frist, wofür sie ben Waffenstillstand verlängerten, der Welt ben ersehnten Frieben wieder zu geben, Dt« deutsche Regierung ist aber genötigt, ihr«» Standpunkt zu den drei Bedingungen be« Abkommens durch folgend« Bemerkungen klarzustellen:
L Da« Abkommen ignoriert die au» dem , Bolkswillen in geordneten Formen hervorgegangene deutsche Regierung und legt den Deutschen in der Fonn ’ schroffer Befehle und Verbote zugunsten der aufständischen Polen die Psticht aus, eine Anzahl ' wichtiger Plätze, darunter Birnbaum und Benttcken 1 ohne weiter« zu räumen. Trese Plätze sind in beut« 1 scher Hand und überwiegend deutsch besiedelt und von wejeutlich« Bedeutung für den Verkehr mit dem deut-
Duisburg von bee Belgiern besetzt.
Tuioburg. 14. Febr. In der vergangenen Nacht eiaiitg Her auf Anordnung de» belgischen Abschnitt- kvminanbeure infolge bet Vorkommnisse am Mittwoch Beltzische Truppen mit Maschinengewehren ein, um weitere Unruhen zu verhüten. Es ist eine Kompagnie ; tingerMt, bet zwei weitere folgen sollen. Die Truppen fernen gerade vor dem Rathause an, als dort drei Hsrnborner Spartokistenführer votgefahren waren, um do« bem Oberbürgermeister die Herausgabe von be- schtng«shmten Gewehren zu erzwingen. Die Belgier 'hielten das Auto an. Di« Spartakisten versuchten zu ! «ntfomme« und eine Handgranate gegen die Belgier I« werfen» was jedoch vereitelt wurde.
Duisburg, 15. Febr. Heute mittag ist ein« ztoeite Kompagnie belgischer Infanterie mit Musik hier eiugerückt.
Rene Zusammenstöße in Berlin.
Berlin, 16. Febr. Gestern abend in der 9. Stunde wurde in der Weberstraße eine Versammlung von Führern des Roten Soldatenbund« durch Dkitglieder der Kriminalpolizei unb Soldaten vom Regiment Reinhardt aufgelöst. Dabei kam es an der Ecke der Weber- und Landsbergerstraße zu erheblichen Zusammenrottungen. Die Menge gri die Ordnung schassenden Reinhardttruppen an, so daß diese »ob der Waffe Gebrauch machen mußten.