mit dem KreisLlatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Tageszeitung für (das früher kurhessifche) Oberheffen
Der ■n|e(«enptet» beträgt fit bte Sgefi. Zeile »a j ; aettl W, amw«rtir 71 (V-a.-* u. 6emmfl«In|. 40 m 10*/. ,ri#<isiui<bl«i. Rrtt«me»ei!e I ^k. Iftabcft "* ' l,V*w
1919
eilt «l« Henebett. — Bei luetwnft bwtd) die 6f«MH»lt«nf «. Bern tt?I«nq der Ingebete 26 j Lenderzebltzr. — PostichmNont,: Nr. 6C15 Imt firgnhurt a. M.
Die neuen Angriffe Lloyd Geo.ges ciif di» deutsche Kolonialpolittk müssen immer wieder zu- 'ückgewiesen werden, da Englands Ei »gebarneen« Politik in weit höherem Matze Anlatz zn Kritik bietet, wie allgemein bekannt ist und durch eint amtliche deutsche Darstellung nach einmal be« kräftigt wird.
Warnung vor der Politik der Nadelstiche.
Rotterdam. 1.3. Febr. Eenerai Maurice schreibt der „Daily News" aus Pans, die Ausstände in England und di« neuen Schwicrig- ketten in der englischen Armee seien zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt gekommen. Die französischen Zeitungen, die noch immer unter strengster Zei sur ständen, dürsten von den inneren Schwierigkeiten in England kaum etwas erwähnen. Da aber die englischen Zeitungen in Frankreich in stetem Umlauf seien, sei die Folge davon Cie. daß die wildesten Gerüchte über die Ereignisse in England auftauchten. Man habe sich infolgedessen in Frankreich darüber beunruhigt, datz England die Demobilmachung mehr als zweckmätzig beschleunig: und seine Verbündeten im Stiche lassen würde. Dies« Besorgnis habe selbst in amtlich:« Kreisen durch eine übertriebene Kampagne gege« Deutschlands militärische Macht beiu geführt, daß bet der Erneuerung de» Waffenstillstandes weiter» gehende Maßregeln gefordert würden. Diese Fov- derungen, di« Besetzung des Ruhrgebietes mit Einschluß Essens, die Herabsetzung der deutschen Armee auf ungefähr 25 Divisionen und die Auslieferung des größten Teiles de» deutschen Kriegsmaterials gehen gepaart mit dem neuerlichen dringenden Ersuchen auf sofortig« Abrechnung mit Deutschland, ohne daß man länger mit dem Völkerbund Komödie spiele. Weiter schreibt Maurice: Niemand, der ein Gefühl der Verantwortung besitzt. kann behaupten, daß einige Wahrscheinlichdit besteht, daß Deutschland danach trachten wird, bet Krieg wieder aufzunebmen; wohl aber besteht btt Gefahr» daß die Verbündeten Deutschland durch ihre Politik der Nadelstiche zur Verzweiflung treiben und die ordentliche Regierung. die e« jetzt noch besitzt, stürzen. Dan» würde ein Druchsetzen der Friedensbedingung«« nur mit Gewalt möglich sein. Der Vorschlag, bet jeder Erneuerung de» Waffenstillstandes einew neuen Strich deutschen Gebiete» zu besetzen, bedeutet einen Stoß in dieser Richtung. Man glaubt nicht, daß diese Auffassung bei den englisch«« oder amerikanischen Bevollmächtigten Unterstützung finden wird. Andererseits gibt e» gewifc Forderungen, die gestellt werden müssen, der«« Erfüllung die Lust säubern und die jetzigen Schwierigkeiten erleichtern würde. Wenn bte Westmächt« beschlossen haben, Deutschlanb mit Lebensmitteln zu versorgen, haben sie auch bas Recht, dafür zu sorgen, daß die eingeführten Lebensmittel zweckentsprechend verwandt werden. Wir können uns nicht dazu hergeben, eine grotzo deutsche Armee auf Kosten der deutschen Bevölkerung zu ernähren und damit unsere eigene Demobilmachung aufzuhalten. E» ist allo an b« Zeit, festzustellen, wieviel Truppen Deutschland behalten darf und die sofortige Demobilisierung aller unnötigen Truppen sowie die Auslieferung alles übrigen Materials zu verlangen. Dann wird auch die Besorgnis in Frankreich beseitigt und eines der Hindernisse für die Anwendung des Völkerbundprinzips auf die Regelung mit Deutschland aus dem Wege geräumt werden.
Die Konferenz auf den Prinzeniustl«.
Paris, 12. Febr. Die Pariser Presse meldet amtlich, daß die Esten, Letten, Litauer und Ukrainer die Einladung auf die Prinzeninseln angenommen hätten.
Marburg
ftrrilstg, 14. Februar
auswärtige Deputationen. Aber da» alles genügt der Reichskanzlei noch nicht. „Es wird Wert darauf gelegt, daß sich di« hirfige lWrimarers B völ- kerung an den Ovationen lebhaft beteiligt." Mehr kann man für den Au«bruch „spontaner" Huldigungen nicht hm. Der Eifer, mit dem die ozialdemokratllchen Regisseure für Ovationen sorgen, ist äußerst löbllch und lä^t für die Dauer der sozialdemokratischen Präsidentschaft noch allerlei erwarten. Man kann also annehmen, datz ste noch Hebung erhalten und in Zukunft eine «Ln>ag geschicktere Reniehand zeigen. — Siebe auch Scheidemann» Sonder,ug. Über den die Regie- rungspreffe bisher nicht» pe-lauten ließ, obwohl die Angelegenheit auch in Berliner Blatter übergegangen war.
Rach der „Post" Hai die Reoierung fchlleßlich davon abgesehen, di« geplanten knildiguncplmaßnahmen zu verwirklichen. ES gab allo keine Ebrenkomvagnie und keine Aufstellung von Schulen und Abordnungen. Rur ein kleiner Junge, der mit seiner Mutter dem neuen Staatsoberhaupt begegnete, fragte, ob daS der „neue Kaiser" sei.
51» Strßnrnino d« MnMM».
Berlin, 13. Febr. Die französisch« Abordnung in Spaa benachrichtigt« am 13. Februar telephonisch die deutsche Vertretung, daß vom französischen Generalstab und General Wevqand bei ihr folgendes Telegramm eingelaufen ist:
Der am 16. Januar erneuerte Waffenstillstand läuft am 17. Februar ab. Eine Ve'längerung über diesen Termin hinaus bis zur Unterzeichnung des Präliminarfriedens ist von den verbündeten Regierungen nicht gebilligt worden. Infolgedessen haben sich die verbündeten und die deutschen Bevollmächtigten, welche die Vereinbarung vom 11. November, 13. Dezember und 16. Januar getroffen haben, zu einer Konferenz zu vereinen, um über die Verlängerung des Waffenstillstandes über den 17. Februar hinaus zu beschließen. Das Oberkommando der Verbündeten hat die Ehre, dem deutschen Oberkommando vorzuschlagen, die Konferenz am 14. Februar nachmittags in Trier statt- finden zu lasten und zwar unter denselben Umwänden wie im Januar. Es wird um unverzügliche Antwort gebeten.
Die Abreise der deutschen Delegierten erfolgt heute nachmittag.
Paris, 13. Febr. (Havas.) Der Oberste Kriegsrat fetzte in feiner gestrigen Sitzung die Bedingungen für die Erneuerung des Waffenstillstandes fest. Sie worden nicht bekanntgegeben, bevor sie Deutschland mitgeteilt worden sind. Das neue Abkommen roirb in militärischer Hinsicht alle wünschenswerten Büroschaften enthalten.
havas will über die Ansichten des Kriegsrats unterrichtet fein und meldet folgende Bedingungen: 1. Deutschland soll es militärisch unmöglich gemacht werden, die Feindseligkeiten wieder zu beginnen. 2. Deutschland soll erfahren, daß die Verbündeten die Sieger find und das Deutschland feinen allzu glimpflichen Frieden sPair blanche) zu erwarten bat. Zm Falle, daß Deutschland um Gnade nachsuchen will, könnt« es möglich fein, daß ihm die Westmächte die Wiederaufnahme seiner Friedensarbeit erleichtern.
Hamburg, 13. Febr. An den Lebensmittelausschuß der Waffenftillstandskommisston in Spaa sandte der Arbeiter- und Soldatenrat folgendes Telegramm:
Der Hamburger Arbeiter- und Soldatenrat erklärt hierdurch «ruf bas bestimmteste, baß seitens keiner Partei sowie keiner militärischen oder sonstigen Stell«, insbesondere auch nicht seitens bewaffneter Arbeiter, in die planmäßige Lebensmittelversorgung, u. a. in die Bewachung, Verwaltung und Bewegung der Hamburger Lebensmittelläger eingegriffen wird. Der Hamburger Arbeiter- »nd Soldatenrat wird feine ganze Macht dafür einfetten, daß die Einrichtungen der Lebensmittelversorgung in Hamburg ebenso unversehrt von inneren Kämpfen bleiben, wie die Einrichtungen des Roten Kreuzes, so daß eine volle Gewähr für die unbedingte Sicherheit dieser Einrichtungen besteht.
B r e m e n, 12. Febr. Bösmanns Telegraph-n- Büro meldet: heute wurde von dem Deutschen Transportarbeiter-Verband das nachstehende Telegramm im Anschluß an die Nachrichten über die Verhandlungen in Spaa an Exzellenz v. Ion- quiöres und den Reichspräsidenten Ebert gesandt:
Dem Vernehmen nach beabsichtigen die verbündeten Regierungen, die Besatzungen bet deutschen Lebensmittelschiffe nach Ueberführung der Dampfer in englische Häsen abzumustern und In die hei- üittt zuröckzuschicken. Der Transportarbeiter-Per.
Die norbfchleswigsch« Frage.
Kopenhagen, 13. Febr. Im Rathaussaale fand am 12. Februar die 2. große Versammlung zur Betonung des Standpunktes der dänischen Regierung in der notdschleswigschen Grenzfrage statt al, Gegengewicht gegen die eifrige Agitation» tätigkeit dänischer Chauvinistenkreise für ihr« übertriebenen Forderungen. Hauptredner war der frühere Vertreter der dänischen Nord- schleswiger im Deutschen Reichstage, Haussen, der sich in einer längeren Rede abermals auf den Standpunkt stellte, daß Flensburg und anher« mittelfchleswigfche Gebiete nur bann an Däne» dar! angegliedert werden sollen, wenn sie in ein« freien, unbeeinflußten Abstimmung selbst heu Wunsch danach aussprechen. Er warnte Dänemark davor, eine fest zusammengeschlossene deutsche Bevölkerung aufzunehmen.
Japan «Ub China.
Tokio, S. Febr. (Venter.) Maktno
Bestellte Ovationen.
Dte Rcktlib. Korresp. schreibt: Wie tonnten sie früher fa »acker schmälen, die Sozialdemokraten, ®ean ee sich um höfisches Zeremoniell, um Begrüßungsfeiern und Ovationen handelte. Und st d doch fett selbst der Sünde bloß! Und wie! Am tüetiste# nachmittag ist Wahl des Reichspräsi' bent^r. Schon stundenlang vorher gibt die Reichskanzlei in der Weimarischen Zeitung „Deutschland" kts Programm aus. „Reichspräsident Ebert wird Me Nationalversammlung etwa um 4’/a Uhr vet- fafien." k, ist dafür gesorgt, daß er den nötigen »begeisterte«" Empfang findet. Denn man höre: e$ot de« Gebäude der Nationalversammlung Nehmen Abordnungen, die Schulen ufw. Aus'tel- iung.“ Ci#, khrenkompaguie der Landesschiitzen wird unter den Siängen der Militä kapelle das uldisvMS'sld oervoüständigem Dazu komm.n
Vdeimar, 12. Febr. Reichspräsident Ebert <mpfiü| heute nachmittag im Nationaltheater die LertrÄoe bet deutschen und deutsch-österreichischen Presse. Er führte hierbei u. a. aus: Der erste lag webte, Amtes soll auch der Tag fein, an dem dH mit der deutschen Pteste Fühlung nehme. Ich freue »ich. daß mir ein Amt zugefallen ist, unter befiel aornehmsten Aufgaben die Wahrung der Pressefreiheit obenansteht. Unter den hier Betfaewelten find alle Parteirichtungen ver- tteteii. E» ist meine Aufgabe und das Erforder- ti» »eine, Amtes, mit Jhgen allen in Beziehungen za treten ohne Rücksicht aM Zhre ober meine Psriei-Ugehörigkeit. Sehen bitte darin ein
Zeichen fflr die Art, wie ich mein Präsidentenamt eertoeliew »ill. Die große Mehrheit von Ihnen ßehSrt ja den Parteien an und steht ihnen nah«, «H, denen sich die neue Regierung bilden wird. Die anderen Herren bitte ich, in unseren Taten nicht «Mt das Trennende, sondern auch das Ee- «eiusirn« sehen zu wollen und bei mir auch vor- «uszüfetzen, was ich auch bei Ihnen vorausfetzen will: ein« tiefernste Auffassung von der Pflicht Vaterlande. Zwei Aufgaben hat bi« «eue Regierung vor allem andern: den Frieden |« sichern und die Verfassung zu beschließen. Beides muß geschehen im Zeichen der Gerechtigkeit. Wir Onwen heute sagen: Die Demokratie ist für Deutschland in einem Umfange gesichert wie für feil anderes Land. Eine vollkommene Ueberein- siinnnnmg wurde über die Art. wie die S 0 z i a l i - sieruug «nzubahnen sek, erttelt. Danach sollen WirtMafbszweige, die nach ihrer Art und ihrem kutrojckkungqgang einen privatmonopolistischen khnrakter angenommen haben und dadurch zur Loztakiperung reif geworden sind, auf Reichs-, ktaots-, Gew eindeverbände und Gemeinden zu vernehmen sein. Als solche Wirtschaftszweige Burdoa besonders erwähnt die Bergwerke und die Erzeirgung wen Energie. Bis die Zeit zum Sozia- kismu« reif ist, muß der soziale Gedanke alle Hand- bmg« der Regierung bestimmen. Die Organe der Regierung, di« mit den Herren der Presse zu ^tu habe«, find angemiefen, ihre Arbeit in verständ- tzisvolfle» Sinne zu leisten, der nichts zu tun hat Bit Beeinflussung, sondern der geeignet ist, die Nitärbett der Presse anzurufen.
Der Vorsitzende der Preffevereinigung in Wei- Bsi. 6eerg Bernhard, gab namens der »er« Mnmett», Pressevertreter der Freude darüber 3tÄ<. daß ihnen sogleich Gelegenyett gegeben StKiK* ist, den Reichspräsidenten in ihrer Mitte $H ' griißen. Sein Hoch galt dem Reichsprästden- ben, de» Führer zum einigen freien Reiche aller beuifthe» Stämme. Reichspräsident Ebert versicherte nachmal», daß er den Schutz der Presse- und Sieituwgsfrtibeit als seine höchste Aufgabe an« sehe. Die Aufrechterhaltung der unbedingten $refie» und Versammlungsfreiheit werde et unter •Een Umständen durchsetzen.
IPie „Dberbtlfrf<h« Zeit« na" «rl<f>«tnt l«ch»W«l mä<bentlich. — De« Se^ufleprei, brtrSot etfrtelt >wnb bte Volt (ebne FeftelWI’'), «.75 X. m der 6t«bt «erbura ftri in« freu« 3.75, bet unseren Zeit«»,»steNeu eef bem L'enbe X,7« X. — «erleg wen Dr C. hitzerettz. Merkt 21/2«. Zeraipr.55
Schädigung der Interessen feiner Mitglieder und legt gegen dies«, Vorgehen, durch welche» Abertausende von Seeleuten und Hafenarbeitern brotlos werden würden, ausdrückliche Verwahrung ein. Die deutschen Schiffsbesatzungen si-d bereit, unter deutscher Flagge die feindlichen Truppentransport« und Lebensmittelfahrten mit gewohnter Zuv *r!äf- tgfeit auszuführen, bitten aber auch we Reichsregierung dringendst, einer Entfernung der Beatzungen von Bord unter keinen Umstä den zuzu- timmen, weil die Konfeguenzen ,>nab>hbor wären
Bremen, 13. Febr. Wie die „Weserzeitung" aus Bremerhaven meldet, sind dott, vom Hamburg kommend, die französische bewaffnete Jacht „Aylette", der englische Kreuzer „Danae", der amerikanische Kreuier „Ehester" und der englische Zerstörer „Tnrlant* eingetroffen. An Bord der Kriegsschiffe befindet sich eine Kommission der Verbündeten unter Führung de« Korvettenkapitäns Morath von der Schiffsbesichtigungskommission in Hamburg.
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LW Seine Mer der Frieden md die $in6emiilei.
Ächi Anrecht Deutschland« auf Kolonien. — Kein Eingreifen in Rußlnnb, sondern B'ejbch der Verständigung.
London, 12. Febr. Zm Unterbau« klagte Oberst Auine « über die Veriögernna der Friedenskonferenz, die fast alles, nurnichtden Frieden mit Deutschland besprochen habe. DaS Land brenne darauf, zu wissen, ob Lloyd George nicht nur Schadenersatz bis zur Grenze der Leistungsfäbigkeit zablen lassen werde. In seiner Antwott versicherte Lloyd George dein fraufe, die Konferenz tue ihr AeüssersteS, um baldmöglichst zum Frieden zu kommen, lieber Deutschlands Westgrenzen fänden mmenblicklich nichtofsizielle Grörteryjigen statt, und es bestehe die volle Zuversicht, daß eine völlige Uebereinftimmung über die gegen Deutschland vorzubringenden Forderungen, die die Westgrenz« betrrffen, erreicht werde. Die Grenzregulierung zwischen Polen und Deutschland |et aber eine andere Frage, dort sei eine ungeheuer gemischt« Bevölkerung, und «5 sei sehr schwierig, dort ohne eine sorgfältige Untersuchung die Limen zu ziehen. Bevor die nach Po^en gesandte Untersuchungskominission zurückgekebrt fei, »oerbe es unmöglich fein, die Ford-rungen der Verbündeten wegen der territorialen Wiederherstellung im Osten Deutschlands festzustellen. Was die Kolonien a.rbelange, so habe Deutschland durch die Att, wie es die Eingeborenen behandelt hab«, und auch im Interesse der Sicherheit der Welt dieses Anrecht verwirkt. Das sei der wesentlichste Teil des Friedens mit Deutschland. Die Wiedergutmachungen feien in der Entschädigung enthalten. Lloyd George bedauerte, daß von einigen Mitgliedern dem Bölkerbund gegenüber eingcringschätzigerTon angeschlagen toerbe. Die amerikanische öffentliche Meinung fei in der Frage des Völkerbundes nicht gespalten, wenn aua# Meinungsverschichenheiteu über die Einzelheiten bestehen könnten.
ES fei niemals der Vorschlag gemacht worden, die Bolschewisten anzuerkennen ober sie zur Friedenskonferenz zumlassen. Der Abscheu, den die Schrecken der bolschewistischen Herrschaft eingeflößt hätten, habe ihn aber den Tatsachen gegenüber nicht blind gemacht. Es sei zwecklos, daß die Konferenz mit dem Bemerken, sie habe den Weltfrieden gemacht, auseinandergehe, bevor in Rußland Ruhe herrsche, sonst würde noch in ungeheuren Gebieten Anarchie, Unordnung und Blutverg-eßen herrschen. Manche Leute rieten zur Internen: m, et könne nicht die gewissen Ziffern, die eine Intervention erfordern würde, entfjülien, aber kein vernünftiger Mann tvürde dieses Anfinnen gutheißen, wenn er die Afften gesehen hätte. Di« militärische Macht der Bolschewisten fei gewachsen und fei seh r groß, aber die Verbündeten sowie Deutschland sind znbefch ästig t, nm sie anzugteisen. Ein zweiter empfohlener Kur- sei die Unterstützung der Gegner der Bolschewistem Neben der moralischen Unterstützung hätten die Verbündeten p B. Feuerwassen, Munitton und Ansrüstungsgegen- stände geliefert Was die Sendung von Mannscha'ten anbelange, fo sei e- die Frage, wer sie senden werde. Amerika werde weder Mannschaften noch Material senden, deshalb würden die ganzen Lasten tatsächlich auf Frankreich und England fallen. Der dritte empfohlene Kurs sei, das Feuer ausorennen zu lassen. Dies sei eine brutale Politik: es sei nutzlos, Lebensmittel nach Petersburg zu senden, wenn die einzelnen Verteilungrstellen bolschewistisch leien. Alle Lönngeu seien erwogen worden, und man habe sich entschlossen, einen Versuch zu machen, alle Parteien zu einer Konferenz aufznfordern, um dort zu einer Verständigung r.t gelangen, die die Wiederherstellung der Ordnung ermöglichen würde. Das bolschewistische System könne nicht ewig dauern, aber inzwischen habe er erfahren, daß die Drohnng mit der Intervention den Bolschewisten die gemäßigten Elemente in die Arme treibe. Er teile den Abscheu vor dem Bolschewismus und weigere sich auch, ihm die Hand zu reichen, aber das dürfe chn nicht verhindern, »richt nur im Interesse Rußlands, sondern auch Englands und der ganzen Welt fein Bestes ,u tun, bi« Ordnung nnd eine gute Regierung tu dü- M bttaifätM- «nde^wisdrcher^M«. _______
Sos nm XtlWInelL
Weimar, 13. Febr. Endgültige List« des Stabt» Mts:
PrPbent des Reichsministerium«: Scheide- M«nv: Vertreter int Präsidium des ReichSministe- ümnS und ReichSminister der Finanzen: Schiffer: Peichsmtnister des Auswärtigen: Gras v. B r 0 ckd 0 r f f- -iautzO«: Reichsminister des Innern: Preuß: jkichsarbeittminister: Bauer: NeichSwitt'chas'Smini» fter: Äifftl ; Reichsern ährungsminister: Robert Schmidt; Reichsfustizminifter: LandSberg, Kttchchoetzrminister: N 0 i tt; ReichSk-'lonialminister: tzr. Bel I; ReichSpostminister: GiesbertS; ReichS- vinister Iw« DemobilmachungSamtS: Dr. Kö th. Fer- eet frei Minister ohne Portefeuille: Dr. David, krz berger und Gothein. <