Tageszeitung für (das früher kurheMche) Oberheffen
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»ob 2—1 die Anwerbungen statt.
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durch Handschlag ihre« Führer verpflichtet, allen dienstliche» Anordnungen zu gehorchen und sich de« bestehenden MilitLr-Strafrecht i« Einvernehmen mit den Brr- trouenoleuten zu unterwerfe«. Ferner habe« die An- aewordene« dir Verpflichtung für ei» Verbleiben t« Heere nach IttSqiger Probedienstzeit, sowie das Recht der sofortige« Kündigung durch de« Führer, sobald fie sich eie unzuverlässig erweise», anzuerken»»«.
Di« nähere« Bedingungen können in der neuen Kaserne aus Stube 40 einqetehen werden, daselbst finden auch vorn 14. d. Mta. ab, vor», von 11—1, nach«.
Gewäh Itorps-Berordnungoblatt XL A. K. vom L 10 wird bei« Kurhrssische« ISgerbatl. 11 unter Führung den Hauptmanns Mohr eine Freiwilli- qen-Ko«pag»ie mit dem Standort Marburg gebildet und dem Jägerbatk. 1t «»gegliedert.
Die Bedingungen sind ähnlich denen der Bewach» ungelrwpagni« folgende:
1. Es werden nur ausgesuchte, im Felde erprobte felddienstföhige Mannschaften angenommen.
2. Jeder Mann der Kompagnie dir i« erster f?inle dem Heimatschuh diene« soll, erhält ohne Rücksicht aus seinen Dienstgrad eine llirvndlöhnung vo« SO Mark monatlich, sowie eine tägliche Zulage vo» 5 Mark, die ^uch an Sonntagen und kürzerem (nicht länger als 14 Tage währendem) Urlaub gezahlt wird.
3. Die Freiwillige« werde» bei der Anwerbung
Marburq
Trtnsiaq, 11. Februar
Aushebungen statt Freiwilliger.
Weimar, 10. Febr. In der gemeinsame« Sitzung der ostmSrkischen Abgeordneten ergriff auch der Kriegsminister Cberft Reinhardt das Wort und erkl8rte.datzdie Regierung alles avfdietr, um der drohenden Gefahr zu begegnen. Man fei sich bewußt geworden, daß die bisherige Zusammen« bringung von Truppen unzulänglich sei und man daher wieder zu Aushebungen schreiten muffe. Doch sollen diese vorläufig nur in besonder» gefährdeten Bezirken geschehen. Die jungen Män« ner Deutschlands, einerlei ob Handwerker, Arbeiter oder Wissenschaftler, muffen sich jetzt wieder deffr» bewußt sein, daß sie ihre eigene Zukunft schützen, wenn sie zu den Waffen greife».
Bildung einer Freiwilligen-Kompagnie beim Jäger- Bataillon Nr. 11 in Marburg.
Üit Mark.
Die militärische Lage.
Berlin. 10. Febr. lieber die Lage im Osten wirt
<t gemeldet:
A O. R. Rmd: Bel einem erfolgreichen Borstotz iw
Mohr, Hauptwan» im Rurhessische» JSgerbataillo» 11.
5 b. A- n. E.-Rat Marburg: Preutze, Rob.
deutsche Marine beschlagnahmt und den Feind entwaffnet. Aber e» bleibt noch das chaotische Rußland, woye' die deutschen Truppen fifPe beziehen könnten. Wenn die englische Arme« demobilistrrt und die amerikan'sche nach den Bereinigten Staaten zurückgekebrt ist, so stebt Frankreich ifolie-t da. und dann könnte die Gefahr ent. ;teh-n, datz Deutschland den Streit mit Waffengeinal' mifnimmt. Die, m' > <e grafte Beunruhigung Hervorrufen, wenn nicht Wilion seine Zulicherungen gegeben hotte. Elemeneeau schlaft milden Worten: Alle unsere Bläue bauen sich aus auf der graftartiaen Grundlage b*e Willon gelegt und auf den Prinzipien die er verkündet hat. — „Verschwörung zur Vernichtung Frank- r-ich," und „Hilfe für Deutschland aus Rußland"! Aber Ettmenkoau Hat es gesagt!
• ngetete Ä 4 Benbetgebfcbt. — Postscheckkonto: Rr. 6C1, Imt Frankfurt a. JK.
Berkin, 9.Febr. Der ReichSprSsid-nt wird, wie ’ hab ,JB. $..** meidet, voraussichtlich tm Sch<oß Bellevue dl Berlin Wohnung nehmen. Außer dem Schloß B-lle- hie soA noch daS NeichSkanzlerpmaiS in Frage komme«. N ßer einer festen Zuwendung sollen dem Präsidenten mehrere 100009 Mark zu Revräsentations- -wecken gemährt werden, doch dürfte die gesamte Summe eine Million nicht erreichen.
Windau-Absckmitt wurde Tprkschle genommen. Ber- schieden«» Nachrichten zutolae soll die deutsche Besahuna von Windau bei der Eroberung der Stadt durch die Dollchewisten restlos niedergemocht worden sei» ®in« Anzahl deutscher Kolonisten in EoIdingen soll er. schollen worden fein.
Ä. O. R. Süd: In allen Abschnitte« für tm« erfolgreiche Gesetze.
6.8. R.: El« feindlicher Dorstotz bei RawitsL wurde abgerofeten.
IA-R.: Südwestlich Margontn griffe» die Polen in Stärke von zwei Kompagnien da, Dorf Radwonke an, do, hierbet verloren ging. C, wurde fpätet mit Artlllerieunte stüt-ung rr» uns wiedergenommen.
Ferner wurde die Räumung der von uns besetzten Teile de« ruMicheu Gebiete, an der Bahn Ramel— Br st-Vitowlk bis hart südlich von Brest-Litowik durch, geführt Westlich von Vrest-Litowsk wurde eht starker polnischer lieberfall abgeschlagen, dank der ansgez^ud neten Haltung der 3. Ramvagnie des Freiwilligen hitailTpns 44. Da« 22. Reservekorps, das bisher in Prest-Litowsk lag. bat do, Rornrnando an bi« 22. Land webrdiv-sion abgegeben und wird nach der Heimat ek transportiert
Amerikanische Warnung an die Pole«.
BerliiK 10. Febr. „World" veröffentlicht ein Telegramm au, Washington, wonach die Verbündeten gewarnt werden, datz die den Polen gelieferten Waffe» r*W zum Kampfe gegen die Zentralmächte dienen sollen. Amerika und die Verbündeten hätten die rnora- lische Verpflichtung, die Zentralmächie gegen Angriffe von außen zu schütze«, nachdem diese durch den von den Verbündeten diktierten Waffenstillstand die Was- fcn niedergelegt haben. — „New Port Tribüne" schreibt: Die Polen haben keine Befugnis, nach Berlin zu mar» chieven, fie sollte» ihr Gesicht statt deff n gegen Mo«, tau wenden. Deutschland Ist nicht mehr im Krieg, die wahre Aufgab, Pole«, liegt daher im Osten und lliM tm Westen . i
Dos Zustandekommen bee Waffenstillstandes.
Der Vizepräsident der Nationalversammlung Fehrenbach hielt in Heidelberg eine Rede, die interessante Einzelheiten über das Zustandekommen des Waffenstillstandes enthalt. Noch dem Bericht der „Münchener Post" sagte Fehrenbach: „Am 10. November war der bekannte Sonntag zur Entgegennahme der Waffenstillstandsbedingungen. Neben dem neuen Reichskanzler Ebert und feinen Staatssekretären Scheidemann und Landsberg waren noch die Männer der alten Regierung und ich im Kanzlerhause anwesend. Es mar das Telegramm der Wafsenstillstandskommisston verlesen worden, worin die Kommisston mitteilte, es bleibe nichts übrig, als die Bedingungen glatt anzu- nehmen. Hernach wurde e<n Telegramm Hindenburgs verlesen, ronrin er ersucht, alle Bedingungen sofort anzunehmen, er könne die Armee nicht weht beieinander hehallen, sie laufe ihm setzt schon davon. Sonst sei er genötigt, mit der ganzen Armee zu kapitulieren. Ebert stellte nun die Frage: Wer ist dagegen? Da erfolgte 'enes furchtbare Schweigen. Ich will hassen
ich niemals mehr ein so furchtbares Schweigen erleben werde."
Bcthma«« Holl weg und die Derautwortlichkeit des Kaiser».
Der ehemalige Reichskanzler v. Bethmann Hallweg hat an den Chefredakteur der „Krernttg." folgendes Schreiben gerichtet: „In ber „Kreuzztg" ist, wie ich nachträglich sehe, unlängst eine Zuschrift neröffentlicht worden, die sich mit der in der feindlichen Preffe wiederholt geforderten Auslieferung des Kaisers beschäftigt und dabei vollkommen »u- treffenb auf die bekannte verfassungsmäßige Verantwortlichkeit des Reichskanzlers für die Politil des Kaisers hinweist. Die Zuschrift wünscht, daß ich meine Bereitwilligkeit erklären möge, mich einem von neutralen Staaten zu beschickenden Haager Schiedsgericht zu stellen und mich deffen Spruch zu unterwerfen. Gestatten Sie mir. an das zu erinnern, was rch bereits am 27. Nov-mdcr "origen Jahres in einer in der „Deutschen Allgem. Ztg." veröffentlichten Unterredung ausgesprochen habe: „Ich sehne den Tag herbei, wo ich dazu beitragen kann, vor einem unparteiischen Schied« gerichtsbof, dem allerdings von beiden Seiten illcs Material zur Verfügung gestellt werden sollte, der Wahrheit zum Siege zu verhelfen." Selbstverständlich nehme ich dabei in Anspruch, daß meine staatsrechtliche Verantwortlichkeit für die politischen Handlungen des Kaisers auch vom neutralen Staatsgerichtshofe zur Drundlage feiner Entscheidung gemacht wird."
demencteus Erzählungen.
Parts. 10. Febr. Ciemenreau erklärte dem Vertreter ber „Associated Vreft" u. a.: Neuerdings gemachte Enthüllungen gaben mir Gelegenheit, in die Pläne be> Feinde einzusehen, bester, als man es trüber vermochte. Es war nicht nur der Traum einer militärischen Herrschaft Preußens, es war auch eine tief anaelegte Der. schwörung zur Vernichtung Frankreichs, sowohl i» kommerzieller und industrieller Hinsicht, al, auch in militärischer. Es ist sehr schwer, die Industrie Frankreichs wieder tn, Leben zurückzurufen. Deutschland dagegen habe alle seine Werte in Ordnung halten könne» und könne fie sofort wieder in Betrieb setze«. In kommerzieller und industrieller Hinsicht sei beim Kampf zwi- idjen Frankreich und Deutschland diesem der Sieg geblieb n. Was die Finanzen anbelange, so seien die deutschen Kriegsschulden infolge der Blockade ausschließlich inländische, deren Zahlung leicht verweigert werden könne, während Frankreich seine Schulden bezahlen müsse. Was di« militärische Lage angeht, sagte (Hetnenceau. so hat die gegenwärtige Lage gewiß Beunruhigendes Die Verbündeten haben «Herting, die
Berlin, 9.Febr. Weoeit Hochverrates and Widerstandes gegen die bewaffnete Macht batten einem Privattelegramm de» „8.1." aus Bromberg infolge sich vor dem Kriegsgericht elf Polen zu verantworten, die in den Kämvfe« bei OlrfintM und Hopfenaarten gefangen genommen wurde«. Sie wurden in«gesamt -u 145 Jahren Zuchthaus verurteilt. Tie Anne- klagten behaupteten. mit Gewalt für das polnische Heer angeworben und zum Kampfe gegen die Deutschen gezwungen gewesen zu fein.
Thorn, 10. Febr. Tie Stadtverordnete» von Bromberg beschlollen, für die Truvpen, die erfolgreich den Bromb-rger Bezirk gegen die Polengesahr rertefbt- gen, eine Trenvrämie von 300 003 Mark auszuwev- :en und an die Nationalversammlung in Weimar eine telearaphische Mitteilung zu richten, in der die Palette gesahr für Bromberg betont wird.
Danzig, 10. Friuc. Ter Eisenbahnverkehr Bep« lin—Köniasberg ist seit gestern mittag unterbrochen, da in Marienburg ein Ausstand unter den Eisen« bahnern des Betriebsdienstes ausgebrochen ist.
O l i v a bei Danzig, 10. Febr. Eine aus Matrosen und Soldaten bestehende Bande libersiel gestern abend das Hotel Karlshos, zerstörte die Einrichtung und raubte das Hotel au«. Bei der sich entspin« nenbett Schlägerei wurde der Matrose Zander <nt^ Oliva erschossen.
Bern, 9. Febr. Tie feindlichen Besaftnngsbe siörden haben anher den Inhaber der Firma OS-brüber Röchling in Ti-denhosen auch den Prokuristen be? 'Unternehmens. Drebber, verhaftet und a6gcfnt’rt $<'■ Berbaftiing erfolgte am 2 Januar in Bad Ems, ba# tum Brückenkopf Koblenz gehört. Trebber soll wir "iele andere Personen von den Verbündeten wegen >es Ankäufe- von belgischen Maschinen zur Rechen» ichaft gezogen werden. Tie Angehörigen Tretoer rind bis heute ohne Nachricht über den Auftnchol« Drebber? und sein Vergehen. Ta die Verhaftung dem Artikel 6 des WasienstillstandsabkommeuS wider- ■priibt ausserdem in Widerspruch zu den am 6 Januar in Trier abgegebenen Erst Lrungen Fachs steht, hat dir deutsche Wanenstillstandskommission seine sofortige Freilassung gefordert.
Die Engländer richten laut ,L.»A."»Meldung au# ^ssen in dem von ihnen besetzten rheinischen Gebiet Zivilverwaltungen ein.
rit MMS Itr efitn Mmmi.
IM* Wie Einigung. — Die Frag« einer westdeutschen Republik.
tz» Weimar, 11. Febr. In den Verhandlungen Her die Bildung ber Regierung konnte bis jetzt eine Entscheidung nicht erzielt werden, well die Sozial- toowfreten alle führenden Stetten für sich bean- htttto. Demokraten und Zentrum erklärten aber, toi auch in der Zusammensetzung der Regierung dir MrchrheitSbildung berücksichtigt werden müßte, zumal hie Sozialdemokraten nicht für sich at'ein die Mehrheit »- ber Nationalversammlung hätten. Die Re- giereeg mutz im Lause bes heutigen Tage? gebildet Werbe» und morgen in Wirkung treten, weil bei de« jetzt beginnenden Verhandlungen über die Ber!au- eetenfl des Waffenstillstandes eine vom Volke durch 6k Nationai Versammlung bestätigte Regierung vor- |enbm fein mutz.
$«dt Bormittag finden Beratungen zwischen den Ksthrern der Parteien und Vertretern der Reichsregie Cing Iber den Arbeitsplan der Nationalversammlung siatt.
Heber die Frage einer westdeutschen Revu« blick haßen auch gestern mit Vertretern der verschie bene» Parteien Beratungen stattg-ftinden. Im all- gemeinen hält man sich auf einem abwartenden Stand- 6««ll eeb würde zur Bildung einer eigenen rheini- kchenRetz»ölik nur geneigt fein, wenn damit eine von beti Gegnern geplante Annektion verhindert tonbew würde.
Weimar, 10. Fesir. Die fsingeren Mitglieder der Demokratischen Fraktion Haden ihren grund- fitzllchen Standpunkt durchgrsctzt. daß erst der Mi- «iftvrPrästdent bestimmt wird und dieser bann seine Mitarbeiter aus ben Parteien mahlen soll. Das bebautet also ein grundsädliches Abmeichen von ber in ber letzten Zeit beobachteten Methode, daß bie Parteien ihrerseits die Personen bestimmen. Me sie als Vertrauensmänner in bte Regierung habe« «wller-. Es setzt sich allgemein die Heberge^ gung b»Tß, daß Reichspräsident und Ministerpräsi deut ben Sorialdemokrateu zufallen müllen. Demokraten undEhriftliche Volkspartei werten deshalb wieder die Frage auf. ob nicht Dl David zu- tlrffrete, damit eines ihrer Mitglieder Präsident der Rationalversammlung würde. Das lehnt aber bie Sozialdemokratie ab, und ohne einen der drei leitenden Posten zu erhalten, wollen Demokraten imb Zentrum bie Koalition nicht abschließen. Ans diesem Punkt stehen die Verhandlungen noch tr*»ar.
j «Dl« Obertzeililckre Zeltvna" erscheint le<b,«nal «ächentlick. — De-
'M» n- jVe,ii"o,prei, beträat »iertelj. durch die Post ebne Bestelleelvs. 8.75 X.
JlS. Od i.n h« etnbt eiarbura frei in« k>«»4 3.75, bei unser«« 3«itunp,h«Dew auf b«m I\fa«ke 8,70 X. — Verlag ••« Dr. C. Hitzerottz. ivtarkt 21/21. F«r»!»r.55
M £oge im AM.
Berlin, 10. Febr. Die Beendigung des Berg- arbefterausstauddes in OberWesirn berechtigt te’ber nicht zu der Hossnunq, daß sich nunmehr die stöhlen- -erforgung Deutschlands alsbald bessern wird. Tie durch die umsangreiche Abgabe non Lokomotiven an die llsestmäcdte hervorrerr feurn Transportfchwiengkeiteu machen sich in allen Kohlenrevieren mehr fühlbar. Dies zeigen folgende Zahlen aus den beiden größten .Steinkohlenrevieren' Wä^;rend am 3.d. Mts. iw. raev nisch^restsälischen Bezirk die Eiierbahnwaqeugestellung die int Vergleiche zur letzten Boche günstige After von 18 IGO Wagen aufwies, ist sie im Lause der Boche bis auf 12 550 am 7.d.Mts. zurückgegangen. Fn Oberschlesien ist eine Abnahme von 4568 Enen- bahnwagen am Montag auf 3097 am Freitag M« Bet’ zeichnen. In günstigen Zeiten während des Krieaeg haben die Wagengesiellungszisfern für Leioalcn 26 <00, für Oberschtesien etwa 12 000 Wagen täglich betraue». Aussicht auf baldige Besserung der TranSportvethalt- nisse besteht zurzeit noch nicht.
Berlin, 10. Febr. Nach einet Meldung der B, Q» ist e3 dem ehemaligen Polizcipräsidenten Eichhorn gelungen, nach Braunschwerg zu ent.am» men? wo er sich deS Schutze« der unabhängigen Regierung zu erfreuen scheint.
Leipzig. 10. Febr. Wie die ,Letpz. Neuefi. Nachr." melden, ist heute ein Teil ber städtische« 'Beamten in den Ausstand g-trrien. daruntn besonder« die Schutzleute und dte Mitglieder der Feuev- wehr. DaS Rathaus, da« P°!izeiamt und mrirm siädtische Geschäfts lokale in den Vorstädten wurde« uon Srieikposten besetzt, sodaß in den incuren siQri- schen Büros der Verkehr ruhte. E« wurden Verhanb- lungen mit bem Oberbürgermeister etag.'leitet
Leimen bei Heidelberg. 10. Febr. Wegrn Ar. beitsmangel war im Zementwerk Leimen 14 Arbeitern des SteinbrucheS gekündigt worden. Am^ Son-^ag Nachmittag zoaen darauf etwa <00 Arbeiter der tru scheu Waggonfabrik mit einet roten F°dne nach Lei wn und Mrfanaten die Zurücknahme d» Kündtgu^, die nach ihrer Behauptung au» t>oj'tii6en ©rünH« erfolgt sei. Direktor Dr. Schott, der sich vergeb ich Gehör zu verschallen suchte, wuriw mtßb anbei k unb von ihm bie Zurücknahme ber: ^nbiffung errrcßt. Unter schweren Bedrohungen unb Tätlichkeiten wurden । bie Arbeiter bei ZcmcntwerkeS grzwung.n, dte «rbetl niederzulegen und die Maichinen abzustettem -i« Heizer verließen aber ihre Posten nicht wie sich denn auch die Arbeiter des Zementwerkes in keiner Weise mit den Arbeitern der Fuchsschcn Waggonfabrik em- lassen wollten. Der Betrieb mußte eingestellt werden, da an vielen Stellen die Rohrleitungen unb Ber.tue beschädigt worden sind und so bald nicht wieder het- geitellt werden können. Statt bet 14 Arbeiter, denen biS zum 1. März gekündigt worden war, find nun über 100 brotlo« geworden.
Breslau, 10. Febr. Anm Rachfol«« des getretenen Regierungsvräsidenien v. I o g o w^l rrnhe, Polizeipräfident von Berkin) tft bet htesitA 8*08—61
SeMBNi md M-m.
Mvr ber Erneuerung des Wafsenstillstande».
Berlin, 10. Febr. Wie Berliner Blätter melde«, werden sich die Mitglieder der Wafsen- siiSstandskommission unter Führung Erzbergers zu den neuen Waffenstillstandsverhandlungen morgen vsn Weimar nach Trier begeben.
8* Weimar, 11. Febr. Wie wir von unter richteter Seite hören, sind die Mitteilungen, welch« bie Rrichsregierung über die Pariser Beratungen übe die Deutschland aufzuerlegenden Friedcnsbedingunge: l*!.dtegen, solcher Natur, daß die Annahme berechtig ®, daß trotz aller Widerstände der Wilsonschc tandpunkt sich durchzusetzen scheint.
Bern, 9. Febr. Die Blätter beschäftigen sich matter in mißbilligender Weise mit der Rede Eberts tn der Nationalversammlung. Das „Jour- nal“ »erlangt verschärfte Waffenstillstands- brdinAnngen, Ablieferung aller Waffen in Deutschland, Auslieferung der Heeresausrüstung, B e - s e tz « « g v o n E s s e n und der Fabriken in West- falee, ferner verschärfte Kontrolle über die Demobilmachung. Wenn Deutschland auf die inneren Unruhen Hinweise, so sei es sonde"dar, daß die Spartaknsbewegung immer bann sich bemerkbar mache, wenn der Waffenstillstand ablaufe. Der ^TemPs" erblickt das Heilmittel in der Dtktie- rrr ng des Friedens und bedauert, daß dies nicht schon geschehen sei.
Usterzeichnung de» Lebensmittelabkommen».
Berlin, 9. Febr. Das Abkommen mit den Vertretern der verbündeten Regierungen über die Lieferung von Lebensmitteln an Deutschland ßft gestern in Spaa unterzeichnet worden. An den Verhandlungen, die deutscherseits ber Unterstaats- sekrerär ». Brann vom Reichsernährungsamt leitete, haben außer dem Vettreler aller beteiligten kieichsftellen, Vertrauensmänner de» Kandels und kt Aerzte teilgencmmen. . '