Stenge See Sern Aufstanb Mroffenee Telles Set Pt», tetra Posen zu überfchreiten versucht, setzt sich der Gefahr iTJt an der militärischen Abfperrangslinie sestgryalten tnb gmanRctneiie zurückbcfördert oder in ein Gammel» lager gebracht zu werden.
Ratibo-, 8. Febr. Donnerstag Nacht kamen, eie die JDbetWcfiW Soltsietturg* meldet, M mit Messern ScroaHnete Spartakisten mm Orzesche nach Loskau. em die dort liegende balde Kompagnie Grenz, schütz *u entwaffnen. Die Soldaten waren auf der Hat. Die Angreifer flüchteten end warfen die Stefitt fett Sie wurden sämtlich verhaftet.
Reglerang zu gegangen. Dagegen erftMe Sei fest$8- äsche Kommandant, daß die ungarische Regktuug von den französischen Absichten Kenntnis hatte. Wenn diese Erklärung der Wahrheit entspricht, so hat Karolyt fich de» Worrdruche» in lrassester Form schuldig gemacht.
Portugal.
Oporto, 8. Fedr. sHava».) Eine ropaltstische Abteilung, die zwischen Santarem und Lissabon operiert, erklärte die Monarchie an der ganzen Kiste ei» znm Hasen von Lissabon.
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MM.
Amsterdam, 8. Febr. Einem hicfigea Blatte zufolge wird der „Times" aus Helfingfors gerne!, ket, baß die Hinrichtung vier russischer Groß- fsirsten am 28. Januar auf dem Jnnenhofe de» 6>e» sängnisses von Deriabinsk, einer Vorstadt Peter», fcurgs, stattfand. Mit den Großfürsten wurden noch 144 Manner und 28 Frauen erschossen, die von den Bolschewisten beschuldigt waren, an der sogen, englisch-französischen Organisation teilgenommen -n haben. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch war so krank und geschwächt, baß er in einer Tragbahre auf den Hof getragen und in dieser Lage erschosien werden muhte. Die Erschießung sand am Morgen bei einer Kälte von 17 Grad statt. Eie erfolgte durch eine Abteilung Matrosen in Gegenwart der außerordentlichen Kommission zur Bekämpfung der Gegenrevolution.
Der geplante Einmarsch in Deutschland.
Berlin, 8. Febr. In Rußland erließ die Regierung einen Aufruf, im Hinblick auf Liebknecht» Tod die Anstrengungen zum Einmarsch in Deutschland und zur Bereinigung mit den Cpartakisten zu verdoppeln.
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SestiMflmtit.
Klagenfurt, 7. Febr. Die VoM nbfl ‘ci:7. uno in Kärnten wurde beute in hen- 62 Gemeinden de? strittigen 6Wf*e8 beendet. Die An'abl der stirnmbe- rechtwten Wähler betrau 74 447, abgegeben wurden 61 899 Stimmen, davon fürDeutsch-Cesierreick 61 491, für Südslou-i-n 860, ferner wurden 48 unbeschriebene Zettel abgegeben.
Wien, 7. Febr. Die tschecko-flowakische Regierung will gegen die Vorname der Dahlen inr dentsch- ssterreichischen Nationalversammlung in Böhmen straf- .rechtlich vorgehen.
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Paris, 8. Febr. Die Kammer besprach ei-eti Äe- setzentwurf, dem zufolge die Hamster- und Schieber- belifte in Nahrungsmitteln vor die Kriegsgerichte zu stellen sind.
B e r n. 8. Febr. Nach einer im „Proortzs de Lyon" deröffentlichten Mitteilung deS Krieasmin siTtimn» sind tat Kriege 41 frnu?3fii*e Generä'e g-sasten.
Die sranMsch« Dewabilifietung.
Bern, 7. Febr. Laut „Temps" ist mit der Anf- ststnng bet ftanzöfischen tzeeresarappen begonnen worden. General Gastein an, bereit Heev-sgrappe be- rette aufgelöst wurde, ist zur Verfügung des Gene-cils B4tain gestellt worden. Die Demobilisteranq der Heeresgruppe Nord unter General F a u o l 1 e und der Heeresgruppe Zentrum unter General Westre soll nn- nerzügllich erfolgen. Wahrscheinlich wird der Posten der Generalinspekteure wiederhergestestt und den Kom- nmndierenden Generälen der Heeresg'uppen übertra- fen. Da» Hauptquartier, da» seit Beginn de» Waffen- stiklstande» in Retz war, wird wieder nach Chantilly Verlegt werden.
SM« MstMG.
Berlin, 8. Febr. General d.Jnf. V.Steu- k«n, kam. (üenraok des 4. ArmeekorvS und General ».Oetinger bes S. Armeekorps, wurden in
Genehmigung ihrer Abschiedsgesuche l»it der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.
Stuttgart, 8. Febr. Die »ilttiembergifAe Bür- derpartei (11 Sibel und der Bauernbund (14 im Landtage haben sich zu einer Fraktion der rechtsstehenden Parteien zusammengeschlofsen.
Darmstadt, 8. Febr. Auch im Großherzogtnm Hessen hat sich bei den Landtag-Wahlen gegenüber den Wahlen zur Deutschen National-ersmmnlnno eine 8er- sthiebung der Stimmenverhältnisse in dem Sinne geltend gemacht, dah alle anderen Parteien einen, zum teil recht wesentlichen, Rückgang an Stimmen zu buchen hatten, während die DentschnationÄe Bolks- nartri einen Stimmenzuwachs verzeichnen konnte. Es harten Stimmenabnahme zu verzeichnen: Die Mehr- deitssozialissen um 18623 (— 6,4 ». H.), Unabhängige 8868 (— 90,6 V.H.), Antrum 2997 (- 2.7 6. H.), Demokraten 9004 (— 7,2 V.H.), Deutsche Volksvartei 10758 (— 14,6 v.H.); eine Z-rnahme hatte allein 4» Hessische (Deurschnationale) DolEparrei nm 1975
Zürich, 8. Febr. Die Gerücht«, das, Japan deutsche DTtjtere und Unteroffiziere in bk japanische Ärmei stnstellt, ist absolut an» bet Luftgegriisen. and es sind i»mtt die massenhaft eingehenden Anfragen und Bewerbungen au» Deutschland gegenstandslos.
Ferrol, 8.Febr. Di« deutschen und ästerreichi- schen Schiff« werden morgen bi« feindliche Flagge eifien.
Cadiz, 8. Febr. (Reuter.) Die internierten österreichischen Schiffe „AbsirtoS , „tre»* mck „Sobe" hißten die feindliche Flagge.
Athen, 9.Febr. (HavaS.) General Franchet VCsperreY wird am Donnerstag Saloniki bertoffen. er; sich nach Konstantinopel zu begeben und dort das Hauptquartier der Verbündeten im Orient eiuzu- #$*trn.
Landau. 8. Febr. Der Minensucher »Erins 5»lc* fuhr gestern in der Themsemündung traf eine 5ttne und sank. 28 Ueberlebente würben gelandet.
Di« ritterlichen und dankbaren Uugarul
Berlin, 7. Febr. Leber da» Verhalten de» Gra« «M Karolyi bei bet Verschleppung Le» Generalfeldmar- stall» u. Mackensen find folgende Einzelheiten bekannt pworven: Äcrolui hatte Mackensen vor Zeugen äuge» schert, daß da» Oberkommando unter dem Schutze bet R-g'.-rang st-h-, und datz diese, fall» trotz- p-m era Angriff der Franzosen zu befürchten wäre, den k-eLm-ttchall vcchrz-tttg tu Kennrat» setzen werde. LSrickwstzl ist dem Eeneralfeldmarschall vor der ver»
KiSSÄ SUSÜMe 6Sä Mt 6ÖSS1W*
Wzlttkm».
Auch hier hat der deutsche Ofsizierbund viel Anhänger gefunden. Da» ist hoch erfreulich, denn nur durch da» kraftvollste, zäheste Auftreten einer zahlreichen Eenosienschaft kann die inzwischen ein« getretene unerhört« Behandlung de» deutschen Offizierkorps, da» von unseren Gegnern al» da» erste der Welt bezeichnet worden ist, grundsätzlich zum Besiern geändert werden.
Zornerfüllt mupte man sehen, wie unsere braven. heldenhaften Offiziere, nach einem überaus blutigen, schweren, vierjährigen Kriege, in dem 59 000 ihrer Kameraden da» Leben für Kaiser und Reich gekästen hatten, von verhetzten Gastenduben in Uniform und Zivil bei der Rückkehr in die Heimat schmählich beschimpft wurden. Man ritz ihnen Kokarden, eisern« Kreuze, Abzeichen und Achsel, stücke ab. nahm ihnen die Waffen und mißhandelte ie, wo sie sich einzeln zeigten. Unter diesen Mitz- hanblungen find mehrere Offiziere, darunter ein bochverdienter General, tödlich zusammengebrochen. Jene Luden hatten aber meist selbst niemals vor dem Feind gestanden, sondern fich in der Heimat unter Ausflüchten feig heramgedrückt.
Mit der Rückkehr der Offiziere aus dem Felde tauchten gleichzeitig, wie auf Kommando, die bösartigsten Gerüchte über ihr Verhalten in Feindesland auf. Dies geschah mit der raffiniertesten Weise in der wahrhaft teuflischen Absicht, die hohe Achtung, die bas deutsche Offizierkorps bisher allenvärts genoffen, von Grund auf zu zerstören, um die Ofliziere den Mannschaften gegenüber al» unwürdig hinzustellen und sie so der Autorität, die sie im Dienste unbedingt bedürfen, völlig zu entkleiden. Leidet ist der Plan auch oft genug gelungen. Gewiß find bei den vielen tausenden Per- fonen, die in Frage kommen, wohl Verfehlungen norgekommen. Auch bei den Geistlichen. Lehrern, Richtern, Profestoren, höheren und niederen Beamten gibt es räudige Schafe.
Aber bi« vergehen beschränken sich auf Cinzel- fälle, und es mutz dabei auch berücksichtigt werden, baß die Härten und überaus schroffen Anforderungen eines gewaltigen Krieges Maknahmen erfor- berrt, die butrfxreifenbes Handeln für Freund und Feind notwendig machen und sede Rückficht auf persönliche Interesten beiseite schieben.
Man höre nur, wie heute di« Franzosen verbrecherisch mit Personen und Eigentum in Elfatz- Lothringen umgehen und die völkerbundfreund- lichen Amerikaner, zu 40 Prozent ursprünglich deutschen Herkommens, auf dem Westerwald« hau- s«n. Dagegen waren wir noch Waisenknaben.
Weiter kam bann die unglückliche Regelung der Gehaltsbezüge der deutschen Offlziere, di« von irgend welchem Wohlwollen nichts erweist, viel- mehr den Offizier vielfach hinter den Unteroffizier stellt, wohl aus politischen Gründen. Hiergegen sich auf bas entschiedenste zu verwahren und mit aller Entschiedenheit auf baldige Abhilfe zu drün- gen, ist Pflicht des deutschen Offtzierbundes.
Aber mit Reden, Vorträgen, Druckerschwärze, Maschinenschriften usw. roi-b man bieses Ziel kaum erreichen. Feste, tatkräftig«, soldatische Mahnahmen find hier durchaus am Platze, ebensowohl um unser tiesunglückliches deutsches Vaterland zu heben, wie den ttotz aller Unwurdigkeiten immer noch glänzenden ehrenvollen Sin« der deutschen Offiziere dem In- und Ausland« zu zeigen. Aeuherem Vernehme« nach find dem deutschen Offizierbund bereits 300 000 Mitglieder beigetreten. Aus diesen 3—4000 Personen zu wählen und fie regierungsseitig in 7—8 Bataillonen zu formieren, wäre ein Leichtes.
Gegenüber dieser überaus wichtigen Abficht muß jebe Missstimmung schweigen. Anfänge der Formation liegen vor. Dies« Offtzierbataillone, reich mit technischem Material versehen, mit Panzerautos ausgerüstet, durch Flieger unterstützt, würden, richttg und vor allem rechtzeittg verwendet, den allerwertvollsten Dienst gegen Plünderer, Brandstifter, Schänder, Zerstörer und ähnliches Gelichter leisten und zur Vernichtung der leider heute fast herrschenden Mordbuben beitragen können, also die jetzt völlig zugrunde gegangen« Ordnung im Deutschen Reiche endlich wieder Herstellen.
Meuternder Truppen bedarf es dann nicht mehr, di« ja nach der Anficht des demokrattschen llnterstaatssekretars v. Gerlach jetzt bis zu widerlichen Feiglingen stellenweise hsrabgesunken find.
Die Zeit ist schon nahe, wo man eiusehen wirb, baß zu einem Heere auch Offiziere netroenbig gehören, ebenso wie zu ber Schule Lehrer, zu den Kliniken Aerzte. Eine Heeresmacht oder bedarf Deutschland, wie soeben erst die regierenden Herrn in Berlin mit besonderem Nachdruck betont haben. Mit der von dem vielsprechenden Herrn Wilson in Aussig gestellten allgemeinen völkerabrüstnng bat es in diesem Jahrhundert sicher noch gute Weile. Die Franzosen, deren Heer bei Beginn des Krieges schon größer war, wie das der Deutschen, wollen es. weiter noch erheblich vermehre«, dl« Engländer ketnenfalls auf dl« überstarke Flotte verzichten, und die Amerikaner selbst verdoppeln hohnvoll Ihre Flotte. Bon Abrüstung ist also kein« Rede. Fast scheint es, als ob durch diese Matz- nahuren der Keim z« weiterem schweren Blutvergießen gelegt werden soll, so behaupten wenigstens schaudernd die Neutralen.
Die Dolschcwiki glaubten im Beginn ihrer bluttriefenden, verbrecherischen Soldaten- und Bauern- räte-Regierung den Rest der Truppen auch ohne Offiziere leiten zu können und erfchosien fie nach Hunbetten. Heute aber finb fi« entgegengesetzter LxHht. SV eexßysi jetzt wieder üdar ein kriegs
bereites Heer von wenigstens 800000 SRetm, über ein zahlreiches tüchtiges Offizierk-rps und üben die Disziplin mit einer Strenge au», welch« die alte russische Übertrifft und die wir manchem deutschen Truvventei! wünschen möchten, damit wir wieder Soldaten, kein« bummelnden, nutzlosen Müßig- ganger erziehen. Al» die zahlreichen (Barbetruppen am 24. Dezember 1918 mit vielen Maschinengewehren unb schwerem Geschütz Schloß und Mar- stall in Lefitz zu nehmen suchten, um die dort befindlich« plündernd« Matrosen-Divtfion zu entfernen. wurden fie trotz ihrer llederzahl adgewie» fen; rckel Blut war umsonst geflossen.
Diese Gardetruppen hatten ihre Offizier« entfernt nnd fich auf ihre Soldatenräte verlafien. Al» aber wenige Wochen später unter ihren wackeren Offizieren stehende viel schwächere Eardetruppen da» befestigte, schwer zu nehmende Zeitungsviertel in Berlin angriffen, kitten fie sogleich einen durchschlagenden Erfolg. Die Spartakisten wurden vertrieben und wären aufgerieben worden, wenn nicht unnötige Mild« wieder einbegriffen hätte. Einleuchtender kann der Einfluß der Offiziere wohl garnicht hervorgehoben werden.
Solang« di« Trnpepn aber sich des Einflusses der Offizier« direkt oder tnbireft zu entziehen uchen, werben diese zum Heile unseres ans den chwersten Wunden blutenden Vaterlandes in eigenen Formationen Verwendung suchen müssen.
Wärmster, auch praktischer Dank und Anerkennung ihrer ansgexeichneten Dienste im Krieg und Frieden würde nicht ansbleiben!
Friedrich v. Pentz, Generalmajor z. D.
Drt 6tll ta LM.
Man schreibt unS:
Ich nehme hiermit Bezug auf den Aussatz „Aufgaben der BürgerrSte" in ber „Obettiefsischeu Zeitung" "om 3. Febr. 1919 unb fühle mich verpflichtet, der Marburger Oeffentlichkeit folqeubeS xu sagen: ES ist allerhöchste Zeit, wenn nicht schon xu spät, bnü daS 8firnerhmt den unseligen Gegen sah: Hie Bür- aettnm — Hie Sozialdemokratie fällen 186t ES ift höchste Zeit, wenn nicht schon xu spät, daß da? Mrgettnm hen Gegensatz: Hie Tripotnuterariimer — <Me Sonalisten in feiner Swrof sheit fallen fffit. Wer Hefe <Se«rafffie heute noch erhalten will, btt Bat durch bett 9. Naurather nicht« gelernt unb dem werben bald, nur allxnhnld, fürchterlich die Angen an fachen. Da» deutsche Bnrgcttnm lebt beute in dem Wahn, bafi durch die Nattanalnerfammfung unsere Znkunft a-sicbert lei: eS freut sich, hast die S",iall>emo- frntie nicht Ne Mehrheit darin barllellt. Die Rat'» nalnerfammsima wirb hall» nur den Wert einer Gesellschaft für N-»rknnst haben. Hrate geht e» nicht um hie Fragen: Ob Büraettnrn ober Soxfakbemokratie, fnnhern baram: Cb Demokratie überhaupt ober Bolschewismus. In hem Auf fak sieht: @8 isi nicht xu verkennen, dass mich eine erhebliche Anxahl besonnener Arbeiter sich als Büraer fühlt Ich sage dagegen: Jeder Arbeiter, der heute nicht Bolschewist ist, muss als Staatsbürger angesehen werden. Tie Ereignisse der nächsten Znkunft werden meine Worte bestätigen, benn t>ie Revolution a«ht fetzt erst lol. Die Revolution deS 9. Nonracher war von Ebett-Schekbrat ann •’* Reformation gedacht: Bon der Masienberrschaft zur Demokratie. Mit bm Znsianbekommen bet Rationalver- fanrmlutig hatten sie ihre Aufgabe für erlebigt. Revo- lntio« bedeutet aber Umwälzung: Die Klasienherr- schäft von recht» soll sitzt zu ber von liukS werden, asio Dittatur de» Trofetariat». Die bWerige Wirtschaft?- ordnnug, ber KavitaliSmu» soll sitzt dem Sozialismus weichen. Also nicht baram handelt t» sich jetzt, ob man übechauvt etwa sortastsieren will, sondern daß sofort und alle» forilckisiert werden soll.
Wenn ein Kranker in ber Krill» sieht, fragt man nicht beit, ber helfen will, flm zu heilen: Welche Weltanschauung hast btt, sondern man bittet ihn mit: Hilst, ganz gleich, wo» bn denkst ober welche» Mittel du anwenbest, nur: Hilfs Unb sitzt ist die Krisi» de» Patienten Dratschloud da. Jetzt liegt Deutfchlanb unter dem Meller de» Arxte», dem da» Erperiment wichtiger ist, al» die Hellung de» Patienten: Dem Bolschewismus. Wenn jetzt nicht alle, die heilen wallen, zusammeustehen, um dem Bolschewirmus zu wehren, dann üitM bet Patient Wenn aber fetzt Ü» Blutsverwandten Deutschfand» sich voller Eiset- sucht und Kkasienhaß gegraüberisihen noch iw dem Augenblick, w» der frembe Arzt ihren Ernährer unter dem Messer hat, daun dürfen lle sich nachher nicht wundern, wenn sie alle, brotlos, hunngetn müfien. Da« ist kein poetischer Vergleich, sich daran zu freuen, fsnbetn grauenhette Wirklichkeit
Die Mehrheit deS BürgertunG wird von den Ereignissen die kommen, genau sa überrascht werden, wie von dem Zusammepbruch im Cftobet und 9t»» nratbet, wenn «S nicht im letzten Augenblick dem ärmeren Blutsverwandten wenigstens den Willen zur Bersöbnung kondtut, damit auch er Hilst, da» Kespenfl de» Bolschewismus, durch Hunger und Klasseuhasi qexeugt, zu verscheuchen. Man vetgeise doch nickt, dah die Soztaldeuwkratsi vor dem Kriege znm In» tcrnationaliSmu» grtricken wurde durch den Klassen» rqoismuS. Und mau begreife wieder die Zeit deS August 1914, als dieselbe Sozialdemokratie sich durch Bewilligung der Kriegskredite ans nationalen Boden flflUe. Im Schützengraben waren sie alle aleich. aber zuhausi erkannsi mau die Gleichheit durch da» Wahlrecht nicht en. ES scheint fast, al» ob man durch btt fürchterlichen Folgen diesi» Fehler» f.icht» gelernt habe, wenn man der Demokrattscheu Partei z.B. ihre Absicht eine» Zusammengehen» mit btn Soxial- demokrateu al» vertat am Bürgertum verwirft. Man kann den Pattei- unb Klassinhader nut btgreilen, weil während bet Wahlen eine f» verhänanisvoll trügerische Ruhe herrschte. Weil bie große Mehrheit de» Volke» darin ihr Bedütfni» nach Ruhe funbtat, glaubte man: Run ist ja alle» gut Man Wirb mit entgegnen: Weil bie Mehrheit be» Bailes ringtieben hat, baß nur Ruhe und Vernunft unb Arbeitkwiile un» jetzt helfen kann, derhass, hat fsi gewählt und bamit den Wunsch nach Demokratie bekräftigt, tvril fie bie Klassenherrschaft müde war. Ja, diesen Wunsch nach Ruh« und Lrduung war ober meist aus Müdrg- leit geboren, aus Willenlosigkeit, und deshalb isi es jetzt höchste Zeit, diesen scheinbaren Widetsinn zu begreife.'t: Daß nämlich bie große Mehrheit des Volks die Demokratie will unb sich trotzdem fürchten soll vor einer (noch!) geringen Minderheit, welche die Diktatur des ProletartatS wilt Aber hinter dieser üeckt wirflicher Wille, Energie, unb deshalb ist sie jo gefährlich. Diese Minderheit glaubt nur gewinnen zu können. Sie üeckt voller Angriffsgeist. Die Mehrheit bei Volks ift in die Defensiv« gedrängt: Wehe,
wenn bre Verteidiger uneinS sind angesichts der d-S, wehe, wenn sie nicht ihre geringen Vorräte brüderlich mitrinanbet teilen. Dann geht der atme Brade, xum Feind über und bie Stellung ber Verteidiger wich überrannt Welche Cofer brächte man dann nicht gern, das Geschehene ungeschehen zu machen! Aber ban» wird e» zu spät sein. Man wird mir erwidern: Ta» Proletariat glaubt ja nut zu gewinnen, in Wahr- heit schlägt e» ja feinen eignen Ernährer tot. Da» Proletariat ist ja wahnsinnig. So sage ich: DaS ist richtig, ändert aber an den Tatsachen nichts. Allez kommt jetzt daraus an, bie Tatsachen zu sehen, wi« sie sind.
Ich erinnere btn Bürgte an feine eigne Geschichte; Ein Adeliger, der Freiherr v. Stein befreite die Bürge, unb schuf damit fruchtbare Möglichkeiten für die Gesamtheit des Volkes. Einen Freiherr« v. Stein s L r den Arbeiter sehe ich noch nicht obwohl eS doch höchst 'Zeit ist. Hat ihn bie Nationalversammlung? Unb ist e» nicht schon zu spät? Der erste Zusammenbruch kam daher, daß man Mit# beleg, wer jetzt di« Wahrheit sieht unb sagt sie nicht, ist ein Verbrechen Deshalb mflffen dies« Zeilen geschrieben werden.
A. M. e •
e
Wir haben dies« Zuschrift gern veröffentlicht, obwohl fi« fich nicht in allen Punkten mit unserer Anschauung deckt, weil fie die Leser auf dieErLß « der drohenden Gefahr besonders hinweist.
Wir bemerken noch, baß der Aufsatz uns breit» feit mehreren Tagen vorlag.
Marburg and Hingegen#.
Marburg, 10. Februar.
• Di« Führung des Jäger-Bataillons Nr. 11 hat, wie wir erfahren, auf Befehl des General- kommandos in Vertretung Hatiptmann v. Linde- Süden übernommen.
• Flottenbund Deutscher Krauen. Man schreibt uns: Am 27. Januar tagte hier zum letztenmal« bet Vorstand der hiesigen Ortsgruppe vom glottenbund bratsche» Frauen mit einem gtofoen Teil seiner Mitglieder. Di« große Umwälzung in unferm Etaatsleben, die Meuterei der Erotztampsschiffmattofen unb die durch fie mit ins Werk geletzte Revolution haben den Zweck unktet vatet» ländischen Arbeit hinfällig gemacht. Wir legen fie mit tiefem Schmerz und großer Erbitterung gegen die Zer. ttörer unserer stolzen Flotte au» den Händen. Zehn Jahre hat die Drtegntppe tu Marburg tatkräftig gearbeitet und mit Stolz und Freude den einstigen treuen blauen Jungen Annehmlichkeiten zu verschaffen gesucht, wie fie vnsetm Bunde möglich waren. Rach den ersten Werbearbeiten be» Frl. ». Düring unb bet Frau v. Einem, dann unter dem Vorsitz der oerft Frau Fustizrat Wolff erstarkt« die junge Ortsgruppe von Fahr zu Jahr. Anter dem Dorfitz bet Frau Geh. Rat Fensen seit Juli 1914 unb unter der opferbereiten Degelsterang, bie damals noch unser Vaterland feurd> glühte, nahm die Ortsgruppe einen ungeheuren Aufschwung. Sie zählte sehr bald über 600 Mitglieder unb gründete in Marburg» Umgebung ein« Anzahl ländlicher Ortsgruppen. Diese waren besonders vorbildlich In ihrem Eifer Liebesgaben für untere Mat'n« ui sammeln. anaelpotnt durch die »nvergetzlichrn Heldentaten jener Tapferen, die ihr Leben nicht schonten, tun drnnb Ihre Ausopferung Deutschland frei zu halten von der Raffiiichtiakeit de» Feinde. Durch Vorträge. Anffüh» rangen, Vorlesungen unb Sammlungen sowie dnrch per. llinliche Handarbeiten find »rohe Summen rinuetz rächt, dir neben Spenden für bk Kriegsmarine, auch Huies» ftützungen für di« Marinelaxarette unb chinterhliebenra» Hilfskajsen ermöglichten. Einen Rückblick auf dies« Arbeit gewährte dir Ansprache bet Frau Geh. Rat Jen« fe« am 27. Januar. Hieraus nahm Fran v. Blau» ckeusee als Schriftführerin das Wort, um Ne Auflösung bet Ortsgruppe zu beantragen, als offenen Pt» test gegen Ne Meuterei, N« unserer stolzen, heldenhaften Flotte ein rühmloses Ende bereitet hat. Das Rettvermögen der Ortsgruppe sollt« jetzt zu zwei Drit» teln den Mariwclazaretten und Hinterblirbraen Überwiesen werden, ein Drittel sollt«, w«nn nach den Satzungen angängig, angelegt werben, um «int spätere Reu» qrilnbung bet Ortsgruppe zu ermöglichen, wenn bie geliebt« deutsche Reicksslogge wieder aus allen Meere» wehen dürfe. Der Antrag wurde einstimmig awemne. men unb somit die Auflösung bet Ortsgruppe beschlossen. Frau Jens« n dankt« in bewegten Worten für all Ne jahrelang« trrae Mitarbeit bet Vorstands- und Orts» gtuppenmHglieber. Ihr selbst übermittelte Frl. Grote» lend die herzliche Dankbarkeit bet Mitgliebet Gr sie vorbildliche Leitung und löttgkett der Vorsitzenden und des übrigen Votkwnde». Zum Schluss et griff Fra» a. Bl an ckeusee noch einmal das Wort, tim bee Gründers unserer statten Flotte, des Kaisers zu gedraken, dessen bitteren Schmerz gerade am 27. Januar die Frauen brs Flottenbunde» in tiesster Seele mitemplö»- den. (Ehl inniges Gebet und die ehrfunkstsnossen Grütze sollten auch an Nesem I« w hinübtrwa adern Iw bi« Ferne, um Kunde zu geben, dah drats,b»e Treue noch fein leerer Wahn geworden Ist. Die oetssmmelteu Mit- glieder werden den Ernst nnd den Schmerz jener Ab> schiedsstimde nicht vergessen, aber die Hoffnung haben wir doch mitgenommen, daß au» dem jetzigen Zusam» menbrach neues vaterländische» Leben erblüht und auch brat Jlottenbunde dratsttzer Frauen in aOptferiHt
neue segensreiche Arbeit mit alten Idealen ermöglicht wird.
• Hessischer Bolfsönnd. Ma» teilt uns mit: Psm 3. Februar ad ist >k Hauptleitung de« Hessssch n «oll», buude» nach Marburg. Rrustadt 16, Fernsprecher 182^ et riest warben. Die oetkehrstcchnischen und geographischen Rücksichten »achten diese Verlegung notwendig, 6a nur durch sie gleichcnätzige Fühkungnohme mit allen Landesteilen, den kurhejfischen, hessemdormstödtischen, den «ssauischen und waldeckschen gewährleistet »i*‘ Um für Ne Zukunft ein allen Interessen genügende» Zusammenspiel mit den Ortsgruppen $u »«währe«, bittet dir Hauptleitung, fir stet» pünttlich über altt wichtigen Vorkommnisse aus dem laufenden j» hatten. Den Schriftwechsel bet Ortsgruppen upterrinander, anher ha engeren Rachbarverkehr, bittet bk Haupt» leitunz tunlichst durch ihre Hand gehen zu lassen, in dringenden Fassen aber wenigstens durch Uebermltte» hing von Durchschlagen mit ihr Fühlung ga ha»«» Fhrrrseits wird die Hauprleiiung den Ortsgruppen mit Rat unb Tat zur Seite stehen unb für ässe Anregung«« dankbar sein.
• Freigabe be» Absatzes oou DSergemR«. De« Wasrenftillstand unb di« damit einsetz»nde Demobilmachung von Heer und Marine haben zur Folge, daß erhebliche Mengen von Dörrgemüse nicht mehr für di« bewaffnete Macht benötigt werden. Da outzetdem weitere Mengen an Dörrgemüse bereit» her gestellt edel in der Herstellung begriffen find, hat fich die Krieg»* gesellschaft für Dörrgemüje veranlagt pekhen, den btN her untersagte» Absatz von inländischem DorrgemW fteijugebe».