KalkskirchliHe Nrreinrqnnq.
möglich, parke Könner systematisch heranznbilden. Da»
Herr Prof. Bornhäufer spricht über den Au»«
deS irchr
ibat der Graste Generalstab auf seinem Gebiet vermocht. «Trotz unsere» militSrischen Zusammenbruch» ist da» Imtlitärisch« Gebiet da» einzige gewesen, auf dem wir wirklich starke «nd führende Persönlichkeiten gehabt Halen."
Part», 6. Febr. sHava») Amtlich wird mitge» teilt: In der ganzen Provinz Alemtajo sowie in eine« Teil der Provinz Beira herrscht stark« Erregung. In Castello Branco ward« die Monarchie ««»gerufen. Die Royalisten unterbanden den republikani- Ichen Trupven den Verkehr »wische» Norden und Süden. Die RoyalPen wurde» überall begeistert empfangen.
Molkenbuhr teilt mit, daß die deutsche Son- derentschließung zur elsaß-lothringischen Frage vor I Kenntnis der allgemeinen Entschließung eingebracht worden sei. Nachdem diese ausgestellt sei, zögen die ^deutschen MehrheitSbeletterten die Entschließung zu- rück. Der Redner erklärt sich dagegen wenden zu müssen, wenn von Krumbach die von den deutschen Militärbehörden geplante Deportatian der elsässischen Bevölkerung als Gran'amkeit, dagegen die Ausweisung von Tausenden von deutschen Familien durch die iranzösischen Behörden als human bezeichnet Wochen sei. Im Namen seiner Parteigenossen erklärt er, daß die deutschen Mehrheitsdelegierten die Entschließung über die territorialen Fragen ohne Einschränkung annähmen.
Preise für Gegenstände deS täglichen Bedarfs, insbe- 'andere NahrungS- und Futtermir:el aller Art sowie rode Natiirerzengniffe, Heiz- unv Lenchistoffe, deutlich sichtbar auSgedäugt werde» müssen, sofern sie im Kleinhandel abgesetzt werden.
Th—t«, Konzert«. ««rja»»l»»g«n »f».
* Dürgerrat. ES sei besonders darauf hinge» I wiese«, daß die morgig« Versammlung i» den Stadt» I fälen pünktlich um 4 Ubr ihren Anfang nimmt.
* Marburger Konzert»errtn. Da» 4. Abonnements !konzert findet Montag de» 10. Februar, abend» 8 Ahr in den Etadtsäle» statt. Mr höre» das Mannheimer Bokal-Quartett, dem ein ««»gezeichneter Ruf voran»- geht. Der Kartenverkauf findet bat Slwrrt m» 10-1
• Polizeiliches. Er wird wiederholt darauf hinqemieien, daß nach den Bestimmungen der Bekannt machung deS Bundesrat» vom ‘24. 6. 1915
G. Landcsausschust. In der Sitzung des Landes- ansschuffes fanden u. a. folgend« Vorlagen Erledigung: I^ür die Ausführung von Notstandsarbeiten wurde der «Betrag von 1750 000 Jt ausgeworfen, wovon 1 200 000 ISRnrf Anleihe ged.ckt werden muffen. An die preußische Staatsregierung soll da» Ersuchen gerichtet werden, den Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Eaffel zum >24. März nach Eaffel einzuberufen. Ferner soll dem i Kommunallandtag vorgeschlagen werden, de» Landcs- Ibaumeister Wolff in Fulda zum Landesbaurat für Hochbau in d r Verwaltung des Vezirksverbandes zu wählen. Zur Vorbereitung der Wahl de» Landesbaurats für Tiefbau soll «ine fünfgliedrig« Kommission eingesetzt werden. Der 1. Oberarzt der Provinzial- Irrenanstalt Cziekanka (Posen) EanitStsrat Dr. Wickel tmrbe zum Direktor des Landeshospitals Haina vom 1. April ab, Archivdirektor Dr. Ruppel, bisher in Metz, zum Bibliothekar der Landesdibliothek Fulda^ gewählt. Der Landrsausschuß hat ferner ein Vermächtnis des verstorbenen Majors Freiherrn v. Wintzingerode für den Bezirksverband angenommen. Das Vermächtnis besteht aus einer Bücher- fammlung. Katten usw. und einem Bild des Landgra- len Wilhelm VIII. von Hessen-Cassel Liegen Erwerbung des Knnäldes „Denkmalsenthüllang auf dem I F-iedrichsplatze in Cassel" von Anton Wilhelm Tischbein für die Landrsbibliotbek in Cassel soll mit ver Gemäldegalerie und dem Landesmuseum in Verbindung I getreten werden. Auf Anttag des Vorstand s der Heil-1 Ratte Lindenb'rg bewilligte ddr Landsausschuß einen I einmaligen Zuschuß von 10 000 Jt zur Er-ichtung von n?uen Lehrwerkstätten für Kriegsbeschädigte.
# Steuer» fällig' Bi» zum 15. d. Mts. find die Stenern und das Schulgeld für das 4. Vierteljahr 1918 I an die Stadthauptkasse zu entrichten.
* Strafkammer. Ein äußerst gefährlicher Einbrecher stand gestern in der Person des aus Fran-1 kenberg stammenden Arbeiters Konrad Preißing vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte, ein Mann in den 30er Jahren, trug Sträflings-1 beider und wurde von zwei beffen-darmstädtisck^n Zuchtbansbeamten bewacht. Wie aus der ftinq hervorging, hat das Gericht in Gießen im Juli v. I. den Angeklagten wegen einer Reibe von Diebstählen, die er in Gießen, Nauheim, Bubbach und anderen Orten beging, zu insgesamt 10 Jah- ren Zuchthaus, eb-vsoviel Ehrverlust und Stellung "vter Polizeiaufsicht verurteilt. Damals soll er stch im Eerichtssaal sehr rabiat benommen haben. Gestern wurde wegen einer ganzen Reihe von Diebstählen, die er im Jahre 1917 hier in Marburg in einigen Häusern des SLdviertels, im Biegenviertel und in der Wandererarbeitsstätte be
gangen, gegen ibn verbandelt. Als Mitangeklagter ! erschien der Händler Paetzold aus Gießen, der stch wegen Hehlerei zu verantworten hatte, weil et von Preißing gestohlene Sachen gekauft haben soll. Bei Iden Diebstählen in Marburg stieg der letztere, wie laus seiner Vernehmung hervorging, meist in Keller i und Speisekammern ein. Außer Kleidungsstücken, I Stiefeln usw. stahl er in einem Falle auch einen Schinken, in einem andern Falle 2 Pfund Speck sund eine Tervelatwurst, ferner 1 Pfund Butter, I eine Flasche Heidelbeerwein und eine Anzahl Eier. I Jm Keller der Mandererarbeitsstätte, die bekanntlich als Lazarett eingerichtet ist, „beschlagnahmte" er 141,4 Pfund Rindfleisch, 5 Pfund Speck, 2 Pfund Wurst «nd 4 Pfund Butter. An einer anderen I Stelle ließ er ein Fernrohr mitgehen. Der An- I geklagte gestand alles ein und nahm zugleich Partei i für den Mitangeklagten, der weiter nichts gemacht, wie alle andern Leute, denen er in einer Wittschaft in Gießen Sachen verkauft hätte. Paetzold bestä- Ngte dies «nd fügte hinzu, daß Preißing stch unter dem Namen Stein aus Marburg bei ihm ein- geführt und auch von andern Leuten so genannt worden sei. Der Gerichtsfpruch lautete dahin, daß gegen Paetzold das Berfahren eingestellt wurde. Preißing dagegen wurde unter Einbeziehung der in Gießen erkannten Strafe zu 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust «nd Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt.
[ * Strenge Kälte. Lergangene Nacht wurden
H—12, an manche« Stellen noch mehr, Kältegrade iestgefiellk. Aus den hessische» Gebirgsgegenden werden I 17—18 Grad Kälte gemeldck. I
* Landwtttschaftlich« «intersch»!«. Auf di« Be-1 kamttmachung der tandw. Winterschule im Anzeigen-1 teil weisen wtt besonder» hi». I
L D«ci e. Kereftart«. Man schreibt ««»:
ISxt sehr lebhaft« Borverkons z» de« Dienstag »en 11, labend» J48 Uhr, hn Stadtsale stattfindenden ®e’.a*_> crend de» jugendlichen Geigenvirtuose» zeigt da» IFrfc Interesse unserer Mufikkr-ise fiir gute Künstler- Äonyrte. Herr Hofkapellmeistrr Langs au» Cijil, hetrt den Klavier patt übernehmen. Karr'n zu 3 —, 2.- r.nd 1 .1 l,l Kutt Rrnfeldt, Elssabr ist- 4
* Die «ebeit»ge»einschaft taef*. «ngefte2»ee hält Montag abend 169 Uhr bei Freldhof eine Saunt xt» fammlung ab. Die Tagesordnung wurde gestern be- kanntgegebe».
# Die Lichtspiele schreiben un«: Da» kommende I Programm bringt einen vom Publikum stet, gern gesehene» großen Detektivschlager „Das Geheimnis des Hotel, T*. Eine fesselnde Handlung «nd hochinteressante Szenen werden eine große Spannung auslösen.
| Marburg und Umgegend.
i Marburg, 8. Februar.
* E-vschränkmiq der Schwerarbeiterz«- laqe«. Wie «ns vom Magistrat mitgeteilt wird, faßen vom 10. Februar ab auf Anordnung des Reich«» ernäbungSamleS sämtlich« Zulage« für Schwer-, Schwerst- und Rüstungsarbeiter fort. Lediglich die Schwer- und Schwerstarbeiter bei der Eisenbahn, die Bergarbeiter und sie Binnenschiffer erhalten die ihnen bish« gewählten Zulagen noch im bisherigen Umfangt weiter. 2)e>i Magistrat wird über dir Ausgabe der Brotzusatzkarten j für Die noch in Frage kommenden Personen in der nächst« Woche »och nähere Lekaummachung «zehen lassen, j
Wien, 7. Febr. Dir Blätter begrüßen mit lebhafter Zustimmung den Zusammentritt der Naftonal- versammlung in Weimar. Der erste Tag habe eine warme, vom Geiste nationaler Gemeinschaft getragene Knnbgebnng für den Zusammenschluß mit Deutsch- Oesterreich gebracht. Deutschland werde eine neue Hei- I mat sein. Der Verband alter Burschenschafter fordert alle Mitglieder auf. nut solchen Wahlbewerbern deut- scheu Blutes ihre Stimme zu geben, die mtsdrücklich erklären, für den Anschluß an das Deutsche Reich e'n» rutreten. Der christlich-soziale Universilälsprofessoi- Dr. Seippel erst arte dagegen mit allem Nachdruck: Tollte die Gefahr bestehen, daß das deutsche Volk eine aut Terror anfgebaute Revubftk und die D i k t a t u r einer Partei oder Klasse bekommt, bann darf uns nichts veranlassen, in dieses Deutschland einzutreten. Deutsch-Oesterreich und Wien in eine bolschewistische Republik hineinzusetzen, wäre der «nerhötteste Lande-- und BolkSverrat!
Sie Mm Sinteren}.
Der tfchechifche Bertreter für Annektionen. — Elsaß-Lothringe» «nd das linksrheinische Gebiet.
BonVige Minnen.
Berlin, 7. Webt. Staatsminister Herat, Bor- I sitzender des ParteivorstandeS der Deutschnationalen lVolkSpmtei, veröffentlicht folgende Erklärung: In geg- Inerische« Zeitungen wird wiederholt versucht, eine im I verflossenen B ohl kämpf erschienene Zeitungsanzeige, in Iber die Demokratische Bartei al« die Pattei de» Juden» Itnm» bezeichntt wird und die Inden aufgeforbert werden, die demokratischen Kandidaten z« wählen, der Dentschnatimialen Bolkspattei an die Rockschöße zu bängen. Obwohl die nationale Presse bereit« wieder» holt festgestellt hat, daß die Deutschnationale Volk?» Partei mit dieser Anzeige nicht« -« tun hat, nehme ick au« Anlaß der neuerdings versuchten gegenteiligen Unterstellung Ge'egenbeit zu der Erklärung, daß die Leitung und die L^ganisationen der Dentschuationalen Volk«, vattei jener Anzeige völlig fernstehen, terottige Wahlmanöver auch auf da« schärfste mißbilligen würden.
General der Infanterie Frhr. v. Freytag-Lo- ringhoven. btsher Ches deS ßeltoertretatben Gene- ralstabeS der Armee, hat unter Stellung zur Disposition den erbetenen Abschied erhalten. Mit ihm ist unser geistvollster Militärschnftsteller a«S dem aktiven Dienst geschieden.
Bromberg, 7.Febr. (Amtlich.) Durch Flug-1 zeuageschwader wurden Wurfgranaten ans Truppen-1 ansammlungen und feuernde Maschinengewehre bei I Schubin und Netzwalde abgeworfen. |
Sozialiftsich« Anerkennung de» Geueralftab«. I
Der jetzige preußisch« Kultusminister Hönisch hat i
Frankfurt a. M., «.Febr. Die Vertreter dr, Handelskammern Cassel. Darmstadt, Dillenburg, Fran» furt a. M.. Friedberg. Gießen, Hanau, Wetzlar erhoben gegen die Bestrebungen, die auf Errichtung eines west, deutschen Staates oder auf Schwächung der Reichs^ Iwalt zu Gunsten bet Bundsstaaten hinausgehen, enth I schieden Widersprach. Im Gegensatz hierzu gaben R« ibnet Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß aus dem fetzi, gen Umgestaktungsprozeß, wenn nicht der deutsche Ei», beitsftaat, so doch wenigstens ein Deutschland mit g r z, ßeren politischen Machtbefugnissen der Reichsgewall bei gleichzeitiger möglichst wittschaftlichcr und eetroak Itungstechnischer Dezentralisation hervorgehen muß.
Hanau, 5. Febr. Mitglieder des roten Soldatenbundes belästigten mich heute wieder Offiziere auf den Straßen, denen sie die Achselstücke abriffen und die !Seitengewehre abnahmen; mich Haussuchungen I J™ an der Tagesordnung. Auf die Forderungen de« Arbeiterrates hat das Generalkommando des 18. Armee- korps verfügt: Das Hissen der roten Fahnen ifl I sofort vorznnehmen. Die ftemden Truppen werden . ! zu rückgezogen, sobald das Garnisonkommanby silaubt, baß bie ihm zur Verfügung stehenben Mann- schäften zur Sicherung und Bewachung ausreichen. Das Pionierbataillon Nr. 25 ist wieder nach Seligenstadt abmarschiett. Hauptmann Velde vom Stab des Re- servebekleidungsamts des 21. Reservekorps ist auf Er- suchen der Hanauer Unabhängigen vom Generalkommando verhaftet worden, weil er Sichernng-truv- ven des Bekleidnngsamts gegenüber antiftattasistische Aeußerungen gemacht habe, die sich insbesondere gegen den Führer der Unabhängigen, Patteisekretär Schnell- bacher, gerichtet haben sollen.
Der im Schloß zu Langenselbold einquarticrte Mazor des Fußattillerie-Re--.'ments Nr. 3 wurde von einem Hansen Soldaten, Männern und Frauen geschlagen und mißhandelt. Auch gegen den Prinzen zu Psenburg, der im Schlosse Ivohnt, wurden bie Ein- bringlinge tätlich. Die Solbateit verlangten, baß kein Dienst mehr stattfinde und ihre Entlassung borgens- men werbe.
Koblenz, 7. Febr. Der kommandierende Geue- ral der amerikanischen Armee verbot den amerikanischen . Soldaten, irgendwelche Lebensmittel — ausgenommen frisches Gemüse, nicht aber Kartoffeln — kaufen. Ferner darf kein Offizier und Soldat mehr in Hotels, Wirtschaften oder Kaffees speisen.
EJhrrrit etTitT.'tST Fen Beweis für Re
^urch eine den deutschen Vorschlägen zustimmende Entscheidung würde das verbündete Oberkommando zeigen, daß e3 den Abwehrkamps, den Deutschland im eigenen Interesse und im Interesse der Seh gegen den Bolschewismus führt, praktisch zu mrrerstützen gewillt itz."
Bern, 6.Febr. Die Nachmittagssitzung begann Mit der Erörterirng der Gebietsfragen. Mistral (Frankreich) erklärte, falls man etwa eine neue Jrre- benta zwischen Deutschland und Frankreich schaffe, werde der Krieg von neuem ausbrechen. Man solle in Vans wissen, daß die Internationale entschlossen sei. mit allen Mitteln die Durchführung des Sclbstbe- stimmungsrechts zu fordern. Mistral schlug daraus im Namen der Kommission eine Entschließung vor, in her es u. a. heißt: Die Nationalitätenfrage kann nur durch internationale Vereinbarungen, am besten im Nahmen des Vökkerbnnl e«, gelöst werden. Tendenzen, die Staatsgrenzen unter AnSnntmng der durch den Krieg geschaffenen Machtverhilltuisfe festznstt-en, stellt die Konferenz folgende GnindsShe geg-nOb-r: Die Konferenz fordert Selbstbestimmung der Völker. Zn umstrittenen Geboten Entscheidung über die Zuge- Hörigkeit durch Volksabstimmung unter Kon- trolle des Völkerbundes, der in letzter Instanz entscheidet. Bei Nki-bildiing von Staaten oder bei Angliederungen muß der Völkerbund darüber wachen, daß die wirtschaftlichen Ledensint-ressen d-r bettessenden Nationen gesichett werden. Es muß die Möglichkeit bestehen, auch in Zukunft Grenrveränderungen auf I von Völkern oder Volksteittn nach vorhettger I Abstimmung unter Entscheidung des Völke-bnndes vor- ziinebmen. Schutz der Bevölkening der Kolonien,! Protektorate usw. durch den Völkerbund. Die Konferenz verwirft das Recht des Siegers auf Bente, I die Festsetzung von Grenzen nach strategischen Gesichtspunkten, gewaltsame oder verschleierte Annektionen auf Gnind sooenannter historischer Ansvrüche obr angeblicher ökonomischer Notwendigkeiten, die Schaft! fung von vollzogenen Tatsachen durch vorgreifende | Militär"fche Besetzung strittiger Gebiete, dtt Schaffung von ökonomischen ober politischen Einflußsphären.
Nemec erklärt namens ber Tschechen, baß biese bcm 3. (Annettion) ber lektgenannttn Punkte nicht zust mmen könnten, ba er bie Vernick>tnng des tschechi-1 scheu Staates bedeuten würbe. „Wir können nicht existieren, wenn bie gemischtfprachiaen Ge- biete Böhmens aboetrennt werben. Wir massen einen lebensfähigen Staat bilben. Die beutsche Min- berheit soll bei uns nicht vernichtet werben. Wenn bie Konferenz fetzt ben österreichischen Genossenen! Hilfe käme, so möge sie bies tun. Auf unsere Beschlüsse wird das nicht von Einfluß fein." , I
®er österreichische Sotiaibemokrat Ellenbogen! wc.st, häufig von dem Beifall ber Konferenz unter-1 brachen, bie Versuche bes tschechischen Redners zurück, als wollten bie Deutsch-Oesterreicher bie Konferenz ft $u ihren Gunsten einseitig ausnutzen. Die beussche Sozialbemokratie wünsche nichts anberes, als baß bk 1 Konferenz bem Selbstbestimmungsrecht zustimme. An ' Hand von zahlreichen Beispielen unb Einzelsällen weist I Ellenbogen nach, wie oft bie tschecho-slovakischen Trup-
bre beutsche Minberheit vergewaltigt! hätten. Für bie von ben Tschecho-Slovaken großmütig | «ugeftanbenen Sonderbegünstigungen dankten die! Oesterreicher. I
Versicmblungen, dass die tschechischen und I lranzösiiEchen Sochalisten weit mehr Vertreter der Jn- I terejien ihres Landes als der Internationale sind, I was auch nicht anders zu erwarten war.)
I ®e r 7. Febr. In ber heutigen Vormittagssitz- I ung ber Internationalen Sozialistenkonserenz erklärte I ^r Holländer Troelstra, baß das an Elsaß-Lothrin- I gen begangene Unrecht ebenso eine Kriegsursache ge- I f^ftn sei, wie die Besetzung Bosniens. Die Frage bc5 I Lelbstbestimmungsrechtes sei die erste Forderung des I Berner Kongresses. Der Völkerbund möge sofott er» I richtet werden. Die Volksabstimmungen dürften nicht unter einseitiger Kontrolle erfolgen, sondern sie müßten unter der internationalen Kontrolle des Völkerbundes vorgenommen werden.
Borgbjerg (Dänemark) gibt zur deutsch-d ä- niichen Frage eine Erllärung ab dahingehend, daß tn Schleswig bie Volksabstimmung für brei Gebiete aefonbert vorzitnehmen sei. 1. für das geschlossene Lprachgebtet Nordschleswigs, 2. für die südlich biereS I ®ebiete3 gelegenen überwiegend dänisch sprechenden Ge-1 metnben, 3. für die Stadt Flensburg, wenn mindestens j «n Viertel der wahlfähigen Bevölkerung bie Abstimmung verlange.
Kautsky hält bie Entschließung bet deutschen I Mebchettler zur elsaß-lothringischen Frage für über-1 Aussig. Schließlich wendet er sich gegen ben tschechi- schen Antrag, in ben jetzt beanspruchten Gebieten bes ischecho-ftowakischen Staates keine Volksabstimmung zu verlangen. I
b»» der Landeskirche». Eine besondere Schwie- ttgkeit liegt darin, daß nnr Am fast noch nichts wissen über die Möglichkeiten eines solchen Ausbaues. Wenn wir aber kinzelstaaten behalten, werden wir auch Landeskirchen haben. Wütttemberg z.B. hat seine San»1 deSkirche ähnlich der bishengen wieder eingerichtet; Baden will diese schwierige Frage erst in einigen Jahren lösen; tote wird es aber in Staaten mit starke» sozialdemokratischer Mehrheit wie Sachsen, Großthüttn« Igtit, wie in Preußen? Tie bishengen Vorschläge klassen sich in vier Gruppen gliedern. 1. Manche meinen, die Rechte be« Königs von Preußen atl summus episcopus sind aus die jetzigen Machthaber übergegangen, es kann alles bleiben wie bisher. Dagegen ist einzuwenden, daß es eine große Gefahr für die Kirche bÄeutet, wenn sie unter den Einfluß religionslosen Staates kommt; das kann keine K bewilligen. 2. Andere meinen, die Rechte des sum- ntu8 episcopuS sind nicht an den Staat, sondern an die Kirche gurütfgefallen; sie wünschen eine Neuordnung in engstem Zusammenhang mit der bisherigen Ordnung, also auf bem Sytivbalsystem aufgebaut. Das ist durchaus diskutabel. Redner warnt aber, außer den Gemcindekirchenratswahlen nicht zu viel Urwahlen zu veranstalten, da wir ja jetzt die Schäden von Wahl- kämpftn genügend kennen gelernt hätten, aukj «lkgiö-
Nach Eröffnung der Versammlung a « Mittivoch durch Herrn Pfarrer Eisenberg sprach Herr Prosi. Stephan über die Einheit des Protevan- tismus. Der Ansturm gegen die Kirche hat das I Einheitsgefühl aller Protestanten Deutschlands gfioaltig I gestärkt; alle theologischen und kirchlichen Richtmmen fanden sich zusammen, fühlten die Gefahr der Zer- I splitterung auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens: I in Gottesdienst, Seelsorge, Religionsunterricht, den großen christlichen Gemeinschaften und Vereinen «nh den theologischen Fakultäten. Besonders schädlich wirft diese ZersPlittening nach folgenden Gesichtspunkten: 11 Durch sie wächst der Parlikularismus und Separa- I tismus, der Blick für das Ganze geht verloren. 2. Da- ! durch entsteht Mangel an führenden Persönlichkeiten. 13. Wichtige Aufgaben der Kirche bleiben ohne Lösung, s Bisherige ErnignngSversuche in der „Eisenacher Kon- I ferenz" und dein „Deutschen evangelischen Kirchenaus- I schuß" leisteten so wenig, baß sie ben meiste» Pro» I testanten unbekannt blieben. Ein gesunber neuer Ver« I such wurde 1916 in der „Deutschen evangelischen Ar- I beitsgemeinschait"" (mit 31 großen Vereinen) gemacht. I Immerhin weisen diese Versuche aus eine Lösung hin, die einen Zusammenschluß erreicht bei voller Aner- I kennung deS einzclkirchlichen Bestandes an Versüssung, IBekenntnis, Sitte usw. So wäre ein „Kirchen- ibund" der vorher in sich organisierten Einzelkirchen zu erstreben. Da nicht Reden, sondern Taten eine Er- I ttchtung lebensfähig machen, müßte dieser Kirchen- Ibund sofort alle ungelösten oder mangelhaft gelösten I Aufgaben des Protestantismus in Angriff nehmen: nach außen Vertretung des Protestantismus gegenüber Idem Staat, den politischen Parteien, Angrisfen in der ! Presse, der katholischen Kirche, Mission und Sorge für I die evangelischen Deutschen im Ausland; nach innen I Religionsunterricht, innere Mission, Ausgaben der ein» zelnen christlichen Vereine (z.B. Alkohol- und Sittlich- I keitsfragen^ Bibelrevision, Grundstock zu einem ein* heitlichen deutschen Kirchengesangbuch, Jugendpflege, Volkserziehung, kurz Arbeit an Weltanschauung und Volksbildung, alles Arbeiten, die brr Kirchenbund bauernb burch geübte Fachmänner betreiben muß Den Einzelfirchen bleibt ihre geschichtliche Wirksamkeit.' Berkünbignng des Evangeliums, Dienst an der Gemeinde, ihr Besitz nnd ihr Steuerrecht. Außer Ab» orbnungen der Synoden setzt sich der Kinhenbund aus Vertretern der theologischen Fakultäten, Religivns- |lehrer, der großen Vereine und der übrigen christlichen I Gemeinschaften zusammen, bereit verschiedene Gaben so dem evangelischen Chnstentum Deutschlands zn gute kommen. Dieser Kirchenbund müßte jährlich Kirchentage abhalte«, baneben ständige Behörden mit danern- ber Amtserfahrung, genügenben Vollmachten und weitgehender Initiative haben, die ober, um nicht übermächtig zu werden, den Kirchentagen nnterstellt sein müssen. In einem solchen Kirchenbund mürben führende Persönlichkeiten nicht fehlen und ans ihm ein- noch weitere Einigung des Protestantismus erwachsen könne».
Der Vorsitzende verliest sodann zwei Ent fchlie- llnngen der deutschen Mehcheitsdelegierten. Die erste lautet:
Die deutsche Sozialdemokratie weist die Entscheidung Über die zukünftige staatliche Znaehöttgkeit Elsaß- Lothringens dem freien Entschluß feiner Bevöl» kerung zu, bie vor Ausbruch bes Krieges im Sanbe ansässig war. Sie will bie friedlichen Beziehungen zu dem französischen Volke zu bauernden gestalten, die der zu errichtende Völkerbund für die unbeeinflußte «usicheidung der elsaß-lothttngischen Bevölkerung schas-
Die Entschließung über die Zurückweisung fran» Ml-Her nnpettalistischer Absichten auf ba« Saar-j 0e& et bie Pfalz und das linke Rheiuufer
®ie bDsicht der französischen JmpenaMen auf Absplitterung dentscher VolEteile vorn großen Kör» per der Gesamtnation, die so die Abtrennung des Saargebietes, der Pfalz nnd de« linken Rheinufers zur Folge hätte, weisen die deutschen Sozialdemokraten Mit aller Schärfe zurüL Jede Abtrennung dieser Gebiete vom Deutschen Reiche, jede politische oder wittschaftliche durch den Fricdensverttag erzwungene Sonderstellung wäre unvereinbar mit dem Selbstbc- stlmmnngscecht des deutschen Volkes. Sie würben seine Lebensinteressen verletzen, eine Atmosphäre bes Hasse« schasse» und damit denKeimzuneuenKtie»! g e n legen und deshalb unvereinbar sein mit ein»... | Rechtsfrieden und mit den Grundsätzen be« zu «Anbeuten Völkerbünde«. |
fe(Grumbach scheint die unter ernkbrigenben «nb machrollen Bedingungen vorgenommene „Depotta» n" ber Altdeutschen ans Elsaß-Lothringen, wegen ter die deutsche Wasfenstillstandskommission wiederholt Einspruch erhoben hat, keine „Schreckenstat nen- E-n z« toollen, sondern vermutlich eine völlig recht» käsige Massnahme l Im allgemeinen ergibt sich aus
Hessen-NaffaA und Nachbaraebiete.
Casfel, 7. Febr. hier macht sich eine lebhafte Bewegung gegen bie versuchte Politisierung bes neu zu wählenden Stadtparlaments geltend. Es wird als nicht im Interesse der Stadt und ihrer Bürger liegend und gerade als unverantwortlich bezeichnet, die Partei» politÜ in die Stadtverwaltung hineinztttrage«.
,, ®1» mbach (Elsaß) nimmt zu ter deutschen Entschließung über El;ap-Lothnngen in fast 1'/,stün., _ .
»iger Rede Stellung, indem er die Deutsche Gewalt-einem Dottrage vor den Nettesten der Berliner terrschaftt^ im Elsaß schildert, die die Gesinnung der I^°ufmannfchast erklätt: „Wie sehr wir tn Deutschland Bevölkerung von Teutschland abwendete. Die deutschen «Führ er brauchen, haben die vier Jab« Krieg und Mehrheitssozialisten hätten bis zum letzten Augenblick drei Monat« Revolution bewirf«n. E» ist durchaus das Selbstbestimmnngsrecht für Elsaß-Lothringen ab-,-’**1* ---'"—‘-------
gelehnt und sich nur auf Grund der Niederlage zu dieser Bestimmung bekannt. Die deutsche Regierung verweise auf den Ausgang der Wahlen. Aber.dieje Wahlen seien unter ihrem Drucke entstanden. Kurz vor bem Zusammenbruch habe bie beutsche Regierung «odj eine große Deportation ber Bevölkerung eingelei« kt Nur burch die Revolution fei sie an dieser Schreckenstat verhindert worden. Grnmbach verliest )ann eine Erklärung der elsaß-lothringischen Arbefter- ,chast und de« elsässischen Gewersschaftsbunde« zur Ssässischen Frage, die im Wesentlichen besagt: Die üsässische Arbeiterschaft erblickt in bem Anschluß bes »saß und Lothnngens an Frankreich die feit langen Jahren heiß ersehnte Erfüllung ihrer »ünsche, in den Schoß be« französischen Staate« zu- Ackzukehren. Die deutschen Sozialisten hätten erst -ährend des Krieges einen anderen Standpnnfi eingenommen, indem sie für Elsaß-Lothttngen die Autonomie forderten. Die elsässische Arbeiterschaft wolle diese aber nicht, sondern zu Frankreich zurück- wmmen. Die nächsten Wahlen würden mit erdrückender Mehrheit den unumstößlichen Willen tzeS ganzen kolke« zum Ausdruck bringen, nach Frankreich zu gehören.
Burgsolms, 7.Febr: Die Kasse deS bi* n-, st-nben 2. Bataillons bes Jns-Regts. Nr. 80 wurde bie ”n£Lb£ letzten Nächte ausgeplündert. Es fehl» UUU zutart. 1 “