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'M die ffnsfSiibft sich nach brtft5giger Deschichmia <e zwungeu jafren, btt Stabt ja verladen. "

To. Armeekorps entgegen. Im Mittelpunkte der Verhandlung hatte die Frage des Schutzes der Ra- tionalnersammlung zu Weimar gestanden. Die Vertreter der Thüringer Garnisonen, die durchweg auf dem Boden der Unabhängigen Sozialdemo­kratischen Partei stehen und Anhänger des radi­kalsten Flügels dieser Partei find, find schärfste Gegner des Sicherheitsschutzes in Weimar durch Truppen der Negierung, die fie alsweiße Gards" bezeichnen. Sie haben die Zurückziehung dieser Truppen verlangt, worauf der Volksbeauftragte ßkoske ein entschieden gehaltenes Telegramm schickte, in dem er erklätte, daß Widerstande gegen den von den Regiernngstruppen auszuübenden Sicherheiteschutz der Nationalversammlung mit Waffengewalt niedergekämpft werden würde. Die 22. Division hat sich im Gegensatz zu den Bettretern der Thüringer Garnisonen schon in Eisenach hin­ter die Negierung gestellt. Einen Nieder­schlag dieser Stellungnahme sowie der gesamten Differenzen im Bezirk des 11. Armeekorps bildete eine Entschließung, die von der Versammlung bei einigen Stimmenthaltungen gefaßt wurde. Diese erneuerte zunächst den Treueschwur für die Negierung Ebert-Ccheidemann. Weiter heißt es in der Entschließung: Alle Derordnungen und Be­fehle der Regierung erkennenwiran, beson­ders die viel angefochtene Berordnung bezüglich der Neuregelung der Kommandogewalt, allerdings mit der Einschränkung, daß die «ndgiltige Stel­lungnahme Vorbehalten bleiben soll. Der Zentral- Soldatenrat de» 11. Armeekorps wird nicht an­erkannt, da feine Zusammensetzung nicht auf breiter demokrattscher Grundlage erfolgt ist und da er kein Spiegelbild der Stimmung der Truppen des 11. Armeekorps gibt. Bis zur Bildung eines neuen Korpssoldatenrats erkennen die Truppen der 22. Division nur den Divifions-Soldatenrat Els höchste Instanz an. Den in den Eisenacher Zentralrat gewählten Vertretern der 22. Division werden die Mandate entzogen, damit der 22er Ausschuß arbeitsunfähig gemacht wird. Dem Divi- fions-Soldatenrat wurde aufgegeben, mit dem Sol­datenrat der 38. Divifion Einigungs-Verhandlun­gen auf der Grundlage aufzunehmen, daß ein pro­visorischer Eoldatenrat für das 11. Armeekorps ge­bildet wird, in dem beide Divifionen gleich statt vertreten find. Kommt eine Einigung zustande, so ßbernimmt dieser provisorische Korps-Soldatenrat sofort die Geschäfte, wenn nicht, so handelt der Di- rifionr-Soldatenrat für fich. Die Versammlung Ergab erneut, daß die Truppen der 22. Division durchaus zuverlässig find. Wenn es nötig sein sollte, wird die 22. Divifion in der Lage sein, Trup­pen zum Schutze der Regierung und der Rational- Versammlung abzugeben.

O f f e n b u r g i. B., 5. Febr. Heute nachmittag traf ein Zug mit 950 Flüchtlingen, die von der franzöfischen Behörde aus Straßburg ausgewicsen waren, hier ein. Der Anblick dieser unglücklichen Menschen war tief traurig. Die Ausgewiesenen beklagten fich bitter über das Verhalten der fran- wstschen Behörden und über die Rückfichtslofigkeit, mit der fie bei den vorgenommenen Leibesunter­suchungen vorgegangen find. Zum ersten Male wurden den Flüchtlingen auch die Lebens- mittel in geringer Menge abgenommen und da­mit die Leute der bittersten Rot preisgegeben.

Gestern nachmittag besetzten die Franzosen das entfernter gelegene Gebiet, das dem Kehler Brücken, köpf vorgelagert ist, nachdem fie in der letzten Woche bereits Kehl selbst und die nähere Um. gebung besetzt hatten. Die franzöfischen Vorposten stehen nur noch wenige Meter von der Bahnlinie OffenburgAppneweiler entfernt. Die Offiziere find sämtlich in Kehl in Dürgerquartteren unter» gebracht, die Mannschaften grMenteils In der dor­nigen Pionierkaferne. Ein Arbeiter, der trotz strengsten Verbots jedes Briefverkehrs einen Brief durchzuschmuggeln versuchte, wurde -u 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

findlichen Truppen führten zu einem Abschluß. Der Abttanspott zur See ist genehmigt. Da der erforderliche Schiffsraum nicht zur Stelle ist (weshalb, wurde gestern mitgeteitt), wird jedoch noch geraume Zeit bis zum endgütttgen Abtrans­port vergehen.

<~ng trüoe mindestens zu einer starken Beunruhi­gung der verölkerung bei. Der Staatssekretär ha! den Soldatenrat von Erfurt, der fich in mündlicher Besprechung zur Unterstützung der Regierung be- -e!t erklärte, aufgefordert, die Wiederablieferung der ;u Unrecht verteilten Waffen umgehend anzu. ordnen. Rach Ablauf von vier Tagen erwartet die Reichsr^gierung einen Bericht über die Frage der ebgelieferten Gewehre. Der Staatssekretär hat keinen Zweifel gelassen, daß, wenn die Entwaff. «ung nicht zustande käme, die erforderlichen Maßnahmen veranlaßt werden müßten.

«Spaltung der Eoldntenräte be» 11. Armeekorps.

Gaffel, 8. Febr. Eine Versammlung der öftrerer sämtlicher Truppen der 22. Divifion vurbe am Dienstag im Rathause hier abgehalten. Liese nahmen zunächst den Bericht ihres Ver­trauensmannes Uhl aber eine in Eisenach abgeho­bene Konferenz der Coldatenräte für da» 11. und

WesMmd anö Mtzmi.

Berlin, 6. Febr. Fünf deutsche Dampfer, die mit ftanzösischen Kriegsgefangenen nach Cher­bourg ausliefen, find entgegen der verabreduug nicht zurückgekehrt. Auf die deutsche Nachfrage er- klarte der franzöfische Vorsitzende, der Schiffahrt», rat in Paris werde demnächst über die weitere Verwendung dieser fünf Dampfer befinden. Die Verbündeten hatten die Beschlagnahme der gegen ihre Anordnung in der neutralen Zone be­findlichen deutschen Heerqgsüter angekündigt. Die

deutsche Kommission sprach dem Verband jede» Recht zu irgend einer Beschlagnahme in der neu­tralen Zone ab.

Das Oberkommando der Verbündete« ließ auf eine beutfdie Anfrage hin bekanntgeben. daß weder in der neutralen, noch in der besetzten Zo»« »r, beiter, und Soldateurät« bestehen dürfen.

- Die französischen Besatzungsbehörden in der Pfalz haben 10000 Doppelzentner und 200 Waggonladungen raffinerten Zucker, die für die Zuckerfabrik in Frankenthal bestimmt waren, b e. schlagnahmt und nach Clsaß-Lothringen be» ledert. Die Zuckerversorgung Deutschlands durch

die Reichszuckerstelle ist infolgedessen stark ge- sährdet. Die deutsche Waftenstillstandskommis- fion fordert« di« sofortige R ü ck g a b-e de» beschlag, nahmten Zuckers, da die Verbündeten nur das Recht haben, für den unmittelbaren Unterhalt der Besatzungstruppen Reauifitionen vorzunehmen und rationierte Lebensmittel überhaupt nicht dem Requisition-recht unterworfen werden sollen.

B e r l i n, 5. Febr. Die Amerikaner haben der deutschen Waffenstillstandskommisflon mitgeteilt, daß die transportfähigen deutschen verwundeten und Kranken, sowie deutsches Sanitätspersonal, die fich in amerikanischen Händen befinden, nach Deutschland heimbefördert werden sollen. Es Han, delt fich hierbei um 111 Verwundete und Kranke. 6 Verwundete, die nicht transporffähig sind, müs. sen vorläufig noch in Amerika verbleiben. Die Kranken und Verwundeten sollen in einem Zag« ntub einer deutschen Stadt oder einem deutsch j Lagtt gebracht werden, wo fie sofort in Lazaretten untergebracht werden können. Deutscherseits wurde dafür Gießen benannt.

Echneidemühl, 5. Febr. Der in Schneide- mühl von einer Beerdigungsreise nach Pofen ein­getroffene Eisenbahnsekretär Borchert beobachtete, daß die deutschen Gefangenen in LeinwandNeidung auf den Posener Werken arbeiten müssen und kein warmes Essen erhalten. Die Polen gehen mit der unerhörtesten Brutalität gegen di« deutschen Ge­fangenen vor und schämen fich sogar nicht, die Leichen mit Steinen zu bewerfe«.

Die Räumung der Ukraine beendet.

Berlin, 6. Febr. (Amtlich.) Seit dem 3. Februar liegt der Ostschutz tu der Hand der Obersten Heeresleitung. Die Lag« ist vor allem im Balttkum immer noch sehr ernst. Zwar ist e» gelungen, den Ansturm der Sowjettruppen im! Windau-Abschnitt zunächst zum Halten zu bringen, es liegen jedoch Anzeichen dafür vor, daß bet Gcg- net Verstärkungen heranzieht, um bann feinen Vormarsch mit erneuter Kraft fottzusetzen. Der Besitz von Libau scheint ba» nächste Ziel bet Sowjettruppen |e fein. Auch südlich de, Valti- kums ist es uns gelungen, unsere Linie zu behanp-1 ten und damit die Grenzen von Ostpreußen und die I für den Abtransport so überaus wichtige Bahn I Brest.LitowffGroß-Prostken zu sichern. Kowno, I Erodno, Bialvstok und Brest.Litowff find in un- serm Lefitz. DieRSumungder Ukraine ist am 12. Februar beendet. Es ist gelungen, alle | Truppen bis auf die in Odessa und Nikolajewff ab­geschnittenen zurückzuführen. Am 2. Februar pas­sierte bet letzte Zug in der Richtung Kiew mit I Teilen der sächsischen 92. Infanterie-Division Po- wurfl. Es steht zu hoffen, daß bei weiterem guten I Fortschreiten bet Räumung sämtliche Trupp«» am I 20. Februar mit Ausnahme des Grenzschutzes die I Reichsgrenze überschritten haben.

Di« Verhandlungen über den Abtransport der I im Schwarzen Meer-Gebiet und in der Türkei be-

Räumung von Archangelsk durch die Engländer?

Stockholm, 5. Febr. Dem KristianiaerDag- bladet" wird au» London gemeldet: Tas englische Krieg-Ministerium gab bekannt, baß bie Bolschewisten mit starken Kräften Archangelsk angegriffes haben, jo

SiefHtf, 8.Febr. Eine sozf,tldemskraffstffr fammlung beschloß, entgegen dein Beschluß des Tele» tziertentages der pommerschen TL- unb S.-7!Z'e Neu- .buchten zum Stettiner TL- und S-Rat gemäß Ihrem dem Oberpräsidenten gegebenen versprechen ehestens .dorzu nehmen.

1 Ganz Bremen besetzt.

Bremen, 6. Febr. Boesmanns Telegraph-n- siüro meldet: Heute mittag ist bi« Werft her Aktiengesellschaft Weser ohne Widerstand bet Spartakisten besetzt worben. Damit ist auch bet ganze übrige Rest der Stabt Bremen, in dem sich .noch bie Spartakisten hielten, von den Truppen bet Divifion Gersten berg besetzt. Kämpfe haben in der Stadt heute nicht stattgefunden. Die Spartakisten haben anscheinend bie Waffen zum g'ößten Teil abgegeben, ein Teil ist nach dem Norden aus­gewichen. Die Divifion Eerstenberg erhielt heute bedeutenbe Verstärkungen, bie im Ausladen be. griffen finb. Auf den Anwerbebüros hat fich «ine große Anzahl Freiwilliger zur Aufnahme ge. - meldet.

Die Bewaffnung von Zivilisten in Erfurt.

Berlin, 5. Febr. Staatssekretär Roske hat an den Soldatenrat in Erfurt telegraphiert, baß es

' in schroffstem Widerspruch zu den Anordnungen der Reichsregierung und der Landesregierungen stände, baß in Erfurt Taufenbe von Gewehren an Zivilisten ausgehöndigt worben sind. Der Dor-

iicnirirtt Latz Sie den Bürgerkrieg der Derständi. gung vsrzieben. (Lebhnster Widerspruch: Zu. ruf: .^weiter Koste!") Wenn Sie nicht beschlie­ßen, daß die Verordnung sclange Kraft behält, bis fie abgcändert ist zn Abänderungen ist der Zen­tralrat je bereit, dann wird die Sitzung nicht weiter geführt." Delegierter Stolt verwahrte sich gegen den Vorwurf, daß bie meisten Dele- 8irrten erst seit November Sozialisten seien, von Stolt wurde darauf hinoewiesen, daß die Verord- nung zwar der Form nach auf legale Weise zu» stände gekommen sei, doch entspreche ihr Geist nicht den vom Rätekongreß beschlossenen fieben Ham­burger Puntten. Cohen-Reuß führte aus, das Ge- lctz als solches aber bestehe zu recht, und wer dieses Gesetz nicht respektiere, bereite bewußt oder un­bewußt den Bürgerkrieg vor. Der Zentralrat sei ru Abänderungen ja bereit, lehne aber jede Per. Handlungen ab. wenn fich die heutige Versammlung nicht zu dem Etadpuntt bekenne, daß ordnungs» 'näßig zustanbegekommene Gesetze auch anerkannt werben müßten. Schließlich würbe eine Entschlie­ßung angenommen, in bet es beißt:Die Konferenz lehnt es ab, über bie gesetzliche Seite der Armee- nerordnung betreffend Wiedereinführung der Kommandogewalt abzustimmen, bevor fie nicht bindende Erklärungne über die Stellung der Re- lierung und des Zentralrats zu der Verordnung selbst und den der Konferenz gu machenden Ab­änderungsvorschlägen und Ausführungsbestimmun« gen erhalten hat." Hierauf wurde ein Antrag an­genommen, wonach aus den Mitgliedern der Kon­ferenz ein Ausschuß von 9 Delegierten zu wählen ist. der zu dem Kommandoerlaß Ausführnngs- bestimmungen und Ergänzungen ausarbeiten soll.

Äfflieü her 6«!hatenräle.

Um die Kommanbogewalt.

Berlin, 5. Febr. In der fortgesetzten Tagung der Korpssoldatenräte erklärte Lohen- Reuß, daß die Konferenz nicht befugt sei, die verord- »vng, di« ein auf legalem Weg« zustande gekom- Mene» Gesetz sei. abzulehnen. Er fuhr fort: »Leh- uen Ei« bie Verordnung ab, bann beschwören Eie «in« Konflitt herauf, in dem Eie nicht bie Eie- ftr sein werden. Dann find Sie Anarchisten! L» ist übrigens eigenartig, daß bie meisten der ra- ^kalen Sprecher dis zum 9. November keine Be- pchung zum Sozialismus gehabt haben. Im Na­men des Zentralrates und der Regierung habe ich P erklären: Wenn Sie das Gesetz, das von den von ühnen eingesetzten Instanzen erlassen worden ist, Eicht anerkennen, dann muß ich sagen, daß Sie Richt das Bestreben haben, unser Land vor den

MW.

Stockholm, 6. Febr. Die russische Presse meldet: Ein Teil der Mitglieder der früheren Duma vereinigte sich in Rowotscherkaff zu einem Rumpfparlament.

Wie in Odessa, wird auch in Polen, besonders bei der jüdischen Partei, ein« starke Zunahme b»: kommunistischen Ideen bemerkt. In War­schau, Lodz, Wilna und Dombrow» fanden Wahlen für örtliche Sowjet» statt.

Lhatkow ist von den Bolschewisten mit einer Straf« von 40 Millionen Rubel belegt worden.

Zm Gouvernement Petersburg werden Reserve­regimenter au» der kriegserfahrenen Bauembevöl- j kerung gebildet. Die Niederlage bet Roten Armer bei Perm wirb in Eowjetkreisen hauptsächlich auf bie Bauernrevolten im Rücken be» Heeres zurückgeführt.

Die von Moskau nach der Ukraine führend« Eisenbahnlinie ist seit dem 18. Januar wegen Äublen» und Lokomotivmangel» eingestellt worden.

Amsterdam, 6. Febr. Rach hier eingetrof-1 fenen Meldungen find am Sonntag Kriegsschiffe I ber Bolschewisten vor den Inseln Dago« und Oesel I erschienen. I

Pari-, 6. gebt. (HadoS.) Tschitscherin hat durch Funkspruch offizielle Mitteilung von der Antwort der! Lowjetregrerung auf bie Einladung an die verschiede- I neu Parteien in Rußland zur Beschickung und Behänd- luna auf der Prinzeninsel gegeben. Der Votkskom- mrssar deS Auswärtigen erklärt, die Eowjetregicruna I nehme die Einladung an. I

Er'Sner gegen Kvlouien.

Bern, 5. Febr. In einer von wcstschwesierWm .Leitungen veröffentlichten Unterredung deS bayerischen Ministerpräsidenten Eisner mit dem Berner Kerresvon- bnten der .New-Fork Times" erklärte dieser, das demsche Volk habe keinerlei Interesse mehr an feklen Kolonien, sondern wolle nur noch Brot und Ruhe. Dieser Ansicht muß schäristens widersprochen werden. Kolonien sind bSchst wichtig fflr eine wenigst en» teil- weite unabhängige Versorgung mit Lebeusm-kreln und Rohstoffen. Da» deutsche Volk will teme Solonien de- kalten und tpricht Eisner da» Recht ab, in seinem Namen zn reden, einem Manne, der den Interessen deS deutschen Volke» ebenso wie durch die BeröffenEichung diplomatischer Aktenstücke so auch jetzt geradezu zuwider handelt.

Sem, 6.Febr. Di« Franzosen beginnen all» mSbfidj die Schwierigkeiten einzusehen, die einer Fran- Fsierung Elsaß-Lothringen» entgegenstehen. Es tritt lejt hervor, daß eine allgemeine Abneigung da­gegen besteht, Elsaß-Lochringen zu einem französischen Departement zu machen. Auch altelsässische Kreise empfinden e» schmerzlich^ daß Straßburg seine Stellung al» Hauptstadt verlieren und Provinzstadt werden soll. Bei den vielen verwandtschaftlichen und freundschaft­lichen Beziehungen zwischen Alteisässern und Altdeut­schen, namentlich soweit fit seit mehreren Generationen im Elsaß ansässig sind, werden die Quälereien unange­nehm empfunden,' denen die Altdeutschen ausgesetzt sind. Auch die Unterbindung der wirtschaftlichen Zu­sammenhänge mit Deutschland beginnt kritisch ge- wertet zu werden. Es mehren sich die Stimmen auch unter den Altelsässern, die für eine Abstimmung über das künftige Schicksal Elsaß-Lothringens ein­treten und Propaganda Ar bi« Autonomie machen.

Ramsay Macdonald ^Englands lÄi bie Schaffung deS Völkerbundes für die wichtigste Aufgabe, macht aber einige Einwendungen. Er ist misitramfch, daß fetzt jedermann und besonder? die Mitglieder bet Barifer Konferenz Anhänger des BSttechnnde» pewov- den seien. Werbe jetzt rin Friede geschloffm, wie bei von 1871 in Frankfurt, dann sei der Völkerbund in ! Gefahr, denn etn Völkerbund lasse sich nicht in Ver­bindung bringen mit Eroberung und KnegSbeuw. Der Vökkechund dürfe vor allem nicht auf einzelne Nationen beschränkt bleiben, sondern müsse bie ganz« Welt umfaffen je nach politischer und sonaler Entwick­lung. Zu den deutschen Delegierten sich wendend e> klört Macdonald, er heiße ihre Erllärnng über Me Ab­rüstung willkommen, bitte «ber noch dringend, fich ftt, die Abschaffung der Dienstpflicht eb-ii^: fetzen. Völkerbund und Dienstpflicht seien unvereinbar. Schaffe Deutschland mit seinen 80 Millionen rin Volk»-

! dln die deutschen Mehrhntler sich wendend, trflärt lThomaS, er wolle ganz offen sagen, daß sein Ber- I trauen noch nicht troll wiederhergestellt sei, denn man I besäße noch nicht die Garantie die man gerade bei der

schlechten Presse Frankreich» nötig hätte. Er sagte Idann: IS» fällt mir besonders schwer für bie Ent- I schließung zu stimmen. Ich tue ei aber im Vertraue» " I auf die Massen die hinter Euch stehen.

I Wels erBSrte im Namen der MehrheitSpartri: I Mr schweigen heute und glauben, daß unser Schweigen fauch in ber französischen Arbeiterschaft verstanden hnrb I Dern, 6. Febr. In der heutigen Morgeusitzung Ibet Internationalen Sozialistenkonferenz brachte tz en- ldertön folgende Entschließuna der englischen Delcg». I twn ein: Dre Konferenz beschließt, daß ihre Arbeiten I ^fortgesetzt werden müssen, wie e» im Interesse bei I ^rt>eiterschast aller Länder liegt, daß wir einen großen

Ernslu ß ans bie Pariser Verhandlun­gen auSüben können. Die Konferenz drückt die Hoff- ! nung aus, daß sich die Arbeiter bald wieder auf bte > Internationale bereinigen werden. Die Konferenz setzt J eine Kommission ein au» zwei Vertretern Deutschland», [ Oesterreichs, Böhmens, Frankreich- und England» mit Branting, Henderson und HuysmanS als stäisitzer, bi« die Ausführung der Beschlüsse der Konferenz tu über­wachen und eine neue Konferenz einzuberufen Hatz . wenn es der Gang der Pariser Verhandlungen nötig machen sollte."

Mit der Besprechung der DSlkerbund»fratz« ,« wird daun fortgefahren. Kosowsky (Pole) stellt/ fech bic von den Verbündeten betriebene Waffen stille standspolitik bedrohe die Völker mit einem Gewalt« 7 . trieben, sodaß der Völkerbund aus einem Gewaltfrio- ben hervorgehen werde. Die französisch« äftuaiicÄ?

I fiert, so habe es gegenüber Frankreich mit seinen 4t I Millionen noch rin militärisches liebere» ewicht. das wio» herum eine Grundlage für militärische Verwickkange» l abqeben könne. Im weiteren verlaufe seiner Red« kritisiert er eingehend den Entwurf be» Völkerbünde», wie er in Paris vorgelegt worden ist. Di« in Pari-

I angeregt« alljährliche Zusammenkunft ber Ministev- I Präsidenten wirke wie ein Hohn auf b-n Völkerbund. I Cachin - Pari» erinnert an bie alten Grundsätz« Ide» Proletariats, baß ber Krieg nicht auszurotlen sei, solange ber Kapitalismus bie Welt beherrsche. Wa» letzt in Paris vor fich gehe, mahne zur Vorsicht. Scheu*

>fall» werbe ber Völkerbund keinen Fortschritt brin­gen, wenn man nicht ganz bestimmte Garantien fordere Eine Garantie bestäube darin, baß alle Völker ohn« Ausnahme im Völkerbund Ausnahme finden.

Frl. Snowden ervärt, nötig fei. daß bie Par­lamente ber Ausdruck deS wirklichen Volks willen« feien, daß überall bas wirtliche demokratische Wahlrecht mft gleichen Rechten für Männer und Frauen bestände. Sie verlangt in Neberrinstimmung mit Macdmiald völligeAbrüstung; denn solange noch rin Soldat und irgendein Rüstungsbetrieb vorhanden feien, kön« der Krieg wieder auSbrechen.

Branting liest eine ErllSrung der deutschen Mebrheitsfozialdemokratie vor, in ber sie erklärt, die deutsche Sozialdemokratie habe durch die Tat ihren entschlossenen Willen bekundet, im Geist und im Dienst der Internationale gemeinsam mit den Sozialisten aller Länder im Völverbnnd den Sozialismus zu er­kämpfen.

Die Mack.

Weimar, 6.Fcbr. Seit einigen Tagen wellte eine Abordnung bet Polen unter Führung de» früheren ReichStaaSabgeordneten Korjanch in Berlin, um mit der deutschen Regierung über einen Waffenstillstand in den Ostmarken zu verhageln. Tie deutsche Regie- rang bat den Antrag KorfantyS ab gelehnt, da sie aus dem Standpunft steht, daß die Frage ter deutschen Ostmarten auf dem Friedenskongreß zu entfchriden sei und nicht durch eine polnische 8ratet, bie auf deut­schem Gebiet stehe.

Breslau. 6. Febr. In den Morgenstunden be» 4. Februar erfolgte eht peinlicher Angriff gegen bie Bahnlinie LissaTrachenberg, bie an einzelnen Stellen durchstoßen wurde. In einem durch Artillerie unter­stützten Gegenstoß wurde den Polen bi» zum Mittag da» verlorene (Mänbe zum großen Teil wieder ent­rissen. Die Polen lösen bk bisher mittelmäßig orga­nisierte Band n durch reguläre Trappen ab. Auch die I Leitung ber Trappen fit einheitlich geworden. I

Thorn, 6. Febr. Um für bie Friedensver» I Handlungen bas Rationalitatenverhältnis von I Tbam sestzustellen, fand hier am 12. Januar eine I besondere Dcklkszählung statt. Wie der Magistrat bekanntgab, wurde dabei eine Einwohnerjahl von I 47443 festgestellt, und zwar 29434 Deutsche, 17 835 Polen und 174 Ausländer. I

8mtt Stchrm.

Bern, 5. Febn Der von der Internaftonak« Lorialistrnkonferenz eingesetzte Ausschuß hat eine En» schließung angenommen, bie vor allem die Vereiniaun, der Völker zur Gesellschaft der Nationen verlangt Diese soll von den BolKvertretungen der verschiedene, Länder gebildet werden. Sie muß ausgeben von einen Nechtssriedeu, der feinen neuen internationalen Kon­fliktsstoff enthält. Die auf dem Grundsatz der SelbA bestimmung aufgebauten Staaten müssen in btt Qp sellschaft der Nationen ausgenommen werden.

Die Nachmittae>ssitzung eröffnete Milhand, ^Frankreich). Er ging ans di« verschiedenen Punkt, ber Entschließung ein. In der abgerüsttteu West müsse e» eine internationale Poli zeimachj neben, die unter internationaler Konttelle stehen müsse. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, di« oft zum Kriege ge» iührt hätten, müßten durch einen gerechten Anstcmsch der Rohstoffe und der Güter beseitigt werden. Die föh­nenden Ausführungen, die sich immer deutlicher gegen Deutschland richteten, erzeugten wachsende Unruh, in der Versammlung. Belgien sei ruiniert, und rin« freie Oeffnung ber Märkte müsse für Belgien Vernich. tend sein. Belgien müsse also zuvor die Möglichkeit haben, sich auf bte .Höhe der übrigen Nationen zn beben. Freiheit der Meere müsse herrschen. Allerdings hätwn >ie deutschen Sozialisten, die ihre Negierung unter» isitzt hätten, kein Recht gegen die Blockade pi pro­testieren. Unbeschadet aller Sanktionen muffe das ii». ternationale Vertrauen wiederhergestellt wetden. Dftse» Vertrauen fci schwer erschüttert durch die Verletzung der belgischen Neutralität und durch das Derbakten be» deutschen Mehrk-eitSsozialisten. (AuS den Kreisen bei MebrhritSsmialisten Airuse:Sie sind von ber fran­zösischen Regierung hierher geschickt, um den kölkerbnutz

Gegen wenige Stimmen wache die vom AnSlchuß vorgeschlagene Enffchkießung angenommen, die betagt: ..Indem die Konferenz die deutsche Revolution und hie demokratischen und sozialistischen Einrichtungen, bk sie hecheigeführt hat, begrüßt, sieht sie dre Bahn frei lür die gemeinsame Arbeit der Internationale. Die Erllärang, die die deutschen Delegierten über de« Völkerbund abgegeben haben, überzeugt die Konferenz, daß von nun an die vereiuqten Arbeitermassen brr gan* wn Welt die stärksten Mittel zur Nicherhaltung bei MlitariSmus und aller versuche, die Iniernaticnal« zu vernichten, verbürgen und gewähren werden. Die Konferenz überläßt einer künftigen iuternMionolen Konferenz deren Einberufung unter normalen Verhält­nissen erfolgen kann, über bte weltgeschichtliche Frügrn ber Verantwortlichkeit das Urteil der Internationale zu fällen."