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mit dem KreiLvlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Tageszeitung für (das früher kurhefsifchej Oberhesfen

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Die »DberbelM*« Z«i t una" etfdeint iechemel »»Aentli*.

til fiexugeprti» beträgt viertelt, bet* die Post lohne BelteNaelv). 8.75 X. . v!«« Öl m der Mardurq frei -w« Hanl 3.75, bei unjertn Zeitungrstellen «wf dem

1919

Lande 8,75 X. verleg »en Dr. L. Hitzer »td. Werft il/2J. Zern;»r. 55

Marbnr^

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Der Rnzeiaenprei« beträgt f»r bie 8 zel» Zeile »a 4;emtlW, auswärtige17 j u. eomm#U$n|. 4> w 10*/, Ätlrmiuidilt». Reklame-eile 1 ^k. 3#ber9tob<ittl,Jf* ailt eti Herr«bett. Bei luitenft bur* Vie Geichätteflelle u. Vermittlung der Mnfitbete » 4 Lsndergediitzr. Postscheckkonto: Nr. SCI» l*t Ftanksnkt e. 1K.

Ave Be'chloff«ahme brr öiidtrtfcnt.

Der Marbnrqer Ä.« und S.-Rat bit auf feinen fhfinwl wegen der «ial'ten BrMainiüme der Buch, «ftra von dem RetchSausschuß für Oele und Felle HBgnrde» Bescheid erhalten:

Ni? btftähgen dm Empfang Ihre; obige« Schrei- *e Mr. der Beschlagnahme der Bucheckein i« der CtleMfr tzoa Gehr. Schmidt in Marburg. Ihn d'n lUirfmrw, da sie durchweg kleinere Lenk« sind, d'e die WncheckmfÄMchrm gesammelt haben, enmeicnzukommeu, >> wir bereit, die denselben zu'ommende Menge cif Dri. ki.fi Prozeut für die eingeliercrte Gewichts- W0W4 WM Bucheckern, freigugeben. Wir ersuchen den

B* S^Rat, sich an da» Landratsamt in Marburg ft tor*w zwecks Erlangung eines Generalötbezug- f** e fir 6 Prozent Oel von bat beschlagnahm?«, N,< Ze»»er Bucheckern, das heißt auf 5,67 Zentner B»chA. Wir ersuchen den A.» und S.-Rat, das Oel euer dir Ablieferer nach Maßgabe der von ihnen an- fdkfmn, Bucheckernmengen.selbst zu verteilen.

Marburg, den 5. Februar 1919.

Arbeiter« und Soldatenrat Marburg.

Ule Si«i!e in St««».

lichen Einwohners zu schüfen. Leist uns dabei! In den ersten unruhigen Tagen bleibe jeder noA Möglich'eit zuhaule. Vermeidet Ansammlungen aus der Straße! Seht in den Soldaten der Division Eure Beschützer, deren Arbeit dem Wohle Bremens und seiner Einwohner gilt!

Bon der vrovisorischen Regierung ist der B e l a g c- rungszustand über Stadt und Landkreis Bremen cherhangt worden. Ti: pf »Frische' Regierung wendet sich au alle wehrfähigen Männer Bremens, die bereit sind, die Neichsregierung und die provisorische N-gw- rn.Ng Bremens *:t schützen. Zn diesem Zweck wird ein: Rcgier?...g: Schutztruppe für Bremen unter Ma'or Caspari geblidet. Die Aufgabe dieser Truppe be­steht in der Sicherung und dem Schutz der provisorischen Regierung Bremens und der Brewer National-er- sammlung. Weiter wird eine Stadtwehr zur Verstär­kung deS Sicherheitsdienstes gebildet. Die Aufgabe dieser Wehr besteht in der Unterstützung der Bremer Polizei im Sicherheitsdienst.

Im Namen des 9. Armeekorps hat Lampl an5 Hamburg mit der Mobilmachung gegen die Division t^erstenberq gedroht. Die Reichsregiernng hat darauf­hin mitteilen lassen, daß gegen die Teilnehmer an einer solchen Erpedifion mit aNer Schärfe vor->eaangen wer den müßte. Der Soldatenrat des 9. Armeekorps hat den, Volksbeauftragten Noske mitgeteilt, daß er der Hamburger Mobilmachunqsordre nicht Folge leisten werde, sondern treu zur Regierung stehe.

$ t e m e n, 5. Febr. Heber die Kämpfe bei der Be- ßchnng der Stadt sind noch folgende Einzelheiten zu ietüWw: Gestern vormittag 10 Mr traten die Ab- seilnnqrn der Division Gerstrnberg befehlsgemäß ibreu Vormarsch gegen Bremen an. Es waren angefeht: eine Marinebrigade nnter Major MatchiaS mit b?r Abteilung Caspari ge^en den Teil Bremens südlich der Weser. Die Marmebrigabc ging von Arbergen «nd Sebaldsbrück gegen Hemelingen vor. Hier wurde heftiger Widerstand geleistet. Es kam zu einem leb­haften Gefecht. Die Marinebrigade erzwang sich den Mnmarsch: sie kämpfte sich bis an die Ctadtwacbe durch und besetzte das Posizeihaus. Der Bahnhof wurde «densnA- genommen. Im Krümvek lag eine starke Wache der Kommunisten in einer Gastwirtschaft. Durch iw vsrenkahrendes Bau-erauto wurde die Wache über­rasch«. Sie gab zunächst nur wenige Schüsse ab. Tie Spartakisten hoben die Hände hoch: der Führer des Untss, der heraussprang, wurde leicht verwundet und M sich verbinde». Plötzlich drang ein Kommunist Aus ihn ein und tötete ihn mit zwei Schüssen. Dir Abtrstung stürmte nun das HauS und ging weiter Wer da» Untertor, den Steinweg und die Oberstraße »ar. Hier hatten die Kommunisten Barrikaden aebanh Geschütze waren aufgestellt, und aus den Hän- ftn Anrrbe mit Maschinengewehren und Gewehren tzrschrsten. Nach Artillerievorbereitung wurde auch «er gestürmt und bis zur Weserbrücke vorgegangen. Die Kammunisten verteidigten daS Arbeitshaus und besetzlen da» ganze nördliche Weserufer stark mit Ma- Wnrmgewchrcn. Auch hier mußten Artillerie und «itrenwerfer angesetzt werd«,. Unter deren Schutz Sing,« Stoßtnlpps über die Brücke und säuberten sie Brscke sowie die gegenüberiiegeuden Häuser. Von hier gut drang die Mteilunq bis zum Markt und Maltas vor und vereinigte sich da mit der Marine- wrißebr. Gleichzeitig ging die Abteilung Caspari über sie große Weserürücke, eine Abteilung der Landes- ststk^enbrigade über die Kaiserbrücke vor. Diese halt- «m B-rmittag einen schweren Stand. Bereits in den Flchriken und an der Neuenlanderstraße solchen De energischen Widerstand, der jedoch durch die ab schnitiSweise vordringenden Stoßtrupps teilweise unte be» Schutze der Ärtilieric gebrochen wurde. Vor kstusig hiklt die Division besetzt: den östlichen Teil Bremens in der Linie BürgerparkGüterbahnhof Msenbahnbriicke. Im Geweckschaftshause wird itod Aic-erfiend geleistet.

Division Gersterwerg, welche ausschließlich au? guirjilügen besteht, hat sich durch die schnelle und gliRicnbe Durchführung ihrer Aufgabe im Inte resst Bremens wie des ganzen Reiches große Verdienste ertrorbe«. Die Truppen tvaren, wie die Rcichstrup- Pe» überhaupt, mit allen ntodcruen Kampfmitteln ruSsterüste», weil die Regierung fest entschlossen war den Widerstand der Unabhängigen und der Kommuni- Ren, d'e offen gegen die Reichsregierung rebellierten unter ollen Umständen zu brechen. Die Fühlunr Avilche» den einzelnen Abteilungen wurde im Lause les Tage« erreicht, sodaß sie in den frühen Nach vttttagsstunden die unbedingte Gewißheit hatten, das dir Umklammerung der Stadt vollauf geglück^ sei. Dir Verluste des Freiwilligenkorps gestern und in der Nacht werden auf 16 Mann geschätzt, banmtei Tote. Die Besatzung der Kaserne hißte im Laust »es Tages die weiße Fahne und erNärte sich für neu ' traf, doch wird dies von den Armeetruppen als Kriegs­list betrachtet. Da die Spartakisten sich in west­licher Richtung zurückgezogen haben, muß angenommen werden, daß bei der Säuberung der Stadt weitere Lärnpfe in dec Waller Vorstadt und km Hasenvierte. Zu erwarten sind. Besonders schwer werden naturge wütz die Kämpfe bei der Aktiengesellschaft Weser wer den, da sich dort bv Spartakisten stark verschanzt Gabe» sollen. < k hüben die Aufständischen du Waffen noch nicht abgegeben.

An die Einwohnerschaft Bremens ist von der Divi­sion Gerstrnberg folgender Aufruf erlassen worden: Die Division Gerstenberg ist im Auftrag der Regierung eiuLrrüÄ. Sie übernahm den Oberbefehl in Bremen Mn Anjiabe es, Leben,»nd^Ei-entum jedes fried«

EpartakistenvutseHe in E»ambnrq.

Hamburg, 5.Febr. In der letzten Nacht ver- stuhten einige Gruppen von Spartakisten sich ver­schiedener Sicherheitswachen zu brmächtiaen, um da­durch Munition und Waffen zu erhalten; bei vier Wachen gelang es ihnen, d'e Mannschaften zu über­wältigen und ihnen bit Waffen fortzunebmen Eine größere Anzahl von ihnen zog dann zur Kasern«- des Infanterie-Regiments Nr. 76, um sie zu stür­men; sie wurden aber abgewiesen, ebenso Vo­der Polizeiwache in der Davidstraße, die mit vieler Sicherheit^mannschaften besetzt war. Leute wo'-ger roa eine Anzahl bewaffneter Arbeiter nach dem Frei basen, um die großen Lebensmittellager zu besetzen; sie wurden hier ebenfalls zurückgewie- se n. Die Arbeiter erklärten, wenn es ihnen aelänge kn die Lager ein»ndringen, würden sie sie in Brand si e ck e n. In der Stadt sind verschiedene Werbe büros für Arbeiter einaerich'et, in denen diese Waffen und Munition erhalten.

Die Telegravtzen-Beamten haben heute morgen den Dienst eingestellt, weil der Arbeiter« und Sol- batenrat nachts den Telegrammverkehr der Zensur unterworfen hat. Sie werden den Dienst wieder auf­nehmen, wenn der zum Arbeiter- und Soldatenra' entsandten Abordnung zugesichert wird, daß die Zenlur aufgehoben und nicht wieder eingeführt wird. Auch der Fernsvrechverkehr und der Zugverkehr Hamburg AltanaHarburg ist seit heute einaesiellt. Ankaw mende Fernzüge werden in den Borstationen ange­halten.

In der letzten Nacht wurden von bewaffneten Spar­takisten die Kasernen des Fußartillerie-Regiments 2°- in Bahrenfeld beseht und die Truppen entwaffnet, meil chas Regiment sich weigerte, dem A.- und S.-Rat /»Pferde zu übergeben. Das Grenzschutz-Bataillon, das nach Bremen abgehen sollte, weigerte sich. Ser Versuch, auch die Kasernen des Feld-Artillerie- Regiments Nr. 45 zu besetzen, scheiterte.

Hamburg, 6.Febr. Die hiesige Beamtenschafi tut nach zufriedenstellender Zusicherung des A.- und s.-Rates wieder Dienst.

fierr?i tz» Go'hiitnrött.

SoldatenrSte und Kommandogewalt.

Berlin, 4. Febr. Am Dienstag fand ein Kongreß der Soldatenräte statt, auf dem 21 Ar­meekorps durch 42 Abgeordnete vertreten waren. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete die BerordnWg über di« Neuregelung der Kom­mandogewalt und die Ausführungen Scheidemanns gegenüber den amerikanischen Journalisten, daß er die Soldatenräte jetzt für überflüssig halte. Ter Borsitzende des Zentralrates, Cohen-Reuß, er­läuterte ausführlich die Entstehungsgründe der neuen Verordnung. Es wurde ein Telegramm nach Weimar an die Regierung gesandt, worin die Ver­sammlung erklärt, daß sie die Politik der Gewalt um jeden Preis verurteile und die Annahme eines Vergleichs auf der Grundlage der vom 9. Armee­korps gemachten Vorschläge verlange. Unterstaats- !ekretär E ö h r e erkannte an, daß die A - und S.- Räte im Anfang der Revolution wertvolle Arbeit geleistet hätten, erklärte aber, daß ein großer Teil der Soldatenräte unverantwortlich ge­wirtschaftet habe. Man habe es heute viel­fach mit Soldatenräten zu tun, die völlig in der Luft hingen, weil sie überhaupt keine Leute mehr hinter sich hätten. Das Kriegsminifterium habe die Verfügung zum Schutze der Soldatenröte erlaßen, denn um die von den Volksbeauftragten unterschriebene Verordnung komme die National­versammlung nicht mehr herum. Ein Antrag, der gegen die Scheidemannschen Aeuherungen über die

Soldatenräte entschieden Protest erhebt, wurde im Ausdruck in etwas gemilderter Form bei einige« Stimmenthaltungen angenommen, ebenfalls g"gen einige Sttmmenthalt''ngen ein Antrag auf Ab­berufung Noskes. Göhre führte weiter aus:Wir im Kriegsmintsterium sind in unserer Arbeit sehr gehindert, da die Instanzen, welche die Verord­nung in die Praris umsetzen sollen, nicht wehr vor, Händen find. Vielfach können ja auch die Soldaten­räte gar nicht das leisten, was früher geschulte Offiziere geleistet haben. (Protestrufe «ntb Lachen.) Bilden Sie sich nur nicht ein, daß das Proletariat, weil es die Revolution gsmowl hat, schon alles kann. Das ist ein Größenwahn, her sich am Proletariat selbst bitter rächen mied Das Proletariat ist kein Wunderkind. Ein Ar- bei'er kann nicht das leisten, was zum Berfprel ein Dimfivnsgeneral in seinem Fach vermag." lBeifall.) Zur Regelung der Kommandogewalt äußerte 'ick! Geb re dahin, bah die mstitäristtze Füh­rung uns Ausbildung lediglich in der Hand eines Führers liegen bürst-. Die S«''batenrSte feiert b!e volit'sche Kontr«l e der Führer. In btefem Sinne se'«" fie a*§ Kontrallorimn V"ra-ketzte bei- Offiziere. Sst hätt-» bie Pflicht, irbe Willkür des Führers zu untr» binden. In bet Führung der Truppen aber feier sie bem Führer unbedingt untergeordnet.'' könne die Offiziere nicht, wie es vielfach verlan--" werde, einfach e-tlassen. Wenn bie Truppe die Off­nere nicht anerkenne, so erkenne sie auch keine Re- gierirng- an. Das seien bann keine Sozialisten, son­dern Anarchisten. Göhre svrach bann noch ans. führlich über bie Mvglichst't, Mannschaften des spä­teren Friebensheeres in Ossiziersstel<nnq eirrrfiden zu lassen, und schlug vor, Neuwahlen für bie Soldaten­räte vcrzunehmen, um die sogenannten w-lbeu'Sol- batmätc zu beseitigen.

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Hit 9hnert

Die Sßc^ntä-f fe nnd die Lage 'n der Ostmark.

Berlin, 4. Febr. Aus bem Sitzungsbericht br Wafsenstillstanbskon'-^i'sion in S»aa vom l>. Febwiar Die verbünbeten Mächte kündigten in eb'et Not-- hie Entsendung einer Kornwistion nach Bolen an Dieser solle die Aufgabe zufallen, die dortigen Un­ruhen beizulegen. Die Kommilston werde die polnischen Behörden veranlassen, sich jeder Gewalt gegen dir heutschen Truppen zu enthalten. T Verband müsse aber auch daraus bestehen, daß stch die deutschen Be­hörden in Deutsch-Polen von letzt ab nicht mehr in Angelegenheiten des öffentlichen Lebens einmZchen, fondern die Beendignng der Arbeiten der Fried-ns- konferenz abwarten. Der stellvertret<»-d: b»utsche Bor ühende stetste fest, baß innerhalb ber brutschen Greine die deutsche Reg'erung bas urumeiHHfte Recht nnt an.ch die Pflicht f*t, für O-dnunq zu soraen und ihre Untertanen zn schützen. Die augenblicklich» Laa-- fordere von De'ttschlanb ein schnelles Eingreifen in den deutschen Ostseeprovinzen. Tie surcktl-arsten Ver­brechen wurden von den Polen an deutschen Unter­tanen verübt. Die schlechte Haltung der polnischen Trnivven und die Jndenpogrome in Polen zeigten klar, daß dieser Staat gerade das Gegenteil eines Boll­werks gegen den BoZchewismus sei. Die dem Der­schen Reiche von dort drohende Gefahr sei besonder? »rnst. General Nudant erwiderte, die genaueren Wei­sungen bezüglich der Ostsrage» würden der deutschen Regierung noch zugehe«.

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Posen, 5.Febr. Der polnische Volksrat hat ffir den 20. März Wahlen zur großpolnischen Nationalversammlung in den polnisch sv'-echeuben Ge bietsteilen Preußens ausgeschrieben, einschließlich für Westnreußen und Danzig.

Thorn, 6.Fchr. Der Belagerungszustand ist aufgehoben.

Königsberg, 6.Febr. Die Bolschewisten sind der Grenze nahe. Sie haben Telpce, 60 Kilometer von der Grenze, besetzt und marschieren nach Süden und Westen.

De« Bolschewist«« entkomme«.

Königsberg, 5. Febr. Die unter Dr. v. Scbeub ner-Rickter beim Einmarsch der Bolschewisieu in Riga v-rhliebene Vertretung der Gesaudt'ckast ist nach acht- tägiger Eisenbahn» und Schlittenfahrt bereit« am 27. Januar in Deutschland ein ar troff en. In Riga waren die Zmückiekehrt-n den ärgfie« Aukeindungro, mehr­fachen Verliafrungeii und schlimmen Bedrohungen aus aesetzt. Fast aüe waren im Ge'ängni», teilweise unter den übelsten Bed'nmmaen, in Einze.üast ntb Duulrl :eDqi. Bei Haussuchungen nutz bat Gepäcksiirch. uchungen wurde ihnen ihre wenoolle Habe beschlag­nahmt und gestohlen, v. Ech-ubner konnte erst am Tage bet Abreise mit vieler Müde und «ach Zahlung hoher Bestechungsgelder au« der Haft eotlasien werden.

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Pari«, 6. Febr. (Hava«.) Da die Gericht«, organisatiou in Elsaß-Lothringe, becodet ist, erschein! im «mtfbtott ei« Erlcß, der die französische S p r a ch e in Prozessen, PlädohirS, Urteilu>, Vkijügungeo und Erlassen vol,chreibt.

M Strotr RmltR«.

B-trn, 4. Febr. Am Schluß der heutig«« Lor» Mittagssitzung der internationalen Sozialistenkonserenz erklärte Vorsitzender Branting, es sei zu hoste«, daß die versammelten Vertreter oer Sozialdemokratie nicht als Feinde, sondern al? internationale, wieder vereinigte Brüder Bern verlassen würden. K a u t s ktz hofft, daß auch die deutsche Sozialdemo'ra'ie sich wie­der vereinigen werde. Er erklärte ferner: Dcutseh'and^ das keine Rohstoffe und keine Lebensmittel befitzh ist in erster Linie der Gefahr des B 0 l s ch e w i s nt*u i und der Gegenrevolution preisgegcben. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Berner Kongreß auch aut die Friedenskonferenz einwirken könne, denn für den Fr'.«« den des Sozialismus zu kämpfen, sei Hauptaufgabe bet Internationale.

Ter englische Destgierie Stuart B 0 w i n g erklärt«^ bie englischen Delegierten hielten den Zeitpunkt nicht für geeignet, bie Echuldfrage zu erörtern. Eine Fort« setznng des Streites gefährde die eigentliche» Auk.?ab« der Konferenr. nämlich den Wiedera-ifbau der I ter« nationale. Man vergesse auch, daß bie schuldigen Regierungen gar nicht mehr beständen. Ma« komm« durch Erörterung der Schnldfrage dem Ziele nicht näher, das darin bestehe, den Gang d»r gegenwärtigen Berhemdlungen in Paris zu beeinflussen, wo der Bölierbund vorbereitet werde. Erreiche die Berner Konserenz dieses Ziel nicht, dann falle auch d« Völkerbund nnd die Arbeiteraeseh"ebung.

Sodann wies G ru mb ach (Els.-Lothr.) daraus ^in, daß nach seiner Ansicht alle Franzosen die Reden Eisners und Kautskys als Grundlage ziim Wieder« aufbau der Internationale ansehen. Der Redner ver« urteilte aufs schärfste bie auf dem Pariser Konareß .utage getretene imp-walis^sche Tendenz und erllärtt unter Äeifall, baß jeder Deutfch'and aufgezwungene Frieden, der der Refo'ntion nicht Rechnung trage, da- sinke Rbeiunfer annektiere und Deutschland zerstückele^ ein to e r t (n f er Fetzen Papier sein würde.

Longuet erklärt, daß die Sozi-.si?.:n aller flanbet-tür die nationale Verteidigung eingetreten feien und bie Freiheit ihrer Länber hätten wahren wollen.

Gavronsky, russischer Sozial-Revolutionär, ist In bet Benrteisitng bes Bolschewismtls anberer Ansicht als Longuet. Er betont, baß bie beutsche Mehrbeits« fozialbrmokrosie. hinter bet Millionen von Wöhlern stünden, nicht einfach ausgestoßen werden könne, wie es Thomas gefordert habe. Was Teutsch'and ge­fehlt habe, habe es durch feint Revolution und durch reiite Leiden gesühnt. Die Jnternai-snale müsse Deutschland jetzt zu Hilfe kommen.

Borgbjerg (Dänemark) fordert, daß die Inter­nationale. die den Krieg nicht habe Verbindern können, sich jetzt die großen Kräfte zu Nutze mache durch ei« Hanbtnhanbgehen mit den fortschrittlichen bür­gerlichen Elementen und durch gewerkschaftsiche und genossenschaftliche Arbeit. Gegenüber Thomas, btt einen Krieg zwischen ben deutschen Mehrheitlern und den Minberheitlern machen wolle, erklärt er, baß ba< Urteil in bieser Frage allein bem beutschen Volke zu­stehe. DaS beutsche Volk habe burch bie Wahlen, an benen nicht gerüttelt werben könne, bereits feit Urteil abgegeben.

Abler (Oesterreich), bet von minutenlangem stür­mischem Beifall empfangen wird, stimmt Thomas zu, wenn er die Scheidemänner und Rennet kritisiert, verlangt aber auch, daß die Thomas und Renaudel der andern Länder« kritisiert würden. Im Anschluß da­ran erhob der estnische Vertreter M a r t n a Vor­würfe gegen die Militärverwaltung in Estlaiü» und gegen die sozialistische Negierung in Deutschland, unter der die bürgerliche Freiheit in Estland und Livland ebenso darniederliege wie vor der Revolution.

Troelstra hofft, daß die beutschen Mehrheit»- fozialbemokralen burch eine ehrliche unb offene Er­klärung auch in moralischer unb geistiger Beziehung die Banbe wieder Herstellen würden, die immer zwischen den Sozialisten Deutschlands unb benen ber anderen Länder bestanden Hütten. Man müsse sich heute über eine gemeinsame Aktion fiat werden, um da» sozialistische Programm gegen etwaige Beschlüsse in 'arid durchzudrücken. Dazu müsse man das Pro­letariat aller Länder in Bewegung setzen, und zn einet solchen Aktion sollten sich heute alle verpflichten.

Am Schluß bet Sitzung überreichten bie beutschen Mehrheitssozialbemokraten eine Entschließung, in ben sie jebe Verantwortung für Ausbruch und Führung des Krieges ablehnen, die restlose Aufllärung der Schuldfrage durch Verössentlichung aller den Krieg betreffender Schriftstücke fordern, den Einmarsch in Belgien verurteilen und für die Gesellfchast der Natio­nen eintreten. Auf Vorschlag Branüngs wird bie|e Entschließung zusammen mit der von Thomas, bie bie Frage ber Verantwortlichkeit mit ber Frage nach Mithilfe verbindet, einer Kommission übergehen, bie aus zwei noch zu emennenben englischen Mitgliedern, aus den deutschen Mitgliedern Wels unb EiSner, den französischen Renaudel und Longuet, bem beutsch-österreichischen Ellenbogen unb bem Tsche­chen Nemec bestehen soll.

Bern, 5.gebt. Die Aussprache setzte heute üben ben Völkerbund ein. Mit erhobener Stimme erklärt Thomas (England) unter stürmischem Beifall der Versammlung:5n Paris darf kein Friede zioi« schen Siegern und Besiegten geschlossen werden, d« Haß und Erbitterung zurücklasieu würde, sonvetu em Frieden ber Wilsonscheu Versöhnung.' Da­rum dürfe d« Völlerüund keine Liga d« rmzelne»

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