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FftHtSr?, bfe t*er$uiiben war mit Schweriridufkrietten, Kapitalisten unb Fürsten, gemacht worben sei, und »war ohne jebe politische Voraussetzung unb ohne jede militärische Einsicht. Ties erkläre sich, wenn man wisse, baß gewisse deutsche Militärthroretikcr die An­sicht vertraten, daß Deutschland den Sieg in wenigen Tagen oder Wochen erringen müsse. Von diesen Herren sei der Krieg angepriejen worden als rin Stahl- bad gegen die sozialistische Verseuchung. Nachdem der Krieg erklärt war und nach 14 Tagen über die Schuld­frage am Krieg Klarheit herrschte, hätten die Sozia­listen die Regierung stürzen, die politische Macht er­greifen und den Frieden anbieten müss-n. Die deutsche Revolution sei 41/. Jahre zu spät gekommen. Darum erschein« sie im Ausland als der Ausfluß der Ver­zweiflung und werde nicht gewertet als die Tat eines tapferen Volkes. Eisner verteidigte sich sodann g'geu den Vorwurf bürgerlicher und sozialistischer Führer tn Deutschland, daß er durch seine bekannten Ver­öffentlichungen den Imperialismus der Gegner ge­fördert habe. Rach seiner Nrberreugung mußte die Wahrheit gesvrochen werden, «nd wenn Deutsch­land darüber selbst zu Grunde gegangen wäre. Wer die Veröffentlichung dieser Wahrheit hätte Deutschland nicht geschadet. Eigner wandt« sich neuer- dingS gegen die deutschen Mehrheitssozialisten und er­klärte, vast sie alS echte Revolutionäre die Pflicht hät­ten. die Verbrechen de» alten System» schonungslos bloßzustette«, da nur so die neue Internationale zu­stande kommen könne. Die Mehrheitspartei müsse ihren schweren Irrtum offen bekennen und sie müsse erklären, daß es damit nun endgültig zu Ende sei. Die Partei hat eine große Schuld während deS Krieges auf sich geladen, indem sie durch ihre Pol'tik nicht nur den Krieg verlängert, sondern mitgebolsen hat Deutschland in den Abgrund zu stürzen. EiSner kam dann auf die Lage des deutschen Volkes zu sprecken. «DaS deutsche Volk ist daS Opfer der deutschen Or- ganifationSjucht, daS Opfer der wirtschaftlichen Gründlichkeit und deS Systems. ES darf nicht gesche­hen, daß man ihm die Freiheit nimmt, und daß man es zum Schuldsklanen fremder Kapita­listen erniedrigt. Der Redner verbürgt sich, daß die Revolution in Bayern ein« wirkliche Revolution ist, die schon seit Jahren geistig vorbereitet wurde. Eisner wendet sich alsdann an die Entente-Sozialisten mit der Aufforderung, den Deutschen di« Hände zu reichen und verbunden mit ihnen den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Wenn man dem deutschen Volke Unwürdiges zumuten wolle, so werde r» lieber »ntergehen, als dieser Zumutung zu entsprechen.

Müller (Mehrheitssozia'ist) nimmt Stellung zn den Angriffen auf die sozialistische Mehrheitspartei. Er glaubt an die Wiedervereinigung der deutschen sozialistischen Parteien und ebenso fest an den Ausbau der International«.Der größte deutsch, Mas­se n st r e i k, den eS je gegeben, der Streik vom Januar 191 ll. wollte das Kriegsende erzielen, firibtr mußte et. wofür die Führung keine Verantwortung trifft, nach einigen Tagen unterbrochen werden, weil die Stunde noch nicht gekommen war. Nicht nur die deutschen Militaristen, sondern die Militaristen von g a n z E u - ropa trügen die Schuld am Kriege. Die ruf lisch, Mobilmachung war für den Krieg der aus­schlaggebend, Faktor. Wir wollen die doll, Wahrheit, und darum wollen wir. daß alle Archive der tanzen Welt geöffnet werden, um die wirllich Schu'- igen sestznstellen. Ich muß die Frage aufwerfen, ob die französische und englische Diplomatie uHrt getan hat, um die russische Mobilmachung zu Verbindern. Wenn Scheidemann vorgeworfen werde, «r habe von einem Siegfrieden g-fvrocken, so ist demg-qenüber an fein Dort zu erinnern:Ein Narr, der an den Sieg (loubtt*- Der Redner betonte, daß die deutschen Mehr- eitSsozialisten ibren Einfluß für immer verloren hät­ten, wenn sie während de» Kampfe» nicht zum Kriege gestanden hätten. Die deutschen Sozialisten hätten auf die Regierung leider nicht den nötige« Einfluß gehabt, so wenig wie die französischen Genossen aus >re Regierung, al» ihnen die Pässe nach Stockholm verweigert wurden. i.

Sie Lag, Im M.

Berlin, 4.F«br. In den Sitzungen aml.und K. b. MtS. beschloß der Zentralrat die Annahme einer Verordnung bereisend die Nebertragung von Befug­nissen, die vorher dem Kaiser oder dem König von Preußen zustande«, an die betreffenden anderen Stel­len. Dem Vorschläge de» DemobilmachnngSamteS, Gewerkschaftsfunktionäre in größeren Städten zur Un­tersuchung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse sowie zur Neberführung von Arbeitern in andere Beruf« an- zustellen, intirb ««gestimmt.

Berlin, 4. Febr. Kegen daS frühere Vollzug«, rafmitglied Strobel ist vom Kriegswucheramt eine Anllage erhoben worden. Strobel soll die Leitung eines großen Berliner Hotels vor einer bevorstehenden Haussuchung gewarnt «nd so verhindert haben, daß die aufgespeicherle» Lebensmittel ersaßt werden konnten.

München, 3. Febr. Im Münchener Arbeiterrat wurde, unbekümmert um die Wahlniederlage, von spar- takist'scher und kommunistischer Seite neuerding» die Diktatur deSBroletariatS verlangt «ndeine zweite gewaltsame Revolution «ngedroht. Der neue Landtag müsse nach Hause gejagt werden.

München, 4.Febr. Die Schweiz hat Bayern zur Aufrechterhaltung de» Verkehrs 78 Lokomotiven leihweise überlasten, aber die Forderung gestellt, daß diese Lokomotiven baldmöglichst wieder zurückgegeben werden.

Ttdwere Lus schrei k««qeu Magdeburg.

Magdeburg, 4. Febr. In der vergangenen Rächt beging eine etwa achtzig Man« zählende be­waffnete Rolle in Eoldatenunikorm schwere AuS- schreitungen. Die Männer befreiten durch eme Auzadl do« Handaranaienangiiffen im Justizpalast 160 Ge­fangene, raubten da» Gebäude an» und plünder­ten auf dem Breiten Wege zahlreich« Läden »ach Ein- scklaae« der Schaufenster. Die Räuber wäre» mit ge­stohlener Munition versehen und gaben zahlreiche Schreckschüsse ab; doch scheint niemand verletzt worden z« sein.

Urteile im Spartak«,prozeß.

Berlin. 3. Febr. Der Stubent der Recht« Ap- /«11, der zur Spartakusbesatzung des Hauses Most« »«hört hall«, wurde von der Strafkammer unter Anrech­nung von drei Wochen Untersuchungshaft zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Heizer Bött. g e r, der gleichfalls zu dieser Besatzung gehört und den Verkehr mit dem Vorwärts, unb dem llllst in-Gebäude vermittelt hatte, erhielt neun Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei Wochen Unersuchungshaft. Die Brüder Feliz und Alfred Frick, dir '*eidr ruififche Staatscugehörigr sind und sich in der ^panatnswoche ta. luQ LuLluum-Larde im SBolüetytäiibium osjndjmen

ließen, bekamen drei Monate ^ezw. sechs Wochen Ge- kanpnis unter Anrechnung von zwei Woche« Unter« luAungsbatt

Da» endgültige Ergebnis der Nationalwahl««.

B e r l i n , 8. Febr. Nach den endgültigen Fest­stellungen der Mablkommistare erhielten an Sitzen:

Deutsch-nationale Volksvartei einschl. der Daye- rischen Mrttclpartei. der Nationalliberalen Partei in Davern, der müritembergischen Diirgerpartei und des Wtstrttembergische« Bauern- und Wem- gSrtner-Vundes 42,

Deutsche Volkspartei 21,

Christlich« Volkspartei einschl. der Bayerischen Dolkspartei und der katholischen Volkspartei Op­peln 88,

Deutsch« Demokratische Partei einschl. der Deut- scheu Volkspartei in Bayern 75,

Sozialdemokratische Partei 163,

Unabhängige Sozialdemokratische Partei 22, bet Bayerische Bauernbund 4, die Schleswig-Holsteinische Bauern« und Land- arbeiter-Demok-atie 1,

der Braunschweigische Landestoahlverband 1, die Deutsch-Hannoversche Partei 4, Zusammen 421.

Rstckkehrgesuch Kaiser Wilhelms?

Haag, 4. Febr. Rach einer Meldung des Echo de Paris- habe Kaiser Wilhelm an Ebetr geschrieben und ibn um die Erlaubnis gebeten, «ach Deillschland zuruckkehren zu dürfen. Er werde jeden ihm zugewiesenen Aufenthaltsort annehmen. Ebert habe darauf geantwortet, daß nut die Ra- tionalverfammlung hietstber entscheiden könne.

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91, DBmerf.

BteSlau, 4.Febr. Wie die Prestestelle de? VokkSratS BrrSlau mitteilt, haben polnische Truv- veu in Stärke von etwa 1000 Mo- i in b *---**- <i««en Nacht die deutsche Stadt R a w i t 1 ch halb­kreisförmig angegriffen. Die Rawitscher Bürgetw-Hr hat im Verein mit der etwa 600 Mann starken Ra­witscher Besatzung den Feind «ach bhitigere Kample gegen 6 Uhr morgens »urückqeschlagen. Au, beiden Seiten finb Verluste an Toten und Verwunde­ten zu verzeichnen. Für die kommende Nacht wird ein «euer Angriff erwartet, da die Polen nach AnS- sagen Gefangener enllchkoffen finb, Rawillch zu neh­men. Auf Vrranlastnng deS DolkSrat« x« BreSlon sind vom 6. Armeekorp» Truppen z«r Verfügung ab­gegangen.

Berlin, 4. Febr, Wege« der vorhandenen großen nationalen Gegensätze ist auf Veranlastung beS preu­ßischen Staatsministeriums die Wahl zu bett Kom- munalparlamenten in Posen, Westpreuße« unb Kreis Oppeln aus drei Monat« ausgrsetzt worden.

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SMg» Mstmgm.

Wie«, 4. Febr. Infolge der Verkürzung der Fleischrallon aus 100 Gramm für Kopf und Woche kam «S heute mittag in Wien rn Straße«kund- gebnnge« und in weiterer Folge zu Plündernngen der LebenSmsttelqeschälre. Gasthäuser n«b Hn'elS. Auch wurden geschloffene Geschäfte erbrochen. Di« Aus- schrritunge« nahmen einen großen Umfang an und dauerten bis zum Abend. E» beteiligte« sich viel« Halbwüchsige «nd Arbeitslose.

Kristiania, 4.Febr. Nachdem ba» Etor- thinq heute in bet üblichen Weise durch König Haakon im Beisein der Königin Maud eröffnet worden war, wurde in der anschließende« Sitzung aus de« Vor- fchlag deS Präsidenten einstimmig beschlossen, ein Tele­gramm an die Friedenskonferenz in Pari» zu senden, in dem da» Storching sei« Zustimmung zu dem Ge­danken eine» Völkerbundes erklärte, der. um künftigen Kriegen vorzubeugen. auf dem Grundsatz de» Recht», der Freibett und de» Frieden- ausgebaut werde« und alle zivilisierte Nationen uresafsen solle.

Bern, 4.Febr. Rach einer Meldung desGl Gatter Tageblatts" soll in Mailand ein Aufstand auSqebrochen sei«, de« die Regierung mit Maschinen­gewehren und Artitterjx hat nredenverfen kaffen.

Bern, 3. Febr. Au» Konstantinopel berichten Pariser Wäller, daß die Regierung hervorragende Mitglieder des Komitees für Einheit und Fortschritt »wie de« Gouverneur von Thrazien verhaften ließ.

Die verteidiget Oftafrik« ans der Heimreise.

Berlin, 3. Febr. Der Dampfer »Feldmat« chall" mit den Generale« von Lettow-Vorbeck und Dahle, dem Gouverneur Dr. Schnee, 24 Offizieren, 88 MMtSrpersone«, 19 Zivilisten, 106 Frauen und 90 Kindern ist am 17. Januar «n Daressalam über Südafrika nach Europa ad» gegangen.

Nennäniens Angriff Stoffe.

Paris, 3. Febr. (Havas.) DerTempS" ver­öffentlicht ben Tert des Vertrages von Bukarest der zwischen Frankreich. Italien, England, Rußland und Rumänien geschlossen wurde. Durch diese« Vertrag verpflichtet fick Rumänien, Oesterreich-Ungar« anzu- greifen. Die in Frage kommenden Mächte erken­nen Rumänien ba» Recht zn, bie österreichisch-unga­rischen Gebiete, die der Vertrag bezeichnet zu an­nektieren. Da» dem Vertrag beiaeingte militö- rische Uebereinfontmen bestimmt in Artikel 1, daß Ru­mänien sich verpflichtet, am 15. August 1916, acht Tage nach dem Angriff aus Saloniki, Oesterreich-Ungarn an,»greifen. In Artikels wird festgesetzt, daß die russische Armee die rumänische Mobilisierung durch einen kraftvollen Vorstoß, besonders in der Bukowina, erleichtern unb baß die russische Flotte die Häfen und Küsten Rumäniens bewachen wird, ferner, daß sie den Hafen von Konstanza besetzen kann. Artikel 3: Ruß­land verpflichtet sich, tm Augenblick her rumänische« Mobilisierung zwei Divisionen Infanterie «nd eine Kavallericdimsion in die Dobrudscha zu senden, die mit der rumänischen Armee gemeinsam gegen die bulgarische Armee vorgehen sollen. Acht Tage vor dem Eintritt in ben Krieg wird Rumänien auf dem Wege über Rußland Munillo« und Kriegsmaterial empfan­gen. Artikel 9: Der Hauptzweck des rumänischen Un­ternehmens besteht darin, in Ciebeilbürgen in der Richtung auf Budapest einzurücken.

Dir Bolschewist«» tu der Ukraine.

Haag, 4. Febr. Der .Tclegraaf" meldet ni London: DieTime»* berichtet au» HelfingforS: Dir bolschewisiischcn Truppen beherrschen die östliche Ukraine einschließlich der großen Z atm, Charkow, Poltawa, IrkatninoS aw und de» DonezbeckenS. In Charkow wurde am 38. Januar eine bolschewistische Sowjet»

regimmg gebildet mit Rakowsll, einem Freunde Lenins, a'S leitendem Minister. Die Lolschewiki rückcn an* lliew und Odcssa vor. Rach der letzrcn amtllcden Mel» dimg an« Warschau haben fie Kiew bereis ein« g en om men.

Wie der .TimeS^ au» Helstngior» gemeldet wirb, war noch einem amtlichen Bericht der Bolschrwikten die erlte Tat der ukrainische« Cowjekreglerung »ach der @innai,me von Charkow und Ielaier-noslaw die Er« ichießnng von 3**0 politischen Persönlichkeiten und dir Brschl.ignahme der Banken und induftnrllrn Unter» nehmungen.

6toiloerort«len > SWz vom 3. Februar.

(Schluß.)

Bürgermeisters u «ll« r wie» auf bte Wichtigkeit de» Antrag » hl«. Es müßten all« Mittel und Wege versucht werden, um zahlungsfähige Steuerzahler nach Marburg zu ziehe».e würde« ja auch jetzt alle mög­lichen Erleichterungen gewährt durch Betbilligung der Straßenkosten, durch vorläufigen Richtanschloß an die Kanalisation, durch Beschaffung de» Gelände» infolge vereinfachter Enteignung »nd auch dadurch, daß der Staat billige» Holz stellt und viel« SereinfaAnngen im Bauwerk selbst jetzt erlaubt sind. Jetzt handle es sich darum, dem Magistrat Vollmacht gut Ausarbeitung der Pläne zu geb n. Stabt«. Streinett) trinntte u. e. auch an bi« Beschalsung von Wohnungen für Stu­dierende, »nd gab zu erwägen, ob sich die Radfahrer- Kasern«, bie boch leer sei. nicht verwenden laste. Stobt« Schäfer war für Beeilung hi bet Frage der Beschaffung von Wohnungen; her Dau von Häusern würbe seines Ermessens nicht 50 sondern 100 Prozent teurer wie früher fei«. Stadtv. Prof. Siebt machte Mitteilungen au» Berbonblungm barüb-t mit dem Stoatskommistar: es fehlt an jeglichem Material, das auch vorerst nicht zu beschaffen fei. Man mäste eben auf Holz- unb Lehm-ackbau zutücktomme«. Der Ar- »> "-lofiak it würbe auch bann gesteuert. Oberbürger­meister Trojr fügte hiniu, daß Arbeit genügend vor­handen sei, vorerst herrsche nur Mangel an Arbeits- freubigfeit Stabt«. Münscher nahm B^zug auf Be­sprechungen mit fein?« Fachgenosten. Wenn man jetzt 50 Prozent teurer baue, so fei dies gegen igi» normal zu nennen Bei ben jetzige« Verhältnisse» unb ben hohen Löhnen käme man zu ganz bedeutend höheren "krn,>>ntsä**e«. Stadt**. Becker me*«*e. es mülle et***as geschehen, auch ben Wünschen bet Elektoizitgtsatbelfer mülle Rechnung getragen werben. Stabtv.-Vorsteher R »h b t war der Ansicht, baß man biete Sache ja bet» Magistrat zur Berücksichtigung überweis-» könw*. Stadtv. R e i s i« g bepätiate bie Ausführungen bes Stadtv. M ü »s ch r. er Holle jedoch, daß bie Arbeitet, bie unter den fetzigen mißliche« Ertcährungsvetkflttt- nllln draußen auf dem Lande in ihr-« eigenen Sirrte schuften k lieben, später sich einste"en roilrivn. Stabte. Weintraut empfahl al» passende« Gelände zum Ba« »ob Kkeintaintt-enbönlern die Geaenb bes Seppeler Berge, da befaße bie Stobt viel Gtnnbeioen- tnm unb Sand unb Leßm lei bori leicht zu beschaffen. Stobto Stroi»»ko h-fsirwortete die» und bedanerte zugleich^ baß da» Otbenßergprofekt fallen gefaste« wurde. Stabte. Geh. Rat Leonhard erinnerte an bie Wohnungsnot her Stoßenten, es wüste sich mit b-r Verstellung »ew Wobnbäiffem beeilt werben. Ihm schloß sich Stabte. Prof. Jabrm ärke« an. es bänble sich hier um bie fiefenH Marderg». E» mülle afl-s ge­tan werben. Man falle fo fpatlam wie mstalich bauen «nb jede Protzerei fallen toste«. Bor allen Dingen Mieten habet bie fftockfickffsn ans die aes**ndbe^'ffck,»7' V-rstältniste dirrch Außerochtlgsfpng bet Kanolilatlmi nicht falle« gefasten werben. Oberbürgermeister Tro je war der Ansicht, daß es tot Laufe de» %j*>res wied- r mehr Rohstoffe gehen dürfte, auch bi« Arbeiter-Berhölt- nlste würben sich hoffentlich bestem. Dir Leute käm-n aus dem Feld «nd riefe hätten sich der geregelten Ar­beit entwöhnt. Ein Anfang mülle gemacht werden «nb au» diesem Grund« mliste die Gemeinde mit ihren* Kapitol einfpringen. Wie die Stu beute« so hatten guck* die Bürger mit bet Wohnungsnot m kämpfen. Allein tot Mrten fielbfabt« habe «e in Marburg «00 Haus dal ton gen mehr gegeben und die Stobt stände vor der schweren Frag« der Beschaffung von Wohnung-«. Ruck' die Robfahrerharack« sei deshalb schon to den Kreis bet Erwäg««am gezogen worden. Sie mülle Familie« Vor­behalte« bleibe«. Daß e» fo schwer falle, die Studenten olle mrt-rnitrinken, liette auch en hem Mangel an Dienstperlonal. Die viele« jungen Mädchen, bie in ben Wfros jetzt überllüstiq geworden und entlallm le-m. scheuten sich bet Arbeit, der sich vi-te Frauen auch der beiter sttoierie» Familie» heute unterziehen mülle. Der »hrfichen Arb-it brauche sich niemand zu schäme«, bie Mädchen tollten restlos iudie Haushalte gehe», wo fie hivgrbörie«. I« tetomt w-tteren Au« ffihrungen wies bet Herr Obetbsirgermefftet ans btt* Niedergang der Sitte hi Marburg unb auf die viele« Anträge csf verNi««eru»g der Pottzeistnnve wegen der immer mehr zunehmenden Tanzuergnügun- qm hi«. JBlr tanze« auf einem Pufver» ta ßE müsse tr tonen. Die allein Schulbla-it feien un­ser« jungen Mädchen, bte Tanzstunden feien ht dem setzioe« Maße übertrieben. De** Sonate", die 4^/» Ja^r- im SFelb gerne?-«, sei es nicht Übel ipt nehmen, wenn sie Zerstreuung suchten, ater von denjenigen, dir hier seien, könne man ein mehr der Schwere bet Zelten entspre­chendes Verhalten erwarten. sLehhafter Beifall.)

Stobt». Erdenberger glaubte, daß tot Früh­jahr Arbeiter genügend kämen, an her Glstelberget Straße könne man Wohmmgm banen. Stadtv. Wün­schet meinte, in ben neuen Kasemengebövde« und in bet MistomekiusllKe« Brauerei ließen sich ebenfalls Wohnungen etorichte«. Stabt». Erbevberget fügte hinzu, daß bei Schwierigkeiten rnegen der Be­nutzung von Militärgebäubm der Sj und S.-Rot in Gastel benachrichtigt werden möchte. Die Botlag- imitbe schließlich angenommen mit dem Zusatz, daß bie Eingabe bei Elekrizitätsarbeiter dem Magistrat Übet* miete« werbe« soll.

Bürgermeister Mueller führte zu« kriegswirt­schaftliche« Bericht folgmbe» aus:

Hinstchtlich bet wlrtschasilichea 2a K ist zu berichten baß bie Versorgung der Stobt mit Kartoffeln roch trle vor «ii große Schmieriakeiten stößt unb daß r» fehl sweifelhaft ist, ob es noch möglich «st. die erforberlich-'n Kartoffelmmgen herein zu bringen. Wir rtsucheg bie Bevölkerung auf bas Dringendste, die votbanbene« RartoffeloorrSte durch Steckrüben zu strecken. Wir sind in brr Lage gewesen, Steckrüben einkaufen zu können unb haben noch ungefähr 1900 Zentner auf Lager, unb wir sind tn ber Loge noch weitere b- s«haffen zu können. Es Ist jetzt bie richtige Zeit zum Einkauf ber Rüben, welche sich ungefähr nur bis Mitte April halten, also jetzt verbraucht werden müßen, während bie Kartoffeln zunächst noch liegen bleibe« können.

1 Die Wochemneng« bet Kartoffel« wird entfvrtthenh der Verfügung bes Ernährungsamte» auf 5 Pfund herabgesetzt werden müffen. Wir müssen fernerhi» daran denken, de« Breis für die Kartoffeln in der näch­ste« Zeit zu erhöben. Wir haben bisher di'e Preis« noch fo niedrig geholt-«, um soweit es irgendwie ging, noch den Haushaltungen die Möglichkeit zu geben, bis Kartoffeln billig einkaufen zu können. Wegen bei großen Unkosten für bie Kartoffeltransporte mittels Automobil unb wegen bet ben Landwirten zu ge­währende Ausbewahrungsprämi« «rntz jetzt an eint Höherstellung deS Preises herangegange« werde«.

Eine weitere große Sorge Ist nach wie vor bi» Kohlenknappheit. Es ist uns trotz aller Depesch n «nb Schreiben und trotz einer persönlichen Rücksprache ht Cassel unmöglich gewesen, die Kohtenzusuhr zu besser«. Wir mästen mit «inet wetteten Einschränkung rechne«. Tie Haushaltungen werden gut tun, sich zusammen z« schließe«, wen« e» irgendwie geht unb an bie Stuben, ten, bte ht ihrem Zimmer elektrisches Licht habe«, et» gebt die dringende Bitte, hesreundet» Studenten zum Zusammenarbeiten einzutobr«, ben« für bie nächste Zeit «ft an eine Verbcsierung bet Beleuchtiingsmögllckckelt noch nicht zu denken. Im G-genteil droht dir Gefahr, daß di« Gasanstalt vollkommen still gelegt werben mutz, denn bi« auf unsere bringenden Sitten ebgefanbtea Kohlenwagen finb bisher nach nicht eingetroffea.

Weiterhin muß ich »an hier an die Bewohner bet Oberstadt nochmals das bringende Ersuchen richte», um« 9 Uhr ab kein Gas mehr zu gebrauchen. Aus techni­schen ©riinben finb wir nicht 1« bie Lage bi« Gas­leitung völlig abfoetren zu können. E» muß jetzt aber jebet als seins Pflicht anseben. nicht bunt) einen Mehr­verbrauch, ber zufällig infolge bet Lage bes Hauf-s In bet Oberstabt möglich ist, bte Bewohner bet Unterstadt noch wettet einzuschtänken.

Die Zufuhr von Milch unb Butter ist nach wie vor kuapp- Es ist aber zu boff-n, baß wir hier butchbanex könne«. Die übrige« Rahru«asmitte1«, die Koktmiab waten, find reichlicher angemeldet, sodaß mir in dtefa. Beziehung wohl ohne Sorge ben nächsten Woche« ent- qeg-ns-hen können, zumal ja auch bie angekauften Be­stände von der Heeresverwaltung es uns ermögliche» werben, «ach wettete Zuteilungen zu machen.

Im Anschluß brachten bte Stadtv. Erbenberger, Geßner, Eckhardt und 5fer ve^chie^ene Wünsche zur Sprach«. Dl« Fleffchkonletven möchte« halb verkauft werben, weil fie bei Witterungsmechtel Ickl-cht würben, bfe Bürostonbrn auf bem Lebensmittel-. amt möchten nusaebefint tnerben, es kämen viel pr wenig 6i«r (bie Vermittlung durch bte Eierstelle ist ge­meint) nach Marburg. Hierzu bemerkte Stobt». Erbenberger, man müsse sich nur an bfe richtige Stelle wenden, bie Zeiten, baß man sich vo« irgend einet Bel'Srbe ohne weitere« abwoffen ließ-, seien vor­bei. ®iirgermeiftet Mueller unb Oberbürgermeister Tro je erklärten, bah fie einzelnen Beschwerden nach» geben würben.

Es folgten noch einige Dyingllchkeitsnu« träge. So wurde zn ben Satzungen ber Erwerbs» lotenfütforge fofaenbei Antrag ongenomm-n: Der Ar» beiffuchenbe bat sich sofort «ach Meldung beim Urbeits» «achweis zur Artoit beim Magistrat zu melde«, for.fi wirb eine Zwischenzett zwischen Anmeldung beim Ar­beitsnachweis unb Anttsastellrma auf Erwerbslofeiftz» otge-llttt?rstütznng nickt berücksichtigt.

Dem Dachtvertrag mit Herrn Corota, ber Evlr» gelskusi übernimmt, wurde mit bem Zusatz« zug-stlmret, baß nout 1 Avril biß 15. Oktober g-öffnet sein «uh.

Ebenso stimmte man nack kurzer Beratung bem Wggistratsantraa «t. fick d m Protest bes Stäbtebunbe» gegen bfe Aenberung des Gemeinbewahk- r echts anzucchließen. Der Oberbütgetm* le« wat ber Ansicht, daß dadurch neue Bennmbigurevm ge- tcksffen würden, denn die Gem-lnb-n hätten bei ben SrtAöftemngen rtibig weiter gearbeitet unb dabnrch viel zur Ordnung k-eioe tragen. Auch die Woblsieroch. tioung fei feiner Ansicht «och nickt riMlg, weil Lc«te wstbk?« könnten, die elgentlfck bock nut »oriibemeftenb biet seien. Stadtv. Geh. Rat Prof. Leonhard btekt die Sache a»ck für unaefetzkich, da rüber hohe boch -igentlsch die Rationakversammlung zn befchff-ßen. Au« diesen Gründe« Werften sich die S^adtn-ftTnret.'» d»m Protest d-s Magistrat- an, brr die Ges-tzUchkett ber Wahl bezweifelt. Ferner wurde beschlallm. trotzdcm die Wahlvotbeteitongr« ZU heffen. Al« EtaSnruvg des Dlahlvorstanbes würben gewählt: Candgerich»srai Geh. Rai Wenzel unb Kanfmann ffarl Gucker, als St-llv-rtreter Geh. Rot Canbg-rirbtero.t Gefi«g «nb Kaufmann Pli 11. Da» Orlsstalul, welche» n?*. stelle van 36 nnr 30 Stodkverard-'ete vorfi-bt. wurde aufgebeben. Nach beinahe bielfrilnbiget Däner bei Sitzung erledigte man bann »och eine vertraulich« Sache.

Mardur- «nd Umgegenr.

Marduyq ben 5. Februar.

StSdttfche«. Mit Rückstcht tttrf die viekkeichl bevorstehenden Wahlen der städtischen Körverschaf. ten dürfte es von Juterefl« fein, die jetzige Aufam. mensetzung unserer Stadtverordnetenmirsammkunj z« erfahren. Ihr gehören an die Herren: Becker, Heinrich. Zelchenlebrer: Boes, Moritz, Malenustr.; Bork, Hermann, Rechtsanwalt,- Eckhardt, Karl, Töpfermeister; Erdenberger, Ferd., Bürovorsteher; Geßner. Major a. D.; Haas, Kanfmann: Hitzerokh, Dr. phil., Drrickereibesitzet; Keppler, Metzgermfir.; Iahnnötker, Professor; Klee, Mechaniker; K^rntz, Schrlhmack^rmeister; Leonhard, Professor Dr.; John, Hotelbesitzer; Wstnfcher, Bau unternehme t; Reifing, Bauuntentehmer; Rohde; Justizrat; Rose, Sckreinermetster; Schäfer I, Möbelfabrikant; Schäfer Ik, Tapetenfabrikant; Schellei derg, Dr. phil.; Schirmer, Eanitätsrat; Stroinsky, Larrdss- rentmeister; Stumpf, Kaufmann; Weintraut, Loh- getbermeifier; Lredt, Prof. Dr.

* ILn verfflät. Am fchroarzm Brett der llmver- ffiät wird tmf die Wahlen zum Siudentenparlammr diugeviefrn. E!e finden am 10, Februar- von morgeM 9 bis abends 7 Uhr statt.

* Die chkferverordntmg, bte in der vorgestrigen Rmnmer 58 der Oberheffifchen Zeitung veröffentticht ist, ist im letzten Absatz unrichtig wiedetzgeoeben. Es muß beißen: Von den abliefernngspflicktigen Eiern sind b-S zum 31. Mal mindestens Zweidrittel unb bis zum 31. Juli VierfSnfttl zn liefern.

* Zur Warnung, Die Polizei mackl darauf aufmnljam, daß bis jetzt noch keiue Eisbahn ftkigegebrn ist und warnt besonders ganz eindringlich vor bem Br- treten der Lahn. Wenn Eisstächen zum EchliryKuh» laufen benutzt werden dürfen, werden sie durch München aekeimzeichnrt. Bi» jetzt ist bie» noch nirgend» der Fal. DaS Schliuschrthlaufeu auf Len Petzen der W.rft» ist weniger gefährlich.