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nut dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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VieDherbeffifAe Zett«»«- erscheint sechsmal ?-

««zuasvrei, betra t Viertels bar» die Pakt (ohne S>eb»»<«tbs. K.71 jf 'N Ott 6tabt Marbnra frei int t>eu4 3.75, bei linieren .?eit«N8sbeÄ»n rv.t tsw Lande 8,76 X. Verlag een Dr. Hitzerath. 9"«ft $i/?s. :»

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Marburg

Mittwoch, 5 ^rbniflt

Drr,a,etaen»rei, betr,«t f,r He Sgete. 3*11» 80 4; «mtU-fte,u«e4rti(i*l * Semmel«»!!! 41 4. u 10»/, 1krl*a,,v!ch1,a. Reklame.eii» 1 X. *Xeb*T Itebett I eil» al, Varrabatt. Bei «uetunft dar» die »eichiitt.ftelle w. vermtttlaaq der ! Ingcbale » 4 Sender,ediihr. Postlchr«ante: Rr. 5C1S Amt Franktart «.«. |

54 Iahrg. 1919

K!mM in %tm.

' Stampfe mit den Arbeitern I« Gang«.

Verl im, 4. gebt. Nachdem Bremen die am WONRtag mit der Neichcregierung getroffenen Ab- Wachnngen r'*t Innegehalten hat, es andererseits gier erforderlich war, d'e Absicht der «-s rndigen Stdlee |u erreichen, ist der Diviston Eerstenberg ter cin marsch befohlen worden.

Die RrichSregierung hatte Neuwahl der Bremer Negierung ents'^wechend dem Vcrhä'tnis der Stimmen« srnchlen bei der Nationalwahl und Llknabe der WaE« durch Vermittlung der neuen Reg'entng an bi- , Division Gersten berg gefordert. Bremen wollt" ;lri Stimmenverhältnis bei den Wah'en zum 91.« und 6.»9t<rt zu Grunde legen und die Waffen an die neue Bremer Regierung abMern.

Sternen, 4. gebt. Wie Boesmanns Büro «Itteitt, zöge« die Regierungstruppen um 6 Uhr «bends In Bremen ein end besetzten d-n Mar«, bet Rathaus und die Börse. Die Arbeiter zlrZ e Pch «ns Gröpelingen zurück.

Bremen, 4.£ebr. Bereits im Laufe deS gestri« Jen Nachm'ttags -und Abec-bS nähmen die Bon-osten- gesechte im Lanbgebiet und am Rande der Stadt an Umgang zu. ES kam zeitweilig zu lebhaften Kämpfen tu b*n«. laut Mitteilung der Stadtkommandantur 7 Tote auf Seiten der Bremer Arbeiterschaft und 1? tote ans Seiten der Division Gerstenberg gebäht' Irurden. Die Zahl der Verwundeten soll auf beiden Seiten etwa 40 betragen. Mit dem frühen Morgen der Angriff mit allen Mitteln moderner KrllMechnik ein. Die Arbe'.lerschaft verteidigte f:tf le rin Mit). Starker Geschützdonner und lebhafter Ma- phinengewehrfeuer rollte durch die Straßen. Tie Stra« ßrr: und Plätze um das Nathans herum trnirden abge- ftrat. wodurch an-b der Straßenbahnverkehr teilweise eingestellt wurde. Sonst ist der Verkehr in der Stadl wenig debindert, mit Ausnahme der Zugangsstra Her: znr Stadt, wo sich die Arbeitertruvven den an- rstLenden Ne'-iernng'truppen entqegenste'lten. Im Bk: en Rathause ist das Rote Kreuz untergebratbt. Mschn»re Granaten fchlnoen in unmittelbarer 9W" le? Domes, der Börse und des Rathauses ein. Do§ Arne Nathans erhielt zwei Treffer durch das Dach, ^ens» der Turm des Domes in halber Höhe. Eine Granate, die in unmittelbarer Nahe der Börse ein« W.ug, zertrümmerte durch ihre Svlitterwirkung sämt­liche nach Norden liegenden Fensterscheiben des Boes- dkannschen Tekegraphenbliros. Gegen 2'/, Uhr flaute fbte Beschießung ab. Um diese Zeit wurden die ersten 1 Btttscnbefen in das Rathaus getragen. Ueber die -werteren, zweifellos beträchtlichen Verluste war noch

N Lberes zu erfahren. Gegen 31/, Uhr herrschte "iSe. Wie wir weiter hören, wurde in den Nach- : Antagsstnnden der Kamps von den Arbeitertrnnven -MS aussichtslos eingestellt und der Rückzug iui die Geoend von Gröpelingen angetreten. Ein- fßrlne Tntvven verteidigen sich noch immer im In­dern der Stadt und an den Brückenübergängen. Ber- ! Handlungen wurden angestrebt. Um 4 Uhr setzte die iBeschießung in alter Stärke wieder ein. Um 6 Uhr jkauften die Regiernnastruppen in die Stadt ein And haben den Marktplatz, das Rathaus und die Börse besetzt. Als erste Truppe erreichte das Bremer Freiwilliftenkorvs unter lautem Jubel den Marktplatz "And nahm vom Nathans Besitz. Tann erfolgte der Diuing der Geschütze, Maschinengewehre und Panzer­wagen, die auf dem Markttckatz ausfuhren. Kurz kranf liest der Dom sein Geläut zu Ehren der Ge- feHenen ertönen, gleichzeitig aber auch, um der Be- Mkernng anzu-eigen, daß die Gewaltterrchaft der Drmmnnisten ibr Ende erreicht hat. In der Stadt Ssurde ein Aufruf einer neuen provisorischen, von küns Mitgliedern der Mehrheitspartei gebildeten Re- Neru.ig verbreitet.

Berlin, 4. Febr. Wie bk «B. Z." au» Bremen Erfährt, sind Kämpfe der Regiernngstruppen mit der Bttnrtr Arbeiterschaft feit zehn Uhr vormittags im Gamge. Die Truppen der Division Gerstenberg sind ke «kken Seiten tm Anmarsch, es finden ans asten ,«bsck»itt« der Front Gefechte statt. Mau hört starkes «ttünrkffiier namentlich au» der Gegend von Verden lebhaftes Maschinengewehrfeuer ans der Gegend ibvn Horn. Oberst Gerstenoera gab in Serben bekannt, die Schüsenbriaadc Stohi-e mit starten Minen 'krftrn und schwerer Fußartille' w im Anrücken auf fei Ferner wird aus Serben mkaetetlt, daß ifeü Berlin eine weitere Brigade Landesschützen und -Harke Ninenwersertnippen zur Unlerstütznng der Diviston ^rrstendrrg abgehcu. In der letzten Nacht trafen *5 Hamburg und. Bremerhaven Verstärkungen für die Bremer Arbeiter ein, uuo zwar kamen in Sonderjügen

Bremer Haven 2* 00 Mann an. Die Stärke der vtrndurger HllfStruppen ist nnbekaunt.

Aus Bremen wird demBerl. Lok.-Anz." berichtet: !®ie Tivision Gerstenberg hat das Haupt lelrgraphen- das Fernsprechamt und verschiedene wichtige W-'ifchr Gebäude die stark verteidigt wurden.

Abend wurde in ben Vororten um die Werften stark Akcunpst, aber es ist mit aller Wahrscheinlichkeit iB'raurzusehen, daß die Entscheidung noch in dieser *e5t zugunsten der Regierungstruppen fällt.

Hamburg, 3.Febr. Wie dieHamburgerVolks- reitq." meldet, ist in Hamburg in Ausführung be- Beschlüsse des großen Arbeiterrates alles getan, nm Sie Bewaffnung des Proletariats vorzn- bereiten. Der Hasen und die Bnmarschstraßen find durch verstärkte Warben besetzt worden. Tie im Hasen liegenden, mehrere Millionen Wert darstel'enden Le- bensmittelmaga^ine wurden vom Hamburger A.- und S.-Rat beschlaanahmt und werden stark bewacht. Auf Set Vulkan werft mußten wegen Koblenmangels zwe» Dritte! der Arleitersrhaft zurückoefchickt werden. Daraus beschlossen auch die übrigen, nicht zu arbeiten.

Hamburg, 4. Fe^r. Im 9v fe des h'utiien Taae» waren 1500 Sickierbeitswani "Lasten mari-bbereii a macht zur Histeleistuna für Brrmcn. Als sie auf dem Hannoverschen Babnhos an'awm, wurde i^neu er. stärk, daß da» Babnvei ona! b«i Tstr 't fenn-aer: habe und intolgedestrn der Transport nicht ahgelaffen werden könne. Die Maßnahme der Eisend chnbeamlen hatte zur Folge, daß der Betrieb auf allen Bahnhöfen ruhte.

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In Weimar.

Berlin, 4. geht. Staatssekretär Gt berger ist deute nach Weimar avgereist. Er führt dort neben der tziisnbnng feines AbaeordnetenmandatS die Keflbä'te >es Vorsitlendm der deutschen Waffenstiüftanbs'ommission weiter. In Berlin wird er vertreten durch Kapitän z. 8. V a n s e l 0 w.

Weimar, 4. Febr. Seit gestern abend machk sich eine vermehrte Slnknnst der parlamentarischen Käste WetmarS bemerkbar. Die Vorbereitunaen im Thearer. bas In erstannlich knr er Zeit in einen bel aalichrn Sitzungssaal uwgewandelt wurde, sind weit vorgeschritten, wenn auch noch nicht vollendet. Der Einzug der zum Schutze der Rationalvensammlnnq bestimmten Ttnvven volktog sich bemahe nnbemerkt. I-de für die Bevö'- 'erung lästige Maßnahme wurde vermieden. Der Zn- ftrom der Pressevertreter, auch ausländischen, ist außer­ordentlich.

r* Weimar, 5. Febr. Morgen findet unter Vorsitz de» forialdemokratischen Abgeordneten Psann- knch al» Alterspräsident die Eröstnungrsitzung statt. Am Freitag wird der Präsident aemSH't, al» ben die Sozialdemokraten den bayerischen Minister de» Innern Auer vorfchlagen wosien. Am Montag beginnt mit einer Rede Ebert» dir politische Aussprache, für die eine Woche anaesest ist.

Berlin, 4. Febr. Der Zentralrat bat an die Nationalversammlung einen Ausruf über den Neuaufbau de» Reiche» erlasien, in der er in der Erwartung, daß die Nationalversammlung ihre volle Souveränität durch, fuhrt, erklärt, er lege die vom Neichskongreß der Ar'-eiter- und Soldatenräte übertragene Gewalt in d e Hände brr deutschen Nationalversammlung. Der Zen­traltat werde die ihm übertragenen Befugnisse, insbe­sondere die ihm durch da» neue Gesetz betreffend die Neg-lung der Kommandogewalt, überwiesene Stellung al» »berste Bern nnaSinstanz für die koldatenräte au» üben, bi» die Rationalversammlnuq diese Lefuguiffe einer anderen Kärper'chast übertragen bat.

Berlin, 5. Febr. Den in Gotha stcticnierten Truppen ist die Mitbcteiligung an der Sicherung der Nationalversammlung zugebilligt worden.

Berlin, 4.Febr. Die Neichkpcstverwaltrtng hat nersuchsweile die Möglichkeit geschaffen, während der Tagung der Nationalversammlung zwischen Berlin und Weimar gewöhnliche Briefe und Zeitungen durch die Flugpost zu befördern. Ter Flugpostverkehe erfolgt zweimal täglich von Berlin nach Weimar.

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MkllMmd Md MtzW.

Berlin, 3.Febr. Wie die Wassenstillstandskom- mission mitteilt, ist da» gesamte Eigentum der Firma Olrbrüder Stumm in Neunkirchen an der Saar von den Franzosen unter Zwangsverwaltung gestellt wor­den. Die? ist der erste Fall, daß französische Avang«. Verwaltung über Elsaß-Lothrinften hinaus auf ölt- deutsches Gebiet bezw. preußisches Gebiet übergreift. Tie deutsch« Wasfenstillstandskommiffion hat sofort den schärfsten Protest eingelegt gegen diese neueste Anmaßung der französischen Be^axung-se^Srde. Als Antwort auf ben brutschen Protest gegen die unwürdige Behandlung deutscher Frauen durch Besahungstrup- pen beim Ueberschreiten der Grenze verlas der fran­zösische Vorsitzende ein Schreiben deS französischen Gouverneurs von Straßburg. Dieser teilt darin mit, er habe selbst zahlreichen Untersuchungen beigewohnt, jedoch festgestellt, daß die Leibesuntersuchungen mit dem möglichen Anstand durchgeführt würden.

t Mainz, 4. Febr. Auf dem Halleplatz fand heute '.ne große Parade der französischen Besatzung statt. General Mang" hielt über die Radfahrergruppen, die Kanonenmoc.r?oagengrrtppen der 1.Kavallerie-Ti- Vision, das Marokko-Kolonial-Regiment und ein Regi- ment Spahis eine Truppenschau ab. Nach der Parnbe nhr General Mangin mit seinen Ossizieren zum Rheinuser, wo die englischen Kanonenboot« vorbei­dampften. . Tie meisten Mainzer Geschäfte waren ge- ch! offen, und eine unübersehbare Wenfchenmenge wohnte der Parade bei. .

H«ag, 4 Febr. In Aachen sind 4000 Stellen i« den Bergwerksbetrieben zu besetzen. Die Arbeiter lehnen «5 aber ab. zu arbeiten. Der französische Kom- mandenr Hai deshalb bekannt gegeben, daß jeder Ar­beitslose eine ihm angebotene Stelle annehmen müsse.

Die Frag« der Lebensmittel-Versorgung.

Berlin, 3 Ferb. Aus dem Sitzungsbericht der Waffenstillstandskommission in Spaa vom 2. Februar: Der Verband setzte die deutsch« Kom­mission von seinem Beschluß in Kenntnis, am R Februar in Spaa über die Mitwirkung der deut­schen Handelsflotte in der Weltschifsahrts- gemeinfchaft und über Deutschlands Versorgung mit L e b e n s m i 11 cf n unter Beteiligung Sach­verständiger verhandeln zu lasten. Die deutsche Regierung wird ersucht. anzt-H-ben, welche Mengen von Holz, chemischen Erzengnisfen und Kohlenteer Deutschland zum Ausgleich der gelieferten Lebens­mittel ausführrn könne.

B e r l i n. 3 F»br. Nach den Bedingungen der Verlängerung de» Waffenstillstandes vom 16. Ja. nuar hat die deutsche Regierung de» verbündeten Mächten eine Liste der deutfchen Handelsschiffe zn liefern, die den Verbündeten vom 16. Februar ab 311m Zwecke der Lebensmittelversorgung Europas zur Verfügung gestellt werden sollen. Sofort nach Empfang dieser Liste wird eine Besichtigungskom- mission der amerikanischen Regierung auf ameri­kanischen Kriegsschiffen die deutschen Häfen be­suchen, um sich über den Zustand der erwähnten Handelsschiffe zu unterrichten.

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Rotterdam. 3 Febr. Rach demN. R. C." meldet dieCentral News" aus Paris, daß ein einflußreiches Konferenzmitglied auf die F'age, über welche Friedensbcdinoiinqen den Deittfcheu gestattet werden würde, mitzuberaten, antwortete, daß diese in der Hauptsache die Fragen sein wur­den, die auf di« Art und Höhe der Schadens­vergütungen Bezug haben. Man kann als be­stimmt aunehmen. daß die Konferenz auf jähr­lich« Zahlungen bestehen wird, die vor der Auszahlung der Zinsen der deutschen Kriegs­anleihe geleistet werben müsten. Ferner werden die Deutschen in der Frage der gerichtlichen Ver­folgung derjenigen Personen, bi« derVerant­wortlichkeit für den Krieg unter Uebertretung bei besetze der Menschlichkeit beschuldigt" werden, ge­hört werden.

Paris, 4. Febr. (HavaS.) Außer dem Tert der als Grundlage für den Ausbau des Völkerbundes die­nen soll, hoben die Vertreter der ^e-bfinheten den Re oiernnqsleitern eine Reihe von Wünschen vor-elegt, bi eam Montag von der Kommission für ben Völker­bund geregelt wurden. In diesen Wünschen wird ver­langt: Der Friedensverkrog darf keine Versüguno enthalten, die den von Wilson niedergeleg^en 14 Punk­ten widerspricht. Der Völkerbund soll sich auch mil sozialistischen Fragen befassen und «s sich zur Aufgabe machen, die allerme"sckclichsten Arbeitsbedingungen zuw Allgemeingut der Welt zu machen. Andere wünschen' Beschränkung der Rüstungen, Festsetzung der miliräri scheu Kräfte zu Wasser und zu Lande und zwar auf ein Maß. dos es möglich macht, Stellung zu nehmen gegen etwaige Angriffe von Seiten derer, die vom Völkerbund ausgescblosten sind ober gegen dessen Entscheidung revoltieren.

Amerika- Mißtraue« gegen Japan.

Amsterdam, 3. Febr. TaS niederländischc Pressebüro Radio meldet:Newyork Sun" berichte' au» Washington, der Plan, die deutschen Kolonien unter die Kontrolle der Verbündeten zu stellen, sei darauf »urückzusühren, daß Wilson ben Plänen Japans einen Riegel vorschieben wolle. Diele Politik fei durch Entdeckung geheimer militärischer Plane nötig gewor­den, wonach die Marschall- und Karolineninseln be­festigt werden sollen. Tie Marschall- und Karoli neninseln seien zu nicht» anberm als zu Befestigungen geeignet. Japan seien hielt Inseln von Großbritan­nien bei seinem Eintritt in ben Krieg zu einer kriti­schen Zeit versprochen worben. E» heißt, daß dem chinesischen Friedensdelegierten in Japan Schriftstückc gestohlen wurden, die geheime Informationen Chinas über bi« Absichten Japan» enthielten und auch Kor­respondenzen, aus denen hervoriebt, daß Japan viel­leicht einen Krieg mit den Bereinigten Staaten plane.

Aür dir Abschaffung der U Vootsmaffe.

L 0 n d 0 n, 3. Febr. (Reuter.)Daily Mail" mel­det auS Paris: Wie verlautet, wurden bei der am Frei­tag abgehaltenen Präliminarkonferenz für den Völker­bund, bei der Präsident Wilson, Oberst House, General Smuts und Lord Cenl zugegen waren, mehrere wichtige Uebereinkommen zwischen den britischen und amcrikani- chen Delegierten erzielt. Die erste Abmachung wird wahrscheinlich di« Preisgabe deS Untersee­boot» als Kriegsschiff fein. Von manchen wurde angeregt, daß bas Unterseeboot innerhalb der Drei- mellenzon« als Verteidigungsmittel verwandt werben könnte; aber bie meisten bekannten sich zu der Ansicht, daß «» völlig abgeschafft werden muffe. Wie ver­laute^ werden die Grundsätze des, Löikerbundes an­

empfehlen, daß die wirtlchaftliche Waffe in Zu­kunft an die Stelle anderer Waffen tritt

D'e goibmtugtH tttriechenlauds.

Vari», 3. Febr. (HavaS.) Die Vertret« bet Großmäck-le ernannt« eine Sonderkommission, bi« btt rumänische» Forderungen zu prüfen haben wird. Hierauf begann Benizelo» die territorialen Ford«, rungeu Griechenland» vorzulegen. Sie mittag«« I. Nordeviru» trab Nordalbauieu, 8. Ksn« stantitiopel. Für ben Fall, daß die Stadt ittckt Gnechenland zufallen soll, verlangt Benizelo» die Im«« nationaltsterunq unter dem Protektorat de» ®6lto hunbe», 3. Thrazien; 4. bie Inseln de» ^obe. kaue«, 6 die Intel «yvern, 6. von Rletnufiex, d'k westlichen Provinzen, ein Teil de« f ilafet« Brufft und de» Wilojet» Aidtn sowie den Hafenplatz Smyrna, Armenien mit ben Dllajet» Travezmtt und Adana f»< ein besonderer Staat werben, befiel Verwaltung «in» Dom Völkerbund zu bezecch-endeu Großmacht übertrag« werden soll.

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Sie Lerner Konferenz.

Pern, 3. Febr. In der heutigen Abendsitzunz der Berner Konferenz erwiderte für die deutsch«, Mehrheitssozialisten der Abgeordnete Wei» auf An­griffe von Thomas gegen die Politik her deutschen Mehrheitssozialisten. Er rechtfertigte die Haltung bet deutschen Mehrheitssozialisten während des Kriege« und führte den Sozialisten der Entente vor Augen, wie ost gerade sie versagt hätten, wo «8 sich um die Sache be» Frieden» und der Menschlichkeit gehandeü habe. Wels erklärte es für unklug, wenn Thoma« btt Brandmarkung und ben-Ausschluß ber beut- fdjen Mehrheitssozialisten fordere. W«ni der Ausbau der Internationale komme, so komme « nur unter Mitwirkung der bcu:f^tn Sozialist«, hinter denen die Mehrheit deS deutschen Volkes steh«. Eine Gefahr für die Sozialisten bestehe im Bolschm w i s m u s und den Bewegungen unter den Links­parteien, die zu denken geben sollten. Tie deutsche, Sozialisten hätten das Ultimatum an Serbien be­kämpft. Als alles versagt habe und der Krieg aufr gebrochen sei, habe die deutsche Sozialdemokratie sich zu ihrem Volke gestellt Die deutschen So­zialisten wollten dort, wo Unrecht geschehen sei, ü« Unrecht gern anerkennen. Der Einbruch in B e l g i e 1 sei ein Vertragsbruch gewesen und m"ßte seine Sühn« finden. Ta» erkläre er feierlichst vor der gesamt« Internationale. Tann brachtt Wels seine Ankla­gen gegen die Entente vor, ihren Huna er krieg gegen deutsche Frauen, Greise und Kinder, ber 700 00( Tote gekostet habe, und deren Kriegführung den deut­schen Mehrheitssozialisten zum großen . b eTrüm-i au» der Hand geschlagen habe, die sie gegen bet U-Bootkrieg besaßen. Man habe daraus hingeroieicu. daß die deutschen Mehrheitssozialisten mitschuldig am Frieden von Brest-Litowsk seien; er müsse Thoma» fragen, wo denn die franzäsischen Soziali- sten gewesen feien, al» die Friedensverhand- lungen um acht Tage verschoben wurden, damit die ganze Welt am Frieden teilnehme. Er wolle einen Rechtsfrieden schließen und erwarte die Turch- führnng dieses Rechtsfriedens von der Macht des Pro­letariats. Tiefes werde aber in seinem Glaub« ei die Macht des Sozialismus getäuscht werden, w«i der Rechtsfrieden sich in einen Machtfrieden verwan­deln sollte und ben Keim zu neuen Kriegeu legen würde.

Bern, 4. Febr. Auf der Internationalen Sozia- lisienkonferenz ergriff der bayerifche Ministerpräsident EiSner das Wort Er betonte, daß e» für ihn al» Angehöriger eines besiegten Volkes nicht leicht sei, hier zu sprechen und daß er darauf verzichten wolle, Steine zu werfen auf etwas, daS bereits tot fet Deutschland müsse vor der Internationale seine schwere Schuld dadurch sühn«, daß e» auf dem Wege zum Sozialismus voranschrcite. Dazu brauche eS ebet die Verständigung mit den Genossen der bisher fetnb- lichen Länder, mit d«en die d«tsche Sozialdemo­kratie Schulter an Schulter kämpfe. Eisner verbreilete ich bann über den Charakter der deutschen Revolution. Die Tatsache, daß die deutschen Massen sich übe» wiegend für den Mehrheitssozialismus ausgeivroch« haben, der die deutsche Kriegspolitik der gestürzt« Regierung nicht gebrochen habe, dürfe nicht a!» An­zeichen dafür gedeutet werden, daß in dem deutsch« Volke sich nichts geändert habe. Die deutsch« sozta- listischen Massen kümmern sich nicht um die Spaltung in der Partei, sondern sie stimmen einfach sozialistisch, weil die Sozialdemokratie die Negierung und die gür­ten und damit die Kriegspolitik zu fäl en gedacht habe. ES gebe kein« Krieg in der Weltgeschichte, in dem schor während der Kriegshandlungen die Schuldfrage s, geklärt gewesen sei. Selbst die Bürgerlichen in Deuttch- land leugnen heute nicht mehr bie Schuld der Regie­rung am Kriege. Sie erklärt« nur, daß das Log nicht mehr,dafür verantwortlich gemacht werden fönn^ baS es während -4*/, Jahren ununterbrochen ange- logen worden fet Tie Verteidigung der Mehrheüs- partei, daß sie zum Krieg hätte stehen müssen, weil onst das Volk irre gegangen wäre, und daß infolge dessen der Zusammenbruch eingetreten wäre, sei nicht üchhaltig. Selbst dann, wenn fit sich über das $3ei« des Krieges täuschen konnte, Härte sie sich nicht über die Aussichten des Krieges täufchen können. E» ftrh« lest, daß der Krieg »an einer Horde größenwahnsinniger ,