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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

1919

Crttes Blatt

Marburg

Eonnabknd, 1. Februar

Scheitern der Unterhandlungen in Verden wurde am Morgen die Lage noch kritischer. Schon gestern abend waren Maschinengewehre in Sebaldsbrück ausgestellt. Die ganze Nacht waren die östlichen Zugangsstraßen von Arbeitern bewacht. Die Straßen nach Achim und Hemelingen sind durch Maschinengewehre besetzt. Auf den Hansa- und Ltoydwerken geht die Arbeit normal weiter. Ebenso ist es auf den Atlaswerken, wo die Ar­beiter beschlossen haben, die Arbeit nicht niederzu­legen. Die mehrheitssozialistischen Arbeiter faßten den Beschluß, die Werft zu verlassen. Auch die Beamten, von denen manche gar nicht erschienen sind, haben die Arbeit verlasien.

Bremen, 81. Jan. Di« Arbeiter- und Sol» datenräte Bremerhavens und de^ 9. Armeekorps Hamburg sandten an die Reichsregierung Tele­gramme, in denen sie gegen die nach Bremen un­ternommene Aktion energisch protestierten. Sie erklären, daß bei Aufnahme ww Kämpfen die Folgen unabsehbar seiet;. Der Soldatenrat des 9. Armeekorps sieht in der Besetzung Bremens als Bereich des 9. Armeekorps eine KrtegseWßrung an das 9. Armeekorps. Zwischen einem Mitglied des Hamburger Soldatenrat» und dem Staats­sekretär Noske fand Freitag telephonisch eine Aus« spräche über die Aktion gegen Bremen statt. Nach­dem Staatssekretär Noske festgestellt batte, daß von einer Bedrohung Hamburg» gar keine Rede sei, wurde ihm versichert, daß für den Hamburger Soldatenrat kein Anlaß vorliege, sich in die An­gelegenheit einzumischen.

Die Anwendung der Reichserekuttve gegen die spartakistischen Treibereien in Bremen hat, wie verschiedene Blätter berichten, nicht nur in Bremen selbst, sondern auch in Hamburg und Wilhelms­haven heilsam gewirkt. Seit der Ankunft der Truppe« in der nächsten Umgebung von Bremen ist an der Wasserkante mehr Ruhe eingetreten. Man gibt sich der Hoffnung bin. daß die Ein- und Ausfahrt der Lebensmittelschiffe gesichert wird. LautBerk. Lok.-Anz." find allerding, die svarta- kistischen Marinearbeiter nach wie vor entschlossen, den Kampf mit den Regierungstruppen auszu- nehmen.

chienen ist. Der Hauptredner. Hauptmann v. Jena, chlaß mit dem Appell an alle nationale» Kreise, zur Mitarbeit an der Schaffung eine» nationalen Soll»- beere». Leutnant Molkenthin gab darauf unter großem Beifall ein bsi dem Vorstand eingelaufene« Telegramm de» FMIer-Regiments Rr. 89 (Ludendorsf) bekannt:

Offiziere und Unteroffiziere legen Abzeichen nicht ab. Kommandeur."

Hierauf erläuterte Lt. Molkenthin die Schritt«, die derNationaloerband" zu unternehmen gedenkt: (Eilt« ofibe an die Staatsregierung, an den Kriegsminister, Abordnung an den Oberbefehlshaber Noske, dem eine bestimmte Frist gestellt werden soll, widrigenfalls sich derNationaloerband" weitere Schritte vorbehält: ferner Herantreten an alle politischen Parteien, die Interesse und Verständnis für eine starke Wehrmacht haben. In der enaenommenen Entschließung wird ge­fordert. daß der Erlaß grundlegender Bestimmungen über d-n Ausban de» künftigen deutschen Volksheeres In federn Falle erst der Nationalversammlung Vorbehalten bleibt.Eine 8rm*e, bei der Soldatenräte entscheidend zn bestimmen haben in Fragen der DAzt- vsinargewalt der Offizier«, kann niemals zu ordnnngs- mößigem Bestand« gelangen. Die Berfammelten be- tracht-n roett^Me voraeschlagenen Bestimmungen über die Nanq. unS g^adabteichen sowie das Ablegen der Waffen als eine schwere Kränkung. Sie fordern tofort Abänderung de» Erlöstes und verlangen, daß künftig zur Mitwirkung bei Bestimmmm-n entscheiden- bet Natur über ave Heere«fragen und über die Fragen den Okfizterstand betreffend von den Organisationen de» Stande» enllandte Vertreter herangezogen werden."

Rücktritt eine« Osfizierkorp».

Hamburg, SO. Ian. Der Kommandeur de« schleswig-holsteinischen Pionierbataillon« Rr. 9 in Hgrbnrg teilt mit. daß sich das gesamte aktive Offt- rierkarv» de» Bataillon» genötigt siebt, infolge der Zumutungen de» Harburger Korps-Soldaten-Rat? feine Aemter niederzulegen. - Da« Offizier- korv« bat beschlossen, Harburg zu verlasse«, um dem Vaterlande an anderer Stelle zu dienen.

Sit Rmktmm kn Rommoihoiwalt.

Berlin, 31. Jan. Im Ab^eordnetenbonse traten --estern die SoGatenräte Groß-Bersins zusammen, um ssch mit der Neuregelung oder Kommandogewgft tu beschäftigen. Kamerad Kaul berichtet, daß die Eol- datenkommissionen zu der Ueberzeugung gelangt feien, hgß an der Verordnung nichts M ändern sei, weil die Vertreter einzelner Korps nicht befugt seien, der­artige Erlasse abzuändern. Tie Kommission bat sich nicht auf den Standpunkt gestellt, daß der Geist der Verordnung nicht den von den Ratekommisfionen be­schlossenen sieben Hamburger Punkten entspricht. Die Kommission hat beschlossen, einen Reichs-Kongreß aller Soldatci.räte Deutschlands nach Berlin einzuberufen, 'mr dann zu der Verordnung Stellung zu nehmen. Der Zentralrat und daS KrieaKministerium haben sich mit der Einberufung dieses Kongresses einverstanden »rflärt Zum Schluß wurde mit großer Mehrheit die Entschließung der Unabhängigen angenommen, die gegen diese Neuregelung der Kommandogewalt pro­testiert.

Aus Allenstein wird derD. Tagesztg." geschrieben: Am Tage nach dem Bekanntwerden der Armeeverord- nnnq über die Neuregelung der Kommandogewalt und Rangabzeichen veranstaltete ein Haufen revolutionärer Soldaten und Matrosen in Allenstein eine wüste Kund­gebung. Mit SchildernNieder mit den Offizieren" ragen gegen 200 Mann durch die Straßen. Den Offiziere« «nd Soldaten totttbcn blanke Waffen und Revolver vargehalten und Rangabzeichen und Kokar­den abgerissen, wobei sich ein höchstens 18sabriqer Schiffsjunge b »solcher« bereortat In die Häuser, von denen die deutsche Fahne wehte, drangen die Leute gewaltsam ein, schlugen z.T. die Haustüren und Fenster ein und bedrohten die vaterländisch ge- sinnlen Bewohner. Selbst auf dem Bahnhof in den 3üflen wurde diese? Treiben fortgesetzt. Ein Station?- beamtet, der die Leute abwehren wollte, wurde Übel mißhandelt. Und diesem Schauspiel fab die Volks- wehr teilnabmloS zu trotz des geladenen Gewehr» im Arm. Ein Offizier, der sich ebenfalls weigerte, sich die Achselstücke abreißen zu lassen, wurde von den Leu- tftt niedergestochen, so daß er seinen schweren Wunden erlegen ist.

Protest be» Rationaiverbande» deutscher Offizier«.

Berlin, 31. Jan. Der Natlonalverband deutscher Offiziere protestierte In einer Versammlung gegen die Neuordnung der Kommandogewalt. Der Leiter, Leut­nant d. L. Molkenthin, wie« darauf hin, bafc bei der Abfassung b~r Verordnung der Kriegsminister nicht vollkommen freie Hand hatte.Der Minister konnte nicht ander», aber wir bedauern, daß et dann nicht die Konsequenzen gezogen hat. Di« Verordnung ist nichts als eine Verbeugung vor den Unabhängigen." «ras Bernstorff stellt fest, daß weder der Kriegsminister, noch her *Herr Oberbefehlshaber" (6elä$ttt) «-

Sie ioi BirtWoii. ,

Berlin, 31. Ian. Die Reichsregierung «atz der Staatsfekretär de» Reichsarbeitsamtes erlasse« unterm 29. Januar eine am Tage der Verkünd!, gung in Straft tretende Verordnung zur Beschaf» ung von landwirtschaftlichem Ciedelungslanb, au» der folgende» hervorgehoben fei:

Die Bundesstaaten sind verpflichtet, zur Schaf- ung von Reuansiedeluugen gemeinnützige Siede- ungsunternehmungen zu begründen, soweit solch« nicht vorhanden sind. Ter Eeschüftsbezirk der Un­ternehmungen (Siedelungsbezirk) wird durch di» Landes-Zentralbehörden bestimmt. Staatsdo­mänen sind bet Ablauf bei Pachtverträge» de« gemeinnützigen Siedelungsunlenrehniungen zu« Kauf anzubieten. Tas gemeinnützige Siedelungs. unternehmen ist berechtigt, unbewirtschaftete» »der m Wege der dauernden Brennkultur oder zur Torfnutzung verwendbare» Land »der andere Oed­länder für Bestedelung»zw«cke im Enteignungswege in Anspruch zu nehmen. Da» gemeinnützige Siede- lungsunternehmen hat ein Vorkaufsrecht auf sie in seinem Bezirk belegenen landwirtschaftlichen Grundstücke im Umfang von 20 Hektar aufwärts oder Teile von solchen Grundstücken. In denjent- den Bezirken, deren landwirtschaftliche Nutzflächen nach der landwirtschaftlichen Betriebszählung von 1907 zu mehr al» 13 v. H. auf die Güter von 100 und mehr Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläch» (große Güter) entfallen, sind die Eigentümer diele, großen Güter zu Landlieferungsverbänden zusam. menzuschließen. Di« Lanbeszentralb-'örden I5n» ne« die Aufgaben bet Landlieferungsverbänd« auch auf anbete Stelle«, insbesondere auf bestehende landwirtschaftliche Organisationen (Landschaften ufa».) übertragen. Der Laudlieferungsvetband bat auf verlangen den gemeinnützigen Siedelungs. unternehme« zu Siedelung-zwecke« geeignete« Land au« dem Bestände der großen Güter zu einem angemessenen Preise zu beschaffe«. Der Lavdlie» ferungsverband bat anstelle de« gemeinnützige« Siedelungsunternehme«« da« Vorkaufsrecht auf alle grichen ®fiter feines Bezirk«. Et muß das Vor­kaufsrecht auf verlange« de« gemeinnützigen Eie» delungsunternehmen, ausfiben. Die Ausübung des Vorkaufsrechte« kann et dem gemeinnützige« Siedelungsunternehme« mit dessen Zustimmung allgemein oder fflt ben einzelnen Fall übertrage«. Wo ein bringenbe« auf anbere Weife nicht zweck­mäßig zu befriedigendes Bedürfnis nach beliebt, lungsfähigem Land besteht, hat bet Landliefe» rungsnerbanb ba« Recht, geeignetes Siedelungs. land aus dem Besitzstand der großen Efiter gegen angemessene Entschädigung im Wege der Ent­eignung in Anspruch zu nehmen. Die Fälle, in denen die Landliefetungsverbände besiedelungs- fähige große Efiter, namentlich auch mit Hilfe bet Enteignung e- -eben sollten, werde« im einzel­nen aufgezählc. Anwärter von Fideikommissen kön­nen einer Uebertragvng de« Landlieferungsver- bande» « i ch t wide^prechen. Das gemeinnützige Siedelungsunternehme« hat ein Wiederkaufsrecht für die vo« ihr begründeten Ansiedlerstellen, wenn der Anfledler fle ganz oder teilweise veräußert oder abgibt oder wenn et fle nicht dauernd bewohnt oder bewirtschaftet. Landgemeinden oder Eutsbezirke können durch Verordnung der von der Landeszen. tralbehörde zu bezeichnende« Stelle verpflichtet werden, denjenige« Arbeitern, die t« landwirt­schaftliche« Betriebe« ihres Bezirkes ständig be» schästigt find, auf ihren Wunsch Gelegenheit zut Pacht ober sonstigen Nutzung von Sand für ben Bedarf de« Haushalts zu gebe«. Ist das nötigt Pacht- oder Nutzland auf andere Weife nicht zu beschaffen, f» kann die Landgemeinde es im Wege der Zwangspachtung ober Enteignung in Anspruch nehmen.

MkiMsod ui Stiftung.

Berlin, 31. Ja«. Dir deutsch« Wasienstillstmtd«. kommisflo« meldet: Infolge bet Aufhebung de« Acht­stundentage» in dem besetzten deutschen Gebiet steht ein Ausstand her Angestellten bet Eisenbahn de» Elle«, bahnbezitk» Köln benot. Die Verbündeten wurden ba. bet durch eint Kote über die Lage bet Verbäkrallst aufgeklärt . und ihnen gleichzeitig ein Schreiben bet Lifinbahndirektion Köln übrrmütelu. In dem di« Bitte ausgesprochen wird, be« Achtstundentag bei behalten zn dürfen.

Berlin. 31. Ian. Der in einem Fort der Festung Straßburg gefangen gehaltene sozialdemokratische Ab» geordnete Bohle ist auf die wiederholten Proteste der deutschen Wasfenstillstandskommtsßon hin fetzt von den Franzosen fteigelasien worden. Die der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei angehörenden Redakreur« Merkel, Kretzer und Ballert stnd als Spartakisten ver. haftet worden. Die deutsche 4ssafsenstillftand«k!nm uujstOU «hob sofort Protest und erjuchle um {JitUafjung

hab« «ad stich-es darauf ankomme, Ordnung zu fthasfen- wrtr zwar, tuen« irgend möglich, unter Vermeidung jeglichen Blutvergießens, wozu die Gemähr gegeben wäre in der Entwaffnung der Bremer Arbeiterschaft. Hierauf antworteten die Bremer Herren, sie hätten ihre Arbeitet nicht |fr in der Hand, daß sie mit bei Forderung aff Entwaffnung vor sie hintreten könnten. Bäumer erklärte noch: Würden rott diese Forderung stellen, roüiben wir von bet Arbeiter­

schaft a« die Wanb-^MZllt werden. De Schluß be» Verhandlungen klang dahin aus, daß die Division sich bereit ekrlärte, zu verbandeln, bet nicht über die Frage, ob bie Aktion vor sich gehen sollt ober nicht, ben« bas habt nut die Reichsregierimg zu bestimmen, wohl aber übet die Durchführung der Aktion, die natürlich außer­ordentlich erleichtert würde, wenn die Bremer Re- -ierung selbst an der Ausführung bet von ben Ber­liner volksebaustragten gegebenen Anordnungen Aithelft.

Bremen, 31. Ian. Heber ben Einbrnck bet Nachricht von bem Eintreffen von Regierungs­truppen vor Bremen schreibt bieWeserzeitung": Gegen 6 Uhr wurde aus Sirenen Alarm über die Werst gepfiffen. Die Arbeiter begaben sich zu einer Beratung in die Baracken. Ein großer Teil bet Arbeiter, die von der Mehrheitspariei, riet, die Waffen vor der anriickenden Uebermacht zu strecken und den Forderungen im Interesse der .Stadt zu entsprechen. Dagegen traten die spar- takistisch Gesinnten auf und verlangten verteidi- ißung der Werften. Gleich darauf wurden die (5c= Hande in Verteidigungszustand gesetzt. Durch das

IVIe'.Oßetbefs'lide fielt vag- erscheint sechsmal el*entU*. Der Bezug,preis deträat oiertels. durch 6t« Poft lohne Bestelloeiol, 1.75 *. ,n bet 6tabt Mardnro frei in« Hau« 3.75, kt unseren Zeituugsftellen auf dem iianhe 3,0 - X. - Verlag een Dr. C. Hitzetoth. Wlurft 21/21. Fer-npr.LL

Sie rwMMlMW nrt 'Bremen.

Breme«, 31. Jan. Gestern wurde vom Arbeitet» «nd Soldatenrat bekannt gegeben^ daß die dem Ober­befehlshaber Noske unterstellte Division Gersten- berg in Berden eingetroffen ist- Sie besteht ans einer Vkatrosen-Division und der Landesschühen-Brigade. Der Division stehen alle Kampfmittel zur Verfügung wie sie an der Front verwendet wurden. Führer der Division ist Oberst Gersten berg. Sie hat weit- «ehend« Vollmachten, um die Ruhe und Ordnung in Bremen und anderen Orten wieder herznstellen.

Berlin, 30. Jan. Der Volksbeauftragte Noske |et sich über die Entsendung von Truppen nach Bremen n. a. geäußert: Daß die Zustände in Bremen «nhaltbar waren, war aller Welt klar, ausgenommen den Spartasistwi. Bremen gehört zu den Orten, in denen eine kleine Minderheit durch Gewaltmittel ver- fachle, ihre Herrschaft über ine beträchtliche Mehrheit aufrechtzuerbosten. Wie sehr Gewaltpolitik getrieben wurde, beweist der Ausfall der Wahlen zur National­versammlung, bei denen ganz abgesehen von den Spar- taMen selbst die Unabhängigen nur eine klsine Min­derheit aklf sich vereinigen konnten. Bremen bat eine besondere Bedeutung als unser zweitwichtigster HaichelShoße«. Am 1. Februar- soll das Nu s s obren ssu Letzen » mittelschisfe n beginnen. Als ein? -rrdgAtige Aktion gegen Binnen in Erwägung ge­zogen wurde, erschien es absolut ungewiß, ob das Aus kaufen tiefer Schiffe glatt vvnstatten g-hen werde. Bei der «chfoluten Unsicherheit der Verhältnisse in Bremen war als feststehend anzu-vchmen, daß das Ein- .Riffen beladener Lebensmittetschiffe nach Bremen nicht unbedingt verbürgt sein würde. Die Zufuhr von Lebensmitteln muß aber angesichts der außerordent­lichen Knappheit unbedingt sichergesrelit werden. DaS deutsche Volk geht der größten Not entaegeu, wenn nicht binnen kürzester Frist beträchtliche Lebens- Mittekmenqen aus Uebersee zngefübrt werden können. Um da» sicher zu stellen, sind Truppen vo« erheblicher Kampfkraft nach Breme« in Bewegung gesetzt worden. Da» geschah selbstverständlich nicht ans reiner Nei­gung in die innerpolitischen Kampfe mit Waffengewalt Anzugreifen. Fügt sich die Minderheit, die jetzt in Bremen wider alles Recht sich im Besitz der Macht zu halten sucht, so wird die Aktion in Ruhe stattfinden. Bon den Regierung struvpen, die in Bremen einmar- schteren, wird gewiß kein Schuß abgegeben werden, wenn nicht von den Bremer Spartakisten oder Unab­hängigen Mrerfl gefeuert wird. Dafür bietet schon bie Tatsirche Bürgschaft, daß auch die Bremer Aktion unter meinem Oberbefehl vonstattzen geht Nur für den Fall, daß die Minderheit, die in Bremen 'hr Regiment aufrecht zu erhalten sucht, gewaltsamen ^'"'rstand leistet, wird durchgegrissen werden, dann ..-er auch mit rücksichtsloser Entschlossenheit.

Bremen, 31. Jan. Voesrnanns Telegraphi­sches Büro meldet aus Verden: In der letzten Rocht waren im Auftrag der Bremer Regierung die Volksbeanftragten Säumer, Henke, Iannack und Drettmann ans Bremen hier, um von der Di­vision Eerfienberg Aufklärung über die erhaltenes Befehle und Vollmachten zu erlangen, da in Bre­me« vollkommene Rtlhe herrsche. Die Herren mür­ben an bie Reichsregierung in Berlin verwiesen. 8k !vnr .«Mtrbt von der Divisionsleitung, baß die

M Mikl.

Bromberg, 81. Jan. Im weitere« Verkauf der Gefechte wurden Gremade«, Friedberg, Gr.-Nevberg von unseren Truppen genommen. Mehrere Ma­schinengewehre und große Menge« Mnnition wurden eingebracht.

Die Truppen bea Grenzschutz-Abschnitte» Brombero haben nach einer Meldung desBerl Lokalanz." ans Grandenz in den Kämpfen gegen die Polen bl» zum 23. d. Mts. 7 Tote, 24 Verwundete und 169 Ver­mißte verloren.

Berlin, 81. Ja«. An» Posen wird gemdbet daß die volnisckwn Soldaten, die an der Ennordunp deS Rittergntsbesißer» von Haza-Radlitz und Wiwr seebS Le'densgenossen auf dem dortigen Kernwerk be­teiligt waren, vom polnischen Kriegsgericht frei ge­sprochen worben find.

Berlin, 30. Jan. In Posen stnd von den Polen neuerding» sieben hervorragende Verfönlich- keiten als Geiseln sestgeseßt worden.' Die Verhaftung wird als Vergeltungsmaßreoel gegen die Festnahme des al- Haupt der polnischen Agitation in Ober- schlesien bekannten Jnstizrats Cravla in Beuthen bk- reichnet. Mit derseVkn Begründung hat man schon die Verhaftung deS Landeshauptmanns v. Heyking in Posen vorgenommen.

Mit Rücksicht auf die «ckerschlesischen Verhältnisse ist an Stelle des bisherigen Regierungspräsidenten v. Miguel in Oppeln der frühere Zentrumsaboeordnetr Justizrat B i 11 a kommisiarifch mit der Wahrneh­mung der Geschäfte des Oppelner Regierungspräst- denten betraut worden.

Berlin, 31. Jan. In le-'- Zett häufen sich bie Fälle, wo minderwertige El-' unter Vorzeigung

gefälschter Papiere Aufnahme die Freiwilligen-

Regimenter zu erhalten suche«, um dann ihre An­wesenheit zu Diebstählen an staatlichem und priva­tem Eigentum und Sxfnebtmgtn aller Art zu be­nutzen. Da» hat dahin geführt, daß eine außer­ordentlich verschärfte Kontrolle eingeführt ist.

Im Einvernehmen mit dem Oberkommando Nord in Königsberg wird zur Verstärkung der l.Garde- Reserve-Division das Aorcksche Jägerkorps in Berlin-Lichterfelde und Ortelsbura in Ostpr. ausgestellt. Dringend erwünscht ist die Beteiligung aller wehrfähi­gen Ostvrenßen im Reiche. Man beabsichtigt, be­sondere Studentenkompagnien auS Freiwilli­gen sämtlicher Universitäten und technischer Hoch­schulen zu bilden. Da» Porcksche Jägerkorp» ist be­stimmt, die Eowiettrupve« bereit» vor dem Einfall in deutsche? Gebiet abzufangen.

SoldatearSte gegen ben Grenzschutz.

Das sächsische Ministerium für Militärwesen gibt bekannt: Tie Solbatenrate sämtlicher Garni­sonen de» 19. Korpsbezirks habe« beschlossen, daß Anwerbungen von Freiwilligen nach bem Osten nicht mehr stattfinden.

Der Arbeiterrat Steele »erbietet bie Anwerbung von Freiwilligen. Der A.- und S.-Rat Kottbus warnt vor euitritt in die Freiwilligen-Regimenler.

Brünn, 8L Jan. Rotten tschechischer Legionär» setzten am 30. Januar bi» Zerstörung deutscher Fir- nu&UftU foxi

Der Anzeiaenprei» betrigt fit bie Sgel». Zefle 20 ; amtlich«, »uswätfioe r I u Sammel-Anz. 41^.» 10»/, Krieaszmchlaa. Neklame,»fi» i Jl. Ied»r Nabatr x *» V gilt al« 9ari«b«tt. Sei Auskunft but* öle «eichSftsftell» w. Vermittlung bet Angebote 26 J Sonbergebiht. Pastscheckkonto: Nr. 6C1I Amt Frankfurt «. M.