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Cef 11b. 29. Jan. Da« Endergebnis an« d«« Fi BaMen iot Vreichis-ben Vandesversammkun« fieat nun« Btir nach nicht amtlicher Meldung vor. 21 Mandat« (Wahlkreis R, Posen) fehlen nach und konnten bisher Nicht beschälst werden, da seit gestern «ikt^q jede tels- phsulläw Verbindung mit der Aaentnr gestört W. Don den ^01 Mandaten entfallen aus: Lozlaldrm»- tieien 142, khristl. Polfsnartel R7, Demokraten RI. Oenlichnatsonale 41, NnabbSnaige 24 und auf di« Deatsch« Volkspartel 1R Mandate. Anherdeui erhielten bte Schl-smia-kiolsteknschen Bauern, und Landarbeiter- ■ Deuil'kraten einen Sitz, die Welfen 6 Sitz«.
Berlin, 29. Jan. In die preußische Landes- J,etrfemeih«nfl ist eine Reihe bekannter Persänlich- i teilen ffewlkbkt, von denen wir nachstehende Liste * veröffentlichen:
Sozialdemokratische Partei: Staate« ' Minister Hirsch, Staaisminisier Hönisch, Ar- bÄtirsekretSr Huk> (Cffen)^ Oberbürgermeister O«inert (Hannover).
Unabhängige Sozialdemokratische Va rdai: Adolf Hoffmann, Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld (Berlin). Rechtsanwalt Dr. Cohn.
Demokratische Partei: Landgerichts- birekror Kanzow (Berlin), Geh. Jusiizrai Cassel (Berlin), Staatsminister Dr. Friedberg (Charkottenburg), Oberbürgermeister Dominikus (Schöneberg), Rektor Kopsch (Berlin), Dr. ktrn»e (Kiel). Legationsrat v. Richthofen (Berlin), Prof. Rade.
Dentsche Bolkspartei: Staatssekretär F Dr. v. Krause, Prof. Dr. Leidig- Wilmers- dorf.
Christliche Bolkspartei: Geh. Justiz- stst Dr. P o rl ch - Breslau, Generalsekretär Ste- = »eawald-Köln, Geh. Justizrat Marx-Düsseldorf.
Dentfchnationale Bolkspartei: Graf R a n! tz, Podangen, Staatsminister H e r g t» f j Wernigerode, Schriftsteller W e r n < r, Pfarrer | gj ^r. R i t t e r - Niederzwehren.
An Werben im preußischen Parla-
i jKttt vertreten sein: Sozialdemokratische Partei H), ' ÜnabhänHige 2, Demokratische Partei 2, Deutsche Bslkepartei 2, Christliche Bolkspartei 4.
fififn, 30. Jan. Im Gürzenich fand gestern »end eine außerordentlich stark besuchte Brrsammluna s i Dntt, in der sich Redner aller Parteien sich ausdrück- gegen eine Absonderung der Rheinlande von i dkuischland äußerten. Ter Hauptredner war der Zen- «msabgeardnete Trtmborn.
Der Kölner Berichterstatter deS „Daily Telegraph" kchrcibt. der Ausfall der Wahlen im Rheinland beweise die Trennnngsgelüste erledigt seien, falls es ?» Mehrheilssozial,sten gelinge, eine leistungsfähige megierung einzurichten. Die große Stimmenzahl, die diese im Rheinland auf sich vereinigten, sei ,weiset- UM eine Kundgebung für die deutsche Einheit, aber F T? 6roste Zahl der Zentrumsstimmen bedeute anderstes die dringende Mahnung, daß lteberlieferungen, «npstndungen und Interesse» des Rheinlande- ihre ^rrüSsichtigung verlangen. 1
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Sie Hrlöelie Witmll.
Berit», 29. Jan. Die Reichsregterung veröffentlicht den Entwurf eine« Gesetzes über ble vorliu- Bfle Retchsgrwalt. Dieser Entwurf ist au« den Beratungen der bundesstaatlichen Kommission hervor- Bgangen. Der Zentralrat. der ebenso wie die Retchs- ^ierung erhebliche Bedenken hat. wird ihn nochmals »raten und daun erst endgültig zu ihm Stellung Lehmen. Am Donnerstag soll er den bundesstaatlichen ^rtreter» »egen vorgenommener Aenderungen noch ^Mnal Dergetegt werden. Der Entwurf besagt in der
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
Rationalnersammlnng und dem Staadenaustchuß
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Der Marburger A.« und S-Rat nahm in Sache hee Bergarbeirerstreiks folgende Entschließung an:
Der Marburger A.- jtnb S.-Rat bedauert die Wilden Streiks im Bergbau, da von ihren Wirkungen — Kohlennot zur Produktion, Heizung und Beleuchtung —- in erster Linie die ärmeren Be- NAkcrungsfchichten schwer betroffen werden. Der Marburger A- und S.-Rät appelliert an die Soli- harität der Bergarbeiter und bittet sie, ihre be« kechiigten Forderungen auf dem ordentlichen ge- perkschastkichen Wege verfechten zu wollen.
Arbeiter- und Soldatenrat Marburg.
Rösler.
stände. Ist ein« solch« Uebereinstlmmuna nicht zn er- lief-n, s» lrnt der Reichspräsident die Entscheidung durch eine Volksabstimmung berbeizufsihren.
§ 6. Die Geschäfte des Reiches werden v»n dem Reichspräsid/enten geführt. Der Reichspräsident bat das Reich völkerrechtlich zu vertreten, im Namen des Reiches Verträge mit den auswärtigen Möchten s'nrugebrn, sowie Gesandt, zu beglaubigen und zu empfangen. Kriegserklärungen und Friedens- Schlick erlolgen durch Reich, gefetz.
tz 7. Der Reichspräsident wird von bet Rational. Versammlung mit einfacher Stiwmebrbeit gewählt. Das Amt dauert bis zum Amtsantritt de« n-uen Reichspräsidenten, b*r auf Grund der neuen ReichsvrrfaUung gewäblt wird.
.§ 8. Der Reickspröfid-nt beruft für die Fühnmg der Reichsregierung das Rsichsminisierinm ein dem sämtliche Reiö^b^hö''den und die Oberste Heeres l-itung mll-rsiellt sind. Die Reichsminister bedürfen zu ihrer amtlichen Führung des Vertrauens der National Versammlung.
§ 9. Alle zivilen und militärischen Anordnungen und St,>-sLgvngen des Reichspräsidenten bedürfen zu tfr-r Gültigkeit der Gegenzeichnung durch einen Reichsminister. Di« Reichsminister sind für die Führung •tret Geschäft« der Nationalversammlung «rautwartlich.
Lübeck, 29. Jan. Die Soldatenräte der Lübecker Garnisonen forderten den Kommandeur der 81. Infanterie-Brigade, der sich zweck» Rücksprache mit den Arbeiter- und Soldatenräten wegen Neubildung eines Heere» in Lübeck aufhielt, auf, die Stadt binnen 24 Stunden zu verlassen. In einer Bersammlung wurde einstimmig eine Entschließung angenommen. In bet n. a. gefordert wurde, daß die Kommando-Gewalt solange in den Händen der Soldatenräte und bet selbstgewähl- ten Führer bleiben soll, bi» das neue Volksheet und die neu« Mehrordnung im sozialistischen Sinne geschaffen find.
Anordnungen des Soldatenrats des 9. Armeekorps:
Wenn das Kriegsministenum in Zukunft seine Verfügungen int alten Geiste weiter erläßt, sehen wir uns gezwungen, ihm die Gefolgschaft zu per- sagen. Wir bebalten uns fit die Zukunft das Recht vor, die Verfügungen tu unserem Sinne auszulegen. Gegebenenfalls werden wir solche Verfügungen unterdrücken.
Kameraden, auch Offiziere, die als Truppen-, Kam- mando- pp. Führer, Ratsmitglieder, Vertrauensleute und Obleute gewählt werden, müssen sich schriftlich verpflichten, die Revolution und deren führende Organe (die A.» und S.«Räte) im Sinne der sozialistischen Republik mit der Wafs« i» der Hand zu verteidigen. l
von der Reichsregierung ohne Rücksicht auf widev» strebende Element« durch-eführt werd«. Dia Wiederaufrichtung «inet disziplinier» n Arme« fei im Jnteresie der Einheit de» Reiche», be» ffiren> schütze» und bet Erhaltung von Ruhe und Ordnung bM dringendste Gebot.
Die Forderung«» der Offiziere.
Hauptmann Srenbi», Führer einer Frei» Willigenabteilung, erlägt In der „D. Tagesztg.* einen Aufruf, in dem es heißt: Wir fordern unfett Waffen, unsere Achselstücke und Rangabzeichen. Wir fördern sie unbedingt. Wir verbitten uns die Wahl durch 19jährige Rekruten, oder aber mögen Soldatenräte und sozialdemokratische Staatssekre» unfern Dienst vor dem Feinde übet« nehmen. Die Nationalversammlung soll über die Armee und uns befinden. Mögen die Abgeord» neten der bedrohten Ostmarken unsere Forderungen unterstützen — oder auf unsere Dienste verzichten. Ich zweifle nicht, daß die aktiven Nnteroffizierß gleicher Meinung find. i
Berlin. 29. Jan. Der „Deutsche Offiztersbmtd^ veranstaltete gestern tn bet Philharmonie eine Protestkundgebung gegen die Verordnung bet Neuregelung bet Kommandogemalt. Erschienen waren etwa 2500 OGiriere. Militärbeamwn und auch einige Offiziers-Frawe«. Major Weberstedt sagte, die Verordnung bedeut« da» Ende eines Offizierskorps, um das un, die ganz« Welt beneidet habe. Kriegsministet Reinhardt «v- klärte, daß er bereit fei, die voll« Verantwortung für den Erlaß zu tragen. Mit den Sofbatenräten müsie unter den gegebenen Verbältnisien ein Zulom- menarbeiten ermöglicht werden. In dem jetzigen Augenblick der Not dürfe der deutsche Offizier seine Mitarbeit nicht versagen. Das Vaterland könne gegenwärtig nicht auf die Offiziere verzichten. Trotz bet vermitteln« hen Stellungnahme weiterer Redner wurde di« Entschließung de» „National-Vetbandes deutscher Olfi- 'iere" angenommen. Es wird darin schwerster Protest gegen den Erlaß bet Neuregelung bet Kommandogemalt erhoben und g"forbett, daß grundlegend» Pestimmungen über den Neuaufbau de* zukünftiaen Volkshoeres auf jeden Fall der Nationalvot« i a m m I u n fl vorbehalten bleiben sollen.
Die neuen vorläufigen Rangabzeichen.
In den vorläufigen Bestimmungen über Bekleibunß und Anzug im Fti-densheer ist festgesetzt: für Unteroffiziere 1,5 Zentimeter breite blaue Streifen am link n Oberarm (Unteroffiziere einen. Sergeanten und Fähnriche zwei, Vizefeldwebel drei, Feldwebel und Offizierskllvertreter vier Streifen mit je 1 Zentimeter Abstand): Offiziere (am linken Unterarm): Leutnants und Feldw^belleutnants ein 2.5 Zentimeter breiter Streifen, Oberleutnants ein 2,5 Zentimeter und ein 1 Zentimeter breitet Streifen mit 1 Zentimeter Abstand darüber: Stabsoffizier« ein 4 Zentimeter breitet Streifen am linken Unterarm, Oberstleutnants dazu ein 1 Zentimeter breiter Streifen be» rüber. Obersten dazu zwei 1 Zentimeter breite Streifen darüber mit je 1 Zentimeter Abstand: Generale «in 8 Zentimeter breiter Streifen am linken Unterarm, Generalleutnants dazu einen 1 Zentimeter breiten Streifen darüber, Generale d. I., d. K., d. Art. dazn zwei 1 Zentimeter breit« Streifen darüber mit je 1 Zentimeter Abstand: Beamt« trag-n di« Aenneb streifen derjenigen Gattung, beten Rang« und Grad- abzeichen sie bisher trugen.
Marburg
Tennerflng, 30. 3«nu«r
Biartote In sielte.
Wilhelmshaven, 29. Jan. Hebet die Spartakistenunruhen wird ergänzend gemeldet: Die Kommunisten kamen am Montag morgen hier an und besetzten die öffentlichen Gebäude, u. a. bte Reichsbank, wo sie unter Gewaltandrohung 40 000 <4! erpreßten. Bei den Perhandlungen zwt. scheu den Kommunisten und dem A.- und S.-Rat verlangte letzterer die Herausgabe des entwendete» Geldes. Die Kommunisten haben jedoch heute noch nicht das Geld zurückgegeben, haben vielmehr noch eine Million Mark aus bet Reichsbank ge- raubt Das geraubte Geld wurde zum Haupt- guartter der Spartakisten in die »Tausend Mann- Kaserne" gebracht. Bet nochmaligen Berhandlun» gen wurde verabredet, daß da« Geld bi» um 7 Uhr abends zur Reichsbank zurückgebracht werden sollte, Al« nun um 7 Uhr ein mit Soldaten besetztes Automobil vor der Kaserne ankam. um da» Geld zn holen, wurde es von den Spartakisten, die fich wei- ; getten, das Geld herauszugeben, mit Schüssen emp-' fangen. Jnfolgedefien wurden von der Besatzung ' de« Autos Berufssoldaten zu Hilfe gerufen, die i nunmehr mit der Belagerung der «Tausend - Mann-Kaserne" begannen. E« wurden Maschinen, gewehte und kleinere SchiffsgeschLhe herangcschafst. Gegen 9 Uhr begann ein regelrechtes Gefecht, da» bis gegen 2 Uhr nacht, dauerte. Gegen 10 Uhr abends trat eine Kampfpause ein, weil die Spartakisten sich bereit erklärten, das Geld herauszugeben. Es wurde dann der Reichsbank zurückerstattet, jedoch nicht der volle Betrag, da ein Teil bereit» mm ter die Spartakisten verteilt war. Um 2 Uhr nackcn erl.lrrrrt d.e Spartakisten siih zur öedtngunLslotzn 1
§ i. Di« verfassunggebende deuisih» Nationalversammlung hat di» Ausgab«, die künftig« Rrichsver« sasiung sowi« auch sonstige dringende Reichsgesetz« zu befchliehen.
§ 2. Die Einbringung von Vorlagen der Reich»- regierung an die Nationalversammlung bedarf der Zustimmung de» Staatenousschufie». In dem Staaten» ousschuß hat f bet deutsch« Freistaat mindestens ein« Stimme. Auf die großen Freistaaten entfällt grundsätzlich bei einer Million Landeseinwohner eine Stimm«, wobei ein Uoberschuß. der mindesten» der Ein- wohnersch«.ft des kl-insten Freistaates gleichkommt, einer Million gleichgerechnet wird. Demgemäß find in dem Staatenausschuß nertreten: Preußen mit 19. Bayern mit 7, Sachsen mit 5. Württemberg und Baden mit je 3 Stimmen, Hessen mit 2 Stimmen und bi* übrigen Bundesstaaten mit je einer Stimme. Den Vorsitz im Staatenbaus führt ein Mitglied der Reichsregierung Wenn Deutsch-Oesterreich sich dein Deutschen Reich anschließt. so erhält es da» Recht der Teilnahme am Siaaienausschuh mit einer durch Reichsgesetz festzu- segenden Stin-menzohl. Bi» dahin nimmt «» mit beratender Stimme teil.
§ 3. Di« Mitglieder der Reichsregierung in* des Staatenousschusies haben da» Recht, an den Berhand- lungen der Nationolverfammlung teikzunehmen.
8 4. Die künftige Reickrsverfafsuno wirb von bei Nationolverfammlung verabschiedet. Es kann jedoch *er Eebietsbestond der Freistaaten n u r mit ihrer Zu- "fimmunq geändert werden. Im übrigen kommen die ^eicksgesetze durch Uebereinstimmung zwischen der
iDie ..Oberheflisch« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Der Bezugspreis beträgt viertelj. durck die Post (ohne Bestellceibl, 3.75 X. ui 0er Sladt Marburg frei in« Hau4 3 75, bei unseren Zeitungsstelle» auf dem Land« 3,6 ; X. — Verlag von Dt. C. Hitzer»ttz. Markt si/». Fernlpr. 55
Die vorläufige Regelung der Stellung der Offiziere ist in Bayern tm allgemeinen entsprechend den Bestimmungen der Reichsreaierung erfolgt Alle Offiziere des Beurlaubtenstandes sind sofort zu entlassen. Sie erhalten noch vier Monate Gehalt um sich wieder in ihren früheren Beruf einarbeiten zu können. Das Kontingent der aktiven Offiziere wirb auf das Aeußerste beschränkt DaS Recht der KasernenrSte auf Absetzung »der Dienstenthebung von Offizieren, die das Vertraue» bei Truppenteils nicht genießen, bleibt bestehen.
Berlin, 28. Fan. Der BLrgerrat von Groß. Berlin hat eine Entschließung gefaßt in der er der bestimmten Erwartung Ausdruck gibt, daß bi« Derord-
Aekkttintmachurrg. X
S$h haben die Liste der von der Buchcckernbe- Magntchme Betroffenen dem Herrn Landrat über«
Arbeiter- und Soldatenrat Marburg.
Sie 6«r «kmindnMss.
Roske vor den Berliner Soldatenräten.
Berlin, 28. Ian. Gestern traten die Groß. Berliner Soldatenräte zu einer Bollsil-nng im Abgeordnetenhaus zusammen, nm gegen die Neurege- *nng der Befeblsaewalt Stellung zu nehmen. Die Soldatenräte waren bet Ansicht, daß die Offiziere durch diese Neure«elnng in ihre alte» Rrchie eingesetzt tüürbeu, und daß das Kriegsministerium die Sotdatenräte bef eit inen wolle. Der Oberbefehlshaber Roske mußte, vielfach unterbrochen durch Zwischen- nife. die Stellung der ^Regierung verteidigen. Er führte ans:
Die Verordnung befriedigt nach keiner Seite hin Sie trägt aber schon an der Snihe dir Bezeichnung einer vorläufigen Verordnung. Der größte Teil des Volkes und der Soidatenräte ist fich darüber klar, daß die Form der Soldatenräte, wie sie jetzt besteht, nicht zu einer dauernden Einrichtung werden kann. Es gibt Leute» die glauben, daß auch in Deutschland nach russischem Mllster regiert werden könne. Das russische Stiftern ist in Deutschland nicht möglich. Was Rußland ein Jahr lang ertragen hat, würde tn Deutschland schon nach einem Monat zu einem restlosen Zusammenbruch führen." Als er die Nationalversammlung erwähnte, wurde ihm „Maschinengewehre" »ugerufen. Roske bedauerte, gezwungenermaßen Maschinengewehre haben ausfahren zu lassen Man rief: „DaS ist eines Sozialisten unwürdig." Noske erwiderte: „Eines Sozialisten ist es niemals unwürdig, wenn er dem Willen der Bolks- mehrheit Geltung verschafft. Es ist falsch, wenn die Verordnung des Kriegsministeriums dahin gedeutet wird, als sei beabsichllgt, die Soldatenräte abzuschaffen. Es bedeutet im Gegenteil eine Anerkennung der Soldatenräte in der allerbündigsten Form. Auch in Zukunft wird eine gewiße Wehrhaftigkeit notwendig fein, daS haben un« die Ereignisse der. letzte» Wochen in Berlin gezeigt. Diese Ereignisse haben bewiesen, daß die Wegschaffung von Gegen'ätzen durch Uebertebung allein leibet nicht immer möglich ist. Wenn aber erst eine organisierte militärische Macht besteht, dann werden deren Führet unbedingt in irgendeiner Form kenntlich gemacht werden müssen. Die Achselstücke werden verschwinden und irgendein anderes Zeichen wird dafür eingesührt werden. 1 Wesentlich wichtiger is^ daß die Anerkennung der I Kaznrnandoaewalt hetoeigeführt werden muß. i
In dem Augenblick» in dem eine Partei bie- Regierung übernimmt, muß sie auch Übet die Kommandogewalt verfügen. Auch nach der Mldung einer sozialistischen Regierung hat eine beträchtliche Anzahl von Soldatenräten die Auffassung vertreten, daß sie souverän seien und daß sie sich den Teufel uni die Erlasse der Regierung zu scheren hätten. Es ist ein unmöglicher Zustand, wenn in irgendwelchen Orten Soldatenräte einfach etflären, die Regierung könne sagen, was sie wolle, die Soldatenräte dächten nicht daran, ihr zu gehorchen. Um in diese Zustände eine gewisse Ordnung hineinzubringen, ist dies» Verordnung erlassen worden. AIS seinerzeit Kriegsminister Scheüch zurücktrat, wurden die Unabhängigen anfg-sordert, einen ihrer Leute in dieses Amt zu entsenden. Die U. S. P. erklärte damals, daß sie keinen geeigneten Mann zur Verfügung hätte. Ich wäre ein Schuft, wenn ich nicht zugeuehen wollte, daß die mit- atbeiknben Offiziere ihre Pflicht als anständige Ikenschen getan haben. ES geht nicht an, daß man einfach alle Offiziere, die sich uns angeschlossen haben, als gegenrevolutionäre Kerle anschwärzt. Es gibt sicherlich in Deutschland Gefahren für die Revolution. Unb deren größte besteht darin» daß die Unordnung der letzten Aachen noch einen Monat lang andauert. Wir müssen alles dazu tun, daß wir so rasch wie möglich zum Frieden gelangen. Noch vor acht Tagen sagte mir ein Vertrete'- Wilsons, daß man fcei der Entente an keine gefestigte Regierung in Dentsch'and glaube, weil die fünf Volksheanstraglen der Spielball einer verhältnismäßig kleinen Gruppe feien. Wenn wir nicht schleunigst Frieden schließen und Lebensrnittel hereinbekommen, haben wir in längstens 2Monaten ein Maß von Hunger im Lande, von dem sich die wenigsten von Ihnen eine Vorstellung machen können Die Sterblichkeit wird bann unendlich hoher sein, als sie es jemals war. In diesen Verhältnissen würde die größte Gefahr einer Gegenrevolution bestehen."
Nach Noske sprach Tost (11. S. P.) von der Marinedivision gegen die Verordnung des Kriegsmini sterinms. Cohrn-Reuß bemühte sich nach'uweifen, daß ein Verzicht auf die Mitarbeit der Offiziere und Beamten unmöglich sei. Selbst in Rußland fei von dem alten Soldatenrätrchstrm heute nichts mehr übrig. Im russischen Heere herrsche die denkbar strengste Disziplin, «s seien sogar die Todesstrafe und die Prügelstrafe eingeführt worden. ES gehe nicht an, die Verordnung, die die Zustimmung des Zentralrates, der vom Reichsrä'ekon- §reß eingelegten höchsten Körperschaft, gefunden hat, einfach obznlehnen. Im Falle der Ab'chnuug, hätten die Soldatenräte die Verantwortung für das bittere Ende zu tragen. Auch Unterstaütsseketär Göh re ergriff das Wort. Ein Unabhängiger rief ihm zu: „Schere dich zum Teufel!" Göhre sagte: „Wenn ök feine Gesetze anerkennen wollen, können Sie auch vom Bürgertum nicht verlangen, daß «8 sich fügt."
Die Versammlung stimmte einem Anträge auf Einsetzung eines achtgliedrigen. aus ie vier Vertretern der beiden sozialistischen Parteien bestehenden Ausschusses iu, der gemeinsam mit Vertretern der einzelnen Armeekorps Abänderungsvorschläge zu der Verordnung ans- arbeiten und der zuständigen Stelle unterbreiten soll.
Der Mn»eiq«n»rei» beträgt fit di« 8geb. Zeile 80 4 ; amtliche, auswärtige - i cynL-rt u. E«mmel.Uni 40 , io»/, Kri«a»»mml»«. Metlameiei!« 1 X. Jede« Rabatt x'Utjiy»
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