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die pTtrnnort'ibe ^Tovr^ialr»gi«nntg bie R-id>s-1 legierung um besondere Bollmachten bittet, ft entb Re boxu durch bas Verhalten weiter dänischer Kr-ift ilorb- tzhlerwigs, di« der Ablieferungspflicht nicht Nachkommen und dadurch die Ernährungsschmierig, leiten der^Prcwinz erheblich vergrößern, gedrängt. Sympathiekundgebung Bremer Schüler für de, Än^er.

Bremen, 28. Jan. Unter den Schülern der hiesi­gen höheren Lehranstalten herrschte gestern eine Streik, stimmung. Es gelang den Lehrern schließlich dech, den Unterricht durchzuführen. Rach Schuffchlug aber zogen mehrere hundert Schüler und Schülerinnen mtt drei schwarz-weih-roten Fahnen durch die Errahen. Die Sicherheitswache sah sich zum Einschreiten oeranlohr. Bewaffnete zerrissen die Fahnen mit den Reichs- sarben und zwischen den Soldaten und den Angehiirigen der Lehranstalt sowie zwischen Paftonten entstand eine ziemlich heftige Prügelei. Es wurden etwa zwanzig Verhaftungen vorgenommen, von denen eine für stän­dig erklärt wurde. Die Schüler erklärten, dah ee sich um eine Sympathiekundgebung für den früheren Rai- |et handele.

Herr Eisner auf Reifen

Roch Zeitungsmekdungen benunte der bäuerische Ministerpräsident Eisner auf der Fahrt nach Berlin einen Salonwagen. Da« Begleitpersonal der Bahn versah seinen Dienst in weihen Handschuhen. E» fand auch eine verschärfte Zagkontrolke statt; jeder Mitreisende mutzte sich u. a. mehrmals durch Pah usw. airsweisen. Also ganz wie bei Reisen der Monarchen. Ein Reisender, der sich in d m von Eisner benutzten Zuge befand, teilt demFränk. Kur.- mit In München erschien Herr Eisner, geleitet von den Bahnbehörden und königsblau ausstaffierten Dienern, um den Könlgswagen zu besteigen. In dem vor diesem laufenden Dänen waren zwei Ad- heile 1. Klasse abgesperrt, und ee wurde jedem, der dort einsteigen mostte, diese« verwehrt, trotzdem der ganze Zug dicht besetzt war. Es ist ein charakteristische» Zeichen für die Verhältnisse de» freien Eisnerschen Volksstaates. dah die Soldaten, bk sich in den Wagtn. Gängen drängten, stehen Ueiben mutzten, während, da­mit Herrn Eisner auf der Fahrt ja nicht» geschehe, zwei Kupers dem mMährenden Publikum entzogen «rarben.

Sie Offiziere gegen ihre Entrechtung.

Da-Mil. Wochenblatt" veröffentlicht folgendes Flugblatt:

Offiziere und Unteroffiziere^ Verwahrt Euch gegen Eure Vergewaltigung und Entrechtung? Wir haben den Feind 4Jabre dem Lande fern ge- laften? Wir haben mit unfern brauen Feldsoldaten die Ruhe utch Ordnung in Berlin wieder bergestrllt? Wir schützen die Republik mit unserem Leben! Wir Worten auch die Ostmark säubern und schützens Wir verlang en: Beibehaltung unserer Abzeichen, unter denen wir gekämvft und geblutet haben. Ein disziplinierte- Heer, in dem die Führer Achtung und Vertrauen genießen. Wir wollen keine bolsche­wistischen Einrichtungen im Heere! Wir wollen mit Bertrauen-keute», aber nicht mit Soldatenräten arbeiten! Offiziere und Unteroffiziere der Regierung? tmvven und de- Grenzschutzes Ost! Sammelt Euch zu einmütigem Protest innerhalb Eurer Truppenteile gegen den neuen Erlaß beS Kriegsmini. Bert! Wir lehnen es ab, unter den geschaffenen Verhältnissen unseren Dienst dem Laterlande weiter Iur Verfügung zu stellen! Bürger! Wenn Euch an iuhe und Ordnung liegt, unterstützt uns! Ohne disziplinierte- Heer Plünderung und Straßenraub!"

Der ttwirte der Offiziere richtet sich hauptsäch­lich gegen die Bestimmung, nach dem die Soldatenräte bei jedem neuen Führer innerhalb vier Wochen mel- den sollen,ob dieser da- Vertrauen der Angehärigen der Formation besitzt". Da-Mil. Wochenbl." sagt dazu: Wir waren bisher immer der Ansicht, daß die Friedens heere-organisation die Unterlage für den Krieg bilden soll. Will man künftig bei einem Uebergang in die KriegSsormation diese EoldatenratS- vesugnisse bestehen lasse»?

Magdeburg, 29. Ian. Der Delegiertentag der GoldatenrSt« de» 4. Armeekorps hat beschlossen, den Erlaß über die Kommandogewalt für ungiftig zu n» Aören. Bi» zur gesetzlichen Festlegung der Stellung der Soldatenräte durch einen een einzuberufenden tzkeichrsokdatenrätckongreß soll hn Bereich de» 4. Armee- torpe der Soldatenrat die ouoführend« Kom. mandogewalt in Händen hoben. Offizier« und Beamte, die sich widersetzen, sollen entlasse» werde».

üifral zur MdW greWiet.

Die polnische und bolschewistische Sesahr!

Berlin, 28. Jan. Ter Vorsitzende de- Zen­tralrats der deutschen sozialistischen Ruvublik, Lohen, und der Oberbefehlshaber der Regierungstruppen in Berlin, Noske, erlassen folgenden Aufruf an alle deutschen Männer:

Von Tag zu Tag nimmt die unserer Heimat vom Osten drohende furchtbare Gefahr zu. Russen, Polen und Tschechen greifen nach deutschem Besitz. Schon stehen die Armeen derBolschewikivorden Toren Ostpreußen - und die Polen weil in alt­deutschem Gebiet. Auch im Innern unseres ktaatskörpers macht die bolschewistische Bewegung wei­tere Fortschritte. Ungeachtet de- namenlosen Elend-, daS der Bolschewismus über da- russische Volk herauf, deschworen hat, bereiten gewissenlose Elemente von neuem einen blutigen Kampf gegen die Regierung und gegen die kommende National­versammlung vor. Wehe Euch, wenn e- einer terroristischen Minderheit gelingt, die Macht an sich ku reisten! Statt der verheißenen Freiheit wird, wie in Rußland, Hunger und Knechtschaft, Erwerbs» und RechtSlosigkeit da- Lo- unseres Bolles sein. Wehe Euch, wenn die Heere fremder Völker über die öst­lichen Grenzen hereinbrechen! Euch allen, die Ihr vier Jahre lang die deutsche Heimat heldenhaft geschützr habt, gilt in erster Linie dieser Mahnruf. Helft auch jetzt mit die bitterste Not abtzuwenden! Meldet Euch bei den Freiwillige vderbänden, die die Regierung zum Schutze der Grenzen sowie zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung im Innern ausgestellt hat Kommt »ach Berlin zur Garde-Kavallerre-Schützendivision (Werbebüro Deut- stheS Künstlertheater, Nürnbergerstr. 70), zum Regi­ment Reinhardt (Moabit Neues Kriminalgericht), zum i LandeSjägerkorps (Steglitz, Albrechtstr. 38), zum Frei- j d»rpS Hülfen (2uifenfaf]ee, Berlinerstraße, Lharlot- denburg), zur Deutschen Schutzdivision (Lharlotten- ; bürg, Stankestr. 84). Meldet Euch bei den von Gene- valkomm andos in der Provinz aufgestellte» Freiwü- Eaenverbände» und bei den Bezirks kommandos. Pflicht tuet Behörde» und Privatunternehmer iE es, die Werb»»» mit allen Mitteln z» unterstützen. Sie /Irtära » kn gwkea Sache bejto jttfiat

sisI Ke rtr5 scrfwMff ®Ze!benSen keine» Schale« f§r ihre dienstliche, geschäftliche und wissenschaftliche Kr- tun ft erleiden.

Die Gefahren, die in dem Aufruf als drohend ^schildert werden, find gewiß n i ch t $» schwarz ge­malt. Di« Regierung selbst aber ist es, die Re mit ihrer Untätigkeit und Schwächlichkeit zu sol­cher Große bat anwachsen lassen. Die Truppen, die man erst entwaffnet und aufgelöst hat. fehlen nun. Rechtzeitige kraftvolle Maßnahmen hätten sowohl die polnische als auch die bolschewistische Gefahr beizeiten gebannt

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$it zmMn Mstn.

Berit«, 29. Ian. Die bi« Mitternacht vor­liegenden Wahlergebnisse one 19 von den 23 Wahl» kreise» zeigen folgende Verteilung der Eitze:

Deutschnationol« Bolkspartet ...... 37

Deutsch« Bolkspartet...... 17

Ehristliche Bolkspartet (Zentrum) .... 85

Demokraten .,..,,,.,.,.58

Sozialdemokrat e» .......... 129 kknabhänige ....... ...... 21

Deutlchhauuoversche Partei.......2

Schleswig-Holst Bauer»» »ud Landarh^-Dem. 1 e

2. Wahlkreis, Westpreußen: Soz. 6, Dem. 6, Zentr. 2, D.-Rat. 4 Eitze.

4. Wahlkreis. Potsdam 19: Dem. 155 675, Soz. 315 259, llnabh. 115133, Christi. Polksp. 18 327, D. Bolksp. 58419. Deutschnat. Bolksp. 106 526. Es fehlen »och bte Ergebnisse au» 93 Wahlbezirken. Wenn fich wesentliche Denderungen nicht ergeben, erhalten voraussichtlich die Demo­kraten 3, die Mebrbeitssozialtsten 6, die llnabh. 2, die Deutsche Bolkspartet 1 und die Deutschnationale Bolkspartet 3 Eitze.

6. Wahlkreis. Frankfurt ». Oder: Rach den bisherigen nichtamtlichen Meldungen lagen bis jetzt die Ergebnisie an» 1600 von 1722 Stimmbe­zirken vor. Danach erhtetten: Eoz. 283 376, Dem. 117 376, Deutfchnat. 113 420, D. Bolksp. 19761, Christ!. Bolksp. 8 489, llnabh. 3076. Da sämt­liche bürgerliche Parteien ein Wahlbündnis ge­schloffen batten, erbalten voraussichtlich die Eo'ial- demokrate» 6, die Demokraten und di« Deutfchnat. je 3 Sitze.

7. Wahlkreis, Pommern: Eoz. 7, D.-Rat. 6, Dem. 3, D. Bolksp. 2 Sitze.

10. Wahlkreis. Reg^Bez. Oppeln: Christ!. Bolksp. 315 394 (11 Eitze), Eoz. 189 954 (7 Sit-e), llnabh. 32 276 (1 Sitz), Deutfchnat. 45 154 (1 Sitz), Dem. 35 459 (1 Sitz).

11. Wahlkreis. Lieqnitz: Eoz. 6, Sem. 3, D- Rat. 2, Christ!. Bolksp. 1 Sitz.

12. Wahlkreis, Breslau: Eoz. 9, Christ!, «p. 4, D.-Nat. 8. Dem. 2 Eitze.

1*. Wahlkreis. Req^vez. Magdeburg: Dem. 147505 (4 Sitze), Bolksp. 20 930 (keinen Sitz). Deutschnat. 61148 (1 Sitz), Christ!. Bolksp. 10676 ffeinen Sitz), Gag. 865205 (7 Eitze), llnabh. 20320 (keinen Sitz).

14. Wahlkreis. Schleswig-Holstein und Fürste», tum Lüdest: Soz. 838 Ml (8 Eitze), llnabh. 19347 lkeinen Sitz), Dem. 195035 (5 Eitze), Bolksp. 51 926 (1 Sitz), Schleswig- Holstein. Bauern» »nd Landarb.-Dem. 61 752 (1 Sitz). Deutschnat. 55 410 (1 Sitz). Christ!. Bolksp. 7205 (keinen Sitz).

15. Wahlkreis. Aurich-Stade-Osnobrüst: Christ!. Bolksp. 87 907 (2 Sitze), D. Bolksp. 46 942 (1 Sitz'». Dem. 92 063 (3 Sitz«), Welfen 84 964 (2 Sitze). Deutschnat. 20406 (keinen Sitz), Soz. 152 306 (3 Sitze).

16. Wahlkreis, Hannover: Soz. 9, De«. 1, llnabh. 0, D. Bolksp. 2, D -Rat. 1, Zentr. und Deutsch-bannov. Partei 7 Eitze.

17. Wahlkreis, Minden: Zentr. 10, Eoz. 5, D.-Rat. 1. Dem. 1, D. Bolksp. 1 Sitz.

20. Wahlkreis. Reg.-Bez. Köln-Aachen: Christ!. Bolksp. 114 936, Deutfchnat. 6285, D. Bolksp. 15193, Dem. 27 684, Soz. 108996. Insgesamt wählten 276 827 gegenüber 311181 am 19. Januar.

Da» Ergebnis in Heften-Rafian.

Die vorläufige Ermittelung de» Wahlergeb- »iftes tm 19. Wahlkreis führte zu folgendem Er, aebnis: Sebeschus 59389, Gräf 382355, Rade 207 273, Ritter 91326, Echmarz 165 416, Sender 34 004 Stimmen. Falls keine Verschiebungen mehr eintreten, dürfte» fich die Mandate wie folgt verteilen: D. Bolksp. 1. Eoz. 9. Dem. 5, D.-Nat. 2, Christ!. Bolksp. 5, llnabh. 0. Es fehlen noch etwa 575 Stimmbezirke, «eist aus de« besetzten Erbiet.

Auch das Ergebnis der Wahlen zur preußischen Landesversammlung kennzeichnet fich naturgemäß als die politische Nachwirkung der Revolution, und die demokratischen Parteien haben wiederum den durch da« Frauenwahlrecht und die Herabsetzung des Wahlalter» mtt begründeten Erfolg erzielt. Niemand hätte etwas anderes erwartet. Ein Um­schwung der Stimmungen und Anschauungen be­dürfte einer größeren Spanne Zeit, innerhalb deren e» fich zu erweisen haben wird, ob die die neue Re­gierung bildenden Parteien in der Lage sein wer­den, bas Reich aus dem Revolutionslabyrinth wie­der ins Freie z» führen, de» z. T. selbst verschulde­ten Zusammenbruch aufzuhalten und den Neuauf­bau rorzunehmen. 6s wird fich dann erst zeigen, ob da« Bertrauen, das weite Kreise der bürger­lichen und sozialistischen Demokratie geschenkt ha­ben. gerechtfertigt und ob die Landbevölkerung auf dem richtigen Wege war, al» fie au» Abneigung gegen bas unter der alten Regierung eingeführte Kriegszwairgssyste« vielfach der Sozialdemokratie ihre Stimm« gab, die diese» Zwangsspstem i» der oder jener Form gerade tetbehalte» will, während die anderen Partei«« es ett den schäd­liche» Folgen der Revolution z» beseitige» streben. /

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang die verhältnismäßige Zunahme der Stimme» der Deutschnationale» xxb der Christlichen Volke-

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Lissab«», 28. Ja». (HavaS.) Die flüchtigen

Aufständische» wurden verhaftet und gefangen geatzt. Cinr-ichrmg ^rUmsa^teuerertlnrungen zur Z» NordendelLandes lvwtden gegen fcfetti Truppen vom 1. August bi» Ende Dt^mbei 1918 ab.

weit eine Beurteilung schon möglich ist, entfällt der Sttmmenrückgang am stärksten auf die Sozial­demokratie, während Zentrum, Bolkspartet und DeutschnatirnLle wenig Stimme» einHebäßt, zum Teil sogar mehr Stimmen erhalten haben. Diese Verschiebung nach rechts wird man mit auf die in erster Linie zur Erörterung gestellten kirch­lichen Fragen zurückführen dürfen. Di« Stim- mungsmomente, die auch bei den preußischen Wah­len eine große Rolle gespielt haben, zeigen fich z. T. in dem Rückgang der sozialdemokratischen Stim­men im Wahlkreis Heffen-Naffau, wo am 19. Ian. der Name Echeidemann eine ganz besondere Zug­kraft ausgeübt haben mag.

volle Herrschaft der Freiheit Deutschland eingeführt warben ist.'

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xnsatikmeirßezFge«. Die Republik würbe wieder auf»

gerichtet.

Lis 1 abon, 28. Jan. (Reuter.) Die Regierung hat JosL RelVas beauftragt, ein neues Kabinett zu hüben.

Da» alte «ab das eene Deutschland.

Anläßlich de» Tode» der Epartakenhäupier schreibt StockholmerAftonbladet" vom 18. Ja­nuar u. a.:Rosa Luxemburg ifttb Liebknecht hat» ten mit dem alten Regime manchen Strauß z« pflücken. Ihr Leben war den Behörden gegenüber durch die Gesetze gesichert und den aufgehetzte« Bolksmaffen gegenüber durch die Polizeibehörden, Ein preußischer Polizist wird nicht umsonst Schutz» mann genannt. Zum Zeichen bet gewonnenen Freiheit wurde er aber seiner Waffen be» raubt. Das Volk sollte fich selbst schützen und aus eigener Machtvollkommenheit regieren. Da­mit begann der Bürgerkrieg; noch nie ist eine deutsche Regierung genötigt gewesen, so viel Blut zu vergießen wie die jetzige. Sie hat es nicht verstanden, den Laus der herein- brechende» Ereigniffe aufzuhalten. Es gab keine andere Wahl als die schon feit Jahrtausenden an­gewendete: nämlich die Führer der anderen z» be­seitigen, um fich selbst oben halten zu können. Eo verschwanden auch Liebknecht und Rosa Lu rem, bürg. Dies geschah während der großen Frei­heitsepoche in Deutschland, vnterdem alten Regime hätte sich in Deutschland so etwa» niemals ar eignet. Ob Liebknecht uns unsympathisch ist oder nicht, ist in dieser i Stunde von weit geringeren Gewicht als die merk­würdige Tatsache, daß die sogenannten Freiheits- Helden ihr Leben einbüßten, nachdem di«

dringend um alsbaldige sachdienliche Mitteilung.

Umsatzsteuer. Am 31. d. Mts. läuft die Frist M Cinrelchuna der Umsatisteuererklärungen für die 3«" ' - - - Di« ti*

Marburg Hingegen*.

Marburg, 29. Januar.

Universität und Vogelschutz. Ein bekannter Förderer des Logelschutzes, Herr Oberförster Schwarz in Rotenburg a. F^ hat bei der Regierung die Abhaltung von Bogelschutzkursen an der hi», sigen Universttät für Hörer aller Fakultäten am geregt.

* D. O. B. (Deutscher Offizier-Bund). 3)ie am Dienstag abend in den Stadtsälen einberufene Versammlung der hier wohnenden Offiziere an> Militärbeamten sowie deren Angehörigen zweck» Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Offizie"» Bundes wies einen guten Besuch auf. Leu.nain d. Res. Schwab eröffnete im Samen der Ein- berufer die ifer'tr. utang und wies in kurzen, markigen Worten auf die Notwendigkeit eines engen Zusammenschlusses zwecks energischer Inter» cffenvertretnng der Offiziere hin. Dies sei »m so notwendiger, als dieser Stand nicht *.^r wirtschaft­lich schwer gefährdet, sondern auch vom vor­nehmsten und ersten Offizier, dem ehemaligen Kaiser, bis zum jüngsten Leutnant herab dem Haß und der Verleumdung nicht nur von sozialdemo- kratifcher, sondern leider auch oft von links­stehender büi^erlicher Seite schutzlos preisgegeben fei. Anschließend hieran verbreitete sich Leutnant Schellen berg in längerer Ausführung über Ziel und Bedeutung des D.O.B., der nach kaum zweimonatigem Bestehen mit annähernd 300 009 Mitgliedern schon eine ansehnliche Macht darstelle. Der Redner wies darauf hin, daß der D. O. B. fich als unpolitischer Verband auf den Bode» de» neuen Deutschlands stelle und fest f;nter jeder Re­gierung stehe, die ebenso wie für jeden entern Staatsbürger auch für den Offizier gleiches Recht verbürge. Frau v. Blanckensee sprach für die deutschen Offiziersfrauen, die von der Ehr­abschneidung der Offiziere gleich viel betroffen seien «nd die fich deshalb gekchloffen hinter de» D. O.B. pellen müßten, der ihnen auch in recht­licher und wirtschaftlicher Beziehung eine Stütz» biete. An diese Erörterungen schloß sich eine leb­hafte Aussprache, an der fich u. a. ffiraf Soden, Frau v. Scheele, Prinz zur Lippe beteiligten, die alle in llebereinstimmung mit den übrigen Zu­hörern im D. O. B. eine wirksame Interessenver­tretung saken und der Hoffnung Ausdruck gaben, daß dieser starke Derband gegen die unberechtigten Angriffe auf den Offizierstand Front machen möge. Fast sämtliche Anwesenden traten der sich nunmehr bildenden Ortsgruppe Marburg bei. In den Vor­stand wurden gewählt: Exz. v. Heinrich, «straf Soden, Leutnant d. Res. Schwab, Fra» v. Blanckensee, Dr. Berndt, Fräulein v. Saum bad), Oberzahlmeister Burghardt. Oberinspektor Müller, fieutn. d. Res. Schwab schloß die harmonisch verlaufene Versammlung mit dem Wunsche, daß der D. O. B. durch Erhaltung eines gesunden und geachteten Osfizierstandes auch dem neuen Vaterlande dienen möge.

Die Kreisbahn wird, entgegen anders lau­tenden Gerüchten, ihren Betrieb nicht einst»llen sondern alle Euter für ihre Strecke vor wie nad befördern.

* verdorben« Lebensmittel. Wie eine Volks­versammlung sah es aus, als heute früh am Saal- bau Gerstengrütze und Haferflocken, die für den menschlichen Genuß nicht mehr benutzt werden konnten, verkauft wurden. Die Kauflustigen, meistens Huhnerhalt. , konnten, trotzdem jeder Käufer nur 25 Pfund erwerben durste, nur zum Teil befriedigt werden. Diele gingen, nachdem sic stundenlang gestanden, leer aus, eine unangenrhmc Sache für Frauen, di« keine Stellvertretung am Küchenherd haben. Viele Hühner muffen eben weiter hungern und fich mit dem Eierlegen als selbstverständliche Folge nicht so sehr beeilen.

Polizeiliches. Zn der vergangenen wurden hier zwei Schafe gestohlen und am Taten geschlachtet. Es handelt fich um kranke, gcimpfte Tiere. Da es nicht ausgeschloffen ist, daß das Fleisch der Tiere zum Kauf angeboten wird, ft' vor dem Ankauf gewarnt. Die Polizei bittet

Sie Demokraten gegen Ebert.

In feiner Unterredung mit dem Vertreter der Kölnischen Zeitung" hat Herr Ebert erführt, daß ein Zusammengehen der Sozialdemokraten und Demokra­ten nur möglich ist, wenn es nicht nur in demo» kratifchern, sondern auch in sozialistischem Sinne erfolgt. Daraus erwidert dieDemokratische Partei- Korresrondenz":Dieser Auflassung muß vom demo­kratischen Standpunkte ans entfliehen widerspro­chen werden. Gewiß kann und darf die National­versammlung fein Mittel zur Rückwärtsrevidierung der politischen Errungenschaften der Revolution sein, da? ist selbstverständlich: für eine derartige Rückwärts- revidierung ist auch keine Mehrheit vorhanden. Anders aber steht es um die, wie Herr Ebert sich anSdrückt, Arbeit hn sozialistischen Sinne". Versteht Herr Eber; darunter, daß die Partei, die mit der Sozialdemo­kratie gemeinsam die Regierung bilden wirb, sozia­listische Experimente im Sinne des sozialdemo­kratischen Parteiprogramms machen muß, so hat Herr Ebert das Votum der Rationalversamm­lungswahle« wohl nicht ganz richtig verstan­den. Jedenfalls empfehlen wir ihm, bevor er wieder zu programmatischen Ausführungen das Wort nimmt, die ganz Laren Ziffern des Wahlergebnisses genau zu studieren."

Der mecklenburgisch« Landtag.

R v st o ck, 28. Jan. Bei den Wahlen zum ver- affunggebenden mecklenburgischen Landtag vertei­len fich die Sitze nach den vorläufigen Wahlergeb- niffen: Sozialdemokraten 31 Sitze, Demokraten 18 Sitze, Deutschnation. 8 Sitze, Deutsche Volkspartei 3 Eitze, Mittelstandspartej 1 Sitz, Dorsbund 1 Sitz. Außerdem noch 2 Sitze für die verbundenen Listen der bürgerlichen Parteien des vierten Wahlkreises. Es besteht also eine bürgerliche Mehrheit.

$U hessischen Landeswahlkn.

Darmstadt, 28. Ian. Das endgültige Erg bnis der Hessischen Londesmablen liegt bis heute abend aus 880 Gemeinden, also bi« aus wenige obrrhessische Orte, vor. Es erhielten: Eoz. 239 091 Stimmen, etwa 30 Abgeordnete, Demokr. 100 540 Stimmen, etwa 14 Abge­ordnete, Ilnabb. 7707 Stimmen, etwa 1 Abgeordneter, Zentrum 105 365 Stimmen, etwa 13 Abgeordnete, Hessi­sche Bolksparei 49 041 Stimmen, etwa 5 Abgeordnete. Deutsche Volks Partei 60136 Stimmen, etwa 7 Abge­ordnete. '

Groß-Heflen »nd Darmstadt.

Darmstadt, 28. Ian. Eine vom Dberfcftrger mrfster tinbcrufenc Versammlung, die sich mit der Frage der Lilduug eine« Kroß-Heftens mit Ab­trennung von Rheinhessen und Hinzuziehung von Heffeu-Nafdrn und eines Teil» von Hannover be­faßte. »obm einstimmig folgende Entlchließung an: Die em 28. Januar in dem Rathasslaol vom Oberbürger­meister im Int «sie von Darmstadt, Zukunft einbe- rnlene Versammlung nimmt mft^ Befriedigung von der Erklärung bee Herrn Staatsminifter« Ulrich Kenntnis, nach der die heMiche Stoatsregierung Wünsche ablehnen wird, welche Heften schädigen werden. Die Versamm­lung legt auf« Entschiedenste Berwohrnng ein gegen die Möglichkeit, dah Darmstadt bei einer etwaigen Neu­gliederung im Reich« seinen Charakter al« Landes­hauptstadt verliere» Sun«.

' KMitt RtliMW.

Berlin, 28. Jam Generaloberst v. Einem, Oberbefesilshaber her 3. Armee, Wurde in Genehrniguna seines Abschiedsgesuche- mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.

Wien, 28. Jan. Den Blättern zufolge warben bei Kundgebungen in Marburg (Steiermark) acht Per­sonen getötet und fügftig verwundet.

Wien, 28. Jan. Die JRene Freie Presse" meldet die Pchchnug von Teichen durch die Tschechen, nach­dem bei einem Kämpft mit den Polen diese zurückqe- worft» und über 70 Gefangene gemacht worden waren. 300 Verwundet« und Tote wurde» aus dem Kampfplatz zurvckgelaffen.

Prag. 27. Jan. Tschecho-Slowokisches Prestbüro: Penedelnik" meldet au» Krakan: Vorgestern schoften Polen auf Entente-Offiziere. Die Eeschosft trafen nicht die Offiziere, sondern die Wagenführer, von denen einet getötet »nd zwei schwer verwundet wurden.

Amsterdam, 28. Jan. DemAllq. Ha-'' blad" zufolge berichtet dieTimes", dah am 18. Januar in London eine bolschewistische Ver­sammlung abgehalten wurde, zu der nur Perfoneu mit Eintrittskarten zngesasfen wurden. In der Versamm­lung Wurde die Organisation eines Allgemein ausstan- des als erster Schritt zur Revolution besprochen. Die bolschewistischen Versammelten behaupteten, im Bergarbeiterverband viele Azchänger zu haben und auch unter den Eisenbahnern und Transportarbeitern sich Anhänger verschaffen »n können. Es wurden AuS- schüste ernannt, die für die Versorgung der Revolu­tionäre und ihrer Familien mit Brennmaterial und Lebensrnitteln sorgen sollen. Man hoffe, daß ftn Falle eines großen Ausstandes der Industriearbeiter in Lon­don und in der Provinz die Londoner Polizei und ein Teil der Polizei der Provinz sich passiv verhalten wirb.

Amsterdam, 27. Ian. De» .Allgemeen Han- belebtet zufolge meldet dieTimes" au« Shanghai, daß die Hälft« der Übrig gebliebenen Opiumvorräte^ welche die chrnefische R-gterung im vorigen Jahr« ge­kauft hat, von der Regierung jetzt verbräunt wor- den ist. dft ander« Hälft» wird ebenfalls unverzüglich verbrannt werden. Der wert der Ware beträgt 25 Millionen Dollar. Die Regierung hat die verbren- nung beschlossen, nm ihrem Willen da» Opium au» China zu verbannen, Ausdruck M geben.

D« Mißerfolg der Monarchisten in Portugal.