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1 tn>oTf kündigt eine nnrt Revokutfen tm.

Berlin, 26. Ian. Nm Grab« Stcbfne^s sagte Adolf Hoffmann u. <t: Wir macken die Regierung dafür verantwortlich, das; die Früchte der Revolution verloren gehen. Aber aus d m Grab«, vor dem wir flehen, wird die Flamme der Revolution wieder empor­lodern und wir werden, wenn es nicht ander» geht, mit Waffengewalt uns unsere Rechte wiederholen. Die Regierung hat du Ehrenschild de» deutschen Prole­tariats besudelt. Mit Blut werden wir ihn wieder reinwaschen.

Sffl Rnil Meres.

Bon einer führenden Persönlichkeit deS deutschen Wirtschaftslebens, die der fetzigen Regierung sehr nahe- Keht, wird über die wirtschaftliche Lage ausgeführt:

So wie die Tinge augenblicklich wirtschaftlich liegen, treiben wir unrettbar dem Ruin entgegen. Was in fünfzig Friedens'ahren in mühsamer Arbeit im deut­schen Wirtschaftsleben Steinchen für Steinchen zu­sammengefügt wurde, um schließlich zn dem vor aller Welt Achtung gebietenden Bau zu werden, ist in den wenigen Rerolutionswochen bereits derart unter­miniert, daß wir nicht mehr weit vor dem fürch- terlichsten Zusammenbruche stehen, den die Wirtschaft eines Volkes jemals gesehen hat.

Wie unsagbar geistlos, wie trostlos ideenarm diese deutsche Revolution gewesen ist, zeigen gerade die Dinge im Wirtschaftsleben, die sich seit dem 9. Wo», vollzogen haben. Seit jenem Tage hat ein großer Teil der Arbeiterschaft, in dem Wahne, daß der Ziikunfts- paat nunmehr angebrochen sei, nicht- andere- zu tun gehabt, als unter Außerachtlassung aller wirtschaft­licher Rücksichten für sich persönlich eine Vermehrung der Einkommenquellen zu erstirben. Es gibt jetzt kaum eine Grupve von Arbeitern mehr, die nicht versucht hätte, für sich und ihre Gruppe noch das heraus,uholen, was unter Ausnutzung der Lage gerade möglich war. Tie Folge davon sind Ausstände in den lebenswichtigsten Betrieben. Tas Tollste, Unverant­wortlichste, stellte der gänzlich unbegründete Aus­stand der Berliner städtischen Elektrizitätsarbeiter dar. Diese- Streiken mußte umso mehr au Fallen, al- es sich doch um einen Betrieb handelt, der schon längst sozialisiert" ist. Die städtischen Elektrizitätswerke sind jeder privatkapitalistischen Einwirkung ent- i ogen. Sie werden lediglich nach gemeinwirtschast- ichen Gesichtspunkten verwaltet. Und doch dieser Ausstand! Zwei Tage lang standen alle Fabriken Berlin-, alle Privatgeschäfte, viele Druckereien, alle Bahnen und Verkehrsmittel still. In den Kranken­häusern erlosch mitten unter den Operationen da- Licht. Die Säuglinge wurden auf da- schärfste ge­fährdet, weil der Strommangel bei den Molkereien Die Reinigung der Milch unmöglich machte, tzundert- tausende von Arbeitern mußten feiern. Und all das, weil die Arbeiterschaft eine-sozialisierten" Betriebes in der denkbar ungelegensten Zeit zum Schaden der Allgemeinheit die Arbeit nieberlegten.

Man kann wohl sagen, daß der Berliner Licht­streik den Sozialisieri ngsbestrebungen einen argen Stoß versetzt hat. Wie soll denn unsere Volkswirt­schaft zur Gesundung kommen, wenn selbst Betriebe, die unbestritten nach gemeinwirtschaftlichen Grund­sätzen verwaltet werden, und an deren ungehinderter Instandhaltung jeder einzelne Privat- und Geschäfts- mann, jeder Mann, jede Frau und selbst da- kleinste Kind interessiert ist, wenn solche Betriebe derartigen, die Grundfesten des gemeinsamen Zusammenwirkens antastenden Erschütterungen ausgesetzt sind.

Man kann nur mit tiefster Sorge die Entwicklung diefer Dinge verfolgen. So wie e» jetzt getrieben wird, schreiten wir dem Ruin entgegen. Der wirt- schaftliche Zusammenbruch kündet sich jetzt schon in er­schreckenden Formen an. Wir stehen auch unmittelbar vor einer Berkehr-katastrophe, wie ft« selbst da- zerrüttete Rußland nicht gesehen hat. Eine regierende Stelle hat unumwunden ausgesprochen, daß diese Zustände die Schuld der Arbeiterschaft seien, die in ungeheuerlichen Forderungen sich nicht zu erschöpfen vermag. Diese Regierungsstelle hat e- auch ausgesprochen, daß wir unter normalen Verhältnissen die Forderung der Westmächte nach Ablieferung unse­re- EisenbahnmaterialS vielleicht hätten befriedigen können. Die fortdauernden Ausstände der Arbeiter­schaft aber: sowie die stark zurückgegangene LeistungS- Migkeit haben eS verschuldet, daß diese Fottrerung einfach nicht zu erfüllen war. Dadurch haben wir uns alSStrafe" weitere nicht nur demütigende, sondern auch unser gesamtes Wirtschaftsleben auf das schwerste bedrückende Bedingungen gefallen lassen müssen.

Die Regierung ist aber durchaus nicht schuld­los an dieser katastrophalen Entwicklung. Zunächst ist sie von einer politischen Ohnmacht und (Ein* slußlosigkeit, die zum Gespött zu werden droht. Dann aber hat sie auch schon zu einer Zeit, alS sie da» noch unbedingt vermocht hätte, verabsäumt, rechtzeitig die vorbeugenden Maßnahmen zu treffen. Sie hat damit eine schwere Schuld aus sich geladen; denn nunmehr wird sie die Geister, die sie rief, nicht «ehr l o S. Was soll heute ein Arbeiter auch noch arbeiten, wenn eS für ihn einträglicher ist, müßig zu gehen? Die zu hohen Arbeitslosen-Unterstützun- Sien sind schuld an dem Hebet In Berlin drängen sich etzt schon über 200000 Arbeitslose, die Tagegelder zwischen fünf und acht Mark beziehen. Kein Wunder, wenn unter solchen Umständen immer neue Massen nach Berlin ziehen und wenn die Unsicherheit in Berlin russische Formen annimmt Jede Nacht werden Waren im Werte von mehreren hunderttausend Mark durch bewaffnete Banden gestohlen, und diese Herren oftmals ganze Straßen ab, nm die ungestörte Ausräuberung vornehmen zu können. Die Regierung ist sich gewiß klar darüber, daß nur ganz radikale Maßnahmen helfen können. Man kann eS verstehen, daß eine sozialistische Regierung nicht gern Maßregeln gegen eine Arbeiterschaft ergreift deren Parteiamta- toren immerfort die Köstlichkeiten eine- sozialistischen Zukunftsstaates gepriesen haben. Aber jestt steht eben alle- vor dem Ruin, und wir alle drohen m dem wirt­schaftlichen Massengrab zu versinken. In Ost und West wird die bitter notwendige Kohle nicht mehr fcforbert, lebenswichtige Betriebe werden zwangsweise ozialisiert und damit zu g rund ege rieb te t, das ledige Wüten unberufener Faktoren am deutschen Wirt­schaftsleben ist Totengräberarbeit am gan­zen deutschen Bolle.

Unser Wirtschaftsleben hätte auch die Revolution überdauert und damit das ganze Volk wenigsten- vor dem wirtschaftlichen Untergang gerettet wenn nicht diese Revolution durch untilgbare Schuld der Regie­rung von vornherein zn einer Lohnbewegung (roßen Stile -gemacht worden wäre. Jetzt muß ai ganze deutsche Volk die sürchterlichen Kosten diese- sozialistischen Experimente- tragen. Man möchte nur wünschen, daß jetzt wenigsten-, unmittelbar vor dem Abgrund den verantwortlichen Männern die Augen nusgehen mögen. Wenn auch noch der wirtschaft- Ache Zusammenbruch üb« un- kommt würden wir

selbst da? Wenige, waS wir vnS noch en Krafk rrreffef babc r, verlieren und in Schmach und Schande zu Knechten der Fremdvölker werden.

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Berlin, 27. Jan. Wie an zuständiger Stelle erklärt wird, gestaltet sich die Kohlenversorgung immer unbefriedigender. Wenn nicht in den nächsten Tagen eine gründliche Besserung eintritt, müssen neue tief einschneidende Maßnahmen getroffen werden, um den Verbrauch von Kohlen, Gas und Elektrizität herabzu­mindern. Die Kohlenzufuhr hat einen derartig ge­ringen Umfang angenommen, daß man bereits in Er­wägung zieht ob nicht die gesamte elektrische Strom­rufuhr für alle Industrien Berlin? zu sperren ist. Hier­gegen hat der Verband der Berliner Metallindustriel­len bereit? scharf Stellung genommen und jede Ver­antwortung für die Folgen der Stillegung der Ber­liner Industrie abgelehnt

Berlin, 26. Jan. Nach den Mitteilungen der Fettstelle Groß Berlins droht der Stadt Berlin und den Vororten ein Milchstreik. Die Milchhändler und Meiereien von Groß-Berlin haben unter der Führung der Meierei Bolle bei der Fettstelle eine Reihe von Forderungen gestellt die auf eine Erhöhung ihres Verdienstes um 75 Prozent hinaus!ausen würden, wäh­rend die Fettstelle nach den Erfahrungen ihrer eigenen Meiereibetriebe eine Erhöhung um 30 Prozent für au-reichend hält Die Arbeiter der Firma Bolle haben sich mit der Direktion der Firma solidarisch er klärt und demgemäß eine Vermittlung der Gewerk­schaftskommission abgelehnt Die Fettstelle gibt der Hoffnung Ausdruck, daß innerhalb der beteiligten Kreise die besonnenen Elemente die Oberhand behalten und daß Stockungen in der Milchversorgung vermie­den werden.

Berlin, 26. Jan. Auch unter den Berliner Bankbeamten ist eine neue Gehaltsbewegung tm (fange. Die Beamtenschaft der Mitteldeutschen Kredit­bank hat einstimmig beschlossen, der Direktion bi» zum 29. d. Mt«. ein Ultimatum zu überreichen, dessen Ablehnung mit dem Ausstand beantwortet werden soll

Plauen i. 8* 26. Jan. Wegen Kohlen­mangel« mußte der Straßenbahn betrieb auf allen Linien eingestellt werden. >

Die Eruähmngskag«.

verlitt, 26. Jan. Bei der Beratung über den Verfassungsentwurf hat der Staatssekretär des Reichsernährungsamte« Wurm eine sehr ernste Darstellung unserer auf das schwerste gefährde­ten ErnährungslaM gegeben und daraus hin gewie­sen, daß heim Fortdauern der heutigen Zustände in naher Zett unser« Lebensmittelvorräte aufge­zehrt sein «erden. Der Vorsitzende der Konferenz (Ebert kam in seinem Schlußwort auf diese Darleg­ungen zurück und richtete an alle Anwesenden die dringliche Mahnung, dahin zu wirken, daß die Ar - betterschast zur Lernunfl komme, sinnlose Lohnforderungen unterlasse und im eigenen Interesse mit aller Kraft di« Arbeit auf- nehme.

Berkin, 26. Jan. Mn zur Vorbereitung der fowjetm ästigen Verwaltung Berlin- und ihrer Vor­orte eingesetzter Ausschuß bet Urbeiterräte fleht al- künftige höchste örtliche Instanz den kommunalen Arbeiterrat vor. Ihm besonderen Aufgabenge­biete sollen n.0. RotstandSarbeiten, da« ErnährungS- wesen, da« Schulwesen und der Sicherheit«- dienst fein.

Berlin, 26. Jan. Die SozialisierungSkommif- flon hat in zwei eingehenden Besprechungen die all­gemeinen Grundsätze der K»mmu»alt)rer»»g erörtert. An der >n«sprache haben auch einig« her­vorragende Kommunalpolitiker tevgenommen, u.0. die Oberbürgermeister Schwandet- Straßburg, Wer­muth- Berlin, 8116er- Dresden. 6« wurde ein­gehend darüber verhandelt, in welcher Weise di« recht­lichen Voraussetzungen für etw Ausdehnung de« ge­meindlichen Wirtschaftsbetriebe« anüzuaestaltan feien. Danach wurden die Erfahrungen und Aus­sichten de« städtischen Monovolbetriebe« und der im weiten Sinne gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen in verschiedenen VittschastStweigon. namentlich der Rahrung«mtttelverf»«gnng sMilch, Fleisch, Brot) dnrch- qesvrochen. Hieraus wurden die verschiedenen Mög­lichkeiten einer Zusammenarbeit mit den Konsumge­nossenschaften erörtert. Eine eigene Sitzung galt dem Ban- und Wohnung«Problem, insbesondere der Frage, ob der Eigenbau her Gemeinde aber der Bau durch ge­meinnützige Organisationen vvrzuziehe» fei, ferner wie die Beschaffung der Baustoffe zu organisieren fei, wie die Gemeinden einen eigenen HLuserbesitz verwalten und in welcher Weife die Erhöhung der Baukosten auf die Mietpreise bei alten Häusern zarückwirte. Es wird erwogen, der Regierung den Entwurf zu einem von Reichswegen zu erlassenden Rahmengesetz za unter­breiten, durch da« die Bundesstaaten zu einem ein­heitlichen Vorgehen in dieser Richtung anzuhalten wären. Jn-besondere wäre in diesem Falle die Er­richtung von Zweckverbänden benachbarter Ge­meinden zu erleichtern. Ferner wäre sowohl den ein» leinen Gemeinden wie den Koeckverb Luden daS Ent- eigming-recht zu geben.

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eunrtthu In Selbe.

yawSura, 2L Jan. Kürzlich sand eine von mehreren Tausenden besuchte Versammlung statt zur Gründung einer antibolschewistischen Liga Tie Redner wurden aber von den Spartakisten nieder» geschrieen und die Versammlung gesprengt. Rach der Versammlung zogen die Störenfriede zum Stadt» han«, in da« sie einzudringen versuchten, woran sie aber durch Schreckschüsse nnb Reizgasbomben verhin­dert wurden.

Wilhelmshaven, 27. Jan. Die Spartakisten haben da« Standrecht verhängt und die Reichsbank, die Station-kasie sowie da« Offizierskasino, in dem sich der Arbeiter» und Soldatenrat befindet, besetzt. Der Eisenbahnverkehr ist eingestellt.

Oldenburg, 27. Jan. Auf der Bahnstrecke VarelWilhelmshaven streift sämtliches Bahn- unb Telegraphenpersonal, um die kommunistischen Unruhen in Wilhelmshaven zum Stillstand zu bringen. Auch die Aerzteschaft hat sich ihnen angeschlossen. Die Unruhen baden auch nach Westerstede unb Nordenham flbergegriffen.

Am Sonnabend nachmittag warf ein Flugzeug der Flieger-Ersatzabteilung 6 Hannover über Braun­schweig Flugblätter ab, di« zum (Eintritt in daS Frei­korps Hülsen aufforderten. Die Braunschweiger Regie­rung sandte darauf au die Reichs regierung einen schar­fen Protest unb forderte streng« Bestrafung deS Flie­gers. Bi« bi«Neuesten Nacht." Mitteilen, ist der Fliegex, der in kaum hundert Meter höhe flog, mehr­fach auch Jnjanttriegewehren heftig beinahe» wurde» ,J

LerN«, 87. We K,B. ent zuverlässiger Quelle hört, befindet sich Radek, der Leiter der bolschewistischen Provopando, noch immer in Berlin. Alle Mitteilungen über seine Flucht aus Berlin entsprechen nicht den Tatsachen. Es ist cheirso tote gegen Eichhorn auch gegen ihn ein Haftbefehl erlassen worden.

3* 1« Tagen eine bolschewistisch« Kris« in Deutschland?

Berlin, 25. Jan. Außerordentlich dunkel war da» Dild^ da» über unsere nächste Zukunft Dr. Stabiler (pom AntibolschewistetoAusichuß) tn bezog auf Wie bol­schewistisch-! Gefahr in einem stark besuchten Bortrage rm Rheingold malte. Man glaube jetzt Gportatue be­siegt, weil Liebknecht unb die Suremburg tot stab und in Berlin einigermaßen Ruhe herricht. Da» erklärte Dr. Stabiler für eine verhängnisvoll« TSuftdong, die bald zerrinnen wird. Der Bolschewismus lei keines­wegs b ftegt. «t (ei vielmehr eine Welt «efahr schlimmster Art geworden, die von Rußland au» unauf­haltsam vordringt unb zweifellos auch bie Ententelän­der erreichen wird, bie in ihrer so kurzsichtigen Politik gegen Deutschland ben Bolschewismus al» et« Mittel zur weiteren Zermürbung Deutschlands und Helfer zu feiner Ausraubung ansehen. Dr. Stabile« meint, daß bei bolschewistische Feind von Rußland her Ichou so nahe sei, daß wir in 14 Tagen vielleicht bereit» vor einer Entscheidung ständen. Da» bolschewistische Heer wirb kaum Hindernisse finden, ba e» N einen deutschen Grenzschutz Im Osten |» gut wie nicht mehr gibt unb jetzt alle bolschewistischen Agitatoren tn Scharen bei uns einbringtn können. Die russische bolschewistische Regierung werde dann Deutschland vor die Entschei­dung stellen: Krieg oder Frieden? Die jetzige Regie­rung werde zu schwach sein, um den Anmarsch zu hin­dern. bei un» selber würde» sich die bolschewistischen Ele­mente erhebe», mb bie Folge wäre et» Sturz der Re­gierung und Herrschaft der Unabhängigen. Damit wäre Deutschland dem Bolschewismus überhaupt ver­falle». Was dagegen tu«9 Dr. Stabiler erklärte als ba» erste für erforderlich eine» politischen unb militärischen Diktator, der ein Heer aus dem Bode« stampft, das uns »ach Osten schützen kann. Wei­ter hält er eine Art von wirtschaftlicher Gemeinschaft bei Industrie mit bem Proletariat für nötig, allo eine großzügige Sozialisierung. Aber unbedingt nötig sei auch etw Wtebererwoch«« de» deutschen Rattovalgesühl« und der religiösen Kräfte als Rückgrat gegen die bolschewistisch« Zer­setzung.

Mrshn geräumt ?

Flucht her Regierung nach Nowgorod.

Port», 27. Jan. (Havas.) Ein Telegramm an« Stockholm berichtet, daß die Räumung Peters­burgs erfolg fei. Die Petersburger Regierung soll sich nach Nowgorod geflüchtet hoben. Sinowjew wurde bei einet Versammlung «»« Arbeitern der Putilow-Sert« verletzt, bi« sich über den Bokjche, wismus luftig machten.

Avftöfting des bolschewistische» Sette«.

Ampergam, 27. Jan. Einem hiesigen Blatte zufolgt wird derTimes" von ihrem Kor­respondenten in Htlstngfor» nach seinem Besuche an der estländischen Front gemeldet, daß das bol­schewistische Heer an diesem Frontabschnitt auf­gehört bot, als nennenswerter militärischer Faktor zu bestehen. Es setzt sich noch aus bewaffneten chinesischen Banden, einigen Bataillonen let­tischer und «stkändischer Kommunisten und einigen Abteilungen von Lenin» und Trotzkis früheren Kerntruppen zusammen.

Berlin, 27. Jan. Hebet Schweden wird der Morgenpost" mitgeteilt, daß der russische Sommnnis mu8 von der Rationalisierung bei Bodens zurückge- kommen sei. Er betrachte sie al« mißlungen.

Sil«.

Warschau, 27. Jan. Tschecho-slowakischesPreß- Preßburv. Ministerpräsident Paderewski hat an die Regierung bet kschecho-slowakiswen Republik eine Pro testnote wegen des Bortücken« der tschecho-slowakischcn Truppen gesandt.

Warschau, 26. Jan. Di« polnische Regierung hat in den letzten Tagen Masienverhaftungen votgenom- men, um bi« sich immer m«ht auebreitenb« bolsche­wistisch« Bewegung gewaltsam zu unterdrücken. Das in Warschau erscheinend« bolschewistische Organ ist ver­bot«» worden. Die polnischen Zeitungen stellen fest daß dir Amsturzpartei mit ungewöhnlich großen Mitteln arbeitet.

BttHiie melioiiffl.

Die Deutsche Volkapartei an den Kaiser.

Berlin, 27. Jan. Die Deutsche Volkspartei sandte zum Geburtstag« des Kaisers «in Tele­gramm, in dem ee heißt: Wir würdigen in Dank­barkeit die Arbeit, die (Eure Majestät getreu dem Ausspruch:Das Kaisertum ist der Dienst am deutsche Volke" in mehr als 80jähriger Tätigkeit für das Deutsch« Reich und das deutsche Volk ge­leistet haben. Dir wünschen Eurer Majestät von ganzem Herzen einen friedlichen Lebensabend und bitten, davon überzeugt zu fein, baß Millionen Deutscher mit un, auch unter ben neuen Ver­hältnissen nnb auf bet neuen (Brunblage des Staatslebens stets das Bekenntnis zum monarchi­schen Gedanken hochhalten unb sich gegen jede würdelose Abkehr von ben hohen Idealen des deutschen Kaisertums und des preußischen König­tum» wenden werden.

Staatsminister a. D. Dr. Heinze, Operprästdent Dr. v. Richter, Dr. Etresemann.

Berlin, 27. Jam Die GebuttStagSadresse für Kaiser Wilhelm IL, bie betReichsbote" bi Berlin ausgclegt hat, hat in wenigen Tagen 132000 Unter­schriften von deutschen Männern und Frauen aus allen Berufsständen nnb allen deutschen Gauen ge­funden. Die Frist zur Einsendung weiterer Unter­schriften ist bi» zum BL Januar verlängert worden. Der Wortlaut der Huldigungskundgebung wurde heute dem Kaiser telegraphisch übermittelt.

Oberst House eie Verteidiger de, Kaiser».

Bellte, 27. Jan. Wiener Blätter melden au» Genf: Oberst House hat für die Pariser Kon­ferenz aus Grund einiger dem Verband unbe­kannter Schriftstück« «tue umfangreich« Denkschrift anugcarbettat, te bet bie hauptsächlich gegen den

entkräftet werben.

Sie Italiener in Fiume.

Fiume, 27. Jan. Der Berichterstatter Keg kroatischen Presseabteilung erfährt an amtlich», Stelle: Gestern erhielt der französische General ein Telegramm, wonach die Italiener ihre g«, (amten Truppen, mit Ausnahme von zwei Ba»1 taiHonen, sofort an» Fiume zu entfernen haben. Da» Kommando Iber bie Stadt übernimmt ein«> internationale Kommission, bestehend aus ben Kommandanten aller Ententetruppen, die sich ge» genwärttg in Fiume befinden. Da» serbische La»j tat klon kehrt nach Fiume zurück.

Budapest, 27. Jan. In Fiume kam e» zwischen Italienern und Eett^Krooten zu blutigen Zusammen stötzen, wobei sich auch französische Truppen auf Gelte» \ der Gerbo-Kroaten beteiligten.

Niederlage bet mananhiftflcheu Truppe» i» PertnM,

Lissabon, 27. Jan. lHavaa.) Amtlich wird ge» meldet: Die monarchistischen Truppen wurden ge« schlage» und ihnen die Geschütze abgenomme».

Big», 25. Ja«. (Reutet.) 6» wird berichtet, datz bet frühere König Manuel «ach dem lleberjchrette» de» Mbchostusie, t» Portugal eingetroffen ist.

IBeeu zwei dasselbe tim!

Berlin, 26. Jan. Die Regierung hat bW Ab» teilung 7, die politisch« Polizei, deren Tibi» leit von der Sozialdemokrat!« jahrelang heftig be» kämpft worden wat, wieder her gestellt.

Sie Win Im Stelle Mut md toeoöl.

Bei den Wahlen zur preußischen Rational» Versammlung erhielten tm Kreise Marburg bi« Listen

Gebeschus (Deusche [Hb.] Bolksp.) 2274 (19. Ja» nnar Rießer 2830),

Gräf (Mehrheitssoz.) 7609 (Scheidemann 8998), Rade (Demokrat) 6785 (Luope 8595), Ritter (Deutschnat. Nolksp.) 6645 (Vcidt 6570), Schwarz (Zentrum) 1400 (Müller 1454), Sender (Ünabh. Eoz.) 443 (Dißmann 680).

Ein paar kleinere Orte fehlen noch. Dem gestrigen Verzeichnis feien noch hinzugefügt:

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Bellnhausen

1 31

71

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Beltershausen

5 75

99

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Betziesdorf s

82 40

64

17

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Taldcrn

10 156

26

42

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Kirchvers

1 40

32

8

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Niederwstter

1 26

46

38

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Oberwcimar

55

15

89

Rollshausen

31

26

49

Schröck ir ,

15

357

Ginseldorf

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139

Wehrshausen

2 14

19

62

Weipoltshausen

60

4

42

Wittelsberg

88

97

67

1

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Elnhausen ,-

42 76

29

58

5

Leidenhofen

4 70

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83

1

Allna

21 10

61

24

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Argenstein

69

35

17

3

Mellnau

141

29

21

Münchhausen

8 151

42

165

Oberndorf

- 25

IG

32

Warzcubach

16 29

101

83

Weitershausen

-

10

33

Wolfshausen

4 3

26

32

*

Im Kreise Kirchhain

teilt sich das Ergebnis wie folgt: Gebeschus 492 (19. Januar Rießer 493), Gräf 2292 (Scheidcrnann 2644), Rade 1703 (L > e 2047), Ritter 1692 ($eiht 1735), Schwarz 4731 (Müller 4711), Server 14 (Dißmann 11). Die einzelne,» Orte ergaben fol­gende Ziffern:

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Ö)

Kirchhain

135

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326

370

iss

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86

Amöneburg

1

37

13

16

815

Reustadt

5

174

HO

13

632

2

Rauschenberg

151

60

99

103

11

-

Schweinsberg

8

168

88

1O>

1

Albshausen

1

30

10

75

2

Allendorf

16

32

2

793

--

Anzefahr

8

1

179

Burgholz

13

75

10

24.

1

5

Emsdorf

1

4

235

-

Erfurtshaujen

2

192

-

Erksdorf

38

66

93

71

'

Ernfthaufen

1

14

56

121

'

Großseelheim

8

211

4G

109

-

Halsdorf

11

57

65

61

5

Hatzbach

69

42

58

2

Hertingshausen

1

1

66

1

Himmelsberg

67

Holzhausen

10

190

113

42

6

*

Josbach

50

49

86

»

Kleinseelhcim

2

115

4

89

3

-

Langendorf

80

81

33

-

-

Langenstein

2

106

24

106

*

Mardorf

26

23

518

*

Momberg

-

4

21

434

*1

Niederklein

2

16

2

7

490

Niederwald

85

78

21

19

2

*

Roßdorf

13

5

-

331

Rüdigheim

6

173

1

Schifteibach i

1

9

68

69

Schönbach

11

13

8

28

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Schwabendorss

40

15

108

Sindersfeld

4

114

**

Speckswinkel

3

45

50

83

*

Stausebach

147

Wohra

103

86

98

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Wolferode

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90

28

33

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