Einzelbild herunterladen
 
  

BfS Serben Enrr». Zugleich erkiTvett sie, bis ert Wrb f&i&mg bet für bifk FrsZs sllri« DM«riHe» Rationalvrrfamwluug die Rsn^scgeicheu weiter tragen zu trrüm. D^r ^rrnifsu-SslbLSura: schloß sich der Stellungnahme der Offiziere an.

Austritt aus der Demokratische» Partei.

Berlin, 25. Ian. Der bisherig« Schöneberger Stadtverordnetenvorsteher, Dr. Graf n. Matuschka, der früher eine führende Roll« unter den Liberalen in Schöneberg spielte, ist mit RLcksidtt auf di« Haltung der Demokratische» Partei aus dieser ausaeichiedeu und hat sich der Deutschnationalen Volk». Partei angeschlosfcn.

Dernrr, Me humoristische Beilage zu demBer­liner Tageblatt", enthält in seiner letzten Nummer folgenden Witz:Schwarz-weiß-rot. Diese Farben find noch immer aktuell, weil viele Deutsche verschwatzt, verwaist und verroht sind." Dazu bemerkt dieD. T.": Diese Glanzleistung beweist, daß ihrem Produ­zenten so sehr jegliche- deutsche Denken und Fühlen abgeht, daß man sich an geekelt abwendet.

Sie g'imrk.

Die Bedrohung Schlesiens durch di« Tschechen.

Berlin, 26. Jan. DieSchlesische Zeitung" bringt folgende aufsebenerregmde Mitteilung- Di«Re- girrnng unterschätzt anscheinend die Gefahr, dir von Süden brr Schlesien bedroht. Mit der Eroberung Oderbergs sind die Tschechen nahe an die Tore Ober­schlesiens herangerückt. Ebenso haben sie den mili­tärischen Gürtel um das Kkatzer, Waldenburger und Riesengebirge näher an die Grenze unserer Heimat her­angenommen. Grünthal im Riesengebirge ist von ihnen besetzt worden. Nach zuverlästigen Nachrichten von jenseits der Grenze besteht bei den Tschechen der Plan, das Glaher Land von drei Richtun­gen enzugreifen. Auch gegen Sachsen sind llnternebmungeu vorbereitet. Darauf lasten starke Triivvenansammlungen in der Gegend von Reicheuber-- schließen. In der letzten Woche sind starke Berschie düngen nach der Grenze bei ssieaenhakS wahrgenommer» worden. Infolge einer ausgedehnten Spionage sind die Tschechen über die Verhältnisse bei uns genau orientiert. In Glatz halten sich zurzeit österreichische Eisenbahnbeamt« auf. die von Haus aus Tschechen sind. Trotz geringer Benutzung verkehren von Mittelwalde ans noch täglich drei Personenzüge über die Grenze und mehrere Güterzüge. Eine Kontrolle sindet an der Grenzstation nicht statt. ES liegt als» die Gefahr nabe, daß eines schönen TageS tschechisches Militär in Mittelwalde einrückt.

Keine Zurückhaltung von Ersatztransporten.

$ e 11 i n, 25. Jan. Es ist verschiedentlich vor- pekommen, daß Ersatztransporte von Ersatztruppen­teilen zu ihren rvr Gardekanallerie-Schützendinision oder anderen Freiwilligen-Abteilnngen gehörigen Formationen durch Arbeiter» und SoldatenrAte zvrückgehalten wurden. Da diese Ersatz­transporte dringend zur Auffrischung und Auffül­lung der regierungstreuen Truppenteile benötigt werden, weist die Reichsregiernng darauf hin, daß das ZurüShalten der Crfatztransport« absolut u n - zulässig ist und daß die ungehinderte Zulassung der Transporte gege-ettenfall, erzwun» gen werden wird.

Madrid, 24. Ian. (Hases.) S?sd einem Tele­gramm ans Tu? fei in Baien ria die Nachricht einge- trofien, in LissaLsn sei die Monarchie aus ge­rufen worden.

Genf, 24. Jan. (Havas.) Mättermeldungen au? Madrid zufolge haben einige portugiesische Kriegs­schiffe die Stadt Ovorto beschossen. Die Armee steht auf Seiten der Monarchisten, die Marine auf der der Republikaner.

Vigo, 25. Ian. (HavaS.) Wie aus Coimbra gemeldet wird, hat sich der größere Teil der Lifsa- bonrr Garnison der monarchiuischen Bewegung an» q es chlossen. Die Funkenstation von Monsanto bei Lissabon soll in den Händen der Monarchisten fein. Zwischen Penafiel und Porto fand ein Zusammenstoß zwischen Monarchisten und Republikanern statt, bei dem es Tote und Verwundete gab. Es haben sich Frei- willigenbataisione zur Verteidigung der Republik ge­meldet.

Lissabon, 25. Ian. (Reuter.) Die Kavallerie, ein Teil der Infanterie, 20 Geschütze und viele Zivi­listen haben sich der Monarchie angeschlossen. Die auf den Hügeln von Monsanto versammelten Truppen haben dir monarchistisch« Flagge entfaltet Die Lissaboner Batterie beschoß die Truppen. Die Matrosen errichteten im unteren Teile LisiabonS Bar­rikaden, weil sie das Vorrücken der Kavallerie von Monsanto erwarteten.

Am sterdam, 26. Jan. Reuter meldet ans Vigo: Reisende aus Oporto teilen mit, daß ein Flugzeug Aufrufe abwarf, in dem die Fremden aufgefordert wer­den, die Stadt zii verlassen, um nicht das Opfer der zu erwartenden Blutbades zu werden.

DnWMmli

Die«, 24. Jan. Graf v. Brockendorff- Ra n tz au äußerte sich dem Berliner Korrespondenz en derNeuen Freien Presie" gegenüber über dir Trage des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland u. a.: Die Wahlen zur Nationalversammlung haben den energischen Willen des deutschen Volkes gezeigt, die Zukunft nach neuen Grundsätzen aufzubauen. Eine ''ft wichtigsten Fragen hierbei wird die Schaffung eines einzigen Reiches aller Deutschen sein, d. h. die Bereinigung Deutschlands mit Deutsch-Oesterreich. Ich zweifle nicht daran, daß die Nationalversammlung, an deren Kahl ja auch die in Deutschland befindlichen Deutsch-Oestrrreicher teilgenommen haben, eS als eine ihrer ersten Aufgaben betrachten wird, den Eini- gungsgedanken kräftig zu betonen, wie dies in fast allen Wahlvrogrammen der verschiedenen Par­teien deutlich vorgesehen ist. Bon de» Gegnern hat sich bisher allein Frankreich unbedingt dagegen aus­gesprochen. Wir haben die 14 Artikel Wilsons zur Grundlage des Friedensschlusies gemacht und werden unerschütterlich daran feilhalten. Andererseits machen sich innere Widerstände einzelner wirtschaftlicher In­teressenten und gewisser noch zögernder politischer Kreise in Deutsch-Oesterreich gegen den Anschluß bemerkbar. Ich hoffe, daß die großen nationalen und politischen Beweggründe, die für den Anschluß spreche«, über diese Tagespolitik der die Bereinigung bisher bekäm­pfende« verhältnismäßig kleinen Kreise hinweg den Anschluß doch verwirklichen werden. Ich zweifle nicht, daß der große Gedanke der Einigung aller Deutschen auch iu Deutsch-Oesirrreich immer tiefer« Wurzrlu jchlagen wird.

kmkimikiMl lir Me n) sslMM.

Berlin, 25. Ian. Das ReichSwirtschaftsamt hat GefetzentwÜrse fertig gestellt. die bm anderen «ei chs- und Staak"bebSrde« zur Mitberatung zugegen, um die Energiewirtschaft zu regeln und in neue For­men zn bringen. ES handelt sich um einheitliche Organisation und Berwendnng aller natürlichen Ener- aieanellen Deutsch"andS. Diele ruhen vor allem in Brennstoffen lKoble. Torf, Erdöl) und in Wasser­kräften. Es handelt sich um den Plan einer geordneten Verteilung und möglichst vorteilhaften Verwertung u»feier Energievorräle und damit um die Beschränkung allen untvirtschaftlichen Wettbewerb? und deS Zwischen­handels und um Beseitz'gnng der Zersplitterung durch Zusammenschluß und Ausschaltung aller v«rmewbar«n Verluste. Die Gesetzentwürfe de» ReichswirtfchaftS- amtes bestehen ans einem allgemein znsammenfasien- den Rahmengesetz und anS einzelnen Entwürsen über die Bewirtschaftung der K-«hle und Elektrizität. Der Plan, die Koblenwirtschaft unter einen einheit­lichen Einfluß zu pellen, wird bei dem Vertrieb der Kohle beginnen, Weik dort der Boden am besten vorb- Tftet ist. Auf dem Gebiete der Produktion und deS Verbrauches werden die zn ergreifenden Schritte lang­samer und vorsichtiger gemacht werden müssen. Bei der Elektrizitätswirtschaft wird an die Einführung des Genehmigungszwanges für Starkstromanlagen gedacht. Das Reichsgebiet wird in organisch abqegrenzte Ber- sorgnngsbezirke eingeteikt. In jeden, Bezirk schließen sich die Starkstromunternehmer unter dem regelnden Einfluß des Reiches und der Bundesstaaten geschäft­lich und betrieblich zusammen. Tie an der Verteilung und dem Verbrauch der Eleftrizität beteiligten Kreise wirken an der einheitlichen zweckmäßigen Elektrizi­tätsversorgung ihres Bezirkes mit. Die endgiltige Erledigung der Gesetzentwürfe dürfte den ordentlichen Parlamenten des Reicher und der Bundesstaaten Vorbe­halten bleiben.

Der Staatssekretär de» Reichswirtschostsamte« Über die Eozialisterungsmut.

Berlin, 25. Jan. Der Staatssekretär de» Reichs­wirtschattsamts hat in einer Ansprache an die Presse feint Stellung in der Frag« der Sozialisierung dahin festgelegt, daß die Ei»s«chung der Sc^ialisierungskam- Mission ein unglücklicher Beschluß gewesen sei und daß diese mit zu de« weitgehenden Erwartung««, di« sich daran knüpfen, viel dazu beigetrage» habe, eine kozialisierungswut zu schasien, der ba» Wort Sozialisierung nicht« weiter sei, al, ein« nenc Form für fonst nicht zu rtchtftrtigmde Lohnforderun» g«n. Di« Sozialifierungskommifston hat sich mit dem Rat der Dolksbtauftragten tn Verbindung gesetzt, um festzustellen, ob diese Aussastung bt, Staatssekretär» bes Reichswirtschaftsamts mit derjenige» der Dalksdeauf- haflte» übereinstimmt. $mr der Entscheidung bet Bolksb-austragte» werde» die Entschlüsse bet Sozia li- ßerungskommission abhängen.

Seschäsiliche Mitteilung.

Bei Erkältungen und katarrhalischen Erkrankungen Set Luftröhre und deS Rachens haben sich Inhalationen vielfach gut bewährt. Auf einen besonders handlichen tznd preiswerten Apparat, den Saug-Jnhala!or ^Taunus" der Pharmakon-Gesellschast m. b. H., Frankfurt a.8L, wird im Anzeigenteil aufmerksam ^macht. .

Beito MstWtl.

$ e 111 n, 24. Ian. Der Zentralrat der sozia- liftlfchen Republik Deutschlands (gez. Leinert. Lohen) erlaßt an all« Arbeiter- und Soldatenrät« im Reich folgenden Aufruf: In der letzten Zeit haben sich die Rachrichten über Eingriff« in di« Pressefreiheit gemehrt. Di« un«ingeschrLntt« Sfsent. lich« Presse» und Mrinu»g»fr«ih«it, für di« bi« Ar« beiterschast Jahrzehntelang gekämpft -al, ist «ine der wichtigsten Errungenschaften der Revolution. Diese Errungenschaft muß unbedingt geschützt werden. Der Zentralrat fordert daher alle Ar. beiter» und Soldaten röte auf, jeden Eingriff in die Pressefreiheit zu untetlaffen und dort, wo Gewalt oder Willkür gegen sie angewendet worden, die Presse» und Meinungsfreiheit mit allen Mit­teln zu verteidigen. Der Zentraltat wird von der Reichstegietung die Anwendung aller Mittel fot» dem, um die uneingeschränkte Presie» und Mei­nungsfreiheit ficherzvstellen und ihr hierbei alle Unterstützung angedeihen zu lasten.

Paris, 25. Jan. (HavaS.) Die Regierung hat beschlossen, die großen VerkehrSorganisafionen in Paris, die Untergrundbahn, die elektrische Bahn und die Omnibusgesellschasten in eigene Verwaltung zu nehmen. Die Regierung hat die Direktoren der Ge­sellschaften und die Brbeitergewerkschasten eingeladen, in Verhandlungen einzutreten, um die Streitigkeiten beizulegen und normale BrrkehtSverhältnisse wieder herbeizusühren.

Kaiser Wilhelm

vollendet heute fein 60. Lebensjahr. Gleichzeitig begeht er fein 50jähriges Militärdienstjubiläum. Aus diesem Anlaß wird seiner in zwei Aufsätzen im Militärwochenblatt" gedacht. Oberst v. Livonlus schreibt u. a.:Es ist eine Tragik ohnegleichen in der Wel^eschichte, daß dem Kaiser, Vesten grö« ter Ehrgeiz es war, Friedensfürst zu sein, dieser Berteidigungskrieg unerbittlich ausgezwungen wurde. Wenn er einen Fehler gemacht hat, so war es der, infolge seiner zu großen Friedensliebe nicht früher den uns einfchnürenden Ring gesprengt zu Habern" Generalmajor v. Scriba erinnert da­ran, was bei Kaiser dem Heere war und schreibt dann:Unsere Offizierherzen, der Offiziere ses bewährt,.« Schlages«, bluten, wenn wir des einsamen Mannes, unseres alten, treuen, gnä­digen Herrn und Kameraden in Holland gedenken. Wir wollen aber Seiner Majestät, unserem bis­herigen Herrn, Vie Freude und uns selbst, dem Offiziertorps, die Ehre erweisen, daß wir laut übet die Grenze rufen:Eure Majestät, wir geben» k e n zum Ehrentage des 50jährigen Militärdienst« jubiläums Ihrer al» unsere« ersten und vornehm­sten Offizier« ganz besonders tn alter Liebe und Treue!" Der Tag ist und bleibt ein Ehren­tag, denn wenn auch alles verloren ist, die uns ge­meinsame preußisch« Offiziersehre ist es nicht!"

Dielägt Rundschau" meldet: Ja Kreise« bet Homburger Bürgerschaft macht sich eine Bewegung geltend, bl« Kaiser Wilhelm veranlasse» will, bei etaa

714

unentgeltlich versandt.

würde bas Ehrengasthau« abgeben können für solch« Deutsche beiderlei Geschlecht«, die sich, in friedlicher Ehr- bett, um Rrinerhaltung, Pflege und 6t«iflerx»fl echt­deutsche» Wesen« nach dem allgemeinen Urteil ganz be­sondere Verdienste erworben hätte». Mit vollende, tem Fried«» und der versichert«» Inneren Neuordnung Deutschland, wird bas Komitee seine Tätigkeit »es oufntfanen und sein Streben, Eastel-WilhKmshöhe die Bühne der Deutschen" zu bringen, mit allen Kräften

; Mozart, Geist, der alle«, was er berührte, in (50Qi verwandelte. Das reizende Wiegenlied ist übrigen, i nicht von Mozart, sondern von Flins. gra» Kämpfertist uns schon von früher bekannt: daß sie auch Mozart singen kann, ist sicher nicht das g«, ringst« Lob, Vas man ihr spenden kann. Ten Schluß bildete ein Quartett von Arnold Schönberg msi Gesang für ein« Sopransttmme auf prächtig» tönende, tiefempfundene Betse von Stefan Georgs Es ist wohl hier noch nie etwas gehört worden, was aller musikalischer Tradition derartig ins Gesicht schlägt. Aber müsten wir hier urteilen? Könne, mir reinen Gewissens diese Musik verdammen unh ihr den Rücken kehren? Die Hörerschaft war offen, bar nicht der Ansicht: viel Beifall wurde nicht laut, aber die bereitwillige, fast andächtige Stimmung zeigte, wie viel guter Wille des Verstehens vorha», den war. Es liegt in der Zeit, daß wir beide«, das hosianna" und das Kreuzige ihn" verlernt haben, und es ist gut so; denn wenn wir aus den» Chaos, in das unsere ganze Kultur zusarnmenzu» stürzen droht, einen Ausweg finden wolle«, müsse« wir suchen, nicht p, richten. Ob Schönbergs Kunst ein langes Leben beschleden fein wirb, erscheint zweifelhaft/ aber ob sie nicht etwas von dem ganz Reuen enthält, darauf ein Größerer aufbauen wib, wet wagt das zu entscheiden? Erstaunlich war dl« Leistung der Ausführenden. Namentlich Fran Kämpfert beherrschte ihre Partie stimmlich und musikalisch so vollkommen, daß Vie enorme Schmie­rigkeit kaum zum Bewußtsein kam.

* Schuh- und Stiefel. Man schreibt uns: Trotz des bevorstehenden Friedensabschlusies ist die Not In Lederschuhwerk größer denn je. Die Marburger Schuhwarenhändler haben fast ohne Ausnahme fett Monaten keine lederne Etraßenstiefel erhalte», da diese fast durchweg von den großen Schuhzentren links des Rhein» delieflert wurden. Durch die Be» setzung und Absperrung des linken Rheinufer» war in der letzten Zeit kein Paar Stiefel von dort zu erhalten, und auch in Zukunft ist von dieser Seite nichts zu erwarten. War schon die Belieferung der Schuhhändler durch die Krlegsvcrwertungsgesell» schäft infolge Etillegung von etwa 1200 Schuhfabri» ken sehr gering, so droht sie in nächster Zeit völlig zu versagen. Das linke Rheinuser mit feiner hoch­entwickelten Industrie stellte in Leder und Schuh, waren Zweifünftel des ganzen Bedarfs Deutsch­lands fertig. Für die nächste Zeit ist also Vas übrige große Deutschland rechts des Rhein, auf nur Dreifünftel der Gesamtfabrikation in Cchuh» umrrn angewiesen. Dabei ist ein solch empfind» sicher Mangel an Ober, und Bodenleder »oh an» den, wie dies noch niemals während des Krieg, der Fall war. Riesige Mengen von Lever sind h» ben Tagen ber Revolution verschleudert wsr, v«n. Diese Mengen fehlen jetzt der zuständigen Industrie, der diese hätten zugeführt werden sollen. Aus diesen Gründen ist mit efnet besseren Der» sorgnng de» Publikums mit Lederschuhzeug vorerst nicht zu rechnen, und es liegt im Interesse de, Publikum, die Lebensdauer der noch vorhandenen Lederstiefel nach Möglichkeit zu strecken. Ma, wird sich wohl dazu entschließen müssen die große Anti, vathie gegen die Kriegsstiefel mit Holzsohle aufzu. geben, um so leichter über die lederarme Zeit -in« weg zu kommen, zumal der Kriegsstiefcl in bet letz, tett Zeit wesentlich vervollkommnet morden ist.

«utiottakp«, MNHekmshöde CBbne bet Deut, !**x- Der Obmann des im Jahre 1912 gegründeten R,ichsau,fchussk»Bühne bet D-utfcheu", Schriftsteller Poui» Molff-Ta siel, hat einen Aufruf erlgsie«, in dem tn »arme» Worten dafür Stimmung gemacht wird, den schönste» Park der Wett, Wilbelmsböh« bei Tastet, mit dem gesamten Gebiet des Habichtswalds, zu einem gtoßeu deutschen Ratioualpark emmfl* Kulten uud gleich,«ttig inmitten dieses herrlichen Fleckens deutscher Erd« bk seit auderbalb Jastrhmives» t«« angesirrbt« Deutsch« Ratioualbühnr (für da, b«utfch« Echauspi«!) al» Monumentalbau unter bei »»« Wolff vorgeschlagenen BenennungBühue ber Deutschen" zu errichten. Rach seinem «oifchlag müßte der gan^ Hablchtswalb. b*t bekaimtklch 61s Hochebene mit ben mannigfachsten Senkungen. Kuppe« »sw. eine bet malerischsten mitteldeutschen Gehirgs- landfchatten darstevt, seinem Charatter entsprechend, wertmäßig ausgestattet werde«. Im Zufommeudang mtt den alten Anlagen rings um das Schloß würde biet «int Stätte grandioser Schönheit entstehe», Ni der »tek Menschen gleichzeitig, ohne einander zu störe», wandeln können. Liek«, viele Aebutausende deutscher Männer uud Frauen, Greise unb Kinder könnte» hier allfähriich Erfrischung. Ruhe, Ausspannung. Erhoftrug, Gesundung, Roturbetl, Höhenluft, Entledigmia vom harten Druck und Jage» ihres um die har« Existenz kämpfende» Alltags immerdar suche» und finde«. Da« neue Deutschland müßte, so heißt e« weiter, die Sache in die Hand nehmen unb Cassel wird die Hüterin diese« herrliche» Reichsqutes. Um den Rand des Rational, parkes würden sich dt« Logier, und Berpflegungshäufei erheben, au« denen die Gäste des Reiches zwei Schritte iu« stundenweite Raturparadies htneinversetzen. Und das Wilhrtmshöher Schloß die einstig« Residenz der drei Kurfürsten, der drei Hohen,ollern und bei zwei Rapoleoniden, be»tusttken" und des traurigen

Marburg rurd Umgegenk.

Marburg, 27. Januar.

UwioerfttM. Wie verlautet, hat Geh. Rat Prof. Dr. m«d. Wollenberg (Straßburg) de» Ruf auf den Lehrstuhl der Psychiatrie et» Nachfolger von Geh. Rat Tnczek angenommen.

* Kammermusik-Abend. Adolf Redner ist eine ber bekanntesten Erscheinungen im Marburger Konzertleben. Es scheint, als sei seine Kunst noch abgeklärter geworben, nur in dem Minore ves Beethovenschcn Scherzo waren »och Spuren einet gewissen Nervosität zu bemerken, die beim Vortrag klassischer Werte störend wirkt. Sein Quartett, Vas wir früher in änderet Zusammensetzung kann­ten, zeigte sich in Klang und Zusammenspiel auf alter Höhe unb vermittelte uns einen musikalischen Genuß reinster unb ebelster Art. Beethovens op. 18 Nt. 3 ist Vas erst« Quartett, das et kompo­niert hat. Erst nach langen, mit eisernem Fleiß betriebenen Vorarbeiten wagte er sich an diese Gat­tung, in ber Haydn und Mozart stets Ihre ganze kompositotisch« Kraft und ihr eigenstes mufikali- ches Empfinden eingesetzt hatten. Durch den Ehr­geiz des jungen Beethoven, es feinen großen Vor­gängern gleichzutun, erklärt sich die erstaunliche Reife dieses Erstlingswerks. Danz anders liegen die Verhältnisse bei Mozarts Liedkompofitionen. Das Lied wat damals tn Evddeutschland noch nicht zur Kunstform geworden, dafür hatte man die ita­lienischen Arien: es diente nur der anspruchlosesten geselligen Unterhaltung, und so sind diese Lieder in bet Tat nur Gelegenheitskompofitlonen. Den gan­zen Mozart haben wir eigentlich nur Im Veilchen, wo er einen würdigen Tert hatte, aber daß daneben ein schlichtes Kinderlied wieKomm, lieber Mai" jeute noch so zu Herzen spricht, ist ein Zeichen für

etwaigen Rückkehr nach Deutsch land ft» Lvd Homburg S. i. H. Wohnung, xi nahmen. £S» derTLUnusbote" c-ichrt, dürst« dieses Vorhaben von Erfolg begleitet fein.

Bern, 25. Jan. DerProgrös be Lyon" meldet, daß der amerikanische Bericht über die Frag« der Bestrafung dkS Erkaisers milder gehalten fei. als dir Berichte der übrigen Mächte. Gewisse amerikanische Kreise seien der Ansicht, daß die Verbannung auch o h n e Bestrafung hart genug wäre. Auch würde die Bestrafung deS ehemalige» Kaisers an ben Ursachen des Krieges nichts ändern.

T'e Deutschen i« Belgien.

Berlin, 25. Jan. Die deutschen Vertreter der Eesangenenkommisfion in Spaa hatten nach langen Verhandlungen erreicht, daß die belgische Regierung bem Oberstabsarzt Brockel mann ge­stattete, die Lazarette in Brüssel und Antwerpen zu besuchen, um sich persönlich über die Lage ber in Belgien zurückgebliebenen deutschen verwun­dete» und Kranke», Schwestern unb Aerzten sowie des Sanitätspersonals, insgesamt 1700 Personen, sl> unterrichten. Oberstabsarzt Brockelman« ist nach Spaa zurückgekehrt und hat berichtet, vaß die zurückgebliebenen Deutschen in Antwerpen in drei Lazaretten und tn Brüssel in einem Lazarett in sauberen lustigen Räumen «ntergebracht find. Tic Verpflegung ist, abgesehen vom Lazarett in der deutschen Schule in Antwerpen, hinreichend. Die Deutschen werden al, Internierte behandelt und dürfen die Häuser nicht verlassen, ba man sie angeblich auf ber Straße vor Belästigungen nicht schützen kann. Tatsächlich entfaltete man auch in qonj Belgien ft, Kinos, durch Plakate, Presse und andere Propagandamittel eine planmäßige Deut- fch « nhetze. Es besteht die begründete Ausficht, daß in absehbarer Zett die Auslieferung der Schwerverwundeten sowie des durch die Dencfuvg der deutschen Verwundeten entbehrlich pewordenett Pftegepersonals bewerkstelligt werden kann.

Lebensmittel für Deutschland.

Berlin, 26. Ian. Am 1R. Januar kam zwischen brr deutschen und der niederländischen Re> aiening eine Vereinbarung zustande, wonach gegen tat­sächlich erfolgte Stefeninnnt von Kohle Lebensmittel, namentlich Fische und Vieh, sowie Fluchs sofort von Holland «ach Dentfchlanb gelange». Dies« Wieder- aukuadme ber seit langem unterbrochenen Ledensmittel- ,ufuhren au« Holland war nur deshalb möglich, weil aus Deutschland Kohle» geliefert wurden. Ein­drucksvoller als durch Reden und «uffätze zeigt sich hier die günstige Rückwirkung geordneter Ar­beit -verhältnifje aus «nfete Lebensmittelver­sorgung.

Di« See« in der Ukraine.

Hie», 25. Ja». Dt« Wahlen prm Kongreß er­gaben ein« große Mehrheit bet Partei bei nttainN^en Sozialrevolutionäre, dagegen wurden nur wenige Bob sch-wiki unb linke Sozialr volutionäre gewählt. Der Kongreß rohb heute eröffnet. Gleichzeitig soll Me feierliche Proklamierung bei Vereinigung ber Ukraine mtt bet Ukraine Galizien» erfolge».

Adolf Hoffmann« Abschied.

Neber bif Art unb Weise, toi« sich Adolf Hoffmann do» feinem Amte als Kultusminister verabschiebet hat, -wdt berLörieu-Ztg." ben zuverlässiger Seit« folgende Dersteklunq z«:

Am 2. Januar erschien Hoffman» nach der Witbet- herstrllung von seiner Erkrankung doll Tatenbraug im Ministerium. Ma« «ne« ihn darauf hin, bat seine Tätigkeit «« dieser Stelle nicht werter gewünscht werd«, baß er ben unabhängigen Genossen folgen möge, die ihre Remter betritt niedergelegt hatten. Hoffinanu verhielt sich diese» vorstellunge» gegenüber burchans harthörig. Erst nach immer wiederholtem Zureden erllärt« er sich schließlich bereit, bH Feld zu räumen wen» man ihm für brri Monate Gehalt zahle. Ma» sagte ihm z». baß diese Zahlung erfolge« solle. Et möge sietrost «ach Hause gehen, das Geld werde hm Cbernnefen werde«. Aber Genosse Hoffmann läßt ich nicht für dumm verkaufen. Mit jener Energie «uv Klarheit bet Erwache, die ihn immer ausgezeichnet hat, erllärte et:Darauf laß ick »ft «ich in! Wenn ick nich in einer halbe» Stunde mein Geld habe, sollt Ihr wat erleben!" Das ganze Kultusministerium ge­riet in Bewegung. Aus allen Kassen wurden die bot» handenen Bestände zusammenaekratzt, und es gelang wirtlich die 8000 Mark aufzutreiben, bk Genosst Hofft»an» sti brri Monate beanspruchte. Ma» über- reichte ihm bas Gelb, er steckt eS em, hüllt sich tu feinen Havelock unb seine Volkstribünenwürde unb nahm Abschied, indem et mit großer Gebärde die klassischen Worte sprach:$iet sieht mit keener wieder!"

UniTersif.lt, Frankfurt a. M.

Zwleoheneemeeter für Kriegsteil­nehmer vom 3 Februar bh 16. Arril Imma- trikulafion-frist 20 Janua^ bla 15 Februar. Den Kriegstefnehmer» werden die im Vateriln- dlschen Hihsdenst beschäftigt gewesenen Studierenden gleichgestellt. Das Vorle- inngevcrzelobnla erscheint in diesen Ta­gen und wird vom Seketariat nach auswärts

...............................-......MW............................ iimei ..............yyw........ ........................ UW......................................................- ..................................................... .............................. . ...................