Sie Leße°;üi!!ie!iek!m!iN.
Weniger Kartoffeln, mehr Fleisch.
WB. 8 e r l i n , 24. Jan. Da der gegenwärtige ßtand nnserer Kartoffelvorräte eine möglichst sparsame Wirtschaft erfordert, hat der Staatssekretär des Reichsernährungsamtes zur Streckung txr vorhandenen Bestände angeordnet, daß vom z Februar ab die wöchentliche Ka^toffelration der Versorgungsberechtigten in sämtlichen Kommunal- yrrdändeg^gnJ,5 Pfund bst^srtzt rrrird
gleichen Zeitpunkt ab erfolgt die Senkung der (gglichen Ration der Selbstversorger von iy„ Pfund auf 1 Pfund. Um für die notwendig gewordene Eii'schränküßig der Kartosselversorgung einen Ausgleich zu schaffen, soll vom 3. Februar an Wochenkopfmenge an Fleisch für die Versor- zungsberechtigten u m j e 1 0 0 G r a m m erhöht werden, so daß statt der bisherigen 109 Gramm in Gemeinden bis zu 50 000 Einwohnern 200 Gramm, patt 150 Gramm in Gemeinden von 50 000 bis unter 100 000 Einwohnern 250 Gramm und statt 200 Gramm in Gemeinden von 109 000 und mehr Anwohnern 300 Gramm auf den Kopf wöchentlich unter Wegfr-ll der Schwer- und Schwerstarboiter- ßulage«, abgesehen von den Zulagen für Bergarbeiter unter Tage, die bestehen bleiben, gleich- WZßig an alle Versorgungsberechtigten ansgegeben »erben. Gleichzeitig ist die den Selöstuerforgern pistehende Wochenmenge von 400 Gramm wieder j f auf den früheren Satz von 500 Gramm erhöht.
Lebensmittel für Deutschland.
Genf. 23. Jan. Der ..Gerald" meldet aus Buenos Aires: Die argentinische Negierung hat Me Ausfuhr von sieben Zehntel des Friedens- Sportes eit Lebensmitteln für die Mittelmächte genehmigt.
Basel, 23. Jan. Die „Morning Post" meldet 485 Paris: Auf Borschlag Wilsons ist ein Ausschuß g-»bildet worden, der in den nächsten Wochen die deutschen Großstädte besuchen wi-d. Die bisherigen Feststellungen haben kein einheitliches Bild des von Deutschland benötigten Lebensmittel- dedarrs gegeben.
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Sie MiMOMz»
Berlkn. 24. Fan. Tie ,4"ol. Park. N." schreiben: Tie U' ^alG-'ren mirtsck'ak'st^en Zustände :■ Hecke» den E"tsch"usi reife« losten, rodi kal durchru- vreistn mtb Maßnahmen in? Werk »u se"en, um der ' mnmer mehr um sich greifenden chaot ischeu Verwirr« no unlereS Ovietschast'ichen Lebens Einhalt zu hm. fTTf-m die Landmirtschast bezstsert die fehlenden Arbeitskräfte auf annahe"«d 60 000 Personen. Echo« darin besteht eine außerordentlich Poße Gefahr für d'e zukünftige Gestaltung unserer Wirtschaftlichen Verhältnisse. Man muß bedenken, daß die Leb-nsmittelverssrgung Deutschlands d'wch d'e Geg- *r aufs engste von einer höchstgrsteigerten Ausfuhr den Kobken, Kali und industriellen Erzeugnissen ab- ' hängig ist. Rach der eben veröffentlichten Verordnung ton 15i Januar steht allen Kommunalbe''örden das Recht zu, in allen Fällen, wo Arbeitsannahme unbe- Stundet verweigert wird, die ersten Schritte unternehmen. Sollte dieser Druck nickt hinreichend sein, so wird man voraussichtlich vor schärferen Maß- Whmeu nicht zurückschrecken. Schon letzt kann gesagt werden, daß Erwägungen in diesem Sinne im Gange ; sind.
Rach der Verordnung des Reichsamtes für wirtschaftliche Demobilmachung darf Personen, die wäh- - , reu» des Krieges zur Aufnahme von Arbeit in einen ’ «oberen Ort gezogen sind, in diesem Ort eine Unter» stimmig nicht länger als insgesamt vier Wochen ge- ivährt werden, auch wen» ihnen eine geeignete Arbeit nicht hat nachgewiesen werden Kinnen. Die Ge- Meiuden und Cemeindeverbände sind verpflichtet, die Unterstützung zu versagen oder zu entziehen, totttn der Erwerbslose sich weigert, eine nack- «wiesene Arbeit anzunebmeu, die mich außerhalb feines Bcniss und Wohnorts liegen darf und ihm Md) leinet körperrichen Beschaffenheit zugemutet werben kann. Eine Weigerung kann nur damit begrün- i toanaKsaaBwrnuanKiaBöMMn»
Nachdruck verboten.
Entweihte Kunst.
Roman von Reinhold Ortmann. J
Fortschung.
| f ..Wie seltsam die Kleine zuweilen ist!" sagte Editb iw Tone unbefangener Verwunderung. „Aber viel- «chr hat sie meinen Zuruf nicht mehr gehört. Run k ! — 's bleibt bei unserer Abredei Wann werden
| ! Eie kommen, den geeigneten Raum auszuwählen, den ich Ihnen zum Atelier einrichten lassen soll?"
„ES bedarf keines besonderen Ateliers — wenig- «ens vorläus g nicht. Denn ich möchte Ihren Kops tzenau in derselben Haltung und Beleuchtung ma'en, | toie ic^ Sie vorhin gesehen. Wenn Sie mir also ge- F »atteu, meine Staffelei in jenem Gemache aufzu-
Sellen —"
„Gewiß! Das ganze Schloß ist zu Ihrer Verfügung. Und Sie kommen morgen, nicht wahr?'
„Ich kann das angefangene Bild nicht so schnell ittr Stelle schaffen. Selbst wenn ich heute telegra- l Were, müßten immerhin noch einige Tage vergehen, l bevor eS eintrifft. Es wäre denn, daß ich mit dem I «bendzuge in die Hauptstadt führe, es zu holen."
„Ja — tun Sie das!" bat sie lebhaft. ,„Jch kann F Änen garnicht sagen, wie neugierig ich bin, es zu when. Ist es mir doch, als ob ich schon jetzt einen gewissen Anteil daran hätte."
„Nun denn — ich selbst Brenne ja vor Verlangen, Wit bet Arbeit zu beginnen. Also aus morgen!"
, . „Auf morgen!" sagte sie mit ihrem süßesten Lächeln, i h~tm. Pt chm zum Abschied die Hand reichte und ■wi nicht wehrte, sie wiederholt mit dem ganzen Feuer freudigen Begeisterung zu Hissen, von der seine erLM »«r
bet werden, daß für die Arbeit nicht angemessener ortsüblicher Lohn geboten wird, die Unterkunft sittlich bedenklich ist und daß Verheirateten die Versorgung der Familie unmöglich wird: für die Frage der Angemessenheit und Ortsüblichkeit des Lohnes ist im Zwci- ielsfalle das Gutachten des Temobilmackungsausschus- ses des Arbeitsortes maßgebend. Freie Fahrt zur Reise an den Beschäftigungsort ist von der Gemeinde des letzten Wohnortes aus Mitteln der Erwerbslosen- Fürforge zu bewilligen. Die Unterstützungen der Gemeinden und"Gemeindeverbände dürfen-nur für die sechs Wochentage gewährt werden und ohne Fomnien- zuschlag weder bas Anderthalbfache des Orislohv.es. noch die für die einzelnen Orte nach Maßgabe ihrer Z"gehörigkeit zu den Ortsklassen vorce'chricbenen Höchstsätze übersteigen. Diese Höchstsätze betragen nach der Orlsklassen-Abstufung f'ir männliche Persoven über 21 Jahre: 6, 5, 4, und 3 50 Mark; für weibliche Personen über 21 Jahre: 3.50 Mark, 3 Mark, 2.50 Mark und 2.25 Mark, für jüngere entsprechend weniger. Die Familienbezüge dürfen für Ehefrauen Massenweise 1.75 Mark, 1.50 Mark, 1.25 Mark und 1 Mark, für Kinder enlsvrechenb 1 Mark, 1 Mark, 1 Mark und 0.75 Mark nicht übersteigen.
Die „Deutsche Allg. Zeitg." bemerkt zu der neuen Verordnung: Mit der Wäuderung der Verordnung für die Erwerbslosen-Fürsorge ist endlich — fast müßte mau sagen: zu spät — der erste Schritt getan, der Wirtschaft die so dringend erforderlichen Arbeitskräfte zuziisühren und auf die Arbeit-Hosen einen gewißen Zwang zur Annahme der jeweils angebotenen Stellen auszuüben. Wir müssen aber daraus Hinweisen, daß diese Maßnahmen noch lange nickt die Wirksamkeit haben werden, den wichtigsten Betrieben die Ausnahme der Arbeit voll zu ermöglichen. Es ist unbedingt erforderlich, daß die Regierung Zwangsvorschriften erläßt, denen die Arbeitslesen unumgänglich Folge zu leisten haben. Das Erwerbs- loseu-Fürsorgegefetz muß durch ein allgemeines Dienst gesetz, das dem Hilssdiensi-Gesctz n.rchzu- bilden wäre, ersetzt werden.
WchWWüd MWz.
Berlin, 21. Jan. In der Sitzung der internationalen Wafsenstillstavdskommission in Spaa vom 22. Januar erhob der Vorsitzende der französischen Mission General N u d a n t Beschwerde, daß jion den deutscherseits zu liefernden 5900 Lastautos ms zum 23. Car.-.ut r:tr 4239 übergeben wurden E- stellte fest, daß hier schlechter Wille vorliege. Die deutsche Kommission erklärt, die Verzierung liege an den bereits bei der Ablieferung des EifevbahvmaterialS ?u!r-r "etretenen Ursachen, vor allem an den Uebernahme- kommissionen der Verbündeten. Der französische Vvr- si>ende sieht sich durch diese Darstellung veranlaßt, seinen Vorwurf „schlechter Wille" znrückzuuehmen. Im weitere» Verlauf der Sitzung überreicht der englische Vertreter die Mitteilung, daß General v. L e t t o w - Vorbeck sich noch in Dar-eS-Sa'am befindet, seine Abreise nach Europa stehe jedoch bevor. Die deutsche Wassenstillstandskommission übermittelt sodann eine Note, in der sie erneut auf eine endgültige Entscheidung über das Schicksal der deutfchen Kriegs- und Ziwlgesangenen bringt. Tie deutsche Note stellt fest, daß nach dem Rücktransport der verbündeten Kriegs- gesangenen an» Deutschland kein Grund mehr vorliege, den Rücktransport der schwerverletzten und kranken deutschen Gefangenen zu verhindern. General Nudant sagt Mitteilung über d'e Stellungnahme der verbündeten Delegationen zu dieser Frage bis morgen zu. Für die kranken und schwerverletzten Gefangenen werde er eine günstige Lösung erwirken. Hinsichtlich der allgemeinen Rückführung der deutschen kriegsgefangenen halte er eS jedoch für besser, in Deutschland bekannt zu geben, daß diese Frage wohl kaum vor den Friedensverhandlungen zelöst werden könne. Tie deutscherseits aus Gründ ws Artikels 6 des WasfecistlisiandSabkommens verlangte Freigabe des Direktors Gerhardt und des Prokuristen Zfckocke von der Metzer Zweigstelle der Tis- konlo-Gesellschast wird von den Franzosen ab gelehnt. Beide seien bekannte Alldeutsche und als gefährlich für die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Heeres in Hast genommen. Ihre Aburteilung werde vor einem Zwilgericht erfolgen.
Berlin, 23. Jan. Das französische Oberkommando hat im Betrieb der Eisenbahnen des befehlen deutschen Gebietes vom 20. Januar ab die Einführung eines zehnstündigen Arbeitstages anstelle des bestehenden Achtstundentages befohlen. Ge-
9. Kapitel.
Es war drei Tage später, als Bn'ton Harnfon und der Kunsthändler Monand einander im Arbeitszimmer des Engländers auf Schloß Erlau gegenüber faßen. Ter alte Herr war vor einer Viertelstunde einge- lrosfen, und es mußten wichtige Tinge fein, die den Gegenstand ihrer Unterhaltung bildeten, da Harrison es für notwendig gehalten hatte, die Tür zu verschließen, und da sie ihr an und für sich sehr lebhaftes Gespräch im leisesten, vorsichtigsten Flüsterton führten.
„Aber ick verstehe Sie garnicht, Verehrtester," sagte Monand mit einem kleinen Anfluge von Ungeduld. „Tas fügt sich doch so glücklich, als wir eS uns nur immer wünschen können. Was in aller Welt können Sie dagegen einzuwenden haben, wenn der junge Baron die beiden Bilder kauft — vorausgesetzt natürlich, daß er sie angemessen bezahlt?"
„Hören Sie mich nur, bitte, erst zu Ende! Ich habe se'bstverständiich nicht das geringste dagegen ein- znwenden — ja, ich darf es Ihnen jetzt ja ruhig zugestehen, daß ich von vornherein mit dieser Erentua.i'ä! gerechnet halle. Er ist ein sehr pietätvoller Sokm. und da er weiß, daß sein Vater zwei derartige Kabinettstücke niemals wieder aus den Händen gegeben baben würde, g’aubt auch er sich verpflichtet, sie der Varudal'schen Sammlung um irben Preis zu erhalten. Das ist sehr schön und paßt so weit auch vortrefflich in meinen Plan. Aber ich habe mir die Abwickelung bet Angelegenheit wesentlich anders vorgestellt, als sie sick jetzt zu gestalten scheint. Ter Stiefsohn meiner Schwester offenbart da plötzlich Eigenschaften, die ich nicht in ihm gesucht hätte. Die vornehme Gleichgültigkeit, di: er bisher in allen Geldangelegenheiten gezeigt hat, scheint mit eme-8 Mal einem sehr geschästSmLn- Nischen Leisse gewichen tzu feie/'
wwn— —k gtmseaMBMMwwMwmwBi gen diese dem Waffenstillstand zuwider laufende Maßregel hat die deutsche Wassenstillstandskommission in Spaa eine Protestnote überreicht.
Berlin, 23. Jan. Dem bayrischen Ministerpräsidenten^ Eisner ist die Erlaubnis zur Einreise in die Pfalz verweigert worden. Politikern anderer Parteien aus dem rechtsrheinischen Gebiet wurde die Einreise in die Pfalz für die am L Februar stattfindenden Wahlen erlaubt.
Kein Borfrieden?
D a s e l, 23. Jan. Die „Morning Post" meldet aus Paris: Ter deulfche Antrag auf Abschluß eines schnellen Präliminarfriedens ist von den Der- bünbeten verneint worben: der Frieden mit Deutschland könne nur im Wege eines ordentlichen Friebensvertrages zustanbe kommen.
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M'md.
Amsterdam, 23. Jan. Dem „Allgeween Handelsblad" zufo'ge erfährt die „Times" auS Omsk: Wie bolschewistische Blaller melden, sind in Petersburg und Pensa 14 000 Arbeiter Tag und Nacht mit der Herstellung von Papiergeld beschäftigt: Petersburg liefert 99 Millionen Rubel tag ich. Pensa 220 Millionen. Neben ihrer Löhnung erhalten die bolschewistischen Sonaten an der Ural-Front 30 Rubel für jede Stunde, die sie im Gefecht sind. Jeder SoGat, der an der Eroberung von Ufa teilnahm, erhielt ,1000 Rubel.
In Riga sind 88 Personen hingerichtet worden. In 'Kurland sind deutsche Soldaten mit dem Ab- zeicken der Eisernen Brigade nach Gefangennahme erschossen worden.
London, 21. Jan. Nach einem Reuter-Telegramm sind die Bolschewisten in der Gegend von Orenburg vorgerückt und haben die Stadt besetzt.
Kopenhagen, 24. Jan. „Bcrlinaske Tilende" me'det aus Stockholm: Der russische Sowjetvertreter Wornwski erhielt „Fclkots Dagblad" zufolge von der schwedischen Regierung die Aufforderung, mit dem ganzen Personal Schweden spätestens am SamStag mit einem Dampfer nach Finnland zu verlassen. Tie schwedische Regierung verbürgt ihm freies Geleit durch. Finnland.
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Disziplinwidrigkeiten deutscher Ukraine-Truppe«.
Berlin. 24. Jan. Wie uns aus Kiew mitgrteilt wird, erzwingen immer noch einzelne disziplinlose Truppen Ihren vorzeitigen Abtransport aus d m Osten. Trotz aller Ermahnungen und Hinweise aui die Unfnmerobfd)aftl!t6feit dieses Verhaltens und auf hie dadurch eintretenden Transportsrschworniste für die Eesamtheit l«möchtiqen sie sich — $um Teil den Ihnen übertragenen Bak-nfckutz verlas send - rücksichtslos durchfnbrendcr Leerzüge, die für weiter östlich befindliche Truppen bestimmt sind. Die Rich'beochtung der gegebenen We-ftingen und $ fehle hat Stock,innen zur Tolge, die den Abtransport brr Kewwtbeit verzögern und gefghrden. Es ist klar, daß bi-fes Verfahren die für den Rücktransport festgelegten Pläne der ver- antworUicken Behörden in crnR-ffcr Weise stört, so dar die sonst b°s Ende Januar durchführbare Räumung der Ukraine hinausgefchoben wird. Die Erbitterung der durch die rückstchtslofen Kameraden benachteiligten Trupnenf Ile äußerl stch in dringenden Bitten, durch B-zeichnung der pUichtv-rgestenen Truppenteile diese in der Presse zu brandmarken.
Berlin, 23. Jan. Ter „Lnkalanz." berietet1 Der frühere Hetman der Ukraine Skoropadjki ist für vogelfrei erfiärt worden. <
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Bclf/ stenputsch In Bukarest.
Bafel, 23. Jan. „Daily Mail" meldet aus Bnkarest: Hier bat ein Bolschewistischer Putsch stattgesunden. Die Eisenbahn nach Konstanza ist seit Montag in der Gewalt der bolschewistischen Truppen. In Bukarest selbst sind die staatlichen Gebäude von Regierungstruppen zurückeroberl worden.
Anarchie in Siebenbürgen.
Wien, 23. Jan. In Siebenbürgen sind Unruhen ausgebrochen. Es herrscht volle Anarchie. Die Angestellten der von den Rumänen Besetzten
' Zweite
Rr. 21
' Sonnabend, 25. Januar 1919
Eisenbahnen sind in den Ausstand getreten. In der Nähe von Klausenburg kam es zwischen Rn« mänen und Ungarn zu einem heftigen Kampf. Di« ungarischen Truppen mußten sich vor der überlegenen Zahl der Rumänen zurückziehen.
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BsnW MMM
Jena, 23. Jan. Der A - und S.-Rat hat den Rechtsanwalt Justizrat Tr. Lotze, den Vorsitzenden des Jenaer Bürgerrates, weil er sich w:ige te, ein Schriftstück zu unterzeichnen des Inhaltes, daß er sich den Anordnungen des Jenaer A.» und S.-Rates zu unterwerfen habe, in Haft genommen.
Bern, 23. Jan. Die aus Brüsftl gemeldet wird, sind die Verbündeten nicht gewillt, die Großherzogia Charlotte von Luremburg anzuerkevnen. lieber die Fraoe soll die Friedenskonferenz entscheiden.
Athen, 23. Jan. (Reuter.) Aus Konstantinopel wird berichtet, daß Marschall Kiamil Mahmiid Pascka, Befehlshaber der 3. türkischen Armee, unter d-r Anklage der Mafsakri-rung von Griechen und A meniern verhaftet worden ist.
Paris, 24. Jan. (Havas.) Der König von Mont-negro richtete an die mont-negrinifcke Bevölkerung eine Botfckaft. in bet er bittet, her Besetzung butdj bie Truppen, die sich bes ßnnb s zu bemach!igen versuchen. keinen Widerstand entgegenzu'etzen und in bet er versichert, daß das Volt sich bemnöchst über bie politische Gestaltung seiner zukünftigen Regierung frei aus» wt cken könnte. Die Fri benskonferenz stimmte bet Botschaft zu unb genehmigte ihre Absenbung.
Arbeitslofenausschrcitungen in Budapest.
Vubapest. 24. Jan. Gestern fanb im Musevms- garten eine Betiammlung bet Arb itslosen statt. En5« ter zogen bie Teilnehmer nach bem Eebänbe bes ..Pesti Hirlap", bet e:n.n Artikel über bie Aileilslosigkeit unb bie Arbeits scheu veröffentlicht hatte, zertrüm« wert-n bie Fensteticheibrn, brangen in bie Eesckö'ts» räume ein unb zerstörten bie Einricktunasgegenftänb« unb bie Gescköftsbüch r. Als bie Polizei unb ' Die Volkswehr «-schienen, flüchtete bk Menge. — Die Budapester Z itungsvetleger erfucht-n den MIn'ftetvrösi-' denken um den Schutz für die freie Meinungsäußerung in bet P-effe, ben bet Ministerprösident zufagt". Mehret« Zeitungen ethklkn Schutzwachen. Verschieben« Personen würben verhaftet.
Verbannung des Kaisers nach Algier?
Berlin, 23. Jan. Das englische Blatt „National News" versickert, daß die Absicht bestehe, ben Kaiser unb alle übrigen männlichen Mitglieder der Familie Hohenwllern nach Algier zu verbannen, wo sie unter Aussicht des 10. At, meekorps, das die Fremdenlegion umsaßt, stehen sollen. -
E e n f, 23. Ian. Ter „Temps" meldet eine «»- neute Erkrankung des Kaisers. - -
Rücktritt des Skaatsfekretörs des Reichspostamt«?'
Wie verlautet, hat der Staatssekretär de« Reichspostamts, R ü d l i n, sein Abschiedsgesuch eingereicht.
Doppelt gewählt« Abgeordnete.
Folgende Abgeordnete sind doppelt gewählt worden: Alpers, Fräulein Dr. Bäumer, Behrens, Ehert. Fischbeck, Eotbein, Kahl, v. Po.fadowsky und Scheidemann. Diese müssen sich jetzt für eWn Wahlkreis entscheiden, während in demjenigen, auf den sie verzichten, der nächste Kandidat der Bist« an ihre Stelle tritt.
Deutsches MilitSr spielt dl« Marseissasie.
Von einem Augenzeugen w!-b b"t „D. Tagosztg." mftwtellt: „Am vergangenen Dienstag gegen rnttta# kielte am KookogOchen Cfiartrn eine Militärkapelle bte französisch« Rattonalhnmne. Zur Kavess« o hörten noch etwa 50 bewaffnete Soldaten mit toten ^rmbindon. Etwa 500 Menschen umstanden bkfe Szene, einige wenige protestierten, aber ohne Erfolg." — Dazu bemerkt bie „Deutsche Tag szeitung" tt-sfend:
pk”S Godhescfiulew-m.
I Realklassen, Der&unden mit Vorschule, erteilt , Elr|?hrl-epzeu'-nls. 419
„Unb darr ich fragen, Herr Harrison, woraus Sie das folgern?"
„Kann ich ganz rückhaltlos zu Ihnen sprechen?" „Aber ich Bitte Sie — zu einem Kaufmann! Und ziehen wir denn nicht an dem nämliche» Strang?"
„Wohl! Sckon die erste Ausrinanderfel-ung, die ich vorgestern über diesen Gegenstand mit ihm hatte verlief durchaus nicht nach meinem Wunsch. Ich weiß ia, daß er mir nicht sehr gewogen ist unb daß meine Anwesenheit auf Erlau ihm nur geringe Freude bereitet. So deutlich wie bei jener Gelegenheit aber hat er es mich nie zuvor fühlen lassen. Unb ich wat geradezu betroffen über ben Ton, den «r gegen mich an schlug. Ein Londoner Kunsth änb'er hatte sich aus unsere Zeitungsnotiz hin mit der telegraphischen Anfrage an ihn gewandt, ob bie neu entdeckten Rembrandts verkäuf'ich seien, unb Guido ersuchte meine Schwester um ihre Zustimmung zu einer rundweg verneinende» Antwort. Sie verwies ihn der Abrede gemäß an mich als an ihren bevollmächtigten Sachwalter. Und damit war bie Gelegenheit zu einer Aussprache, auf die ich bereits mit einer Ungebiild gewartet hatte, endlich gegeben. Ich etllätte ihm rund heraus, daß ich es a:l:rdings für meine unabweisbare Pflickt hielk, ben glücklichen Zufall im Interesse meiner Schwester zu nützen, unb sie butch einen ntöglichst vorteilhafte» Verkauf bet fceiben Gemä'be, über die sie ja ohne allen Zweifel vollkommen freie Verfügung hätte, wenigstens zu einem kleinen Teile schadlos zu bakten für tfk schnöde Zurücksetzung die sie bei bet Abfassung seines Testaments voll' ihres verstorbenen Gatten erfahren."
„Seht richtig! Aber es wat bem Herrn Baron natürlich nicht angenehm, das zu hören. Et vetfuchte bie Berechtigung Ihrer Frau Schwester zu einem
Berkaus zu bestreiten — nicht wahr?" I
„Keineswegs! Die lekstwilligen Verfügungen meines Schwagers sind in dieser Hinsicht so klar, daß von einer Ungewißheit über die Rechtsfrage garnicht bie Rede sei» kann. Er bat seinem Testament ein genaues Csnrentariifm berentqen Kunstaeaenstänbe bcigesügt, hie von s-iner Witwe nicht veräußert werben bfirfrn. Unb Sie begreifen, daß bie beiden bewußte» Gcmäld« nicht in bem V-rzeichnis enthalten sind."
„Ick begreife es vollkommen," lächelte Herr Monand. „Nun — aber? — Welche Einwendungen konnte er denn sonst erheben?"
„Er erhob keine Einwendungen: aber bie Art, wie er feiner Ueberrafdjung Ausdruck gab, trug emen für mich geradezu beleidigenden Charakter. Es kann Sie nicht intereffieren, d'e Einzelheiten unktet Unterredung zu erfahren. Genug, baß er schließlich erklärte, er selbst werde bie Gemälde zu jedem von anderer Seite gebotenen ober von Sachverständigen sestzusepen- ben Preise erwerben."
„Ausgezeichnet! Das gerade war eS doch, was Si« zu erreichen wünschten."
„So meinte ich. Unb ich war unvorsichtig genug, ihm bie verlangte ehrenwörtliche Zusicherung meines Einverständnisses zu geben."
„Vor Zeugen, Herr Harrison?"
Die kalten, grauen Augen des Evg'änbetS masten den Kunsthändler mit einem hoheitsvoll erstaunten Blick.
„Wie meinen Sie? Glauben Sie, baß die Anwesenheit ober Abwesenheit eint? dritten irgend welchen Unterschied bedeutet, wenn ein Gentleman dem andern sei» Ehrenwort verpfändet?^
„Ich bitte um Verzeihung. Es fuhr mir nut so heraus. Und als Sie Ihr Einverständnis erklärt batten, was geschah bann Weiter?'
(Fortsetzung folgt)