Einzelbild herunterladen
 

Awfit-s Blatt

Nr. 19

TonnerStaft, 23. Januar 1919

$it teortomg Im §'?«,

j^fe Kommandogewalt. Die Stellung der Sol« tzotenEe. Unteroffiziere und Mannschaft-« in vfsi'ierpelle«. Nene Gradabzeichen. Die Grußpflicht

Berlin. 81. Ian. Unter Z-stimmuna d'rReichs- «"i-rnng und des Zentralra^es der Arbeiter« und So'd.'tenräte bat das Krieosmi'üster'itm die Swllmia her So*datenrLte im Friede"? ^e:r. ferner die Bekkei- tzuna. den Anniq und den mi^äritch-i Mrnft im F-rw- ltn«6f*r v"r'ä 'ssg qere^^lt. ^i» ah'rfte Kcmmand"ge- bat der Rat d-r VolksOea'tftra'lcn, dieser ttgif fr dem vreusiischen Kr'e-«^ini^°r. der ibrn V'T hir Kemmavbcmewasi v-rantwarli-b i^t. Alle militäri

Dienstll-l'en Preußen« u*>b die a-mein|2men de«' Pei-neÄ unterstehen i^m. Tic üben di'

Kefcblsnemalt aus. Sir sind der R->ichsr-gi'r't"g u,;t ffiren unmittelbaren Bnrar-ebten v-rantwa-tlich. Be­den ksleneral^m'"andos. ^'arnitonkam-nand-»?, Be i Wendern, sssbftcmbi'en BataiU-ne« u~h öfter gsrmatbnen sind So'datenr<i«e zu ren. Sie über IwiAmi die TÄig*eit der Führer binsi<,'«K e^tootr.c** Mißbranchs der Dienstnewalk qenen de B-mien-na Bei olla-m-sirteu dauernden Anordn,ina-n b«tr. Für^ ,sorge lstr die Truppen. so,ia"e und wirMaMickr Fra ftn. Urlaub und Diszivlinar^achen wirken fe rni' »nd keignen mit vercmtwoflich. s'ein militär'scbr Beft^le betr. A«sbili»«na, Fübrnnn u"d B-rwendnnn her Trunnen kn>dstr°en keiner G^enr-fchn.mg de' Eolhatenrot'. Bei f(onie!,rt E ndeiten (Senra'nfaU »nd nksstt sechstündiaen 9iötai<foren ufm. wi'len b;- Werira"»nKlente nach näherer Ann«dnnnn d-V Füb'-ers Und znständ'aen Soldnt-nrats. An df Wabl der S»ü datearä'e nehmen a1\e Ana-Hijrig'n d°r Fonnationen teil. B-i strafbaren Havb'ungen in be- Anshbnna Per Tätiget ^s Soldawurat wird do? Ttrai-ert^bren wie bei w-'dercn 5'«-'---a"-->e^öri -e- Heber dH ab t, e6*nt» ohne weiteres 6*i Dimstvf "^0" auha bath der Tfiftnßkit als Sost><rwnrat. Die @tef» lenbesestunn ist, Sache de« Kriea-?miMft«"ckvrnS Die Sn'ba^enräte tnelten der nächsten höheren Ti'nst» itefte snä^sten? nah. tnee Wochen mit einer Begrün-- mm*, ob der First v'r dos Vertrauen der Auoeböri-.en der Formation &eK<tt Sie können die A bsc tz n u * beentroaen. Die butiche-d-mo irisit her nächst- höhere Führer, letzten Endes d>e Reaiernng. Gene" die Entsthfl>nna steht dem So^awurat nnb d/w Betr-'-fseu-n B-rnsuna rn. Unterefstn-r' und Man,»- schaden könne« nr3 I'^fübrer O^ine-ü-^-n <[*- Vöbtt werden. Sie müssen im Felde e»ue atm^mrt'st« »der eine uöchstnkedr'orre Eintest m'^destenS 6 Monate kann einmandfrei. geführt ha^en. Sie bedü-len de- Vestai'gnng durch das Kriessministeriunl. De« Be schwerd-weg iebes Heeresanaeböriaen an seinen Solda« tenrar darf durch keinen Befehl versverrr irerbtn.

Die bi^berwen Achselstücke und Tressen snst Wit »en im Felde oemesenen Offizieren/ Soussät?- Ri^kren nfw. sowie Unter'snzierm nach derrRückkebr in ihren Standort, non aud'r'N schart ab«»leqen die Schnlterllaupeu der Unter"ffichere und Maunscha'- ten, sobald ton, .f'rifn8mi'iuerivm andere ?lh'c!cher einiaesührt und beschosst sind. Diese fennzajchnnur «hört zur llnifcrm. Im Felde (Zren'schubs dürfe- die alten Abzeichen aufaetragen, die neuen Al-' zeichen ober nicht ausgeschlossen werden. Als Grab- »bz eichen lenen die OsftU-r- und San'täteo^i"»r. tnt lin'en Unterärmel du» selb la ne Tnck'ktrei- fen an. Als Seite»waffe wird nur dos kurze In- santerieseik»"nomfhr ül>""'schuallt und zwar nur iw Dienst und ani dem Wege »nm Dienst und vow Dienst; Sch'chn.alfen - werden im Standort nur aus besonderen Befehl getragen.

Heber 25 Iahfe aktiv Dienende dürfen ssre bis- ierioe Seitenwaffe am a'fen Kom-el wci-ertraaen n» t8*fif>Qreifer> dez Mütze wird die K o k a r d e in den Senfcf?farb-n getragen.

Friedensorden werden im Dienst nicht getragen. 8m Kriege rrwcebene Orden und Ehrenwiche,t, Verner mefiitnfitm.bainen, Dienste^rem eichen, B r rundeten- ttbzchchen, und andere dürfen in und

ru her Dienst getragen werden.

Untergebene und Vorgesebie haben sich geaenscsti-' 6« grühen. jüug-re und int Dienstgrade niedere den eiteren zuvoriu kommen. Die Grustrf'.icht richt in pro Seren Städten, in belebten öffentlichen Räum- Ächreiten «nd innerhalb al'er Menschenansammtungen. DZHeres ist von den örtlichen Dienststellen zu regeln, yrontnmchen, Stillstehen und Vorbeigehen io grader Haltung sind abgeschafft.

V Nachdruck verboten.

Gntnreihke Kunst.

Boman von Reinhold Ort mann.

Ev) (Fortsetzung.)

Man hat mir das schon unzählige Mal gesagt meine Schwester fürchtet sogar, daß ich eine-: in meinem Turm lebendig geräuchert werden wnnte. weil es kaum noch eine Möglichkeit des Entrin- tlkns gäbe, wenn etwa in einer dieser Galerien Feuer A^brechen sollte. Aber wesha b an so grau'ic.e Mög« uchleilen denkens Ein Gebäude, das unversehrt ein eOa»- Jahrhunderte hat über sich dahiugeben sehen, wird wohl auch mein kurzes Dasein noch glücklich über- »miern. Und ich kann mich nicht von den Gemächern "timen, die ich schon feit meinem zehnten Jalwe *wohne. Wenn ich am Fenster stehe, meine ich noch mlmcr das herrsche Landichastsdild zu feben, wie greinst. Und ich glaube, ich würde meine Blindhei! voerelt schwer empfinden, wenn ich mich dieser lieb« "chen Illusion beraubte? Aber da Sie hier noch W orientiert sind. Herr Buchner, gestatten Sie Wir wohl. Sie bi» aus die Parkterrasfe zurück zu be- »eitkn, wo Sie die Herrschaften finden werden."

8" dieser letzten Vermutung hatte er sich aller- getäuscht. Denn aus dem schönen Plätzchen wrili? nur noch die anscheinend ganz in die Lektüre pnes BucheS vertiefte junge Witwe, die bei Huberts wanichenmg lächelnd den schönen Kopf erhob.

.Da? war eine lange Konferenz,^ sagte sie,aber ich r®c wohl kein Recht, mich zu beklage«. Run, was *6^ Sie zu meinen Schätzen?"

Röhrend Guido sich unbemerkt jurückzog, vieder-

Sie Slnirf.

Berlin. 22. Jan. Die preußische Negierung rich­tete foflrnbe- Telegramm an den Obersten Polnischen Bolksrat in Posen:

_ Das Generalkommando in Frankfurt a. O. über­mittelte uns ein Telegramm des Polnischen Volks-- ratcs betreffend Geiseln und Repret,a!ien- lolitik. Wir-weifen den Vorwurf unmenschlicher Behandlung seitens unserer Organe als unbewie'eu zu- rHtI, erbeben aber auf Grund zurerlässiaen Tatfachen- mcherials gegen d'e yolni>chen Organe di? schwere Anklage nicht nur unmenschlicher Behand­lung zahlreicher w''d?rrechtlich Verschlcvdter. sondern 'aoarmehrfacher grausamster Mordta ten. Ins- ^sondere liefen «ns Nachrichten Lb*r die Ermordnno '*0« 7 Gutsbesitzern im Kernwerk Posen vor. Wir machen alle V?teili-'.ten für triden:echtliche Schäd'ouu- en, tvelche deutsche Slaatsangrhörine an Leib. Leben und Eigentum erleiden, versönlch poFbar. In der 7r^«rt«ri. daß dor.se Fs gieichmästig vorgegaugeu wird, erteilen wir an unsere OrMw die Weisung, dost -itistweilen keine Gei'eln mehr fei.grfd",' werden und 3. ent Verzeichnis sämtlicher b'6! cr frst-'e'ctztrr Gci- Vn einz» rnchen ist. Air sind zu DeA-a'-chst'.nr-en r"Eer ;ie beiderse'tine Frei-asst'.ng eFet Ge'sstu b-re't. Wir 'eheu zunächst der Einreichung des Ber-eichuis'es der io« voln'scher Seite festgesetzten Geiseln entgegen.

Berlin. 21.- Ian. Gestern rückte in Potsdam eine Schwadron des 3. Gardc-lllanenregimentL blir- mengeschmückt gegen die Polen aus.

Posen, 22. Ian. Durch Verfügung des Ober­sten Polnischen Bokksrat» teeren sämtliche den Jahr längen 1397, 1898 und 1339 angebörenden Polen «ifgrforbert, sich zum a'ti en Militärd'e-st zu steilen.

Polnische LandcsverrLter in Obcrschlrsien.

Breslau, 22. Ian. In den letzten Tagen sind führenden polnischen Elemente dar« Lber-waargen, offenen Landesverrat zu treiben. Ai? heute mit-e.ck- üt wird, begab sich am 13. Januar d. IS. eine aus Deutl-en und Umgebung stammende Abordnung "bet st.rrt.ur. nur Wien nach Varis, um sich mit der 'ranz'sifchen R-aierung über die oberschlesischen Verb 5(tsif ftz zu besprechend Gleichzeitig mehren 'ich die Fa'lo, in denen im prsßpoln;scheu Fahrwasser 'egelnde Geistliche ihre Gemeindemitg'ieder zum 9 a n d e S v e r r a p a u f z u st a'ch e l n versuchen. Der Otaateanwalt veranlaßte bereits deren Verhaf­tung. Gin in Beuthen ansässiger Rechtsanwalt hatte die Stirn, vom Volksrat, dem Zentralrat für die Pro­riuz Schlesien, die Freilassung der Verhafteten zu ver- 'anaen unb seine Forderung damit zu begründen, daß *r rom posirischen Volksrat beauftragt )ei, über das Vohl der für die großpol nischen Ideen wir- enden deutschen Reichsangehörigen zu wachen. Damit st erwiesen, daß auch in Oberschlesien Anhänger sie Lostrennurg von Ober sch les! en vom 'keiche versuchten, nc-H vor Eutlchsi-ung durch die FriedenSkonkx. ? Tatz'u.chrn zu schaffen,

. :nd vor Ankchtägen auf. dis Sicherheit des Reiches sicht zurückschreckrir. Dee Volksrat in Breslau, Zen- rairot für die Provinz Schlesien, unwrnahm geeignete "chrittc, um diesem landesverräterischen Treiben ein jiel zu setzen.

---»---

Sie Sw im Reiß.

Dec Ausstand der Clektrizitätsarbeitee in Berlin.

Berlin, 22. Fan. Infolge des Ausstandes im ^l-ktr!ZitytsnN?rk mustt-n heute viele hundert Betriebe 'eiern. D'e von elektrifck r Kraft abhängigen Geschäft«, wnnten erst am spaten Vormittag infolge des trüben iZ.tters öffnen und mußten schon mit Ausnahme cinv :cr großer Warenhäuser am frühen Mittag schließen. 'Her Mastfetrsib hat ebenfalls sehr zu leiden, be'on^rs sie Pakctb-förderüng. die sonst arößtenleils durch itraßenbahnmaa^n erfolgt. Der gesamte Fern- 'prechverkehr ist heute gesperrt. Die Sirg- ''enbobn konnte nur auf einigen Strecken verkehren, bse mn den ntchsitreikeud'.'n Betrieben gespeist worden. Die Ernährung der ?tevöl?-rung und der KraektnHöu- er wird eh-nfasts schwer getroffen. Aus den Ssiaßen w"ch^-" die Händler mit Kerzen und Tarbid zlänzendo Geschäfte.

DioB. Z. am Mittag" meldet: Heule vormittag ''-h-n erneute Bomtung-n w'gen d-a Ausstandes der Arbeiter do^ städtischen Eleklriziiöw.merke im Rathause ^at'gosimdep. Das Einiaungsamt ist b resis um 10 Uhr vormittags zusammengetreren. Die Arbeiter verlangen siir die Hei>:r und Maschinisten die Stunde 2.60 M. und

Vte Hubert, was er soeben ihm gegenüb-r geäußert tatte. Wer seine Bitte, ihn bei dem wohlaemeinie" Anschläge gegen den Eigensinn des Professors zu "terstützen, fand bei Fran Edith eine recht kühl» Aufnahme. *

Ich fürchte, daß ich da sehr wenig tun kann," ^agte sie.Tenn ich kenne nicht einmal den Inhalt der Wmächnngen, die mein Bruder mit dem Vrofessor »etrosten Hat. und ich möchte mich da auch nicht gern einm.scheu. Außerdem wüßte ich aaruicht, wie im es ansanaen so"te. Ihrem W"niche zu entsprechen. Daß icki Herrn Eorbach unb seinem Töchterchen einfach "ie Gastfreundschaft auflündige, werden Sie fa schwer­lich von mir ver^auaeu."

Hubert war enttäuscht, unb Fran Edith mochte if»n- die kleine Verstimmung vom Gesicht ablesen; denn sie fuhr aiSbald in ihrem liebenswürdigsten Ton und mit ihrem unwiderstehlichsten Lächeln fort:

Wer ich werde natürlich mit Fräulein Margarete Rücksprache nehmen, und es soll mich herzlich freuen, wenn wir einen annehmbaren Ausweg finben. V ol- eicht setzen Sie sich auch direkt mit meinem Bruder 'n Berbinbiingk Odex, nein tun Sie das doch nicht. Lassen Sie lieber mich mit ihm reden! UebngenS Sie bleiben doch unser Gast zum Tiner?"

Hubert mußte ablehnen, da ihn eine mit Doktor Rüdiger getroffene Wrebe jetzt zum Ausbruch nötigte. Edith machte auf diese Begründung hin Innen Versuch, ihn zu halten. Wer a!s er sich anschickle, Abschiet» zu nehmen, fagte_ fie leichthin:

Finden Sie nicht, daß Schloß Erlau ein aus­gezeichneter Platz wäre, um ruhig und ungeklärt zu ar­beiten? Sie müssen doch schon von diesem r. fiert kurzen Besuche den Eindruck empfangen haben, daß hier jeder ganz nach feinem Gefallen kommt und

nach einem Jahr 2.75 M, für Fachhandwerker und Re­visoren 2.85 bis 3 Jf., sur Schwwrer und Hilfsarbeiter 2.50 bis 2.65 jugendliche Arbeiter und Frauen 1.85 bis 2 «M.. Außerdem sollen die hentigm Zuschläge für Nachtarbeit und Sonntogs<trbeit von 25 bezw. 50 Broz b:ste8en bleiben. All« Arbeiter sollen nach »sinem Jahr 7 Werktao« und nach zweijähriger Tätigkeit 14 Tage Urlaub erholten.

Deo Dohnarbsiterausstand in Halle.

Halle föaole), 22. Fan. DieHall siche Zeitung" meldet: Nachdem die ausständigen Bahnarbeiter gestern beschloß hatten, auch dm Personenverkehr auf dem Babnbof -Halle zum Stillstand zu bringen, haben die Verhandlungen zwisch n der Eisenl:a6>idir:ktion und den Vertretern der E-sinbohner inzwischen zu einer Eini­gung geführt. Die Direktion hat in die Entlassung einiger mißlielsioer Vorgesetzter eingewilligt.

Braunschweig und Berlin.

Braunschweig, 21. Ian. Heute gelangte an btn A.- und S.-Rat in Braunschweig folgendes Tel:= tgrsmm bet Reichsleitunq. oereickmet Noske:

Nach vorliegenden Nachrichten sollen Mannschaften eines durchgehenden Transvortes in Braunschweig ge­langen genommen ward n sein und morgen standrech- l'ch cckchoffcn werden. Sollte dies zutreffen, so warn- ick auf das dringendste, irgend welche Gemollta^igksiten zu unternehmen. Die gesangenen Leute sind sofort moi- terreisen ,w lassen. Strengste Rechenschaft wird gefor­dert werden."

Die telegravhtstlte Antwort aus Braunschweig lautet- SBmn dort bl"dsivnige Schwind-elno'hrich'eu aeataub* werden, wstubort d>es den völligen Nervenzusammen­bruch. Hier niemand gefangen. Braunschweigische R» gr-rung mordet nicht w'e Ebe-t und Cchsidewann. Gr 'Uch"n, uns mit weheren unsinnigen Telegrammen zu 'er'chonen. Regierung Dtann'chweig."

Die Bra.i'--schn><'jollche Regierung macht diesen Bor fall ö-lentlich h.-knnnt und wirft dghes di-- stirage ans: Mün'cht bet Generalissimus viell-'cht den Verwand v* bähen, seine Märdgr^charen zur Unterdrück­

ung der sosig.liststch-n Bev-blik Braunschweig mobil zu rtnih-n? Seit mehr ten Tagm ist d'e braunschweigische La>>d«sgr.-nze ringsum von regierungstreuen Truppen umgeben."

--

Vigo, 21. Ian. (Havssst. Wie ans Oporto geweGct wird, traf. hort der Kriegsminister a>>e Lissabon ein mit der stlbsicht, die Ansrufilng der Monarchie zu verhindern. Angesichts der Haltung ^'r Fstlmer der Garnison mußte er indesien auf sei Vorhaben verzichtert. Als er in der Kaserne de> republikanischen Garde erschien, wurde er zuncich' gefangen genommen, dann iedoch w'eder frei- gelassen, nachdem er einen Kompromiß unter­zeichnet hatte, durch den er keinen Anschluß an die monarchische Veweasing erklärte. Rach der Ver­künd lt n g der Monarchie marschierten die Truppen unter dem Jubel der Vcvölke- rung vorbei. Der König vb die neuen Minister haben die Regiernngspaläste berogen. Tie Gren- en werden übemogcht. um die Abreise von Repri blikanern zu verhindern.

Üit iril#t Imhlf.

London, 21. Ian. sR uter.l Der trlsch-republi- kanische Kongreß, der ans 30 käs 40 Sinfe'nermitali- dern besteht, trat im Manston-Haus von Dublin zusam- Yen. Es wurde eine Unabbängigkeitserklärung, in der d-e Errichtung d-r irischen Republik bekannt ae- ßehen und die Zurückziehung dar enqlisch'N Garnison verlangt wird, vorgelesen. Die Erklärung wurde zuerst in irUcher und dann in englischer Svrache verles ». Darauf gelobten alle Mitglieder, jede Anstrengung za machen, um die UnaLhängigksitserklarung zu verwirk lichen.

Amsterdam, 21. Ian.Allgemoen Handelsbl-d" zufolge meldetDailu Ehronicle" ans Eork: Man glaubt in Irland allgemein, daß die englische Behörden, nichts gegen die gejellg bendo Versammlung in Dublin unt rnehmen werd n. D valera wird wahrscheinlich zum M!nist"rviäsidenten gemäblt werden, da er aber augenblicklich in englischer Ge'angentchaft ist. wird Mar Neill als Stellvertreter auftrelen. Die englische Regie­rung wird fomvell ersucht werden, ihre Armeen aus Ir­land zurückzuziehcn.

tzeht, und daß jeder es für das vornehmste Gesih an- iieht seinen Nebenmensehen so wenig als möglich zi tnfcnnm obreren. Sie sott »en IhrIrrlicht" nwh Par- tenbosen kommen lassen, Herr Büchner, um es hier zu vollenden."

Wie eine freudige, beglückende Hoffnung regte t sich in seinem Herzen. Noch aber fehlte ihm der Muh daran zu glauben. \

Das ist natürlich nur ein liebenswürdiger Sehen Frau Baronin."

Wer weshalb ein Scherz? Unter den vielen unbenützten Z mn-ern ist doch sicherlich eines, da? siel -u einem provisorischen Ate'ier recht gut eignen würbe sind ihre anmutige junge Freundin würbe wich gewiß darin unterstützen, alles so einznrichten, wie Sie eS lieben."

Nur haben Sie vergessen, gnädige Frau, wa? ich Ihnen vorhin von dem unüberwinblichen Hindern''? sagte, das sich der Vollendimg meines Bi des vorläusig noch entgegenstekit? Oder soll ich vermessen genug sein zu hoffen, daß Ihre Worte mehr bebenten als nur eine liebenSwürbige Einladung daß sie auch eine köstliche Verheißung in sich schließen?"

Mit einem vieldeutigen Lächeln blickte sie vor sich nieder.

.Eine Verheißung? Ich weiß nicht recht, Herr Buchner, was Eie darunter verstehen."

O, Sie wissen es wohl. Und jetzt ja, jetzt lese ich es auf Ihrem Gesicht, daß Sie großmütig genug etn wollen, meiner verwegenen Bitte zu willlahren. Sie werden mir gestatten, meinem ,Lrrlichck' Ihre Züge zu geben nicht wahr, Sie werden eS tun?"

SBenn ich Sie wirklich nur um diesen Preis für einige Zeit an Schloß Erlau fesseln kann

öMitiot MrwtMl.

Laibach, 22. Ian. Ms Ergebnis der SBet» mittlunasverhandlungen der hier weilenden amerila- nschen Offiziere wurde zwischen der slowenischen Ratio« nalrcgierang und der Regierung Kärntens ein unkünd« barer Waffenstillstand vereinbart.

Bern, 21. Jan. DemCorriere della Sera" zu« otge nimmt sich die durch den Zusanunenschluß vee« lchiedener katholischer Verbände gebildete katholisch« Volksvartei in Italien das deutsche Zentrum zum Vorbild. Ter Umstand, baß die angesehensten ffae holiken in Italien sich bet Partei angeschlosfen haben, beweist, daß der Vatikan ihre Bestrebungen billigt.

Die teittungen der Blockade.

Berlin, 2L Jan. Die Wirkungen der Blockade während des Krieges auf die Sterb­lichkeit in Deusschlanb, namentlich vom Herbst 19'8 dis Ende 1918. sind inzwischen genauer festgestellk worden. Die Zahle« sind weit höher, als bisher angenommen wurde. Es hat sich d'e erschreckmde Tat­sache ergeben, baß mehr als 500 000 Todes­fälle lediglich auf Crnährungsschwierigleiten zurück« zuftivren sind. Die Feststellungen sind mit der größ­ten Vorsicht getroffen und geben eher eine zu Heine als zu große Zahl. Es handelt sich besonders um schwache Frauen, alte Leute und Kinder. Die inbiret» Len Folgen bet mangelhaften Ernährung, die sich n. a. in erhöhter Sterblichleit der nächsten Jahre beift* sich zeigen werden, lassen sich nicht in Zahlen fasse«.

Der frühere Bierbund und der BLlkcrhmid.

New York, 21. Jan. (Reuter.) In einer Unter­redung mit dem Korrespondenten derAssociated Pr-ß" 'n Paris er Tf arte Lord Robert Cecil, daß De" tackst and, Oesterreich, Bulgarien und die Türkei dem Völker- bnndbeitreten könnten, sobald die übrigen Mächte überzeugt seien, daß die echemalig-n Vierbundir ächte berecht'qt wären, ihren Platz unter den jubett gen Nationen der Welt einzunehmrn. Als Cecil ge« beten wurde, das W->rtzuverlässig" näher zu kenn- 'eichnen, sagte er, daß in bezug auf Deutschland der Prüfstein b:e Unabhfinoigkeit der Regierung von milk- 'ärlseher Oberaufsicht fein würde. Es wäre Par, daß ^e'.'is-chlanb nicht zngelassen werden könnte, bevor ei Ordnung in dem jetzigen Chaos geschaffen hafte tnb bevor man wisse, wie seine neue Regierung ans-, sehen würde. Bei Oesterreich liege der Fall ganz anders als bet Deutschland und zwar bestünden große Schwierigkeiten in diesem Lande, da das Land durch! die Revolution a'.rSeinanberoer'ft:n |ei, lvissrend Deutschland bisher zusammengehalten habe. Cecil 'agte, wahrscheinlich würden sich aus der österreichischen Monarchie getrennte Cinzelstaa'en erg ben. Auch Hier müßten stabile, zuv-r'fi'sige Reg'eri'ngen g-bildet tret« den, aber es bestehe kein Grund, weshalb die verschie­denen Staaten nicht dem Bunde beilrcten sollten, wenn 'aber einzelne sich dazu als geeignet erwiesen habe. Oöhmen z. B. weise mehr Zeichen bestehenbet Ord­nung aut als bie anderen Staaten, lieber die Türkei Stute man nichts Vorhersagen. Aehnltch würde es sich mit Nckgarien vcrbalten. Zi'mfihst müsse man wissen, b Bulgarien den Gcbanlen, bas Preußen des ValkanS ,;u sein, auszcgcben habe.

Die Berforgung Deutschland, mit Lebensmittel«.

London, 21. Ian. Reutet meldet, daß in zwei bis drei Wochen deutsche Handelsschiffe unter bet ßoito rolle der Verbündet.» wieder auf See fahr n werden, bauptfuchlich um den früheren 7f»inden der Verbündeten ° benemittel zuzufithre«. Es gejcb he sowohl int ^nteresss der Menfchlichkeir als auch im Interesse bet 'i'fcntlichen Ordnung, daß bestiwmt.'n befreiten Ge­bieten und den feludlichen Ländern baldige Hilfe ge­bracht würde. Di: vam Obersten ^riegsrat ernannte Lebensmittel- und Cchiffahttskammisstan habe sich vor kurzem nack» Trier begeben, wo ste mit der deuisch n Ab- erbnung, bei der sich auch Regierungsbeamte und Ver­treter dar Schifsabrt befanden, zujainm ngrkommcn fei. Wegen der nicht geordneten Zu st finde in Deutschland seien die Delegierten der Verbünd ten !m Zweifel gewesen, ab iraenbeine stabile Autorität vorhanden sei. um ein Ileb reinkamm-n verbindlich ah- ziischließen. Ader die deutschen Delegierten hätten be­weiskräftig dargeleat, daß ste in Kr Lage stad bindende Verpflichtungen einzugelen. Es fet beabsichtigt, daß Dcutnbland eine wesentliche Menge Lebensm'ttel, ins« besondere Weizen, Fett und kondenfierte Milch, kaufen und einfiihren darf. Tte Konferenz in Trier fei als erste Gelegenheit, bei der britische und deutsche Zivilisten feit Krieosbeginn ta V rhandlunge« traten, bemertensmert gewesen.

Eine Empfindung heißester Freude durchströmte 'ernt Seele. Und er dachte nicht daran zu prüfen, 'b es wirklich nur die Freude des Künstlers war, der 'lötzlicyxeinen seiner sehnlichsten Wünsche ersSlsi und 'ich finem fast schon verloren gegebenen Zt le wie durch ein h-ldeS Wunder entgegen getragen sicht. Mit einer Dankbarkeit, deren ?leußemngen etwa? (eiben» chaftlich Stürmisches hatteit, ekgrisj er die Hand der 'utwen Witwe unb drückte seine Lippen auf die feine, veiße, zart b-iftenbe Haut.

Wie glücklich Sie mich machen! Unb Sie wer­den dies Versprechen nicht z"r"cknehm?n- Ihre gwß- müti'e Zusage wird Sie nicht gereuen-"

^Nur an Ihnen könnte es liegen, wenn es ge» ichähe. Aber geben Sir meine .-mp> frei" fügte sie leiser hinzuwir sind nicht p»chr allein, unb ich verm 't«, Fräulein M^raaretc beobachtet «ns nicht erst seit diesem Augenblick."

Er gehorchte und folgte mit ben Augen der Richtung ihres Blickes. Da gewahrte er Margarete unten im Park, nahe genug, daß sie von ihrem Standort auS jede Dewegung der beiden hätte broöachlen können, wenn auch der Klang ihrer Worte wohl schwerlich bis zu ihr gedrungen war. Ihr Gesicht war jetzt halb abgewcndet. so daß Hubett nichts von dem Aufdruck i" ihren Zügen zu erkennen vermochte. Sie schien tnschlüssig, ob sie sich entfernen ober näher kommen otlte. Mer gerade in dem Augenblick, ba Frau von Darndal ihren Namen rief, wandte sie sich mit einer raschen Bewegung ab unb war im nämlichen Nkomcnt hinter bem dichten grünen Laubwerk der Hecken ver- chwnnden. »

(Fortsetzung folgt)