■v ■ . mit bau Jtxcisblatt für die Kresse Marburg und Kirchhain
Tägeszettung für (bas früher kurhesslsche) Oberhefsen
t -'irTriri niMawrnrninr m iwitiBwii iijihm— im r~
Ivie „ObetbeffifAe 3# i tu na" erscheint sechsmal miickentlich. — De? I Vezn««vrei» hrträat »lertelf. durch die Palt (ebne Bestelloelv), 8.75 Jl.I -n h« Stadt Mardnra frei tu«f>a:U 5.75. bei unseren Zeitunqsstellen auf dem I V«n*e 8,6; .4. — fitrlag » n Dr. C. Hitzeroth. Markt 21/23. Fernspr.SL.f
Marbura
Tonnerstaq. 23 Jannar
IDer >n,«iarnprei« betrügt fir bte 8gei». Zeile 10 /- amtliche, auawirtia- n. Sammet-Anz. 4) 4. ■ 10'/. Wttea»|uid>laa. Reklame,eil« 1 Jl, Jeder Rabatt ailt al* Barrabatt. — Bei Auskunft but* die Geichättrstelle a.fierw»tttung der Angebale 35 J EandergebShr. — Postscheckkonto: Rr. 5C15 Amt Frankfurt a. M.
54. Mrg.
1919
Erstes Blatt.
5« 6ütnrtii$ btt ffle'ltn.
M 8-ztnkdemokrate» gegen 233 Bürgerliche. — M Labiale nnb bürgerliche Demokraten gegen 155 RichtdemokraLe«.
Berlin, 22. Ja». Rach nichtamtlichen Mel- tztmgen fetzt sich die Nationalversammlung folgendermassen zusammen:
Dentsch-national« Lolkspartci . 34
Thristlichs Volkspartei ... 88
Deutsche SLolkspartei .... 23
Deutsche Demokratisch« Partei , 77
Sszial-emokratische Partei . . 164
Analch. sozialdemokr. Partei . 24
Fntktionskose ......II
I I JJII —MBT Toren, die dem Bürgerblock zugute kommen. Wenn man sich die Vorgänge in Berlin seit der Revolution vergegenwärtigt, so wird das Ergebnis noch besonder« erfreulich stimmen. ES legt weithin Kunde davon ab daß grade auch in der Reichsbauvtstadt starke ®e - genkr äste gegen alle revolutionären spartaki(tischen Machenschaften wirken und sich geltend zu machen suchen.
Meinst.
Die Entscheidung für den Tagungsort der deutschen National-Bersammlung ist gegen Berlin ausgefallen. Gesiegt haben die sehr eindringlich und nachdrücklich in Berlin geltend gemachten süddeutschen Einflüsse. Die jüngsten Ereignisse in Berlin sind ausschlaggebend für den De- schlutz gewesen, die Nationalversammlung nicht den Fährlichkeiten demonstrierender radikaler Elemente auszusetzen. Auch die stärkste Truppenmacht würde
421 Sitze
Die Fraktionslosen setzen sich zusammen aus 4 Welsen. 1 Vertreter der Bauern- und Arbriter- tzemokraten, 4 banerischen Bauernbündlern und 2 Vertretern des Wsirttemb Bauern- und Biirger- tunde?. — Von den Fraktionslosen wird man 10 W den Richtdemokraten rechnen dürfen.
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Pofen: D.-Rat. Bolksp. 61 000 (5 Sitzes. Bern. 48 MO (4 Sitzes, D. Bokksp. 29 600 (2 Eitzes. Soz. 24 217 (2 Sitzes, Christi. Bolksp. 16179 (1 Bitz) Die Listen der Demokratischen Partei und 4er Deutschen Volkspartei einerseits und der Peutschnationaken und Christlichen Volksaprtei andererseits waren gebunden. In einer Anzahl w» Bezirken fanden keine Wahlen statt.
Kiel: Soz. 368561 (5 Sitzes, Dem. 2195.35 P Sitzes. D. Bolksp. 62 519 (1 Sitzt, D.-Rat. Volks- Partei 60806 (1 Sitzs. Bauern- «. Demokr. Partei 87 482 (1 Sitzs. Anabh. 2669 (keinen Sitz), Christ!. Bolksp. 8083 fkeinen Sitzs.
Duisburg, 22. Jan. Die Wahl zur Natio- AtlverfammIunH wurde in Hamborn in 34 von 39 Bezirken, im Landkreis und in der Stadt Dinslaken in sämtlichen 4 Bezirke», in der Bürgen «tsterei Wallum in sämtlichen 4 Bezirken und in de« Begirken B'-ückhnusen und Bünne, d. h. in ins- tchtmi 48 Wahlbezirken gewaltsam gestört, N datz die Mahlausübung nicht statt finden konnte. Sß ganzen kommen in den ausgefallenen Stimm- »Hirkcrr 58 bis 60 000 Wahlberechtigte in Frage.
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Ak WEM $88 Ser’in.
80« nnfetiit parlamcntarischeu Vertreter.
Sine nicht geringe, für das Bürgertum ebenso freu» <6t, wie fdr die Sozialdemokratie schmerzliche lieber Äyiung bietet das Ergebnis der Wahlen zur Rational- *krfMM»lu»q in Berlin selbst. Hier, in der einstigen
Hochburg", in der unter dem früheren Reichs- UKtvaliirecht eine Mitbewerbuug der nichtdemorrali M« Parteien st> gut tote ausgeschlossen war W es nunmehr möglich geworden, dost alle drei aui Plan erfchirneuen bürgerlichen Parteien mit je Arut Abgeordneten ans dem Kampf hervorgehen. Wt Deutschnarisnslen entsende» Wilhelm 8 aber« die Deutsche Voiksvartei Wilhelm Kahl und « Edttstliche Bollspartei Dr. Maximilian P > rif- itr alv bürgerliche Vertreter Berlins in die National- Mfmnmlung. Geradezu überrasche nud ungün- elf. fcaeen tu Berlin die Demokraten abge- ich»rtten. Sie vermögen mir zwei Vertreter, Fried- "S^üuawnn nud Gustav Hartmamn, in die Rational- dkkMMLlung zu entscudeu. Berlin war einst eine Eie Stütze der Demokraten^ sie hoben ihren Profit mehr an die Sozialdemokraten abtreten
Von sämtlichen Berliner Wahlkreisen konnte *• eüife LLermächtige Freisinn nur noch den 1. Stadt» JWtreii das Reglernngs» und Schloß-Viertel, halten. !r;r auch dieser Berliner Wahlbezirk konnte nur unter rfttanimenfafsung aller bürgerlichen Kräfte gegen die MMlvemokratie verteidigt werden. Es ist ein erfiaun«
Erfolg des Bürgertums, daß es nunmehr möglich die nichtdemokratischen Stimmen viejenigen F Demokraten noch überflügelt haben. Was r? beißt, kann eigentlich nur der inne werden, der 1-7 ausgezeichneten und mit ungeheueren Geld» kf'ttelugespeistenWahlapparatderBer- u^er Demokraten' kennt. Die nichtdemolrati» ff1- Parteien nrugten mehr oder minder ihre Organi- hi Berlin neu ausbauen. Unter diesen ümnän» ihr Erfolg immer schwerer.
Kelche Wirkung das System der List en-Ver- 2*0“«# hat. zeigt das Berliner Wahlergebnis in yc*i»vrer Schärfe. Würden die drei nichtdemolrati« y« Parteien, die Teutschnationalen, die Deutsche gitobattrt nnd die Christliche Bolkspartei, keine k«ena8erLindung eingegangen sein, so wären die
Bolkspartei nnd bie Christliche Volk-Partei r'"ett Vertreter hervorgegangen, während die ckrsoziolisten statt nunmehr fünf deren sieben errangt hätten. Durch die Listen-Verbin» H y”6en bie Sozialdemokraten zwei Sitze »er»
solche Dinge nicht hindern können oder aber, wenn sie zu Waffengewalt schritte, Blutvergießen Hervorrufen und damit erst recht den Fortgang der Arbeitest der Nationalversammlung in Frage stellen
Die Wahl Weimars als Tagungsort der Na tionalversammlung ist lediglich von politischen Ge stchispunkten aus zu betrachten. Man muß sich ver- gegenwärtigen, welche Aufgaben die Nationalversammlung zu erfüllen hat. Sie hat Entscheid düngen zu treffen, die das Geschick Deuischlands und der Deutschen auf Jahrzehnte hinaus bestimmen. Eine neue Einheit ist in einer neuen Per. fassung zu schaffen. Eine solche weitgreifende Ar. beit kann nicht im Strudel politischer Leiden schäften, kann nicht im gärenden Berlin gedeihlich gefördert werden. Die Riesenstadt Berlin wird in den nächsten Monaten viele Taufende Arbeitsloser beherbergen müssen.
Kundgebungen aller Art. von denen jo schon der Rätekongretz einen Vorgeschmack gab, würden den Gang der Arbeiten der Nationalversammlung ganz gewiß nicht fördern könnyn. Darauf aber kommt es in allererster Linie an, daß di« Arbeit die geleistet werden muß, beschleunigt wird. Es gilt rasch au» der Revolutionsepoche in diegesetz- mäßige hinuberzukommen. Es gilt ungesäumt, eine vom Willen des Volkes bestellte Regierung und Reichsgewalt zu schaffen, und es gilt damit die unerläßliche Voraussetzung für die endliche Herbei- führung des Friedens sicherzustellen. Wir wissen aus den mit der Führung der Friedensverhandlungen betrauten Kreisen, daß sie in der Tatsache, daß nicht Berlin, sondern Weimar der Ort der Nationalversammlung ist, eine wefentk'ilhe Förderung ihrer Arbeiten erblicken. Wir müfien auch dem Ausland« gegenüber zeigen, daß wir im Lande noch einen Ort besitzen, in dem die Kultur alle, deutschen Stämme wie in einem Kleinod gefaßt er scheint.
Gegenüber diesen Erwägungen müßen die Bedenken rein technischer Natur, di« sich beim Betrach ten der Verlegung der Nationalversammlung von Berlin nach Weimar unwillkürlich aufdrängen, zurücktreten. Diese Bedenken sind gewiß nicht gering zu schätzen. Man stelle sich vor was es heißt in einer Stadt von einigen 30000 Einwohnern, ein Parlament, das mit allem Zubehör auf etwa 2000 Personen zu berechnen sein wird, unterzubringen und was es insbesondere heißt, den publizistischen Notwendigkeiten der geordneten Berichterstattung nachzukommen. Es werden der deutschen Press« damit Aufgaben von ungeheuerer Schwer« zugemutet. Aber auch sie werden nnd müssen überwunden werden. Soweit die Reichsstellen in Betracht kommen, werden alle Maßnahmen getroffen werden, um die Beratungen und ihre öffentliche Wertung sicherzn- stellen. Nicht nur daß zwischen Weimar und Berlin täglich mehrere, im Friedenstempo laufenden, Schnellzüge verkehren werden, denen sich Kurier- züge anschließen, bie neben den Vertretern der Re. gierung auch den Vertretern der Presse zugänglich gemacht werden sollen, wird ein Riesennetz von Telegraph, und Telephon-Drähten nach Berlin ein. gerichtet. Die Berliner Vertreter der deutschen Presse werden mit all ihren umständlichen App«, raten, mit Fernschreibern und Fern-Druckern nach Weimar übersiedeln müssen. Sie müssen aber auch ihr Berliner Büro aufrecht erhalten. Dadurch ent« stehen namentlich für die mittlere und kleiner« Presse Deutschlands außerordentliche finanzielle Opfer, die nur im einheitlichen Zusammenfassen der Arbeitskräfte getragen werden können. Die deutsche Presse wird aber auch dieser Riesenaufgabe, die an sie herantritt, gerecht werden.
Dos oberste Gebot für bie Nationalversammlung ist: sachliche und rasche, dabei gute und ersprießlich« Arbeit zum Segen und Wohle de» deutschen Volkes. Hoffen wir, daß der Geist der Klassiker, der über der Nationalversammlung schweben wird, sich auch kündet in dem großen Werke,
das für die Kultur im neuen Deutschen Reiche zu erbauen ist.
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Berlin, 22. Kan. Dem Staatssekretär des Innern Dr. Prenß ist folgendes Telegramm der Stadt Weimar zugegangen: Der Reichsregierung, die Weimars alten Ruhm durch die Einberufung der verlas» sunggeb-nden deutschen Nationalversammlung in Weimars . Mauern ehrt, huldigen freudig bewegt, doch in voller Erkenntnis der ihnen auferlegtcn Verantwortung die Gemeindebehörden von Weimar. Oberbürgermeister Donndorf.
Weimars 21. Jan. Die Nationalversammlung wird im Hoftheater tagen. Schon jetzt werden die Telegraphen- und Telephonverbi-'dnngen zwilchen Berlin und Weimar so vermehrt, daß sie allen Anforderungen genügen sollen. Die Postanstacken werden vergrößert, für die Unterbringung von 2000 bis 3000 Personen, die die Nationalversammlung nach Weimar führen wird, wird von Amtswegen gesorgt werden. Endlich werden die Zigverbindungen mit Weimar außerordentlich vermehrt. Das gilt auch für den Pressedienst und die Pressevertreter, denen ton Regie» rungsseite jegliche Erleichterung ihrer Arbeit und ihr bequemes Unterkommen gesichert ist.
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Bern, 21. Jan. Tie Pariser „Information" glaubt annehmen zu dürfen, datz der allgemeine Friedenskongreß im April ein berufen werden könnte. Die Friedenskonferenz werde zweifellos nicht mehr lange dauern, weil, die feindlichen Mächte den Beschlüssen ganz formelle Klauseln ge- genübcrstellen würden, deren Verwerfung sie kaum überraschen würde. Sie würden sich lediglich auf eine Annahme der Beschlüsse der Verbündeten beschränken müssen. Angesichts der Tatsache, daß also ein Widerstand gegen da« den Feinden auf- »uerltgenbe Faktum nicht« nützen würde, könnte der Friede wahrscheinlich im Mai unterzeichnet werden.
Stockholm, 22. Jan. Tie schwedische Presse aller Richtungen fordert immer energischer eine Beteiligung der Neutralen an der Pariser Konferenz So schreibt „Sorialdemokraten" es sehe leider so aus, als solle der Pariser Kongreß eine Versammlung werden, auf der die Großmächtc der Welt ihren Willen diktieren wollten, auch in der für die ganze Menschheit so vitalen Frage des Völkerbundes. Das Blatt fragt, warum keine Antwort auf den Antrag der nordischen Staaten auf eine Teilnahme an der Konferenz gegeben worden sei. „Svenska Dagbladet" betont, die Neutralen hätten unbedingt das Recht, zu fordern, daß sie in den sie berührenden Fragen gehört würden. Das Black sagt: Man irrt sich, wenn man glaubt, wir würden UN» bei dem beruhigen, was bisher geschehe ist.
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Die russische Fraqe.
London, 21. Ian. Reuter erfährt mit Bezug auf ein Mißverständnis, das über die Haltung Llovd E-orges gegenüber Rußland und der Friedenskonferenz entstanden zu fein scheint, daß der Vorschlag des Premierministers nicht dahin ging, daß Lenin und Trotzki eingeladen werden sollten, als Vertret t auf der Friedenskonferenz zu sitzen, sondern baß die verbündeten Regierungen in Paris die vollständigste und zuverlässigste Aufklärung bezüglich der Lage in diesem Lande dadurch •'tbalh-n tollten, daß Vertreter aller Teile der össentlichen russischen Meinung nach Paris kommen sollten, um ihre Ansicht zum Ausdruck zu bringen. Die» ist nicht dasselbe wie ein Vorschlag, baß sie zur Friedens- konferenz eingeladen werden sollten
Sern, 21. Ian. Der „Temps" meldet, datz das madagassische Bataillon Obenheim am Rhein besetzt hat.
Die Zeitung „Republique de Lyon" meldet aus Chalon sur Saone, daß dort ein Transport deutscher Lokomotiven, darunter sehr starke, die für den Schnellzugsverkehr Paris—Marseille eingestellt werden sollen, eingetroffen ist.
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6rniW|t MlttW».
Berlin, 22. Jan. Major v.Lützow ruft aus zur Bildung eines ,LNtz 0 wschen Freikorps" mit Genehmigung der Reichsrcgierung. Er wendet sich bc- anders an ehemalige Angehörige des Jns.-RegtS. ton Lützow Nr. 25 und der Jägerwaffe. Meldungen bei der Garde-Kav.--Sch2 tzen-Divijwn.
Berlin, 21. Jan. Tie Garde-Kavallerie-Schü« fen-Tirision teilt zu dem Befund der Leiche Liebknechts mit: Ter Befund hat ergeben, daß „Tie Freiheit" ihre Darstellung ohne sachlichen Unterlagen aus parteipolitischen Gründen veröffentlicht halte. Wie die Division weiß, ist der namhafteste Führer der U. S. P. D. nach der Obduktion selbst zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Tötung Liebknechts als Hgita» tionsstoff „leider" nicht länger verwendet werden kann.
wer.,
Au« der sozialistischen Republik Seemen.
Bremen, 22. Ian. Im A.- und S.-Rat macht» Jörn bk Mitteilung, baß er auf Grund bet in bet diesigen Relck>sbank liegenden 1.35 Millionen Gold für sechzig Millionen Mark Note, drucken lassen wolle. Auf Grund diese« 6o(boeee rate» und auf Grund des angckünbigttn Masienaus- standes wolle man bie Revolution weiter aufbaue«. Der Leiter des Volkskommissariat» für die Finanzen macht Mitteilung, daß die Bremer Generalkaste imi noch über 2% Million-« Mark verfügt und daß blf zum 23. Januar 41 Millionen beschafft werb« müssen, daß aber am Mittwoch bereit» da« Gelb zu Ende fein werde. Die S tflner Großbanken w <• • gerten sich, Kredit zu geben. Auch vom ' >- willartat für ErwerbslosenfUrsorg: wurde mligeteilt, daß zur Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung kein Geld vorhanden sei. Der kommunistische Vorschlag auf Schaffung von bremischen Notgeld wurde von den U. & obqelebnt Man könne wohl Banken besetzen, sei abet nicht in der Lage. S-beusmittel dadurch berheizuichaf»««. kttit einen Waggon Notgeld werde man außerhalb Vremen, nichi einen Waggon Kattosseln bekommen. Die kommunistische Partei ließ erkläre«, daß sie erfien den 9fntroa stimme und tbr< sämtlichen Mib» ol!--der von der Regierung zurilckziebe. $anit 'ielt Henke eine lange Rede, in der er erklärte, nein bie Kommunisten aus der Regierung austreten, würden die Ilnahllanatgen die Verantwortung allein nicht übernehmen. sondern auch zur^cktreten. Dann gehe alle« mm Teufel. Seine Ai'sfübmngen wirkten derartig, be-ß die Kommunist-n beschlossen, it-ren Mitgliedern bk ^hffftnmuna freizustellen. Der Antrag auf Schaffung einer bremischen Volksvertretung wurde dann gege« mir 17 kommunistische Stimmen angenommen. W-ike wurden die Vorzensur und der Belagerungszustand oufgehoben. Zu diesem Ergebnis bat vor ollen chsn-wn die Erkenntnis beigetragen, daß di« seit gestern in Bremen herrschenden Zustande unhaltbar geworden sind. Nachdem sich einzelne kommunistische "fement» aestern in d«n Besitz sämtliche Waffen (, ieht batten, sind sie s-n-te dazu i-ü-rgegangen, au» d»n stasemen bt» Bekleldnngsst ficke und Brot fort «ufibef» f e n. Eines der radikalsten Mitglieder der lluabhSngi, gen fgh sich zn der Meldung genötigt, daß in Breme« b>«s Raubgesindel bte Oberhand gewIun«. schließlich wiwd^n noch zwei Delegierte gewählt, bk mit der hraunichweigsscheu Regierung über stonsti» *uf runa und Abgrenmng der fefssstöndigeu Rennbliken und über eine gemeinsame Aktion der A^- nnk S.-Räte gegen die Regierung Ebert-Scheide m a n n beraten fallen. Der von den Kommunist-« ck-r heute proklamierte mehrtägige G-nercsstreik ist v. den Anfängen stecken geblieben Rur auf der Akite» geselsschast Weser und den Atlaswerken ruht Re Arbeit nallskd'ndia. Anderen Betrieben hatte man heute früh den elektrischen Strom abgeschnitten. S'roaffnete Av s>e!terpatrouillen zogen in einzelne Betriebe und vernichten dort die Einstellung bet Arbeit zu erzwingen. ohne Erfolg zn erziele«. Rach dies-m Miherfolx iah sich bk Streikleitung genötigt zu erklären, daß bei streif abgebrochen werbe.
M »Mdm-SMmm".
Lange und bange Monate, nachdem der Wasscu- stittstand geschlossen worden ist, werben die ersten Anzeichen dafür sichtbar, daß der Weltfrieden an bie Stelle des Bölkerkrieges treten soll, und mehr und mehr bekommen wir einen Begriff davon, wie sich dieser Nebergang vollziehen wird. Viele Hoffnungen und Erwartungen werden dabei bitter enttäuscht. Von den Anhängern und den Verfechtern der Verständigungj- votttik ist dem Volke eine ganz andere Wirklichkeit vorgespiegelt worden. Statt der Waffenruhe erleben wir eine steigende Vergewaltigung, und während der Generalissimus Fach jeden Protest mit dem Hinweis aus den noch andauernden Kriegszustand zurückweisi, ist in Varis die Friedenskonferenz eröck« net worden. Ihr Beginn ändert nichts cn der Lage. Denn sie ist ein völlig «inseitiges Verfahren, von dem die Mittelmächte gänzlich ausgeschlossen sind. Wenn die deutsche Regierung «ine Friedensabordnun- gewählt hat. bestehend aus Herrn Scheidemann und dem Slaatssekrelär Grat v. Vrockdorff-Rantzau, so ist das vorläufig nichts weiter, als eine reine Demonstration. Denn auf eine Einladung zur Teilnahme an den Friedensverhandlungen wird unsere Abordnung noch fang« zu warten haben. Während bte Pariser Konferenz den öeltfnebe« berät redete bet französisch« Generalissimus mit unserer Waffen still standSkomm ib sion in Trier immer nach in dem brutalen Ton bei Siegers und des Machthabers So zeigt uns b« Wirklichkeit ihr Gesicht, ein Gesicht hon unerbitterlicher Hätte und nicht das Antlitz von milder Versöhnlichkeit das die deutsche» Verständigungspolitik« dem SSolU als das leicht erreichbare Ziel vormalten.
Wie das erste und letzte Wort der Wafsenstill» kandsverhandlunge» Gewalt laufet so wird auch d-e Friedenskonferenz nichts weiter als ein Gewalt» oft fein. Nicht eine Friedenskonferenz ist in Pans zusammengetrefen, foadern ein internationaler Gerichtshof, der über die Mittelmächte und im besonderen über Deutschland aburteilen will. Ten Ton des Gerichtsverfahrens hat schon der Präsident Poincare in seiner EcköfsnungSreüe angeschlagen, als et hervorhob, daß von den vertretenen Mächten keine ür den Ausbruch des Weltkrieges verantwortlich sei. Drn Beweis fsir ferro BehauLüurL Olwäit tickt da