NWM IMH
mit dem Kreisblatt fiii die Kreise Marburg und Kirchhain
Taarszetiung für (das früher kurhessische) Oberhefsen
Die „Oberhessische Zeitung" etWlnt sechsmal wöchentlich.
Der
■/» * ' Bezugspreis beträgt viertelf. durch die Post lohne Bestellaeld), 8.75 X. .,12. 1J in fter'Stcidt Marburg frei in« Hau« 3.75, bei unseren Zeitungsttellen cint dem Land- 3,6X. — Verlag »an Dr. r. Hitzerath. Markt 2V24. Fernfpr.55.
Marburg
Eonnslbkud, 18 Jammr
5
1919
Der Anzeigenpreis betrigt fit bte Bgefo. Zeile 10 ; amtliche, auswärtig« qnr,_rt u. Eammel-Änz. 4<t n 10'/, Kriegszuichlaa. Metlamrutle I X. Jeder Rabatt vUI/l|ji gilt al» Barradatt. — Bei Auskunft durch die G-ichSitsstelle u. vermittlnng der 1 «gebet« 26 4 Sandergediiht. — Postschrckksnto: 5tt. 6015 Amt Frankfurt a. Dl.
■■-■'Ml ...................
Bolkswehrl
Sämtlich für Samstag zu Sonntag bestimmt«, Wachen treten
Samstag um 5 Uhr auf dem Rathaus» M.
Dir für Sonntag bestimmten Wachen finde« sich Sonntag morgen um 7.30 Uhr ggf dem Rathaus« ein.
Die Wacke fiie Sonntag zu Montag tritt Sonntag abend 7.30 Uhr ms dem Rathaus« an.
<r* - rbnrg, de« 18. Januar 1919.
Arbeiter- und Soldateurat.
Jäger-Bataillon 11.
Städtische Polizei Marburg.
Verbindung mit einer internationalen Schiedrge- richtspartel zu fördern, weil hierdurch allein der Zustand eines dauernden Friedens verbürgt wird.
Berlin. 17. Jan. Wie aus Bafel berichtet wird, beschloß die HZtlfche r . ■•Kg dem „Matin" zufolge, während etwa 6 Monaten eine Besatzung?- armer am Rhein zurückzulassen, die mit den übrigen Verbündeten Zusammenwirken werde.
London, 17. Jan. (Reuter.) Die Blätter melden aus Paris: Wie verlautet, hat die Konferenz am Donnerstag beschlossen, daß die österreichische Flotte nach Korfu fahren und dort an den französischen Admiral Tauchet ausgeliefert werden soll in ähnlicher Weise, wie es mit der deutschen Flotte an Beatty geschah.
den am Wettererfchetnen verhindert. Die Flugblätter der Demokratischen «nd bet Deutschnatio- nalen Volkspartei wurde» auf öffentliche« Plätzen verbrannt. Auf dem Augustusplatz loderten Scheiterhaufen bis in die Abendstunden. In das Büro der Demokratischen Partei drang eine Menge ein und vernichtete das Werbematerial. Soldaten wurden die Kokarden abgerissen, Offizieren die Achselstücke abgenommen, Wagen angehalten und nach den Insassen durchsucht.
---♦---
Marburs und UmgegenS-
Warburg, 18. Januar.
• Wie wird gewählt? Am Wahltag kann von morgens 9 Uhr bis abends 8 Uhr gewählt werden; aber puntt 8 wird das Wahlzimmer geschlossen,
Zm Interesse der öffentliche« Ruh«, Ordnung geb Sicherheit haben feglicke llmzii"« und Demon» sttatlonea bis zum 28. d. Mts. zu unterbleibe«.
---*---
Sie Lm im Htii
Der Arbeiter« und Soldateurat Marburg.
165 MdkkiMMM d.,M5WNUU
Berlin, 17. Jan. Dis Reichsregierung beschäftigte sich in ihren letzten Kabinettssttzungen unter Zuziehung des Staatssekretärs des Aeußern damit, die Abordnung zur Friedenskonferenz zu- fummenzustrven. Zu Leitern der Abordnung bestimmte sie den Staatssekretär des Aeussern, Traf Lrockdorff-Rantzau und den Volksbeauftragten Echeidemann. Ihnen wird ein Stab diplomatischer, wirtschaftlicher und rechtsnolitischer Referenten beigeordnet we'-den. Die Abordnung »ird in ihrer Zusammensetzung das neue Deutschland darstrllen. Auch über die Richtlinien, an die sich dfe deutschen Vertreter auf der Friedenskonferenz zu halten haben, ist Kla-Heit und Ueberein- stimmung erzielt worden. Vor allem ist sich die Reichsregierung der Verantwortung bewußt, die ihr durch die Annahme des Wilsonschen Programms arrserlegt ist. Wie sie alles zu dessen Durchführung Erforderliche nachdrücklich betreiben snd jede damit übernommene Verpflichtung cin- 'ird, so muß sie andererseits die Fordernn- -er bisherigen Gegner ab lehnen, die es Programm h i n a ü s g e h e n: sie darf die Grenze« wicht überschreiten lassen, die zur Behauptung der jungen deutschen Republik als Staat, Volt und Wirtfchafiskörper gezogen find. Sie muß ftzh v-.r Weiterführung des Wirtschaftskrieges nach ^eusschkntz widersetze«. Unsere $er« ueu sich dafür ein, daß alle wirtschaftlichen ha mpf maßnahmen sofort eingeftellt w«b die dadurch ^schädigten Privatrechte soweit als möglich wie- -erhergeftellt werden. Es wird unverzüglich eine !!-'f Billigkeit und Gerechtigkeit beruhende Vereinbarung über die gegenseitige Einfuhr von Roh - 4y f f 2 n und Lebens Mitteln zu treffen und tär dis Zukunft eine wirtschaftliche Annäherung «r Völker unter möglichst gleichmäßigen Beding- Wn anzustreben sein. Dazu gehört namentlich, Mi die Fragen des A r b «i t s r s ch u tz e s und der «rbri:ei7versicherung auf der Grundlage der auf den «tzteu internationalen Kongressen darüber gefaß- «n Beschlüsse von allen beteiligten Staaten mögest gleichmäßig geregelt werden. Weiterhin wer» unsere Per tretet zu erklären haben, daß Deutschland bereit ist, g e m e i ns a m mit den an- »nen Staaten zu Lande, zur See und in der Luft *" yu 18 |t e n anbx Verpflichtungen zur Ausfüh- dieses schwierigen Problems unter Voraus« ^rnz der Gegenseitigkeit einzugehen. Tatsächlich M Deutschland durch Ausführung der Waffen- pÄstarrdsdedingimgen seine Abrüst»ng schon völligen. Mm so weniger gerechtfertigt ist es, daß «Tete Gegner die kriegsgefangenen Deutsche« im» j*?1 noch hinter Stacheldraht schmachten .lassen, «»brend wir unsere Kriegsgefangenen freigeben
Delegierten find angewiesen, schon
Beginn der Verhandlungen auf Helmsen - fü » 8 aller gefangenen Deuifchen nachdrücklich zu kft ehen. Sie werden ferner für die Wiederein- Vu«z Deutschlands in seine laloniaten ^/chte im Rahmen des Wilsouschen Programms ■Nutttte« und dabei die Sorge für das Wohl der ^geborenen Bevölkerung aks gemeinfauie Pflicht te* Völker des europäischen Kulturkreises zu be- ^«n baden. Bei der Behandlung bei territorialen in Europa und Vorderasseu werden unsere Unterhändler das große Prinzip des Selb st b e- m m u n g s r « ch t s der Volker ebensowohl zu anderer anerkennen, wie sie cs zu Gunsten rt;t öe utlchsu Volkes in Anspruch nehmen müh L ^ies gilt besonders für die polnische und L e !s aß,lothringische Frage. Unsere i6r=:.teL't- schließlich cnaccicfcn, Mit allen
.Kräften die Errichtung des Völkerbun- 5 GelGs der Wilsouschen Vorschläge und in
Berlin. 17. Ja«. In bet Vollversammlung der Trotz-Berliner Arbeiterräte fnnb n Neuwahlen für di» Arbcitermitglieder für den Vollztrgstat in Berlin statt. Auf die Liste der Mchrheltssozialisten entfielen 346, auf die der llnabbängigen 331 und auf die der Demokraten 117 Stimm •’n. Gewählt wurden dementsprechend 7 Mehrbeitssozialisten, 7 Unabhängig« und 2 Demokraten.
Berlin, 17. Ian. Gestern nachmittag betraten zwei Soldaten die Zweigstelle der Städtischen Spar- kasse in der Auguststratze 28 und erklärten den beiden dort angestellten weiblichen Kastnangstellten, datz sie die Kasse besetzen müßten. Während der eine Sol. bat den beiden Mädchen einen Revolver vorhielt und sie so hinderte, H'lfe h»rbefturufen, raubte der ■’nb-re aus der Kasse über 24 000 tM. Dann schloffen sie die Mädchen ein und verschwanden mit dem geraubten Gelbe.
Leipzig. 17. Jan. Die „Leipz. Neueft. Nacht." melden: Die Stratzonbabnanaestellten sind beut- In b-tt Ausstand getreten. Der gesamte Stratzenbohnverkehr Leipzigs ruht.
Frankfurt a. M., 17. Jan. Die Exekutive des Frankfurter Arberterra^es, die gleichmäßig aus Mehrheitssozialisien und Unabhängigen zusammengesetzt ist, fordert den Rücktritt der Regierung Ebert-Scheidemann, die nichts getan habe, um dis Errungenschaften der Renolu'ion zu sichern. Nach nicht einmal der reaktionäre Geist in den einzelnen Verwaltungen sei beseitigt. Die Räleregie- rnng habe sich der Nationalversa: rmlung gegenüber das Recht der Auflösung zu wahren, wenn eine bürgerliche Mehrheit der Nationalversammlung die Ergebnisse der Revolution durch reaktionäre Beschlüsse zu beseitigen suchen sollte.
Der Tod Liebknechts und Rosa Luxemburgs.
Berlin, 17. Jan. Um in Sachen des Todes Liebknechts die Schuldfrage zu klä-en, ist zum Ee- ftchtsherrn der Kriegsgerichtsrat Kurtzig bestimmt worden. Der Fall Rosa Luxemburg soll im Interesse der Beschleunigung von einem anderen Kriegsgerichtsrat behandelt werben. Tie Reichsregierung hat angeregt, daß. in beiden Fällen der Vollzugsrat wie der Zentralrat je ein Mitglied damit betrauen sollen, an der Untersuchung mitzu- wirken und zwar hat sie dem Voll-vgsrat -».>.Goh- len, als sein Mitglied ikach Möglichkeit ein Mit- glied der «nabhängigen Sozialdemokratie zu bestimmen. Daraufhin hat der Zentralrat für die Untersuchung im Falle Liebknecht das Mitglied Hermann Müller, der Volkzugsrät das Mitglied Wegmann delegiert. Für die Untersuchung im Falle Luxemburg sollen die Vertrauensleute noch bestimmt werden.
Auf Veranlassung des Volksbeauftraqten Noske ist verfügt worden, daß künftighin allen Eefan- genentransporten zum Zwecke der Begleitung so viel Mannschaften beizugeben sind, daß von vornherein jeder Versuch der Flucht oder des Widerstandes aussichtslos ist und ohne Anwendung der Waffe gebrochen werden kaum Die Transporte sollen ferner stets in geschlossenen Wagen vor- genammen und nur älteren erfahrenen Mannschaften anveri'aut werden.
Berlin, 17. Jan. Die „Freiheit" fordert in einem an die gesamte Arbeiterschaft gerichteten Aufruf anläßlich des „Meuchelmordes" an Liebknecht und Rosa Luxemburg zum Prote st streik auf.
Hamburg, 17. Jan. In einer Versammlung der Kommunisten teilte ein Redner mit: Der Arbeiterrat beschloß für Hamburg-Altona und Uiußegenb für Sonnabend den allgemeinen Ausstand und eine große Kundgebung als Sympathie für Liebknecht und Rosa Luxemburg.
Leipzig. 17. Jan. Als Demonstration gegen die Vorgänge, die zum Tode Liebknechts und Rosa Luxemburgs geführt haben, traten heute die Arbeiter zahlreicher Leipziger Fabriken In ben Ausstand. Sämtliche bürgerlichen Zeitungen wur»
auch wenn noch Hunderte von Wählern ihre Zettel noch nicht abgegeben hätten. Darum empfiehlt es sich, daß die Wähler nicht erst Nachmittags ihr Wahlrecht ensfiben, sondern schon morgens oder mittags. Di« Wahl selbst geschieht in der gleichen Weise wie früher bei der Reichstagswahl Der Wähler betritt mit dem Stimmzettel das Wahllokal und läßt sich dort einen abgestempelten Umschlag geben. Nun begibt er sich allein in den Neben raum oder an den Nebentisch und steckt dort unbeobachtet einen mitgebrachten Stimmzettel in den Umschlag. Sodann tritt er an den Tisch des Wahlvorstandes, nennt seinen Namen und über» gibt den Umschlag mit dem Stimmzettel dem Wahlvorsteher, sobald der Schriftführer bei dem Namen des Wählers in der Liste den Abstimmungsvermerk eingetragen hat. Der Wahlvorsteher — nicht der Wähler — legt sodann den Umschlag sofort un- cröffnet in die Wahlurne. Damit hat bet Wähler sein Wahlrecht ausgeübt. Der Stimmzettel barf so viel Name« enthalten als Abgeordnete gewählt werben, also bei uns 15; er kann aber auch weniger Namen enthalten. Es ist ganz einerlei, ob 5 ober 10 oder 15 Namen darauf stehen. Es genügt, wenn nur ein einziger lesbarer Name der Parteilifte darauf steht. Gezählt werde« nicht die Stimmen, die für einzelne Abgeordnete abgegeben sind, sondern nur die Stimmzettel. Jeder Stimmzettel gilt nut als eine abgegebene Stimme. Wenn daher z. B. feine Stimmzettel der Partei da sind, kann man auf dem Stimmzettel einer anderen Partei alle Namen durMreicheu und einen oder mehrere Namen fctuei Partei darauf schreiben. Dieser Zettel ist dann gültig. Man darf aber nicht Bewerber von verschiedenen Partei- llsten auf einen Stimmzettel schreiben, sondern nur Bewerber einer Pattei. Die Namen der Bewerber kann sich der Wähler auch nicht frei wählen, sondern er muß sich für irgend eine Parteiliste entscheiden. Am besten ist es, man nimmt den Stimmzettel seiner Partei und steckt ihn in den Briefumschlag; dann braucht mau nicht zu befürchten, daß der Stimmzettel für ungültig erklärt wird. — Für diejenigen Wähler und Wählerinnen, die hier unbekannt sind, dürste ru sich empfehlen, irgend einen Ausweis über ihre Persönlichkeit zur Hand zu haben. Ferner weisen wir daraus hin, daß die hiesigen Zeitungen das Wahlergebnis morgen abend noch nicht bekanntgeben. Anfragen erübrigen sich alfo.
Weiter wird uns mitgeteilt: Die Erledigung des Wahlgeschäftes wird ungewohnte Schwierigkeiten bieten. Vom männlichen Wescklecht« sind es diesmal 12 Jahrgänge, die zum ersten Male wählen, dazu die gesamten weibsschen Wahlberechtigten und schließlich noch die Soldaten' weitere Schwierig'eiten erwachsen aus den umfangreichen Nachträgen, de« noch dem 6. Januar vom Heer Entlassene« und den zur Wahl berechtigten Ten tsch-Oe siet reichern. Andererseits sind die Wahl- bezirke verhältnismäßig sehr groß; in jedem dürften rund 1500 Stimmberechtigte wohnen, sodaß in der Seit von 9 Uhr vormittags bis zum erfien Glockenschlag 8 abend-s durchschnittlich gut 2 Stirn«-" :- der Minute ihre ordnungsmäßige GeV 'gr müssen. Werden aber die stilleren Zeiten, in der Mittagsmahlstnnde etwa, in Anschlag gebracht, so muß mit einigem Gedränge gegen den Schluß des Wahlgeschäfts gerechnet treiben, das die ruhige restlose Abwicklung gerade vor Schluß gefährdet. Alle Bevölrernngskreise der Stadt, denen eine ungestörte, nicht zu beanstande ade Durchführung der Wahl am Herzen liegt, sollten es deswegen für ihre Aufgabe halten, die Wahlhandlung tunlichst zu erleichtern. Das geschieht dadurch, daß natürlich jedermann sich möglichst frühzeitig an der Bali!stelle einfindrt, aber auch dadurch, daß, soweit irgend angängig, sich g a n z e Familien g e f ch l v s s e » oder mehrere Hausgenossen $ u | ammtn zur Wahlurne begeben; denn dadurch wird sehr viel weniger Zeit beim Nachschlagen und Ankreuzen in der Wählerllste gebraucht.
- Verleihung. Dem Oberleutnant im Feld- artillerie-Regiment Rr. 38 zu Stettin, Eerichts- asssssor Dr. Rohde, wurde durch eine ihm nachträglich zugestellte Verfügung vom 2. November 1918 da» Ritterkreuz des Hausorden» von Hohen» zollern mit Schwertern verliehe«.
8—OBgi UL JUL'l—WWHWMB 111111II I ' I —JI IWF I
* Deutscher Veamtenbund. Aus die gestern gebrachte Notiz „Deutscher Veamtenbund, Ortsgruppe Marburg" wird erwidert: Die Notiz behauptet, daß In der Versammlung Ende Dezember ein Beschluß gefaßt worden sei, wonach sich die verschiedenen Beamten und Lehrer verpflichtet hätten, keine Partei zu unterstützen, welche eine Listenverbindung mit allen bürgerlichen Parteien ablehnt. Der Antrag ist von keiner Seite gestellt, viel weniger aber darüber ein Veretnsbeschluß her- beigesührt worden. Den Mitgliedern Ist In dieser Beziehung vollständig freie Hand gelassen, da di« Ortsgruppe keinerlei Parteipolitik treibt.
• Zentrumsversammlung. Im gut besetzten Turnte» garten sprach gestern abend Herr Dr. Dessauer- Frankfurt für die Zentrumspartei. Der Redner gab zuerst einen Ueberblick über die ttostlose Lage; doppelt trostlos, well Unfriede Im eigenen Haufe herrsche und der Klassenkampf stärker tobe denn je. Der deutsch« Staat war ein stattliche» Hau». Es war nicht ostr» ichkecht. Viel Mauern waren wohlgefögt und feftqe» gründet. Und doch streiten wir heute um Trümmer. Wie konnte das kommen? Wir waren zuerst begeistert in ben Kampf gezogen: doch die Mühsal des Kampfe» dämpfte die heihe Flamme der Begeisterung zu de« mtldsren Feuer des Pflichtgefühls. Wir kamen auf Urlaub In die Helmat und sanden hort den Geist de» Wuch'rs und der Selbstsucht, und dach harrten rott au» In flandrischen Gräben. Aber mutlos und hadernd: mit hatten keine Ideale m-hr, für die wir kämpfte«. Es wurde dem ganzen Balke klar, datz die Gewalten, die uns in ben Kampf gerissen hatten, inn-rllch unwahr seien und also überwunden werden mutzten. So fände« die Männer, bk in einer Nacht das Afte stürzte«, willige Helfer — nur weil die Ide« der Eerechtigkeit in uns wach geworden war. Obwohl die Revolution im furchtbarsten Augenblick gekommen ist. obwohl wir Infafgebessen unter weit schwereren Bedlnaun» gen unserer Feinde leiden, hat sie uns doch vorwärts gebracht, indem sie der Id-e Ober die Materie znm Steg verhalf. Der Aufbau kann nut gelingen nach bett Richtlinien von Ausgleich und Vetläbnung. Dieser Ausglc'ch kommt zustande, wenn jeder Kopf- und Handarbeiter fein Bestes leistet zum Wohle de» Ganzen. Deuüchland ist von Natur ein armes Land. E» kann feine Bevölkerung nicht ernähren. Das bat un» der Krieg gezeigt: Rohstoffe fehlen uns bis auf Kohle« fast ganz. So müssen wir, was wir vom Ausland erhalten, ke-al'lrn mit deuisther Qualitätsarbeit und deutzch-m Geist. Wir müssen diese Edelarbeit auf» äusserste -steigern und können das nur. wenn wir ungehemmt arbeiten können und wenn jeher Arheitsklasft ihr Recht wird. Das ist Klasseuversöhnung. Rur eine Partei steht übet dem Klaffenkampf, weil sie all« Klassen umfast. Das ist die Zenttumspattei. Zwei Parteien gibt es mit idealer Grundrichtung, ben Sozialism«» mtt dem Gedanken bet Erlösung he» Proletariats. — «r wurzelt ganz im dt'sseits. — und da» Zentrum mit dem Ideal des Ehrlstentums. Und her Idealismus hat sich dutchaerungen. Unser« Zeitrichtung war anders, jeher dacht« zuerst an sich, jein« Kamille, feinen Stand und — bet Staat würde sich ichon leibst helfen. Wer anher» dachte, gatt als Natt. Chtiftus lehrt« die Nächstenliebe, das Zurücktreten de» einzelnen vor bet Gesamtheit. Weil es alle umfasst, tritt das Z.ntrum für alle ein. Aber nur insoweit G bi« Eiiizettuieteffen dem Gesamtroohl nicht Im Wege lind. Um die kargen Früchte unserer Arbeit würde un» ss.het noch eine plötzliche Sozialisierung aller Betriebe bringen. Sie i st ein Ideal, das nicht prinzipiell c-bzu- lehnen ist; aber über die Schwierigkeit bet Anssübrung sagt selbst Kautska: „Zn einet Sozialisierung her Betriebe geböte« soviel Iaht« wie Tag« zur. Vorbereitung einer Revolution." Sie mutz angestrebt werden, soweit sie im Intereffe der Gesamitzeit liegt. Aber wen« diese darunter leide« soll zum Vorteil bet Arbeiterklasse, wird das Zentrum immer nein sagen. Die tiefste Frage im Völketleoen ist die Frage der Kultur. Ein Volk bat die Stellung in der Welt, bi« feinem Innen leben entspricht. Wit habu uns schon vor dem Krieg immer mehr von den Quellen bet Kni» . tut, de« Christentum entfernt An die Stelle der christlichen Nächstenliebe setzten wir das eigene 3* Wer am meisten hamsterte wurde als tüchtiger Kerl gelobt Da» Gefühl für die Gem he» brutalen Egoismus wat uns verlöten in dem Matz«,
rote wir uns vom Christentum hatten. Schon
in bet Schule wurde nur das ....«fach gewertet, do» uns praktischen Nutzen versptach. Die religiöse Erziehung wurde beileite geschoben, und obwohl dieses materielle Spstem versagt hat. versucht sich diek Ent. micklnng dem Gesetze bet Träghett folgend tre tet fort- 'nleven Der Beweis nt " a.„Nmanns S-lmlvolit'k. Zwar bat man für ben nochgeg^ben, aber
aus bet Ibe« des Sozialismus uns Liberalismus al» Diesseitspolitik geht hervor, daß sie j'be Religion an» dem Dölkerlelen anszuschalten gezwungen sind. Aus dem chrtstlich n Prinzip erwachien dem Zentrum al» politilche Partei manche Norwiirfe. Das Zentrum wirb niemals frei f-in von dem Verkehr mit den Kirchen. Es wird bi« Kirchen schützen, ober sich seine Politik von ihnen nicht rwtschteiben lösten. — Rach einet kurzen Pause ethieli ein Mehtheitssozialist das Wort lut Aussprache. Zum ersten Ma!« wäre bet Idealismus bet Sozialdemokratie von gegnerischer Seite ge» roütbigt worden. Auch die Mehrheitssozialtsten arbeiteten jetzt für all« Klaffen, unb wollten eine Monopolisierung der Betrieb« in vernünftigen Grenz«« und' auf »iKenschaftltch bearbeiteter tbvutdlag«, Dtt