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Efrkonvention «1» erfebfgt Wir »offen eta Bgenes badisches Dolksheer tm Rahmen bet deuffchen Bundes«rmee. Präsident Kopf vertagte jobana di« Sitzung auf unbestimmte Zeit.

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W ialiem ®?ot?

Don unserem Berliner Vertreter.

Der Cpartakus-Terror ist nach einer Woche voll Angst. Schrecken und Flut für» erste in Berlin nunmehr niedergerungen, fürs erste! Ts wäre eine gefährliche Täuschung, annehmen zu wollen, daß die Epartakusgefahr in Berlin und 1m Reiche nunmehr beseitigt wäre.

Die Spartakusbewegung ist leine politische oder geistige Richtung. Cie hat sich in Berlin dnrch ihre Taten als nichts weiter als eine zu Zwecken non, wenn es fein mutz, unter Totschlag und Mord, Raub und Plünderung organiflerte Band« ent­puppt. Die Tausende zerschlagener Fensterscheiben, die Abertausende von Schußspuren an den Häusern, die ausgeplünderten Geschäftsläden und Cchau- lästen, die hingemordeten gefangenen Regierungs- foldaten geben davon deutlich Kunde, lind all das, weil die deutschen Bolschewisten die Presscfrriheil nicht wieder Herstellen wollten. Man kann in dem Kampfe, wie er sich jetzt in Berlin zugetragen hat. ein Symbol erblicken. Ohne Pressefreiheit kann das Volk auch keine andere wirtschaftliche und politische Freiheit erringen. Tie Spartakusgruppe hat sehr gut aus dem russischen Muster begriffen, daß Platz für Terror und Gewaltherrschaft erst go. schaffen ist, wenn jeder fich regende Widerspruch einfach geknebelt wird. Dazu ist eb-tt das beste Mittel, die Niederringung jeder anders de ikenden Meinung und ihrer Preffeorgane. Spartakus nennt dasgeistige Entwaffnung". Eine solche war für ganz Deutschland geplant, wenn der Aufruhr in Berlin den Cieg davongetragen hätte.

Die Epartakusgefahr lebt fori. Sie wird erst dann erlöschen, wenn die Regierung nicht auf halbem Wege stehen bleibt. Cie hat es unter dem Druck der Dinge allerdings begriffen, daß sie ihre Macht ausspielen mutz, wenn sie über­haupt weiter Existenzberechtigung haben soll. Es gab in der letzten Woche Stunden in Berlin, in denen für das Leben dieser Regierung kein Heller mehr geboten werden konnte. Daren in den ersten Tagen nicht Tag und Nacht Tausende von Regie­rungssozialisten vor dem Kanzlerhaufe Dache ge­standen, dann wäre es mit dieser Regierung bald vorbei gewesen. Aber auch nicht aus Berlin, son­dern von auswärts kam die Hilfe, die notwendig war, um das Schreckensregiment abzuwehren. Tau­sende von Spartakisten haben aber noch Waffen, haben noch Geschütze und Munition. Will die Ne­gierung nun auf halbem Dege stehen bleiben? Denn nicht, dann mutz sie sofort die restlose Entwaffnung dieser unruhigen Elemente durchführen, sie muh aber auch sofort der entkom­menen Führer, die ihre Anhänger tat Dreck haben fitzen lasten, habhaft zu werden suchen. Eher gibt es keine Ruhe: denn mit Sicherheit ist anzn- »ehmen, datz an anderen Brennpunkten des Reiches die bolschewistische Agitation neu au siebt. Wird die Regierung auch endlich einmal etwas tun, um die Propaganda der russischen Bol­schewisten in Berlin, die sich auch am Kampfe beteiligt haben, zu brechen? Wird fle insbesondere dafür sorgen, datz der Ausrührer Radek aus Deutschland hinausgewarfen wird?

Das Gefährlichste wäre es, wenn die Regierung die mit Hilfe einer straffen Coldatentruppe wieder erlangte Macht nicht restlos fich zunutze machen würde. Sie mutz diese Mach* auch weiter fest in Ihren Händen behalten. In wenigen Tagen sollen hie Wabken ?v « pg stattfinden.

Diese gilt es zu schützen. Wir find nach Lage der Dinge noch keineswegs vor veberrafchun- gen sicher. Die Truppenmacht mutz aber auch weiter beibehalten und verstärkt werden, um den Zusammentritt t>»r Natio"alveriammlung und den verlauf ihrer Beratungen ficherzustellen. Der Spartakusbund hat die Parole ausgegeben, diese Nationalversammlung mit allen Mitteln, auch mit denen der Waffengewalt, zu s p r e n g e n. Um das zu verhüten, brauchen wir eine zuverlässige Wehr. Richt ein innerlich zersetztes, sondern ein festgefügtes, diszipliniertes Heer, das wirk­lich aus Soldaten besteht, die mit der sol­datischen Waffe in der Hand Aufwieglern Ausrührern entgegentreten. Kein« RegierunL und sei es die eines noch so idealistischen Ctaats- wes:ns, kann auf die Geltendmachung von Auto­rität und Macht verzichten. Datz es gerade eine sozialdemokratische Regierung war, gegen die sich ein blutiger Kampf mit Maschinengewehren und Kanonen, mit Gasbomben, mit Minen und Granaten vollzog, ist eine eigenartige Tragödie der Weltgeschichte. Aber auch die sozialdemokrati­schen Idealisten haben fich nunmehr davon über­zeugen müssen, datzFreiheit, Gleichheit und Brü­derlichkeit" schwärmerische Phrasen find, solange sie nicht auf fester, moralischer G-undlage, auf dem Felsen des Rechtes und der^Ordnung stehen. Es wird immer Elemente geben, die gegen diesen Felsen anstürmen. Aber jede Regierung und jedes Volk, die sich ein solches Unterwühlen ihrer Stel­lung gefallen ließen, wären nicht mehr wert, als hinweggeschwemmt zu werden. Das deutsch« Volk hat zu viel gelitten und erduldet, al, datz es jetzt auch noch willens wäre, ein« solche Gewaltherrschaft zu ertragen, wie sie sich in dem Terror der Cpar- takisten-Grupp« offenbarte.

Der Kommandeur der ReglernngStruppen richtet folgenden Aufruf an die Berliner Bevölkerung:Die Earde-Kavallerie-Schützen-Dirision ist in Berlin ein- Marschiert. Berliner! Die Division verspricht Euch, nicht eher die Hauptstadt zu verlassen, als bis die Ordnung endgültig wieder hergestellt ist."

Israelitisch«, Gottesdienst.

Sonnabend, den 18. Januar: Vorabend 4,45 Uhr. Corrn. 8,30 Ähr. Rachm. 3 Uhr. Ausgang 5,50 Uhr.

Die Mlbewegm.

Da» deutsche Volk steht vor den Wahlen zur Nationalversammlung. Diese allein kann «ns den Frieden bringen; nur fie kann die errungene Freiheit in einer neuen Verfassung verankern. E» gilt den ungestörten Verlauf der Wah­len zu sichern. Pflicht eines jeden Deutschen ist es, hierbei zu helfen. Die Wahlfreiheit ist jedem Volksgenossen durch das Gesetz, insbesondere durch den § 107 des Reichsstrafgesetzbuches, ausdrücklich verbürgt. Nach dieser Vorschrift wird mit schweren Freiheitsstrafen bestraft, wer einen Deutschen durch Gewalt und Drohung zu hindern sucht, in Aus­übung seiner staatsbürgerlichen Rechte zu wählen oder zu stimmen. Die Reichsregierung wird jeder Störung der Wahlhandlung mit Entschiedenheit entgegentreten. Der es unternimmt, die Wahlen ta stören oder zu hindern, verstößt aber nicht nur gegen Gesetz und Recht, er versündigt sich vielmehr angesichts der unschätzbaren Güter, die durch die Nationalverasmmlung geschützt werden sollen, an der Zukunft de» Vaterlandes.

Berlin, 14. Januar.

Di« Reichsregierung: Ebert. Ccheidemann.

Der Zentralrat: Leinert. Eohen.

Berlin, 15. Jan. Wie Amtsblatt beS Reichs Postamts bekannt gibt, mfitfrn sowohl am Tage der Wahlen selbst als auch am Tage der Ermittelung deS endgültigen WableroebniffeS alle beteilig'«« Post­anstalten solange im Dienst bleiben, bis der zu er­wartende Verkehr erledigt ist. Dies gilt auch für die auf den Wahltag "nd auf den ErmMelimgstag fol- aenden Tage, so lange noch ein stärkerer Verkehr aus Anlaß der Wahlen herrscht oder zu erwarten ist.

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In einem Wahlaufruf der Deutschen BolkSvartei in der Frankfurter Presse heißt es: ..DaS Ziel der Demokratie ist lautFranks. Ztg." (Nr. 33 vom 13.1.): Eine Mehrheit auS llugen Sozialdemo­kraten und ans entschkoffenen Demokraten zu bilden, umdie deutsche Rerotation zu verwirklichen". Deut­licher kann die Partei desBerliner Tageblatts" und derFrankfurter Zeitung" sich nicht enthüllen; das nennt sie Schutz des Handwerks, der Wirtschaft und Industrie!"

MffnMnt md Mjmz.

Berlin,' 16. Jan. TieDeutsche Allg. Zeitg." chreidt: Nachdem die ReichSregiernng durch die Nieder­werfung der Ber'iner Spartakusbewegung den Rücken frei hat, wendet sie nunmehr ihre ungeteilte A'beits- krast den Fragen der künftigen Verfassung und der Vertretung der deutschen Interessen bei den Friedens- nerhandlnngen zu. Wenn auch Einzelheiten über die Beratungen zurzeit nicht verZssentlicht werden können, so dürste die amtliche Verlautbarung. die in Bälde zu erwarten steht, zeigen, daß di« Richtlinien für die deutsche Friedensdelegation nicht den Auftrag enthal­ten werden, übertriebene Forderungen da Entente anznnehmen.

Berlin, 15. Jan. Zuverlässige Nachrichten aus dem besetzten Gebiet berichten, daß sich die deutschen Frauen und Mädchen in Mainz und Köln, be­sonders aber in Aachen bet feindlichen Besatzung gegen­über recht würdelo» benehmen. Diese Frauen, die vergesien haben, daß ihre SR Inner und Brüder noch bis vor kurzem mit den Besatzungstrnppen in blutigem Kampfe standen, find sich anscheinend nicht bewußt, wie sehr sie durch ihr Betragen nicht nur fich selbst, sondern auch daä ganze deutsch« Boll bem Spott und Hohn der Mitwelt ausfetzen.

Trier, 15. Jan. Der Sonderzug der deut­schen Waffenstillftandskommission lief von Casiel kommend gestern abend In Trier ein, wohin fich bereits von Cpaa ans General v. Winterfeldt mit einer Reih« von Kommifiaren begeben hatte. 3m Gegensatz zur Einfahrt bei den Dezemberver­handlungen erfolgte diesmal die Fahrt der Kom- miffion in die Hotels in vollster Freiheit und ohne jede Bevormundung. Auch der briefliche, tele­graphische und telephonische Verkehr der gesamten deutschen Delegation unterliegt keiner Beschrän­kung mehr. Die amerikanische Besatzung verhält sich in jeder Beziehung durchaus einwandfrei.

Paris, 15. Jan. Der Oberste Kriegsrat be­schlich, daß Deutschland dafür, daß die Verbündeten es mit Lebensmitteln versehen, alle Handelsschiffe in deutschen oder neutralen Häfen für den Trans­port von Vorräten fibergeben muß ohne Rücksicht darauf, woher diese Transporte kommen oder für welchen Platz fie bestimmt find. Eine Besetzung der deutschen Häsen wird nicht beabsichtigt. Das bmlitärische Eingreifen in Polen ist verschoben Wtden.

Kiel, 16. Jan. Ein« von mehreren Tausend Personen besuchte Bersammlnng nahm eine Entschlie­ßung an. die fich gegen jede Lostrennung deutscher Ge­biete von der Rordmark auSsvricht. Der franzö­sische Zerstörer91 tr" und die amerikanische Jacht Aphrodite" sind in den hiesigen Hasen eingelaufen.

Di« deutschen Bahnen «nd Forsten als Pfand.

Staatssekretär Erzberger hat sich bei einer Kon­ferenz mit den süddeutschen Eisenbahnministern in "lm geäußert, Marschall Fach halte für eine an­gemessen« Entschädigung für den Aufbau Belgiens und Nordfrankreichs den Betrag von dreißig Milliarden, für di« anderen Schäden die Summe von zwanzig Milliarden. Die Verbündeten würden als Sicherheit die Ver­pfändung der deutschen Eisenbahnen und deutschen Forsten fordern.

Sterblichkeit und Blockade.

Berlin, 15. Jan. (Amtlich.) Nachdem fich an den vorläufigen Berichten und Ueberfichten ge­zeigt hat, wie stark der Einfluß bet feindlichen Blockade auf die Sterblichkeit in Deutschland ge­wesen ist, fertigt da» Reichsgefundheitsamt eine genaue Ueberficht über die Sterblichkeit der Zivil- beuölferur' während des Krieges im Deutschen Reiche a^. Es bestätigt sich, daß die Zunahme der Todesfälle während der ersten beiden Kriegsjahr«^ erträglich blieb, vom Ende des Jahres 1916 an (Anfang des Kohlrübenwinters) einen außer- ordentlichen Umfang erreicht hat. Die Gesamtzahl der zuverlässig auf die Unterernährung zurückzu­führenden Todesfälle bet Zivilbevölkerung erreicht bet vorsichtigster Schätzung mehrere Hun­

derttausend Genaueres wird nach mit­geteilt.

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Iroifis Hin.

Rüstung mit alle« Macht. Strengte Disziplin.

Berlin, 15. Jan. Norwegische Stimmen weisen darauf hin, daß die einzigen Stellen, die in Rußland arbeiten, Munitionsfabriken find. Die Bolschewisten rüsten mit aller Kraft, um sich ihre Macht zn erhalten. Cie haben bereits eine Armee von einer Viertel-Mil­lion aufgestellt, und vor Ende März wollen sie es aus drei Millionen bringen. Auch andere glaub­hafte Meldungen bestätigen, daß Trotzki rüstet, und daß die Sowjetarmee, die jetzt ausgestellt worden ist, nicht unterschätzt werben darf. In fast allen Garnisonen wirb eifrig ererbter! Die Di szip, (in wirb mit rücksichtsloser Strenge aufrecht erhalten, und Bewaffnung. Beklei­dung und Verpflegung bet jungen Truppe find nach übereinstimmenden Meldungen vorzüglich. Die aus Deutschland zurückkehrenden Kriegsgefangenen werden zwangsweise eingestellt. Weigern fie sich, so bekommen fie nicht» zu essen, bi» fie mürbe Bnb. Auch die Offiziere bet früheren russischen Armee werden zwangsweise eingestellt, da man ohne fie die erforderlich« Disziplin nicht auf­recht erhalten kann. Die Disziplin ist über alle Maßen streng. Die kleinsten vergehen werden mit den schärfsten Strafen, meist mit dem Tode, bestraft. Mit dieser Armee will Trotzki die bolschewistische Ide« über ganz Europa verbreiten. Feindliche Armeen z. B. die der Westmächte fürchtet er nicht, weil er damit rechnet, daß die Kraft der bolschewisti- k-ben Propaganda so g- ist, baß zwei Drittel der sich stellenden Gegner fich ohne weitere» kampf­los ergeben würden. Daß eine solche Armee üt unsere Ostseeprovinzen und für ganz Deutsch­land eine sehr große Gefahr bedeutet, liegt auf der Hand. Geht es nach Trotzki, bann wird Deutschland wieder, ganz besonders in feinen Grenzprovinzen, wie im dreißigjährigen Krieg, 'um Tummelplatz fremder Kriegsvälker. Es gilt Zaster die Augen offen zu halten und mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß unserem schon schwer geschlagenen Vaterland« dies« neu« Prüfung et- part bleibt.

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Die geplante Regelung bet russischen Frage.

Rotterdam, 14. Jan. De«Rienwe Rofter- damschen Courant" zufolge meldetManchester Guar­dian" daß k-ezüallch der nillllchen Frage folgender Vlan ernstlich erwogen wird: Man wolle eine Kommission nach Rußland senden, die teils Untersuchung»-, ttils Versöhnung,kommifffon sei. Natürlich werde sich die bollchewistilche Regiernng damit zufrieden geben wüsten, daß die Rußland betreffcnb-n Fragen bi» zu einem snäteren Stadium der Konferenz »erlagt wür­den. Die Kommission würde sich über den wirklichen Rustand ht Rußland vergewissern und eine Methode Hir dieAbbaktung der Wahlen vorschlagen Wenn die Macht der Bolschewisten gefestigt würde, dann würde sie hn Romen Rußland» sprechen können. Da» wäre iedoch nich z» erwarten, und die Bolschewisten würden den Ebarakter ihrer Regierung durch die Zuziebnng van anderen politischen Elementen ändern müsten. Diese Politik würde hn Verein mit dem großen Plan z« Unterstützung Rußlands durchgeführt werden.

Bit Mre'en.

Bern, 15. Jan. Der bisherige deutsche Botschafter in Madrid, Prinz Ratibot, der mit einem Tril deS BotschaftsverionalS auf der Durchreise noch Deutschland ht Bern eingetroffen ist, sprach sich einem Pertreter des W. T. B. gegenüber dahin ans, daß er mit Bedauern, aber ohne Bitterkeit von dem svani- fchen Balke und seinem Pasten geschieden sei. Heber die Gründe, die zu seiner Abberufung führten, zn brechen, lehnte der B-stschafter ab. Er walle aber auf eine Erklärung Hinweisen, die er kurz vor seiner Ab­reise einem svanifchen Journalisten gegenüber abge­geben habe. Diesen habe er daraus aufmerllom ge­macht. daß sich selbst die neutralen Staaten die schwar­ten Listen der Westmächte gegen ihre eigenen Landsleute gefallen lasten mußten und kaum mit Erfolg dagegen protestieren konnten. Wenn die Westmächte nun die Macht haben, das System der schwarzen Listen auch auf die Diplomatie an zü­rnenden. so sei er damit nicht einverstanden. Der Bot- schafter wandte sich bei dieser Gelegenheit energisch legen die Behauptung, daß seine Abberufung mit der Sortierung umstürzlerischer Umtriebe durch ihn in Verbindung zu bringen fei. An derartiges glaube in Spanien niemand.

Rotterdam. 16. Jan. Rach demR. Rott. Tour." meldet ..Daily News" aus Madrid, daß die Regierung wegen der unruhigen Stimmung der Ar­beiter in Spanien, vor allem in Katalonien und Andalusien sehr besorgt ist. In Katalonien wurden mehrere Arbritoeber ermordet. Die Regierung fürch­tet eine bol schewistijche Bewegung und hält die Russen in Spanien unter strenger Aufficht. Die Konservativen unter Dato bereiten einen Angriff auf die Regierung vor, deren Sturz in den ersten Tagen der neuen Eortes erwartet wird. Graf Romanones hat erklärt, er sei bereit, seine Entlastung zu geben, wenn eine fähige monarchistische Kombination die Zügel der Regierung in die Hand nehmen würde.

Di« bolschewistischen Umtriebe in Südamerika.

Buenos Aire», 14. Fan. (Havas.) Die Sage wird wieder normal. Die Läden find wieder geöffnet. Die Lahnen nehmen ihren Verkehr wieder auf. 300 Agitatoren wurden verhaftet, wodurch fich die Zahl der fett drei Togen verhafteten Personen auf 800 erhöht. 80% bet verhafteten find Russen. Einig« Wider­spenstige wurden mit dem Lasso gefangen. Aus Uruguay wurde ebenfalls «in« bolschewistische Ver­schwörung gemeldet.

Amsterdam, 16. Ian. DemAllg. HandelS- blad" zufolge meldet dieTimes" aus Lima: Infolge deS Generalstreiks Hecken Montag in Callao und Lima alle Betriebe mit Einschluß der Eisenbahn still gestanden. Die Eisenbahn zwischen beiden Städten sei unter­miniert. Zwischen den Truppen und den Ausständigen sei es verschiedentlich zn Zusammenstößen gekommen. Auch aus Valparaiso und Santiago wird der Aus­bruch des Generalstreiks gemeldet.

Nevhork» 15. Jan. (Reuter.) Ein Telegramm aus Buenos Aires besagt, daß über 2000 Ausständige, meüt Russen, verhaltet wurden.

Abdankung der Großherzogin een Luxemburgs

Luxemburg, 15. Jan. Di« Großherzogin hat abgedantt. Ihre Schwester Charlotte ist ih^ Nachfolgerin. Cie wird am 15. Januar vor eint« Delegation der Kammer den Eid ablegen.

. I 60* Ktiömigffl.

Berlin, 14. Jan. An derKreuzzeitung" H folgende, für die jetzige Zen bezeichnende Anzeige tu schienen:Zwei kriegsbeschädigte aktive Offi­ziere, die trotz ihrer Verwundung während deS gav» zen Krieges in der Front gestanden haben, suche, da vermögenslos, Anstellung als Portier, Ko» trollenr oder anderweitige Verwendung in erstflaW gern Hotel. Alter 26 Jahre."

Stuttgart, 15. Jan. Der Minister der I» nern, Erispirn, und der Leiter deS Kriegswesens Bizefeldwchel Fischer, find ans ihren Aemtern aus. geschieden. An ihrer Stelle find lautStaatsanzeiger* Dr. Lindemann zum Minister deS Innern und Leutnant der Landwehr D Professor Her r«an, zum Minister deS Kriegswesens ernannt worden. Z» gleich hat die provisorisch« Regierung den Hauptvo» sitzenden deS Deutschen Metallarbriterverband«^ Schlicke, zum Arbeitsminister ernannt.

Berlin, 14. Jan. Wi« die JBeff. Ztg." meidet, steht der llebergang Deuisch-Oesterr-ich« zur Mart, Währung unmittelbar bevor.

Paris, 15. Jan. (HavaS.) Der Prozeß gegen Vittain, den Mörder JaurdS, ist endgültig auf bet 24. Februar festgesetzt worden.

Mackensen, Internier«ng.

Wien, 14. Jan Der zum Stabe des Generalfelh» darschall» e. Mackensen gehörige au» Foth in Wie, eingetroffen« Kriegsrat Drew meldet, daß der Fell» marschall mit 10 Offizieren von den Franzosen abgebolt worden sei, um auf einem Schloß im Okkupationsgebiet Süd-mgorns interniert zu werden. Sein voraehe, entschuldigte der französische Leftoffizier, der taktvoll auftrat, mit dem ibm von seiner Heeresleitung erteil« ten Befehl. Die Behandlung d-s ^eidmarichav» wird von der Sffentlichm Meinung in Ungarn bi« in die sozialistischen Kreise hinein migbilligt Man macht den ungarisch n Ministerpräsidenten und den Kriegs« Minister für die Vorgänge verantwortlich. Bon dem ersteren sei nur zum Schein Protest erhoben worden und man habe den Einduck, al» ob i*-' s:e (Entfernung des populären Feldmarschalls angenri 'ei.

Ludeudorsfs Verteidigung--

Kopenhagen 14. Jan.B-> Tidende" gibt nach einem Telegramm ans Mo' "ie Unter­redung wieder, die der schwedische ®u'<- *r Ohlsen, bei dem fich gegenwärtig Lndendori' ,f5 Gast be> findet, mit einem schweischen Preßen-tteter batte. Ohlsen erklärte, Luden dorff arbeite fei* >ner Ankunft ans dem Gute Haaksbolm an seiner B.'rteidioungs« ichrift. Alle legen, fuhr Ohffen fort, d'e Hauptschuld I auf Lndendorff. Man vergißt dabei a^r daß er beim Ausbruch des Krieges keine entfib-1'-'»e Stimme batte, sondern nur Offizier im (RenrrnKfab war, wie viele andere. Erst im August 1916 erhielt er auf di« Kriegsüßrung Einfluß. Seitdem sei kbm nicht ein ein« z'ges Mal erklärt worden, daß die Möglichkeit eine» f Berstöndigungsfriedens vorhanden fei. Irrtümlich i ki die Behauptung, daß er fich einem Verständigungs­frieden widerietzt hätte.

Die Sozialisierung de» Bergbaues.

Zur Soziaktsie-ung de, Bergbaues erläßt der Esie- ner 9L und S.-Rot folgende Bestimmungen:Wir haben die Aufsicht üb-r Förderung und Vertrieb der Bergwerksp'-odnfte des rbeinifch-westfälischen Kohlen» fargwerks ßb-mommen. Wir verordnen: 1. alle Lohn­forderungen find von frist ab bei uns anzumelden. L Die ErbSbuug der Preise der Bergwerksprodufte oh« unsere Genehmigung ist verboten. 3. Die Direktion» ongestevten und Arbeiter haben ihre Arbeiten unver­ändert me-terzulübren."

MMellunitn au- Dem Lelerkretje.

Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Schriftleitung Stimmen au» ihrem Briet trete. Für die hierin aue- gesprochenen Wnf?*,ea und Tendenzen übernimmt di» Schriftleftung louLer d-r pr-ßaesevlichen) kain» Verantwortung g--g- oi-imehr dem Ein­sender treriaflea.

Zur tatsächlichen Berichtigung des Eingesandts von Stab. Fischer, M. b. U. S. P. D., erwidere ich folgendes:

Herr Fischer hatte in früheren Versammlungen unendlich viel von seinen, einen deutschen Studenten merkwürdig berührenden Andauungen mit nnglaub- lichcu Abschweifungen geredet damit immer f-nfitbart fdeiterkritskriolqe geerntet und uns die in diesen ernsten Tagen so kostbare Zeit bergen bet. Es ist klar, da- Leute, die immer wieder dasselbe reden, allmählich auf die Nerven fallen. Und so ging es fast allen, die nicht Lust hatten, auf ihre Lachmuskeln wirken zu kaffen, als sich Herr Fischer wieder mal znm Wort meldete. Deshalb erbat ich ,^ur Geschäftsordnung" ordnungsmäßig das Wort dieses Dkinel ist Stud. nr. Fischer anscheinend unbekannt und crffärte wörtlich:Ich frage an, ob die Versammlung ge- wlllt ist, diesrn anrüchigen Menschen, Genoffen Fischer, immer noch anznhören." Neber den Ansdruckan­rüchig" werde ich Herrn Fischer gern vor der zu­ständigen Stelle Aufklärung geben. Daß Herr Fischer der Meinung ist, ich hätte btefe ganze Bemerkung ge­macht, ohne um das Wort gebeten zu haben, nehmt ch ihm nicht übel; denn ich könnte mir recht gut vor­stellen, daß es dem Herrn angesichts der ernsten Be- geisterunjs aller Anwesenden für den Kampf gegen Spartakus die nut von drei mindestens nnabböngi- geu Sozialdemokraten nicht geteilt wurde etwas ängstlich und verwirrt zu Mute iourbe, und daß er be­treffs der Geschäftsordnung nicht mehr so recht im Bilde war. SS ist wohl Bar, daß die Anfrage eine rein persönlich« war, und nichts mit meiner Burschenschaft zu tun hat. Bon den angeführten Arischen rufen sie­len nur zwei, die ich nut vereinzelt hörte, und zwar ehr sanft, ja direkt vochildlich, wenn man Herr« Fischer selbst und seine Anhänger in öffentlichen V/r- ammlungen bei den unpassendsten Gelegenheiten hat Zwischen schrei« machen hören. Bei der allgemrine« Popularität^, derer sich Herr Fischer in Soldai-m-, Bürger- und Stadentenkreisenerfreut", noch weiter auf fei« Zeilen einzugehen, halte ich für übersüissit-

Frch Michel (Kand. tchii.), Deutscher Stadent.

Dauift sind beide Parteien zu Wort gekommen. Wir ichließen dir Erörterung der Angelegenheit.

Die Schristl.

Unverlangt eingesandte Aussätze werde» nicht zurückgeschickt; für ihre AusbewahruN- kann die Cchriftleitung keine Berantwortunü Lbertichmen. Sprechstunden der Schriftleitunz ütt-i