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Die „Oberb«ff ii<b< Zeituna" et|<6eint lechsmal wöchentlich.
| MA 4*> Bezugspreis beträgt viertelt, durch die Post lohne Bestell«,Ib), | Vi2« Iw IN der Kindt Marburg frei int Haut 3.75, bei unseren Zeitunasstellen
1919
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Erstes Blatt.
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erhalten blibsn als selbsi- Rahmen des Reiches. Doch deutschen Gaue hin: Röt» Wir wollen vor allem ei«
füllt habe«. Baden soll ständiger Bundesstaat im rufeu wir laut über alle telt nicht am Reich!
leikimg des Wachdienstes fiit Samstag und Seentag.
Erscheinen aller Mitglieder dringend erforder«
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— Der
8.75 X.
M bau Äreisblatt fiit die Kreise Marburg und Kirchhain
Tageszeitung für (das früher kurhesstfche) Oberhessen
Marburg
Tolinerstag, 16. Jannar
. Zeitunasstellen auf dem
Lande 8,6J X. — Verlag »SN Dr. £. Httzersth. Markt 21/28. Jernspr. 55.
hauptsächlichsten Errungenschaften der Revolution, im ganzen Reiche sichernestellt wird. Drittens die Regierung hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß den gewaltsamen Eingriffen in die Rechte und Freiheiten der Person und des Eigentums event. mit Gewalt begegnet wird, und daß jeder Terror, ganz gleich von welcher Seite er kommt, aus dem politischen Kampf verschwindet; zu diesem Zwecke ist die Entwaffnung der Zivilbevölkerung schleunigst durchzuführen. Die Vertreter der U. S. P. erklärten sich mit diesen drei Punkten einverstanden, ausgenommen den letzten Satz zu Punkt 3. Sie bemerken jedoch ferner, daß es darauf ankomme, wie die Wahlen zur Nationalversammlung geschützt würden. Auf die direkte Frage, ob sie bereit seien, gewaltsamen Störungen der Wahlen mit Gewalt begegnen zu kaffen, erfolgt keine Antwort. Die Vertreter der U. S. P. verlangten weiter, daß die Besetzung des Berliner Polizeipräsidiums, das zu einer kommunalen Einrichtung zu machen sei. nur mit Zustimmung der 1l. S. P. erfolgen dürfe, wobei sie sich nicht an die Person. "Eichhorns klammern wollten. Hingegen leh n t en Ji e es ab, zur Zeit in die Negierung einzutreten, um gemeinsam mit' den Mehrheitssozialisten die Durchführung eines noch fesizusetzenden Programms zu übernehmen. Die Vertreter der Ber- liner Leitung der H. S. P. versicherten, daß sie mit den Negierungssturzversuchen Ledebours, Liebknechts und Scholzs nichts zu tun hätten. Don de» Vertretern der revolutionären Obleute wurde ein« entsprechende Erklärung nicht abgegeben.
Ach. Etwa Verhindert« melde« sich Samstag vor« •tttag in der „Neuen Kaserne« Zimmer 81.
Arbeiter« «nd Soldallnrat Marburg.
Jäger-Bataillon Nr. 1L
Städtische Polizei Marburg.
Ireirag de« 17. be. Mts., abends 8 Uhr, im Rat« hass, Stadtverordnetensitzungsfaal:
p ' Versammlung.
«ratzesardnung: Wahl des Führers und Sin«
großer deutscher Volksstaat bl-iben. Wir wünsche« keine übertriebene Zentralisation, doch wird auch in der deutschen N-pufeltk Preuße« mit Recht den feiner Gröhe entsprechenden Einfluß aus« üben. Wir erbeben mit aller Macht Einspruch gegen die himmelschreiende Ungerechtigkeit der Rufrechterhal» turnt der Blockade. Ferner hab-n uns die Vorgänge in Berlin mit Zornerfüllt. Wir haben kein Verständnis dafür, Hatz wir den Krieg durch die Schuld kleiner Berliner Gruppen noch einmal verlieren sollen. Wir hoffen, daß es der Regierung Ebert-Schridemann gelingt, dauernd Ordnung zu i(baffen.“ Der Redner stellt sodann namens der vor. läufigen Bolksregiernng die ihr anv rtrauten A e m t e r der Nationalversammlung zur Verfügung und spricht über die nächsten Aufgaben der badischen Ra« »ionolversammlung. Die Hauptarbeit der nächste« Wochen wird ausgefüllt werden durch die Vollendung des Derkaffnnpswerkes. Der Entwurf sieht die Wahl M gesetzgebenden Versammlung nach dem bkeft-n «<>- Mimen Verfahren unter Anwendung des Ve -' i1 * 'nisprinzips vor. Die Voraussetzungen für Erste Kammer find durch die politische Umwälzung u , gcfall n. Die Gemeindewahlen werden von der Klasseneinteilung befreit und demokratisiert. Ein frischerer, sreierrr Gist wird unsere Schulhäuser durchwebe« müffen. Ich ruie von dieser Stell« aus alle Männer und Frauen unseres Volkes auf, zu brechen mit de« Geiste eines schlappen Sichp/enlasiens gegenüber einer sich revolutionär gebärdenden, in Wirklichkeit aber verwahrlosten Jugend in allen Bevölke» rungsschichten von unten bis oben. Das Verhältnis zwischen Staat und Kirch« sollte für die nächsten Jahr« eine neutrale Zone der Politik in di se« Haus« werden. Auf dem Gebiete der Sozialpolitik mutz da« Menschenmögliche geschehen, um di« Lage der Arbeite» erträglicher zu machen. Als Nachbarland werden wir keinen leichten Stand dem Elsaß gea vtiber haben, doch find wir auch überzeugt, daß die Elsäller xve vergelten werden, daß sie nach Abstammung und Sprache zum deutschen Kulturkreis gehören.
Die Ausführungen des Ministerprästd'nten wurd»? von dem Haus mit großem Beifall und Händeklatsch'•; entgegengenommen. Sodann geben Vertreter d-r verschiedenen Parteien des Hause» kurze programmatische Erklärungen ab, in denen sie den Dank für di« Täte« unserer Krieger zum Ausdruck brachten, de« frühere« grotzhrrzoglichen Hauser gedachten und ihre Zustimmung zu den Ausführungen des Ministerpräsidenten tn den Hauptpunkten aussprachen.
Minister Dr. Haas überreicht« sodann den Entwurf einer badischen Verfasfung und sagte: Wir stehe« in alter Treue zum Reich. Jeden Gedanken, daß da» Reich sich auflösen sollte, weisen wir entschieden m» uns. Der bundesstaatliche Charakter unsere« Reiche» war für uns immer eine Quelle der Kraft. Ein« übermächtige Zentralisation fernen wir «b. Der V«v» j faffungs entwarf. betrachtet, bi«. preutzM-badisch» Mitt« >
WSe LMMmAm.
Karlsruhe, 15. Jan. Die badische Nationalversammlung wurde heute im Großen Sitzungssaal de» Ständehauscs eröffnet. Die Mitglieder der Nationalversammlung waren vollzählig anwesend. Durch Zuruf wurde der Abgeordnete Kopf sZtr.s zum Präsidenten ernannt, zum Ersten Vizepräsidenten Abg. R e m w e (6.), zum Zweite» Vizepräsidenten Abg. Mo! ' » (Deutidje Demokratische Partei). Präsident Kops bi= grüßt die wieder heimgekehrten Krieger, denen alle Herz«« voll Dank entgegenschlagen. „Ste sind nicht fee» siegt. Eine große Reihe von Siegen haben sie errungen. Der Dank des Volkes bleibt ihnen gesichert. Der mili« törische Zusammenbruch hat auch eine staatliche llmwäl« tung zur Folge gehabt. Mir sollen das Fundament schaffen zu einem neuen Staat. Am Reiche wollen wir unentwegt fest halten. Wir sind ein armes deutsches Volk geworden. Wir wollen die Grundlage schaffen auf gesetzmäßigem Wege da» (fiebäude des Staates wieder aufzuhauen zum Wohl« des Volk s. zmn Wohle des Vaterlandes."
Der Präsident der vorläufigen Volksrea!"-- ' '• * i 6
rührt i» seiner Begrüßungsrede u. g. aus „ seiner volitischen Zusammensetzung ist dieses Haus da» g«< treue Abbild des Volkswillens. Wir helfen den Krieg verloren, di« Ehre haben wir nicht ver« loren. Rn dem Krj-gsbeginn und on dem Kriegsau«« gang hatte der ftühere Großherzog unseres Lander keinen Anteil. Dir vorläufige Regierung des Volks« staates Vaden wird es sich deshalb nicht nehmen lallen, dem scheidenden Träger dec Kron« und dem ThronsRner ihren Dank auszusprechen für den von Eng-l herzigkeitfteien Geist, in dem sie als die Glieder d-r erblichen Dynastie Badens ihre Aufgabe erfaßt und er-
Ar KHMura tu Znikcklilv Mit ki striMWi MM.
Berlin, 15. Jan. Der Zentralrat setzte «lern die Psrhandlunaen mit der Berliner Lei- «Nl! der U. S. P., der VcrhandlungskommWon der «vvlvtionLren Oblente ttnb der Berliner Leitung
S. P. fort. Die Vertreter der U. C. P. hatten * erster Stelle die Absetzung der beauftragten und deren Ersetzung durch „we= ?üer stark kompromittierte Persönlichkeiten" ver- ^8/- Aus der Mitte des Zentralrates wurde zu- verlangt, daß nmn sich auf bestimmte For- Derungen einige. Aus der gegenwärtigen Lage ?kmus handele es sich dabei zunächst um folgende:
: die Regierung hat die Pflicht, mit allen dafür zu sorgen, daß die am 19. Januar rrfindenden Wahlen zur gesetzgebenden Sla-- onalverfammlung vor jeder Störung b o - werden. Zweitens: die Regierung Hai k "'it allen Mitteln dafür zu sorgen, daß uneingeschränkte P r e s s e j r e i h e t t, eine der
Dortmund und Hörde ernannt und machte bekannt, daß diesem Volkskommissar unumschränkte Gewalt über alle Behörden des gesamten Gebietes übertragen worden ist.
Essen, 14. Jan. Aus Oberhausen wird gemeldet: Eine Gruppe Flugblattverteiler der Zentrums- Partei wurde von Spartakusleuten überfallen und in ihrer Tätigkeit gewaltsam gehindert. Die Mißhandelten flüchteten in eine Kirche. Die Spartakuslente eröffneten darauf eine Schießerei durch den Eingang der Kirche. Zwei Flugblattverteiler wurden verwundet.
Essen, 14. Jan. Im Berlage der „Rheinisch- Wests. Zeitg." erscheint auf die Forderung des Spartakusbundes hin ein neues Organ des Spartakusbundes unter dem Titel „Spartakus".
Braunschweig entwaffnet all« Truppentransporte.
Hannover, 15. Jan. Die braunfchweigische Regierung besetzte an den Bahnen, die durch das braunschweigische Gebiet führen, einen großen Teil der Bahnhöfe und ließ durch ihre Beauftragte hier erklären, daß Truppentransporte, die das braunschweigische Gebiet berühren, festgehalten und entwaffnet werden solle«. Es handelt sich dabei auch nm Truppentraus- vorte, die für die Ostwehr bestimmt sind. Daraufhin ließ der Arbeiter« und Soldatenrat'Hannover den auf' braunschweigischem Gebiet gelegenen Bahnhof Borssc'de besetzen, wogegen der Arbeiter- und Soldatenrat Braunschweig öfsmtllch Protest erhob. Darauf richtete der Arbeiter- und Soldatenrat Hannover folgende? Telegramm an sämtliche deutschen Regierungen und Arbeiter- und Soldatenräte der weiteren Umgebung: „Verantwortliche bevollmächtigte Vertreter de'' braunschweigischen Regierung erklärten hier, daß braunschweiger Gebiet berührende Truvpertrausporte von der braunschweiger Regierung festgehallen und entwaffnet würden. In dieser Absicht hatten die Braunschweiger Truppe» alle Bahnlinien mit Ausnahme der nach Frankfurt und Berlin führenden bereits besetzt. Wir besetzten darauf den Bahnhof Vorsfelde an der Berliner Strecke, um die Transporte, die für den Ostschusi bestimmt sind, zu sichern. Wir vereinbarten inzwischen mit her braunschweigische» Regierung heute hier stattfindende Verhandlungen. Nach der »och geltenden Militarkonvention zwischen Preußen und Braunschweig unterstehen alle braun fchwergi- schen Truppenteile dem hiesigen 10. Armeekorps. Auch ist die Bahnlinie preußisches Staatseigentum."
Die Bremer Garnison gegen di« Diktatur der Radikale«.
Breme«, 15. Jan. Hier ist seit gestern Nachmittag eine Bewegung gegen die bisherigen Machthaber im Gange. Die Senaten der Garnison wollen sich nichtlänqerdieDiktaturder Un abh ängi- qen und der Kommunisten gefallen lassen. Sie haben sich in den Besitz der Kasernen gesetzt, haben die Weser-Brücken, die zu bett Kasernen führen, und di« öffentlichen Gebäude einschließlich Bahnhof mit Waffengewalt besetzt. Der Präsident Henke ist entflohen. Die den Soldaten begegnenden Proletarier werden entwaffnet. In der Gröpellnger Vorstadt leisteten bewaffnete Proletar'er von der Weser-Werft aus starken Widerstand; hier würde ein Mann von den Soldaten getötet, mehrere andere trugen schwere Verwundungen davon. Abends wurden Verhandlungen eingeleitet; die Soldaten verlangen in erster Linie die Entwaffnung des Proletariats, sowie Herausgabe des durch die Kommunisten lesch^a-nahmten Gewer'schaftshauses und der von den Unabhängigen den Mehrheitssozialisten entrissenen „Bürgerzeitung".
Nach den Morgenblättern ist über den Ausgang der gestrigen Unruhen noch nachzutragen, daß sich Rat der VoikSbeanftraglln, Vollzugsrat, ArbeiterrlW und Soldateurat dahin einig sind, die Miß^erft äudnisse, die z» den Unruhen geführt haben, aus der Welt zu schaffen und eine Einigung zu erzielen. Die Räte laden daher alll Arbeiter und Soldaten der Republik Bremen zu Massenversammlungen ein. Weiter wird berichtet, daß der Stadtkommandant Ecke abgesetzt wurde. Er erllärte, sich aus dem politischen Leben zurückziehen zu wollen. Auch der Soldatenrat Aieyer von der Exekutive will zurücktreteu. Tie gestern verhas- tete« Rätemitglieder sind inzwischen wieder aus der Haft entlassen worden. Am Vormittag traten btt Straßenbahner in den Lohnstreik unb veranstalteten einen Demoustrationszug durch bie Stabt. Die Forderungen wurden von der Direktion der Straßenbahn angenommen.
Air» dem A.- «. S.-Kat.
;r Auf der letzten Tagung des Großen Solbaten- eates in Gotha, bet die höchste Stelle für militä-isll'e Urigelegenheiten tut 41. und 15. Armeekorps darstellt । das 15. Armeekorps ist zur Zeit im Gebiet des 11. Armeekorps nntergebracht —, ist Leutnant der Res. chkr. Str über in dem Zentral-Soibaienrat im Bereich des 11. Armeekorps gewählt worden, der als Nlsftchrendes Organ des Großen SoldatenrateS Gotha . fw Gaffel tagt. Dieser Zentral-Soldatenrat, dessen Drqanisatlon, was sein Verhältnis zu den ihm unter» Reiften örtlichen Soldawnräten angeht, vorbltbsich ge- Mcnnt werden darf, versucht zur Zeit noch eine engere ^Verbindung mit den übergeordneten Reichs Zentral- i stellen in Berlin anzustreben und verstärkt sich aus biesr:» Grunde durch geeigneie Persönlichkeiten aus den Soldatenräten der Provinz. Herr Leutnant Dr. Straftet bleibt baueben nach wie vor Mitglied des -Rtttötttr<er V.» und tZ. Ratrs.
Zrrr Aüfklärunq nicht unterrichteter Kreise sei hier «iigeteilt, daß die Uebetschüsse des Biehhandelsoet- HattdeS nicht in private Tasche» fließe» oder zu Rgi- tatwnszweckiut irgendwelcher Interessenten verwendet, Zubern an ine Landwirtschaftskammet abgefühti wer- deu und nach dem Kriege zur Aüfbessertrug des- Vieh- sta>rdes vetbraiicht werden sollen.
Uni der Arbeitslosigkeit bet Schuhmacher abznhel- itt. unb anbererseirs einem Bedürfnis des Bottes ent- Wgenzukmu««,. hat sich der A.- und S.-Nat hinsichtlich der Lederverteilunq unmittelbar mit der Zen kalt bet Kriegslebecgesellschaft fit Berlin in Berbin- «rng gesetzt. Durch diese sind der Stadt Marburg und Umgebung 50 Zentner Leder zugewieieu worden. Ob- hier in Marburg große Mengett von Leder lagern, siulüm diese 50 Zentner von auswärts hierher geliefert teecoeu. Deshalb hat der A.- unb S. Äat bestimmt, *afe zunächst, da die Bahn leine Transporte befördert, 25 Zentner von dem hier lagetnbeu Leder au die hiesi- -rn Leöerhänbtcr abgegeben werben sott, um eint bot» iaufigc Mhilfe für bie Arbeitslosigkeit der Schuhmacher schaffen. Weitere 25 Beniner werben beschtagnamnt «nd dürfen von hier nicht nusgeführt werden, (stuc Aufhedunq der Kriegsiedftgeseltschaft und damit eine dolle Fretgabc des Leders an den Hortdel ist trotz Be- «wiguug der Krieges durchaus noch nicht angängig. ®u Ktregsledergesellschaft arbeitet b rchaus rächt nur ipr Mllitär, dessen Bedarf für die zu Entlassende« i®1 übrige,r noch nicht gedeckt ist, sondern otganifietl •gpe gsrxchik Lederoerteilung über bas ganze Reich. Arne der Ktiegslebergeseltschaft würde in
bei der Knappheit an Leder und «ür Mangel an Zufuhrmöglichkeir dem nur inxb
Borfchuü leistett, daß die mittleren unb geringen «■ule, bie keine Schtetchltanbelspreife zahlen können vw keine Burlet ujiu. als Tauschmittel besitzen, nicht Stande wären, sich Schuhwerk zu verschaffen, »nie BeüesenmgsklaMizi'etung, wie sie "in der Lcöcns- Mllelpertettuug für Groß-, Mittel-, Kteinstäbte tmb E Land besteht, gibt es in der Leberverteilung nicht.
Ter Arbeiter- unb Soldatenrat Marburg.
Ber lin, 15. Jan. Der Zentralrat bet Deutschen Republik richtete an die Arbeiter- und Soldatenräte der Städte Duisburg, Mülfeeim (Ruhrst.^Oberbausen Hmnöorn (Rheinlands und Walsum (Rheinland) tele- qrävhisch das dringende Ersuchen, auf Grund des Verhältniswahlsystems sofort Neuwahlen dorzunehmen. In den Stödten entwickelten sich, hervorgerufen durch ungeordnete und ungerechte Wahlen, unhaltbare Zustände, die nur geändert werden können, wenn durch die Verhältniswahl jede Partei ihrer Stärke entsprechende Sitze in beit Arbeiter- und Soldaten- täten erhält.
Mülheim, 15. Jan. Gestern mittag traten sämtliche Arbeiter und Handwerker des Rheinisch«! Westfälischen Wasserwerks wege». RfchibewilllgunU bet Lohnforderungen in den A u s st a n d. Der Bev« mittlnngsvorschlag von 14 bis 16 Mark Lohn wurde abgelehnt. Durch den Ausstand sind die Bezirke Mül« heim, Duisburg, Oberhausen, Essen, Borbeck, Sterkrade, Osterfeld, Bottrop, Gladbeck, Dorsten usw. o h n e W a s - fer. Aus den Zechen und sonstige» Industrieanlagen macht sich diese Gewaltmaßnahme empfindlich geltend.
getbtnmg«« Ausständiger.
Berlin, 14. Jan. Die Bürohilfsarbeiter des Berliner Äkasistrats streiken. Sie verlangen Erhöhung der Tagesdiäten von 5.50 auf 12 Mark.
Der Ausstand der Angestellten bet Hoch- und Untergrundbahn hat Lohnforderungen zum Gegenstand. Ein Zugführer würde bei Bewilligung der Forderungen bi» auf <> Ü0 M a r k monatlich kommen, ein Zugbeglei- ter bis auf 580 X, das Bahnstllgp rfonal einschiießl'ch der Frauen bis auf 560 X und bie Fahrkarwnausgebe- riitncn bis auf 500 X; außerdem werden 2 bis 4 Wochen Urlaub im Jahre verlangt. Die Lohnforderungen würden zusammen mit den Ausgaben für die Kohlen bie ganzen Einnahmen der Gesellschaft aufzehren, eine Erhöhung bet Fahrpreis« wäre also erforderlich, und zu einer solchen bedarf «s wieder der Genehmigung des Zweckverbandes Groß-Berlin. Die Verhandlungen mit diesem Verband haben aber die Angestellten nicht erst aLgewartet, sondern sie sind ohne weitete» in de» Ausstand getreten. ,£
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Guortah» Im AMe.
Hamburg, 14. Jan. Da bie Postbeamten von CurKaven gezwunaen würben, ein Schrillstück au unter» schreibe», baß sie sich in den Dienst der republikanischen Regierung stellen wollen, und ba außerdem Maß- nahmen getroffen ttmtbe«, bie sufs schärfste in den Betrieb bet Reichsbehörden eingriffen, erhob bie Beamtenschaft einmütig Protest. Sie verlangte Uigüllig- keitserklärung bet Unrerschtifien, ba bie Reichspost- und Telegraphenbeamten als Reichsbeamte gelten, keinerlei Eingriffe in bett Dienstbetrllb und keine Maßnahmen gegen Angehörige des Postpersonals. Die Fordecuttgen wurden dem A.- und S.-Rat mit der Maßgabe überreicht, daß, falls fie nicht angenommen würden, die vereinigten Post- unb Eisenbahnbeamten bie Arbeit niederlegen unb jeglichen Verkehr, besonders auch den Telephon- und Telegraphenverkehr, hindern würden. Der A.- und S.-Rat nahm bie Forderungen fln. — Der Hamburger Senat teilt mit: Da infolge der Ausrufung der selbstänbige» sozialistischen Republik Curhaven, gegen bie der Senat Verwahrung ein» gewgt hat, und infolge der in Curhaven anaeordneten Maßnahmen bie Anszablnng der Gehälter, Löhnungen und Unterstützungen in Frage gestellt ist, hat her Senat den A.- und S.-Rat in Cuxhaven um die sofortige Aufnahme von Verhandlungen zwecks Regelung dieser btinqettfttii Angelegenheiten ersticht.
H a » n o v e r, 15. Jan. Nach Meldung des A.- und S. Rates aus Cn-naven ist der Kreis Hadeln (Hannover) zu einem Teil der Republik Cuxhaven er- klärt und militärisch besetzt worden.
Dottmunb, 14. Jan. Heute früh trafen in Buer Regierungstnippen ein, nm die Spartakisten di« sich im Rathause festgesetzt hatten, zu vertreiben. Gegen 81/« Uhr rückten die Truppen vor das Rathaus, tu dessen Turm sich Spartakus verschanzt hatte. Es wurden einige blinde Schüsse abgegeben, worauf die Spartakisten auf die Truppen feuerten. Es entspann sich eine regelrechte Schlacht mit Gewehr- und Ma- schinengewehrfeuet, wobei, wie die „Hetner Zig." berichtet, »POO -6000 Schuß fielen. Dann folgte eine Feuerpause, um den im Ratpanse bejindlicheu Leuten Gelegenheit zum Abzug zn geveu. Darauf feste ein liiutc Angriff ein, der inbesssn nur etwa 20 Minuten Dauerte; Spartakus ijijjie die weiße Fahne unb ergab sch. Als die Truppen abgezogen waren, bemächtigten ich die Spartakus-Anhänger eines Maschinengewehrs oer Truppen und besetzten das Rachaus aufs neue, lührten auch die Frau uitb zwei Kinder des Lberdürger- meisters fort, die sie al-, Geiseln zum Rathaus schleppten. Tie ^Geisel» wucden ober bald entlassen und au ihrer _ Stelle der Odc « vürg e rm cister icstgehalleii, später aber auch bic)er fttigelassen. Tie Kümpfe,haben fünf Menschenleben zechrberll Auch ZivilÄk-suen wurden verietzi. .
Dortmund, 14. Ian. Ter Hatiptousschus; der Arbeiter- unb Soldatentäie bat seine» Vorsitzenden zum Vo.'tskomMjM für den «iadt- unb Landkreis
Der Ingeigenpret» beträgt für bi« 8gef». Zeile 10 4; amtliche, auswärttge r, 4 Q.u. u. 6ammel»Mn^ 40 4.«. 10V, Ärte««iui*le<x. 9tef(ameietle 1 X. Jeder Aabatt ailt al« Barrabatt. — Bei Auskunft durch die Geschättrstell« u. Vermittlung der Ingebete 26 4 SendergedShr. — Pestscheckkonte: Nr. 5C15 Amt Frankfurt e. M.