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äINttwoch, 15. Januar 1919

durch den Staat, sondern im Einvernehmen mit Partei anerkennend würdigt«.

S ck l üchtern, 10. Ian. Landrat d. Trott zu

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»-es" Soldaten-, Arbeiter- und Bauernrate? au der Ausübung seines Amtes verhindert worden: deshalb breit voAöiisig Kreiedestvtierter Hanvtmann a. D. Berta in Soden und Kreissekretär Schultheis, hier.

sei. Als bezeichnenden Grundsatz zitierte er das Sprich­wort:Man soll die Henne, die die goldenen Eier legt, nicht schlachten, aber dafür sorgen, daß sie diese nicht für sich behält." Daran schloß sich eine Warnung vor voreiligem Handeln, wie das die Sozialdemokraten zu tun drohten. Bezüglich der Bodenfrage hat der Red­ner für Austeilung der Latifundien in Kleingüter ein und Siedlungspolitik in den Städten, zur Errichtung menschenwürdiger Wohnungen. Eine übermäßig« Be­reich rung des einzelnen in der Bodenfrage dürfe nicht Blatz greifen. Mit warmen Worten entwickelte zum Schluffe der Redner die wichtiaften Aufgaben der sozialen Fürsorge für Witwen, Waisen und Jugend. Die Ausführungen des Redn-rs wurdrn mit mehr­fachem starken Beifall begleitet und fanden einmütige Aufnahme. Unter den wenigen Svrechern, die in der Aussprache das Wort ergriffen, fand ein Vertreter der

Sozialdemokratie Beachtung, der die A b l e h n u n g der Listenverbindung durch die Demokratische

kirchliche Vereinigung" der Stadt Marburg, die sich bereits auf mehr als 4000 Unterschriften wahl­berechtigter evangelischer Bürger und Bürgerinnen stützt, protestiert nachdrücklich gegen die bisherige Behandlung der Trennung von Staat und Kirche durch die jetzige Regierung. Sie ist überzeugt, datz aus der Entstaatlichung der Kirche trotz aller in der Zeitlage begründeten Schmierigkeiten Segen für das evangelische Christentum entspringen kann, wenn sie planmäßig, allmählich, in rechtlich geord­neten Formen, sowie mit schuldiger Rücksicht auf die Bedeutung der Kirche für die Kultur und die Sittlichkeit des Volksganzen erfolgt. Sie fordert ! daher: a) datz wie in anderen Ländern so auch bei uns eine mehrjährige llebergang-frist für die Reu- I einrichtung des evangelischen Kirchenwesens ge­währt wird: b) datz die Trennung nicht einseitig

Eebeksaudacht.

Donnerstag, den 16. Januar, 8 Uhr:

Ockershausen. Pfarrer Fokken.

Selbst. ev.-lvth. Gemeinde. Mittwoch 8 Uhr: Kriegs- betstunde.

Marburg erhebt stärksten Einspruch wider alle will­kürlichen und überstürzten Eingriffe in den Reli­gionsunterricht. lieber,eugt von dem unersetzlichen Werte des christlichen Rcligionsunterrichls für die Kultur und die Sittlichkeit unseres ganzen Volkes, fordert ste für die sachgemäße planvolle Durch- denkung der notwendigen Verbesserungen eine mehrjährige Frist und eine Beratung der Staats-1 r-gie mng wie mit der katholischen Kirche, so auch mit der zukünftigen Eesamtvertretung des deut­schen Protestantismus.

* Deutscher Polizeitag. Man teilt uns mit: Unter diesem Namen haben Kommunal-Polizeibe- amte aller Dienstgrade der P-ovirn Brandenburg einen Verein gebildet, der alle Polizeibeamten Deutschlands umfaffcn soll. Anfragen sind zu rich­ten an den 1. Schriftführer des Vereins, Polizei- Kommiffar Schumann, Spandau, Neuendorfer Str. 99.

I * Versammlung der Deutschen Demokratischen Partei. «Am Montag abend war bereits um 7 Uhr zu der aus

8 Ubr anberaiimten Versammlung der Deutschen Demo-

bie Amtsgesckäfte des Landrats weiter.

ö ann. - Münden, 11. Ian. Am hiesigen Gyni- nasinm haben Lehrer und Schüler den Schülerrat ab­gelehnt. t

Gotha. 11. Ian. Der Arbeiter- und Solda» t-nrat beschloß, die fernere Veröffentlichung des Auf­rufes zum'Freiwilligeneintritt in den Grenzschutz zu verbieten.

MkrÄurß uM UmgLgsntz-

Marburg, ir>. Januar.

* Die Doprolerklöruug, die der Ausschuß der Volkskirchlichen Vereinigung" auf Grund genauer Beratung auch mit der hiesigen Lehrerschaft MiAe Dezember b schloffen und sofort an die Regierung wie an die Parteien unseres Wahlkreises gesandt hat, lautet: 1. DieVolks-

gestobsin worden.

Mainz, 13. Jan. Die französische Verwaltung nrbnete an: Auf allen Rathäusern bezw. Bürger- meisteeeien des Ilnter^ahnlreises muß die franzö­sische Fahne ständig gehißt sein. Jede Ge­meinde hat sofort zwei Fahnen auf ihre Kosten zu bi's'hal-en. Die aehi^te Fahne muß stets in tadellosem instand sein, olme jedweden Riß. Die Bürgermeister

M IMtMWtn

f Franzensbad, 14. Ian. Seit dem 10. Januar Ist Franzensbad von tschechischen Truppen be-I isetzt.

! P ra«, 14. Ian. Das isckeckisck-slow!ck''sche Pr-sst I büro me'b't: «Astern Hal es Ministerpräsident Kra- marsch in Prag ans dem Kongreß der tscheckstckcn staatsrechtlichen demokratischen 9? aret als eine P flick I der Regierung ße-cicknet mit starker Hand die Ordnnn/- in der Republik aufrecht zu erhalten und die bol­schewistischen V mtriefte ob r c> schneid en, wie e die kchtneiz nnd andere fremde Länder getan hätten Die M^-ckeit des Tschechenvolkes sei nicht sona- list!sch, b«**er fnne das Volk nur sozial sein nnd nicht sozialistisch. Gegenüber den Erklär»"g-n der Tc'tt- scheu betonte Kramarsch, daß die volle Erfüllung bet tschechischen Ansprüche durch die Westmächte ver­bürgt sei. Den Deutschen bleibe nur die Ver söhnung. Dasselbe Büro erhält durch Funks-.-"«!' auS dem Haag eine Unterredung des Prager Ver­treters derTimes" mit dem Präsidenten Masartzk bei der dieser die Notwendigkeit einer Luft post ver­bi n d n « g zwischen Prag und Straßburg beton'- Masaryk erklärte weiter, daß die Besetzung von Dr«ß« burg von den Wcflmächten beschlossen wurde nnd die tschechischen Minderheiten in den strittigen Gebieten in Polen geschabt werden müßten. Da die Po'en tr ihrem eigenen Lande nicht Ordnung machen können, wurden diese Gebiete dem Tschechknstaate zugesprochen.

tnaenieur Wach in DüEeldors. Paul Nebes ht Zeblen- t'arf bei Berlin. Hermann Jansen in Berlin. §>er- maitn Dernbürg und Alfred Breslauer in Ber­lin-Dahlem ist der Titel Profeffar verliehen worden.

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und Nachhyr-aMste.

Frankfurt a. M., IS. Ian. Wegen mehrfacher ^ckchindesii-n und Betrügereien wurde d-r schon viel­fach vorbestrafte IuliuS Beofuß ans Laasphe hier msid-r festgenommen. In seinem Besitze fand man die Answeispaviere eines Osfizierstellversieters, nnd Betzfuß behauptete, sie gekauft z-t haben. Als man aber den Osiizierßessper'r-ter ernnll-li hatte, war,der sehr trab, seine Bov'ere wieder rn haben: denn sie waren ihm mit Brieftasche und Paletot in einem Warte,aal

krotischen Partei der Stadtsaal bis auf das sipke Plä»" I --

chen gefüllt. Keh. Ra, Prof. Troeltsch leitete die sind sür dw Fahnen persönlich haftbar.

UnpsMlsKe Lss««nachnchiE.

Ersßfeuer. E r i m m r t s ch a u, 13. Jan. Tue Stadt- und Landzeitung" meldet: Heute Nacht brach Großfeuer in der Spim täI Karl Boettger in Crim« mitfcbau-Neukirchen aus durch Heißlaufen einer Welle der Transmission im Erdg schoß des großen vierstöckigen Spiunereigebäudes. Das Feuer verbreitete sich mit tmenber Schnelligkeit durch den Transmissionsschacht in alle vier Stockwerke. Ein -Teil der im Betrieb beschäf- itigteu Arbeiter konnte nicht cecktzeitig den Weg ins Freie finden, sodaß bei dem Brande auch einige Per­sonen - man spricht von fünf bis zehn verbrannten und einige verwundet wurden.

Schwerer Zugzusimmenstsß. N e w y o r k. 13. Jan Zwischen zwei Zügen ereignete sich ein schwerer Zusam­menstoß. Bis jetzt wurden 12 Leichen geborgen. Man befürchtet eine große Anzahl von Opfern.

Versammlung ein, worauf der von der Partei für die I bwinuiiuu, ijj. USSV-st,

Nationalversammlung aufgestellte Kandidat, Ober- ff°l^r,. rst durch .Mastnabmen^des^ Vollzugsrate»

Amerika, Rußland kamen sie, zu Vietors schmun'elu- Sem Ergötzen sogar aus Sibirien, nm den Mei­ster der Phonetik zu hören. Sie nüt-.ten ihn aus und trieben Svott mit seiner Güte: nachweni-i gen Wochen Ferienkurs" ließen sie sich von ihm ein certificate" auSstetlen. Das sollte ihnen daheim gol­dene Erträgnisse sichern u"d btt Be-echt'gun.g liefe n, I Vietors Namen auf das Firmenschild zu feiert. , Ost I genug haben die wirklichen S'ud-nt-n sich erbittet I 'ekiagt über diese Ausnutzung, wo sie selber erst pack' I acht oder zehn Semestern strammen Studiums da? Zeugnis erhellten, sich bei Victor die Sporen »erbten' n haben. Dabei ließ gewiß nicht Anslandsdienerei I -inen so deutschen Mann ttnj V'ctor derart handeln seine re in menschliche Güte hielt es sür ! selbstverständlich.

Man konnte sich Vieior eigentlich nicht böse ober ärgerlich verstellen. Das Lautere war der Hountzu- an ein'm Mann, der manchen trocken schien, weil e - most Phi (oto ge war und.der Gabe rnangell- Pitcrotur üinreißend und mit Wortschwall vorm« > Tranen. Dieses reine, fast kindliche Wesen des ManneS ersckwß sich dem, der das Gluck hatte, in feinen Fam-lienkreis eingeladen zu werden. Da of^en- iicii in ettt 5*]oiit>frcr 3 P* tinturlirocv

Verständnis für Musik und Kunst. So gab es ;a auch fein Konzert, kein Marburger Mutt fest, bet dem er nicht nnller den Zuhörern war. Jene trauten Stunden am häuslichen Herde zeigten dem Besucher I->!N- sonst g-beime Seite: sonnt gen Humor um guten Witz, der groß-; Verständnis besaß für das ! Bedürfnis, sich einmal recht ordentlich auszulachen. Das Charakterbild wird vervollständigt durch etwas, üas bei Vietors lebenslangen Beziehnngen zum A u s - land dopve't hoch anzurechnen ist: die innige Liebe zu seiner hessischen Heimat. Noch bis in die lebten Zette» pflegte er »Ü der Famttre

bürgermeister Koch ans Cassel, das Wort zu einer 1 klaren Entwicklung der Zi le der Demokratisch n I Partei ergriff und betonte, daß das deutsche Volk weder! von der Svartakusgruppe oder Gegenrevolutionären I noch durch die Entente feine Rettung zu erwarten Hobe, sondern einzig und allein durch, das deutsche Volk. Da-auf gab der Redner einen lleberblick Über die Bis- marckfch.' Taktik, die von Beihmann Hollweg sowie Über die irrtümlichen Ansichten des Kaisers. Alle Programme an sich sähen sich nach außen ja sehr fckön an, doch ent­scheidend fei nur, welcher Mann dahinter jtee. Es dürften keine Männer mehr als Führer koWften, die das Volk irreleiteten, auch feien die Zeiten der Somm- tunosvolit-k gegen die Sozialdemokratie vorbei. Ci e Demokratie hätten mir noch nicht. Das deutsche Volk! hei schickst, -<ise von einer Krankheit befallen, deren Ur- beber erstickt werden müßten, die Regierung tniifie auf breiter- Schichten des Volkes beruhen, auch die Arboi- ttrfchait allein könne nicht den gewünschten Zu­stand herbeifübren, es hätten vielmehr alle Klaffen Iber Bevölkerung. Kaufleute, Beamte usw. ein Rechi Idazu mttzuarbeiten am Wohl des Ganzen: die Klaüen- IherrfAaft fei umzuwandeln in eine Bolksh.rrlchaft. Di? IVerantwortung für die Durchführung der Revolution I müßten di- Sozialdemokraten übernehmen, die sie b.= I gi nnen hätten. Des weiteren kam der Redner auf das IRecht der Frau zu sprechen, die durch den Krieg reif Isürs Wahlrecht geworden fei, sie müsie neben den Istirauenreckst'n auch für Menschenrecht eintreten. iJn der Fran« von Trennung von Kirckze und Staat Ivertrat der Redner d-n Standvunkt, daß der Religions- unterricht von der Schule nicht ^u . trennen fei. Di- Kirche kann nickt wi- bisher unter dem Einfluß einer

IPartei stehrn, sie muffe als eine Volkskirch« in würdi- Iger Form im Staate einen würdigen Platz haben. Zu Iber Sozialisierung der Betriebe äußerte sich der Red- Iner dahin, daß eine solche für den Einzelfall zu prüfen

an das Idiom zu gewöhnen, der da meinte, dem eng­lischen Lektor den Weg zum deutschen.Doktor glä-ten zu müssen durch Hilfsbereitschaft selbstlosester Art dieser Manu fühlte doch beut sch genug, tief un Herze» bie Schwach zu empsinben, die seinem Volke anaetau wurde. , _ .

"Dann kam bie blutigste Schicksalslrome: <sem eige­ner Sohn geriet in Gefangenschast gerabe des Englan- ber-5 oder siel gegen ihn er kehrte nicht wreeer. Für jeden mußte es f'ar fein: Das brach des a' trrs Herz. Den Rest gab ihm das jainw.croslte Schauspiel, wie im Sommer dieses Jahres unsere Heere immer weiter znrückweichen mußten.

Meuchelmord, von verräterischen Volksgenossen be­wußt vollsührt und offen zugegeben, hat Deutschland seinen triumphierenden inneren und äußeren Fei'-den ausgeliefert. Mögen sie uns im Waffenstillstand, im Friebensvcrirag alles wegnehmen, mögen sie alle Schiffe versenken und alle angeblich Schuldigen um- bringen. Ein Trost: Deutschen Geist, deutsche Miss euschaft können sie weder zerstören noch rauben. Mögen sie doch versuchen, wie weit sie kommen, wenn sie bie Namen deutscher Geleyrter ausmerzen. Deutsche Gründlichkeit und deutsche Ge­lehrsamkeit dem Ausland unentbehrlich gemacht zu haben, ist ein Verdienst auch Vietors. Damit hilft er den Glauben an eine bessere Zukunft retten, die auch den heutigen Feinden Deutschlands das Be­kenntnis abringen wird:Es war Wahnsinn, euch haben vern-ichten zu wollen;^ohne eure Kultur vermögen wir nichts., dieser Zukunftsaussicht liegt das schönste Vermaigtuis, das uns das Andenken an Wilhelm Victor bedeutet.

Bielefeld, 25. Dezember 1918.

Oberlehrer Alfred Schumann.

reg-'inäßig zu iconbern in der schöne» Marburger Um-1 gegend. I

Allerdings standen diese Jahre merllich im Zcicoen I -rschlafl-nder Kräfte. Manches Kolleg morgens um I nenn llhr machten schwere körperliche Schmerzen deut-1 iich zu kin-m Marttzrinm sür beit Vortragenden. I Aber es mußte schon sehr schlimm stehen, wenn Pro-1 'effor 'ii etor zu Hause blieb. Da wußten bie Stu-1 Zenten, bas Leiben war ernstlich. Sie lernten von I Pescm kleinen, ehrwürdigen Manne ausharren auf I Sem Posten bis zur letzten Möglichkeit. Ohne Zweifel fchab'trn auch seiner Gesundheit schwere Angrisse, die er sich zn-og, als er gegen Ende seines Lobens unter-1 nahm, mit seiner alten Waffe, einer radikalen Feder, I zu kämpfen für Abschaffung des Grie ch ilchen aus l Sen Schulen. Victor ließ sich nichts merken, ober I sprang mit einem Sckerz batü&er hinweg: aber man merste es ihm an: solche nicht mehr sachlichen, sonbcrn j'rob persönlichen Erwibcrunaen, die befonberd

-ine Frankfnrt-r Streilfchwft gegen ihn schleuderte und bie ihn gleichsam lächerlich und verächtlich machte, mußte einen Mann wurmen, bet im Grunbe bie Güte selber war. llmso ungerechter waren jene Ausfälle, als baS öffentliche Urteil burchaus auf Vietors Seite stand und heute noch viel mehr steht.

Nun kam der Weltkrieg. Viclor verbanden mit England schönste Erinnerungen an seine einstige Lehr­tätigkeit in englischen Schulen. Aus sie zurückzugrei- I fen in seinen Seminarübicngen, aus seinen Ersahriin- I gen bie Stubenten Nutzen ziehen zu lassen, loaren immer sein Stolz uub seine Freude. Aus seinen Brie­fen an mich sprach cs deutlich: daß die Briten eines solchen Krieges, einer solchen Kriegsführiing fähig waren nach allem, was deutsche Kultt-r ihnen gegeben, versetzte seinem Vertrauen in die Menschheit und deren Gerechtigkeitssinn einen schweren Stoß. Der ?Äann, der im Kolleg nur mglifch sprach, um feine Student«

Sit Wo'tl

Amst erdam, 14. Jan. Die Blätter berichten ans Oldonzaal, daß die dortige Bahnhofspolizei einen Reisenden aus Rusiisck-Volen verbastete, der au? Deutschland kam und 60 000 Mark sowie Briefe für Wynkoov und andere Revolutionäre bei sich trug. I

Brüslel, 14. Jan. (Havas.) WiePeuple" meldet, erklärten die in Antwerpen eingetroffenen englischen Marineoffiziere, nachdem^ sie den Fliiß unter-1 sucht und die Hasenanlagen besichtigt hakten, tnt Rat-1 banse, daß die englische'Adm-ralität beabsichllge. den Dienst bet in Antwerpen bcfinblichen englischen S e e b a s i S auszndehnen, nm die Versorgung bes br'.t'schen Heeres zu zentrastsieren.

Kopenhagen, 13. Jan.Verlmske Tidende me'chet aus Pans, nach Mabriber Telegrammen ge« I denke König Alfons in nächster Zeit eine Re'se nach | den spanisch sprechenden Republiken Südamerikas an- rutreten.

Die Unruhe« ln Buenos Aires.

Buenos Aires, 12. Jan. Trotz der Mitteilung ftes Streikkomitees, daß der Streif beendet fei, dauerte das Sckieß-n den ganzen Tag und die Nacht an. Die Zahl der Opfer wirb auf 1000 geMtzt. Der militärische Diktator della Pvano ve-hot alle Versammlungen von Arbeiterorganisationen und ließ alle Polizeibüros mit I Truppen besetzen. Das Kongreßgebäude wird von einer Abteilung Artillerie verteidigt. Die Trupp-n stehen unter dem direkten Befehl des Parlvments. .Ten lian- I n Samstag berrfchte in der Stadt Anarchie. Dieb- 'tgbl und Toticklag ftand-n auf der Tagesordnung. Die I Lebensmittelversorgung ist kritisck. Es kam vor allem hm rulsilcken Viertel zu ernsten Kämpfen. Pvano be­fahl. alle rusfifcken Agitatoren ? »ex« poften und auf einem im Hafen liegenden Kriegs hchiff zu interniere«.

Berlin, 13. Jan, Wie bekämet, ttHrre« bei d-m I Ende Dezember erfolgten Abzug unserer Truppen aus I dem Kaukasus eine deutsche dttlornotllche Delegation I unter General v. Kreß nebst Konsulat, zusammen 70 I ^erlon'n sowie ein Lazarett mit eirrm Personal von I "0 Pertonen und 150 Kranken in Tiflls zuriick"ebli?b<m. I fniwischen beichten fedock» bie Engländer Tiflis und I Sahen bie sofortige Abreife der Delegation und des I Konsulats verlangt. Di- G-orgitche Regierung fast sick ! gezwungen, dem englifch-n Druck nackzugesten. Am 4. Tantfar -rb'elt General v. Kreß die A"fwrderung. binnen 4R Stunden mit feinen Beamten Tiflis zu oe^ frtW?n und in Bott den Abtrourport dnrck -in enolt- hck-s Sckiff abznmarlen. Freies Geleit ist bereits trüber von dm dauern bewilligt worden. Borans-! ückilich merd-n die Reitenden nach einem Mittelme-r- goken gebrockt nnd von dort zu Lande noch Deutfcklonb h-bren. General v. Kreß erhielt b*e Anwetfung. sick I -'nt't kein-n Umständen auf eine Beförderung nach d r I 'lfrolne ein'"laften. Das Lazarettvertonal mft den ^runk'n hl-lbt in Titfis. Die englifche Mission be- I 'nöoie Vck übrigens rnst der Entfernuna unterer amt- Illchn B-rtreter nickt, sondern erzwang die A ns wei­l' '!ng aller Reicksdeutfchen ans dem t^ankofus I T> neral v. Kreß protestierte gegen die völlerreckA- I widrige Aosweifu""swaöregcl. D>e deill>cke Re« I gl-rnng hat ebenfattg bl der Woftenft^lstond<-k"ni-- I Mission bei den fetndltck-n Re-ierung-n B-rwahrnng I -ingel-ot und die Rückgängigmoch'mg der Ausweisung Ibconttagt.

I Berlin, 13. Jan. Der Sck-istst-n-r Fr>b Ma- I a h e n . h'sher Vertreter d-r ..Fronkf"rl-r Z-ifniig" I in Konenbagen. ist ols v-rtönl'ck-r R-feront für P-e"e- tranen vom Stoa'olekrelär des Aeußern in das Aus-

I r-ä^rr OT*t m-rden.

I Srockholm. 13. Inn. R-ch ewer Boier'-/'!ro-r IMetfn'ng führte Trozki diirck Brineeh-t-hl die Prii- Igelstrafe als Disziptinnrinittel wieder ein.

W Lm in dn Bitmit

. « xuttze «, 14. Jan. Gestern fand in Glckwitz ein I Lh Mehrl^itsfozialisten veranstalteter Dernonstrations- rT für kbert-Scheidem.ann statt, an dem ungefähr I 17^ Personen teilnahmen. Während gestern der «elagerungszustand Wer 5 Orte des Kr isis »arnorvitz, Radzionkau, Koslawagora. Rudvpleker I nbroront und Trockenberg verhängt wurde, wird von borgen «b der Belagerungszustand auch über den Stabt« «iid Landkreis Kattowitz verhängt werden.

Brsmberg, 14. Jan. Die militäritche Lage in ^romberg erfuhr feit g stern keine Aend-rnng. Die Pole« «lackten an keiner Stell« Fortschritte. Im Na- tder und Wirsitzer Kreis herrscht Ruh«. Der Bahnvor- E«br BromleraSckneidemliblBerlin ist in vollem fcange und wickelt sich ohne Strörungen ab. Enlg'gen ] vielfach »niutrestenden Schilderungen, bie g-etgn t «h >ie Bevölkerung zu beunruhigen, wird wied-rhol' reto'nt, daß bie Entwicklung der Berhällniff- d?e b-sten Hoffnungo« znlößt, und jbde Besorgnis grundlos ist.

Berlin, 13. Jan. Täolich laufen zahtr-fck- :Kuubo-b',noen Nils Osturenßen und Westvreuß-N, Po­sen und Ob-rffb/asieu bei bet Reichsregs-rnng ein. i" 'btrnii die deutsche Bevö^-rung g-gen die polnischen ^Snnc'-ionSbch^ebiino-n Wcherftrucki ergebt und de" !«nersckütt-rllchen Willen z»m Au-^ruck brinnt, mit bem Dentf^en Reiche vereint zu bsiiben. Di- R-- völkrrnng Ost- und Westpreuße», Vosens und Scksi- siens kann, so wird hachamtstch erllärt, üb-me"gt s-i" 'baß btc Reicksregierung sich m't allen Mii'.cln bafr einsitze« wird, daß bentsche Gebiete nicht aus dem .Neichsverbande ausscheiben.

einer sofort auf breitester Grundlage zu schaffenden I ____»----

Gesamtvertrekung des deutschen Protestantismus ß k

oder mit den preußischen Kirchen beraten und durch-^l jt JTlft 11 »M £vlii£TL wuJT»

geführt wird. 2. DieVolkskirchliche Vereini- 4h Neue Profefforen. Dem Kupf.-rstech-r Fran, A. ouna", insbesondere auch die Lehrersckgft, der Stadt B 8 r n e r in Berlin, dem Maler und Radierer, Hugo - -«' 'ihm ich in Breslau, sowie den Architekten Dinlom-

KittWrilfNach^s-kr.Geburisia^iruk' »rm ^itbrnhru an Wi he w Uiö or»*)

Zum ersten Male seit langen Jahren bleiben sie heute aus, die unzählige» persönlichen und schriftlichen Mückwün.sche, bie dem EebnrtstagSkinbe gatten in jenem gelben Hause am Barsüßertor. Tas cegen,cu uahr brr Weihnachten zu haben, gilt für unpraktisch. Ts über gar aus ben ersten Wcihnachkssilertag zu legen, «« dem man boch unmöglich noch einmal be- schcnkt werden kann, ist ein Muster von Beschcidcu-zcit. So schien die Natur selbst Wichelm Victors Wesen kenn-1 Deichnc« zu wollen: als der stille, bescheidenc »elehrte lebt er ja fort im Gedächtnis feiner Zett- -niossen.

Dieses Besihesdene, Uiischeinbarc hatte etwas ü h - LendeS an sich, bedenkt man, wie siicht Stolz oder tetr Ueberhrbung hätten einziehen könne» in das Herz eines Gekehrten von Weltruf. Bei Victor Hub'tri zu haben, galt jedem Neusprachler seit Jahr- tthntcn als Aus-eichnung. Staatseramen lind Doktor bei ihm verliefen einen Freibrief fürs spä­tere berufliche Leben. Aus dem Auslande strömten Ler-idegierige beiderlei Geschlechts herbei, s*- sein Rame war die eigentliche Tricbsider, weiche die Marburger Ferienkurse in Gang s.'tzte. Nun ihr Mittelpunkt dahin, wird auch niema'.s mehr s ch diese Eiocnart des Marburger Scmmerkebens erneuern. Selbst wenn M Ausland unsBarbaren" in unseren NcistrSwerkstarten wieder anfsuchen würde Victor !st nicht mehr, und mit ihm sch.oand das Licht, das die Fremden nach Marburg lockte, der Perle des i Hestenlaudes. Aus Frankreich, Eugia'-id, der Schweiz,

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L *} Der Nb druck diese AuZape» hat sich bessuderer

JftflWl.

' München, 13. Jan. Der Ausschuß der estaß- [otüring'fben Autonomiüen erläßt eine Knud, «ebung, bt der er versickert, daß die sign-ösische R-« «ierunq irre, wenn sw gtanbe, 19'9 über Eifaß« Lothringen wi» über ein» Sache verfügen zu könne" Das eftoß-lothriugssche Volk me-de fei"c gesck'chtl'ck cheqründ-t-n nnveränße''tickeii Rechte inmmernehi: jtits den Händ-n o-ben. Dabei vertraue es auf die hüben .großen lib-ral-n Mächte Großb-ttann-'e-». itnS Norh« ainerika. A"ch Italien werde b-im Friebenskonoreß für die Reckte Elsaß-LotHrmoens-'kintr-ttn müssi". '.Daß Willon sein Wort halten werbe, sei ein- iSelbstverständlichkeit, an-der nieniaud zu zweifeln toaaf Eine freie Vo^sabßim'nung werde bew-i'e", was bas ivolk wolle. Die Heimat müsse von bet fron'öllsck-n

Armee enb den sianrösiscken Veowf-u geräumt ! werben. Der Reichtum E^saß-Lothrinoens gehö c weder Frankreich noch Deulschlanb, sondern den Ek'ast Lothringern.