Einzelbild herunterladen
 

DK WestmTchk« gegen feit SornwH W $M«S.

! tBatf d>au, 12. Ian.Kurier Warzawski" meTbet: 6h» Patte traf hier die Nachricht ein, daß Sie West» «Achte den obersten polnischen Vollsrak in Posen pn Einstellung der Offenstve gegen di« Deutschen aus- gefordert haben mit der gleichzeitigen Zusicherung, baß die polnischen Truppen in der nächsten Zeit Ausriistun- gen, Munition und Waffen erhalten werden. Die Armee Haller werde schon in diesem Monat nach Warschau abtranspottiett werden, wo fte als Hilfe­truppe der Westwächte unter dem Kommando Pilsudjkis zum Dienste im Land« bestimmt fei.

I $k S»n<M»-Wßsimi!im.

Be rlin, 13. Ian. lieber die Plünderun­gen im Berliner Osten' schreibt dieTägliche Rund­schau": Nachdem die Spartakisten auS dem Berliner Stadiinnern in der Hauptsache »nrückgedrängt sind, erwählten sie sich den Berliner Osten älS Stützpunkt aus, wo sie plündernd durch die Straßen riehen. Die ans dem Schlesischen Rabnhof hi nausgeworfen en Svar- ' tasiden zogen w't Waffen ab, wodurch die Gegend des Schlesischen Babnbofs den grästten Gefahren an?» gesett ist. In der Großen Frankfurter Straße dran­gen die Svartafusleute in die Läden und Privathänfer ein und plünderten, wo sie sich Gingang verschaffen konnten. Teilweise gingen sie bi? in den vierten Stock und räumten die Wohnungen au». R"m Teil kam e« mit den ReoiernngStruppen zn Kämpfen. In der Billenkolonie Grünewald wur­den in den beiden lebten Tagen zehn räube­rische Ueberfälle durch tvattofiMcheS Gesindel gemeldet. Um dem Treik^n dieser lichtscheuen Elemente ? zu steuern, ließ Oberst Reinbardt abend? und nachts die Straßen rew'dieren. I« zwei Lastwagen, mit Mannschaften belebt, fuhren in Abständen von 200 Metern voneinander entfernt durch die Straßen. Aus ein Signal hielten beide Fahrzeuge: die Mannschaften sprangen herab und sperrten die Straße in voller Breite. Ans den Anruf der Trappen mußte jedermann sieben bleiben und wurde dann von den Soldaten untersucht. Verdächtige Personen, die sich nicht aus­weisen konnten oder ohne einen Waffenschein der Kom­mandantur Waffen bei sich führten,-wurden verhaftet.

Neber die Erstürmung de? Schlesischen Bahnhof« schreibt dasBerliner Tageblotl": Fünf Tage lang batten Svartasisten der allerwi'd-sten Sorte den Schle­sischen Bahnbof beseht. Sie hausten in ihrer Um» gebunq wie die Räuber. In der Nähe de? Schlesischen Babnbofs wurde eine Konservenfabrik ge­plündert. Da? Geschäft des Juweliers PH. Freund­lich in der Großen Frankfurter Straße 27 wurde vollständig ausgerä"bert und für mehr als 300 000 Mark Ware gestohlen. Die Konsumgenossenschaften der ganzen Umaebung wurden geplündert und die Brote, das Stück für 57 Mark, an das Publikum verkauft. An? den Zigarrenläd-n holten sich die Spar­takisten beständig neue Vorräte. Sie besehten die Dächer der Privatbäuser, um dauernd auf die Regie­rungssoldaten und Zivilpersonen ln der Köppenstraße, Andreasstraße, Krautstraße und Umqeaend zu schießen. Das Treiben der Svartasisten war so schlimm, daß sich in der Dunkelheit kaum noch ein Mensch aus dem Hause wagte. Eine geringfügige Ursache brachte die Räumung des Schlesischen Bahnbofs und die Flucht der Revolutionären. Gegen 91/. Uhr vormittags hiel­ten zwei Beamte und der Bahnhofsvorsteher einen Spartakusmann, der sich frech benahm, an und ent­waffneten ihn. Der Verhaftete versuchte, Hilfe herbei­zurufen. Statt der Spartasisten erschienen etwa 60 Mann Regierungstrupven, die den Bahnhos von ver­schiedenen Seiten stürmten und die Revolutionäre über­raschten. Gewehrschüsse und Handgranaten verrichte­ten ihr Werk, so daß der Bahnhof in kurzer Zeit befreit war. Bon den Svartasisten wurde mit Dum-Dum- Patronen geschossen. Ueber 60 Personen, dar­unter viele Frauen, wurden gefangen. Die Beschädi­gungen an den technischen Einrichtungen deS Bahn­hofs und an den Gleisen sind nur gering. An die Stationen des Ostens gingen bereits Telegramme hinaus, daß der Fernverkehr während der Nacht zum Montag wieder ausgenommen werden kann. Heute vormittag wird auch der Bahnverkehr auf der Stadt­bahn wieder ausgenommen. Die Wechselstube am Schle­sischen Bahnhof ist geplündert: zwei dort befindlich« Geldschränke wurden aufgebrochen. Die Fensterscheiben des Bahnhofs sind fast sämtlich zertrümmert.

Berlin, 13. Jan. Der Führer der Spartasisten, Rechtsanwalt L e v i aus Frankfurt c M., ist verhaftet worden.

Berlin, 12. Jan. Die Daimler.Motorenwerke Marienfelde find heute von Regierungetruppen besetzt worden.

DerVorwärts" schreibt: Die Regierung ist »ach wie vor geneigt, die Epartakueleut« mit Handschuhen anzufassen, wenn Garantien da­für gegeben werden, dah dieses Treiben ein End« hat. Es muh und es wird Ruhe geschaffen werden.

Das Polizeipräfibio».

Berlin, 13. Jan. Ein Mitarbeiter desB. T." hatte Gelegenheit, den Stellvertretenden Polizeipräfl- denten Richter zu sprechen. Der Polizeipräsident teilt« mit, dah die wichtigsten Akten sich noch im Hause befänden. Der Erk nnungsdlensi scheine ebenfalls un­versehrt zu sein. Die Kriminalbeamten, die es unter Eichhorn nicht länger oushalten konnten, werden wie­der ihr altes Heim beziehen. Dir Regierungstruppen hatten bei dem Sturm drei Tote und einige Verwun­dete. Die Stürmenden bestanden lediglich aus Re» gierungsttuppen, die Verteidiger zum gröhten Teil aus bewaffneten Zivilisten. Der größte Teil des Sicher- hettsdienfbes ging noch in später Nacht zur Regierung über. Mit dem Fall« des Polizeipräsidiums ist auch für die Berliner Schutzmänner, oder wie die neu« Re- gierung.fi« umgetaust hat, Wachtmeister, eine Aende- rung ihrer Dienstverhältnisse eingetreten. Ein Erlaß des Minister» Ernst an sämtlich« Polizeirevier« gibt be­kannt, dah alle Erlast« des bisherigen Polizeipräfi- denten Eichhorn ungültig feien. In demselben Augenblick, al» der Erlaß in den Pollzeirevieven be- könnt wurde, haben sämtliche Schubkeule di« roten Binden herabgerissen. Am Sonntag er. schienen al» Vertreter de» Leiter» be» Berliner Polizei. Präsidium» Minister Ernst, der Regierungsrat Doyer, ; sowie Polizeioberst Fröhlich und desten Adjutant, Polizeileutnant Hoyse, in dem Dienstgebäude am Lleranderplatz. Dor der versammelten Echutzmann- schaft erklärt« der Adjutant in einer Ansprache, daß die Regierung mit den bisherigen Mahnahmen de» Poli- ' geipräsidenlen nicht einverstanden gewesen sei und nun, i mehr nach dessen Absetzung die Schutzmannschaft wieder j stark zur Bekämpfung des Verbrechertums, das sich jetzt besonders breit mache, herangezogen würde. Zu .diesem Zweck würden sie auch ihre Waffen zurück- erhalten, um ungeachtet der bisherigen Vorgänge, >wie früher für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Eine Entschädigung für ihre schwere Arbeit sei ihnen gewiß

Kmt wefweMge Kampf gegen Seit Sokschewtsmus.

Kopenhagen, 12. Jan. Nach einem Tele­gramm an» Pari» erklärte der in London ein­getroffene dänische Gesandte in Petersburg, Sca- oenius, gegen über einem Mitarbeiter desMatin" u. a.: Don allen Seiten hör« ich, daß Deutschland genug Lebensmittel besitze. Das ist nicht richtig. Deutschland ist mit seinen Hilfsmitteln beinahe zu Ende. Hunger ist der beste Boden für den Bolsche­wismus. Ich verstehe, daß die Heere der Berbün- deten sich nach vier Jahren Krieg sich nach Ruhe sehnen. Man mutz aber leicht in England, Frank­reich und Amerika Freiwillige finden können zum Kampfe gegen den Bolschewismus in Petersburg und Moskau. Es gibt nur noch ein Mittel: das ist bewaffnete, Eingreifen. Wenn das nicht kommt, werden alle Entscheidungen auf der Pariser Frie­denskonferenz nur tote Buchstaben sein.

Bern, 12. Ian Die Frage de» Eingreifens gegen die Bolschewisten steht auf Grund der neuen Ereignisie im Vordergrund des Interesies der Pa­riser Zeitungen. In der schärfsten Weise äußerte sich der aus Rußland in Paris eingetroffene Bot­schafter in Petersburg R o u l e n s über die Bol­schewisten. Er erklärte jede Anknüpfung oder Auf­rechterhaltung von Beziehungen mit dieser ver­brecherischen Gesellschaft für ausgeschlossen und glaubt nicht, daß eint etwas reserviertere Hal­tung gegenüber einer Macht marristischer Herkunft, die sich in Berlin ans Ruder dränge, ergriffen wer­den dürste. Er verlangt schleunigstes Eingreifen in Rußland und hebt mit Nachdruck hervor, daß die Bolschewisten, ob sie nun im Ausland oder in Rußland herrschten, das ernsthafteste Hin­dernis für einen Völkerbund und den allge­meinen Frieden bilden.

$lt MWlMMN.

Jeder Heeres«ngehörige kann stimmen wie er will.

Berlin, 13. Ian. Das Kriegsministerium teilt auf Grund aufgetretener Zweifel mit. daß es jedem Heeresangehörigen selbst überlassen werden muß. welcher Pattei er bei den Wahlen zur Nationalversammlung seine Stimme geben will, und daß dabei nur sein eigenes Gewißen und seine innerste Ileberzeugung als Richtschnur dienen dür­fen. In Kreisen der Heeresangebörigen ist viel­fach die Ansicht verbreitet oder auch wohl künstlich genährt worden, durch den Eid, den sie auf die jetzige Regierung geleistet haben, seien sie auch für die Wahlen zur Nationalversammlung festgelegt. Sie müßten nunmehr auch am Wahltage für die jetzige Regierung Ebert stimmen. Der Eid auf die jetzige Regierung hat mit der Wahl nicht dasMindestezu tun: er bezieht sich n u r auf das Militärverhältnis. Die heutige Regierung besteht ja überhaupt nur zu Recht bis zum Zu­sammentritt der Nationalversammlung; mit diesen Wahlen erlischt ihre Gewalt. Schon da­raus ergibt sich, daß der Eid auf sie keine Verpflich­tung für die Wahl enthält.

Die Devtschmttionale volkspartei zur Listen-Verbindung.

Der Patteivorstand der Deutschnattonalen volks- partei hat für die Verbindung der Vorschlagslisten bei den vorstehenden Wahlen folgend« Grundsätze aufge- ftellt:

1. Oberster Grundsatz ist die Herstellung einet Ein- heitsfront aller bürgerlichen Parteien ohne Ausnahme gegenüber der Sozialdemokratie.

2. Mit der Sozialdemokratie einschließlich der Mehr- beitssozialisten ist eine Vorschlagsverbindung ausge­schlossen.

3. Die Deutschnationale Bolkopartei wird vorau»- fichtlich überall eine Vorschlagsverbindung mit der Deutschen volkspattei und der Ehristlichen Volkspattei eingehen. Die Demokratische Partei geht in einzel­nen Bezirken eine Listen-Verbindung mit uns ein, in anderen hat ste eine solche abgelehnt.

4. Unbeschadet be» Grundsatzes, daß eine Vorschlags­verbindung mit der Sozialdemokratie nicht stattfin- ben darf, haben im übrigen bk Landesverbände der Partei bei ihren Entschließungen freie Hand.

Die Dentschnatiouale Kandidatenliste nach ihre» beruflichen Zusammensetzung.

Rach den bisherigen Mitteilungen befinden sich unter den von der Deutschnationalen Volkspattei für die deutsche Rattonalversammlung aufgestellten Kandi­daten: 18 Gutsbesitzer und Gutspächter. 88 Landwirte und Hofbesitzer, 11 Industrielle, 9 Kaufleute, 22 Hand­werker und Gewerbetreibende, 17 Geistliche. 5 Aerzte, Tierärzte, 11 Rechtsanwälte, 8 Oberlehrer, 17 Lehrer, 3 Gelehrte, 17 höher« Verwaltungsbeamte, 12 Richter. 19 mittlere und Unterbeamte, 21 Arbeiter, Landarbeiter und Arbettersokretär«, 2 Ofiizier« bezw. Milttärper- fonen, 4 Baumeister bezw. Ingenieure, 5 Privatange­stellte, 3 Handwerkskammersekretäre, 1 Handelskammer- sekretär, 1 Journalist, 1 Künstler, 38 Frauen.

Wahlterror in Lnxhaven.

Hamburg, 13. Jan. DieHamburger Rachrich­ten" melden: Der Cuxhavener Arbeiter- und Soldaten­rat stellte nach Ausrufung der sozialistischen Republik sämtliche Banken, Eparkasien und Kreditanstalten unter leine Verwaltung. Durch das Vorgehen der Cuxhavener Mattosen, deren Vorposten 29 Klm. vor Stade stehen, ist in Cuxhaven und den beiden preußischen Kreisen, die zum Hamburger Wahlkreis gehören, jede Wahl- tätigkeit unterbunden. Die Verttauensmän- net der Deutschen Volkspattei find unter Androhung der Verhaftung verpflichtet, von jeder Wahl- töttgkett abzusehen. Soweit Patteigelder von den Mattosen entdeckt wurden, wurden sie vor» ihnen be­schlagnahmt.

6* Mut».

Berlin, 11.Jan. General b.Juf. v.Kathen, bisher Oberbefehlshaber der 8. Armee, im Frieden Gouverneur von Mainz, ist auf sein Gesuch mit der ge­setzlichen Pension zur Disposition gestellt worden.

Wir lesen in der JS. Tagesztg.": Der .Erst« Repu­blikanische DergnLgungspalastt wird im ^Vorwärts" mit großen Buchstaben angekündigt. Wa» es da gibt? .Töttich im Riesensaal großer Ball und Volksbelusti­gungen neuester Art. Theater, variets, Ringkämpfe. Großes Amüsement der Jetztzeit! 1 Musikkapellen." Herrliche Zeiten tu der Tat! Deutschland verblutet, sein Wirtschaftsleben bricht zusammen, Polenhorden dringend plündernd «ch mordend tarnet weiW tu

dttttsches 8ätS ttttfl kn 5et siWMnM' Kuptstadt. die diesem Jammer in aller Gleichmütigkeit zusiebt, wird derE'ste Republikanische Bergnügungspalast- erdffnet mit Volksbelustigungen und großen Amüse­ments! Bemerkenswert ist, dah das republikanische Riesenvergnügen täglich bereits um 5 Uhr nachmittags beginnt.

Hamburg, 13. Jan. DerPräsident" von Olden- burg, Kuhnt, ein Anhänger des Spartakus-Bundes, wurde in Wilhelmsbaven interniert.

London, 12. Jan. Die Zeitungen melden au» Rewvork: Der Ausstand ist beendet. Der Schiedsspruch des Krvegshafenamtes steht noch ans.

Buenos Aires, 13. Jan. sHaoas.) Der Gene­ralstreik nimmt den Charatter eines Aufstandes an. Eine Kirche wurde geplündett und verschiedene Waffendepots ausgeräumt. Trappen wurden aufge­boten. Es kam zu weiteren Zusammenstößen, bei denen es Tote gab. Die Streikenden setzten die Automobile des Volizeichefs in Brand.

Rewvork, 12. Jan. (Äeirter.) Der Millionär Jacques Lebaudv, der sich früher Kaiser der Sahara nannte, ist von seiner Frau erschosien worden. Eie wird fetzt bewacht. Da sie zusammengebrochen ist. vermag sie kein« Aussagen zu machen. Fran Sebandv hatte fünf Schütze abgegeben, die sämtlich trafen. Lebaudv lebte seit einiger Zrit von seiner Frau getrennt, ohne Nrfc aber die gerichtlich« Scheidung ausgesprochen war. Lebaudy batte sich im Jabre 1903 tn Paris verheiratet.

Liebknecht nud die deutsch« Valuta.

Amsterdam, 13. Jan. Da» an der Amster­damer Börse umgehende Gerücht, Liebknecht sei während der Straßenkämpfe erschollen worden, be­wirkte eine Steigung be» Markkurfes. Das Gerücht blieb unbestätigt, weshalb die Kurse wieder sanken. Die Mehrzahl der hiesigen Blätter ist der Meinung, daß die Mehrheitssozialisten, wenn auch die Berliner Ereignisie mit ihrem Sieg enden, doch ihrem Einfluß noch geschwächt sein werden, weil ihre Art,' mit Autobanditen und Spartakisten zu unterhandeln, keine Regie­rungsmethode darstelle.

Ankunft Deutscher au» der Türkei.

M ü n ch e n, 12. Ian. Der erste Transport der laut Waffenstillstandsvertrag aus der Türkei aus- gewiesenen Deutschen, 600 Männer, Frauen und Kinder, ist in München eingetroffen. Der Trans­port verließ am 20. Dezember Konstantinopel auf dem DampferCorcovado" unter osmanischer Flagge, passiette am 21. die Dardanellen und die gefährliche Minenzone davor unter Führung eines englischen Torpedobootes, lief bann in Italien zwei Häfen an und traf in Triest am 29. Dezember ein. Dort wurde die Reisegesellschaft unter Qua­rantäne gestellt. Da der geplante Transport über Laibach 'undurchführbar war, fuhr der Dampfer nach Venedig. Von dott aus wurde der Transpott über Verona und den Brenner weitergeleitet. Die Behandlung durch die Italiener war sehr zuvor­kommend. Mehrere Hundert Deutsche erhielten die Erlaubnis, in Konstantinopel zu bleiben. Das Militär wird vorläufig auf dem asiatischen Bos- porus-llfer untergebracht Ein zweiter Ziviltrans­port soll nachfolgen.

Mackensen in Belgrad interniett.

Wien, 13. Jan. Das Wiener Korrespondenzbüro meldtt aus Agram: Mackensen ist nicht nach Saloniki, sondern nach Belgrad ge6ta<6t worden, wo er interniert «"halten wird. Anlaß zur Internierung war, daß sein« Armee fich der Entwaffnung und Internierung ent­zogen hat und nach Deutschland gefiLchttt war. Rur einig« tausend Mann wurden sestgebalten. Mackensen hat sich deswegen vor den WestmSchten zu verant­worten.

Montenegro gegen die Serdo^lowakrn.

Bern, 12. Jan. Rach einer römischen Meldung der Jtribune de Geneve" erklärt da» montenegrinische Generalkonsulat in Rom: Am 4. Januar ist in Monte­negro «in« allgemeine Revolution ausgebrochen, die mit aller Entschiedenheit für die Unabhängig, kett Montenegros eintritt und gegen die serbo-slo- wakische Gewalttätigkeit protestiett hat. Rach dem glei­chen Blatt hat die montenegrinische Regierung «ine Protestnote an alle Verbündeten und Reuttalen ver­sandt, in der gegen die serbo-slowakischen Ansprüche protestiert wird.

Südflawen und Italiener.

Marburg (Steiermark), 13. Jan. Die süd­slawische Armee wird in den nächsten Tagen Stein- amanger besetzen. Ihr Streben ist, die Verbin­dung mit den Tschechen von Preßburg in kürzester Zeit herzustellen.

Fiume, 13. Ian. In den nächsten Tagen wird die vollständige Mobilisierung der lüdslawischen Armee befohlen werden. Sie wird fich auf die ersten zehn Jahrgänge erstrecken. 'Die Italiener bereiten fich darauf vor, dem militäri­schen Lormarsch der Südslawen, der für die nächste Zeit erwartet wird, beroaffneten Widerstand entgegenzusetzen. Außerdem ermattet man in Fiume einen Teil der italienischen Flotte, um im Falle einer Niederlage eine Rückzugsmöjglichkeit zu haben.

UniverfitSt Köln.

Köln, 11. Ian. Die preußische Staatsregie, rung hat der Stadt Köln die Berechtigung zur Gründung einer llniverfitat Köln erteilt Die Stadt wird fofort die erforderlichen Schritte nach dem Vorbild von Frankfurt a. M. unternehmen und zwar sollen zunächst di» bereits bestehenden Akademien: Handelshochschule, Hochschule für kom­munale und soziale Verwaltung und Akademie für praktische Medizin zusammengefaßt werden.

------

Marburg m* UmgegenW.

Marburg, 14. Januar.

Sämtliche Wahlvorschlagsliften bet verschie­denen Parteien sowie die Verbindung einzelner Listen werden im amtlichen Teil bekannt gegeben. Siehe Zweites Blatt

* Sie Volkswehr. Der und S.-Rat hat einen Aufruf zur Gründung einer Marburger Volkswehr erlaffen. Von dem Magistrat wird uns mitgeteilt, daß er und die Polizeiverwaltung durchaus damit einverstanden sind. Im Jnteresie der Sicherung der Wahl zur Rational-Versamm- lung und der Aufrechterhaltung der Ordnung in unserer Stadt ist beiden die allgemeine Meldung zu der Volkswehr dringend erwünscht.

" Das Berufenfttrenj füt Krlegshilfe erhielt» folgende Beamten der Landesheilanstalt: Abtes lungsarzt Dr. W e y l a n d, Abteilungsarzt Berge, Cekrttär Hartung, Oberpflegq Müller, Oberpfleger Pfeiffer, Maschinjf E o l o s s e u s, Heizer Wissebach, Pflege Rödelbronn, Pfleger Fuchs.

Die Eierablieferungspflicht Von amtlich, Seite wird darauf hingewiesen, daß die gesetzliche, Bestimmungen über die Eierablieferungspflicht de, Hühnerhalter nach wie vor in Kraft find und dM eine reichliche Ablieferung von Eiern, vor allen im Jnteresie der Verwundeten und Kranken, bri* gend erforderlich ist.

Eewerbegericht. Im abgelaufenen Jahr, wurden insgesamt 7 Klagen anhängig gemacht uich zwar 3 von Arbeitgebern und 4 von Arbeitneh mern. Es wurden erledigt durch Vergleich 2, durH Verzicht 1, durch Anerkenntnis 1, durch Zurück, nähme der Klage 2 und durch Versäumnisutteil t Der Wett der Streitgegenstände betrug in zwei Fällen mehr als 2050 JUL, in zwei Fällen meh, als 50100 Jl und in drei Fällen mehr al» 100 «si, Strafte, ÄeuyrN. Berfeeeteegra ufe.

* Die Lichtspiele schreiben uns: Di« nächsten Taz, sind Egede Riffen gewidmet. Am 15.17. bas groß, SensationsschauspielDie Drei auf der Platt«-. Den Spiel geht voran» ein RaturfilmHoch zu Roß ft schwierigem Gelände" undSolo, die Schlangentänze rin", ein reizend«» Lustspiel in 3 Akten.

Bebra, 11. Jan. Der Kohlenmangcl hat biz Einstellung der Gaserzeugung verursacht.

---*---

6tiitoererBnelffl - Atzm

vom 13. Januar.

Die Stadtverordneten tonten heute abermals ztz einer Sitzung zusammen. Unter Mitteilungen zur Kenntnisnahme wurde vom Stadtverordneten-Vor- sieher Justizrat Rohde eine Eingabe des Marburger, Spar- und Bauvereins zur Verlesung gebracht, im welcher auf den unwürdigen Zustand der Af füller- straste aufmerksam gemacht und gebeten wird, Bef den Notstands arbeiten den Ausbau dieser Sttaße i, Angriff zu nehmen. Die Sache soll dem Magistrat überwiesen werden.

Betreffs der Aenderung der Verträge mit dem Kreis und den Gemeinden des Kreise? über die Lieferung eleftrischen Stromes, gab der Stadtv er- ordneten-Vorsteher ausfübrliche Mitteilungen. In der Hauptsache handelt es sich darum, die Kosten für Ueberlassung elektrischer Energie an die Landotti genau so zu halten, wie in der Stadt. Die Landorte sind dadurch insofern doch noch immer im Vorteil, dag solche Ueberlandanlagen größere Unkosten veranlassen, wie die städtischen Leitungen. Begründet wurde die Vorlage mit den bedeutend erhöhten Kosten für Mate­rial, Kohlen, Löhne usw. Auch einige sonstige kleine Aenderangen im Vertrage wurden zur Verlesung ge­bracht. Wie Bürgermeister Mueller hinzufügte liegen auS etwa 20 Gemeinden Anträge zum Anschluß vor. Die Herstellungsarbeiten stellen sich auf 40 bis 50 Prozent teurer wie früher, das sei nicht zu ändern. Jedenfalls sei es nicht möglich, sich bei Abgabe voll Elektrizität auf 30 Jahre mit den Preisen zu binden. Die Versammlung erllärte sich im Prinzip mit bet Vorlage einverstanden, zugleich wurde der Magistrat bevollmächtigt, kleinere Aetidernngen,'Hie sich nach­träglich nötig machen, vorzunehmen. Ans Vorschlag des Stadtv. Prof. Dr. I ah rm äpker soll besonders darauf hingewirkt werden, daß dabei Marburger Ar­beiter Beschäftigung finden.

Die Wahl des H aush al tu ng 8 au ssch u f ses für 1919 erledigt« sich durch Wiederwahl der seitherigen Mitglieder.

Bürgermeister Mueller gab dann einen kurzen' wirtschaftlichen Bericht. Er führte aus, daß er zu der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sich erst vor acht Tagen geäußert habe. Es sei gelungen, von der Militärverwaltung eine größere Menge Nahrungs­mittel aus den Magazinbeständen aufzukanfen. Tieft Nahrungsmittel würden, soweit es möglich sei, nach nnb nach aus Karten ausgegeben. Die Nahrungsmittel sind zum größten Teil von dem Einkaufsverein hin übernommen worden, die Kontrolle über die Abgabe hat sich die Stadt Vorbehalten. Stadtv. Rose kanl noch einmal ans die Kartoffelfrage zu sprechen. Er hab« an maßgebender Stelle Erkundigungen eingezogen und könne mitteilen, daß die Kartosselversorgung der Stadt gesichert und die fehlenden Lieferungen bis End« April erfolgt [ein dürsten.

Es schloß sich eine vertrauliche Sitzung an.

Mitteilungen au« Dem Leierkreije.

Gegenüber Mißverständnissen meiner Ausführungen bom Sonnabend Abend in der Versammlung d« Deutschnationalen Bolkspartei möchte ich folgendes llarstellen: Wir, die Deutsche Bolkspartei, sind nach wie vor gewillt, mit den, gesamten Bürgertum an dem Wiederaufbau unseres Reiches auf neuer Grundlose mitzuarbeiten. P?ir begrüßen deshalb anfs freudigst die Listenverbindung mit der Deutschnationalen Pa? tei und dem Zentrum und sehen darin ein erstes Zeichen, daß wenigstens drei Parteien die Rot untere* Zeit verstehen. Wir bedauern dagegen auf» höchst« die falsche Kampsiront der doch noch bis zu einem gewissen Grade bürgerlich sein wollenden Deutschen Demokratischen Pattei. Wir müssen aber mit alte« Deutlichkeit betonen, daß wir als entschieden liberale Mittelpartei in vielen grundlegenden Fragen anders denken und empfinden alä die Rechte. Wie lange ist es denn her, daß man von konservativer und liberaler Weltanschauung sprach? Daß man auch in Weltan­schauungen von einem zum andern Tag umlerne» könne, daS ist unS etwas ganz Unbegreifliches. 3* diesem Sinne war meine Aeußernng zu verstehen:Tal Programm ist ein neues (liberales) geworden, btt Menschen dagegen sind das wollen wir zu ihrtt Ehre annehmen die alten geblieben." Ich hie" mich für verpflichtet, das festzustellen, um nicht deck durchaus falschen Eindruck, der durch die übrigens vor­zügliche Rede des Herrn Pfarrer Beidt hervorgeruftt wurde, alS gäbe es kaum Unterschiede zwischen 6 Deutschnationalen und der Deutschen Volkspattei, ja verstärken. Auch weiß ich nichts von Abmachungen sich gegenseitig des Wahlkampfs zu enthalten. Eint Pattei, die nicht ehrlich und scharf ihre Grenzen nach rechts und link- ziehen kann oder will, hat keitt Existenzberechtigung. Trotz dieser Unterschiede aber fordern wir nach tote vor ein kräftiges Zusammenhalts in allen gemeinsamen Fragen des Bürgertums.

Lieberknecht, Oberlehrer

Verleger und für die Echristleitung verantwortlich: Dr. phi! C. Hitzeroth in Marburg.