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mit dem Kreisblatt tot die Kreise Marburg und Kirchhain

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Tageszeuung für (das früher kurheffische) Oberhessen

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.Oberhessisihe Zeit ung" ersibeint le^smel «öckentlich.

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*\ 41 Bezug,prei, betrSot Viertels, durch die Poft (ohne Bestellgeld), 8.75 X.

L JfS 11 tn der Stadt Marburg frei in« f>au4 3.75, bei unseren Zeitung,stellen euf dem 4 Lande 3,6) X. Verlag»« Dr. C. Httzerath. Markt 31/23. 3roif>r.55.

1919

Marburg

Ditnstaq, 14 Jannar

Der Rnzeioenprei, beträgt für die 8 aein. Zeile »6 - amtliche, answättiae ei

u. SemmeMni. 4) 10V, Xrteae,ui*I«i. Reklame,eil» I X. Hetzer Rabatt «* vMll)ryi

gilt al, Barrabatt. Bei Auskunft durch die Ge,chStt,ft»ll« u.Vermittlung der «ngebate 23 4 EandergedShr. Postscheckkonta: Rr. 5013 Imt Frankfurt a. M.

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J Vrites Blatt.

i Mn! jw Sriinhung einst MnbnM StIMr.

f, Am Lebe» und Sicherheit des Eigentums zu gewährleisten und den geordnete» Verlauf der V* Wahlen zu den National-Bersammlungen zu 1 * garantieren, wird in Marburg eine Volkswehr ? gegründet. Ihre Mitglieder verpflichten sich durch Handschlag, jede ordnungsmäßige Negie- rang, die auf demokratischer (»rundlag« steht, zu unterstützen und Eegenrevolutione« am Orte <: von rechts und links zu verhindern, um die Er- raugenfchaften der Revolution zu sichern.

' t. Der Eintritt in die Volkswehr ist freiwillig, ; jedoch verpflichtet sich jeder 6üy»-etenbe für miu- !' bestens 6 Wochen, vorbehaltli«; einer früheren 1 Rnfkofung der Polkswehr.

I, Mitglieder der Volkswehr erhalten keinerlei i, Vergütung, jedoch an Wachttage« freie Abend- ,! kost und Morgenkaffee, die von der Stadt zu i kiefern find.

, 1 Die Volkswchr wird bewaffnet vom Jiiger- Bataillon.

11. Die Volkswchr steht unter der Leitung eines ! von khr z« wählenden Führers, dem «in Mit- 1'1 glied des A., und S.-Rates beigeordnet wird.

Befehle können von dem Führer nur km Ein« vernehmen mit dem Mitglied de» 81.« und E.- Nates gegeben werden.

t. Die Dolks^kr arbeitet im Einvernehmen mit der stAkischeir^olizer. z

1. Ausgenommen wird jeder mit der Waffe Auo- grbildelss^der feinen Wohnsitz in Marburg hat, J sich deG Anstrengungen des Wachdienstes ge- > ' wachsen fiihlt und sich ausreichend legitimiere« ka«L

8. Die SErfe der Wachen wird «ach dtr Zahl der i WstgNeder der Volkswehr fo eingerichtet, daß * jeder etwa am 8. oder 10. Tage eine Wache zu leiste« hat.

B. Die Volkswchr wird von dem A.« und S.-Rat aufgelöst, sobald Ruhe und Ordnung gcwähr- lcistet erscheinen.

Ä»a»«ld«ngen werde« von Montag ab i« dem Geschäftszimmer des Marburger R.« und S.-Rat«s, Neue Kaserne Zimmer 81, vormittags von 912 and nachmittag- von 36 entgegengenommen.

Nur Sarrdelu kann jetzt helfe«. Jeder Mar- iutgtt b: veifc, daß er zu handeln versteht und i trete der Boitrwehr bei.

Die Ereignisse in Berlin und die Ereignisi« im Reich mache» di« sofortig« Slufstellung einer Bür- gerwch)' unbedingt notwendig, falls dr? Marburger Bürgerschaft an der Sicherung der Wahl, dem Echntzc ihres Eigentums und der Aufrechterhaltung der Ruh« gelegen ist. Die Polizei allein vermag str die geordnete Durchführung der Wahl keine ^Gewahr zu übernehmen. Die Zeit drängt. Die Aumeldungsliste« werden Mittwoch de« 15. d. ®L Mittags, abgeschlossen. Die Volkswehr versammelt ißch Wk Vchprachung alles Näheren am Mittwoch, ' abends 9% Ahr, i« Turnergarten.

Der Marburger Tlrbeiter- und Soldatenrat: Aber. Blaufutz. Fischer. Jäckel. Meier. Poerfch. Rink. Rose. Rösler. Schmidt. Specht. Steuber.

Strate«. T-oeltsch. Weber. Wulf.

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BMiOM md Mtznnz.

Die Verlängerung des Ltasseusttllstandes.

s Berlin, 12. Jan. Marschall Foch hat mit« feilen lassen, daß die Verhandlungen zur Ver« läng^erung des Waffenstillstandsabkommens dm LZ. Januar vormittags in Trier am Bahnhof , dtzginne» werden.

Besetzung der rechtsrheinische» Häfen.

Duisburg, 12 Jan. Wie der Abschnitts« iüonunandeur der neutralen Zone mitteilt, haben , °ic Wcstmächte bekanntgeoeben, daß die rechts- rheinischen Häfen und Landungspunkte besetzt werden. Duisburg erhält drei Kompagnie» Be- ! Mtz'mg.

Mannhsim, 13. Jan. Die Franzosen haben idis jetzt i# dem von ihnen besetzten Gebiet Metalle, idesonde» Metallwalzen, im Werte von ungefähr * Millionten Mark beschlagnahmt.

Das Saarbecken für Frankreich.

Bails, 12. Jan.Echo de Paris" meldet: 'Di« Friedenskonferenz wird offiziell am 20. Januar ih«n Arbeiten beginnen. Nach vorheriger «nnahr« des Grundsatzes des Völkerbundes in Fochs und der Bevollmächtigten der

fünf großen Mächte, zu denen wahrscheinlich die- ienigen Belgiens hinzutreten werden, wird sie sich der Erörterung der Friedensbedingungen für Deutschland zuwenden und die Denkschrift prüfen, die für Frankreich da» Eaarbeckc« beansprucht und die Internationalisierung der Rhcinschiffahrt mit besonderen Vorrechten für die Anwohner des Flusses Vorsicht.

Französische Pressestimme«.

B e r n, 13. Jan. DerTemps" schreibt: Wenn die Deutschen jetzt mit dem Bankerott drohen, so sollten sie sich an die Türkei von 1876 erinnern. Ein deutscher Bankerott würde eine inter­nationale Kontrolle nach sich ziehen. Das Journal" sagt: Die Deutschen können zahlen, sie schreiben jetzt, sie seien in Not, aber keine Ausflucht wird den festen Entschluß auf der Friedensk"rs:- renz beeinflussen, auch der Revolutionsbazillus schreckt uns nicht. Wenn der Sperber auf der Hecke sitzt, können die Hühner nicht fett werden. DieVictoire" verlangt eisen Druck der Verbün- dtzken auf Deutschland, um die R L ck g a b e Nord- ßchleswigs mit Sylt und Alfen an Dänemark zu erzwingen.Petit Parisien" ist für ein Ein­greifen der Weftmächte, wenn die Lage in Berlin andauere.

Echo de Paris" schreibt, daß bei den deutschen Truppen am Rhein alles durcheinander sei. Wes- balb wolle man dann byei Millionen unter de Waffen lasten? DieAction francaise" macht da­rauf aufmerksam, daß Deutschland noch immer Unterseeboote baut, angeblich um Arbeiter zu be­schäftigen. Das Blatt verlangt, daß Frankreich im besetzten Gebiet für jedes in Frankreich zerstörte Haus ein deutsches mit den gesamte» Möbeln und Wäsche requirieren soll. Die Einwohner müßten vertrieben werden. Der frühere Justizminister Peret verlangt die Bestrafung des Kaisers. Die Zeitung bemerkt, daß diese Idee Fortschritte mache. Rapel" schreibt: Deutschland muß alle un­sere Kriegskosten zahlen. Was die Deutschen angeht, so brauchen sie nicht gefragt zu werden.

Amerika gegen England ia de: vlockadefrage.

Bern, 12. Jan. Wie Lyoner Blätter aus Paris erfahre«: werden feit einigen Tagen von den zuständigen Stellen in Paris offiziöse Besprechun­gen über die Frage der Blockade Deutschlands ge­pflogen, ohne daß man zu einem abschließenden Ergebnis gekommen sei. Die amerikanischen Dele­gierten forderten eine möglichst schnelle ^Entsendung voa Lebea»mittel» nach Dkitteleuropa und erblicken in dieser Maßnahme ein wirksames Reaktionsmittel auf den russischen Bolschewismus im allgemeinen. Von englischer Seite wird demgegenüber mit allem Nachdruck aus einer Beibehaltung der Blockade in ihrem bisherigen Umfange bestanden. Man hasst, daß der in den nächsten Tagen zusammentretende Ver­pflegungsrat der Verbündeten eine Lösung finden wird.

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Smtlter Sroteft mm Ins Amehen FkniW-r in GWWingra.

Berlin, 13. Jan. lieber die Verhältnisse in Elsaß-Lotk ringen unter der französischen Besetzung wurde in Spaa von der deutschen Regierung eine Note überreicht, die gleichzeitig durch Vermittlung der schwei­zerischen Regierung den Regierungen Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, der Bereinigten Staaten und Belgiens zugegangen ist. Auf Grund des Wasfen- stillsiandsvertrages vom 11. November 1918 haben die französischen Armeen Teile der preußischen Rhein-- proviuz, Hessens, die Pfalz und Elsaß-Lothringen be« setzt, nachdem die deutschen Truppen innerhalb der vereinbarten Frist da» Land geräumt hatten. Bom ersten Tage der Besetzung an hat die stanzösische Re­gierung Elsaß-Lothringen gegenüber ein« besondere Haltung eingenommen. Sie hat sich nicht auf da» ihr zustehend« Recht beschränkt, da» geräumte Gebiet mili- tärisch zu besetzen und dort diejenigen Anordnungen zu treffen, welche durch die militärischen Notwendig­keiten und im Interesse der Operationstruppen geboten waren, sondern sie hat in dem ganzen Gebret des ReichslandeS einen politischen Ausrottungs­kampf gegen alle- eröffnet, was deutsch ist, deutsch denkt und deutsch fühlt. Ohne irgendwie durch den Waffenstillstandsvertrag hierzu ermächtigt zu sein, hat die französische Regierung die Richter und al- tungsbehörden de» Landes ihre» Amte» enüjc^.i und hat nur diejenigen deutschen Beamten auf ihren Posten belassen, die sie zur Zeit nicht entbehren kann. Sie hat ferner di« Ausweisung zahlreicher Einwoh­ner de» Lande» verfügt und untätig zugesehen, wie sich bei der Abreise oer AuSgewiesrnen sowohl in Straßburg, wie in Kolmar, Mülhausen und anderen Plätzen schimpfliche Szenen abspielten. Daß e» sich hierbei nm systematische Massenausweisungen handelt, geht daraus hervor, daß allein in dem badischen Grenz­ort Kehl während, der letzten 1* Tag« über 800 autz-

gewiesene Personen bnrchgekommen sind, an einem ein­igen Tage sogar 119 Personen. Tie französische Re­gierung ließ ferner eine Anzahl elsaß-lothringische Bürger verhaften und zwar zugestandenermaßen auf Grund von Kriegsbaudlungen, die v o r der Unter« reichnuna des Wafsenlli'lstandsvertrages stattgefunden haben. Durch dieses Vorgehen, gegen das die deutsche Negierung wi-derholl vergeblich stre Verwahrung ein« ffette, hat die französische Neoierung gegen den Harrn Wortlaut des Artikels 6 des Waflcnstillstandsvertrages chind gegen die am 17. November durch Funkspruch geg-benen ausdrücklichen Zusicherungen des Miniüer- vräsidenlen Gfemenceau verstoßen. Es liegen außerdem zuverlässige Nachrichten vor. daß die iran-ösische Re- ?ienmg auch in den Schulen Ellaß-Lothringens enKampsgegen allesDeuttche ausgenommen hat. Die deutschen Dozenten der Universität Straß­burg sind abgesetzt und in den Volksschulen, selbst im rein deutschen Svarcig-biet. der ausschließliche Unter­richt in französischer Sprache in weitestem Umfange ^bllgator sch cinaefübrt word-n. Die französische Rc- nierung bat sich ferner nicht gescheut, sogar in die inneren ki-chllchen Ä"ve'egevb°iteu des ellaß-lothrin- gsichen Vo'hes einrugreifen, indem sic den Nräsid-nten de» Konsisi»«si,ms der Kirche auasbnrg'scher Sw* Zession in Straßburg ausgewiesen und ihn in rück­sichtslosester Welle an die Laiidesgren-e verbracht hat. In allerletzter Zeit sucht die französische Regieruno nach hier vorliegenden bestimmten Meldungen auch in größeren industriellen Unternehmungen des Lan­des jedes nichtsianzösische Element dadurch ausru­schallen. daß sie französische Zwangsverwal- t e r einsetzt und die deutschen Werkleiter entfernt. Es siegen sogar Nachrichten vor, daß sie die Zwangs- liouidation deutscher Werke in die Wege zu leiten im Begr'si stebt. Endsich versucht die französische Regie- rnng die Gren-en Elsaß-Lotbringens dadurch zu er­weitern, daß sie von Beginn der Besetzung an für die Nordarenze des Landes eine neue durchaus will- silrsiche Festlegung get-oflln hat, die den Eindruck er- Mecken muß, als ob Teile der preußischen Nbeinvrovinz. insbesondere des Sa arbeckens, zu. Elsaß-Lotbrin- aen gehörten. Diese Gebiete sind niemals Teile Elsaß- stothringens gewesen. Der feierliche Protest der deut­schen Regierung vom 21. November 1918 gegen diele Grenzsestsetzung ist bisher gänzlich unberücksichtigt ge­blieben. Auch an der Ostgrenze des Landes scheint die französisch« Regierung die Kare, in Verträgen verbriefte alte Grenzscheide verwischen zu wollen, in­dem sie ihre Okkuvationstruppc» an den Rhcinvber- oängen nicht nur bis zum Talweg des Flusses, sondern bis zum S) ft u f er deS Rheines vorgeschoben hat. Alle di-se Maßnahmen fanden weder eine Stütze im Wasfenstillftands^ertrag. noch sind sie durch militärische Notwendigkeiten dem wehrlosen Land« gegenüber, das nur Frieden zu schließen wünscht, irgendwie zu recht­fertigen. Sie lassen sich nur erttfiren, wenn etwa qcvlant ist. die Bevölkerung Elsaß-Lotbrinoens zwangs- wife sobald und so gründlich wie möglich za fran» zösi fieren und das besetzte Gebiet durch Hinzu« schlagen wertvoller nicht dazugehöriger Grenzdistrikte nwglichst zu vergrößern. Die französische Regierung scheint sich jogar aus den Standpunkt zu stellen, als ob die Loslösung Elsaß-Lothringens vom Deutschen Reich eine vollzogene Tatsache sei. Diese Auf­fassung kommt zum Ausdruck in der von bet fran­zösischen Regierung amtlich mitgeteitten Weige­rung, in Elsaß-Lothringen die Abhaltung von Wah­len zur deutschen Ätationalversammlung zu gestatten. Die deutsche Regierung betont auf das nachdrücklichste, daß die Regelung der elsaß-lothringischen Frage im Friedensvertrag« zu erfolgen hat und legt gegen das französische Borgehen feierlichst Verwahrung ein.

v. Btockdotfk-^Rantzau,

. | Staatssekretär des Auswärtigen Amte».

6MM ia LlMtmg.

Brüssel, 12. Jan. Reuter und tzavas melden vom 0. Januar: In Luxemburg ist ein Staatsstreich er­folgt. Der Führer der liberalen Partei, Brasseur, brachte bei Beginn der Kammersttzung ein« Tag-sord- tttmg ein, in der die A bfehung der Dynastie beantragt wurde. Während die Rechte den Saal ver- ließ, dauerten lärmende Kundgebungen fort Die Linke schritt darauf zur Abstimmung und erklärte einstimmig mit 30 Stimmen die Dynastie für abgesetzt Für die Errlchturrg einer Republik stimmten 16, dagegen 14 Ab­geordnete. Darauf wurde ein Wohlfahrtsausschuß, be­stehend aus vier Sozialisten und vier Liberalen, ge­wählt Die Erklärung der Republik mit nur 16 von 52 Stimmen, die die Kammer zählt, wird ironisch kom- m~nttert Zwei Kompagnien französischer Soldaten sind zur Aufrechterhaltung der Ordnung herangezogen. Die Erotzherzogin hält sich in Lupemburg aus. Man erwartet, daß die katholische Partei, die besonders auf dem Landr viel Anhänger hat, für die Großherzogin eine Loyalitätskundgebung veranstalten will.

Luxemburg. 13. Jan. Die Regierung ver­öffentlicht eine Proklamation, die die revolutio­näre Bewegung und die Proklamation der Repu- blik sowie die Absetzung der Dynastie verur­teilt, da dies die nationale Ehre des Groß- Herzogtums kompromittiere. Die Proklamation enthält einen Aufruf zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Sie kündigt baldige wirtschaftliche Ver- Handlungen mit Frankreich an. Die Großherzogin, die Mrchtet ein Hindernis für die Verhandlungen

zu sein, erklärte sich aber zum Thronverzicht bereit und die Regierung zu beauftragen, dte notwendigen Maßnahmen für die Bewahrung der Unabhängigkeit de» Lande« zu treffen. Die Re­gierung betont, daß sie iw der Aufrechterhall t u n g der Dynastie die wesentlichste Ga'anfie für die nationale Unabhängigkeit siebt. Die En schei- dung über die Frage der Absetzung der Dynastie soll einer Volksabstimmung Vorbehalte» bleiben.

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Die mellen In Seien uni Mumien.

Starke bürgerliche Mehrheiten.

München, 13. Jan. (Amtlich.) Einstweilige Wahlergebnisie nach dem Stande vom Montag abend 8 Uhr:

Von 191 rechtsrheinischen Distriktsverwaltung»« behörden liegen die einstweiligen Wahlergebnisse zum bayerischen Landtag für 147 Distriktsverwal­tungsbezirke vor. Hiernach entfallen auf die Haupt«

sächlichsten Parteien folgende Stimmen:

Bayerische Volkspartei (Zentrum) < 754 477

Sozialdemokratische Partei 696 433

Deutsche Volkspartei (Demokraten) 312182

Bayerischer Bauernbund 250 238

Nationalliberale u. Bayer. Mittelharter 86153

Unabhängige Sozialdemokraten 87 593

Mittelstandspartei 3180

Unteroffizierspariei 9 236

In diesen Hahlen sind die Wahlergebnisse von Nürnberg ganz, jene von München zum größten Teil mitenthalten. (Von 416 Münchener Stimm» bezirken fehlen noch 39.) Dagegen liegen die Wahlergebnisie aus verschiedenen Städten. B. aus Augsburg, Fürth, Würzburg überhaupt nicht vor, so daß sich die Gesamtergebnisie noch ver« schieben können.

^><1 der Annahme, daß durch die ausstehenden ErgebnPe das Stimmenverhältnis der einzelnen Parteien zueinander sich nicht erheblich ändert, dürften als Ergebnis der Wahlen auf die Bay­erische Bolkspartei (Zentrum) 55 Abgeordnete, auf die sozialdemokratische Partei 50 Abgeordnete, auf die Deutsche Volkspartei (Demokraten) 22 Ab­geordnete, auf den Bayerischen Bauernbund 18, auf die Nationalliberalen 7 und auf die Unabhän­gigen 4 Abgeordnete entfallen; es wird sich also eine sehr starke bÜrgerliche Mehrheit er­geben.

Stuttgart, IS. Imi, Die gestrige» Wahl«« zue Württembergische» Landesversammlung brachte« eine Wahlbeteiligung von 1316068 bei 1446 580 Wahlbe­rechtigten. Di« Mehrheitssozialisten errangen 52. dir Unabhängigen 4, da» Zentrum 31, der Bauernbund 10, die Weingartner und Neinen Landwirte 4, di« Demo­kratische Partei 38 und die Württembergische Bürger­partei 11 Sitze. Somit stehen 50 Sozialisten 94 Bür. gerliche gegenüber.

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Sie Sagt in Her Dtmort.

Bromberg, 13. Ja«. Die Bromberger Truppen unter ihren Soldatenräten und selbst­gewühlten Offizieren säuberten Schubin und Mrotschen von den Polen. In beiden Orten wur­den den Polen viele Gewehre abgenommen. Die Bromberger Truppen hatten einige Leichtverwun­dete. Rakel wurde von den Polen freiwillig ge­räumt.

Posen, 13. Jan. lieber die derzeitig« mili­tärische Lage in Posen wird von polnischer Seite mitgeteilt: Im Abschnitt Hohrnsalza ist di« Lage unverändert. Im Abschnitt Znin nahmen polnische Abteilungen Labischin und Schubin. Znin ist von polnschen Truppen umzingelt. Weitere Kämpfe sind im Gange. Im Süden bei Storchnest an der Bahnlinie zwischen Kosten und Eostyn nahmen die Polen zwei Geschütze. Die deutsche Artillerie be» schoß Pawlowice. Bei Bentschen zogen sich polnische Abteilungen unter dem Druck überlegener Kräfte zurück.

ZüUichau, 13. Jan. Der Angriff gegen Kopnitz konnte wegen der Ueberlegenheit der Pole» nicht weitergetragen werden,- die kleine von den Pole» in Kopnitz eingeschlosiene Besatzung, e» waren 52er schlug sich aber durch den polnischen Ring durch. Di« deutschen Kräfte stehen nun auf der Linie Eroß-SchmollenWoynowa. Die Haupt­masse der Polen folgte über Kopnitz hinaus mit, polnische Patrouille» stießen aber bis in die ®e« genb von Züllichau vor. Im Kreise Züllichau schritt man nunmehr zur Gründung von Heimats­kompagnien, die aus der einheimischen Bevölkerung refrutiert werden und sich ihre, Führer au» den vorhandenen Offizieren selbst wählen.