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Tageszeitung für (das früher kurhessijchej Oberhessen
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Der Ingeiaenpteii betragtfür die Sgei». Zeile 80 4; amtliche, auswärtige r 4 Qnhrrt u. Sammel-Rn,. 4 > u 10»/, Knegszunblaq. Reklameieile 1 X. Jeder Rabatt -eHlJly«
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erscheint sechsmal wöchentlich.
Die „Oberdessische Zeitung'
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Moutaft, 13 Januar
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i Erstes Blatt.
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Aas Zeitungsviertel in der Hand der Regierung.
Berlin, 11. Jan. Heute vormittag ist das .Gebäude des „Vorwärts" von den Regierungs- ;treppen genommen worden, mittags auch das Ber- !lagshaus viixenstcin.
B e «l i n, 12. Jan. In der vergangenen Nacht iß.d die i« Zeitungsoiertcl von den Spartakisten tefetzten Gebäude, darunter das Wolffsche Tele- graphen-Bäro, das Moste, und das Uüstein-Haus, geräumt werden. Die Spartakisten sind ohne Hemrf gegen Hintcrlastung von Waffen und L ne. tttiott geflüchtet. Die Gebäude sind von Regie- «mgstrnppen besetzt worden. Auch das Polizei- präsidium ist genommen worden und wurde von WkaierunZstruppen besetzt. Im Osten der Stedt •Hab in der Nacht viele Plünderungen und Dieb- ipähte voegekommen. Bon de« Regierungstruppeu werden Harke Patrouillen, auch Kavallerie, durch M# Strotzen gesandt, um "weitere Diebstähle zu ver« hindern.
Zur größten lleberraschung kamen nicht mehr «l? 17 Spartakisten aus der M o s s e - F e st u n g heraus. Die 17 Mann wurden interniert. Die vrige Besatzung — es sollen 300 Mann gewesen tftin — war in der Dunkelheit geflüchtet.
Entmutigt durch die Einnahme des „Vorwärts"- Tebäudes durch die Regierungstruppen zeigten die Spartakisten im Ullstein-Haus Neigung zu Ke Handlungen. Sie forderten aber freien Rück- jiiti mit Waffen und den Rücktritt Eberts und Echeidemanns. Als von den Regierungstruppen beö i n znngsteose Ilebergabe gefordert wurde, hielten es die SMrtakisten für gut, bei Einbruch der Dunkelheit in unauffälliger Weise über die Dächer der Markgrafen- und Charlottenstraße zu flüchten; ein Trupp von ihnen wurde von Regie- ningstruppen noch gefaßt. Als die Regierungs- trvppen nun von allen Seiten in das Gebäude ein« drangen, sanden sie keinen einzigen Spartakisten «ehr vor. Die Spartakisten im W. T. B. stellten für ihre Ilebergabe die gleichen Bedingungen, be- Pkemien sich aber nach deren Ablehnung zur bedingungslosen Ilebergabe. Man ließ sie nach Abgabe der Waffen abziehen.
Zugleich mit dem Angriff gegen den „Vor- «orts" ging der Sturm gegen die Büxen- steinsche Druckerei los. Bor dem Hauptportal hatten die Spartakisten aus eine» großen 9J?ä6el= •3gen eine Barrikade errichtet, zu deren Seite Poße Ballen Rotationspapier aufgestellt waren. Mst wenigen Schüsten trennte die Artillerie diese Barrikade, dann stürmte ein aus 30 Mann be- sirhender Trupp der Unteroffizierschule mit fteirra •l|l das Portal vor, während die Maschinenge» hre 8ou allen Seiten gegen die Spartakisten feuerten. Di- Besatzung flüchtete in das Gebäude. Es gelang frhr bald, die Spartakisten in ihren Schlupflöchern vifzustöbern. Gegen 11 Uhr konnte dem Rom« •teübanltn Oberst Reinhardt gemeldet roer«
daß das Büxensieingebäude erobert fei.
D« Sturm auf den „Vorwärts".
Uebrr den Kamp' um den „Vorwärts" wird ge- *«idct: Der Kampf oegann in den Nachtstunden. Ee- bkn Uh, »urden die Truppn zusammengezogen und
Viettel am Halleschen Tor abgesperrt. Der Hoch- «hnverkehr wurde eingestellt, ebenso auch der Sttaß-n- ^hnüettieb. Unter Führung von Offizieren war von *n Reglerungstrurpen schon am Tag vorher das Ee- End- »ach den besten Kampfmöglichkeiten abpattoul- ™! morden. Allmählich wurden die Vorposten der ^-ttakitzen nach dem „Vorwärts"-G:büude und den *"Hkenzenden Häusern zurückgedrängt. Morgens um L14^ setzte schweres Feuer ein. Allmählich wurden die EkiNeaverfer immer näher herangezogen, und die ^ndgra,«tentrnvps gingen zum Angriff über. Ein *8 nlißg der Spartakisten wurde abgeschlagen. Das ByLariiebäub? des „Vorwärts" wurde von einem trapp gesäubert. Um MIO Uhr vormittags wur- ersten Gefangenen eingebracht: vier Zivilisten. «^' Russen und ein Soldat. Sie sagten aus, daß sich ? --Nist der Rächt im ..Vorwärts" 806 Männer und TOaen versammelt hätten nnd daß den Verteidigern ^^ftchinengewehre, 1200 Gewehre und weit über
Hsnhgranaten zur Verfügung ständen. Die Hand- F®!äi87tB.rter waren unmittelbar an das Gebäude . Vorwärts" vorgedrungen und fordetten die Be Mr Ucberzabe auf. Den biardejägern wurde ^kdrrt, daß die Besatzung die Uebergabe ablehne. ” !-tzte erneut ein schweres Miucnwerserfcuer ein. •» T‘ ^Ecke Mauerwerk stürzten auf die Erde und be- W - ^'-eke von den Verteidigern. Die schweren Ma
Gewehre der Spartakisten wurden durch die Mi- mählich zum Schweigen gebracht. Gleich nach 6inREn die Haitdgranatenttupps zum Sturm N-, ®<6äube über, das tagelang zur Verteidigung 1-7’m Künsten heraerichtet worden war. und "tov
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gen in die Höfe ein. Im ersten Hof lagen zahlreiche Tete und Verwundete. Die Führer der Handgranaten- ttupps ford-rten die Männer und Frauen zur Hebet« gäbe auf. Völlig erschüttert kamen sie dem Befehl nach Ein Teil der Besatzung suchte noch zu entfliehen, rou^be aber von den Gardefögetn abgefangen. Etwa 500 Zivilistm wurden aboeführt. und man schätzt die un*er d n Trümmern liegenden Toten und Verwuirdoten auf mehr als 300. Die Setz- und Druckmatch-nen des „Vor-. märte“ sind von den Spartok'sten vollfommen zerstört Von den Druckmaschinen wird die erste wahrscheinl'ch frühestens in 14 Tagen wieder gebrauchsfähig sein. Im vierten Stockwerk des linken Seitenflügels in den Re-. daktionsräume» des „Dorwärte", befanden sich zwei riesige Proviant- und Waffenlager. Etwa hundert Kisten, bis an den Rand gefüllt mit Oelsas dinen, einige Dutzend schwere Speckseiten, Hunderte und aber Hunderte von Broten und zahllose Konserven-. hüchfen mit Fleisch standen dort, die von den Eroberern beschlagnahmt wurden. Die Snattakistm hatten nocki kurg vor der Uebergabe diese Räume in Brand gesteckt. Die hinzugerufene Feuerwache vermochte des Brandes in kurzer Zeit Herr zu werden.
Die Einnahme des Polizeipräsidiums.
? B e rt i n , 12. Jan. Die „B. Z " meldet zur Erstürmung des Berliner Poli-teiprösidiums folgende Einzemheiten: Die Regierung hatte die Aufgabe wieder dem Obersten Reinhardt und dem Major v. Stephani übertragen. Seit 4 Uhr morgens war der gesamte Alexande'platz mit seinen Hauptzuführungsstraßen von allen Nebenstraßen abgesperrt. Bereits um 11 Ubr abends begann die erste Trupne sich nach dem Alexanderplatz in Bewegung zu setzen. Bom Amtsgericht Erunerstratze nahmen 5 schwere Maschinengewehre das Polizeipräsidium unter Feuer. Ans dem Alexanderplatz stand hinter der Berolina ein schweres Maschinengewehr, ferner mehrere an der Lcke.. Köuigstraße—Alexanderplatz. Um 1.15 Uhr nachts begann das Feuer aus 15 Maschinengewehren gegen das Polizeipräsidium. Aber schon nach etwa einer halben Stunde konnte man die Ueberlegenheit der militärisch geschulten Angreifer erkennen. Schließlich brachten die Truppen eine Revolverkanone in Stellung. Um 5V2 Uhr wurde Artilleriebeschießung angeo-d-ei. Kaum eine Stunde dauerte die Beschießung. Die Artillerie hatte im ganzen 55 Schuß abgegeben, als das Gegenfeuer vom Polizeipräsidium restlos verstummte. Run begann die Arbeit der mit Hrnd- granaten versehenen Infanterie. EardefLsiliere hatten den Untergrundbahnschaft in der Klosterstraße besetzt, nachdem vorher der elektrische Strom für die Schienen ausgeschaltet war. So arbeitete stch die Mannschaft, von der jeder 15 Handgranaten hatte, aus den Untergrundbahnbof Alexanderplatz heran. Vorsichtig krochen die Mannschaften die Stufen empor und sprangen dann plötzlich unter lautem Hurra aus dem Bahnhof heraus und stürmten in einem Anlauf über den Alexanderplatz bis vor das Hauptpottal in der Alerandeistraße vor. Mit wenigen Handgranaten sprengten sie den Eingang und stürmten in den Lichlhof. Hier kamen den Soldaten bereits die ersten Spartakisten mit hocherhobenen Händen entgegen. Sofort besetzten zwei weitere Kompagnien „Maikäfer" und Jäger das Polizeipräsidium und holten alle im Bau befindlichen Spattakiften auch aus ben letzten Verstecken heraus, lieber 300 Verteidiger wurden bann unter starker Bebeckung nach der Alexander- kaserne abgeführt. Die Spartakisten haben bei dem Gefecht 42 Tote und über 30 Verletzte gehabt, während die Verluste der Regierungstruppen verhältnismäßig gering sind.
Noch gestern nachmittag haben die Spartakusleute in der Prenzlauer Allee den Bötzow-Berg geräumt, wo Eichhorn und Liebknecht ab und zu weilten und ein Werbebüro eingerichtet hatten. Auf bas Gerücht, baß ber Berg um 6 Uhr gestürmt werben sollte, verließen bie Spartakusleute um 5 Uhr so unauffällig wie möglich ihre Festung und zogen — etwa 2000 Mann mit 800 Gewehren, 9 Maschinengewehren und einer großen Menge Munition — wieder zum Polizeipräsidium zurück. Dieses wurde heute morgen um 8 Uhr nach kräftiger Beschießung genommen., — Der Schlesische Bahnhof ist ebenfalls frei. Die dort noch verbliebene Besatzung ist abgezogen. Augenblicklich herrscht Ruhe.
490 Tote, 1000 Verletzte.
Berlin, 11. Jan. In einer Meldung, die nicht zu kontrollieren ist, wird die Gesamtzahl der Teten in den bisherigen Straßenkämpfen auf 400 und die der Verwundeten auf 1000 angegeben.
Sebebour verhaftet.
Berlin, 11. Jan Wie die „Freiheit" mel- ;t, sind die auf der äußersten Linien der unabhängigen Soziatdemokraten stehenden Eenosien Ledebour und Ernst Meyer gestern nacht verbautet wordeai
(Ebert an neu angekommene Truppen.
Berlin, 11. Jan. Heute mittag zog eine Division, bestehend aus Infanterie, Artillerie und Maschinengewehrabteilungen sowie Flammenwerfern, durch Berlin. Um 3 Uhr machte sie vor dem Reichskanzlerpalais Halt, um ber Regierung Ebert-Scheidemann ihr Eintreten für sie zu bekunden. Der Volksbeauftragte Ebert hielt an die Truppen eine Ansprache, in bet er sagte: „Ihre Aufgabe soll sein, bie öffentliche Sicherheit, bie Freibeit der Person und die Freiheit in Wort und Schrift wiederherzustellen. Weiter soll Ihre Aufgabe sein, bie glatte Durchführung bet Wahlen zur Nationalversammlung zu gewährleisten, aber auch bie Arbeit bet Nationalversammlung sicherzustel- l e n. Hinter der Nationalversammlung und unserer Politik steht bie große Mehrheit des deutschen Volkes, hie Berliner Bevölker"ng und vor allem die A'-beitenben Berlins. Eine Weine Minberheit nur ist es, bie in wahnwitziger Weife nach bem Erunbfatz bar bett: Gewalt geht vor Recht! Wir haben seit Wochen mit großer Geduld jene Grurve zur Besonnenheit und zur Zurückhaltung e-rnahnt, leider ohne Erfolg. Wenn nun dieses Steeden nicht endlich eingestellt wirb, dann muß ihm mit äußerster Entschlossenheit entgegengetreten werden. Heute morgen schließlich mußte die tapfere republikanische Soldatenwehr ba'u übergehen, bas, was in Gitte nicht zu erreichen war. mit Gewalt herbeizuführen. Der Vorwärts" ist wieder in unserer Hand, er ist befreit. (Lebhafter Beifall.i So bedauerlich die Onser sind. urieren wackeren Soldaten aufrichtigen Dank! So hoffe ich Soldaten, baß wir bald baut kommen, bst; Freiheit in unserem Lande aufrecht zu erhalten- die Nationalversammlung zu Mützen, unser wittschattliches Leden- wetterzu- siihren und im sozialistischen Sinn auszubauen " Auch der Oberbefehlshaber N o s k e wandte sich in einer Ansprache an die Division, indem er seiner l!ebcr'eu(jung Ausdruck gab. baß es gelingen möge, die Spartakusumtriebe nieberzuhalten und die Ruhe zu erzwingen.
Sonntag6eerfamn(fiittgew.
Berlin, 12. Jan. In fünfzehn großen Sälen hielt die Deutsch.- Demokratische Partei Versammlungen ab. Große Kundgebungen veranstaltete auch die Deutsch- nationale Volskvartei um 11 Ubr im Zirkus Dulch und um 3 Uhr nachmittags in der Philharmonie. Die Uni- versitätsprose^orm v. W'lamawih-Möllendorsf, Dr. ^>ötzsch. Geheimrat Dr Roetbe. Domprediger Dr. Doeb- ring und mehrer» Londtaasabgeordir te erhoben Protest gegen ben Raub unterer heiligsten Güter: Vaterland. Religion, Kultur ttnb Zukunft seien in Gefahr. Di- Mehrheitssozialdemokraten hatten aus abends 20 Versammlungen und 12 zu Mittag einberufen, in denen Ebert, Scheidemann. Landsberg und eine große Zahl führ nder Männer dieser Part i sprachen. Ueberall in der Stadt sind große^ Plakate mit weithin leuchtender Parole- „Um die Freiheit!" sichtbar. Nach Schluß der Veftammlungeii bewegten sich bie Züge durch die mit einem grauen Schmutz überzogenen Straßen der Stadt.
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M fiomi't- mö MMik ter ewleliiltn.
Berlin, 11. Jan. Die Kamptatt der Spartakisten gleicht der russischen, sie ist außerordentlich blutig und feige zugleich. Die Taktik ber Spartakusleute besteht darin, Frauen und Kinder dann vor die Maschinengewehre zu treiben, wenn es dem Gegner gelingt, ihnen auf den Leib zu rücken. Sie haben tatsächlich in vielen Füllen, wo'bie Regierungstruppen dabei waren, ihnen in den Weg zu rücken, von dieser erbärmlichen Methode Gebrauch gemacht.' Auch beim Anmarsch benutzten die Spartakisten Frauen und Kinder als Deckung. In ben Stabtteilen, aus benen bie Spartakisten bis jetzt noch nicht vertrieben finb, haben sie eine Schreckensherrschaft auf ber Straße errichtet. Sie halten bie Pastanten an, untersuchen sie auf Geld und Wertsachen und rauben beides. Es heißt, daß Matrosen zwischen der Wilhelm- und Besielstraße von Spartakusleuten festgehalten worden find, weil ste, obgleich sie dazu berechtigt waren, Rangabzeichen trugen. Sie find kurzer Hand erschossen worden. In der Andreasstraße vom Andreasplatz bis zur Großen Frankfurterstraße und am Grünen Weg zwischen Blumenstratze und Markusstraße haben die Spartakisten Absperrungen vorgenommen, um dort die Ladenzuplündern. Alles, was sich am Fenster zeigt, wird sofott unter Ee- wehrfener genommen. Wahrscheinlich erstreben die Spattakiften einen Angriff auf die in der Andreasstraße liegende Markthalle, ein weiterer Beweis dafür, daß es ihnen immer mehr an Nahrung für ihre Leute manglet — In den von ihnen eingenommenen Privatwohnungen haben sie filrchter- ■US ashauft und Trinkgelage veranstaltet. Eine
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ganze Anzahl der Plünderer und Räuber, die so« fort überfuhrt werden konnten, wurden auf offener Straße standrechtlich erschossen.
In das Postamt am Schlesischen Bahnhof siich Spartakisten eingedrungen und haben 120 000 geraubt.
In Moabit verbreitete Flugblätter von Spartakus künden die allgemeine Sabotage der öffentlichen Verkehrs-Einrichtungen Deutschlands al- weitere Etappe zur Vernichtung der jetzigen Regierung und zur Verhinderung der Nationalversammlung an. Die Flugblätter, I die zum Teil aus Flugzeugen übet Schöneberg ab- geworfen wurden, nennen ben 19. Januar al» einen Tag des Sieges des Bolschewismus in gan- Deu'schland. * j
Die „Liberale Korrespondenz" wurde von den Spar-. takisten besetzt und am Erscheinen verhindert. Die Büros der Demokratischen Partei in der Zimmersttaße und in der Köthenerstraße wurden von den Spartakisten^ aufgehoben. <
Berlin, 11. Jan. In bet Reichskanzlei wurde! gestern ein russischer bolschewistischer Agitator als Gefangener eingeliefert I
Bei den Kämpfen am Brandenburger Tor drang et« Geschoß durch ein Fenster in das Hotel Adlon, und zwar gerade in das Zimmer einer Wobnung. die der amerikanische General Harris bewohnt, der mit einem Stab von mehreren Offizieren in Berlin zur Regelung der Cefangenenfragen weilt.
Unerwünschter Zustrom.
Berlin, 11. Jan. Aus allen Teilen de» Reiches strömen jetzt dunkle Elemente nach Berlin« Besonders aus Rheinland und Westfalen hat Berlin unerwünschte Gäste erhalten. Spartakus würde ihnen, so wird dort unter den Arbeitslosen angegeben, bei höheren Löhnen und freier Verpflegung in den sozialisierten Betrieben Arbeit verschaffen können: eine Reiseentschädigung von 75 << solle jeder einzelne bei der Ankunft in Berlin erhalten. Daraufhin haben sich in Hannover 2000 Personen ohne Fahrkarten eines Zuz-r bemächtigt und erzwangen unter nwe^ auf ihre Zugehörigkeit zum Spartakusbund sie Slb» fahrt. Heber den Verbleib dietes Zuges, der nach Berlin bestimmt war, ist bisher nichts V ' t geworden.
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Der Terror Im Reiche.
Hamburg, 10. Jan. Nachdem ber unter links- rnbifa'er Führung stehende Grosibambiirger A.- nnd S.- Rat beschsoffen hatte, die Hamburger Gewerkschaften nnd ihre Kaffe» unter seine Kontrolle iu stellen und im Anschluß daran eine Bande haGwSchffAer Burschen die Expeditionsräume deS mehrhestsfozialistischen „Hamburger Echo" geplündert hatte, macht sich beute eine starke Gegenbewegung bemerkbar. Lange Zsge von Demonstranten ziehen vor das NathauS, in dem der Vorsitzende des A.- und S.--Rates Dr. Saufen* berg residiert. Vor dem „Hamburger Echo" tarn es ?u stürmischen Vertrauensstuidgebungen. Zehntausend Arbeiter und Soldaten forderten vor dem Gewerk- schaftshaiise, wo mehrere Vertreter der alten Pattei sprachen, den Rücktritt SaufenbergS und sofortige Neuwahl des A.- und S.-Rates.
Hamburg, 11. Jan. Wie aus Cuxhaven gemeldet wird, ist in Cuxhaven, Amt Ritzbüttel, Kreis Hadeln und Kreis Neuhaus eine sozialistische Republik ausgerufen worden.
Bremen, 10. Jan. Heute Nachmittag fand eine große Kundgebung der Kommun'sten auf dem Markt statt. Sie verlangten: sofortige Abdankung des Senats als Verwaltungskörper, sofortige Einsetzung eine? Volkskommissars, sofottige Entfernung der Regierungssozialisten aus dem Arbeiterrat und Ersetzung durch Kommunisten und Unabhängige. Diese Forderungen wurden vom Aktionsausschvtz des A.° und S-Rates bewilligt. Darauf wurde die „Sozialistische Republik Bremen" ausgerufen. ES wurde das Stand- recht für alle Vergehen gegen die Revolution angekündigt, die Presse unter Vorzensur gestellt, ein Telegramm an die Regierung Ebert-Scheidemann gesandt, toorin ihr Rücktritt gefordert wird, und eine Depesche an die ruffischen Bolschewisten mit dem Wunsche, daß die Revolution in beiden Ländern sieg- und fegens-; reich fein möge. Die Menge zog dann nach dem GemerkschastshauS und nahm eS für die Kommunisten tn Besitz.
Halle, 11. Jan. Gestern nachmittag 2 Uhr versammelte sich, durch Flugblätter, die aus Flugzeugen abgeworfen waren, aufgeforbert, eine ungeheure Volksmenge auf dem Roßplatz, um mit einem Umzug durch die Stadt gegen die Herrschaft der hiesigen Unabhängigen und Spattakisten zu demonstnereu. Als der Zuge, an dessen Spitze Knegsverletzte und Verstümmelte marschierten, unter Hochrufen auf Ebert und Scheidemann von bet Leipziger Straße nach bem Marktplatz abbiegen wollte, wurde er von Soldaten, die mit Maschinengewehren und Handgranaten bewasf- net waren, gewaltsam am Weitergehen gehindert. ER ’ kam zu einem Straßenkarnpf bei dem, wie verlautet, außer einem Verletzten auch ein Toter »n beklagen ist.
Leipzig, 11. Jan. Leipria fleht seit heute Mob« gen im Zeichen de» GenetatstretkS. Den „ftietz-