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Welf« Set Befehl zum Feuer gegeben. Worauf auch ßie Sicherheitsleute von der Waffe Gebrauch mach­ten. Um derartige bedauerliche Vorkommnisse künftighin zu vermeiden, wird nochmals auf den Beschluß des A.- und S.-Rates Leipzig hingewie- |en, daß er im Hinblick auf di " in Berlin Richt dulden konnte, b. olutionare

Gruppen den Leipziger Bahnho> <., en und da­her angeordnet fei, daß die nach Berlin durchfah­renden, mit Waffen versehenen Truppen ent. »öffnet wurden.

Ferner wird berichtet: Heute abend 7 Uhr wur­den auf dem Leutzsch weitere drei Züge,

hie mit MannschLjic.l, Waffen und Munition nach Berlin bestimmt waren, angehalten und die Be- ßleitmannschaften entwaffnet, wobei es jedes­mal nicht ohne Kampf abging. Die Zahl der Toten »nd Verwundeten hat sich auf 8 bezw. 13 erhöht.

Barth gegen die Nationalversammlung.

Frankfurt a. M., 10. Jan. Der früher« Volks- teanftragte Barth erklärte in einer Dersammlung der nefigen Unabhängigen:Ich sage es offen, klar und Deutlich: Wenn man jetzt die Revolution ersticken will, tat die sozialistische Republik zu einer bürgerlichen zu ftachen, dann erklärt das Proletariat, daß es kein Interesse mehr am Baterland hat. Und penn es wieder zum Kampfe kommt, dann ist er mit ter Gutmütigkeit des Proletariats vorbei. An jeder katerne wird dann ein Halunke hängen. Wenn man dem Bolk di« soziale Republik nicht geben Dill, dann muh es stch dies« Republik mit alten Mitteln dämpfen. Die Nationalversammlung ist Wur ein Fetzen Papier für mich"

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Bit DftraarL

Posen, 10. Ian. Ueber die militärische Lage In Posen erfahrt das W. T.L. von zuständiger Belte folgendes: In der Gegend von Hohensalza stehen deutsche Kräfte mit Artillerie verschanzt an der Eisenbahnlinie nach Argenau und Bromberg. In Nakel ist es zu einem örtlichen Waffenstillstand gekommen. Die Polen haben die Waffen abge­geben; der Bahnhof ist von den Deutschen besetzt; in der Stadt ist eine gemischte Sicherheitswehr ge­bildet worden. In Zntn ist die taktische Lage un- derändert; ei» starke Aktion von polnische, Sette

AM der AMsmierm.

Berlin, 10. Ian. Die Rrichsregierung erläßt folgenden Aufruf: Die Sparlakusleute haben sich den Kohs verrant an der Mauer der sozialdemokratischen Arbeiterschaft Berlins. Wie ein Mann hat diese sich gegen die Blutherrfchaft der wenigen empört, die ihren vorwärts" beraubt, die Bahnhöfe und Proviantämter besetzt haben, um durch Unterbindung der Er­nährung das Chaos herbeizuführen und die seit Sonntag Wend in einer durchaus friedlichen Stadt Meschineugewehre und Handgranaten als Mittel des politischen Kampfes eingeführt haben. Niemand dachte voran, an die Waffen gegen die eigenen Brüder zu appellieren, nur fiel Jetzt merken sie, daß sie nicht burchkommen. Der Ruf der Regierung an die wehrhaften sozialdemokratischen Massen hat viele Tau­sende in die Werbebüros der Mehrheitsvattei geführt. Die Blätter lügen, welche behaupten, die Regierung HufeOffiziere, stellenlose Bürgersöhnchen und die Kriegshetzer der bürgerlichen Presse" zu ihrer Unter­stützung. Der vassenbewußte Arbeiter, der Parteige­nosse ist es, der den Kampf gegen die Vergewaltigung Nufaenomrnen hat, um ihr ein für alle mal ein Ende zu Machen. Spartakus acht fein blutiges Ziel verloren. Schon hat er nach Moskau telegraphiert, der Kampf Müsse bald abgebrochen werden, die Berliner Ar­beiterschaft sei noch nichtreiffürdieDiktatur des Proletariats. Das heißt, die Berliner Ar­beiterschaft weist Terror und Bürgerkrieg mit Ent­rüstung von sich! Nun erhebt sich derSchrei nach Einigung". Die -Regierung hat tagelang verhandelt; tot diese Einigung zu erzielen, um jedes Blutvergießen pt vermeiden. Währenddessen hat Spartakus die Re­gierung und seine eigenen Freunde, die Unabhängigen beschimpft und verhöhnt und für sich jegliche Lerhand- 6mg abgelehnt. Nur eine Bedingung hat die Regie­rung und der Zentralrat als selbstverständliche Voraus- ketziing für die Berhandlungen gestellt: Wiederherstel- 6mgbtt Preßfreiheit! Und dazu hicken sich bie Räuber der Berliner Zeitungsbetriebe nicht ver­stehen wollen, zu der Erfüllung dieser einfachsten For­derung jeder Demokratie. Gestern abend haben Arbei­ter der A. E. G. und der Schwartzkopfffchen Werke die Forderung als berechtigt anerkannt, daß sie, die teils der S. P. D. und U. S P. D. als auch der K. P. angehören, für ihre Erfüllung sich einsetzen wol­len, um die Einigung zu --möglichen. Das war gestern abenb. Bis heute nachmit ag haben sie nichts von sich hören lassen, ob ihr Lermittlungsvorfchlag bei ben anderen Parteien auf Ebensoviel Bereitwilligkeit ge­stoßen ist wie bei Regierung und Zentralrat. Ist der Schrei nach Einigung" überall echt, dürfen wir, dürst Ihr an seine Wahrhaftigkeit glauben? Wie stimmt in ihm der Aufruf zum Generalstreik, der von den revolutionären Obleuten im Berliner Zentralvor­stand der U. S. P. D. und vom Spartakusbund unter­zeichnet ist? Können wir glauben, daß sie mit uns sich einigen wollen, die uns in diesem AufrufVerräter des Pröletariats, elende Handlanger der kapitalistischen Blutsauger, Berkörperung der Gegenrevolution" nen­nen? Ist das die Sprache der Einigung, die Sprache von Leuten, die verhandeln wollen, die zum Frieden kommen möchten? Nein, eS ist aber der Schrei zum Bürgerkrieg! Der Spartakusgeist ist es, der vor Mott' und RäÄerei nicht zurückschreckt, der auf den Trümmern unseres ganzen Landes und Volkes ben Sieg erkämpfen will. Das heißt die Herrschaft von Totschlägern und Plünderern! Die neue Forderung der falschen Einheitsapostel heißt: Weg mit Ebert-Scheidemann! Kennt Ihr diese alte verlogene Parole nicht wieder, ist das nicht der alte wütende Kampfruf der Spartakus? Haben sie sich nicht wochen­lang heißer geschrien gegen diese Eure Genossen und jetzt kommen sie unter dem Deckmantel der Einigung, mn den allen Rache wünsch durchznfetzen. Glaubt ihnen nicht! Sie wollen erst die erwählten Führer der Partei beseitigen, um mit der Partei bann umso leichter fertig zu werden. Genossen! Eure Genossen in der Regierung erklären feierlich: Wir find kein Hindernis für die Einigung! Im Gegenteil: Wir, die ftch? Wochen den Unabhängigen die Hälfte der Regie­rung eingeräumt hatten, trotzdem sie ihrer Stärke nach aus kaum ein Drittel Anspruch haben, wir, die mit den Ausrührern in Berlin verhandelt haben, wir stehen zu jeder Verhandlung bereit, die ehrlich geführt, eine Eini­gung aller sozialistischen Parteien erzielen tarn.

ffk ftn Gange. Kolmar und Ezaruikan haben Waf­fenstillstand geschlossen; die Netze soll die Demarka­tionslinie bilden. Zirke und Kamienna sind in polnischem Besitz. Von Bentschen bis Wöllstein keine Aenderung. Bei Lissa Patrouillengeplänkel. In Rawitsch Waffensttllstand.

Breslau, 9. Jan. Der Volksrat teilt mit, daß über Beuthen in Oberschlesien der Bela­gerungszustand verhängt worden ist.

(Blogau, 9. Jan. Ueber (Slogan ist der Be­lagerungszustand verhängt worden. Das stellvertretende Generalkommando und der Eol- datenrat ordneten die Bildung von Garnison-Ba­taillonen an. Gestellungspflichtig zu diesen sind alle gedienten und ungedienten Bürger der Stadt- Gemeinde Slogan vom vollendeten 19. Lebensjahre bis zum 55. Jahre. In einem Aufruf der Kom­mandantur und des Soldatenrates an die Bürger­schaft heißt es u. a.: Schon in wenigen Tagen kann es stch entscheiden, ob Slogan deutsch bleiben oder polnisch werden soll. Helft alle unsere geliebte Vaterstadt, Haus und Hof und Herd, Frauen und Kinder vor polnischer Macht- und Bentegier zu schützen.

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MstMMM md AchhW.

Rene Forderungen der Verbündeten?

Berlin, 10. Jan. Von Marschall Foch ist beim Vorsitzenden der deutschen Waffenstillstands- kommisflon ein Telegramm, daß die Verlängerung des Waffenstillstandes über den 17. d. M hinaus bis zur Unterzeichnung des Präliminarfriedens n i ch t die Zustimmung der verbündeten Regierun­gen gefunden habe. Infolge dieser Sachlage haben sich die verbündeten und deutschen Bevollmächtigten zu einer neuen Beratung zusammenzufinden, um über die Verlängerung des Waffenstillstandes zu beschließe». Diese Zusammenkunft möge am 14 oder 15. Januar in Trier stoftfinden. Der Um­stand, daß die verbündeten Mächte nicht in eine einfache Verlängerung des Waffenstillstandes ein­willigen, läßt befürchten, daß sie mit neuenFor- derungen hervorzutreten gedenken.

Französische Besetzung Düsseldorfs?

Frankfurt a. M., 10. Jan. Die 77. fran­zösische Division, unter Befehl General Serrignys, die bisher in der Umgebung von TirlSmoni ein­quartiert war, wurde in Marsch gesetzt, um als Be­satzung nach Düsseldorf abzugehen. Düssel- dorf liegt in der neutralen Zone an der Grenze des belgischen und englischen Vesetzungsgebietes. Die Besetzung der neutralen Zone nördlich des Kölner Brückenkopfes hatte sich Foch bei der Ver­längerung des Waffenstillstandes vorbehalten. Der Spartakistenterror ist offenbar der Anlaß, nun wirklich zur Besetzung Düsseldorfs zu schreiten.

Brüssel, 10. Jan. (Reuter.) Anläßlich der Unruhen in Düsseldorf haben sich die bärtigen deut­schen Beamten unter belgischen Schutz gestellt Der Polizeipräsident und der Oberbürgermeister von Düsseldorf haben die belgischen Behörden er­sucht, einzugreifen. Die belgischen Behörden verfolgen die Ereignisse mit Aufmerksamkeit.

Karlsruhe, 10. Ian. Die Rheinlinie ist erneut hermetisch geschlossen. Die elsaß-lothringi­schen Bahnen sind für alle Transporte außer für Lebensrnittel gesperrt. Nach zuverlässigen Nach­richten find zwischen Straßburg und Kehl starke Massen französischer Kolonialtrupp«» zu­sammengezogen.

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Marburg w* UrirgegerE.

Marburg, 11. Januar.

Di« Listenverbindung. Die Deutsche Volks­partei war an alle bürgerlichen Parteien ftn Wahlkreis Hessen-Nassau mit der Aufforderung herangetreten, ihre Wahlvorschlagslisten bei der Wahl zur Nationalversammlung zu verbinden. Die Deutschnationale und die Christliche Bolks- partri haben der Aufforderung zugestimmt. Von der Demokrattschen Partei ist ein ablehnender Bescheid eingegangen. Diese Ablehnung des Zu­sammengehens aller bürgerlichen Parteien durch die Demokratische Partei war nach dem Voraus- gegangenen zu erwarten; die Partei stellt sich da­mit auf den Boden des Herrn v. Verlach, des ber­liner Tageblattes", derFranks. Ztg." usw. Eie schafft aber andererseits mtt ihrer Entscheidung klare Verhältnisse. In den jetzigen Zeiten bet Revolution muß bas Bürgertum eine vollkommen klare Stellung gegenüber bet herrschenden Sozial­demokratie verlangen. Jetzt nützt alles Mund- spitzen nichts mehr, jetzt muß gepfiffen werden. Die Demokratische Pattei ist in die bürgerliche Ab­wehrfront nicht eingerückt.

Universität. Die Mitteilung, daß heute in der Aula eine nachträgliche Immatrikulation statt- finbet, beruht auf einem Mißverständnis. Sie findet erst am nächsten Sonnabend um 12 Uhr statt.

Chi Ausruf an di« Studenten. In einem Aufruf werden die Studenten zur Gründung einer freiwilligen Abteilung für Heimatschutz aufgeforbert Aufgaben: Sicherung der Rationaloersannnlung und der Ordnung in der Heimat, sowie Unterstützung der Regierung (Ebert Meldungen an den Dorfltzenden des stndenttschen Arbeitsaussi^lffes Äanb. mach. A. Steindorff.

Das Studentische Wohnungsamt ist verlegt in die llniverfität, Zimmer n Da der Zustrom der aus dem Heeresdienst entlassen, oder aus den westlichen Ani- versitätsstädten verdrängten Studenten täglich fott- dauett, ist die Wohnungsnot aufs höchste gestiegen. Schon stick» einzelne obdachlos. Es wird darum drin­gend nm Angabe feerer Wohnungen ersucht, insbeson­dere solcher, die zum 1 Februar (Zwischensemester) frei «erden.

Gemeindefeier bet lutherischen Gemeinde. Der Begrüßung bet heimgekehrten Krieger ist am morgigen Sonntag der Gottesdienst in der Pfarrkirche und der Elisabethkirche gewidmet Abends um 8 Ahr schließt sich im Philippshause ein Familienabend an.

Gewerbliche Fortbildungsschule. Nachdem der Minister für Handel und Gewerbe angeordnet hat daß der voll« Unterricht ta allen Klassen nach den Weih- nacht-fetten wieder wfoenxwtam werden soll, begtrntt

vom nächsten Montag ab der Unterttcht. Die Schüler haben stch um 8 Uhr früh in der alten Realschule und nachmittags um 5 Uhr in der Südschule einzufinden.

* Zum letzten Male macht die Ottskranken- kasse darauf aufmerksam, baß eine ganze Anzahl bet infolge Erhöhung bet Einkommensgrenze ver­sicherungspflichtig gewordenen Personen noch nicht angemeldet ist. Ebenso ist ein großer Teil bet aus bem Heetesbienst Entlassenen, bie schon längere Zeit hier beschäftigt werben, nicht angemelbet. Wer bie Melbung unterläßt, wirb mit Gelb st rase bis zu 300 J*. bestraft. Es tut übrigens jedermann gut, sich im eigenen Interesse darum zu kümmern, daß er ttchtig zur Krankenkasse angemelbet ist, damit ihm im Falle einer Erkrankung keine Nachteile entstehen.

Hortet Konzerte, »e sammlungen »st».

* Herr Pfarrer Carl Leibi von der Panlskirchs in Franffutt a. M. wird in den Stadtsälen heute abend um 8 Uhr in einer öffentlichen Versammlung reden. Sein Thema lautet: Devolution und Nationalver- Rtmmlung". Es ist vielleicht nicht uninteressant, darauf hinzuweisen, daß in der Paulskirche 1848 di« erste deutsche Rattonalversammlung tagte. Mr di« jetzige Rattonalversammlung steht, wie mitgeteilt, Herr Pfarrer Deidt auf der Kandidatenliste der Deutsch­nationalen Volkspattei im Wahlkreis« Hessen-Nassau an der ersten Stell«.

Etreichkonzett. Auf das am Sonntag, den 12. Januar in den Stadtsälen stattfindende Stteichkonzett, das die Kapelle der akttven Jager-Bataillons Rr. 11 unter Leitung des Ob-rmusikmeisters Anders veran­staltet, fei besonders hingewiesen. Außerdem beabfich- ttgt Herr Obermufikmeister Ander» von Anfang Fe­bruar ob einige Volks-Symphonie-Konzerte zu geben. Karten hierzu können schon jetzt in den Stadtsälen be­stellt werden.

Die Lichtspiele sckreiben uns: 11.14. Januar sind mit einem reichen Spielplan ausgestatttt. Zunächst JDas Jahresfest in Japan", dann das reizende Lust­spielWenn di« Liebe nickt wär!" mit Lya Ley in der fmuptroffe und zum Schluß den ergreifenden Luxus­filmDas' Tagebuch des Apothekers Starren", Drama in 5 Akten, verfaßt von Tarl Schneider; in der Haupt­rolle Lori Leux, ein hier neuer Stern.

Fortbildungsverein E. 8. Nächsten Montag, 13. Januar, 8% Uhr pünktlich, spricht im Mineralogischen Jnstittit Herr Prof. Weigel über seinen Aufenthalt im östlichen Sibirien. Damit nimmt die Reih« der diesmaligen Wintervorttäge ihren Fottgang. Es stehen noch weitere lehrreiche und zugleich unterhaltende Vor­träge bevor. Der Jahresbeitrag für eine Familie ist nach wie vor 3 M. Anmeldungen nimmt jedes Vor­standsmitglied und der Dereinsdiener Nikolaistr. 3 ent­gegen.

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Dtnlfchilalroimle Polkspartei.

In der sehr zahlreich besuchten Versammlung der Deutschnationalen Volksvattei sprach am Dienstag im Turnergarten der frühere Reichstagsabgeordnete Amtsgericktsrat Lattmann-Sckmalka'den. der als zweiter Kandidat im Wahlkreis Hessen-Nassau auf- bestellt ist und warb zugleich im Namen der übrigen 14 Kandidaten, indem er Auskunft gab über die poli- ttschen Anschauungen der Deutfchnationalen Dolks- pattei und ihr Programm. Obwohl er die Freude am politischen Leben in den letzten Jahren verloren habh sei er doch nach dem Aufruf Hindenburgs zur Weiterarbeit auch unter der neuen Regierung der Aufforderung der Pattei, sich ihr als Kandidat zur Verfügung zu stellen, gefolgt. Entsprechend sei­nem ThemaNicht rückwätts, sondern vorwärts schauen, mit Gott am neuen Hause bauen" legte er unter Bericht auf Erörterung der Fragen der Ver­gangenheit unb unter möglichster Beiseitelassung des Varteistreites die Richtlinien der Deutschnattonaken Volkspattei für den Wiederaufbau des Reiches dar. Die Pattei ernennt jede Staatsform an, bei der Reckt unb Ordnung herrscht und stellt sich hin­ter febe Regierung, die für Recht und Ordnung sorgt. Eie stimmt der Erllärung Eberts, über bem Wohl aller Parteien stehe die deutsche Republik, durchaus zu. Die Zukunft werde so schlimm fein, wie sich die meisten noch gar keinen »«griff machen. Die Behauptung von der sicher kommenden Revo­lution bei den Westmächten und dem sich daraus ergebenden günstigeren Fritten habe das bishettge unabhängige Regterungsmitglled Lohn selbst als einenSandhaufen" bezeichnet, auf den man nicht bauen könne. Als Hauptforderungen der Deutsch- nationalen Volkspattei ftlhtte der Redner an: Hoch­halten des deutschen Idealismus neben dem Materia- lismnS, Bttonung d«S nationalen Gedankens, Utterbrückung der Gegensätze, Stätte nach aussen auf der Grundlage von Freiheit und Ordnung tm In­nern, wechselseitige Betonung von Rechten und Pflich­ten. Amtsgerichtsrat Lattmann griff bann einige der wichtigsten Zukunftsfragen heraus und legte die Stellung der Partei zu chnen nach ihrem Programm dar. Zunächst die Geldfrage: Es ist ein Irr­tum anzunehmen, bie Riesenunkosten könnten allein durch die Reichen gedeckt werden. Zu den großen Ausgaben kommt der Fottfall bettächtlicher Einnah­men, z.B. aus den Eisenbahnen, ZKlen, der Erz- nnd Kaliförderung in Elsaß-Lothringen, dem Grund­besitz im Osten. Gegen die zu hohen Löhne habe sich selbst die sozialistische Regierung gewandt. Ihrem Steuerproaramm könne die Pattei vielfach zustimm en; die vorgeschlagene Kupon- und Divioenden- steuer sei früher von der Sozialdemokratie und dem Freisinn abgelehnt worden gegen die Rechte. Die Erbschaftssteuer dürfe nicht zu einer Beseitigung des Erb rechtes werden. In der Be- am tenfroge begrüßte der Redner die stärkere Organisation der Beamten (für Beamtenansschüfle sei er schon vor 10 Jahren eingetreten), wie er über­haupt für eine Organisation des Mittelstandes rintrat gegen die Ausbeutung durch das internationale Kapital. Er unb seine Pattei hätten auch ein Herz für bie Arbeiter, well alle schaffenden Stände aufeinander angewiesen feien. Wenn man das mehr betone; dann werde die Verhetzung auch geringer wetten. Zur Frage der Verstaatlichung NneS er auf ben (wie in anderen Fragen auch festgestellten) schnellen Wechsel des Standpunktes bet Regierung hin, die erst baldigste Verstaatlichung gewallt habe, jetzt aber vor Utterstürzung warne- da die verstaat­lichten Betriebe von ben Gegnern, bie nur bie Pri­vatrechte achten vollen, als Pfand genommen wetten wütten. Jrn übrigen fei der Gedanke der Lerstaatlichung nichts Neues, bei dem Bismarck von ben Demokraten Wiberstanb gefunden habe, ebenfo wie bei der Verstaatlichung des Versicherungs­wesens. WaS es mit der Beteuerung der Regie­rung, nur den Großgrundbesitz verstaatlichen zu wol­len, auf sich habe, beweise die Ettlärung Bebels, man Rune den Kleinbanern bie Erhaltung ihres

Besitzes nicht versprechen, weil daS dem sozialdentSii kratischen Parteiprogramm nicht entspreche ur.S' Bauernschutz sei gleich Bauernfang. Die! Deutschnationale Pattei tritt,für weitgehende Land-! siedelung ein durch Aufteilung geeigneten Grund-! besitzes des Staates, der Gemeinden und Privatem! Die Trennung von Staat und Kirche bürfej nicht überstürzt und aus Haß heraus vorgenommen, werden. Wir könnten die schwere Zeit nur durchhalten! bei Erziehung im christlichen Geiste. Nicht verzagen sollen wir, sondern mitschasfen.Seid treu und tapfer!" Mit dieser Mahnung schloß der Redner feine warmherzigen Ausführungen, die mit flattern Beifall ausgenommen mürben.

Dann legte Frau Pros. Mewalbt bar, was die Frauen zur Deutfchnationalen Pattei gezogen ha: Sie könnten sich nur bet Partei anschließeu, die daS Batettand am besten zu schützen scheine. Alle Fraueninteressen seien zurückzustellen. Drei Fotte- rungen müßten bie Frauen an die Partei, der sie sich anschließen, stellen: Sie müsse für einen natio­nalen, auf realer Macht beruhenden Staat und' eine statte, für Ruh« sorgende Regierung ein treten. Das tue bie Demokratische Partei, bie zum großen Teil international denke, nicht. Ferner müsse die Pattei sozial fein unb bie wirtschaftlich Schwa­chen schützen, endlich müsse sie christlich sein. Die Demokratische Pattei, bie Pattei derBett. Tagebl." und derFranks. Ztg.", Mütter, die alles, was Deut­schen heilig war, bekämpft haben, erfülle all diese Fotterungen nicht. Die Rttnerin gab weiter der Trauer über den Sturz des Herrscherhauses Ausdruck.

In der Aussprache lehnte ein Sozialdemokrat jebe». Gemeinschaft mit ben Radikalen nnb Deserteuren ft» Berlin ab und fragte, weshalb der Kaiser die Politik Ludendorffs nicht gdjinbert habe. Der nächste Redner nahm die Person des Kaisers in Schutz, bie man von dem System trennen müsse. Das Hohenzollernge- schlecht habe Deutschland hochgttracht. Prof. Stre­cker verwies gegenüber der Ableugnung der Tatsache, daß die Sozialdemokratie dem Froncheer in den Rücken gefallen fei, auf die Aeußeruug des Bettreters von Magdeburg auf dem Rätekongreß hin, daß sich bie Arbeit, die Front zu zermürben, gelohnt habe. Bon dieser Aeußerung sei bie Sozialdemokratie nicht abgerückt. Leutnant Schwab trat den vielen An­griffen auf den Offiziersstand entgegen. Es sei überall gesündigt Watten, die Offiziere hätten nicht zurück- gestanden. Der sozialdemokratische Rttner geb zu, daß ein großer Teil der Offiziere tüchtig gewesen sei. Von sozialdemokratischen Agitatoren habe er im vor­dersten Graben nichts gemerkt, wohl ober von All­deutschen. Stndicnrat Weber, der Leiter der Ver­sammlung, danfte dem Redner für dieses Kompli­ment. Konsistorialrat Bornhäuser verwies zum Beweis der Pflichttreue der Offiziere auf die Berlnst- zifsern der amtlichen Verlustlisten, nach denen, wie von uns bereits mitgeteilt, 19 Prozent der Mann­schaften und 39 Prozent der Offiziere ge­fallen seien. So gut wie Offiziere hätten auch Mannschaften versagt. Man dürfe aber nicht ver­allgemeinern. AmtsgerichtSrat Lattmann wider­legte in seinem Schlußwort noch einige Entgegnungen des sozialdemokratischen Redners und stellte dabei das Zeugnis englischer höherer Offiziere fest, daß Eng­land nicht mehr lange hätte aushalten können, ein Beweis für die Möglichkeit der Erreichung eines besseren Friedens, wenn bie Front in der Lage gewesen wäre, noch einige Zeit standzuhallen.

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Lessen-Raffa« tmb Nachbaeaettst«.

Ungedanken (Kr. Fritzlar), 9. Jan. Sehr jugendliche Truppen vom hier rin quartierten Det achte i ment ,Hrimaischutz" stürmten nachts das Pfarrhaus1 und beschädigten es unter unflätigem Geschrei, weil die Mädchen auf des Pfarrers Rat bem von ben Feld­grauen veranstalteten Tanzvergnügen femgebneben waren. Auch andere Wohnhäuser wurden arg mitge­nommen, mit knapper Rot entging die Frau des Landwirts Herzog dem Tode durch ein auf sie abge- feuertes Geschoß.

Frankfurt a.M., 8. Jan. In 10 Tagen wer­den bie Frankfurter Gastoette ihren Betrieb emstellen müssen, da die Franzosen die Lieferung von Eaar- kohlen abgelehnt haben und Ruhrkohlen wegen de» Ausstandes nicht zu beschaffen find.

Kirchlich« )iachri<:-n>

Sonntag, den 12. Januar.

Pfarrkirche. ! Uhr: Superintendent Landau. Bo- grü6ungsf«kr für die zurückgekehtten Krieger. Kir­chenchor. 11% Uhr: Kindergottesdienft. 5 Uhr: fällt ans.

SlifaSethkirche. 10 Uhr: Pfarrer Staltemati). Be­grüßungsfeier f. die zurückgetehrten Krieger, n Ky: fällt aus.

In beiden Kirchen, b« geheizt find, Kollekte für Gemeindezwecke.

Phttippshous. 8 Uhr: Gemeindefeier für di« $urii<fge­teerten Krieger. Kirchenchor.

Ockerehaufen. 2 Uhr: Kindergottesdienst.

Im ElisabetWans und Jnlienstift von 47 Uhr Imig- ftanen-Verein.

Reform. Stadt» und Universitäts-Kirche. 10 Uhr pünkt­lich): Akademischer Gottesdienst, Konsistorialrat Professor D. Bornhäuser. 11 Uhr: Kindergoites- dienst, Pfarrer Eisenberg. 5 Uhr: Pfarrer Eisenberg.

Kath. Kirche. %8 Uhr: Hl. Messe mit Frühlehre mir Kommunion der Jungfrauen, Pfr. Dr. Weber', VA-' Uhr: Hochamt mtt Predigt, Kaplan Mans, 11 Utzr. Hl. Messe mit Predigt, Lazarettgeistl. Seifert: 2 Uhr. Christenlehre und Andacht; 4 Uhr: Jung­frauen-Verein (Wiederholung der Weihnachtsfeier); 6 Uhr: Bittandacht.

Tvang. Eemeinschast Marbnrg-SLd, Schrvanollee 51 Sonntag 11 Uhr: Sonntagsschule; 4% Uhr: Jung­frauenverein (Wilhelmstr. 8); 8% Uhr: Evangelisa­tion. Montag 4 Uhr: Frauenverein; 8% Uhr . Se- sangstnnde. Mittwoch 8 Uhr: Missionsnähv-rein (Weitzenburgstr. 18). Freitag 8% Uhr: Bibesstunde.

Selbst, eo^kuth. Gemeinde. Sonntag 10 Uhr Gottes­dienst.

Stadtmisfion, Rotergraben 5. Sonntag, 84 Uhr: Mor< genandacht. 11 Uhr: Sonntagsschule. 4% Uhr: Jungfrauenverein. 8% Uhr: Versammlung. Dienv tag, 8% Ahr: Gebetstunde. Freitag, 8% Uhr: V-beb stunde.

Metbodisten-Gemeind«, Wörthflr. 15 a. Sonntag, »Mi Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsschule. 8M Uhr: Gebetsstmtte. Mittwoch, 8% Uhr: Bibel., Gebets­und Singstunde: Prediger Kaufmann.

Nenapoftolische Gemeinde, Lahnstraß« 6. Sonntag nachmittag 3 Uhr. Mittwoch abend 8 Uhr.______

Sonntagsdienst »er Apotheken.

Sonntag, 12. Januar. Schwan-Apotheke. ___

Verleger und für die Cchristleitung verantwoitlichk Dr. Phil C. Hitzeroth in Marburg.