^knichk eteSrntmes t» ben TZ« berjenftte«, Me seit Sem
November di« MorMnröte etiter besseren Zeit ange-
9.
Gegensatz der Weltanschauungen, rischen Sozialisierung und indivi-
der, die Beuthen, «.Jan. Zu der Nacht zmn Snuttag « tönt* hatt^Pch tin£ Äczahl^Witgliedn kl Warrkschen
Einigung zwischen Gastwirten xnb Kellnern.
Berlin, 6. Ian. Die Gastwirte und Kellner haben mit Hilfe des Gewerbegerichts einen Frieden g«- chloffen, bei dem beide Parteien von ihren Forderungen einiges nachlassen mutzten. Vor allem wurde der Trinkgeldzwang endgültig abgeschafft, an sein« Stelle ist ein« fest« Besoldung der Kellner getreten. Als Mindestbezüge wurde festgesetzt: Kellner unter 20 Jahren 80 <M, über 20 Jahre 100 X wöchentlich. Der Kost- und Logierzwang soll abge- schasst werden, andererseits werden für Wohnung rmd Essen 40 Prozent von der Löhnung abgezogen.
Die Lebensmittelversorgung Europa«.
Pari«, 4. Ian. sReuter.) Der Vorsitzende d«, amerikanischen Lebensmittelkommisston sagt in seinem Bericht über die Ernöhrungslage Europas u. Wir baben über die Lage in Deutschland Untersuchungen angestellt, sind aber bisher noch nicht so wett, um irgendwelche endgültigen Beschlüsse zu fasten. Die Bevölkerung Deutschland« hat sicher genug «orrSte, um noch einige Zeit lang aushalte» zu können, von dm Versorgung mtt Fett abgesehen, das ohne Zwei, sei sehr knapp ist. wodurch die Entstehung von Krankheiten und vieler sozialer llnzuftledrichelt gefördert wird. Die Festsetzung von Bedingungen über Maßnahmen, die notwendig sind, um den befreiten Gebieten zu helfen, mutz indesten unsere erste Sorg« sei». Wir sandten bis heut« etwa 150 000 Tonnen Nahrungsmittel nach verschiedenen europäischen Häfen. Daueben gaben wir bisher monatlich 150 000 Tonnen nach Belgien und Nordsrankreich. Das Transpsrtpro- bl em bietet autzerordeutlich« Schwierigkeiten infolge des schlechten Zustandes der Eisenbahnen und dcs rollenden Materials in den in Frage kommenden Gebieten Daher entstanden nach Landung der Lebensmittel neue Schwierigkeiten. In Belgien und Nord- frankreich mutzten wir für die Verteilung einen Dienst mit Lastautomobilen rinrichten und werden wahrscheinlich auch in anderen Ländern dieses Verfahren einschlagen müssen. Es erscheint de» Verbündeten und der amerikanischen Negierung nur gerecht, datz, da ein grotzer Teil der Schwierigkeiten in den befreiten Lau- der» durch die rücksichtslosen Handlungen der deutschen Armeen verursacht ist, die Deutschen veranlaßt «erde« sollen, Schiffe für den Rahrungsmtttelttansport nach diesen Gebieten zu stellen. Es wird zweifellos di« Vorbedingung für die Gewährung von Lebens- mittelsendungen an Deutschland sein, datz deutsch« Schiffe für die Versorgung aller befreiten Länder benutzt werden.
Amtlich wird mitgeteilt, die Verbündeten hätten be- schlosten, einen Rat, bestehend aus zwei BettrrterN jedes Landes zu schaffen, um die Lebensmittelversorgung, die Unterstützung der Neuttalen, der neu befreiten und der feindlichen Gebiete zu organisieren. Di« Beveinigten Staaten würden bet der Durchführung d« Plane, an der Spitze stehen und -,»ver General-
Der Korreferent Dr. Meier- München vermochte ich nicht zu dieser Auffassung zu bekennen. Er handle ich jetzt nicht mehr um bte alten Parteigegensätze, andern um einen <“—v" —
Amtlich wird mitgeteilt, datz die weiter« Unter- suchung Unzufriedenheit bei den auf der «mkkchr nach Frankreich in Dover und Folkestone befindlichen Truppen ergeben hat, weil bte Mannschaften heraursturden, datz, trotzdem chnen weiterer Urlaub verweigert war, einigen Kameraden eine Woche Nachurlaub gewährt worden ist, nm ee ihnen zu ermöglichen, bei der Neuentwicklung d« Demobttisterung zu «reiche«, datz die
DÄ iSfefateg be» Berliner PoNzehnKstdenken Eichhorn wächst sich pt einer Kraftprobe Mischen der Regierung und den vereintste« Unabhängigen und Spartakisten aus, von der die gestern gemeldeten Ausschreitungen eine Probe waren. Liebknecht erklärte in seiner Ansprache, die Soldaten müßten im Verein mit den bewaffneten Pro- letariern alle» aufbieten, um die Entfernung Eichhorns zu verhindern und ihren Willen mit Waffengewalt durchsetzen. Auf dem Balkon des Polizeipräsidiums erschien Eichhorn in Begleitung von Liebknecht und.Ledebour. Eichhorn gab vom Balkon aus die Erklärung ab, daß er so lange auf seinen Posten bleiben werde, wie es das Berliner Proletariat verlange und daß er seine ganze Macht dazu benutzen werde, um die Errungenschaften der Revolution zu sichern.
Eichhorn denkt also nicht daran, der Absetzung Jfolge zu leisten. Er kann sich dabei aus eine statt- siche Macht stützen. Hinter ihm stehen die etwa WO Sicherheitsmänner, die er selbst in den Ber- siner Polizeidienst eingestellt hat und bei deren Auswahl die Mitgliedskarte der unabhängigen sozialdemokratischen Partei oder de« Spartakusbundes den einzigen Befähigungsnachweis darstellte. Er verfügt ferner über große Waffenbestande, die in einer ganzen Reihe von Depots in den verschiedenen Teilen der Stadt untergebracht find, und hinter ihm steht endlich geschloffen die Partei der Unabhängigen und der Spartakusbund.
Die Regierung hat noch keinerlei sichtbare Maßnahmen zur Durchführung bei Absetzung des Polizeipräsidenten Eichhorn getroffen. Er ist zunächst weiter im Amt.
Der „Vorwärts" erklärte, daß im Berliner Polizei-Präsidium unter Eichhorn die Fäden der gesamten Verschwörung gegen die Regierung zusammengelaufen seien.
brachen sehen. (Stürm. Bett.) 87 Ortsgruppe« sind bereits tu Bildung. Anmeldungen für Knaben und Jünglings vom 11 Lebensjahr« an sind zu richten an den Dsuttchnatimml« Iugendbrmd, Berlin SW. H, Dessau« Straß« 89.
Wahlenthaltung der Däne».
Der dänische Wählerveretn für Nord-Schleswig gibt bekannt, datz bi« Dänen Nord-Schleswig» sich an den Wahlen zur Nationalversammlung nicht beteiligen werden, da sie die Abtrennung von Deutschland und bte Wiedervereinigung mit Dänemark al» tatsä^ich geschehe« betrachten.
KMWM eil StieiMi.
verli», 6. Ja«. Nach Mitteilung der Waf- fenstiüstanbskommisston bauert bie systematische Ausweisung bet Elsaß-Lothringer deutscher Abstammung durch die Franzosen an. Nachdem die Zahl der in Freiburg und Umgebung ohne ausreichende Barmittel mtt geringem Gepäck eingetroffenen elsaß-lothringischen Staatsbürger sich bereits aus 1500 belief, folgten nunmehr weitere WO Personen au» Mülhausen. Wie bie Vertriebenen berichten, werben bie deutschen Staatsbürger in Kolmar unb Mülhausen in offenen Lastautomobilen bem Pöbel zur Verhöhnung vorgeführt. Die Vertriebenen mußten alles Barvermögen, Guthaben, Kleidung unb Hausmobiliar au Anordnung bet französischen Offiziere unb Beamten zurück lassen. Sie befinden sich baher in höchster Notlage. >
Arbeitgeber bereit find, bi« rot dem Krieg« bei ihn«? beschäftigten Angestellten sofort wieder zu übernehmen. Tie Mannschaften hielten überall Ordnung und verletzten nirgends bte Achtung. Alles geht jetzt tu Ruh« von statten.
Gestohlene
und unredtfsmöBig erworbene Bekleidungsstücke der Heeresverwaltung schänden den Träger and den deutschen
Namen.
Reidisverweriungsamf, Berlin W. 8. Friedri distr. 66.
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Sie Lin la In Sinarl.
Die Unruhe« in Königshütte.
Die Jäger, bie, wie gemeldet, bei der Abwehr der spartakistischen Ausschreitungen in Kämpfe mit der aufrührerischen Menge geraten sind, gehören bem Marburger Res.-Jägcr-Bat. Nr. 11 an, bas am Sonnabenb einen Aufruf zur Meldung von Freiwilligen in unserer Zeitung veröffentlichte. Die Arbeiter haben bie Abberufung bes Bataillons verlangt. Weiter wirb über bte Vorgänge gemeldet:
Wie bei .Oberschtesische Wanderer" meldet, kam es am Sonnabend abend wieder zu Zusammenstötzen mtt den Marburger Jägern. Die Demonstranten zogen vor das Wachtlokal bet Wachtkompagnie unb setzten sich in ben Besitz der dort befindlichen Gewehre. Es enl- spanaen sich nun Kämpfe um bie Quartier«. Sie Jäger hatten sich darin verschanzt und verteidigten sich mit Maschinengewehren. Es gab dabei drei Verwartete. Einer der Verletzten ist gestorben. In brr Nacht rückte Infanterie und Arttllert« in die Stabt; um 2 Uhr folgten Husaren. Dir Demonstranten begehen auf Entfernung bet Jäger unb droben mit dem Nllgemeivausstand. Die Verhandlungen mtt der Berg- Inspektion find noch nicht wieder ausgenommen worden.
Weiter wird gemeldet: Drei G. schütze find vor der Berginspektton unb mehre« Maschinengewehr« l« dieser unb an ben Straßenecken des Ringes ausgestellt, währenb Kavallerte-Pattouillen die Straßen durchkreuzen. Bei ben nächtlichen Zusammenstötzen sind auch wieder einige Tot« unb mehrere Verletzte p» verzeichnen.
Beuthen, 6. Jan. Heut« vormittag 11 llhr fand tu Kattowttz eine Sitzung be» Zenttalsoldatenratrs für bi« Provinz Schlesien statt, in bet bie Proklamierung bes Standrecht» unb bes Belagerungszustand«» für Königshütte und Lipine beschlossen wurde. In Königshütte herrfcht augenblicklich Ruhe. Fern« beschloß bet Zentralrat für b« Provinz Echtesten wegen bet Unruhen unb der polnischen Bewegung für ben Industriebezirk ein« militärische Zentral« in Kattowttz zu errichte». Lorsttzenber Vies« Zentral« ist Feldwebel H«tsi»g (Beuthen). Jeder Arbeitertat bes Jnbnsttiebeztrks hat einen Delegierten zu dieser Zenttal« zu entsenden. Militärisch« Schutz ist von nun an von dieser Zentrale anzufordern. Für Beaten ist ein Bataillon Soldaten noch al» «etstätknug be- sttmml worden. Außerdem solle« zum Schutz der Poli- zetmannschaften 150 gebient« Unteroffiziere nach Beuthen beordert werben, um bett ben Polizeidienst zu besorgen.
Entgegen bet Nachricht, nach der bte polnisch« v« völketung zu eine« bewaffneten Aufstande narb«reitet wirb unb tn Beuche« Waffe» «hatten haben soll, er- tlätt d« polnische Volks rat in Beuthen, datz biese Rach- ttcht aus Umoahrtzott beruht.
London, 5. Jan. Kürzlich «erbe berichtet, daß unter ben noch Frankreich zutückkehtenben Trappen in Folkestone wegen der Frag« der offiziellen Demobilisation Unruhen ausgebtochen stab. Jetzt fit ein« Konferenz von Autoritäten in der Demobilisierung zu- fammengetteten, um jeden einzelnen Fall zu beraten. Da Unruhen beftlichtet wurden, wurde e» notwendig, den Hafen von Folteston« vorübmgehend als Einfuhrhafen zu schließe».
Sie Nimm.
Engländer iw Kampf gegen Bolschezsiprik. — Auflehnung und Disziplinlosigkeit der deutschen
Truppe, hi der Ukraine.
Berlin, 8. Jan. Amtliche Mitteilung bei Obersten Heeresleitung über unser« Truppen im Osten: Bei Riga haben bie Engländer in die Kämpfe gegen bie Bolschewisten eingegriffen. Zwei Kompagnien bet lettischen Lanbeswehr gingen zn ben Barscher cften über unb würben durch brittsches Arttllerieseuer zur Kapitulation gezwungen. Ein deutscher Panzerzug wurde von Brest-Litowsk nach Powursk abgelaffen, nm die aus der Ukraine ührenden Strecken von Serben zu säubern.
Bei Kobnsca, nordöstlich von Kiew, wurden bol- schewistiche Banden durch deutsche reitend« Jäger zurückgeworfen. Nach einer Meldung bet Heeresgruppe Kiew haben in Auflehnung gegen bie Befehle Truppen bes 22. Reserve-Korps unb bes 27. Referve-Körps, ferner bas Sanbsturm- Znfanterie-Regiment Ri. 9 ihre Posten verlassen. Sie gesShrben bamit bie Lage ihrer weiter rückwärts stehenden Äameraben. Durch bie vielen ohne Befehl fahrenden Transporte wirb bie Räumung bet Ukraine auf bas äußerste erschwert. An ben Umschlagstellen Pinsk, Powursk und Eoloby ist eine Ansammlung von Menschen entstauben, bie nicht genügenb schnell auf bet deut- chen Spur nach Brest-Litowsk atoeföibett werben können. Das von ben Truppen eigenmächtig mit Beschlag belegte rollende Material fehlt an ben Stellen, wo es bringenb gebraucht wirb. Die feit langem gefährdete, seit einigen Monaten o f - en bestehende Disziplinlosigkeit beginnt eine Gefahr für unsere Truppen in der Ukraine zu werden. In Poti (Ostküste bes Schwarzen Meeres) sinb unsere letzten Truppen »erlaben worben. Es bleiben lebiglich General v. Kreß mit seinem Stab, bem Konsulat und einem Lazarett in Tiflis zurück.
UfitsHnertii.
Für Und gegen die bürgerliche Einheitsfront.
Berlin, 6.Ion. I« Abgeordnetenhause tagte gestern bet Reichsbürgrrtag. Erschienen waren etwa 240 Vertreter aus 140 StDten. Dr. Köhler sprach üb« die Aufgaben der Bürgerräte. Die Tagung -i« Bürqe«äte fei als ein Protest gegen bte Herrschaft einer Klasse aufzufassen, ein äh» amrnengehen mit den und S.-Räten empfehle sich «i b« Wahl zur Nationalversammlung nicht. Der ! Umpf mit den Arbeiterräten müsse vielmehr auS- gekämpft toetbflu Die Verquickung bet Interessen »es Bürgertums mit dem Sozialismus bedeute eine Gefahr, e8 müffe ein scharfer Trennungs- rich gegen die Sozialdemokratie gezogen werden.
ebenso zu handeln.
Ein deutschnattoual« Jngendbnnd
,» in Berlin gegründet worden. Gründer ist der kriegs- fiirtbe Kandidat der Staatswissemschaften Bi «big. Anwesend wate« u. a. Graf Westarp, General v. Lochow N»d der ruhmreiche Führer des »Wolf", Fteg--Kap. Perger, mtt tosendem Jubel begrübt R>eg.-Rat Sicht forderte bte Jugend auf, sich zum Biomarckschen Gedanken zu bekennen. Der deutschen Jugend auf den Schlachtfeldern wollten wit nacheifern, nicht der, bte ' §chSl«rrät« bild«. Graf Westarp «klärte, @ tö;
um einen Kampf zwischen Sozialisierung und tndtvt- dueller Wirtschaft. In der Aussprach« wandte sich Fech 1 -Frankfutt entschieden gegenbiegeplantc Einheitsfront des Bürgertums gegenüber der Drzialdemokratte. Ein Teil bet Mehrheitssozialisten werde gern Anschluß an den linken Flügel des Bürgertums suchen. Sozialisierungsexperimente müßten jetzt entschieden zurückgewiesen werden. Ebenso entschiwen aber lchne er es ab, das Bürgertum als grundsätzlichen Gegner jeher Sozialisierung hinzu-
birektor sein. ,,.
London, 4.Jan. Die „Times" verLffenrttcht einen Aufsatz über den Lebensmittelzustand tn Nord-, deutschlano, der von einem Mitglied der Marinekom« miffion in den deutschen Gewässern verfaßt wurde, in bem es u a. heißt: Wenn die Leber.smittelvrchält-
;el(en.
Es wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Bürgerräte treten nachdrücklich für die schleunigste Schaffung und Sicherstellung gesetzmäßiger 8er- hättnisse ein. ©ie lehnen jede einseitig« parteipolitische Vergewaltigung ab, weil eine solche zur kulturellen und wirtschaftlichen Lahmlegung des Reiches und seiner Zukunft führen muß. Sie erachten dir Erhaltung eines arbeitsfreudigen und lebenskräftigen Bürgerstandes für dir wirtschaftliche Gesundung und den kulturellen Auf- Üeg unseres Volkes für unentbehrlich. Der Reichs« bürgcrtag ertoartet von den politischen Parteien ben kraftvollen Schutz deS Bürgertums, vor allem aber empfiehlt a die weitestmögliche Berbiudung >rr bürgerlichen Wahllisten überall da, wo ie der Wahrung b« inneren ReichSeinheit unb der nationalen Interessen nach außen dient."
Als nächster Versammlungsort wurde Leipzig bestimmt.
Sie MWmlM.
Berlin, 6.Jan. Landtagsabg. v. Kardorsf ist in Berlin als Kandidat d« Deutschnattonalen Lolkspartei aufgestellt worden.
Köln,«. Jan. Die Deutsch« attonale Bolksparttt, He Deutsche Volkspattei und das Zentrum (Ehristliche Bolksparfei) werden im Wahlkreis Köln-Aachen ihre Listen verbinden.
. Münster, 6. Jan. Der Vorsitzende de« Kruppschen Direktoriums Geh. Finanzrat Dr. Dngen- berg scheidet aus dem Direktorium der Firma Krupp aus, um in jeder Hinsicht politisch freie Hand zu haben. Er hat eine ihm altgetragene Kandidatur für bie Wahlen zur Nationalversammlunq von der Deutschnationalen Bolksvattei im Bezirk Münster angenommen.
Magdeburg, 6.Jan. Dr.-Jug. Kurt Sorge, bei leitend« Direktor der Krupp-Gruson-Werke ist von der Deutschen Bolkspartei an erster -Aelle als Kan- »idat zur National-V«sammlung für den Wahlbezirk Magdchurg-Anhalt aufgestellt worden.
I« ein« B«sammlung der Demokratischen Pattei «Härte Herr v. Gerlach: Die Sozialdemo- krat-» »dürfen nicht ausgeschaltet werden. Die Deutsche Demokrattsche Pattei müsse ihren Anschluß nach links, nicht nach rechts suchen. Verbundene Listen mit den übrigen bürger- lichen Parteien müßten abgelehnt werden.
Mannheim, 5. Jan. Die Spartakusleute totengten gestern eine Wählerversammlung der Deutsch- Nationalm Bolkspattei und beschädigten Stühle, Tische anb Wandspiegel. Darauf zogen sie zum Geschäfts- gebäube des „Generalanzeigers", drangen in den Hof- raum und schlugen Fensterscheiben ein. Bon der Zerstörung der Maschinen wurde auf Eingreifen be- Jonnenei Elemente Abstand genommen.
«hl demokratisches Bekenntnis.
Herr Justizrat Dr. Jahn in Prenzlau stellt in bet Jtottenallib. Korrefp." folgendes fest: Herr Stein« »eg, bet Kandidat der Demokratischen Partei, hat in b« öffentlichen Versammlung feiner Pattei im hiesigen Schützenhaufe cm Sonntag, ben 29. Dezember, erklärt: Er stehe »u 98 Prozent auf bem Boden der So- jielbemottatle.“ Er bekannte sich sodann zu dem Internationalen Weltbürgertum, hielt sich z. B. in wegwerfender Art Üb« das Gingen unseres schönen Sätet« hnbsllebes „Deutschland, Deutschland übet alles" auf nxb «klärte, „es gebe keine nationalen stntetfchlede mehr!" Herr R-chtsamoatt Unger als Vorsitzender der Versammlung billigt« ausdrück- kich bi« gesamten Stelnwegfchen Ausfühtungm unb betont«: „Die Demokratisch« Partei führe ben jetzigen Wahlkampf gegen rechts!" Auf ben erstaunten Zuruf, ob « „links" gemeint hätte, «widerte et unter bem Beifall bet anwesenden Sozialdemokraten: „Stan, gegen rechts!" — Die Demokratische Partei will also nichts von dem Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien wissen, bet doch so bringend erforderlich ist.
Sterben die Landfrauen unb «äbchrn wühlen?
«in« Pfattftau au» bem Oderbruch schreibt bet >x8gl. R." u. a.: Von ben Anhängerinnen b« roten Partei In ben StSbten wird keine auf ihr „Recht zu wählen" verzichten, ab« auf dem Lande bin ich ein« gtvtzm Abneigung unb Trägheit tn bleiern Punkte begegnet. „Ach, wir wohnen so weit twm Dorfe ob wir können nicht tornmen“, ob« „Mutter ist 70 Jichr« alt; bie 'sagt, sie hat noch itte gewählt", ober „wir können all« nicht vom Hofe fort". Bitte solche Antworten bekam ich. Mancher hat sich auch eine sehr große Mutlosigkeit bemächtigt bah boch alle» »et. gebens sei! Run geben vom 27. Dezember ad meine Dnhter unb sechs junge Mädchen bte ich gewonnen habe um Kau» zu Haus unb „klären auf" laben zunächst zu einem Familteimbend ein, den wir acht Tag« vor ben Wahlen abhalten. Drei Tage vor bem 19. Januar foU len sich diese Sänge tn jede Familie wlebetholen und ebenso vor ben Wahlen zum preußischen Lanbtage. von Flugblättern verspreche ich mtt au» Erfahrung viel weniger Erfolg, sie werden »erlegt ober #on ben Kindern zerrissen. Vielleicht geben diese Zeile« man- ch« Gutsfrau, Pfarrer- ob« Lehrersgattin Anregung,
SEtt MSMtt«.
Berit», 6. Jan. Die 800 Mann stark« Bewachung des Gefangenenlag«» Dytotz btt Wustermark hat sich d« Kantinenkaffe mit 6000 X Inhalt bemächtigt unb sie unter bte Mannschaft verteilt. Die Bewachungsmannschaft, deren aufrührerische Absichten bereits seit einigen Tagen bemerkt wurden, sollt« von Front» truppen abgelöst werden. Bevor dies geschehen konnte, hatten sie sich d« Kaffe schon bemächtigt. Die Kom- mandanturkaste, die etwa 60 000 X Bargeld enthielt, konnte rechtzeitig tn Sicherheit gebracht werden. Ein Vortrupp, bei zur Verstärkung aus bet Spanbauer Garnison mit feldmarschmäßiger Ausrüstung nach bem Gefangenenlager abrückt«, ist, nachdem er von bet revoltierenden Truppe mit Hurra empfangen wurde, vollzählig zu ihr übergetreten.
PatiS, 6. Jan. (Havas.) Det „Matin" bet» nimmt daß die Großherzogin Marie Adelheid für ihr 8olk „unerwünscht ist, und daß sie nicht mcht lange in Sinembutg bleiben wird.
Paris, 6. Jan. Wie das „Journal deS Dubais" berichtet, teilte bte neue Regierung in Belgrad d«n Re- jterungen der Entente und der Neutralen mit, daß bas serbische Königreich zu einem vereinigten König- rttche bet Serben, Kroaten unb Novenen umgewan- bdt wurde.
Washington, 4. Ja». (Reuter.) Wilson s»r- dert« den Kongreß auf, 100 Millionen Dollar zur Lin» betung b« Hungersnot, an der Europa, leidet, zu bewillige«. Wie »«lautet, wird das Geld hauptsächlich zur Hmbttschaffung von Lebensmitteln nach Teile« Westrußlands, nach Polen und Oest«retch-Ungarn »et« wendet.
Sie Braunschweiger Regierung gegen M< Nationalversammlung.
Braunschweig, 6. Jan. Die Landesversamm» lung b« A.« und S.-Räke forbert alle Arbeiter- unb S.-Räte bes Reiches auf, bie politische Macht-fest in ben Händen zu behalten, bis bie Revolution tn ihren letzte» Zielen gesichett ist. Sie A- unb S.-Räte bStf. ten unter keinen llmstänben bie Macht an bie Nationalversammlung übertragen. Diese könne nut ein Organ zur Demokratisierung unb Sozialisierung des Reiches sein. Erweise sie sich dazu als unfähig, s» haben bie A.- und S.-Räte bte Sozialisierung unb Demokratisierung burchzuführen. Präsident SÄerges fagte in der Aussprache über die Wahlen zur Nationalversammlung: Wir hier tn Braunschweig haben unter keinen Umständen die Absicht, in bem Augenblick, wo bie Nationalversammlung Zusammentritt, unsere Tätigkeit als A.- unb S.«Räte aufzugeben. Wir werden alle» tun, um bte Festlegung bes kapitalistischen Svstems, bie Nationalversammlung, wieder so schnell wt« möglich von bet Bilbfläche verschwinden zu lassen. Wenn vnsucht wirb, das Volk burch bie Nationalversammlung roieber in bas kapitalistische Joch zu zwingen, so bleibt nichts anberes übrig, als das Volk noch einmal aufzurufen. Wenn bte Nationalverfammlung uns nicht gefällt — unb bas wird sie nicht, da sie eine tepitalisttlche Hochburg ist —, so bleibt uns nichts e d««s übrig, als sie »on Innen unb von außen zu zerschmettern. D« A.« und S-Rat pro» tcftiett fern« gegen bie „Entsendung eines Heere» gegen bie russische Republik" unb beschließt, daß au» dem irauns^oeiglscheu Lande kein einziger Mann sich zu solchem Zweck anwerben lassen darf. Solche, dl« sich trotzdem anwerben lassen, sind als Landesverräter zn verhaften unb vor das Standgericht zu stellen.
Räuber- KnS Einbreih'erbanbe vor dem hiesigen GerichtSgefängniS zufammengeschart, mn ihren »ort ht Untersnichnng befindlichen Häuptling zu be- reien. Die Sttolche gaben eine Anzahl Schüsse ab und töteten dabei den Hilfspolizeibeamten Dem- binfH durch einen Schuß ins Herz. Die Bande ent» loh^ als sie ben Beamten zusammenbrechen sah.
Die Fliegerstatto" Lawica besetzt.
P o s e n, 5. Jan. Heute früh 7 llhr wurde die rliegeiftation von Lawica bei Posen von pölni- chen Soldaten erstürmt. Di« Angreifer warvn ingefähr 3000 Mann stark und hatten 12 Feldge- chütze und 40 Maschinengewehre. Es entspann sich ein heftiger Feuerkampf. Die Kaserne erhielt mehrere Dolltteffer; bie Besatzung, gegen 100 Mann, ist gefangen genommen worden und soll von Posen abtransportiert werden. Alle Flugzeuge unb das übrige Material fielen in bie Hände der Polen. Beiderseits gab es Tote und Verwundete. Der Magistrat gibt bekannt, baß ber Eisenbahnverkehr von Oberschlesien nach bem Eisenbahndirektionsbezirk Posen amtlich gesperrt ist. Damit ist die Kohlenzufuhr abgeschnitten.
Brutschen und Mrs ersitz in polnisch« Hand.
Berlin, 6.Ja«. Am SamStag abend ist rS z« ’jeftigen Kämpfen zwischen den Polen tmb den deutschen Truppen in b« Stadt Britischen gekommen. Die Stadt wurde schlikAich von den Polen be- etzt, während sich die deutschen Truppen auf den ' iahnhof zurückzogen und ihn verteidigten. Da bie Polen gegen sie m den festen Gebäuden mit Maschinengewehren nichts auSrichten konnten, ließen sie tm Lause des Abends Attillerie herankommen und nahmen ben Bahnhof unter Feuer. Die deutschen Truppen erwid«ten das Fen«, und es entwickelte sich ein Arttllerirkampf, der jedoch zugunsten der Polen verlaufen dürfte, da 15 polnischen Geschützen nur zwei deutsche gegenüberstchen. Am Sonntag bet» achten die Polen nochmals einen Sturm auf den Bahnhof, wurden aber wiederum abgttoitftn. Der Bahnverkehr nach Posen ist unterbrochen. Die Züge von Berlin verkehren nut bis Schwibus. Rach einer Meldung vom Samstag abend soll sich auch M e s e r i tz in ben Händen der Polen befinden. Es ist am Freitag von etwa 8000 Polen eingeschlossen worden nnb fiel am Sonntag in polnische Hand.