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Die preußische Regierung gegen bie hohen

führt.

Sie Japaner in Sibirien.

Louden, 4. Jan.Daily Ermeß" meldet au» Tokio: $o» Kriegsministerium gibt bk Zu rück- iehung von 84 000 Mann japanischer Truppen aus Sibirien bekannt und erklärt, daß Japan beabfichtige, feine in Sibirien stehenden Truppen auf da- geringft« mögliche Maße zu beschränke«.

Die Bolschewisten in Riga.

Berlin, 4. Ian. Wie demTagblatt" aus Ritau gemeldet wird, ist das Deutsche Theater in Riga am Donerstag das Opfer einer örtlichen bol- chewistischen Braildstiftung geworden. Da die Feuerwehr nicht eingriff, ist das stattliche Haus völlig niedergebrannt. Es sollen auch Straßenkämpfe stattgefunden haben. Wie ver­lautet, »erwenden die Bolschewisten in Estland 7000 Chinesen, die rauben, brennen und morden.

London, 4. Jan. Reuter erfährt, daß die englischen Seestrettkräste infolge der Eisverhält- nisse aus gewissen Teilen der Ostsee zurück­gezogen würden.

Vorbereitungen zur Proklamation der irischen Republik.

B a s e l, 8. Jan. Wie derSecolo" aus Lon­don meldet, haben die neugewählten 75 Sinnfeiner in Verbindung ir." bei irischen Arbeiterpartei in Dublin Borbereit Ui.gen für die Proklamation der Republik in Irland getroffen.

Keine Abtretung Gibraltar« an Spanien.

Bafel, 5. Jan. Nach Madrider "Informa­tionen hat das Ergebnis der Pariser Reise des spanischen Ministerpräsidenten Grafen Romanones Enttäuschung hervorgerufen. Romanone» ver­suchte in Paris durch Zugeständnisse Spaniens in Marokko die Rückgabe von Gibraltar an Spanien zu erlangen. Wie manhört, hat England die Er­füllung diese» Wunsches abgelehn».

Marburr rmtz UmgegE

Marburg, 6. Januar.

* Mehr Ordnung. Gestern abend raste von der Elisabethstratze herkommend ein mit einem Schim­mel bespanntes und mit Uniform tragenden jungen Leuten besetztes Fuhrwerk den Wehrdaerweg ent­lang und direkt in den dortigen Mühlenhof. Als es da nicht weiter ging, wurden Pferd und Wagen unter großem Lärm wieder auf die Straße beför­dert, und dann ging t'.r Fahrt weiter. Anscheinend war das Tier schon matt, denn es wollte nicht mehr ziehen.

Festgenommen wurde ein von früher her wegen seiner Schwindeleien hier gut bekannter Mann, der in der Eisenbahn sich so rabiat benahm, daß er von der Fahrt ausgeschlossen werden mußte.

Unfall. Es ist ein Wunder, daß an der so beleb­ten Ecke Rudophsplatz-Am Grün der Truppendurch­marsch sich so glatt vollzog. Am Sonnabend früh, al» ich dort die Straßenbahn und eine Auto kreuzten und zugleich ein Reiter des Weges kam, scheute das Pferd und zertrümmerte dabei die große Spiegelscheibe des Derfch'schen Geschäfts. Der Reiter zog fich eine Ver­letzung am Kopfe zu, auch das Pferd erlitt Schramm», wunden.

* Goldene Hochzeit begingen gestern die Eheleute Gymnafialdirektor a. $. Geh. Reg.-Rat Dr. Paulus und Gemahlin.

Eine Soldatenkundgebung. Am Sonnabend fand eine öffentliche Soldatenversammlung statt, in bet ein Mitglied des Heimatschußes, Herr Reitze au» Berlin, einen Dorttag hielt und die Soldaten ermahnte, ht rastloser Arbeit bei dem Aufbau des Ctaatts zu wirke« und geordnete Zustande herbeiführen zu helfen. Eine Anzahl Dersammlungsbefucher veranftaltettn dann einen Umzug durch die Stadt. Einige Teilnehmer trugen Tafeln mit der Aufschrift:Für die soziale Re­publik und die Regierung Ebert-Echeidemann.

* Bon den Westmächten wird damit gedroht, daß das Reich für das Abhandenkommen und die Ver­schleuderung von Heeresgrtt haftbar gemacht werden wird. Die feindliche Presse versteigt pH sogar zu der Behauptung, daß die Regierung abfichtlich große Heererläger von Waffen, Munitton und sonstige« Heeresgut aller Art bet Plünderung überliefert hätte. Dem muß mit aller Entschiedenheit durch die Tat ent- gegen getreten werden, und deshalb verlangt auch heut« wieder da» Reichsverwettungsamt die sofortige Ab­lieferung von Heeresgut bei den zuständigen Behörden, um dadurch den Ftteden zu beschleunigen.

Die Doppelveranstaltung in den Stadtsälen am gestrigen Abend hatte das Haus bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Mufik-Darbietungen^ meist aus Operetten, unter Leitung des Herrn Obermufikmeisters Ander», der gleichzeitig am Klavier fich recht wirkungsvoll betätigte, fanden sehr freudigen BeifaL. Bei der im übrigen guten Besetzung de» Streichorchesters vermißte man zuweilen ein führendes Instrument, etwa Trom­pete. Warum di« Mufik vor und nicht auf der Bühne faß, bleibt unverständlich, zumal der Ge­dankenleser Bary dadurch in seinen Dorführun- gen in keiner Weise beeinträchtigt worden wäre. Herr Baryarbeitet" in derselben Weise wieder Mann mit dem sechsten Sinn", Labero, der vor etwa einem halben Jahr hier auftrat. Es sttht wohl außer Zweifel, daß Herr Bary befähigt i,t, Gedanken anderer Menschen in fich aufzunehmen, wenngleich einiges nicht ganz klappte und vielfach Kopffchütteln begegnete.

Heater, Konzerte, Verf«MWl»ngen ns».

Deutsche Bolkspartei. Heute abend 8 Uhr spricht in den Stadtsülen Geheimrat Ri eher, Vorsitzender

Räumung Wilna».

Berlin, 4. Jan. Am 4. Januar ist Wilna von deutschen Truppen geräumt worden. Die Litauer haben um Waffen ersucht, um sich gegen anrückende Bolschewisten verteidigen zu können. Die litauische Re­gierung hat Wilna verlasien und ist am 3. Januar in Kowno etngetroffen. Die Polen haben Besitz von Wilna ergriffen. Verhandlungen zwischen Polen und Litauern über gemeinsame Verteidigung bet Stadt gegen die Bolschewisten haben zu keinem Ergebnis ge-

Sofortige Ablieferung von

Heeresgut

bei den ziiffändigen Behörden beschleunigt den Frieden.

Reichsvenverlungsaml, Berlin W. 8. Frledrichstr. 66.

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Berkin, 3. Jan. Die Löhne erreichten in neuester *tt auf Drängen bet Arbeiter vielerorts eine Höhe, eten wettere Steigerung nicht mehr mit bet herr­schenden Teuerung gerechtfertigt werden kann. Zu solchen Löhnen kann ein« nutzbringende Arbeit nicht mehr geleistet werden, vielmehr muß da» gesamte Wirtschaftsleben zum Erliegen kommen. Dadurch aber würde ein Elend entstehen, unter dem die Ar­beiterschaft selbst am meisten leiden würde. Die preu­ßische Regierung sah fich daher veranlaßt, eine Verord­nung zu erlassen, in der es heißt: Die Lohnbewegung un­ter der Arbeiterschaft nahm in letzter Zeit nach Att und Umfang eine Entwicklung an, die die schwersten Befürchtungen erwecken und roeite Gebiete der ® fiter« erjengung zum Erlieaen bringen muß. Die beklagens­werte, aber unvermeidliche Folge davon kann nur 8t» beitslofigkett, Hunger und Elend fein. W-der der Be-gbau, die Eisenbahn noch alle übrigen Staatsbe- ttiebe können e» längere Zett ertragen, daß ihre Aus­gaben die Einnahmen übersteigen. Diese Gefahr ist aber bereite in bedrohlichem Maste ehtgetreten. Es wird deshalb zur gebieterischen Pflicht der Staats­regierung, dem Anwachsen der fiobnausgaben über das Maß bee Erträglich« mit Festigkeit entgegen,n. trete«.

und treu." _ ,

Bakel, 4. Jan.Daily Mail" meldet aus Stock­holm: Im Petersburger Sowjet wurde von dem volks- beauftragten für Petersburg bekannt gegeben, man hoffe bis spätestens März auf den Sieg des Boi« in Deutschland. Da» russische

6*e MdIWI.

Berlin, 4. Jan. Prinz August Wilhelm von Preußen ist in den Dienst der BenL-Automobil-Ge-

RattonalvermSgea steh« den deutschen Kommunisten für ihr« Propaganda ohne Einschränkung ptt Der- fügung.

Rotterdam, 3. Jan.Daily Mail" meldet: Das Kabinett hat die Einbringung einet Vermögens- und Kriegsgewinnsteuer beschlossen. Die Vermögen werden mtt 40 Prozent und die Kriegsgewinne mit 90 Prozent herangezogen werden. An eine große Kriegsentschädi­gung, die von Deutschand in bar gezahlt werden könnte, glaubt man nicht mehr. Aber vlefleicht durch Lieferung von Kohlen und Gewinnabgaben der Berg- werke und Jndusiriehettiebe.

Bern, 4. Jan. Ein telegraphischer Bericht des Marineministers benachrichtigt die Marinebehörden von Toulon und den übrigen französischen Häfen, daß in den nächsten Tagen deutsche Schiffe mit deut­schen Besatzungen an Bord in den französischen Häfen einlaufen würden. Die Schiffe führen unter der Flagge des interalliierten Komitees für Seetransporte und batten an Lord eine ftanzöfifche ober interallii tte Ueherwachungsmannschast. Einige österreichisch - un­garische Schiffe sinb fetzt schon von den Verbündeten in Vettieb genommen worden.

London, 4. Jan. Reuter meldet ait3 Washing­ton, daß Admiral Redm an, der den Befehl über die amerikanische Schlachtflotte in der Nordsee führte, in der Marinekommission des Repräsentantenhauses dazu riet alle übergebenen großen Schiffe der deutschen Marine zu vernichten. Er er- klärte, daß man die deutschen Schisse nicht brauche, da die Typen von benen der verbündeten Länder ab­weichen, sodaß die Instandhaltung der Schiffe Geld­verschwendung bedeuten würde.

Amsterdam, 4.Jan. Rach einet Radio-Mel­dung teilte Marinesekretär Daniels mit, daß die ameri­kanische Flotte diesen Sommer, um ihren Weltein- l u tz z» erhalten, in eine atlantische und eine Pazifik- Flotte geteilt wird, die gemeinsame Manöver abhal­ten werden.

Pari», 4. Jan. sHavas.) Marschall Fach wird am 13. Januar aus Spaa in Pari» eintreffen.

S.-Rai eine KonkrolflEmisfion zur Born ahme von ; Stichproben ernannt

Die Vereinigung des hiesigen Ersatz-Bataillons mit dem akttven 11. Jäger-Bataillon hat in diesen Tagen stattgefunden. Zu gleicher Zeit ist auch der Soldaten- . rat, aus dem inzwischen viele Mitglieder infolge Ent- : lasfung ausgeschieden waren, durch Neuwahl aus An­gehörigen des aktiven 11. Jäger-Bataillons ergänzt und vermehrt worden. An die Stelle des entlassenen Herrn ' Erdenberger, der bisher stellvertretender Vorsitzender > >es A.- und S.-Rates war, ist Herr Rösler, Vertretet >er Arbeiterschaft, getreten.

Auch auf die anonymen Zuschriften, die fortae- Ht bei dem R.- und S.-Rat einlaufen, sei an dieser ; Stelle noch einmal hingewiesen. Wir können den Leuten, die nicht den Mut haben, ihre Beschwerden mit ihren Namen zu zeichnen, nicht das Vertrauen chenken, daß ihre Angaben auf Wahrheit beruhen. Um einen Mißstand gründlich zu beseitigen, bedürfen wir jederzeit der Zeugeuschast. Wer also nicht den Mut hat, für seine Aussagen zu bürgen, dessen Be- chwerden können feine Berücksichtigung finden. Noch törichter ist es, Beschwerden ohne Namensnennung der Missetäter einzureichen, da hier erst recht dem A.- und S.-Rat jeder Anhaltspunkt zum Eingreifen fehlt.

Der 8L- und S.-Rctt Marburg.

$ft MW MtzM.

Berlin, 4. Jan. Die deutsche Wafienstillstands- kommission teilt mit: Nach einer Mitteilung des Oberkommandos der Verbündeten ist der Handels­verkehr zwischen Holland und den besetzten Rhein­landen unter Vorbehalt der Anwendung des Zolltarifes rei. Die deutsch-holländische Grenze ist offen. Die belgischen Behörden werden jedoch eine Aufsicht auS- üben, nm sich dadurch die genaueste Kenntnis der nach beiden Richtungen hin erfolgenden Sendungen zu verschaffen und um spättr alte zweckmäßigen Maß­nahmen vorzuschlagen.

Marschall Fach teilt mit, dass für die Wahlen zu i>en Landesvertretungen der deutschen Bundesstaaten, von denen Gebietsteile besetzt sind, die gleichen Er- leichttrungen wie für die Wahlen zur Nationalver- ämmlung gelten. ES ist der Wiuisch Fochs, die Wahl- geschäfte in den besetzten Gebieten, wenn sie nur die Errichtung von Landtagen bezwecken, in weitestgehen­dem Maße zu erleichtern.

Berlin, 4. Jan. Di« belgische Zensur streicht in den deutschen Zeitungen jeden Satz, bet bte Stärkung bee deutschen Einheitsgebanken» betont. Eie fördert dagegen bi« Werbearbeit für eine besonbere rheinisch- westfälische Republik, ober streicht jeden Himvei, da­rauf, daß diese Republik nur im Anschluffe an das Deutsche Reich gegründet werben soll. Sie läßt e» nicht zu, daß Wiffon al» Wlkeroersöhner dargestellt wird; sie verbietet sogar jede Mitteilung darfiber, daß Wilson fich gegen jede Gewaltpolitik >mb Annexion ausge­sprochen hat.

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Die Friebensbebingungen werben bittiert.

B e r l i n, 4. Jan.Progrtzs de Lyon" meldet aus Paris, daß die Beratung des Präliminarver­trages Ende nächster Woche in Angriff genommen wird. Das Blatt bestätigt, daß die Vertreter Deutschlands n i ch t zu den Beratungen zugelaffen werden. Die Friedensbedingungen würden von den Verbündeten erörtert und fest gestellt. Deutschland «nd seine früheren Bundesgeneffen würden aufgefordert, sie anzunehmen. Nach der Feststellung und Unterzeichnnng des Prälimi­narvertrages würden die Verhaniflungen über den endgültigen Frieden beginnen.

Die deutsche« Luftschiff«»

Bern, 4. Jan. DerMarin" verlangt die Herausgabe der Zeppeline von Deutschland im Friedensvertrage. Die neuesten deutschen Zeppe­line könnten jetzt stündlich 90 Kim. zurücklegen und für 100 Stunden Brennstoff an Bord führen. Die Luftschiffe könnten 9000 Kilometer ohne Zwischen­landung zurücklegen und somkt bequem von Ham­burg nach Newyork fahren. Die Entente könne die Verwirklichung eines solchen Projekts, das Deutsch­land einen Vorteil in der Beherrschung der Luft und auf wirtschaftlichem Gebiete zufichere, nicht zu- laffen. v

Pari», 4. Jan. (Havas.) DasEcho de Paris" sagt bezüglich der Uebergabe der Zeppeline auf Grund der Wasenstillstandsbedingungen, daß diese wahrscheinlich durch eigenes Personal nach England und Frankreich gefahren werden.

nicht zuließen.

Hamburg, 4. Jan. Die für heute angefetzte , Vollversammlung aller Soldatenräte in Hamburg- Altona und Umgebung zwecks Einigung unter den drei - tozialistischen Richtungen verlief in größter Erregung. 1 Ru einer Beschlußfassung kam es infolgedessen nicht. Nach mchrstündigen heftigen gegenseitigen Anfeindun­gen gingen die Versammelten ohne Ergebnrs auseinander. _ .

Dresden, S. Jan. DerDresdner Anzeiger" mel­det au» zuverlässiger Ouelle, daß die Wenden einen eigenen Qderlausitzer Freistaat gründen wollen. Sie ! Verhandeln darüber mit dem Verband, und es soll , I6eee »tu eigen« Vertreter auf dem Friedenskongreß if ch e w i» m u e

des Hansabundes.

Frau en Versammlung der Deutschnationalen Volk»« partei. Wir werben gebeten darauf aufmerksam zu machen, das bte Deutschnational« Volkspartei auf Dienstag, den 7., abends 8% Uhr, im Gasthaus Lederer, Reitgaffe, nicht nur ihre weiblichen Mit- glichet zur Frauenversammlung einlädt, sondern auch die anderen Frauen und Mädchen Marburg» aller Stände, die zwar nW Mitglieder aber doch Ge. sinnungsfreunde dieser Partei find. Es soll eine frei« Aussprache über bte Stellung der Partei zu den wich- tigften Fragen, bte die Frauen besonders angehen, itattfmben und die Unterschiede der Partei von Sterne- kratie und Sozialdemokratie klargelegt werden.

* Deutsche Demokratische Partei. Dienstag abend 8 Uhr spricht in den Etadtsälen Bürgermeister Luppe- Frankfurt, der auf der Kandidatenliste für Hessen. Raffau steht. Siehe Anzeigenteil.

volkstümlicher Vortragsabend. Auf die morgen Dienstag abend 8 Uhr im Saale des Kaffee Quentin stattfindenden Vorträge unsere« beliebten heimischen Künstlers, Herrn Philipp Ströbel, wirb einmal hingewiefen.

Der Landwirtschaftliche Verein hält am nächsten Sonnabend im Ledererffchen Saale seine erst« dies­jährige Winterversammlung ab.

(!) Ockershaufen, b.Jan. Gestern und heute fanden hier drei gut besuchte politische Versammlungen statt. Eine besonders eifrige Aussprache entwickelte sich in der heutigen Versammlung, in der über Tren­nung von Staat und Kirche gesprochen wurde.

:: Hachborn, 4.Jan. Als im letzten Somnietz aus unseren» Kirchlein auch die zweite Glocke abgenonir

$it km In Seit.

Braunschweig, 6. Jan. Hier wurde «ine revolutionäre Gegenverschwörung entdeckt, die unter Führung von Offizieren und attiven Feld­webeln die Kasernen stürmen und den A.- und S.-Rat absetzen wollte. Di« Leiter der Gegen­revolution wurden verhaftet. Zwei Zahlmeister hier garnisonierenber Trupp«nteile find mit etwa 840 000 Jl geflohen.

Stuttgart, 4. Jan. Bon militärischer Seite wird mitgeteilt: Am Samstag morgen hat auf dem Schlotzplatz eine Soldatenversammlung statt- gefnnben, in deren Verlauf vor dem Direktion^- gebäude der Straßenbahn demonstriert und der Fünfpfenuig-Tarif für MiNtärpersonen wieder durchgedriickt wurde. Danach begab fich die Menge vor das Kriegsministerium, wo Herr Schreiner sprach. Seine Rede wurde mit Bravo-Rufen aus­genommen. Die Erwiderungsrede des Leiters des Kriegswesens hatte keinen Erfolg, denn die Menge, überwiegend in Uniform, drang in das Gebäude ein, erbrach die Schränke, wo die Mo­dellgewehre aufbewahrt waren, zerbrach diese bezw. nahm sie mit, schlug Türen ein und ritz den Offizieren die Achselstücke herunter. Mit dem versprechen bald wiede-znkommen, entfernte fich der Besuch. Eine der in einem vorher ausgeteilten Aufruf ausgesprochene Forderung galt der Ent­fernung der Offiziere. Der Soldaten- und Arbeiterrat, an seiner Spitze der Leiter des Kriegswesens, waren m a cb 11 o ».

Berlin, 4. Jan. Ein Teil bet Weinhäuser hat den Kellnern ein festes monatliche, Gehalt von 1000 JH bewilligt.

Berlin, 4. Jan. DieDeutsche Allg. Ztg." mel- Vet, baß nach Informationen der Reichsregierung Ra- brk Berlin verlassen habe und baß von einer Amvesenhett Joffes in Berlin nichts bekannt sei.

Bemerkenswert ist folgend« Zuschrift, bie bi«Boss. Ztg." erhalten hat: Eine starke Minberheit bet Ma- tinebivision wünschen, da fie keine Tagebiebe find, Verwendung im Ostgrenzschutz. Die Führer be­kämpfen aber diesen Wunsch Mr bitten die

Zeitungen um Unterstützung unsere» Gedanken». Ma­ltosen auf nach Posens

Königsberg, 3. Jan. Der hier weilend« Land wittschastsministet Braun äußette fich: Mit Polen wären wir heute nicht soweit, wenn wir militärisch ein- gegriffen hätten, was bie Unabhängige» aber

A«s dem A.- «. K.-Kat.

Vor kurzem ging die Mitteilung durch die hiesige Presse, daß der Stadt Marburg allein 23000 Zentner Kartoffeln fehlten. Es ist als unverantwortlich zu be­zeichnen, daß in dieser gewitterschwülen, erregbaren Zeitz solche beunruhigende Alarmnachrichten von be­rufener Seite bet Stadtverwaltung in die Oesfentlichkeit geschleudert werden, ohne deren Folgen zu bedenken. Jeder Leser mußte in diesem Falle annehmen, daß für den augenblicklichen Bedarf der Stadt diese ungeheuren Summen an Kartoffeln aus sielen. Das ist durchaus nicht richtig. 68 besteht fein Grund zu irgend welchen Befürchtungen. Die 23 000 Zentner Kartoffeln sind der Restbestand, den der Kreis Marburg bis zum Ende des lausenden BerpflegungSjahreS, d. h. bis August 1919, der hiesigen Stadt noch zu liefern hat. Und wie die Kreisverwaltung mitteiltz sind im hiesigen KreiS noch genügend Vorräte vorhanden. Daß diese zu liefernden Kartoffeln bis jetzt der Stadt noch nicht zngesührt wurden, hat seinen Grund einmal in der großen Einquartierung auf dem Lande und dem Man­gel an Zufuhr- und Transportmöglichkeiten, sodann aber auch in dem Umstand, daß die Bestandsaus­nahme in den Gemeinden noch nicht abgeschloffen sind. Da sich einzelne Gemeinden geweigert haben, die fest­gesetzten Summen zu liefern, ist angeordnet worden, daß die Bestandsaufnahmen unter Aussicht der ört­lichen Unterausschüsse, der Arbefter- und Bauernräte, stattzusinden haben. Außerdem hat der hiesige A.» und

Berkin, 4. Jan. Die Wahlvorschläg« zu den preußisch en Wahlen find spätesten» am 11. Januar beim Wablkommiffar einzureichen.

Wie berichtet wirb, hal»:n sich iw Wahlbezirk Arns­berg bi« Deutschnationale Volkspattei und bie Deutsche Volspattei dahin geeinigt, daß beide Parteien «ine gemeinsame Liste für beide Wahlen einreichen. Diese Liste wird mit der des Zentrum» verbunden werden. Sie Demokratisch« Partei hat ein Zusammen­gehen mit den bürgerlichen Parteien abgelehnt.

Merseburg, 4. Jan. Der Vorstand des Lan­desverbandes Merseburg der Deutschnationalen VolkS- partei hat für den Dahlbezirk Merseburg zur National­versammlung an erster Stelle Staatsminister Gras v. Posadowsky ausgestellt.

sellschast eingetteten.

Der Vorsitzende de» v. Kl« ist scheu Familtonver- bandes gibt in derD. Tagesztg." die Namen der im Krieg« gefallenen 16 Familienmitglieder bekannt (da­runter 2 Generäle) und sagt dazu:Sie find glück- I i ch zu preisen, denn fie dursten noch glauben, daß das Wort zur Wahrheit werden würde:Rimmer wird das Reich zerstöret, wenn Ihr einig seid

Danzig, 8. Jan. See Ausstand der Danzig«tpgeftartK* werden. Sx den herrischen Rationalwahlen Lahnarbeiter ist beigelegt worden. Die Regierung sollen bte Wenden sich nicht beteiligen. Es han- -hat bte Forderung der Arbeiter bewilligt. delt fich em höchstens 70 000 Einwohner!

Blutige Zusammenstöße in KSnigshStte. t Königshütte, 4. Jan. Wie derOSerfchl. Kurier" meldet, kam es gestern nachmittag vor dem Gebäude der Derginspektion zu einem Zusammen­stoß zwischen ausständigen Bergarbeitern und Mi­litär. In dem Gebäude der Berginspektion war ein Maschinengewehr aufgestellt. Al» einige junge Burschen den Zaun übersteigen und anschei­nend die Wache angreifen wollten, wurden aus dem Maschinengewehr zunächst Alarmschüffe abge­geben. Ein junger Bursche wollte mit dem Revol­ver auf das Fenster schießen, in dem fich das Ma- schinengewehrfeuer befand, worauf die Wache mit Maschinengewehrfeuer antwortete. Rach den bis­herigen Zusammenstellungen wurden 16 Per­sonen getötet und 21 verletzt.

Weiter wird gemeldet: Die Belegschaft der fis- sttlischenKönigsbütte" trat in den Ausstand. Die aufrührerischen Mafien fordern vor allen Dingen die sofortige Entfernung der Truppen aus Königshütte. Auf dem Wege zu dem Gebäude der Derginspektion stellten sich Polizeibeamte der Menge entgegen; fie wurden mißhandelt und teil­weise entwaffnet. Die Mafie verlangte den Zutritt iu dem Verwaltungsgebäude, das eine Abteilung Jäger besetzt hielt. Diese machten den Leuten klar, daß fie nur in Form einer Abordnung Zutritt erlangen könnten. Die Vorstellungen blieben er­folglos, es kam zu dem gemeldeten Zusammenstoß. Abends wurde der Belagerungszustand Über Königshütte verhängt. Die Ruhe war um diese Zeit noch nicht wieder hergestellt.

Freiwilliger Tod eine» vergbeamten.

Kattowitz, 4. Jan. Bergrat Jokisch ist frei­willig aus dem Leben geschieden. Er hat diesen Schritt In folgendem Schriftstück begründet:

An die oberschlefisrben Berg- «nd Küttenleute. stachdem wir uns vergeblich bemüht haben, Euch durch Wort« zu belehren, hab« ich mich entschlossen, es durch eine Tat zu versuchen. Ich will sterben, um Euch zu beweisen, daß die Sorgen, die Ihr Über unser beneid» te» Dasein verhängt, schlimmer find al» der Tod. Wohlgemertt: ich opfere mein Leben, um Euch darüber pi belehren, daß Ihr Unmögliches fordert. Die ßebre, die ich Euch aus dem Grabe zurufe, lautet: Ihr mißhandelt und vertreibtCEueeBeamten.Ihr braucht ste und findet leine anderen, die bereit sein würden. Mtt Wahnsinnigen zu arbeiten. Ihr braucht fie. weil Ihr den Betrieb ohne fie nicht führen könnt. Pehlen die Leiter, dann erliegt der Betrieb, und Ihr müßt verhungera, mtt Euch Cure Frauen, Eure Kinder und tzunderftausende unschuldiger Biiraer. Di" «indringliche Mahnung, die ich an Euch richt«, ruft Euch zu eifriger Arbeit. Rur w-nn Jbr mehr ar­beitet al» vor dem Krieg und Eure Ansvrüche be­scheidener werden, könnt Ihr auf Zufluß von Lebensmitteln und auf erträgliche Preis« rechnen. Da ich für Euch in den Tod gegangen bin, schützt nein« Frau und meine lieben Kinder und helft ihnen, nenn sie durch Eure Torheit in Rot geraten.

Borfigwerk, L Januar 1919. Jokisch.

Seiber wirb auch diese opfervolle Tat vergeben» sein.