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Tageszeitung für (das früher kurheffifchej Oberhessen

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DieOberbess' lch « Zeitvna" erscheint lrchsmol mSchentllch. Sirr Bezugspreis beträgt »iertelf. bnich die Post (ohne Bestellaeld), 8.75 X. m der Stadt Marburg frei in* Hau* 3.75, bei unirren Zritungrftrllen auf de« Lande 3,6) X. Verlag »an Dr C. Hitzerath. Markt 21/23. Fernlar.LS.

Marburg

Montag, 6. Januar

Der >nrei aen»rria beträgt fit Me Seele. Zeile 30 4; amtlich«, ««»irtige u. Sammel'Nnz *0 ^. > 10'/, Xrieoarnnblaa- Reklame-eile 1 X. Jeder Rabatt gilt ala Barrabatt. Bei Auskunft durch die TenbäftasteUe x. vermittln»- der Ängrdate 26 4 kandergebähr. Pastlchrikkouts: Ar. 6016 Amt Fränkin« «. M.

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Dazu wird von Regierungsseite u. o erklärt: Der Zentralrat als oberster Träger der politischen Gewalt bat sein Recht, Minister ein« und abzusetzen, auch im Falle des neuen Kriegsministers an-geübt. In dieser Ausübung kann also keine Unmöglichkeit des Weiterverbleibens liegen, da dieses Recht bc5 Zen- tralrates von vornherein bekannt war. Außerdem ist die Zustimmung zur Ernennung des Kriegsnnnijters, dessen Gehalt Preußen nicht einmal zahlt, lediglich eine auf der bisherigen preußischen Verfassung be­ruhende Formalität.

Auch die preußischen mehrheitSsozialiflt- scheu Minister haben dem Zcntralrat ihre Mandate zur Verfügung gestellt, sind aber erneut bestätigt worden.

Berlin, 4. Jan. Wie verlautet, besteht nicht dir Absicht, die durch den Rücktritt der Unabhängigen frei gewordenen Regierungsstellen neu zu besetzen, da alle diese Aemter doppelt besetzt waren.

Sie peinige 6eW.

Späte Einsicht. Braunschweig gegen Frei, willigenkorps.

Nachdem die Gefahr und die Schmach in der Ost­mark aufs höchste gestiegen und es für ein erfolg­reiches Eingreifen nach Erklärung des Ministers Ernstzu spät" ist, geht die Regierung daran, ein Freiwilligenheer in bescheidenem Umfange aufzu- stellen (sofern sie ein solches zusammenbekommt), um im Osten zu retten, was zu retten ist. W i e nötig ein kraftvolles Eingreifen schon längst ge­wesen wäre, haben jedem Einsichtigen die Nach­richten der letzten drei Wochen ohne weiteres be- wiesen. Selbst der frühere Oberst G ä d k e, der bekannte Gegner desMilitarismus", tritt im Vorwärts" für Zurüüdrängung und Entwaff­nung der Polen, Wiedernahme der Festung Posen und Bewaffnung der deutschen Bevölkerung ein, Dinge, die in der nationalen Presse bereits seit Wochen verfochten wurden. Gegen seinen einstigen Parteifreund, Herrn v. Eerlach, schreibt Herr Gädke:Herr v. Eerlach besitzt einen Optimismus, der die Dinge nicht steht, wie sie sind, sondern wie er ste sich wünscht. Sein überzeugter Pazifismus verschließt sich der Erkenntnis, daß nicht Schwäche den Frieden fördert, sondern nur die Kraft, die dem Gegner Achtung ein« flößt." Das hätte ebensogut in derD. Tagesztg" oderPost" stehen können, und es wäre als sehr erfreulich zu bezeichnen, daß nun auch derVor­wärts" und seine Anhänger zur Einsicht kommen, wenn die Umstände, die dazu geführt haben, nicht so unsagbar traurig und schmählich waren.

Mit wie großen Schwierigkeiten die Regierung bei der Abwehr der Polengefahr zu kämpfen hat, zeigt eine Meldung aus Braunschweig, dem Lande des Radikalismus. Danach hat die braunschwei­gische Landesregierung gegen die Bildung von Freiwilltgenkorps, besonders solchen zum Grenz­schutz im Osten, nachdrücklich protestiert, da sie in den FreiwilltgenkorpsWerkzeuge der Ge­genrevolution" erblickt. Der A.- und S.-Rat hat beschlosien, jeden, der für Freiwilligenkorps wirkt oder sich Zu solchen anwerben läßt, verhaften und wegen Hochverrat« bestrafen zu lasten. Sämtliche A.- und S.-Räte in Deutschland will er zu denselben Schritten veranlasten. Außerdem wird gleichzeitig im Freistaat Braunschweig sämt­lichen Zeitungen die Veröffentlichung von Be­kanntmachungen und redaktionellen Darstellungen, die vom Kriegsminister, von einem Generalkom­mando oder einer sonstigen auswätttgen Militär­behörde herrühren, verboten und alle erlas­senen Bekanntmachungen usw. als für Braun­schweig nichtig erklärt. Der in Braunschweig bekannt« Major M 0 l d e n h a u e r, der zur Bil­dung eines freiwilligen Cchützenregiments in Zosten zur Aufrechterhaltung der Ruh« und Ord­nung und Sicherung der Wahlen und der Na­tionalversammlung aufgerufen hat, sowie sämtliche Offizier« sollen verhaftet und bestraft werden.

Di« Schuldige». Derteure" Grenzschutz.

lieber die Vorgänge im Osten erhält derBerl Lokalanz." als Beleuchtung zu der Aussage des Mini­sters Ernst, daß vor vierzehn Tagen noch die MSg- «ichkeit bestanden hätte, die Provinz Posen mit Truppen zu schützen, eine Zuschrift von einer als unterrichtet bezeichneten Seite. Danach habe seit Mitte November das A. O. K. Heimatschutz dauernd daran gearbeitet, einen Grenzschutz an der Posenschen Grenze und innerhalb des Regierungsbezirks Posen aufzu­stellen, aber seine Tätigkeit (et durch daS Mißtrauen der Regierung, der A.- und S.-Räte und des Voll- zugsrateS behindert worden. Obwohl durch die Maßnahmen der A.- und S.-Räte die ehemalige deutsche Arntee planmäßig vernichtet worden sei. sei eS dem A. O. K. gelungen, in sämtlichen Pro­vinzen einen ausreichenden Grenzschutz zu schaffen, nur in her Provinz Posen nicht, weil die Regierung von Anfang an erklärt habe, sie könne es nicht zulassen, daß deutsche Truppe» i» den Regierungsbezirk

Ortsbefeht.

Sämtliche Urlauber und Versprengte, welche stch in der Zeit vom 6.-9. Januar 1919 in Mar­burg aufhalten, haben sich sofort bei ihrer Ankunft auf der Ortskommandantur, Alte Kaserne Stube 65, zwecks Eintragung in die Wählerlisten anzu- fRttren. " Ortskommandantur Marburg.

Sos Mlmedoik In Wen.

Karlsruhe, 6. Ian. Bei de« Wahle» zur Aadischen Nationalversammlung wurden gewählt: 24 Demokraten mit 228 000 Stimmen, 35 Sozial­demokraten mit 317 0C0 Stimmen, 41 Zentrums- «nhiinger mit 360 000 Stimmen und 7 Deutsch- Nationale mit 71 000 Stimmen. Di« Unabhän­gigen erhielte» keinen Sitz.

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Wkdm des MWkiMlen Wom

Berlin, 4. Jan. Der Minister des Innern hat die Entlassung des Berliner Polizeiprä- stdsnten Eichhorn verfügt. Minister Ernst hat sich bereit erklärt, neben der Beibehaltung seiner bisherigen Funktionen auch die Leitung des Po­lizeipräsidiums zu übernehmen.

Eichhorn, der zu den Unabhängigen gehört, ist für die fast a n a r ch i s ch e n Zustände in Berlin in erster Linie verantwortlich. Er organisierte ge­radezu die Bewaffnung von Arbeitern und den Ausstand der großen Beriebe, arbeitete der Kom­mandantur entgegen, wollte den Einzug der Front- trupprn ^verhindern, erstattete an die Regierung keinerlei dienstliche Berichte, verausgabte eine Million ohne Kontrolle und bezog, bem Vmwarts" zufolge seine hohen Gehälter von der russischen Telegraphenagentur, wo er ehedem gegen 1700 <M. monatlich angestellt war, weiter.

Auch der Leiter des Sicherheitsdienstes, der be­reits einmal verhaftete Herr Prinz, wurde be­seitigt, da er beschlagnahmte Gelder von über 10 000 Mark für sich verwendet hatte. Zum Leiter des Sicherheitsdienstes wurde der Matrose Gehr­ke n ernannt, der bisher den Sichcrheisdienst im Schloß leitete.

Ferner wurde der Kassenchef des Sicherheits­dienstes Bautzer lautVorwärts" unter der Be­schuldigung verhafiet, 45000 Mark verun­treut zu haben. Zn die Angelegenheit ist noch .«ine Reihe weiterer Personen des Sicherheitsdien­stes verwickelt. Man sieht, in wiebewährten" Händen die wichtigsten Berliner Amtsstellen wa­ten.

Neue Spartakus-Gewalttaten.

B e r l i n, 6. Jan. Infolge eines Aufrufes der Unabhängigen und der Spartakus-Gruppe fand gestern eine Massenversammlung in der Sieges- Allee statt als Demonstration gegen die Absetzung Eichhorns. Die Redner forderten die Bewaffnung des Proletariats und betonten die Entschlosienheit, die Nationalversammlung zu verhindern. Eie for­derten die Menge auf, sofort zum Reichskanzler zu stürmen und Ebert und Scheidemann aufzu- schlitzen. Der Zug stürmte zum Brandenburger Tor, wo man die Regierungsflugblätter auf einem Scheiterhaufen verbrannte. Liebknecht bezeichnete Sbert und Scheidemann als Verbrecher. Gegen Abend besetzten die Spartakus-Leute dasVor- «ärts"-Eebäude, besten Wache keinen Wiberstanb ltt|tete, eben bas Wolff-BUro. Das foztaltstifche Propaganda-Büro würbe gestürmt, bie Möbel auf Nie Straße geworfen und verbrannt.

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Mttkiit iet nnoMMn mnMen Wer.

Berlin, 3. Jan. In einem Schreiben an den vsniralrat gaben die unabhängigen sozialistischen Mit­glieder der preußischen Regierung, Ströbel, Adolf voffmann, Dr. Rosenfeld, Graf Arco, Dr. Breitfcheid, Paul Hoffmann, Hofer und Simon bekannt, daß sie aus ihren Aemter» zu- idücktreten. Sie begründen ihren Entschluß damit: . 8» ihrer Aussprache mit dem Zentralrat habe sich er- ^ne erfolgreiche Vertretung ihrer Ideen »n der Regierung infolge der mehrheitssozialistischen i Zusammensetzung des Zentralisier unmöglich gewor- den und ihnen durch das Ausscheiden der Unab­hängigen aus dem Rctte der Bolksbeaustragten der not­wendige Rückhalt bei der Reichsregierung geraubt Korden sei. Der unmittelbare Grund zu ihrem Nück- trrtt fei die Tatsache, daß von ihnen verlangt worden ohne weitere Prüfung der Ernennung deS Obersten mernhacht zum preußischen Kriegsminister ^rznftim-

Posen hineinkämen, da da»die polnische Seele er­regen" toürbe. Um den 10. Dezember herum habe daS A. O. K. mehrere Divisionen zur Verfüg­ung gchabl, um den Grenzschutz wirksam durchzu- führen. Um diese Zeit sei ober eine polnische Abord­nung in Berlin eingetroffen unter Führung des Ab­geordneten v. Trampczinski, und diese habe bei der Regierung erreicht, daß befohlen wurde, nur boden­ständige Truvven dürften nach Posen hinein. In­folgedessen habe dar A. O. K. auf die Entsendung seiner Divisionen verzichten müssen: die hingeschickten boden­ständigen Formationen kämpfen jetzt zum Teil aus polniicher Seite!

Auf der Tagung der A.- und S.-Räte in Berlin war u. a. hervorgehoben worden, daß der Grenzschutz unnötig teuer sei, weil beim RegimentAugusta 40 Offiziere und nur 200 Mann den Grenzschutz ausübten. Dazu wird demLokalanz." weiter mit­geteilt:Die 8. Garde-Division wurde, als die pol- nifdie Gekghr und die Gefahr von Bandenplünderungen in Sch esien akut wurde, vom Westen nach Schlesien geworfen. Bei der Bahnfahrt dorthin wurden die Mannschaften durchAufklärer" der A.- und S.-Räte zum Ansteigen veranlaßt und gingen zum größten Teil aus Grund von Urlaubsscheinen, die die A.- und S.-Räte ihnen ausgestellt hatten, nach Hause ober in ihre Kasernen. Einzelne Transporte, so Regiment Augusta" und 2. Garde-Feldartilleric-Regiment, wur­den später durch die Soldatenräte nach Berlin abge­dreht. Aus Zureden ihrer Offiziere ging ein Teil der Truppen nach Schlesien: von der ganzen Divi­sion trafen dort schließlich noch 1200 Mann ein. So erklärt eS sich» daß z. B. bei dem Regiment Augusta" wohl 40 Offiziere pflichtgemäß dem Be­fehl, nach Schlesien zu gehen, folgten, aber nur 200 Mann in Schlesien eintrafen. In den Berliner RegimenternFranz",Alexander" undAugusta" befinden sich bet den Ersatztruppenteilen je über 500 Mann, die wohl das tägliche Gehalt von 5 Mark, freie Verpflegung, Kleidung und Unterbringung ge­nießen, sich aber weigern, irgend welchen Dienst zu tu» oder »ar zum Grenzschutz Ost auszurückeu. Tie beteiligen sich zum Teil an den Demonstratious- umzügen von Svattakus und empfangen dafür eine wesentliche Zubuße zum Gehalt. Frage: Was ist un­zweckmäßig und unnütz teuer: die 40 Offiziere, die ihre Pflicht tun im Grenzschutz Ost, oder die 8000 nichtstnenden Soldaten in Berlin?"

Hohensalza, 4.Jan. Gestern fand eine Ver­sammlung der führenden deutschen und polnischen Per­sönlichkeiten mit dem Regimentskommandeur des Jns.- RegtS. Nr. 140 statt, in der angesichts der Verhältnisse beschlossen wurde, an den Kriegsminister ein Tele­gramm zu richten, worin um Abberufung des hier qarnisonierenden Regiments gebeten wird. Die Polen stellten ein Ultimatum, worin hervorgehobeu wird, daß sie nicht mehr für die öffentliche Ruhe und Sicher­heit bürgen, wenn die deutschen Truppen weiter in der Stadt verbleiben. An die Stelle des Regiments soll eine ans Deutschen und Polen bestehende Sicher­heitswehr treten, die in der frei zu machenden Artilleriekaserne untergebracht werden soll.

Berlin, 4. Jan. DasBerl. Tagebl." mel­det anS Mesetttz: Die Lage hat sich aufs äußerste zu­gespitzt. Die Polen besetzten bereits die nur 6 Kilo­meter von Bentschen entfernt liegende Bahnstation Chroschnitz und haben von dort an das Kommando des Heimatschutzes in Meseritz ein Ultimatum gestellt, bis heute mittag 12 Uhr den Bahnhof B e n 11 ch e n den Polen zu übergeben. Zu gleicher Zeit haben sie mit der etwa 25 Minuten vorn Bahnhof in östlicher Richtung entfernt liegenden Stadt Bent- fchen Verhandlungen wegen Uebergabe der Stadt be­gonnen. Bentschen wich von 2800 Deutschen und 1800 Polen bewohnt. Die Verhandlungen wegen Uebergabe der Stadt schweben noch. Das polnische Ultimatum wegen Räumung der Stadt Bentschen hat das Kommando öes Heimatschutzes in Posen ab­gelehnt und an die Truppen den Befehl gegeben, den Bahnhof unter allen Umständen zu hal­ten. Der Babnhos Bentschen ist ein großer Eisen­bahnknotenpunkt: fällt er in polnische Hand, so ist nicht nur die Verbindung von hier nach Schlesien, sondern auch die Lebensmittelversorgung von Frankfutt 0.2., Berlin und weiteren Gebieten deS Reiches fraglich.

In Mesetttz beschloß eine Vertretcrversammlung der deutschen Volksräte mehrerer Kreise der Provinz Posen, etwa 180 000 Deutsche vertretend, der Ausforde- rung des Ministers Ernst zur Selbsthilfe Folge zu leisten und einen von 40 Vertretern unterzeichneten Ausruf an die deutsche soldatische Mannschaft zu er­lassen, um einer zum Schutze der Heimat und der deutschen Sprache gegen die polnische Flut zu gründen­den Volkswehr beizutreten. Da die Deutschen West- pofens nach dem Rücktritt des Oberpräsidenten und der Regierungspräsidenten ohne Regierung sind, erwägen sie, sich gemeinschaftlich von jeder Regierung in der Stadt Posen loszusagen und sich in verwaltungstech­nischer Hinsicht den Provinzen Br a n d enbur a und Schlesien anzuschließen. Die Entscheidung darüber soll am 6. Januar auf dem Vcrirctettage des deutschen Bolksrates Westposens getroffen werden. Meh­rere Städte sind im Begriff, ein Hilsskorps zur Unter­stützung der deutschen Truppen aufzustellen.

Schneidemühl, 8. Jan. Seit heut« ist über Schneidemühl ba3 Standrecht verhängt. Der Gar- uisonälteste und der Arbeiter- und ©oibatenrat rufen zur Bildstpg einer Bürger wehr auf. Die Fabri­

ken sind angewiesen, beim Herannahe» der WK durch Sirenen bie Einwohnerschaft aafmertya» M machen. Diese hat bann sofort die Straßen ß» wy lassen.

Schn«idemvhl, 5. Ian. Man rechnÄ Etz» lich mit bem Angriff bet Polen. Es würbe« tatal überall in ber Stabt Militärwachen aufgefteOt «ich der Bahnhof mit zwei Kompagnien besetzt, eine Bürgerwehr von 500 Mann aufgestellt nn> tat waffnet. Die Stabt Rogafen, 60 Klm. von Schnotta» mühl entfernt, ist von den Polen besetzt. (Eine L» zahl Flüchtlinge trafen au» btefer Stabt ein, «e< mentlich Militärpflichtige, darunter Reserveokst» ziere. Diesen rourbe von den Polen angebroht, tatz sie in die polnische Armee eingestellt oder »»ch Warschau zwangsweise exportiert werden. Ange­sichts der drohenden Lage hat der Schneidemüdl«! Oberbürgermeister an di« Reichsregierung tat»# genbe Telegramme gesanbt und darin um Hilf« ge­beten, ohneirgendeineAntwort z» be­kam m e n.

Allenstein, 4. Jan. Der RegierungspräkG««! weist darauf hin, daß der Beschluß des polnischen tefl.1 aebietslandtages, eine polnische National» steuer zu erheben, jeder Rechtswirksamkeit entölt; Er warnt auch vor freiwilliger Steuerzahlung, da bei Ertrag offenbar zu staatsfeindlichen Zwecken diene» solle.

Polnische Drohungen.

Posen, 4. Jan. Gestern fand hier ein« Voll­versammlung des Polnischen Obersten Volksrat«» statt. Korfanty erklärte, die Polen wollte» tat Friedenskonferenz absolut nicht vorgreifen, »flrta» aber nicht zugeben, daß sie an ihrer nottonale» O» ganisterung behindert würden. Etwaigen gemattt kamen Eingriffen gegenüber besäßen bie Pole» Gegenmittel und zwar in Gestalt einer obetschlest- scheu Organisation gegen bie Regierung, ferne« vor allem in der Gestellung der ßebensmtt«. telzu fuhren, die stets ber jeweiligen politi­schen Lage an gepaßt werden könnten. Bezüglich der Verhaftung verschiedener polnischer Bürger i» Ermland und Masuren drohte Korfanty mtt Ge­genmaßnahmen in der Provinz Pofen. Es wurta beschlossen, einen aus 100 Mitgliedern au» gantz Polen bestehenden Nationalrat zu begründen, tat alle Parteien umfaßt und bi« zur Zusammenkunft des polnischen Landtages die Funktionen einotf Kontrollorganisation übernehmen soll.

Berlin, 4. Jan. Di« polnische Nati« nalversammlung findet lautV. Z." am 26, Januar in Warschau statt.

Amsterdam, 3. Jan. (Reuter.) Wi« di« Times" meldet, ist P a d e r e w s k i in Begleitung eines britischen Obersten in Warschau ein getroffen. Er wurde mit einem Fackelzug empfangen. Di» Stadt ist illuminiert. >

Di« Polen nud der Kampf gegen de» Bolschewismus.

Berlin, 3. Jan. In der Waffenstillstand». komMission teilte da« Oberkommando der Verbün­deten mit, die polnische Regierung führe Klag« da­rüber, daß die deutschen Militärbehörden in Li­tauen und Polen angeblich die Organisation einer örtlichen Verteidigung gegen die Bolschewisten ver­hinderten. Hierauf erklärte General 0. Wuiter- felbt, es werde ber deutschen Obersten Heereslei»' tung sehr willkommen sein, wenn bie Botar sich gegen ben Bolschewismus wenden, doch hab»' man nach den vorliegenden Nachrichten den Gin-» druck, daß die Bestrebungen der Polen mehr auf andere Ziele gerichtet sind. ;

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Die Wir.it.

Oppeln, 4. Jan. Der Ausstand in Ober­schlesien ist e r l 0 s ch e n.

Essen, 4. Jan. Der Ausstand im rheinisch- westfälischen Jndustriegebier ist noch nicht tatge^ legt und dehnt sich teilweise weiter au».

Auf den linksrheinischen Zechen ist der Berg», arbeiterausstand infolge be» Eingreifens be» «ng»l lifchen Kommandanten, der auf bie Einhaltung der vollen Acht-Stunden-Arbeit besteht, während Me Bergarbeiter entgegen den Vereinbarungen psi- fchen dem Zechenverband und den Bergarbeiterver­bänden nut 7V2 Stunden arbeiten wollen.

Walbenbutg, 4. Jan. Hunderte von Berg« erheitern drangen huete morgen in bie Geschäfts­räume desNeuen Tageblattes" gewaltsam ein. Sie behelligten den Schriftleiter unb bas technisch» Personal durch Tätlichkeiten, verlangten di« soso«»' tige Stillegung de» Druckerribetriebes, Gin R«le I u n g des Erscheinens der Zeitung unb die Bat < fernung des Hauptschriftleiters. Eie dtsHtr» ferner mtt dem allgemeinen Ausstand der Seil beiter de» Waldenburger Reviers, fall» ihr» gae*j tarungen nicht erfüllt würde«. i