mit dem Kreisblatt Mr die Krells Matvmg und Kirchhain
Tageszeitung für (bas früher kurheffifche) Oberhessen
erscheint sechsmal wSchentlich. — Der
ISIS
Vrftes Blatt
B e r l i n. 2. Jan. Der „Radikal" schreibt: Auf dem Friedenskongreß ist den deutschen Delegierten mitzuteilen, daß Deutschland in autonome Provinzen zerlegt werden müsse und daß das Rheinland nicht mehr zu Deutschland gehören dürfe, da dies unvereinbar mit dem Frieden Europas wäre.
Danzig, 3. Zan. Gestern nachmittag trafen im Hasen Neufahrwasser anstelle des erwarteten amerikanischen Kreuzers „Chester" die beiden ame- rikanischen Kreuzer „Vai;" und „Gion" von Swine- münde kommend hier ein.
men find, konnte nicht ermittelt werden. Bon den Beamten ist niemand verletzt.
Di« Haltung der WestwSchte.
Rotterdam, 2. Jan. Die „Morningpost" meldet aus Paris: Die verbündeten Kabinette habe« Beratungen über die polnische Frage ausgenommen. Die polnische Bewegung läge nicht im Interesse der Verbündeten, die gegen den Bolschewismus Ruhe in de« Grenzgebieten für nötig halten und diese mit aller Energie verlangen.
,/DaUg News" und „Daily Telegraph" erheben Einspruch gegen die Besetzung preußischer Gebietsteile durch die Polen vor der Friedenskonferenz und verlangen die Wiederherstellung des früheren Zustandes durch die Machtmittel der Verbündeten.
Marburg
komadend, 4. Januar
5« WOnWmd.
Das Friedens^ nternis.
Bern, 2. Zan. Li« amerikanische Presse bedauert allgemein, daß die deutschen Verhültnissr einen baldige« Friedeusschluß hintnnhnlte«. Er >St „New Park Herold" hervor, daß die Friedens- verhandlunaen schon seit einem Monat hätten beginne« könne«, wen« i« Deutschland eine Regierung bestanden hätte, mit bet man wirklich hätte verhandel« könne«. Di« Verzögerung der Friedens- Verhandlungen sei einzig und allein auf di« unsicheren Verhältnisse i« Deutschland ,«- rückzuführen. Die Verbündete« würden nur mit eiaer festen Regierung verhandel«.
Freigabe der deutschen Kriegsgefangenen?
Stuttgart, 3. Zan. Wie bas württember- gische Kriegsministerium mitteilt, ist zu erwarten, daß die in der Gewalt der Verbündeten befindlichen deutschen Kriegsgefangenen nur» doch in absehbarer Zeit freigegeben werden. Es handelt sich um etwa 800 000 Mann, von denen die eine Hälfte aui dem Landwege, die andere auf dem Wasserwege in die Heimat gelangen sollen. Es wird damit gerechnet, daß die Heimbefördeiung schon im kommenden Monat beginnt. Die Schnelligkeit des Verlaufes der Heimkehr wird sehr wesentlich von den vorhandenen Transportmöglichkeiten abhängen.
Berlin, 3. Zan. Zn der Frage der Erleichterung des schweren Loses unserer Kriegsgefangenen haben die Bemühungen der deutschen Wasfoustill- standskoLmission endlich ein Anfangsergebnis gebracht. Die Engländer haben nunmehr versprochen, daß aus England 800 schwerverwundete Deutsche äiif deiit Seewege über RLtterdam zurnckgesündt Mrden sollen trnd erklärtest sich ferner bereit, 400 gleichfalls schwerverwundete Kriegsgefangene aus dem Wege über die Front nach Köln zurückzu- kefördern. Außerdem wollen die Amerikaner das in ihren Linien zurückgebliebene Sanitätspersonal über Koblenz nach Deutschland zurückschicken. Die deutsche Kommission hat die Verbündeten dringend gebeten, diesem Beispiele baldmöglichst allgemein zu folgen.
Sollten in der Stuttgatter Meldung vielleicht drei Nullen zu viel angegeben und die Berliner Meldung allein zutreffend sein?
Wilsons Friedensziel.
Rotterdam, 2. Za». Die „Times" meldet: Wilson erklärte gegenüber Vertretern des eng, fischen Handels im Beisein des Premierministers, der Feind dürfe nicht in seinen Lebensinteressea vernichtet werden, wenn die Verbündeten de« Zustand der Sicherheit nicht durch neue Krieg« erkaufen wollten. Der Völkerbund biete Raum für Freund und Feind, und nur d a f ü r habe Amerika Gut und Leben seiner Bürger geopfert. Er freue sich, feststellen zu können, daß die führenden Männer Englands mit seinen Ansichten übereinstimmen.
Clämeuceau und Wilson.
B e r n, 3. Zan. Wie der amerikanische Presse- ? dienst in der Schweiz meldet, veröffentlichen di« führenden Blätter der Ostschweiz Auszüge der beiden stark von einander abweichenden Reden ClSmenceaus in der französischen Kammer und Wilsons in Manchester. „Eorriere della Sera" spricht in einem Bericht aus Paris von den Gegensätzen zwischen Elöntencsau, der eine Beibehaltung des bisherigen Bündnisses unter Einschluß der Vereinigten Staaten anstrebe, ..und Wilson, der i« Manchester erklärte, die Vereinigten Staaten wollten einem derartigen Bündnis nicht angehörea. Nach der Ansicht des Berichterstatters trägt der Besuch Wilsons in England zu einer Annäherung des englischen Standpunktes an den Wilsons bei, besonders in bezug auf den Gedanken des Völkerbundes und der Freiheit der Meere.
Paris, 2. Zan. „Echo de Paris" meldet aus Washington: Falls nicht unvorhergesehene Greig- niste eintreten, wird W i l s o n sich am 10. Februar nach Amerika einschiffen.
' .. MM.
Bern, 3. Jan. Wie der amerikanische Pressedienst in der Schweiz meldet, empfahl Marinesekretär Daniels dem Ausschuß für Marineangelegenheiten, daS Personal der Marine durch Gesetz auf 250 000 Mann zu erhöhen. Die Mannschaften sollen denselben Lohn erhalten wie bisher im Kriege. Die Stärke der amerikanischen Marine beträgt gegenwärtig 143 555 Mann.
Wie aus Newyork gemeldet wird, hat Mac Adoo dem Eisenbahndirektor Amerikas erflärt, der Vorschlag einer Regierungskontrolle über die Eisenbahnen aus einen Zeitraum von 25 Jahren auszudehnen, werde günstig beurteilt, Opposition mache sich wenig bemerkbar.
Nach einer Meldung des amerikanischen Pressedienstes aus St. Louis ist Eduard M. Flesch, zwei ter Vizepräsident der Lebensmilielverwaltung Amerikas, auf Aufforderung Hoovers nach London abgereist, um die Verteilung aller für Europa bestimmte» Lebens- Mittel zu übernehme». _________,
Sie List im M.
Berlin, 2. Jan. Der Staatssekretär deS Reichs schatzamtS hat die Chefs der einzelstaatlisten Finanz« restortS zu einer gemeinsamen Erörterung der schwebenden Finanzfragen auf den 10. Januar tu das Reichsschatzamt eingeladen. In vertraulicher Aus- Me sollen insbesondere die bisherigen Maßnahme» eichsleitung und chre Steuerpläne, das Verhältnis zwischen dem Reich unb den Einzelstaaten, die Aufgaben der Nationalversammlung und die finanzpolitH« scheu Teile der zukünftigen Reichsverfassung behandelt werden.
Berlin, 3.Jan. Wie der „Germania mitgeteilk wird, besteht vorläufig keine Aussicht, daß Ai-ols Hoffmann von seinem Amte als Kultusminister zurück- tritt. Er soll sich mit Händen und Füßen an seine» Ministersessel klammern.
Berlin, 2. Jan. Die Zahl bet ausständige, Kellner wird auf IS 000 berechnet. Maa sieht in beul Vorgehen eines Teiles der Kellner die Wirkung bei Agitation des Spartakus-Bundes. Von behördlicher Seite ist dagegen nichts geschehe«.
München, 2. Jan. Der Minister des Neu Zern Eisner teilt mit, daß vom Ministerium des Leußer, I eine Depesthe an den -Staatssekretär bei Auswärtige»
KllglMd.
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Amsterdam, 2. Jan. Dem „Mlgemeen Handelsblad" zufolge erfährt die „Times" aus Cardiff, daß mit der Möglichkeit ernster Unstimmigkeiten im Kohlengebiet Wales gerechnet werden muß, wenn nicht taktvoll vorgegangen wird. Die Grubenarbeiter, die im Heeresdienst standen, werden zu schnell demobilisiert und können nicht rasch genug wieder untergebracht werden. Ms Folge davon droht Arbeitslosigkeit. Ernste Zeichen der Unzufriedenheit traten im Rhodda-Gebitt zutage, wo 3000 Arbeiter ausständig siud.
Nach einer Reutermeldung aus London sagte der Leüensmittelkontrollcur C l y n e s auf einem Festeise« in London u. a.: Er wünsche die Autorität und de« Einfluß, über den er verfüge, dazu zu benutzen, um in der schärfsten Weise gegen die Erklärungen Stellung zu nchnten, in benen bi! organisierten Arbeiter ausgc- fordert wurden, sich der Waffe des Ausstandei zur Erreichung gewisser politischer Ziele zu Mienen. Er wünsche daß die Arbeiter sich mit dem Ausfall der Wahlen abfänden. Die Wahlurne sei die einzig« Wafs«, die sie anzuwenden brauchten, um chre Ziele zu erreichen. Er wünsche, daß die Arbeiter für Ordnung und Gesetzlichkeit eintreten, denn e- könne die Ze« kommen, wo die Arbeiter selbst berufen sein werde», Gesetze zu machen und von den andern Schichten bet Gesellschaft ihre Einhaltung zu verlangen.
Die itifch« Frage wird brennend.
B e r n, 2. Zan. Wie der „Secolo" aus London berichtet sollen in Irland große Unruhen ausgebrochen sein. Die Sinnfeiner sollen eine Versammlung der irischen Abgeordneten planen, die de« Charakter einer gesetzgebenden Versammlung -ade» würde unb auf her bte Unabhängigkeit Irland» proklamiert werden solle. Home Rule befriedig« heute in Irland nicht mehr. Zn London verhehl» man sich nicht, daß man nur durch gewaltsam« Unterdrückung der Bewegung Herr werben könne, daß man aber andererseits da ; Land nicht fest dauern- mit dem Belagerungszustand regieren könne.
31 in Mack.
Berlin, 2. Zan. Gegen die Provinz Posen werben mehrere Armeekorps zusammengezogen. Die Reichsregierung ist, nach allen militärischen Dor- bereitungen zu schließen, fest entschlossen, bie Rechte Deutschlands an bie Provinz Posen nicht aufzugeben. — Nach Erklärung des preußischen Ministers Ernst ist es nicht einmal möglich, eine Division zu- sammenzubringen unb zuspät zum Handeln, nach- bem man erst alles vom V e t handeln erwarten zu können glaubte.
P o s e n, 3. Zan. Heute nacht kam es wieder zu Schießereien am Bahnhof, über deren Ursache und Umfang Genaueres noch nicht vorliegt. Nach Mitteilungen des Solbatenrate» fanben gestern in Strelno heftige Etraßenkämpfe zwischen Polen unb Heimatschutztruppen statt. Auch in Gne- sen sollen Kämpfe mit den Heimatschutztruppen be- gpnnen haben. Der Zugverkehr nach Gnesen ist seit gestern eingestellt. Verschiedene kleine Städte, wie Krotdschin unb Kosten find in polnischem Besitz.
Die Presseabteilung des Obersten Polnischen Dolksrats meldet: Der vom Soldatenrat beauftragte Leiter des Sicherheitsdienstes im Posener Polizeipräsidium Blankertz ist heute früh als einer von den an den Ausschreitungen in Posen Mitschuldigen im Polizeipräsidium verhaftet worben. Auf bem Wege nach bern Fort Grolman floh Blankertz unb ist trotz breimaligen Anrufs nicht stehen geblieben, woraufhin er von einem der ihn begleitenden Soldaten des Sicherheitsdienstes e r s ch o s - s e n würbe.
Breslau, 2. Jan. Rach Melbugen aus bem oberfchlefischen Jnbustriegebiet bereiten bie Polen auch für Oberschlefien Ueberraschungen vsr. In Beuthen fanb am 30. Dezember eine Zusammenkunft von Polenführern aus Preußen, Galizien unb Polen statt. Die allgemeine Bewaffnung ber radikalen Polen wirb in aller Stille durch- geführt. Die von Polen stark burchsetzten Arbeiter- unb Solbatenrate verhalten sich der drohenden Bewegung gegenüber national passiv.
Breslau, 2. Jan. Der Volksausschuß' von NamSlau (Oberschlesien) hat nur Feststellung der Stimmung im Kreise gegenüber der großpolnischen Agitation durch Listen eine Vo Urabstimmung vorgenommen. Dabei ergaben sich ' 5 000 Stimmen für Deutschland und nur 600 für Voten.
Danzig, 2. Jan. Aus Thorn wird gemeldet: Die ErenzLbergänge zwischen der Provinz Wcst- preußen unb Polen sinb von ber polnisckM Regierung gesperrt. Flüchtlirige aits Polen berichten von zunehmenden Truppenansammlungen an ber preußischen Grenze.
Die «ewalthenfchafi in Allenftein. ~
Allenstein, 2. Jan. Nach der „Allensteiner Zeitung" gestaltete sich die Ueberführung der Leiche des am Montag bei dem blutigen Empfang des Feld- arttllerie-Regiments Nr. 73 gefallenen Hauptmanns Platz zum Bahnhof zu einet stummen ober um so eindrucksvolleren Kundgebung der Allensteiner Bevölkerung gegen bie in der Stadt herrschende Gewaltherrschaft. Tausende von Mannern und Frauen geleiteten den Sarg durch die Straßen. Reden wurden nicht gehalten. — Die Allensteiner Verhältnisse kennzeichnet eine Erklärung des Bevollmächtigten des hiesigen Vollzugsausschusses Referendars Döbberke, wonach die Anordnungen de» Zentralrats oder des Rates der Volksbeauftragten für Allenftein nicht maßgebend seien. Man tue, was man für zweckmäßig halte. Insbesondere in der Preßfreiheit werbt man sich um die Politik bet Zentralregierung nicht kümmern. Letzteres spiegelt sich in der hiesigen Presse wieder, die über bie Ereignisse keinen Bericht bringt und zwangsweise nur die Darstellung des Vollzugsausschusses veröfientlicht. Die blutigen Vorgänge am Bahnhof sind noch nicht geklärt. Der Vollzugsausschuß schiebt in den Aussagen bet beteiligten Volkswehrleute die Schuld bet Artillerie zu, die unvermittelt abgeprotzt habe. Dem widersprechen übereinstimmende Bericht« von Augenzeugen. Hiernach stürmte auf die zum Einzug formierten Truppenteile plötzlich eine größere, bisher verborgen gebliebene Abteilung ber Volksweht ein, im Laufe die Gewehte ladend. Hierauf ließ der gefallene Hauptmann abprotzc». Die Maschinengewehre feuerten nicht. Die Schießerei entwickelte sich tn dem dem Ansturm der Volkswehr folgenden Handgemenge. Die Zahl der verwundeten Artilleristen ist noch unbekannt. Die Bolks- wehr hat keine Verluste.
Soldaten gegen Polizeibeamten.
Beuthen, 2. Jan. Vergangene Nacht verübten 15 Soldaten am Ring durch eine Revolverschießerei großen Unfug. Als sechs Sicherheitsbeamte hiergegen einschritten, richteten die Soldaten die Waffen gegen bte Beamten. Es entspann sich ein regelrechtes Feuergefecht, wobei die Soldaten Maschinengewehre und Revolver gebrauchten. Die Soldaten wurden schließlich in die Flucht geschlagen. Ob Verwundungen vorgekom
Det Inieiaenpreis beträgt für di« Sgesp. Zeile 10 4; amtliche, auswärtige 1 n u. Sammel-Nnz 40 u 10«/, Kriegs,»schlag. Reklamezetl« 1 X. Jeder Rabatt gilt als »arradatt. — »et Auskunft durch die »e,chäftsstelle u. Vermittlung der 1QIQ «ngebate 36 V Sandetgebähr. — Posts checkt out,: Rt. 6016 »mt Ftankfntt a. 1K.
W iratito Irmri Im OM
Berlin, 3. Jan. Dir deutsche Waffenstillstands- kommission teilt mit: Anläßlich bet unerhörten Vergewaltigung, der die deutschen Truppen im Oste" unterworfen werden sollen, ließ nach übereinstirnmen- । den Kundgebungen der Reichsregierung und der Was- fensttllstandSkommission nunmehr auch die deutsche Oberste Heeresleitung in Spaa ausdrücklich erllären:
1. Artikel 12 und Artikel 13 des Waffenstill, siandsabkoinmens forderten ursprünglich die sofortige Zurückziehung der deutschen Truppen im Osten. Auf jttne deutsche Anregung, die ebenso im deutschen Interesse ftrk in dem der Allgemeinheit erfolgte, wurde „er Wortlaut geändert. Deutschland hatte damit nicht i>le Verpflbhtnng übernommen, int Osten für Ordnung {■ sorgen, sondern lediglich die Berechtigung er« alten, ihn erst allmählich zu räumen.
2. Da- Oberkommando der Verbündeten teilte offenbar anfänglich diese Auffassung. Das Oberkommando hätte sonst Einspruch erhoben, als Deutschland die bereits ein geleitete Räumung der Krim mitteiltc und zur Beschleunigtlng dieser Räumung die Freigabe des Seewege- Sewastopol—Odessa beantragte. Von einer vorherigen Anfrage war damals nicht die Rede.
8. Die von Deutschland freiwillig übernom« >Wtene Aufgabe, im Osten für Ordnung zu sorgen, wurde ^«rsülltz solange dies möglich war. Der Rückmarsch > wurde erst anaeordnet, als sich die deutschen Tnippen i|u schwach, leibet auch zu unverlässig erwiesen. -1 4. Nachdem int Vertrag vereinbart worden war, idaß die deutschen Truppen möglichst lange im Osten sdc.l'-^en sollten, mußte erwartet werden, daß die 'Verbündeten, wenn sie wirklich Wert darauf legten, ; bu Keinen Völker des Ostens zu schützen, die Deut- :schon nicht geradezu verhinderten, ihre Ausgabe 'durchzuführen. Dies war aber tatsächlich der Fall. Die Verbündeten erklären sich jetit zwar solidarisch mit der polnischen Regierung, versuchten aber rum Bciipiel nicht zn verhindern, daß die Polen bte 6i fett» --ahnen nach Deutschland abschnittenund damit die Lebensmöglichkeit der deutschen Truppen > unterbanden. Aber wenn die Deutschen in der Ukraine kämpfen sollten, so mußten sie Waffen, Munition und Vorräte hoben. Man durfte sie ihnen nicht, wie dies jtzum Beispiel in Odessa geschehen ist, zum großen Teil wegnehmen. Durch ihre eigene Handlungsweise erschwerten somit die Verbündeten daS von ihnen ge- , wünschte Verbleiben der deutschen Truppen in den versetzten Gebieten des Ostens selbst in hohem Maße.
5. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die deutsche Oberste Heeresleitung berechtigt war, zu er» fvarten, daß den im Einvernehmen mit den Verbündeten im Oft en verbliebenen Truppen selbstverständlich jiire eh tun volle Rückkehr mit Waffen nicht verwchri würde.
6. Eindringlichst wird ferner darauf hingewiesen, j datz durch die von den Verbündeten anscheinend be- ‘ «bsichtiAk entwürdigende Behandlung der beut- fthen Truppen die Gefahr des Bolschewismus für die östlichen Länder außerordentlich gefingert würde, nicht znrn wenigsten für Polen, wo bolschewistische Ideen wett verbreitet sind und keinen Widerstand wie °f« einem altbesestigten Staate finden.
7. Schließlich muß betont werden, daß die Deutschen, dke gezwungen würden, waffenlos das von feind- vch-m Agitatoren verhetzte Land, das einer straffen .Regierung zur Zeit völlig entbehrt, zu durchziehen, ßutzlo- m der Winterszeit Raub und Mord ausge- it wävrn. Die bisherigen Erfahrungen reden hierin i litte deutliche Sprache. Es kann nicht Absicht der {Verbündeten sein, hier weitere Greuel hervorzurufen.
8. Di« deutsche Oberste Heeresleitung erwartet daher^ daß i# Anerkennung der vorgehrachten Gründe eine würdige Lösung für die Rückkehr der beut' scheu Truppen aus dem Osten gefunden wird. — Siehe buch X Mait. e e
Die Besetzung Rigas.
®t«n, 8. Jan. Hebet die Besetzung Rigas ist j tn SBtat sülzender russischer Funkspruch' eingelau- i fen: Di« lettische Hauptstadt, bas rote Riga beflnbet sich in den fjänbtit bes lettischen Sowjets. Der Vür- gerlichen bemächtigte sich eine fürchterliche Panik. Der Sowjet von Riga schlägt ben Arbeitern unb . Bauern »er, sofort Sowjets, Arbeits- unb Bezirks- i gemein-«« zu bilben.
200 rHTonen russisches Geld für Liebknecht.
Sein, 3. Jan. Dem „Popolo d'Zialia" wird •on Anfang Dezember aus Paris gemelbet, baß zur Revolutionierung Deutschlands aus Rußlanb 200 Millionen über Joffe an Liebknecht unb Genossen geflossen feien.
I Die „Oberhessisch« Zeit»««" erscheint sechsmal wScheullich. — Der
tm» 4 Bezugspreis beträgt viertelt, durch die Post (ahne Bestellaelb), 1.75 X. »/12, O llt der Stadt Marburg frei in« Hau« 3.75, bei unsere» Zeltungssteüen auf dem Lande 8.5J X. — Verlag Dr. t. Hitzerettz. Markt 31/». Fernspr.55.
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Sie neutralen.
Berlin, 3. Jan. Die „Deutsche Allg. ■ Ztg." meldet aus dem Haag: Ter deutsche Gesandte in .Luxemburg, Herr v. Buch, ist ans dem Ervßher- / Hoziurn a u s g e w i e s.e n worden.
Kopenhagen, 3.Jan. '(Havas.) Die Zahl der Ausständigen wächst in veuuruhigeuber Weise. iftS feiern gegenwärtig 55 000 Maun. t „