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mit bau Kreisblatt fiii die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Marvurg

Srtilafl. 3. Siinimr

Berlin. 2. Ian. In verschiedene« polnischen Zeitungen ist die Nachricht verbreitet, daß die deutsche Gesandtschaft in Warschau sich mit bolschewistischen Um­trieben befasse nnd die Vermittlung zwischen den pol­nischen und den russischen Maximalisten übernommen habe. Hierzu wird amtlich mitgetrilt: Di« von der pol­nischen Presse v"rbreitete Nachricht ist erlogen. Weder der deutsche Gesandte, Graf Keßler, noch ein anderes Mitglied der Gesandtschaft stand unmittelbar oder mittelbar in irgend einer Form mit polnischen oder russischen Bolschewisten in Verbindung. Alle Nach­richten über die Aufdeckung eines von der deutschen Ee- andtschast angezett'lten maximalistischen Komplotts und über Gelder, di« von deutscher Seite hierfür br- reitgestellt seien, find vollständig erfunden. Die Re­gierung erwartet die Beröffentlichurig bet angeblich in ben Besitz der polnischen Regierung gekommenen Be­weisstücke.

. Bilbao, 2. Ian. (Havas.) Sämtliche russischen Fahrgäste dec in Bilbao ankommenden fremden Schiffe werden einem strengen Verhör unterworfen und, falls re bolschewistischer Tendenzen verdächtig erscheinen, unverzüglich wieder eingeschifft, unter dem Befehl, sich nicht an Land zu begeben. Es wurden bisher elf Ver­haftungen vorgenommen.

Die Vorarbeiten fSr dir Friedenskonferenz.

Berlin, 2. Ian. Tie Deutsche Allg. Ztg." schreibt über die Vorarbeiten siir die Friedens­konferenz:Sßte wir »on zuständiger Seite er­fahren, nehmen die von der Reichsregierung an­geordneten Vorarbeiten für die Friedenskonferenz einen guten Fortgang und dürften demnächst zum Abschluß gelangen. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt naturgemäß beim Auswärtigen Ami, wo das außerordentlich umfangreich« Material von der politischen, handelspolitischen und Rechtsabteilung bearbeitet wird. Außerdem nehmen aber auch zthlreiche Reichsämter und sonstig« Behörden, na­mentlich das Reichsamt des Innern, das Reichs­wirtschaftsamt, das Reichsschatzamt, das Reichs­gesundheitsamt, das Reichsmarineamt und das Kriegsministerium an diesen Arbeiten teil. Für besondere Fragen technischer Natur sind sehr zahl­reiche namhafte Sachverständige zur Mitarbeit heragezogen worden.-

Bei «ff«« zum Verkauf ausgelegten Waren, auch i denjenigen in den Schaufenstern, find die Geschäfts­inhaber verpflichtet, die Preise in deutlich lesbaren Dahle« anznbringen.

Marburg, den 2. Januar 1919.

E (ft* den Arbeiter- und Soldatenrat Marburg p Poersch.

setzen, der uns selbst erwünscht ist, können wir nicht bestreiten. Wir tun aber alles, was in unseren Kräften steht, um dieser Kampfmüdigkeit der Trup­pen durch Ermahnung, Aufklärung und Ersetzung durch frischere Truppenkörper entgegenzuwirken. Wenn die Westmächte die Auffassung haben, der Bolschewismus sei eine Gefahr, der auf jeden Fall mit allen Mitteln entgegengetreten werden müsse, und wenn sie der Ansicht find, daß unsere Kräfte dieser Aufgabe nicht genügen, wäre es zweckmäßig, wenn sie selb st ih re Lösung in die Hand nehmen oder wenigstens sich daran beteiligen würden. Jedenfalls müssen wir nochmals darau : Hinweisen, daß wir die Aufgabe lediglich im In­teresse der Allgemeinheit und der besetzten Gebiete übernommen haben und auch gern weiter nach Mög­lichkeit übernehmen wollen, daß uns aber eine ent­sprechende Verpflichtung nicht auferlegt wor­den ist.

Berlin, 1. Ian. Von einem Ultimatum, das die im Baltikum gelandeten Engländer an das deutsche Oberkommando und damit an die deutsche Negierung gerichtet haben sollen, nicht nur die Bol­schewisten auf der bisherigen Linie aufzuhalten, sondern auch Walk und Wenden wieder zu nehmen, andernfalls würden die Westmächte in Deutschland einrücken, ist weder an btestger zuständiger Stelle «och bei Oberost etwas bekannt.

Di« Räumung Riga« beschlossen.

Riga, 2. Ian. Am Silvesterlag mußten die deutschen Streitkräfte der Eisernen Division -hre Stellungen bei Hinzenberg räumen und sich auf die Jägelstellung zurückziehen, die nur wenige Kilo­meter von Riga entfernt ist. Der deutsche Ge­sandte, der sich tags zuvor in einem Panzerzug in die vordersten Stellungen begeben hatte, um sich über die Lage zu unterrichten und die Truppen zum Widerstand anzufeuern, traf die schwachen Streit­kräfte bereits in einer so bedrohten Lage, daß ein Halten der Stellungen um Hinzenberg unmöglich schien. Mit dem Augenblick, wo die Truppen der Bolschewisten die Iägelstellungen erreichen ist >' Räumung Rigas unvermeidlich geworden, be­sonders wenn man die Stadt schonen und nicht der Einnahme mit stürmender Hand aussetzen will. Die englische Flotte erklärte sich außer­stande, ihrerseits helfend und schützend einzugrei­fen. Unter diesen Umständen ist, nachdem der Ab­transport aller Truppen sich vollzogen hat, die Räumung Rigas noch im Laufe dieser Woche be­schlossen worden. Der größer« Teil des Personals ist bereits nach Mitau Lbergestedelts ebenso find die Akten der Gesandtschaft dorthin geschafft worden. Der Gesandte mit seinem engsten Stabe blieb noch in Riga, um erst im letzten Augenblick gemeinsam mit der provisorischen lettischen Regierung eben­falls nach Mitau zu gehen. Da noch über lausend Reichsdeutsche sich in Riga aufhalten und große Werte an Privalbefitz und Heeresgut noch nicht abtransportiert find, wird auch nach der Ueber- sirdelung der Gesandtschaft nach Mitau ein Ver­treter des Gesandten mit etwaigen Hilfsarbeitern in Riga bleiben, um die reichsdeutschen Interessen auch gegenüber den Bolschewisten zu vertreten.

ZK Siail Kira tee SiHWeis.

Beteiligung der Mefimächte erwünscht.

Berlin, 1. Ian. Die deutsch« Waffenstill­standskommission teilt weiter mit, daß die Verbün­deten die Berechtigung zugestanden, die deutschen Truppen im Interesse der Bewohner der noch be­setzten östlichen Gebiete weiter dort zu belassen. Eine Verpflichtung gegenüber den Verbündeten, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, hat Deutschland da­mit nicht übernommen. Deutschland ist der Auf­gabe nachgekommen, im Osten für Ruhe und Ord­nung zu sorgen, freiwillig, so lange es in seiner Macht lag. Nunmehr hat Staatssekretär Erzberger den deutschen Vertreter in Spaa gebeten, nochmals darauf hinzuweisen, daß die Auffassung, als ob wir die Verpflichtung übernommen haben, unsere Trup­pen so lange im Ostgebiet zu belassen, bis die Ver­bündete« ihren Abzug für zweckmäßig halten, nicht der getroffenen Abmachung entspricht. Die Worte in Art. 12 des Waffenstillstandsvertrages: Sobald die Verbündeten den Augenblick für ge­kommen erachten" bezeichnen den äußersten Zeit- puntk, bis zu dem wir di« Gebiete besetzt halten können, nicht etwa den frühesten, zu dem wir be- rechtigt find, fie zu räumen Die Annahme, als ob unsere Truppen eigenmächtig oder gar auf höheren Befehl dem Bolschewismus absichtlich Vorschub eisten, sei es direkt oder durch Behinderung anti­bolschewistischer Maßnahmen, ist nicht zutreffend. Auch wir und unsere Truppen sehen in dem Bolsche­wismus eine außerordentlich große Gefahr und tun alles, um diese Gefahr abzuwehren. Die Westmächte werden zugeben müssen, daß diese Gefahr für «ns viel größer ist als für sie selbst oder sonstige Staaten in der Welt und können davon überzeugt sein, daß wir schon im eigenen Interesse alle mög­lichen Maßnahmen treffen, um das Vordringen des Bolschewismus zu verhindern. Daß unsere Trup­pen nach vierjährigem Kampf in anbetracht der Lage nur noch den Wunsch nach Rückkehr in die Hei­mat hegen und daher dem Vorrücke« der roten

Berlin, 1. Ian. Auf dem Svartakuskongretz er« »karte Müller-Brandenburg über die Produktionsver­hältnisse in den dortigen staatlichen Betrieben: Der Mangel an Rohstoffen bei bet Geschäherzeugung vet- hindere eine voll« Ausnutzung der Arbeitszeit. Die staatliche Betriebsleitung hab« deshalb, nur um Ar­beitsgelegenheit p- schaffen, $a dem Auswege gegriffen, die fettigen Granaten wieder zerschla­ge« und neuerdings einschmelzen zu lasse«, nur,

Die .Oberhessische Zeituna" erscheint sechsmal wöchentlich. De' Bezugspreis beträot »iertelj. durch die Post (ohne Bestellgeld), 3.75 X, m der Stadt Marbura frei in« 6au< 3.75, bei unseren Zeitun-sstellen euf dem Lande 3,8j X. Verlag »sn Dr. C. Hitzetot-. Markt 31/33. sterm,r.55.

Str «enMmd.

der deutsche« U-Boote ««ter die Ser» b rindeten.

/ ettH*, 2. Ian. DerVerl. Lok.-Anz." mel- ; bei mm dem Haag, daß die Verbündeten beschlossen 1 habe«, He 114 von Deutschland abgelieferten Unter- fee&wie ratet sich zu teil« n. England erhält 78, ifrtowfwtiji iS, Italien 10, Japan 7 und Amerika N Boote. Diese letzteren find bereits nach den Ver­einigte» Staaten abgrgangen.

Brest, 1. Jan. (Havas.) Die deutschen U -« o » t eU 108 undU 103" sind in Brest ein- getrofle«. Ihre Einfahrt gab Anlaß zu einer ein- dtuckraoffen Kundgebung der Zivil- und Militär­behörde« sowie der Angehörigen.

Santander, 1. Jan. (Havas.) Ein spa­nisches Blatt meldet die Ankunft von zwei eng» . lischt» Torpedobootszerstörern, die gemäß den Was- ifenstWfiandrbedtngungen die in den neutralen Häfe» hrtenikrtcn U-Boote übernehmen sollen. 'Sie Hebergabe dieser U-Boote soll unter Mitwir- ; fung der spanischen Behörden nacheinander in Ea- diz, F«»rok, Vigo, Cartagena und Santander statt- iftnbee.

Sie WiSt Mtzm.

Berlin, 2. Jan. DerVerl. Lok.-Anz." mel­det: Mit dem 1. Januar haben die Westmächte. vom übrigen Deutschland wenig bemerkt, ihren zahlreichen Verletzungen des Waffensttllstandsver- trages mit einem brutalste« Rechtrbruch die Krone aufgesetzt. Seit gestern h^be« Üe Westmächte die gesamten Rheinland« geger Deutschland hermetisch abgeschlossen. Kein Eisenbahnzug darf in das besetzte Gebiet hinein oder heraus. Zum Teil wer­den die Schienenstränge zerstört. Kein Fuhrwerk darf den Rhein mehr passieren. a«ch der Personen­verkehr ist grundsätzlich verboten «nb beschränkt sich auf ganz wenige mit besonderen Ausweisen ver­sehene Personen.

B e r l i n, 2. Jan. DieB. Z. a. M." meldet aus Köln: Anläßlich de» Ueberfalls auf den Bür­germeister des benachbarte« Orte« Schlebusch find von der britischen Besatznngsbehörde außer den Tätern 2 8 Mitglieder be« A.- und S.- Rates sowie einige Personen, die mit de« letz­teren in näheren Beziehungen standen, ver­haftet und nach Köln abtransportiert. Di« Ver­haftungen find erfolgt, oh«' daß wn den deutschen Behörden irgendwelcher Einfluß «usgeubt wurde.

Bei dem Ausstand t« den Industriebezirken in Oberkassel bei Düsseldorf, woran stch etwa hundert Arbeiter beteiligten, hat die belgische Besatzungs- behörd« eingegriffen und den Führer, der mit der belgischen Behörde verhandeln sollte, verhaftet und nach Belgien abtraaaportiert.

Der »nzeiaenprei, beträgt für bte 8geb. Zeil« 30 4 ; amtliche, «wwathge t.A u. Sammel-Anz. 4) u 10'/, Krieaszuichlaq. Seflamei.eite 1 X. Jeder Rabatt gilt al, Barisbatt. Bei »urkunst durck die Seichöftrftelle «. vermittianq der jg<g

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Soldaten, Marrdrr, Sürtzer.

' L» Sonnabend, den 4. Januar 1919, nachmit­tag» 2 Ahr, findet in den Stadtsälen eine öffent- kich« Eowatenversammlung statt. Ein Mitglied bet Zentralstelle für Heimatschutz (im Auftrag des Rate« der Volksbeauftragten) wird über die Ziele ! hör netten Regierung sprechen. Der Vortrag ver- spricht interessante Aufklärungen über die Berliner vorgiinH« zu geben (das Treiben der Spartakisten «sw.). Sämtliche in Marburg anwesenden Sol­dat««, Vrlauber, Entlassene usw., auch Bürger wer­de« rat zahlreiches Erscheinen gebeten.

's gch; de« Arbeiter- und Soldatenrat Marburg

U* Hillmeyer.

Soli», 2. Jan. In den nächsten Tagen trifft ein« Kommission von drei Offizieren der West- - Mächte von Spaa kommend in Berlin ein, um in Ausführung der Waffenstillstan.dsbedingungen die Mart»elustschiffe in Jüterbog und Fried- richshofe» zu besichtigen. Mit der Führung der ;KommiMo» ist Kapitänleutnant Breithaupt bea«ft»ogt.

Di« Demobilmachung.

Berlin, 1. Jan. Dis Westmächte erblicken, le bW deutsche Waffenst illstandskommission mit­teilt, den Hauptzweck des Waffenstillstanbes darin, «ine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten durch ^Derrtschlrad zu verhindern. Der Geist, in dem alle »eitew« Verhandlungen geführt werden, hängt »lso davon ob, die Westmächte zu überzeugen, daß Deutschland di« Demobilmachung ohne jeden ^HintetH^cmke« tatsächlich so schnell wie möglich durchführt. Darum war es von Wichtigkeit, den sWestmiichte« eine Uebersicht über die Fortschritte de: dentfchen Demobilmachung zu bieten. Das ist ttzvm Jahresschluß in der Form einer Note geschehen. Mus dieser Uebersicht geht hervor: An der gesamten Westfront befinden sich, abgesehen von den Frie- idensgarnifonen, nur noch einige 20 geschlossene ^deutsch« Divisionen, deren älteste Jahrgänge bereits ^entlaste« »orten find. Die Armeeoberkommandos jMrd Heeresgruppenkommandos find bereits in der ^Uuflöfnnz begriffen. Damit geht die militärische Kommmchsgewelt an der Ostgrenze der neutralen Jöne vollsttindig in die Hand der Friedsnsgeneral- ^mmsndos über. Dieser Zustand wird bei der Dreresxrnppe A. bis zum 2. Januar, bei der Deete?tz?»pp« B. zwischen dem 10. und 13. Januar Md bei der Heeresgruppe C. etwa um dieselbe Zeit Erreicht fein. Im Bereich der früheren Heeres- Oruppe I). übt schon jetzt das Generalkommando des

Armeekorps die alleinige militärische Kom- .MandÄgecvaki aus. Damit ist deutscherseits die öllige Unmöglichkeit der Wiedereröff­nung der Feindseligkeiten erwiesen. Es wurde dss- Halb vtn der deutschen Waffenstillstandskommission Mrgeregt, nunmehr weitere Erleichterungen für den ff'erMr und bie Verwaltung rin besetzten Gebiet zu

Die Lmr ii M«.

3« fpatl* Der östliche Teil der Provinz PoM i« polnischen Händen.

Berlin, 2.Ja«. Der nach Posen entfandA Mnister Ernst und bet Bevollmächtigte des Krrrgs- ministeriumS G ö h r e sind nach Berlin zurückgm kehrt. Ueber die allgemeine Lage in Posen erfifat» Minister Ernst einem Vertreter der Telegraphen- Union gegenüber, daß man sich in Deutschland dar­über unbedingt klar sein müsse, daß sich die gegen­wärtigen Verhältnisse in der Provinz Posen in den letzten Tagen zu Gunsten der Polen von Grund auf verschoben hätten. Vor 14 Tagen vielleicht, so erklärte er, wäre eS unter Umständen noch möglich gewesen, die Lage für die Berliner Regierung mit Waffengewalt zu retten und ihre Vormachtstellung aufrecht za erhalten. Heute sei es za einem solche» Vorgehen zu spät. Die Verhandlungen mit be« Polen seien in bet Hauptsache deshalb so unendlich erschwert, weil das Mißtrauen zwischen Deutsche« und Polen jedes Maß übersteige. Jedenfalls Rmte heute kein Zweifel mehr daran bestehen, daß Posen und der östliche Teil bet Provinz Posen sich völlig in den Hänben ber Polen befinden. In der Stadt Posen hätte der polnische Stadtkommandant alle Macht uneingeschräntt in bet Hand. Unter diese« Umständen muß man, so bemerkte Ernst, in Deutsch­land vor allen Dingen von dem Gedanken ausgeben, eine Vetständianng mit den Polen auf friedliches Wege zu erreichen. Die Polen hätten ihm gegenüber ausgesprochen, daß sie zwar die feste Absicht habe«, die Provinz Posen von Deutschland abzutrennen und mit Russisch- und Oesterteichisch-Polen zu ver­einigen, um den großvolnischen Staat wieder ins Leben zu rufen. Me deutsche Regierung solle aber keineswegs vor vollendete Tatsachen gestellt werde«, die polnische Regierung würde vielmehr bei chrem Vor­gehen die Entscheidung der Friedenskonferenz abwatte«. Endlich, bemerkte Minister Ernst, daß gegenüber de« festen und ausgeprägten Nationalgesnhl der polnische« Bevölkerung den Deutschen in Posen nur ber Rat erteilt werden könne, ihre Interessen so gut wie es möglich ist, selbst wahrzunehmen und sich zusammen­zuschließen.

Berlin, 2. Jan. DasSerL' Tagebl." meldet aus Krotoschin: Der Grenzort Skalmierczyze ist von den Polen besetzt und ber dortige Grenzschutz aufge» hoben worden. Das polnische Provinzialkomitee ix Posen proklamiert Wahlenthaltung für die W vorstehenden Wahlen zur deutschen Nationalversaun»- lung.

In Ostrowo sind ber Bahnhof, die Post, bie Polizei, bie Banken und alle öffentlichen Gebilden in poluischer Hand, heute trat die Spezialkommis­sion, welche das ganze militärische Inventar übernahm, zusammen. Krotoschin ist ebenfalls von den Polen besetzt. In der Stadt Posen treten allmählich ge­ordnete Zustände wieder ein. Der Post- und Tele­phonbetrieb ist wieder ausgenommen. DasPosener Tageblatt" und dieOstdeutsche Warte" dürfen wie­der erscheine«.

Ueber bi« Mission Herrn v. Gerlach« in Posen schreibt ber Berichterstatter berBoss. Ztg." aus Pak«: Sein« Mission hat ihm in Posen eine allerdings recht traurige Popularität gebracht. So rote Herr v. Gerlach sich von ben Polen hat einroickeln las­sen, hat es nicht bald ein Abgesandter fertig gebracht. Man ist in deutschen Kreisen empört über bie Leicht­gläubigkeit be« Herrn v. Gerlach, und bie Polen mache» sich barüber lustig.

Posen, 2.Jan. Der Truppenübungsplatz War­th ela g er und Ostrowo sind in den Händen bet Polen.

In der Verhandlung im Eoldatenrat erklärte« der Oberpräsident «nd oer Regierungspräsident be« Ministern, daß sie zurücktreten werden.

Di« Uebergabe von Enes en.

Posen, 31. Dez. In Dnesen haben di« Polen, wie aus polnischer Quelle gemeldet wird, ohne Llutverigießen bte Dragoneikaserne besetzt und bie Verwaltung der Stabt übernommen. Am Sonntag kam eine Abteilung bes Heimatschutzes aus Bromberg an, welche bie Uebergabe ber Stadt ®nefen forderte. Es entspann sich ein kurzer Feuet- kampf, bei dem es einige Tote auf beiden Sette« gab. Darauf wurden Verhandlungen einge(eitet, die damit endeten, daß die Deutschen sich verpsiich« toten, ©tiefen und Umgebung zu verlasse«, während die Polen die Hälfte des eroberten Kriegs­materials Herausgaben. Die Gefangenen wurde« Teigeiaffen. Verschiedene kleine Städte «* Schrtmm, (Tjetnpin nfro. wurden auf Grund fried­licher Vereinbarung bt polnische Verwaltung über­nommen.

Paderewski rad die englische Kommisfion abgereist.

Berlin, 2. 3a«. Die deutsche Waffenstill- 'tandskommission teilt mit: Der Vorsitzende der eng­lischen Delegation ht Spaa, General Hating, rich­tete an ben englischen Oberstleutnant Wade, Zeit in Posen, folgendes Telegramm:

Ich erhielt vom englischen Auswärtigen Amt ben Auftrag, Sie anzuweisen, Ihre Reise nach S3a» chau ohne Aufschub fortzusetzen.- Oberstleutrmsß 'Babe würbe deutscherseits gemeinsam «ft Pad»

damit st« ben nötige« Stahl für die Erzeugung nenci Truppen nicht überall bee Widerstand entgegen- ^schosst gewinn». ?

§