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MmLur- mA Umse-sick. \

Marburg, 2. Januar.

Beamben-Verfammlnng. Wie aus früheren Mit­teilungen bekannt ist, haben sich sämtliche deutschen Be- iemten-Vereinigungen zur Wahrung ihrer Internen Pl einem großen Beamtenbunde zusammengeschlossen imb auch hier in Marburg hat sich eine Ortsgr ippe ge- grCnbet, bie am Sonntag bei sehr zahlreicher Beteili­gung, darunter auch vielen Damen, im Seebodesch.n Saale ihre erste Versammlung abhielt. Herr Ober- postasststent llrspruch, der die Versammlung leitete, verband mit seinen Begriißungsworten einen Hinweis auf die trüben Verbältniffe, in die unser Vaterland durch das völlig« Versagen der Diplomatie mährend des Krieges geraten sei und kam dann auf den dringend notwendigen Zusammenschluß sämtlicher Beamten zu sprechen. Auch die hiesige Ortsgruppe dürft« sich, so schwer «s bei dem bekannten Marburger Kastengeist auch halte, all« Beamten unter einen Hut zu bringen, zu einer einflußreichen Organisation entwickeln. Alle Beamten, einerlei welchen Ranges, batten doch jetzt im Gegensatz zu früber Ellbogenfreibeit nach jeder Richtung, die Autokratie sei endgültig zerschmettert und die neueste Teuerungszulage sei auch nur dem Zu­sammenschluß der Beamten zu verdanken. Der Vorstand sei b«i Ebert vorstellig geworden und hätte auch Ge­hör gefunden. Streik gebe es. so führte er dann aus, bei den Beamten nW. den überlaste man den Prole­tariern. aber diePassivität", die in ablehnendem Falle Platz greifen könnt«, sei auch eine recht unange­nehme Sache. Anschließend brachte ein weiteres Vor­standsmitglied ein« Abbandlung über den neuen Be­amtenbund und seine Ziele zur Verlesung. Der starke Ruck nach links habe alle Hemmnisse und Schwierig­keiten, bie dem Zusammenschluß der deutschen Ba- amten-Vereinigungen entgegengestanden, recht schnell beseitigt. Der neu« Bund stände, so wurde weiter er­wähnt, parteipolitisch auf völlig neutralem Boden, irgend ein Parteizwang für die Mitglieder bestände nicht. Das Ziel des Bundes fei, für geregelt« Ver- Laltnisse im deutschen Vaterland« seine ganz« Kraft einzusetzen und die Rechte der deutschen Beamtenschaft, die vielfach bedroht settn, in jeder Hinsicht zu wahren. Im . Verlaufe der recht lebhaften Aussprache machte Herr Prof. Trommershausen wissenswert« Mib teilungen über die bevorsteb«nden Wahlen zur Nationalversammlung und die Stellung, welche der Veamtenbund dazu einnehmen mvste. Es sei Pflicht, sich die Parteien genau anzusehen, ob die jetzige oder die frühere Freiheit die bessere sei, darüber wolle er schweigen. Jedenfalls müßten alle üch darüber klar sein, daß es so nicht weiter gehen könne; jedermann habe die Pflicht, in seiner Familie und in seinen Be­kanntenkreisen für die regste Beteiligung an der Wabl zu sorgen. Was wir jetzt brauchten, sei Arbeit, Ruhe und Sparsamkeit. Der Redner trat in seinen weiteren Ausführungen für einen Zusammenschluß der bürger­lichen Parteien ein. Ihm pflichteten verschiedene weitere Redner bei, «. a. wurde di« mit den Gehältern der Eisenbahnbeamten nicht in Einklang zu bringende Erhöhung der Lobnbezüg« der Eisenbahnarbeiter als Stimmungsmache bezeichnet. Es müste genau geschie­den werden, wasrechts" undlinks" sei. Stadjbem «och der Vereinigung der Listen der rechtsstehenden

'Parteien das Wort geredet worden war, fand ein An­trag Annahme, bei dahin lautet, den Vorstand des deutschen Beamtenbundes zu veranlasten, für «ine Ver­einigung der Wählerlisten bec, rechtsstehenden Par­teien Sorg« zu tragen. Aus der Mitte der Versamm­lung wurden aus den verschiedenen Beamtengruppen Herren als Beisitzer zum Vorstand gewählt. Ferner wählte man je einen Herrn aus der demokratischen, bet Dolkspariei, der Deutsch-nationalen und dem Zen­trum in den Wahlausschuß. Weiter beschäftigt« man sich noch mit der als besonders wichtig bezeichneten Wahl eines Wittschastsausschustes. In der Begrün­dung wurde darauf hingewiesen, daß gerade hier dafür gesorgt werden müsse, daß nach dem Einttitt in die Friedenswirtschaft ein Abbau der Wuchipreise, wie sie in keiner anderen Stadt von der Größe Marburgs be­ständen, stattfände. In anderen Städten, wo z. B. die ßanbroirte, um überhaupt ihre Produkt« hinzubringen, noch groß« Transpottkosten aufwenden müßten, seien die Preise niedriger, wi« in Marburg, da» mitten in einer Landwirtschaft treibenben Bevölkerung liege. Es sei damit zu rechnen, daß sich viel« Verkäufer in die Wucherpreisr verbobrt und nicht davon abzubringen seien. In den Ausschuß wurden sechs Herren und eine Dame gewählt. Nachdem man noch einige sonstige ge­schäftliche Angelegenheiten erledigt hatte, wurde di« Versammlung nach zweistündiger Dauer geschlossen.

* Letzte Fahrt. Die in den Räumen des anatomi­schen Instituts bisher untergebrachten Kriegsverwun- deten wurden durch die Küche der chirurgischen Klinik qesveist. Als der Speisewagen jüngst di« letzt« Fahrt nach der Klinik machte, befand sich auf der einen Seite als Aufschrift: .Letzte Fahrt", auf der anderen:Es vergessen der guten Verpflegung nie voll Dank die Verwundeten der Anatomie". (Eine gebührende Ehrung für die Küchenleitung.

* Brennende Laterne« bei Tag. In verschiedenen Zuschriften, deren Richtigkeit wir aus eigener Er- kahrung bestätigen können, wird darauf hingewiesen, daß ttotz des Gasmangels eine Anzahl Straßenlaternen Tag und Rächt brennen, besonders im Eüdviettel und in den Außenstraße« ist dies recht oft festzustellen. Ott stnd es auch böse Buben, welche die Laternen wieder in Brand setzen. Auf diese Gauner ist zu achten.

* Teuerungszulage fflr frühere Eiienbahnbedieustete. Bon der Eisenbahndirektion zu Taste! wird uns ge­schrieben: Rentenempfängern, die als frühere Eisen- bahnbedienstet« ihre Rente aus der Abteilung A der Vensionskasse für die Arbeiter der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschast erhalten und auf Grund der Be­kanntmachung bcs Reichskanzler» vom 3. Januar 1918 uir Zeit neben der Invaliden- oder Krankenrente eine Zulage von 8 <M, neben der Witwen- sWitwer-j ober Witwenkrankenrente eine Zulage von 4 M monatlich empfangen, wird in Rücksicht auf die durch den Krieg hervorgerufene allgemeine Verteuerung der Lebenshal­tung bis auf weiteres und zwar rückwirkend vom 1. Ok­tober 1918 ab eine in monatlichen "Teilbeträgen im voraus zahlbare weitere Zulage von 8 bezw. 4 M aus Mitteln der Etaatseisenbahnverwaltung gezahlt, so daß eine Verdoppelung ihrer bisherigen Rentenzulage eintritt. Die Zahlung wird von der dem Wohnorte des Empfänger» nächst gelegenen Stationskass« ge­leistet.

* Eine neue NrSeitergewerkschast auf wirtschafts- ftiedljcher und nationaler Grundlage hat sich, wie man uns mitteilt, am 20. November gebildet. Bereits sind in Frankfurt a. M., Wetzlar, in Rheinland, Westfalen, Hannover, in der Provinz und im Königreich Sachsen und in anderen Gegenden große Scharen von Arbeitern dieser neuen Gewerkschaft zugeströmt. Insbesondere haben sich die Mitglieder der Werkvereine, die durch die Revolution zum Teil zwangsweise aufgelöst wor­den find, dieser Gewerkschaft angeschlofien.

Tbeatee Konzerte. Versammlungen nsw.

Volks-iimlicher Vortragsabend. Unser heimischer Sanges- und Vorttagskünstler Philipp Ströbel be­absichtigt im neuen Jahre unter Mitwirkung verschie­dener Kunstkräst« einige Abende zu veranstalten. Der erste findet Dienstag, den 7. Januar, abends 8 Uhr, an Saal« des Kaffee Ouenttn am Steinweg statt und umfaßt G-fanns-, Deklamation»- und Klaviervorttäae.

* Die Lichtspiele schreiben uns: Die Regie von Eich- herg bat wieder eine Melsterleiftunq vollbracht.Der Narr hat fie geküßt!" ist ein Geschehnis aus dem Ar- ttftenleben, das das Thema anschlägt von dem Blute das nicht vom Blute läßt. Der Film ist ganz neu, und di- Direktion bietet damtt das Beste, was die Gegen- mart hervorgebracht. -

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() Amöneburg, 80. Dez. In Amönebvro nnb Fronkenberq hatten sich in dieser Woche die An­hänger der Zentrumsnattei zu gut besuchten Versamm­lungen eingefunden, die von £>erm Geists. Rat Kratz »nd Kurvt«« QueN geleitet wurden. Batteisekretär Müller-Marburg sprach über daS gro^ügiae Bro 'ramm der Zentrumsvartei. die er als echte christliche Bolksvattei kennzeichnete. Die AuSfprache brachte be­sonders die Forderung an die Regierung, jede Ge­meinde als Stimmbezirk einzurichten, um auch der Landbevölkerung freie Wahl zu ermöglichen.

:: Neustadt, 30. Dez. Durch ein Militärauto wurde das fünfjährige Kind des Arbeiters Josef Krapp überfahren und so schwer verletzt, daß der linke Arm in der chirurgischen Klinik in Marburg amvuttert werden mußte. Auch die Füße haben schweren Schaden gelitten.

L Gladenbach, 80. Dez. Nach Abzug ber ^inguarttemng bei einem hiesigen Einwohner, der bk steute gut bewirtet hatte, stellte sich heraus, baß eine Anzahl seidener Tücher und Fleischvorräte fehlten.

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5effen*9tnff(m und Nachbsvaebiete.

(?s Gießen, 30. Dez. Im laufenden Jahre sind hier für etwa 3 Millionen Mark Bau Grundstücke ver- worden. Besonders in der letzten Zeit wurden flr Geschäftshäuser, die Handwerksmeister erwarben hohe Preise bezahlt. Bei Bauvlätzen kostet der Gua- dratmeter durchschnittlich 15 Mark.

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Unpolitische Zayrrnachrichten.

Einquartierung". Berlin, 31. Dez. In zwei Fällen erschienen Soldaten in Bürgerwohnungen und erklärten, einquatttert zu sein, in einem Fallzum Schutz gegen einen bevorstehenden Putsch der Bolsche­wisten". Sie raubten bann bie Wohnungen aus |

und schlugen die eine Wohnungsinhaberin nieder^ ebenso eine Schneiderin, die die Soldaten in der ihn«» gutgläubig überlassenen Wohnung überrascht«.

Werktage für die Wahle«.

6. Januar: Ablauf der Frist für die Auslegung bet Wählerlisten. Etwaige Einsprüche gegen btt Wählerliste muffen bis zum 6. Januar bei bet; Eemeindeverwaltu ngsbehorbe angebracht wer«' den.

12. Januar: Letzter Tag für bie schriftliche Mittet« lang an den Wahlkommissar, daß Wahlvor« schlüge miteinanbet verbunden werden sollen. Bis zum 12. Januar müssen auch alle Maßnahmen für die technische Durch« führung der Wahlen getroffen sein.

14. Januar: Spätestens an diesem Tage haben die Bekanntmachungen über sämtliche zugelaffenen Wahlvorschläge und über etwaige Berbindmm gen von Wahlvorschlägen zu erfolgen.

16. Januar: Letzter Tag für die Ernennung de» Wahlvorstandes, der aus dem Wahlvorstehet bezw. seinem Stellvertreter, 3 bis 6 Beisitzer sowie 1 Schriftführer besteht.

19. Januar: Wahltag. Die Wahlzeit dauert von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags. An« mittelbar nach Schluß der Abstimmung werden die Wahlumschläge uneröffnet gezählt, ebenso die Abstimmungsvermerke in der Wählerliste.

25. Januar: Berufung des Wahlaüsschuffes zur Er­mittlung des Wahlergebniffes. Nach Festste!- j lung unverzügliche Bekanntgabe des Wahl­ergebniffes.

1. Februar: Spätestens an diesem Tage müffen bie Gewählten eine Erklärung abgeben, ob fie die auf sie gefallene Wahl annehmen.

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Vermischtes.

Statistisch«» vom Frauenhaar. Die Tugend de» Statistikers ist die Geduld. Rur mit Geduld war dl« Frage, wieviel Kilometer Haar eine Frau wohl auf dem Kopfe tragen mag, zu lösen, und die Statistiker haben darauf auch in langen und mühsamen Feststellun­gen eine Antwort gefunden. In der Regel find bi« blonden Frauenhaaren üppiger und dichter al» die dunkleren. Eine dunkelhaarige Frau ttägt durchschnitt­lich eine Haarmenge von insgesamt 70 Kilometer mit üch herum, während eine Üppige Blondine bisweilen logar 135 Kilometer und selbst eine noch größere Haar­menge erreicht. Dagegen ist das dunklere Haar stärker und widerstandsfähiger, es kann eine Last von 118 Gramm traggen, ohne zu zerreißen, während das hell­blonde, goldig schimmernde Haar bereits bei 68 Stamm bricht.

Verleger und für die Schriftieltung verantwortlich: ' Dr. phil. C. Hi tz e r o t h in Marburg. >

Amtliche Bekanntmachungen

der Landraisömter Marbnrg und Kirchhain.

...u i

Gemeinsame Pekanntmachnnge«.

Unter den Rindviebbeständen der Gutsverwaltung Haina (ÄIcRei) fei Kreise Frankenberg ist die Maul- unb Klauenseuche ausgebrochen. Haina mtt Gemar­kung wurde zum Sperrgebiet erklärt.

Marburg u. Kirchhain, de« 27. Dezember 1918.

Die Landräte: (1657

I. B.: Loock, Rechnungsrat. I. L. 9. Goldammer.

Der Marburger Arbeiter- und Eoldatenrat:

I. A.: Erdenberger.

In der Gemeind« Oberquembach, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.

Marburg und Kirchhain, den 26. Dezember 1918.

Di« Landräte: (1658

I. B.: Loock, Rechnungsrat. I. B. v. Goldammer.

Der Marburger Arbeiter- und Eoldatenrat:

I. A.: Erdenberger.

In der Gemeinde Lolpettshaufen, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich ftpgesteltt worden.

Marburg und Kirchhain, den 26. Dezember 1918.

Die Landrät«: (1660

I B.: Loock, Rechnungsrat. I. B. v. Goldammer.

Der Marburger Arbeiter- und Soldatenrat:

I. U: Erdenberger.

Verordnung über die Zutticksührung von Waffe« «nd Heerergnt in de« Besitz de» Reich».

Boni 14. Dezember 1918.

| Trotz aller ergangenen Aufforderungen und Kon­trollmaßnahmen befinden sich noch immer zahlreiche aus den Beständen ber Heeresverwaltung stammende Waffen sowie bedeutende Mengen an Heeresgut und Heeresgerät unbefugterweise im Besitze von entlassenen Soldaten und von Zivilpersonen. Diese Zustände können nicht länger gtbulbet werden. Die Reichsregie­rung sicht sich daher genötigt, chnen entgegeniulreten.

Wir verordnen mtt sofortiger Gesetzeskraft:

, 8 £

Wer sich unbefugt in dem Besitze von Waffen be­findet, dre aus HeereSbeständen stammen, ist! ver- pflichtet, sie innerhalb der von den zuständigen Be­hörden bezeichneten Frist abzuliefern. Wer zuständige Behörde ist, bestimmt die LandeSzentralbehörde.

Unbefugter Besitzer ist, wer ohne den Willen der Regierung ober bet ihr unterstellten Organe den Besitz solcher Staffen erlangt hat oder erhält.

i 12.

i Die gleiche Lerpflichiung liegt demjenigen ob, der BeereSgerät und Heeresgut aller Art (Fahrzeuge, ins­besondere Kraftfahrzeuge, Pferde) in Besitz hat, ohne fich über den rechtmäßigen Erwerb dieser Gegenstände ausweisen zu können. Handelt eS sich um muitärische Belleidungs- ober Ausrüstungsstücke zum persönlichen Gebrauche, so ist dem Besitzer der Nachweis bei un­rechtmäßigen Erwerbes zu führen.

/ 11 c

V Wer sich nach Ablauf der Frist noch unbefttgterweise >lm Besitze VS« Gegenständen der in U l, und 8 be­

zeichneten Art befindet, wird, unbeschadet einer nach den allgemeinen Strafgesetzen wegen der unbefugten Aneignung etwa bereits verwiEen Strafe, toegen Unterlassung der ängeordneten Ablieferung mit Ge­fängnis bi» z« 6 Jahren und mit Geldstrafe bis zu 100000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft.

6 4.

Wer der an geordneten Ablieferung innerhalb der vorgefchriebenen Fttst nachkommt, bleibt für eine et­waige vor der Ablieferung begangene, auf den abge- lieferten Gegenstand bezügliche unbefugte Aneignung straffrei.

Die AuSführungSbestimmungen erlassen die LandeS- zentralbehörden.

Berlin, den 14. Dezember 1918.

Der Rat der Bolksbeauftragten. Ebert. Haase.

Wird veröffentlicht: 1641

Dt« Herren Bürgermeister «ich Gutsvorsteher «olle« vorstehende» ht ortsüblicher Weife mehrmals be­kannt «lache« lassen. «Di« oben bezeiget« Frist zur Ablieferung von Waffe« usiv. ist auf de« 6. Januar 1919 festgesetzt.

Marburg und Kirchhain, den 27. Dezember 1918.

Die Landräte: (1663

v. Loewenstei«. I. v.: ». Goldammer.

Marburger Arbeiter- und Eoldatenrat.

Hillmeqer, Vizefeldwebel.

Die Schwierigkeiten der Arbeitsbeschaffung, Er, «Lhrnng und Unterbringung gerade 1« G--verli«, veranlaße« r«» zu einer dringenden Warnung vor dem ZnzHg solcher Personen nach Groß-Berlin, Welch« hier weder Wohnung noch Arbeit habe«.

Ben« es nicht gelingt, diesen Zustrom erwerbs- und obdachloser Personen nach Groß-Berlin zu ver­hindern, muß es hier zu einem allgemeinen Zusam­menbruch kommen, der von den schwerwiegendsten Foloen für ganz Deutschland werden Knute.

Wir bitten daher dafür Sorge tragen zu wollen, daß mit allen Mittel« in geeigneter Weise dem Zu­strom arbeit», und erwerbsloser Personen «ach Groß-Berlin «orgebengt wird, insbesondere durch öffentliche, in die Rügen fallende und stet» wieder­holte Warnungen der Bevölkerung.

Berlin, den 25. November 1918.

, gez. Wermuth.

wird veröffentlicht. (1529

Marburg und Kirchhain, den 5. Dezember 1918.

Die Landräte:

v. Loewenstein. I. v.: v. Goldammer.

Der Ma-burger Arbeiter- und Soldatenrat:

J.L.: Erdenberger. ____j_

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher «er. ben ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Wahl zur verfafluwggebeuden Deutsche« Rattonalversammlung am 19. Januar 1919 stattsindet.

Ortsübliche Bekanntmachung hat zu erfolge«.

Marbnrg «nd Kirchhain, den 27. Dez. 1918. (1661

Dio Landrät«:

v. Loewenstein. I. B.: «. Goldammer.

Der Marburger Arbeiter- und Eoldatenrat:

I. Erdenberger.

Kreis Kirchhain.

Die durch bk Waffenstilfftanbsbebizlgung«« ge­schaffene Transportlage macht Abtransport ausländi­scher Oftarbeiter zur Zett unmöglich.

1. Di« Arbeitgeber find gehalten, die von ihnen bis­her beschäftigten arbeitet so fang« unter den gleichen Vertragsbedingungen weiter zu beschäftigen, bi» durch den zuständigen Demobilmachnngskommiffar oder die von ihm beauftragte Stelle die ZurLcksührung der Ar­beiter ang-mrimet wird.

2. Machen die Besetzung bet Arbeitsplätze durch deutsche Arbeiter, der Mangel an Arbeitsgelegenheit oder ander« wichtige Gründe eine Beschäftigung des Arbeiters bis zum Z-itpuntte feiner Heimreise unmög­lich. so können di« Arbeiter unter Innehaltung einer 14 tägigen Kündigungsfrist au« dem zur Zett bestehen­den Arbeitsverhältnis entlaßen werde«. Rach Ablauf der Kündigungszeit hat der Atbettergeber für Unter­kunft «nd Verpflegung der Arbeiter weiter zu sorgen, sofern dies von ihm bisher geschehe« ist und der De- mobilmachungskommiffar tone andere Regelung trifft. Im Fall« dieser Antetkuuft und Verpflegung beim bisherigen Arbeitgeber hat We Gemeinde oder bei Ge- meindevetbanb dem Arbeitgeber eine vom Demobil- machungskominiffar allgemein oder für den Einzelfall festzusetzende Vergütung im Rahme« ihrer sonstigen FLtsorgeaufwendunge« zu gewähren.

3. Wurde den Arbeitern bisher von ihren Arbeit­geber« toebet Unterkunft noch Verpflegung gewähtt, so steht ihnen die volle Erwerbslosenunterstützung an ihrem Wohnorte bis zum Zeitpunkte ihrer Heim­reise zu.

4. Weigern flch di« Arbeiter, die ihnen von ihren bisherigen Arbeitgebern angebotene Arbeit auszu­führen, so erlischt, ben allgemeinen Bestimmungen der Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge vom 13. November 1918 entsprechend, ihn Anspruch auf Er- werbslosenunt-^stützung. Das Gleiche gilt, sofern die Arbeiter die llebernahme einer Befehlsarbeit verwei­gern, die ihnen vom Demobilmachungskommiffar oder Vorsitzenden des Demobilmachungsausschuffe» zuge­wiesen wird.

5. Zur Behebung von Ettettigketten zwischen Ar­beitgebern und Arbeitnehmer« find parttättsche Schlich- tungsausschüff« bei den Demobilmachungsausschüssen zu bilden.

6. Für die deutschstämmigen Rückwanderer, die ihren Verbleib in Deutschland wünsche«, finden die Be­stimmungen kein« Anwendung.

7. Auf Grund der Verordnung Über den Erlaß von Ettafbestimmungen durch da» Reichsamt für di« wirt­schaftliche Demobilmachung vom 27. November 1918 sReichs-Gesetzbl. 6. 1339) wird bestimmt, daß Zuwider- banbhingen gegen bie von dem Demobilmachungs- kornmilfaren erlaßenen Anordnungen zu Ausführung von Ziffer 1 und 2 auf Antrag des Demdbilmachungs- kemmißars mtt Geldstrafe bi» zu eintausendfünfhundett Mark bestraft werden.

KirWain, de« 27. Dezember 1918. (1651

Der Landrat: I. v.: v. Goldammer.

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