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Berlin. 31. Dez. Die Bereinigun-' zur Bekäme
Leabpchttgt, liegen tettrnttftHfte Akte der v-utichrn Bot-^ Icheivlste« t'iet onerglschc fiegtxtgi'i otion zu entfetten Ei« bittet die Anhänger der Ordnung und
Der »ureigenprell beträgt für die 8geb. Zeile 25 4 ; «mtHrfje ausroärHne 1 r 1 u 6ammebXni. 20 4. * 10«/, Ärieqsiultfjlea. Ket!ame?eUe 1 X. Jeder Rabattf x ö* am ,l, «arrabatt. — «ei Auskunft burrfi die »eichättsstelle ». Vermittlung bet Ingebete 25 4 EendergedLhr. - Postscheckkonte: Rr. 5C15 Amt Frankfurt a. M.
51t deutschen Irnnjtn im Dihn.
Berlin, 1. Ian. Die deutsch« Waffenstill- standskommission teilt mit: Uebar den Rücktrans- Dort der deutschen Truppen aus Rußland und der damit zufammenbängenben Frage der Bekämpfung des russischen Bolschewismus durch deutsche Truppen erfolgt seit 14 Tagen ein politisch bedeutsamer Notenwechsel zwischen dem Oberkommando der Verbündeten und der deutschen Waffenstillstandskom- miiston. Marschall Fach hat ’n einet Rot» den Artikel 12 des Wafsensiillftandsvertrags so ausgeleat. als ob di» deutschen 7nt»t»en io lanae in Rußland nfetben Mb'ßt-tt, als es die Westmächte für richtig befinden im Interesse der Bekämpfung des russischen Bolschewismus durch deutsches Militär. Zugleich beklagt sich Foch darüber, daß die deutschen Truppen in Rußland im Kampf gegen die Bolschewisten nicht eifrig genug seien, ja daß sie geradezu den Bolschewismus in den von ihnen noch besetzten russischen Gebieten begünstigen und unterstützten. Dieser Auf- faffung stellte General v. Winterfeldt die Entstehungsgeschichte des Artikels 12 gegenüber. Der ursprüngliche Wortlaut der Wasfenstillstandsbeding- ungen forderte die sofortige Zurückziehung der deutschen Truppen von den besetzten russischen Gebieten: die deutschen Vertreter schlugen jedoch vor, im Inter- esie der Bewohner dieser Lander die deutschen Truppen vorläufig dort zu belasten. Ferner wiederholte die deutsche Waffenstillstandskommission ihr Ersuchen, zum Rücktransport der deutschen Truppen auz^ver Ukraine (rund 250 000 Manns den Seeweg freizugeben. Nach der letzten Meldung ist die Bahn für den Abtransport aus Nikolajew bereits in ber Händen starker Dolschewiltenbanden. Der Landweg ist völlig abgeschnitten. Einen deutschen Bahnschutz gibt es nicht mehr. Die Gefahr wächst täglich, da mit den Angriffen übermächtiger russischer revolutionärer Kräfte zu rechnen ist. Die Kampfkraft der noch auf russischem Boden stehenden deutschen Truppen ist infolge der Abgabe von Waffen unfr Munition sowie durch den Mangel an Geldmitteln und ausreichender Verpflegung sehr geschwächt.
Ei« englische» Ultimatum?
Wie der „D. Tagesztg." von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, haben di« im Baltikum gelandeten Engländer ein U l t i m a t u m an das deutsche Oberkommando und damit an die deutsche Regierung gerichtet, nicht nur die Bolschewisten auf der bisherigen Linie aufzuhalten, sondern auch Walk und Wenden wiederzunehmen. Anderenfalls würden die Westmächte in Deutschland e i n r ü ck e n. Die Bolschewisten haben zwei Heere angesetzt, eines in der Stärke von vier Dinisione- auf Riga und eines in der Sötte von drei Divisionen auf Wilna— Kowno. Das Heer auf Riga ist von einem aktiven russischen General geführt und gut ausgerüstet. Vorläuf’g haben wir dagegen nur 10 Bataillone zur Verfügung, von denen indesten nur drei als unbedingt zuverlässig gelten. Die Engländer haben in Riga eine Zerstörerflottille und einen Kreuzer, mit Truppen, die bereit sind, an Land zu gehen, in Libau eine Zerstörerflottille und einen leichten Kreuzer und in Reval eine ZerstörerpottWe. Auf das deutsche Ersuchen hin, Hilfe gegen bU Bolschewisten zu leisten, haben sie abgewinkt: nur in Riga kam eine Artillerieunterstützung in Gang.
den Fremden angehalten, und es ist Auftrag erteilt, ausländische bolschewistische Agenten und Agitatoren unter Vornahme entsprechender Haussuchungen zu verhaften.
Da» Programm der Spartakisten.
Berlin, 1. Jan. In der gestrigen Nachmittagssitzung des Spartakusbundes sprach Rosa Lu- remburg über das politische Aktionsprogramm des Bundes. Sie führte u. a. aus: Wir müsten uns auf eine Periode sehr starker Zusammenstöße gefaßt machen. Als erste Richtlinie ergibt sich der Sturz der Regierung Ebert-Scheidemann und ihre Ersetzung durch eine proletarische Regierung Wir müßen die Regierung unterminieren durch einen revolutionären Masienkampf des Proletariats auf Schritt und Tritt. Liebknecht forderte die I n t e r » nationalisierungdesDürgerkrieges. Radek hat uns gestern den brüderlichen Gruß der Sowjetregierung überbracht, llizfere Antwort soll rein, der gemeinsame Kampf des deutschen und rufst- lchen Proletariats im Waffenrock gegen den gemeinsamen Ententefeind. — Siehe auch 2. Blatt.
Marburg
Donnerstag, 2 Jannar
Die bMmMe Wt.
Berlin, 31. Dez. In der „Deutschen All«. Zig." zoird au» zuverlässiger Quelle gemeldet, daß der bolschewistische« Propaganda in Deutschland gegenwärtig '«och Depots in Höhe von insgesamt zwölf Milli- jonen Mark zur Verfügung stehen, die sich zum vber- I 'wiegenden Teil ans Mitteln der großrussischen Reff gierung zusammensetzen. Diese Bet-äge sollen in erster 1 . Linie zur Einleitung einer kräftigen bolschewistischen i Propaganda unter den deutschen Industrie- und Trans- e Portarbeitern dienen. Besonderes Jnie-este roeitben die f großrussischen Drahtzieher in letzter Zeit dem ober- I schlesischen Jndustrierevier zu. Du ch Stillegung 1. der Kohlenförderung und Lahmlegung r der Lebensmitteltransporte erhoffen sie F den Ausbruch des Bürgerkrieges in den deut’chen [ Städten erzwingen zu können. In den letzten Tagen I chegaben sich von Moskau aus neun bollchewistliche Agi- i ,t<itoren nach Polen, um mit bedeutenden Geldmitteln [ den Sturz bet gegenwärtigen Machthaber in Polen zu . betreiben. Einige von diesen Agitatoren konnten in I Warschau verhaftet werden. Drei haben sich nach I Oberschlesien begeben. Die bolschewistische Bewegung fc 1» Polen ist stark im Wachsen begriffen. In den letzten Tage« haben zwischen Leitern oberschlestscher Meutan- toerfe kn Berlin eingehende Besprechungen über di« '• gegen den wachsenden Terror im Industriebezirk zu er- I Preisenden Maßnahmen staitgefunden. Allgemein I wurde betont, daß die Lage äußerst ernst sei und einet folgenschweren Krisis zutreibe. Ein ausreichender .milMtllchet Schutz ist umso notwendiger, als regel- fpartakisti'ch- Verschwörungen gegen einzelne
Sicherheit «* llebermtttlnng des einschlägigen Mate- r* Uriah», da» auf Munich vertraulich behandttt wird. Die iVerelnigung ist parteipolitisch völlig neutral. Ihre einzige Aufgabe ist an der Wiedereinsübrunq g e o t d - meter Zustände mitzuarbeiten, gleichgültig unter welcher Steuerung.
Der Frieden gefährdet.
Genf, 31. Dez. Der „Temps" schreibt, daß die »miliche Anwesenheit von Vertretern der mit den Westmächten im Kriegszustände befindlichen ' Sowfetregierung auf deutschem Boden (Radek) den Verbündete« die Fortführung der Waffenstill- Ltandsverhandlun^en und die von Frie
densbesprechungen unmöglich mache.
j Berlin, 31. Dcz. Die Franzosen haben in der neutralen Zone in den letzten Tagen eine bedeutend schärfere Kontrolle eingeführt. Auf Vorstellungen von deutscher SeVe hat der französische General erwidert, daß diese Beschränkungen bet bürgerlichen Freizügigkeit unvermeidlich seien, da «an die unruhigen Elemente unter strenger Aussicht halten mäste.
Der „Vorwärts" schreibt: Die Entente will den Bolschewismus a u s r o 11 c n. Das bedeutet, daß i «uch unsere Hoffnungen auf Lebensmittel zerstört »erben und die Blockade lückenlos aufrecht erhalten bleibt, wenn der Bolschewismus in
Dit Engt in der Mark.
Berlin,!. Jan. Der Deutsche Volksrat West- posens richtete an die Deutsche Wafsenstillstands- kommission folgende Ditte: 800 000 Deutsche bitten die Waffenstillstandskommissian mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken, daß bis zur Entscheidung der Friedenskonferenz die Grenzen des Deutschen Reiches vom 1. 8. 1914 geachtet und aufrecht erhalten bleiben, und daß unter keinen Umständen einer Besetzung der Ostproainzen durch polnische oder (Ententetruppen zu gestimmt wird. Dafür, daß der Friede int Osten n'-ij‘ gestört »irb, kann der Deutsche Volksrat für bte Deutschen garantieren. Alle gegenteiligen Meldungen sind erfunden. Es kann auch keine Red« sein von irgendwelcher Hetz» oder Unterdrückungspolitik in der Provinz Posen. Die neue Regierung verwirft sie im Prinzip, und die im Volksrat zusammengeschlostenen Deutschen sind ebenso ehrlich gewillt, den beiden Nationalitäten gerecht zu werden, d. h. auch Polen ein nationales Eigenleben zuzubilligen. Aber deshalb fordert er auch ebenso energisch die Anerkennung der deutschen Rechte und erklätt, daß Ruhe und Ordnung ohne jede fremde Beihilfe gewahrt bleiben werden.
Berlin, 31. Dez. Bei den Unruhen in Pofen und den dortigen Kämpfen zwischen Polen und Deutschen fand-n Ausschreitungen des polnischen Pöbels mit Unterstützung polnischer Soldaten gegen die Juden statt. Wie eus Posen Hergerclste mittellen, soll in der hauptsächlich von Iud-m bewohnten Gegend ein regelrechter Judenpogrom stattgefunden haben, wobei viele iüdlsche Wohnungen geplündert und viele Juden getötet wurden.
Nach einer offiziösen Meldung haben die deutschen und polnischen Behörden in Posen das Standrecht über die Stadt verhängt. Alle Offiziere sind zu entwaffnen und haben ihre Rangabzeichen abzulegen Die Offiziere, sofern sie nicht unbedingt in der Garni- lon benötigt werden, haben sofort die Stadt zu ver- lallen. Zuwiderhandelnde werden vor das Standge- richt gestellt.
D r e s b e n , 31. Dez. Die „Dresdener Neuesten Nachr." melden aus Berlin: Die Eisenbahn Posen -'H’orr ist von den Polen besetzt. Die Eilenbahn- linie Posen—Lista i t in Händen er polnischen Arbeiterräte. Nach Meldungen aus Schneidemühl haben die Polen bereits in Gnesen durch Mane*- anschläge.die Vereinigung mit dem Königreich Polen ausgesprochen.
S ch n e i d e m Ü h l. 31. Dez Die örtlichen Arbeiterund Soldatenröte in Mreschen, Miloslaw und Schrodo haben den Anschluß an da» Königreich Polen offiziell vollzogen.
Berlin nicht bedroht. — Freiwillige vor!
Berlin, 31. Dez. Das Kriegsministerium teilt mit: Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, entspricht die Nachricht, die während der gestrigen Vollsitzung der Groß-Berliner Soldatenräte allgemeine Beunruhigung erregt hat, daß 30 000 Polen bereits auf Berlin anmarschieren und daß sie schon bei Bentschen ständen, nicht den Tatsachen. Die Dinge haben zwar in Posen eine sehr bedenkliche Entwicklung angenommen und sind geeignet, jedes deutsche Herz mit b a n g st e r Sorge vor der Zukunft zu erfüllen. Jedenfalls muß es völlig ausgeschlosten sein und bleiben, daß auch nur eine mittelbare Bedrohung Berlins durch polnische Streitkräfte zur Tatsache wird. Wie der Delegierte Krebs in der Sitzung der Soldatenräte sehr richtig betonte, ist der Grenzschutz O st außerordentlich wichtig. Es fehlt aber noch an Mannschaften, es heißt also „Freiwillige vor!" Gediente ausgebildete Soldaten, die zur Zeit beschäftigungslos sind, sollten sich zur Aufnahme als Freiwillige für Formationen des Grenzschutzes Ost
Deutschland sich zu einer starken Erscheinung entwickeln sollte. Wenn die Entente den Argwohn hat, daß Deutschland unter bolschewistischem Einfluß stände und daß die Heere Deutschlands an der Seite des Bolschewismus in einen neuen Krieg gegen die Westmächte ziehen, dann hatsiekeinJnteresse mehr, «uch nut ein Kilogramm Brot an uns zu liefere «nd Deutschlands Ernährungsschwierig- feiten zu mildern: dann droht uns der völlige Untergang. Rußland hat gerade großmütig für Deutschland zwei Züge mit Brot liefern wollen. Die deutsche Regierung hat dies abgelehnt. Zwei LisenbahnzLge mit etwa 700 Tonnen Brot, das bedeutet 10 Gramm auf den Kopf unseres Volkes. Am diese 10 Gramm sollten wir unsere llnabhän- gigkeit vom Bolschewismus verkaufen, sollten wir uns die Aussichten auf die Lebenrznittelvorräte der .übrigen Welt verderben?
Bolschewistische Propaganda in der Schweiz.
Bern, 31. Dez. Der Schweizerischen Bundes- «moaltschaft ist aus sicherer Quelle zur Kenntnis gekommen, daß Reisende aus Deutschland, darunter ehemalige Soldaten und Kriegsgefangene, bolschewistische Propagandaliteratur sowie Instruktionen für Verleitung bolschewistischer Propaganda in Kleidungsstücken mit sich führen. Die Spartakus- leute in Deutschland sollen eigene Kommissionen gebildet habe«, um ihrer. Einfluß in neutralen Ländern geltend zu machen. Ihre Agenten sollen-verbuchen, von Skandinavien mit falschen Pässen über Frankreich «t die Schweiz zu gelangen. Die Po- lizsiergmie der Kantone und Gemeinden sind der- AalS ft schärfster BeaukstchtiKurrtz alle; ankommeü»
geben Auskunft über die Aufnahmebedingungen. Vor allem fehlt es auch an Aerzten und Sanitäts« personal.
Paderewski. — Die verbündeten.
WB. Berlin, 31. Dez. Gegenüber den viel« achen Gerüchten, die über die Anwesenheit Pa« derewskts in Posen verbreitet werden, wird mitgeteilt: Deutscherseits war für die Reisegesell« lchaft des Klavierkünstlers Paderewski, der in letzter Zeit als Vertreter Polens in Amerika bestellt war, freies Geleit nur für die Fahrt von Danzrg nach Warschau zugesichert, jedoch nicht zur Reise nach Posen. Die Aufforderung des deutschen Offi« ziers, der Paderewski entgegen gesandt wurde, Paderewski möge sogleich nach Alexandrowo fahren und der Protest gegen die Reise Paderewskis nach Posen wurde von dem Paderewski begleitenden englischen Oberst Wade entgegengenommen, der jedoch behauptete, daß die Waffenstillstandskommif« sion über die beabsichtigte Reise Paderewskis nach Posen unterrichtet sei. Diese Behauptung entspreche aber nicht den Tatsachen. Vielmehr bezog sich bet Antrag des Vorsitzenden der englischen Wasfenstill« ltandskommission lediglich auf freies Geleit für die Reise Paderewskis von Danzig nach Warschau, das deutscherseits auch n u r für diese letztere Reiseroute zugesagt wurde. Die deutsche Regierung hat durch ihre Vertreter in der Wafsenstillstandskommissian in Spaa bereits vor Ausbruch der Unruhen in Vosen scharf betont, daß der Aufenthalt Paderewskis in Posen keinesfalls gestattet werden und daß eine Verantwortung für etwa aus Paderewskis Anwesenheit in Posen entstehende Vorkommnisie nicht übernommen werden könne. Auch neuerdings wurde von unfern Vertretern in Spaa Einspruch dagegen erhoben, daß das dem englischen Oberst üBrtbe aernährte Freigelett zur Anzettttung an:- rührerischer Demonstrationen mißbraucht werde. Es ist an die Verbündeten das Verlangen gestellt worden, sofott Anweisung zu geben, daß Paderewsk* und Wade Deutschland auf dem schnellsten Wege verlassen.
Rotterdam, 31. Dez. Die „Morningpoft" meldet: Die Verbündeten zeigen keine Neigung, den polnischen Wünschen vor Zusammentritt der allgemeinen Friedenskonferenz Entgegenkommen z» erweisen. Unter Umständen ist ein Eingreifen der Verbündeten in Polen über deutsch« Häfen ft erwarten. s
Ausschreitungen in Danzig.
V e r T t n, 31. Dez. Am 19. Dezember fand bet einem Besuch des Ministers Hirsch in Danzig eine Kundgebung der Deutschen statt. Im Anschluß an diese Kundgebung nahmen leider einzelne radaulustige Elemente in polnischen Läden und in der polnischen Zeitung Plünderungen vor. Die bedauerlichen Ausschreitungen gaben dem Obersten oolnischen Volksrat in Posen Anlaß, sich an die Westmächte zu wenden und um Schutz gegen Polen« progrome zu bitten. Es muß als eine starke Uebertreibung bezeichnet werden, daß die an sich beklagenswerten Ausschreitungen vereinzelter deutscher Elemente als Progrome charakterisiert werden. Wie übrig-ns von zuständiger Stelle mit« geteilt wird, hat die Staatsansvaltschaft die strafrechtliche Verfolgung der Schuldigen in die Wege geleitet. — Man hat nie etwas gehört, daß die Staatsanwaltschaft gegen polnische Aus, schreitungen einbegriffen hat!
Kopenhagen, 1. Jan. Der amerikanische Kreuzer „Chester" ist gestern früh von hier nach Danzig abgegangen. Zwei amerikanische Torpedojäger haben sich nach Lübeck b* - geben.
Blutiger Zwischenfall in Allenstei«.
B e r l i n, 31. Dez. Bus Allenstein wird dem „Lokalanz." berichtet: Montag sollte das in Allen» stein gar, ifonierenbe Feldatt.-Re^,t. Nr. 73 mit einer Abordnung des A.» und S.-Raies hinter der roten Fahne einziehen. Die Truppen w 11« gerten sich, zerriffendieroikFahne und verbrannten sie. Der A.- und S.-Rat ließ darauf Truppen aufmarschieren und nach nochmaliger Aufforderung, hinter der roten Fahne einzuziehen, Feuer aus Gewehren und Maschinengewehren eröffnen. Drei Offiziere wurden getötet und eine Anzahl Offizier« und Mannschaften verwundet. Die „Allensteiner Zeitung" und bas „Allensteiner Volksblatt" wurden wegen ihres Berichtes übet diesen blutigen Zusammenstoß vom Arbeiter- und Soldatenrat verboten. — In einem Bericht bee Vollzugsrates des 20. Armeekorps, der die Sach«, läge z. T. wesentlich anders darstellt, heißt es: Zwischen den zum Empfang erschienenen Mitgliedern der Volkswehr und den Offizieren der zurückkehrenden Truppen entspann sich ein Wortwechsel, in dessen Verlaufe Major v. Pohl von der üjnt
Mitou, 31. Dez. Der Soldatenrat Mitau teilt mit: Die Engländer im Hafen von Riga fordern, daß die deutschen Inippen zum Schutz der Bevölkerung hierb'eiben und drohen, Deutschland sür alle Schäden und Verbrechen der Bolschewisten haftbar zu machen. Von Norden vordringende russische Truppen find vor LiM durch die Lrviftüü aMchalteu worben.
Die Bewahrung Deutschlands vor weiteren Schäden und die ^urücksührung der Armee, so weit sie im Abtransport ist, ist nur möglich, wenn die englischen und die freiwilligen Truppen ihre Pflicht tun. Der Generalbevollmächtigte Winnig und da« Armee-Oberkommando 8 in Riga erlassen Aufrufe an die Truppen zur Meldung weiterer Freiwilligen, denen von der estländischen Regierung als Belohnung neben 10 Mark täglicher Löhnung volle staatsbürgerliche Rechte und die Möglichkeit des Landerwerbs versprochen werden.
London, 31. Dez. Die „Time«" erfährt aus Stockholm: Die Litauische Telegraphenagentur meldet: daß der Führer der litauischen Bolschewisten Kaksuka mit einem großen Stab und reichlichen Geldmitteln auß Rußland in Wilna an gekommen ist und der Presse mitgeteilt hat, daß Litauen zu einem Teil der Sowjetrepublik erklärt werden wird. Angesichts dieser Gefahr hat eine Abordnung der litauischen Regierung in Libau eine Unterredung mit dem Kommandanten des englischen Geschwader» in der Ostsee gehabt, her der Abordnung versicherte, daß die Verbündeten der Bevölkerung von Litauen bei der Organisation der Verteidigung gegen einen bolschewistischen Einfall jede Hilfe gewahren würden.
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