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Der Wanderer

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung

1850

JVi 884

Aus dem Leben eines Taugenichts.

(Fortsetzung)

So dauerte daS wohl über eine Woche. Aber das

eben; . eine Mal, sie stand gerade am Fenster und AlleS war jerin stifte rings umher, fliegt mir eine fatale Fliege in die

% Nase und ich gebe mich an ein erschreckliches Nießen,

I das gar nicht enden will. Sie legt sich weit zum Fen-

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ster hinaus und sieht mich Aermsten hinter dem Strauche I lauschen. Run schämte ich mich und kam viele Tage nicht hin.

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Endlich wagte ich eS wieder, aber das Fenster blieb Mal zu, ich saß vier, füns, sechs Morgen hinter Strauche, aber sie kam nicht wieder an'S Fen- Da wurde mir die Zeit längs, ich faßte ein Herz ging nun alle Morgen frank und frei längs dem

Schlosse unter allen Fenstern hin, aber die liebe schöne und gute Frau blieb immer und immer aus. Eine

Strecke weiter sah ich dann immer die andere Dame

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Fenster stehen, mals gesehen, dick und gar eine Tulipane. Pliment, und, mir jedes Mal

Ich hatte sie sonst so genau noch Sie war wahrhaftig recht schön roth prächtig und hoffärtig anzuschen,

am nie- und wie

Ich machte ihr immer ein tiefes Kom- ich kann nicht anders sagen, sie dankt, und nickte und blinzelte mit den Augen

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dazu ganz außerordentlich höflich.

Nur ein einziges Mal glaub' ich gesehen zu haben, daß auch die Schöne an ihrem Fenster hinter der Gardine stand und versteckt hervorguckte.

Viele Tage gingen jedoch inS Land, ohne daß ich sie sah. Sie kam nicht mehr in jden Garten, sie kam nicht mehr an'S Fenster. Der Gärtner schalt mich einen faulen Bengel, ich war verdrießlich, meine eigene Na« senspitze war mir im Wege, wenn ich in Gottes freie »Welt hinaus sah.

So lag ich eines Sonntags Nachmittag im Garten und ärgerte mich, wie ich so in die blauen Wolken mei­ner Tabakspfeife hinaus sah, daß ich mich nicht auf ein anderes Handwerk gelegt, und mich also morgen nickt auch wenigstens auf einen blauen Monrag zu freuen hätte. Die anderen Burschen waren indeß alle wohlaus- staffirt nach den Tanzböden in der nahen Vorstadt hin­ausgezogen. Da wallte und wogte Alles im SonntagS- putze in der warmen Luft, zwischen den lichten Häusern und wandernden Leierkasten hin und zurück. Ich aber saß wie eine Rohrdommel im Schilfe eines einsamen Weihers im Garten und schaukelte mich auf dem Kahne der dort angebunden war, während die Vesperglocken aus der Stadt über den Garten herüber schallten, und die Schwäne auf dem Wasser langsam neben mir hin und Herzogen. Mir war zum Sterben bange.

Während deß hörte ich von Weitem allerlei Stim, men, lustiges Durcheinandersprechen und Lachen, immer näher und näher, dann schimmerten roth und weiße Tü­cher, Hüte und Federn durchs Grüne, auf einmal kommt ein heller lichter Haufen von jungen Herren und Damen vom Schlosse über die Wiese auf mich loS, meine beiden Damen mitten unter ihnen.

Ich stand auf und wollte weggehen, da erblickte mich die ältere von den schönen Damen.Ei, bnS ist za wie gerufen", rief sie mir mit lachendem Munde zu,fahr' Er unS doch an das jenseitige Ufer über den Teich"! Die Damen stiegen nun eine nach der andern vorsichtig und furchtsam in den Kahn, die Herren halfen ihnen da­bei und machten sich ein wenig groß mit ihrer Kühnheit auf dem Wasser.

AlS sich darauf die Frauen alle auf die Seitenbänke gelagert hatten, stieß ich vom Ufer. Einer von den jun­gen Herren, der ganz vorn stand, fing unmerklich an zu schaukeln. Da wandten sich die Damen furchtsam hin