Als eine halbverklungene Mâhr aus schönerer Zeit hat sich daS Andenken an 1811 erhalten, wo, wie die Ueberlieferung alter Winzer lautet, die Zehm-Erheber in Hemdärmeln unter freiem Himmel den ganzen Tag an den Zehntbütten standen, weil die Oktobersonne noch so gluthheiß stach, daß man'S im Oberrock selbst stehend und im Freien nicht auShalten konnte. Im badischen Oberlande halten die meisten Weinbauern noch zâh an der Lese im September fest, damit den Kirmessen im Oktober der beste Schmuck des „Neuen" nicht entgehe. Im Rheingau ist die Poesie deS Herbstes jener andern Poesie geopfert worden, welche sich im kommenden Jahre auf dem Goldgrund eines aufs höchste veredelten Weines wiederspiegelt. (Forts, folgt.)
California n
(Fortsetzung.)
Hier hatten wir Gelegenheit, den Geschmack der alten Jesuiten zu bewundern, ihre Missionen sind im, wer in einer hübschen Gegend angelegt, die Gebäude in einem schönen Style gebaut und ihre weiten Garten zeigen alle Arten von erotischen und andern Gewächsen. Im Klostergarten der Mission San Luis Rey sahen wir CocoSpalmen, Dattelpalmen, Granaten, Oliven, Orangen, alle Arten von europäischen Obstbäumen nebst einer Masse von tropischen Gewächsen, die mir gänzlich unbekannt waren. Wir passirten diesen Theil des Landes gerade zur Zeit der Weinlese; Trauben und Most war ein ganz neuer Genuß für mich, da in Teras nichts der Art zu finden war, und der kalifornische Wein ist wirk,; lich von sehr guter Qualität, trotzdem daß die Spaniers hier ihn nicht im geringsten zu bereiten verstehen; Fässer z. B. besitzen sie keine, den Wein lassen sie gâhren in Säcken von RindShaut und pressen die Trauben mit ihren Füßen. In Puebla de los Angeles, einer = Stadt von ungefähr 3000 Einwohnern, trafen wir einen । alten Bekannten, einen Amerikaner aus Teras, der sich - in Mexiko von unserer Kompagnie getrennt hatte, und! nun wieder mit unS weiter wanderte. Wir kamen auch ziemlich rasch weiter bis zur Mission Soledad in der Nähe von Monterey; doch hier wurden unsere sämmtlichen Thiere gestohlen, mit Ausnahme einer alten Stute. Ferner überraschte uns die Regenzeit, und wir sahen bald die Unmöglichkeit ein, vor Frühling nach den Minen zu kommen. Daher bepackten wir unser letztes Pferd mit dem Rest unserer Habe, und gingen nach Monterey der alten Hauptstadt von Kalifornien. In der Nâhe
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dieser Stadt bauten wir uns eine Hütte nebst einem guten Kamin, kauften unsere Provisionen für den ganzen Winter, und überwinterten hier in der Einsamkeit. Der Winter war übrigens sehr mild, Schnee z. B. sah ich nur auf den Gipfeln der höchsten Berge und mit Anfang März war auch die Regenzeit zu Ende. Von März bis Ende November fällt hier nie ein Tropfen Regen, der Himmel ist immer wolkenlos.
Im März dieses Jahres brachen wir auf nach Den Minen, passirten verschiedene Niederlassungen, die jedoch je weiter wir unS vom Meere entfernten, immer seltener wurden. Die letzte gehört einem der reichsten Spanier in Kalifornien; seine Ländereien liegen alle in der Nähe der Minen, wo alle LebenSmittel einen übertriebenen Preis haben; er treibt Handel, hat viele Indianer, die beständig für ihn in den Goldminen arbeiten, und verkauft jährlich 20,000 Stück Vieh, durchschnittlich zu 40 Dollars daS Stück; (früher, vor der Entdeckung deS Goldreichthums, schlachtete man daS Rindvieh meist nur deS Talges und der Häute wegen, den größte Theil des Fleisches warf man weg, und im Süden von Kalifornien hat eS auch jetzt noch sehr wenig Werth.) Der alte Pacheco hat zwei Töchter, die jetzt von Anbetern förmlich belagert werden, doch konnte keiner sich bis jetzt eines entschied nen Erfolges rühmen.
AlS wir die Ebene des San Joaguin erreichten, sahen wir plötziich vor unS die ganze Kette der Sierra Nevada mit ihren schneebedeckten Häuptern, ein Gebirge von beinahe der Höhe der Alpen, (11,000 Fuß der höchste Punkt), daS neue Eldorado. Der San Joaguin, einen Fluß von der Größe des Main, passirten wir in einer Fähre, und hatten hierfür den mäßigen Preis von 2 Dollar (5 fl.) per Mann zu bezahlen; in Deutschland hätte eS 2 Kreutzer gekostet. Doch sind alle Preise hier im Norden von Kalifornien und in den Minen in demselben Verhältniß. (Schluß folgt.)
L efefrüchte
Es ist eine thörichte Erziehungsweise den Kindern alle Arbeit in Spiele verwandeln zu wollen. Ach, das Leben ist kein Spiel und die Tugend auch keins! So thöricht es wäre, alle Kinderspiele in Arbeiten verwandeln wollen, so töricht ist es, alle Arbeiten in Kinderspiele umschaffen zu wollen. (Sailer.)
Der Zorn ist wie ein Regentropfen, der sich selbst an dem Gegenstand zerschlagt, den er trifft. (Baco.)
In jedem Stand ist Fleiß und Wirths chaftlich' seit eine Haup ttug end der Frauen. (Niemeyer.)
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