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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. ZIF 274

Am Rheinfall bei Schaffhausen.*)

Wie stürmt das Gewässer, wie donnert die Flut Hinunter, hinunter mit schäumender Wuth! Auf Einmal in seiner gewaltigen Breite . Zertheilt sich der Strom, wie ein Volk im Streite,

Er wühlt in den eigenen Eingeweiden, In tausend Wirbeln, die schroff sich scheiden, Sich wild überstürzen und schnaubend ringen, Als wollte der eine den andern verschlingen.

In lauter Schaum und zerstäubenden Guß Ist aufgelöst der gewaltige Fluß.

Was hat gebrochen des Rheines Macht? Was hat ihn Plötzlich zu Fall gebracht?

Das that die feindliche Klippenwand,

Die hat zerrissen des Stromes Band, Die hat zersplittert die Kraft der Wogen Und alle hinab in die Tiefe gezogen.

O, deutsches Volk, da siehe dein Bild

Im Sturz der Gewässer so schauerlich wild! Was raffte dahin deine Macht und Größe ?

Was gab deiner Freiheit Todesstöße? > Der Zwietracht Klippe hat dich gefällt.

Und all dein Hoffen ist dran zerschellt.

Doch Muth gefaßt: ist der Rheinstrom doch Erhaben in seinem Falle noch! Sieh' an, wie er gegen die Klippen schäumet Und sich wie ein muthiges Schlachtroß bäumet! Sieh' an, wie der Felsen , der ihn zersplittert, Von seinem Anlaufe wanket und zittert! Und über den stäubendeu Silberwogen, Wie leuchtet so farbig der Regenbogen, Des Friedens Bild und der Hoffnung Zeichen, Dem bald die verheerenden Stürme weichen! Und dort mit freudigem Siegesmuth Versammelt sich wieder die ganze Flut.

Des Wogenheeres zersprengte Glieder

*) Aus der jüngst erschienenen Gedichtensammlung:Reisebilder aus der Schweiz" von Adolph Stöber. St. Gallen 1850.

Sie schließen sich enge zusammen wieder;

Und nun zu erneutem Heldenlauf Bricht majestätisch der Rheinstrom auf.

O sammle dich, sammle dich, deutsches Volk, Zu einer gewaltigen Heereswolk'!

O reißet nieder die Scheidewand

Und schlinget der Eintracht heiliges Band!

O laßt, wie in Eines Stromes Borden

Von Ost und Westen, von Süd und Norden

Zusammenstößen all eure Kraft:

Mit Gott dann sprengt ihr die alte Haft!

Dann werden die deutschen Farben erglühen So leuchtend wie Regenbogen sprühen.

Dann hält keine Macht mehr die Freiheit auf In ihrem herrlichen Siegeslauf.

Adolf Stöber.

Die Galeere des Herzogs von VLvonne.

Novelle aus dem Französischen von Fr. Bouffier.

(Fortsetzung.)

Ueberraschung malte sich auf den Zügen Vivonnes.

Philipp bemerkte es und fuhr sogleich fort:Ja, Herr, ich werde nach meiner Befreiung ein rechtschaffener Mann bleiben, wie ich das Glück hatte, es vor meiner Gefangenschaft zu sein. Diese Worte setzen Sie in Er­staunen, und Sie denken, daß ich nach dem Beispiele an­derer Unglücklichen, die das Schwert des Gesetzes getrof­fen hat, meine Schande und meine Verurtheilung auf einen Fehler der Justiz zu werfen suche; doch irren Sie sich nicht; und um Ihnen bis zur Augenscheinlichkeit zu beweisen, daß ich diese schmachvolle Strafe, welche ich seit drei Jahren erduldete, nicht verdiene, erlauben Sie mir, Ihnen das Geständniß eines Geheimnisses zu ma­chen, das ich mit mir inS Grab nehmen wollte. Sie werden sehen, mein gnädiger Herr, daß die Gnade deS