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Der Wanderer.

SMIrtrifJiWe« Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1850. M 867.

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Die Galeere des Herzogs von Vivonne.

Novelle aus dem Französischen von Fr. Bouffier.

(Fortsetzung.)

Auf der letzten Stufe des Ladens (man mußte 78 Stufen ersteigen, um in die Läden der Brücke Saint Michel einzutreten), drehte sich Philipp um, um noch einmal daö Haus zu betrachten, in dem er so lange frei und zu­frieden gearbeitet, um vielleicht auch noch ein letztes Lebe­wohl an seinen Meister, vielleicht auch an Fräul. Fanchette zu richten.

Die Augen des jungen Mädchens begegneten denen des Arbeiters, und darauf, von einem unwiderstehlichen Gefühle, überwältigt, legte sie die Hand auf das Herz, fiel vor dem Goldarbeiter aufdie Kniee und rief:Mein Vater! mein Vater! mein Vater"!

Chouquet hob sie eiligst auf, und sagte indem er sie

. an das Herz drückte:

Mein Kind, ich begreife wohl die Größe des n Schmerzes, den Du ertragen sollst. Philipp ist Dein ht, zu" Jugendgespiele, der Freund Deiner Kindheit gewesen, und

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NUN schuldig! . . . . Doch der Ehrgeiz ist nicht immer ein Verbrechen . . . Das Gericht wird wohl seines gu­ten Betragens und seiner Reue wegen Nachsicht mit ihm haben . . . Was mich betrifft, so werde ich Alles, was

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nur in meinen Kräften steht, aufbieten, um die Strenge der Gesetze für ihn zu mildern. Schon gleich diesen Abend laufe ich zu der Frau v. Montespan, um deren mächtigen Schutz für ihn zu erbitten".

Und aus seiner Westentasche eine gefüllte Börse zie­hend sagte er zu einem Bedienten:

Trage das zu dem Groß-Kerkermeister, damit dem armen Philipp Nichts gebreche. Er.hätte mich zwar bei­nahe in eine schlimme Lage gebracht, doch wollte er eS nicht; dessen bin ich sicher. Der arme Junge spielte mit

dem Feuer, ohne zu bedenken, daß man sich die Finger daran verbrennen rönne".

AlSdann wendete er sich mäjestätisch zu den Abge, sandten der Zunft die zurückgeblieben waren, um ihm Glück zu wünschen und sagte diesen in einem zwischen Stolz und Wohlwollen getheilten Tone:

Meine Herren, sagen Sie nun unsern Kollegen, daß Johann Baptist Chouquet, der von seinen Feinden, vielleicht auch von seinen Freunden unwürdig Verleum­dete, siegreich aus den Fallstricken hervorgegangen ist, die man ihm gelegt, und daß er diesen Abend, ja diesen Abend zu einem der 4 Bürgermeister (Schöffen) der Stadt Paris proklamirl werden wird".

Das Gefängniß der Tournelle.

Der Gang dieser Kriminal-Sache im Chatesot war rasch. Die Voruntersuchung wurde mit solcher Schnellig­keit geführt, daß nach Verlauf von vierzehn Tagen die Debatten schon eröffnet werden konnten. Sie waren feier­lich , denn der Kriminal-Lieutenant selbst hatte das Präsi­dium übernommen, und das in der Stadt mächtigste und reichste Korps der Goldarbeiter, welche die nächste Ver­anlassung zu diesem Prozeß gegeben, hatte sich einen Ehrenpunkt daraus gemacht, den Verhandlungen beizu­wohnen.

Die Jugend, die Entschlossenheit, die edle und reine Physiognomie Philipp Asselins hatten ihm gleich Anfangs die Sympathieen des Magistrats und Publikums zugewendet ? und diese Sympathieen, verbunden mit den geheimniß­vollen Verwickelungen einiger Punkte des Prozesses, tru­gen nicht wenig dazu bei, auch die allgemeine Neugierde zu reizen. Einer der ausgezeichnetsten Advokaten von Paris, M. Bardula vertheidigte den Angeklagten mit Wärme und Gewandtheit; allein die Beredsamkeit deS Advokaten, daS Wohlwollen der Richters und die Empsey-