sultate des Fleißes und der gewerblichen Thätigkeit sowie die Häuser und Lagerräume der jungen Stadt fanden vor den Augen dieser selbstsüchtigen Menschen keine Gnade. Ohne Unterbrechung schickten sie Kugel auf Kugel hinüber und durch eine Wette, diesen oder jenen Gegenstand zu treffen gingen oft Tausende zu Grunde. Die Scheuer und Stallung des Gasthauses zum „Deutschen Hause" gerieth zuerst in Brand und die anstoßenden Gebäude sowie der Ladschoppen wurden in einem Nu von dem Feuer ergriffen. In den dort aufgehäuften Waaren und Gütern wühlten die Flammen unbarmherzig und verzehr- ten sämmtliche Vorräthe; das Vermögen manches braven Familienvaters ging dabei zu Grunde. Die Preußen lach, ten hinter den Häusern über diese Wuth, sie standen sicher hinter den Häusern, diesen natürlichen Schanzen, und dennoch verkündete die Karlsruher Zeitung, das damalige Organ der provisorischen Regierung, dieselben seien bis Worms zurückgeschlagen worden.
Nun gerieth auch die 'bisher verschont gebliebene Rheinschiffbrücke in Brand. Von Anfang wäre eS leicht möglich gewesen, dieselbe zu löschen, aber was fragte Trütschler und Konsorten nach diesem Gegenstände. Ein Joch nach, dem andern trieb brennend den Rhein hinunter. Der Schaden, der dadurch dem Staate erwuchs, belief sich auf 100,000 Gulden. Zur Wiederherstellung der Brücke waren % Jahre nöthig , und die Kommuni, kation war während dieser Zeit äußerst mangelhaft uud für Mannheim nachtheilig.
Von den Freischaaren, die von den Preußen auf dem Fuße verfolgt wurden, retteten sich mehrere in ein Brük- kenjoch. Zur Nachtzeit schwammen Einige an daS dies, seitige Ufer herüber und sagten auS, daß noch mehrere in den jenseitigen Brückennachen sich verborgen hielten, die bei dem Mangel an LebenSmittel dem Hungertode preisgegeben seien. Man bedauerte zwar diese Unglücklichen, aber Keiner hatte die Chourage sie zu retten. So brachten diese sieben an der Zahl, sechs Tage in diesem jämmerlichen Zustande zu, und erst als die Bayern in Ludwigshafen einrückten, wurden dieselben im Einver- ständniß mit dem bayerischen Kommandanten in einem Kahne abgeholt und den Bayern übergeben. Sie waren fast sämmtlich der Auflösung nahe.
Das Schießen wurde nun von beiden Seiten eingestellt, aber noch wüthete daS Feuer in Ludwigshafen und ließ nicht eher nach, bis es den Werth von einer Million verzehrt hatte.
Der 21. Juni nahte heran; eS war dies der Tag der Kontrerevolution in Mannheim, und befreite endlich die Stadt von der Herrschaft dieser Tyrannen. Sie mußten
fliehen vor dem gerechten Zorne der Bürger, aber viele erreichte das Schwert der Gerechtigkeit, sie wurden ge< fangen um ihre Verbrechen zu sühnen. Noch stehen die Brandmauern in Ludwigshafen, und kein HauS ist zu sehen an dem nicht mehrere Kugeln eingemauert sind. —
Miszellen.
B
Die Schnelligkeit, mit welcher man auf englischen Eisenbahnen fährt, wächst mit jedem Jahre, trotz der zahl- reichen Unglücksfälle, die in der Regel keine andere Ursache, aU diese übertriebene Schnelligkeit haben. Auf der Eisenbahn zwischen London und Ereter fährt man mit dem Erpreß-Train (m Zug, der nur Wagen erster Classe mitnimmt) durchschnittlich 51% englische (11V, deutsche) Meilen in der Stunde. Dr. Sarbner sagt in seinem kürzlich erschienenen umfassenden Werke ifa Eisenbahnen, daß bei Probefahrten und anderen außerordentlich« Gelegenheiten sehr oft schon eine Schnelligkeit von mehr als 70 englischen (15% deutsche) Meilen in der Stunde erreicht worw sei. Dr. Lardner knüpft hieran folgende Bemerkungen: „Nach den von Dr. Hutton eingestellten Experimenten, soll eine abgk- schossene Kanonenkugel 6700 Fuß in einer Viertelminute zurück- legen. Es kommen also 26,800 Fuß oder fünf (englische) Meilk« auf eine ganze Minute, was 300 (englische) Meilen auf W Stunde beträgt. Da man nun auf der Eisenbahn 75 (englisch!! Meilen in einer Stunde zurückzulegen vermag, was bei mehrer« Versuchen bereits geschehen, so folgt daraus, daß eine mit einen Train verbundene Lokomotive eine nur viermal kleinere Geschwindigkeit als eineKanonenkugel hat. Dagegen würde es aber auch, um einen solchen Zug durch Kanonenkugeln in eine solche Bewegung zu bringen, nicht weniger als des vierten Theiles des Gewichts, den der Zug selbst hat, an Kanonenkugeln bedürfen".
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Der französische Minister der Marine hat dem Kommandanten des Bremer Dreimasters „Beethoven", D. W. FreerichS, und seinem Lieutenant Heinrich Feyen für die großmüthige, den französischen Schiffe „L’etoilc dc la mer“ geleistete Hilfe du „Goldene Mctaille zweiter Klasse" verliehen. Das genannt! Schiff hatte durch einen Wogenschlag seine sämmtlichen Offiz^ verloren und irrte auf offener See herum. Kapitän Freerilfa gab ihm, als er dessen ansichtig wurde, seinen Lieutenant Fe?!" ; an Bord, welcher cs glücklich nach Havre brachte.
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Ein Arzt in Plymouth benutzte die Eigenschaft der Gutta- Percha als vorzüglichen Schalleiters dazu, daß er an der Thue seines Hauses von diesem Stoffe ein Sprachrohr anheftete, da bis zu seinem Bette führt. Wird er nun bei Nacht verlangt, I konversirt er ruhig von seinem Lager aus und hütet sich solche weise vor überflüssigen Erkältungen.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
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